Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik 3-Elektroden Potentiostat - Signalelektronik


von Paul (auftragsgriller)


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Hallo zusammen,

ich arbeite aktuell neben meinem Studium an einem 
3-Elektroden-Messsystem (Potentiostat) als größeres Projekt über die 
Semesterferien. Mit Signalelektronik habe ich noch nicht besonders viel 
Erfahrung, daher können sich hier und da Denkfehler eingeschlichen 
haben. Es wurde einiges an Halbwissen, Kommentare von Kollegen und 
Google Suchen eingearbeitet. Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand 
Zeit findet, einen Blick auf meine Schaltung zu werfen und mir 
Rückmeldung zu geben.
Ziel ist es, sehr kleine Ströme (µA-Bereich) an einer 
Platin-Arbeitselektrode zu messen, die durch eine chemische Reaktion 
entstehen und proportional zur Konzentration einer Substanz X sind. 
Diese Ströme sollen in eine Spannung umgewandelt, gefiltert, 
digitalisiert und dann am Ende von einem Arduino GIGA R1 
weiterverarbeitet werden.

Kurz zum Aufbau:
1. Arbeitselektrode
2. Referenzelektrode
3. Gegenelektrode
4. Potentiostat-Regelkreis
5. TIV (I→V)
6. ADC → Arduino
- Galvanische Trennung zwischen Analogteil und Mikrocontroller

Die realistisch entstehenden Ströme liegen bei wenigen µA und könnten 
stark Schwanken und rauschen. Es ist geplant, später die Schaltung als 
PCB zu fertigen. Die galvanische Trennung im System habe ich eingeplant, 
um Störungen vom digitalen Teil vom empfindlichen Analogteil 
fernzuhalten. Ob das so sinnvoll ist wie ich mir das vorstelle, weiß ich 
nicht.
Ich habe die KiCAD-Datei und zwei Übersichtsdarstellungen angehängt, 
damit ihr ein bisschen nachvollziehen könnt, was ich da gemacht/geplant 
habe.
Wenn euch etwas Grundsätzliches auffällt oder ihr 
Verbesserungsvorschläge habt, wäre ich für jeden Hinweis dankbar.

Danke schon mal an alle, die sich die Zeit nehmen das anschauen.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Mir fällt als erstes auf, das du viel zu wenig die Versorgung abblockst 
und siebst. Die OpAmps sollten eine stabile, von Störungen durch den 
Digitalteil freie und verdrosselte Versorgung bekommen. Dazu legst du 
CLC oder zumindest LC Filter in die Versorgung - für jede Baugruppe 
einzeln.

Ob die Verschaltung der Opamps so stimmt, wage ich mit den 
ungebräuchlichen Symbolen nicht zu sagen. Solche Kästchen mit 
Beschriftung helfen da nix.

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Mir faellt als erstes auf, dass der Schaltplan so ueberhaupt keine 
Struktur hat.  Da guck ich drauf, wie ein Schwein in ein Uhrwerk. Oink!
Ohne "Schemata.pdf" ist das voellig unklar. Das solltest du dahingehend 
aendern, dass Schemata.pdf voellig ueberfluessig wird, weil man 
saemtliche Info sofort aus dem Schaltplan lesen koennen sollte.
Das geht auch ohne bunte Draehte.
Bauteile haben einen bestimmten Wert und nicht Wertebereich. Bauteile 
sind in Schaltplaenen durchnummeriert. Alle. Sonst kann man schlecht 
beschreiben, wo einem was aufgefallen ist.
Es gibt Massesymbole. Sogar Verschiedene fuer verschiedene 
Massegeschmacksrichtungen. Das spart viel teuren Draht im Schaltbild.
Das Symbol vom OPA2140 ist kacke. Besser 2 getrennte OpAmp-Symbole und 
noch eines fuer die Versorgung. Dann ists auch im Layout leichter, die 
ggf. untereinander zu tauschen.
Die zu messenden Signale kommen nicht aus Kästchen, die irgendwas 
angeflanscht haben, was aussieht, wie ein Kurzschlussbuegel, sondern die 
kommen hoechstwahrscheinlich aus irgendeiner Art Steckverbinder 
(wahrscheinlich Buchse).
Bei Symbolen, wie auch im Schaltplan: Moeglichst diese Orientierung 
waehlen:
Eingaenge links, Ausgaenge Rechts, Masse unten, Versorgungsspannung 
oben.
tbc.
Deine Schaltplansoftware hat hoffentlich eine automatisierte 
Checkfunktion. Nutze die solange, bis es da keine Warnings oder gar 
Errors mehr gibt.
Nimm mein Geschwaetz nicht persoenlich, ist noch kein Meister vom Himmel 
gefallen.

