Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Rätselaufgabe: Ein Unzerstörbares Geister-Relais!


von Matt L. (media0815)


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Hallo,

Frage in Kurz:
Wie um Himmelswillen kann es sein dass ein Relais vom Typ HFV7-P 012-HST 
(Coil 12VDC, 70A 14VDC) immer noch schaltet, obwohl Pin 86 und Pin 87 
nicht mehr mit der Platine verbunden sind!?

Langfassung:
In meinem Wohnmobil sitzt auf dem CBE DS300 KN 209027  12V 
Verteilungsmodul das o.g. Relais.
Im Originalzustand verbindet dieses Relais den Platinenanschluss B1 
(Starterbatterie) mit B2 (Aufbaubatterie) sobald
a) Landstrom angeschlossen ist (12V Signal auf einem weißen Kabel)
ODER
b) der Motor Läuft (D+ 12V, oranges Kabel).

Wegen Umrüstung auf LIFEPO4 Batterien will ich das Relais still legen, 
ABER das orange und weiße Kabel soll angeschlossen bleiben an der CBE, 
damit die Anzeige an der Anzeigetafel (Landstrom / B1-B2-Ladung) 
weiterhin funktioniert. Auch die Starterbatterie soll mit B1 verbunden 
bleiben, damit die Batteriestandsanzeige am Bedienpaneel weiterhin 
funktioniert.

Nun habe ich laut der folgenden Anleitung zunächst vom Widerstand R37 
einen der beiden Füße abgezwickt:
https://www.ducatoforum.de/forum2018/index.php?attachment/55305-pasted-from-clipboard-png/

Das führt dazu dass das Relais bei laufendem Motor (D+) nicht mehr 
schaltet - soweit so gut! Aber bei Landstrom (12V auf weißem Kabel) 
schaltet es immer noch!

Nun hat mich der Wahnsinn gepackt und ich habe vor lauter Wut von unten 
durch die Platine mit dem Dremel zunächst den Pin 86 komplett aus dem 
Board rausgefräst, also so dass keinerlei Kontakt mehr zum Board ist! 
-> Relais schaltet immer noch bei Landstrom!!!

Dann bin ich endgültig verrückt geworden und ich habe auch noch den Pin 
87 freigelegt! Und wisst ihr was?
-> DAS VERDAMMTE RELAIS KLACKT IMMER NOCH SOBALD LANDSTROM AN IST! Und 
B1 bekommt auch 12V+ von B2! ;-)

Es besteht definitiv keine leitende Verbindung mehr zwischen Platine in 
den beiden Freigelegten Pins (mit Multimeter gemessen). Wie kann denn 
das sein? Ich verstehe die Welt nicht mehr und lass mich jetzt in die 
Anstalt einweisen.

Danke für Erklärungen!

Hinweise zum Rätsel:
1. Zwischen Pin 86 und 85 habe ich vor der Fräsaktion 82,8 ohm gemessen.
2. Ich glaube es ist eine Zweischichtige Platine, also Oberseite und 
Unterseite hat unterschiedliche Kupferbahnen
3. Ich glaube Pin 86 war über die Platinenoberseite mit GND verbunden, 
bin aber nicht ganz sicher.


Zusatzfrage:
Wenn ihr das Foto der Platine sieht, denkt ihr ich kann die so überhaupt 
noch halbwegs sicher verwenden? Oder soll ich mir lieber gleich ne neue 
kaufen... ? (Funktionieren tut soweit noch alles, trotz der zwei 
Löcher...)

: Bearbeitet durch User
von Matt L. (media0815)


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Anbei noch eine Nahaufnahme vom ersten Loch...

von Matthias S. (dachs)


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Da können auch mehr als  2 Lagen in der Platine sein.
Ich hätte das Relais schlicht ausgelötet.

Matt L. schrieb:
> und lass mich jetzt in die
> Anstalt einweisen.

Da brauchst Du zumindest kein Wohnmobil.

von Teo D. (teoderix)


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Matthias S. schrieb:
> Da können auch mehr als  2 Lagen in der Platine sein.

