Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Stromerzeuger Honda EM650 Überspannung


von Hermann G. (df2ds)


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Hallo zusammen,
nach dem Thread Beitrag "Stromerzeuger ohne Erregerspannung Honda EM650" gehe ich 
davon aus, dass sich hier einige Forenteilnehmer sehr gut mit 
Generatoren auskennen.
Ich habe hier auch so einen Honda EM650 zur Reparatur. Das Gerät macht 
heftig Überspannung, ich messe im Leerlauf ohne Last zwischen 300V und 
320 V. Der Besitzer hat das bemerkt, als ihm der Stromerzeuger einen 
Akkulader zerstört hat.
Im Gegensatz zum "Shop Manual" sind an der Kompensations(?)-Wicklung 
zwei Kondensatoren verbaut, laut Aufdruck 10µF und 1,5µF. Die hatte ich 
zunächst im Verdacht. Ich habe sie ausgebaut und gemessen, die Kapazität 
scheint aber zu stimmen.
Der Vollständigkeit halber: In dem Gerät ist auch als Gleichrichter eine 
Grätz-Brücke verbaut. Auch diese habe ich ausgebaut und gemessen, aber 
auch hier sind alle 4 Dioden in Ordnung.

Alle zielführenden Tipps, wie/wo ich suchen oder testen sollte, sind 
sehr willkommen!

von H. H. (hhinz)


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Hermann G. schrieb:
> Kompensations(?)-Wicklung

Kondensatorwicklung. Für die Erregung nötig.

Wenn der Kondensator in Ordnung ist, dann ist für Überspannung diese 
Wicklung, oder der Rotor verantwortlich.


Die Drehzahl wirst du ja schon geprüft haben.

: Bearbeitet durch User
von Hermann G. (df2ds)


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H. H. schrieb:
>
> Die Drehzahl wirst du ja schon geprüft haben.

Vielen Dank für die Tipps. Die Drehzahl habe ich schon geprüft, ist ok. 
Im Werkstatthandbuch stehen auch die Wicklungswiderstände. Werde heute 
abend das Teil nochmal zerlegen und die Wicklungswiderstände messen.
Wenn Wicklungs- oder Rotorschaden, kann man das noch vernünftig instand 
setzen oder ist das dann ein Totalschaden?

von H. H. (hhinz)


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Hermann G. schrieb:
> Im Werkstatthandbuch stehen auch die Wicklungswiderstände.

Hast du das für die 220V Version?

von Gustav (ne-555)


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Im Leerlauf würde mich das nicht wundern.
Hast Du die Spannung mal mit einer Belastung gemessen?
Einfach mal eine 40Watt Glühbirne dran?
So ein Ladegerätchen zieht ja kaum was....

von Torsten B. (butterbrotstern)


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Service-Manual in Englisch, Deutsch, Französisch.
Wie steht der Frequenzwahlschalter FCSw? (siehe Seite 21)
Laut Diagramm sollte die Spannung im Leerlauf nicht höher sein.

: Bearbeitet durch User
von Hermann G. (df2ds)


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Torsten B. schrieb:
> Service-Manual in Englisch, Deutsch, Französisch.
> Wie steht der Frequenzwahlschalter FCSw? (siehe Seite 21)
> Laut Diagramm sollte die Spannung im Leerlauf nicht höher sein.

Danke für die Handbücher. Das erste hatte ich schon.
Der Frequenzschalter fühlt sich etwas schwammig an, eher wie ein 
schwergängiges Poti; er steht aber auf "50Hz".

Mit einer 60W-Glühlampe als Last messe ich 308 V; im Leerlauf ca. 340V

von Torsten B. (butterbrotstern)


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Diese alten Hondas waren eher für die Ewigkeit gebaut, das Teil wiegt 
leer 22, betankt 24 kg. Das Shop-Manual ist vorbildlich. Bei jedem 
kritischen Bauteil ist die Verschleißgrenze angegeben, wenn die 
Zylinderbohrung 50µm zu groß ist, soll man aufbohren und den 
nächstgrößeren Kolben einbauen...
Damals (1980) dachte man noch nachhaltig.
Er hat auch einen Batterielade-Ausgang 12V 8,3A 100W.