Gruss
WK

von Andrew T. (marsufant)


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Moin, an dne Bezeichnern bitte mal die U? durhc eindeutige Zahlen 
ersetzten.

Der OPA214 ist an dieser Stelle unnötiger FET Doppel OPV.
DEr FET-OPV bitte an die Referenzelektrode (so wie bei allen 
Potentiostaten üblich und sinnvoll)

Den OPV für die Gegenelektrode (LM741 sollte mehr Sinn machen) mit 47 
Ohm statt 1k an den Ausgang -- die Gegenelektrode muss zügist Strom 
liefern können.

empfehlung: Die Sollwertvorgabe erst im Testaufbau durch klassiche Potis 
vorgeben und im Testaufbau proüfen wie stabil das System auf Störung 
reagiert.
uA Potentistaten (Wenking, Jaissle, etc.) sind immer kritisch im 
Frequenzgang -- unbedingt mal mit demjenigne Sprechen der die eignelich 
Anwendung hat hat welche Reaktionszeitne er als zu erwarten ansieht. Ein 
solches Sytem mit Frequenzgang im 10 MHz bereich zu planen, aber nahcer 
nur Millisekunden Elektrodenreaktion zu haben ist gelinde gesagt zum 
Scheitern verurteilt.

von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


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Hallo,
ich schließe mich meinen Vorrednern an.
Zeichne bitte erst einmal einen vernünftigen Schaltplan.
Normale OPV-Symbole. Eingänge links Ausgänge rechts.

Farbkonvention (wenn man es denn schon so macht):
Plus=rot,  blau = Minus, Schwarz (gern auch dicker) = GND = Massezeichen 
und der Rest auch schwarz. Wenn man denn will, kann man ja noch andere 
Zwischenfarben hellrot, hellblau für andere Speisespannungen und z.B. 
grün, orange, gelb für Signale nehmen.

So geht das im übrigen auf keinen Fall. Du wirst den OPA140 
wahrscheinlich als TIA (Trans Impedance Amplifier) beschalten müssen.

Ansonsten ist einige µA zu messen eine recht leichte Aufgabe, der OPA 
140 reicht dafür aus.
Erzähle uns mal was Du als minimalen zu messenden Strom haben willst und 
was als maximalen.

Und wenn dann noch ein vernünftiger durchnummerierter SP kommt, helfe 
ich dann gern weiter.

von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


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Noch eine kleine Hilfe ;-)

das µ macht man mit Drücken der "ALT GR" Taste (rechts neben der 
Leertaste) und dann "M" Drücken.

"Y" im Schaltplan statt dessen??? Was bringen die Euch bei?
Oder redet ihr Studenten nicht untereinander? Mal schnell einen Kumpel 
fragen? Ist das nicht mehr?-Weil keiner sein Nichtwissen zugeben will?
Peinlich, peinlich. Das solltet ihr ändern.

Wenn man sich in der Elktronik nicht gegenseitig hilft, kommen alle 
nicht weit.

von Rainer W. (rawi)


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Lothar schrieb:
> "Y" im Schaltplan statt dessen???
Das ist wohl ein Relikt aus der ehemaligen SBZ.

> Was bringen die Euch bei?
Heutzutage sollte es das SI mit seinen Nebenabsprachen, i.e. den 
Vorsätze für die Maßeinheiten sein - Yokto für 10^-24 wird mit dem 'y' 
ja wohl nicht gemeint sein können.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vorsätze_für_Maßeinheiten

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Paul schrieb:
> Verbesserungsvorschläge

Kann man so machen ?

Nein, U? ist fehlerhaft.

Ach  bei dir heisst alles U? bzw..
C?, wie übersichtlich.

Also der OPA197 zeigt, dass du Operationsverstarker nicht verstanden 
hadt.

Die ESD Elemente führen vermutlich für eine Schaltung die auf 24 bit 
auflösend messen soll zu zu grosser Beeinflussung.

Und alles ist nach 'koste es was es wolle' aufgebaut. Die ADuM sind 
nicht billig und produzieren Störungen. Der RD0505 auch.

Ob die Schaltung die Anforderungen erfüllt,,weiss man nicht, da die 
Anforderungen fehlen. Vermutlich liefert die Messelektrode eine Spannung 
von plus minus ein paar Mikrovolt (wie viel Messbereich) gegenüber der 
Referenzelektrode, aber so bald man sie belastet mit mehr als 1uA bricht 
die Spannung ein, wird verfälscht. Wie die Gegenelektrode da reinspielt, 
weiss ich nicht, vermutlich soll sie messen was die Referenzelektrode 
ins Medium bringt und somit den Nullpunkt definieren.