Zumindest seh ich mehr als nur ein Relais...

von Oliver S. (oliverso)


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Einfach an den Pins des Relais messen ist vermutlich zu kompliziert…

Oliver

von Ralf X. (ralf0815)


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Einfach mal kpl. rausnehmen und schauen/messen/hören, ob es dann immer 
noch schaltet, wenn das WoMo an den Landstrom angeschlossen wird.
Falls ja, brauchst Du eine zweite Person zum testen, die sich zusammen 
mit dem Relais von Dir und Deinem WoMo an Landstrom entfernt.

von Kilo S. (kilo_s)


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Finde das Traco das Landstrom auf B2 schaltet. Das deaktivierte Relais 
ist NUR für die parallelschalting der Batterie und hat keine Einfluss 
auf Landstrom. Steht sogar in deiner Anleitung das so nur die 
parallelschaltung deaktiviert wird.

: Bearbeitet durch User
von Frank O. (frank_o)


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Hört sich spannend an.
Vielleicht ist es der Kumpel, der daneben immer passend ein Klacken 
erzeugt? So wie in diversen Motorradvideos, wo einer hinterm Rücken zwei 
Schraubenschlüssel im Takt aufeinander schlägt.

Aber rein technisch, löten das Relais doch aus. Dann kann der Geist es 
im Schrank schalten.

: Bearbeitet durch User
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Matt L. schrieb:
> Landstrom

Scheint eher ein Begriff für Wasserratten zu sein:
https://de.wikipedia.org/wiki/Landstromanschluss

von Thomas S. (thommi)


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Wird aber auch unter Wohnmobilisten verwendet.

von Matt L. (media0815)


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Danke für die Antworten.

Ich hab mir jetzt Entlötlize und eine WEP 8786D-I SE 
2-in-1-Hot-Air-Lötkolben-Station bestellt, in der Hoffnung, dass ich die 
verbleibenden zwei Pins des Relais damit noch raus bekomme, ohne die 
Platine endgültig zu zerstören. Tipps für Anfänger? Da ist halt wirklich 
vile lötzinn im loch, auf beiden Seiten und ich komme nur unten ran.
(Pumpe und Lötkolben, oder Lötkolben und Entlötzinn, oder Heissluft und 
einfach am Relais ziehen?)

Das eigentliche Rätsel ist aber noch ungelöst! Wieso schaltet das Relais 
trotz meiner Fräsaktion immernoch? Erklärungen?

Und die Bonusfrage:
Wenn das Relais draussen ist und noch alles funktioniert: Kann ich die 
Platine trotz Fräslöcher weiter verwenden?
Oder reduzieren die Fräslöcher den Querschnitt zu arg?
Es fliesst dann eigentlich nur der Strom zu den 12V Verbrauchern weiter 
hinten auf der Platine, also nicht mehr der hohe 70A Strom für den das 
Relais mal da war.

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Matt L. schrieb:
> Das eigentliche Rätsel ist aber noch ungelöst! Wieso schaltet das Relais
> trotz meiner Fräsaktion immernoch? Erklärungen?

Interessanter ist die Frage, warum Du nicht einfach an Klemme 85 
und/oder 86 dem Relais den Steuerstrom wegnimmst.

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Fuer diese Art des Elektronikbastelns ist ein Dremel einfach das falsche 
Werkzeug, weil einfach viel zu filigran. Ich wuerde da zu schweren 
Vorschlaghaemmern raten. Dann gibt das Relais auch endlich Ruhe.

scnr,
WK

von Matt L. (media0815)


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Ja, Vorschlaghammer ist die nächste Eskalationsstufe, wenn die neue 
Lötstation auch nix bringt! ;-)
(Ich weiß selber, dass die Dremelaktion mehr als idiotisch war, aber 
manchmal macht man halt sowas. Ich zumindest.)

Trotzdem hat noch niemand meine Fragen beantwortet.

von H. H. (Gast)


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Matt L. schrieb:
> Trotzdem hat noch niemand meine Fragen beantwortet.

