Forum: Haus & Smart Home Periodische Schwankungen in der Netzspannung


von Res (resmon)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Moin,

Mein Stromversorger hat bei mir kürzlich einen Smartmeter installiert. 
Ich habe die Gelegenheit genutzt, die Parameter die er ausgibt 
aufzuzeichnen.

Mir ist aufgefallen, dass die Netzspannung sehr periodisch schwankt. Auf 
allen Phasen mit der gleichen Periodizität, aber zeitlich verschoben.

Die Einbrüche entstehen nicht durch Belastung des Anschlusses in meinem 
Haus, sondern kommen von aussen.
Hat jemand eine Idee wie sowas entstehen könnte? Die Perioden sind zu 
kurz für das Takten von Wärmepumpen und zeitlich zu präzise.
Ich habe ein FFT über 2 Tage davon gemacht, die Peaks sind ziemlich 
schmal.

von Norbert (der_norbert)


Lesenswert?

Res schrieb:
> Hat jemand eine Idee wie sowas entstehen könnte?

Irgend etwas im Smartmeter selbst?
Die Auflösung ist ja nicht sonderlich hoch, einige wenige LSB 
Schwankung.

von Wolf17 (wolf17)


Lesenswert?

Wenn das im Diagramm Minuten:Sekunden und nicht Stunden:Minuten sind und 
alles nur kurz anhält, könnten das vielleicht Rundsteuerpulse sein.
Wenn es länger dauert, hat vielleicht jemand eine 
Pulsgrupenleistungssteuerung im Betrieb. Gibt es in einigen 100m einen 
Industriebetrieb mit Elektroofen?

von Res (resmon)


Lesenswert?

Ich habe die Schwankungen mit dem Multimeter bestätigt.

Die X-Achse im Zeitdiagramm ist die Uhrzeit, also HH:MM.

Auf der Niederspannungsseite von diesm Trafo gibt es nur Privathäuser. 
Aber die Schwankungen könnten vermutlich auch von der 
Mittelspannungsseite kommen.
Die Gegend ist sehr Ländlich. Keine grosse Industrie. Ein paar 
landwirtschaftliche Betriebe und eine Spenglerei.

: Bearbeitet durch User
von Frank O. (frank_o)


Lesenswert?

Hast du denn Probleme mit deinen Geräten?

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


Lesenswert?

Nutzt da jemand vielleicht wirklich noch eine alte Elektroheizung?
Wobei, Netz um 7V runterziehen, da braucht man schon bißchen Leistung 
für.

Rundsteuerimpulse glaube ich nicht, die sind nicht so lang bzw. die 
einzelnen Bits verursachen eine schnelle Schwankung. Ist auch keine 
echte Schwankungen, sondern eine aufmodulierte Schwingung mit 1kHz oder 
so.

Echte Großverbraucher wie Kühlhäuser oder Elektroöfen arbeiten ziemlich 
kontinuierlich und schalten nicht nur mal kurz ein und dann wieder aus, 
Elektroöfen würden auch eher Flicker verursachen, also sehr schnelle 
Schwankungen.

von Nick (b620ys)


Lesenswert?

Res schrieb:
> Die Gegend ist sehr Ländlich. Keine grosse Industrie.

Aber Biogas?

von Jörg K. (joergk)


Lesenswert?

Magst Du bitte auch mal die Außenleiterspannungen zeigen?
Halten die Schwankungen den ganzen Tag und die ganze Nacht an?

von Res (resmon)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Frank O. schrieb:
> Hast du denn Probleme mit deinen Geräten?

Nö. Bin nur neugierig.

Jörg K. schrieb:
> Magst Du bitte auch mal die Außenleiterspannungen zeigen?
> Halten die Schwankungen den ganzen Tag und die ganze Nacht an?

Ja, Tag und Nacht. Mal ist die Amplitude etwas grösser und mal etwas 
kleiner, aber ich sehe da kein Muster ausser dass die Periode die ganze 
Zeit konstant ist.

Hier sind die berechneten Aussenleiterspannungen.

Nick schrieb:
> Aber Biogas?

Es gibt im Nachbardorf eine kleine Biogasanlage, nur 70 kW.
Wir haben im Dorf eine Wasserkraftanlage bei einem Stausee, 5 MW, aber 
die produziert nur bei Spitzenbedarf.

von Frank O. (frank_o)


Lesenswert?

Res schrieb:
> Nö. Bin nur neugierig.

Das war genau deshalb etwas provokant gemeint.
Mit "Smart" und den günstigen Displays fingen Probleme an, die man 
vorher nicht einmal bemerkt hatte.
Bei manchen Beiträgen hier im µC.net (nicht deiner) habe ich den 
Eindruck, dass es hier so manchen gibt, der den ganzen Abend vor seiner 
"Smart-Überwachung" sitzt und sich Gedanken darum macht, wo er noch 
sparen kann und was es für Probleme zu bemängeln gibt. Natürlich hat 
dann die Smarttechnologie so viel gekostet, dass er das in der 
verbleibenden Lebenszeit nicht wieder rein holen kann. Jedenfalls nicht 
ohne Verzicht auf den üblichen Komfort.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Die Ursache hat vielleicht damit zu tun:
https://www.heise.de/select/ct/2017/7/1490969807376118

Um Energie zu sparen, werden Strom und Spannung nicht mit genuegend 
Messwerten pro Halbwelle abgetastet.

von Res (resmon)


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Um Energie zu sparen, werden Strom und Spannung nicht mit genuegend
> Messwerten pro Halbwelle abgetastet

Das Multimeter tastet ganz gut ab.

von Giovanni (sqrt_minus_eins)


Lesenswert?

schaut man auf die Phasenspannung V2, dann sieht man deutlich eine 2min 
Periodendauer.

Nach EN 61000-3-3 wäre bei eine Wiederholfrequenz von 0.5/min ein ΔU/U 
von 3% zulässig. Wäre ein ΔU von etwa 6.9V - und somit an der Grenze.

Falls es Probleme gibt (Flackern, ...) dann müsste das EVU den "Täter" 
ausforschen.

von Res (resmon)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Interessant, wofür es alles Grenzwerte gibt.
Und dass die von der EMV-Seite kommen. Selbst auf Langwelle ist es hier 
sehr ruhig, aber ich wohne auch etwas ausserhalb.

Mit dem richtigen SQL query kann ich natürlich die Extremfälle in der 
ganzen Aufzeichnung finden, bisher sind es erst 3 Tage. Hier sind es 
wohl bis zu 13V.

: Bearbeitet durch User
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.