Bei Kleinanzeigen sind momentan 4 Stück zwischen 200 und 440 Euro drin, 
alle funktionsfähig und in gutem Zustand. Wahre Schätze. Verbrauch bei 
Nennlast (nur 450W, 650W kann er nur kurzzeitig bei 60 Hz) 0,43 Liter/h.
Eine Tankfüllung 2,8 Liter reicht für 6,5 Stunden.

> Wenn Wicklungs- oder Rotorschaden, kann man das noch vernünftig
> instand setzen oder ist das dann ein Totalschaden?
Leider eher letzteres. Außer man bekommt einen mit Motorschaden, bei dem 
der Generator noch in Ordnung ist. Aber ich denke, es ist nicht die 
Wicklung, weil dann typischerweise die Spannung zu gering ist. Was hoch 
ist die Spannung bei Nennlast (450 oder 550W)?
Stimmt die Drehzahl wirklich (viele Multimeter können auch die Frequenz 
messen)? Im Handbuch kommt nämlich der Fall Überspannung nicht vor.

Welche Version hast Du (G oder  GV (220V), oder etwa U oder B (240V))?

In meinem Handbuch finde ich keine Angabe zur Kapazität der 
Kondensatoren, man soll nur den Widerstand prüfen (Seite 93).

: Bearbeitet durch User
von Hermann G. (df2ds)


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Torsten B. schrieb:

> Stimmt die Drehzahl wirklich (viele Multimeter können auch die Frequenz
> messen)? Im Handbuch kommt nämlich der Fall Überspannung nicht vor.

Habe gerade gemessen: Mein Multimeter zeigt 300Hz an (ist leider sowohl 
6*50Hz als auch 5*60Hz) :-(. Das kann natürlich an der Kurvenform der 
Ausgangsspannung liegen, aber eigentlich sollte die doch halbwegs 
ordentlich sinusförmig sein, oder??
Bei dem Zungenfrequenzmesser zuckt leider keine Zunge!

Muss ich jetzt tatsächlich noch den Oszi in die Garage schleppen???

> Welche Version hast Du (G oder  GV (220V), oder etwa U oder B (240V))?
Ich habe die GV-Version.

> In meinem Handbuch finde ich keine Angabe zur Kapazität der
> Kondensatoren, man soll nur den Widerstand prüfen (Seite 93).
Ich hatte die beiden Kondensatoren schon mal zum Messen ausgebaut. Auf 
dem großen steht "10µF", auf dem kleinen (unteren) "1,5µF". Das hat auch 
mein Multimeter (innerhalb der Toleranzen) angezeigt.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Hermann G. schrieb:
> Mein Multimeter zeigt 300Hz an

Irgendwas dranhaengen, was mit dem Netz mitbrummt und mit der App 
Spectroid auf dem Smartphone schauen, ob bei 50Hz eine Linie ist.

von Torsten B. (butterbrotstern)


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300 Hz? Kein Wunder, dass er dann über 300V ausgibt. ;-)

Oh nein, die Kurvenform bei diesen Kondensator-Modellen schaut ulkig 
aus.
Belaste ihm mal ordentlich. Ich tippe eher auf 5*60Hz, d.h. der Motor 
läuft zu schnell.

Die Ersatzteilliste gibt es noch zu bestellen für USD 16,00:
EG650 EM650 EX650 Generator Parts Catalog
https://publications.powerequipment.honda.com/details/14ZA80E1P

Hier findet man sie, aber momentan nicht erreichbar:
https://mkp.gem.gov.in/uploaded_documents/51/16/877/OrderItem/BoqDocument/2023/12/23/comn_2023-12-23-19-17-26_d2057bb3bfa0b4ae7b67954f7a343fa5.pdf
Auch nicht im Web-Archive.

von H. H. (hhinz)


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Hermann G. schrieb:
> Der Frequenzschalter fühlt sich etwas schwammig an, eher wie ein
> schwergängiges Poti; er steht aber auf "50Hz".

Prüfen, ob der richtig schaltet.

von Torsten B. (butterbrotstern)


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Korrektur: einzig das GV-Modell schafft nur 5,8A bei 12V (siehe
Seite 4). Woran liegt das denn schon wieder? Sparversion?

Kann bitte jemand das normale Handbuch hochladen? Ich habe keine Lust 
auf Libble und Co.,  wo ohne JS nichts geht.

: Bearbeitet durch User
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