Anhand deiner Fotos nicht möglich.

von Teo D. (teoderix)


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Matt L. schrieb:
> Trotzdem hat noch niemand meine Fragen beantwortet.

Teo D. schrieb:
> ich mehr als nur ein Relais...

Find erst mal raus was da wirklich klackert.

von Kilo S. (kilo_s)


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Guckt man sich einfach mal seine "Anleitung" an. Drei weitere Relais in 
der Nähe zu B1&B2 außer dem bereits zerstörten.

Ich Wette eines der drei kleineren ist dafür verantwortlich, das Relais 
auf dem Bild klickt jedenfalls sicher nicht mehr!

von Ralf X. (ralf0815)


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@ Matt L.,
wenn ich es richtig verstehe, möchtest Du dauerhaft die Verbindung von 
Deinen B1+ und B2+ verhindern.
Warum unterbrichst Du dann B1+ nicht einfach?
Wenn Du dort den Draht durchknipst (und isolierst), wäre das ganze 
sauber und auch noch reversibel.

von Peter P. (peterpo)


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Matt L. schrieb:
> Ja, Vorschlaghammer ist die nächste Eskalationsstufe, wenn die
> neue
> Lötstation auch nix bringt! ;-)
> (Ich weiß selber, dass die Dremelaktion mehr als idiotisch war, aber
> manchmal macht man halt sowas. Ich zumindest.)
>
> Trotzdem hat noch niemand meine Fragen beantwortet.


Wurde schon gesagt, Platine kann mehrere Lagen haben !!!

von Teo D. (teoderix)


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Peter P. schrieb:
> Wurde schon gesagt, Platine kann mehrere Lagen haben !!!

Er hat den Pin vom Relais, bis auf den Gehäuseboden abgeschliffen...

von Ralf X. (ralf0815)


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Teo D. schrieb:
> Er hat den Pin vom Relais, bis auf den Gehäuseboden abgeschliffen...

Danke, ja das hatte ich anhand der Bilder erstmal nicht gesehen.
Nach Umschaltung auf geistigen 3D Betrieb siehts besser aus.
Also klackert da ein anderes.. *gg

: Bearbeitet durch User
von H. H. (Gast)


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Ralf X. schrieb:
> Teo D. schrieb:
>> Er hat den Pin vom Relais, bis auf den Gehäuseboden abgeschliffen...
>
> Danke, ja das hatte ich anhand der Bilder erstmal nicht gesehen.
> Also klackert da ein anderes.. *gg

Wireless Excitation!

von Matt L. (media0815)


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Ralf X. schrieb:
> @ Matt L.,
> wenn ich es richtig verstehe, möchtest Du dauerhaft die Verbindung von
> Deinen B1+ und B2+ verhindern.
> Warum unterbrichst Du dann B1+ nicht einfach?
> Wenn Du dort den Draht durchknipst (und isolierst), wäre das ganze
> sauber und auch noch reversibel.

Korrekt, habe ich erst auch so gemacht, aber das hatte einen einzigen 
Nachteil: Das Bedienteil konnte dann den Batteriestand der B1 nicht mehr 
korrekt anzeigen! (Was genau genommen nicht wirklich schlimm gewesen 
wäre...) Darum dachte ich mir: B1 wieder verbinden mit der Startbatterie 
und Relais am schalten hindern, wäre die Lösung.

Teo D. schrieb:
> Peter P. schrieb:
>> Wurde schon gesagt, Platine kann mehrere Lagen haben !!!
>
> Er hat den Pin vom Relais, bis auf den Gehäuseboden abgeschliffen...

Genau, richtig brachial. Genau genommen habe ich sogar noch teile von 
der Relaisunterseite weg geschliffen. Also da kann eigentlich keine 
Verbindung mehr sein!

von Gerald B. (gerald_b)


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Teo D. schrieb:
> Teo D. schrieb:
>> ich mehr als nur ein Relais...
>
> Find erst mal raus was da wirklich klackert.

