Liebe Forumsmitglieder, in meinem Projekt habe ich mehrere Tastenpanels, die ihren Zustand an eine Zentrale senden per ESPNow. Die Zentrale gibt dann eine Antwort zurück. Ein Tastendruck sollte innerhalb von ca 0,1s übermittelt werden. Derzeit sende ich alle 50ms den Zustand an die Zentrale. Allerdings wird eine Taste nur 1 bis 2 mal am Tag betätigt, 99,999% des Tages wartet das Ding vergeblich und sendet. Meine Frage: kann ich die Lebenserwartung der Hf-Stufe oder des ganzen Systems erhöhen, wenn ich das Ganze per WoESPNOW und GPIO-Interrupt löse und den Rest der Zeit in den light sleep gehe? PS der Energieverbrauch ist in diesem Fall unerheblich. Die Plattform ist je ein ESP32Wroom. Herzlichen Dank für Eure Meinung und beste Grüße
Es geht nicht nur um die Lebensdauer. Man sollte auch die Funktionssicherheit auch noch im Auge behalten. Wenn am Tag nur 3 Pakete gesendet werden, merkt man erst recht spät, wenn es nicht funktioniert!
Robert F. schrieb: > Lebenserwartung der Hf-Stufe oder des ganzen > Systems Hast Du irgendwo irgendwas davon vernommen, daß die beschränkt sein soll, und wenn ja, auf welche Nutzungsdauer?
Lass es. Wenn die Latenz kritisch ist, dann halt die Verbindung aufrecht. Die HF-Stufe sendet bei WLAN sowieso nur Bursts und ist die meiste Zeit abgeschaltet. Ich würde es lediglich lassen, alle 50ms einen inaktiven Zustand zu übermitteln, sondern seltener (vielleicht einmal pro Sekunde oder pro 5..10 Sekunden) und nur den aktiven Zustand sofort übermitteln.
Robert F. schrieb: > Ein Tastendruck sollte innerhalb von ca 0,1s übermittelt werden. Im Schnitt kannst du wohl auf ca. 0,01s hoffen, aber du must auch mehrmals pro Stunde 0,2s tolerieren. Gelegentlich sogar noch mehr. Ich glaube nicht, daß die "HF-Stufe" ein Verschleißteil ist. Aber ich bin ganz sicher, daß man sein Netzwerk nicht mit unnötigen Nachrichten vollspammen soll. Bedenke dabei auch, dass dir der Funkkanal nicht alleine gehört.
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Robert F. schrieb: > Ein Tastendruck sollte innerhalb von ca 0,1s übermittelt werden. > Derzeit sende ich alle 50ms den Zustand an die Zentrale. Das klingt so richtig sinnvoll! Wie lange dauert denn der Verbindungsaufbau? Was machst Du, wenn der ping nach 50 ms ausbleibt? In deinem Fall scheint mir eine Dauerschmierung angebracht: https://www.perma-tec.com/en
Lu schrieb: > Man sollte auch die > Funktionssicherheit auch noch im Auge behalten. Wenn am Tag nur 3 > Pakete gesendet werden, merkt man erst recht spät, wenn es nicht > funktioniert! Wenn eine hohe Funktionssicherheit gefordert ist, wird man um ein Keep-Alive-Check nicht herumkommen, also regelmäßig etwas senden und auch quittieren.
Damit bekommt man aber auch nicht unbedingt mehr Sicherheit, daß ausgerechnet die eine wichtige "aktiv"-Nachricht nicht verschluckt wird.
drückst Du daheim auch alle 3 Minuten den Lichtschalter? Was soll der Quatsch das ständig neu zu übermitteln? Kannst ja abfragen ob es angekommen ist - falls nicht noch mal senden?
Heinz R. schrieb: > drückst Du daheim auch alle 3 Minuten den Lichtschalter? Ja, immer kontrollieren ob er auch wirklich aus ist. Nennt sich Zwangshandlung und ist keine lustige Krankheit. Aber ein ESP wird wohl nicht so sehr darunter leiden, er hat kein Bewusstsein aber auch keine Therapieeinsicht.
Robert F. schrieb: > Meine Frage: kann ich die Lebenserwartung der Hf-Stufe oder des ganzen > Systems erhöhen, Da würde ich ganz auf das Datenblatt des ESP vertrauen. Was hast du aus dem von dir zu Rate gezogenen für eine Lebensdauer der HF-Stufe entnommen? Die kannst dann unter Berücksichtigung der dort angegebenen Betriebsbedingung mit deinem Duty-Cycle und deiner Betriebstemperatur skalieren. ;-) Aber vergiss nicht: Die HF-Stufe eines ESP ist nicht mit Elektronenröhren aufgebaut.