Wie viel Mikroampere darf man denn aus der Elektrode ziehen bevor der 
Fehler grösser wird als 1/(2^23) vom Vollausschlag und wie gross ist der 
Vollausschlag ?

Ich würde wohl einen zusätzlichen kleinen uC der frn 24 bit ADC 
ansteuert auf die isolierte Seite bringen und nur 1 serielle Verbindung 
zum Hauptrechner legen auf der ständig Messwerte gesendet werden. 
Vermutlich prr Optokoppler, sollte schnell genug sein.

von Arno H. (arno_h)


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Grundlagen von Leuten, die ihr Geld damit verdienen:
https://download.tek.com/document/LowLevelHandbook_7Ed.pdf
und ergänzend: 
https://www.tek.com/en/documents/product-article/switching-handbook
Gibt es möglicherweise sogar noch auf Papier.

Arno

von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


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Rainer W. schrieb:
> Lothar schrieb:
>> "Y" im Schaltplan statt dessen???
> Das ist wohl ein Relikt aus der ehemaligen SBZ.
>
Da ich selbst aus der SBZ komme - versichere ich - NEIN.
Wir kannten das µ und es war völlig geläufig und üblich.


@ Arno: toller Link zum Low-level-Handbuch. Habe es mir gleich runter 
geladen und abgespeichert. Danke!

Grundlagen zum Potentiostat:
https://www.gamry.com/application-notes/instrumentation/understanding-specs-of-potentiostat/

von Route_66 H. (route_66)


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Hallo!
Ich habe in der "SBZ" vor 40 Jahren an der Entwicklung und Produktion 
des elektrochemischen Messystems "ECM700" bei der Akademie der 
Wissenschaften in Berlin Adlershof, Zentrum für wissenschaftlichen 
Gerätebau (ZWG) mitgearbeitet.
Voll Computergesteuert (Z80 DDR), in Assembler programmiert, 
Grafikausgabe über Bildschirm und Drucker, 128 Tasten über ein!!! 
PIO-Bit.
Da war der Potentiostat nur ein kleiner und unempfindlicher Teil der 
Messmöglichkeiten der Polarografie.
Mikroampere waren da "Hochströme".
Ich habe vielleicht noch irgendwo ein Prospekt von der Anlage 
archiviert?

Paul schrieb:
> Ziel ist es, sehr kleine Ströme (µA-Bereich) an einer
> Platin-Arbeitselektrode zu messen,

von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


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Hallo Route 66,

Berlin- Adlershof  Albert-Einstein-Straße .... ?

Da arbeite ich heute beim Nachfolger bzw. einen Nachfolger des ZWG.


Die Welt ist manchmal klein.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Ich hatte auch mal so ein Projekt. Ging natuerlich mangels richtiger 
Kommunikation voll daneben. Zwischen El.Ing und Chemiker, welche halt 
nicht dieselbe Sprache sprechen ... Referenzelektrode erinnert an GND. 
Ist es aber nicht, denn GND is Niederohmig, die Referenzelektrode 
ist/war damals eine Platinelektrode , hochohmig, da sollte kein Strom 
fliessen. Die Arbeitselektrode sollte die uA messen, also mit einen 
Transimpedanz OpAmp. Allerdings nicht gegen GND, sondern mit einer 
Offsetspannung gegen die Gegenelektrode, welche Wasserstroff blubberte. 
Da geht der Strom aber nur in einer Richtung. Alle 3 elektroden musste 
also floating sein, Potentialgetrennt gegenueber einen Elektronik GND, 
aber zusammen auf einer Speisung.
Wir datten dann das Problem, dass der Kontakt wegen Blubber an den 
Elektroden abriss... Die regelnden OpAmp gingen dann an die Speisung, 
Maximalaussteuerung, bis wieder Kontakt da war. Dann regelten sie 
zurueck. Die Pulserei hat uns die Samples zerstoert. Es dauerte eine 
ganze Weile bis wir's merkten und begriffen.
Also mussten die Spannungen auf sehr kleine Werte begrenzt sein, sodass 
keine Elektolyse auftrat.
Wenn keine Stroeme fliessen duerfen, verwendet man Ultralow Bias Current 
OpAmp. Also mit Fet Eingaengen, oder besser. Wobei der niedere Strom nur 
innerhalb des Gleichtaktbereiches zutrifft. zB LPC661, man kann aber mal 
mit einem LF356 beginnen

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