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Robert F. schrieb: > Ein Tastendruck sollte innerhalb von ca 0,1s übermittelt werden. > > Derzeit sende ich alle 50ms den Zustand an die Zentrale. Allerdings wird > eine Taste nur 1 bis 2 mal am Tag betätigt, 99,999% des Tages wartet das > Ding vergeblich und sendet. > > Meine Frage: kann ich die Lebenserwartung der Hf-Stufe oder des ganzen > Systems erhöhen, wenn ich das Ganze per WoESPNOW und GPIO-Interrupt löse > und den Rest der Zeit in den light sleep gehe? Hier braucht der ESP32 knapp 300ms zum aufwachen, initialisieren und senden nach dem Deep-Sleep: Beitrag "Re: Micropython Wetterstation" Ich bin mir nicht sicher, ob das schneller gehen kann. Eine andere Frage ist, ob die HF-Stufe für die Lebensdauer relevant ist oder doch eher die Datenhaltung im Flash.
Nemopuk schrieb: > Ich glaube nicht, daß die "HF-Stufe" ein Verschleißteil ist. Auch Halbleiter sind Verschleißteile. Bei normalen Leistungstransistoren gab es schon vor vielen Jahren Statistiken. Jetzt, mit HGÜ und Elektroautos, kennt man die Daten wahrscheinlich so genau wie bei Kugellagern. Das "Problem" gibt es durchaus auch bei Chips wie dem ESP, siehe z.B. AN4725 zum iMX6.
Bauform B. schrieb: > Auch Halbleiter sind Verschleißteile. Ja, aber. Einerseits verschleißen sie weniger, wenn sie nicht gerade in Hochlastanwendungen wie HGÜ oder eben Elektroautos betrieben werden. Und andererseits ... Von welchen Zeiträumen wird hier ausgegangen? WLAN-Hardware, die deutlich über zehn Jahre Dauerbetrieb aushält, dürften die meisten von uns kennen. Etliche nutzen so alte WLAN-Router. Manche auch so alte Notebooks. Irgendwelche Funksteckdose, die "Tasmota" oder ähnliches verwenden, gibt es jetzt auch schon seit über zehn Jahren. Und andere Hardware mit HF-Endstufen ist auch weit verbreitet, die wird nicht erneuert, weil die Halbleiter den Löffel abgegeben hätten, sondern aus nicht-hardwaretechnischen Gründen -- das sind Smartphones. Und andere Elektronik ... über deren Alter müssen wir hier nicht diskutieren. Mein Backofen ist jetzt über 30 Jahre alt, die Uhr darin ist seit Anschaffung im Dauerbetrieb, und sogar das tatsächliche Verschleißteil darin, das VFD, zeigt noch keine Ausfallerscheinungen. Der Threadstarter macht sich völlig überflüssige Sorgen und versucht, ein nicht existierendes Problem zu lösen. Ginge es ihm darum, Hardware zu konstruieren, die auch noch in fünfzig oder hundert Jahren funktioniert, dann müsste er sich um ganz andere Parameter gedanken machen -- sein ESP32 kommuniziert via WLAN, wird es dazu kompatible WLAN-Technik in fünfzig oder hundert Jahren noch geben?
Harald K. schrieb: > Der Threadstarter macht sich völlig überflüssige Sorgen und versucht, > ein nicht existierendes Problem zu lösen. Wer weiß, bei welcher Temperatur er die Dinger betreiben möchte. 2^16 Stunden sind schnell um ;-)
Wenn man die Teile ausreichend dimensioniert, dann halten sie auch etwas länger. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die dafür benutzten Schaltnetzteile für die Ewigkeit sind oder vorher z.B. Elkos austrocknen.
Vielen Dank für die vielen Antworten und Gedanken, die Ihr hier zu meinem Thema beigetragen habt. Kurz zu den Hauptpunkten, falls es jemanden interessiert: Die angedachte Lebensdauer des Systems sollte deutlich über 10 Jahren liegen. Für eine thermische Entlastung ist gesorgt. Das System arbeitet mit einer SPS zusammen und die Stromversorgung habe ich auch sehr langzeitstabil und austauschbar konzipiert. Spass am Rande: Hier in meiner Umgebung gehört mir der Kanal, da sendet kein Anderer...das wird sich auch nicht ändern:) Herzlichen Dank an Alle, und gutes Gelingen für Eure Projekte
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