Der Kla kla Klapperstrauß! Frag mal Helge, der kennt den auch. 
Jedenfalls singt er drüber

duck und weg

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Ralf X. schrieb:
> Interessanter ist die Frage, warum Du nicht einfach an Klemme 85
> und/oder 86 dem Relais den Steuerstrom wegnimmst.
Tut er doch am Pin 86. Auf brachiale Art: mit der Dremel.

Apropos "weggedremelt": dadurch wurde dann auch die Leiterbahnbreite des 
Strompfads von Anschluss "B2" nach links oben gleich mal halbiert. Kommt 
jetzt drauf an, was weiter links oben noch kommt...

Matt L. schrieb:
> Also da kann eigentlich keine Verbindung mehr sein!
Mach es, wie es ein richtiger Elektroniker machen würde: löte das Ding 
aus. Dann klappert bestenfalls noch woanders was.

Aber sowieso: so, wie du das weggedremelt hast, ist es doch schnurzegal, 
ob und wie das Relais noch klappert, denn der Pfad zum Anschluss 87 
existiert ja auch nicht mehr. Also kann über den Kontakt gar kein 
Strom mehr fließen, auch wenn das Relais durch magische Fernwirkung 
anzieht.

Christoph db1uq K. schrieb:
> Matt L. schrieb:
>> Landstrom
> Scheint eher ein Begriff für Wasserratten

Thomas S. schrieb:
> Wird aber auch unter Wohnmobilisten verwendet.
Da sind ja auch richtige Schlachtschiffe mit dabei.

: Bearbeitet durch Moderator
von Ralf X. (ralf0815)


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Lothar M. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Interessanter ist die Frage, warum Du nicht einfach an Klemme 85
>> und/oder 86 dem Relais den Steuerstrom wegnimmst.
> Tut er doch am Pin 86. Auf brachiale Art: mit der Dremel.

Hatte sich schon länger aufgeklärt.
Bei meiner ersten Betrachtung hatte ich die Durchfräsung bis ins Relais 
als dicke Eddingumrandung auf der halbwegs ganzen Platine 
fehlinterpretiert.

von Teo D. (teoderix)


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Lothar M. schrieb:
> Mach es, wie es ein richtiger Elektroniker machen würde: löte das Ding
> aus. Dann klappert bestenfalls noch woanders was.

Hat doch schon teuer Equipamente bestellt.

Matt L. schrieb:
> Ich hab mir jetzt Entlötlize und eine WEP 8786D-I SE
> 2-in-1-Hot-Air-Lötkolben-Station bestellt, in der Hoffnung, dass ich die
> verbleibenden zwei Pins des Relais damit noch raus bekomme


@TO
Hier wäre ne Endlötpumpe hilfreicher. Rein der Lötzinnmenge wegen und 
auch wegen dem extra Kühlfaktor.

von Matt L. (media0815)


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Lothar M. schrieb:

> Apropos "weggedremelt": dadurch wurde dann auch die Leiterbahnbreite des
> Strompfads von Anschluss "B2" nach links oben gleich mal halbiert. Kommt
> jetzt drauf an, was weiter links oben noch kommt...

Ja, das macht mir auch Sorgen. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, 
welcher Strom da drüber läuft, bzw. welche Verbraucher oben links noch 
kommen. Vorgesichert ist das ganze mit 50A, also direkt nach der 
Batterie ist eine 50A Sicherung. Theoretisch wenn alle Verbraucher im 
Wohnmobil an sind, könnten wahrscheinlich 50A drüber laufen, fürchte 
dann ist meine "halbierte" Leiterbanhbreite nicht so ideal! In der 
Praxis glaube ich würde es schon gehen, aber es fühlt sich nicht gut an! 
(Ich Depp!)

Um den Pfusch komplett zu machen:
Ich könnte als Ersatz für den verlorenen Querschnitt durch die 
Dremel-Löcher, 3x 2,5mm² Ader starr (aus einer NMY-J Leitung extrahiert) 
an der Unterseite des boards einlöten, wie anbei skizziert.

Wäre ich damit Querschnittstechnisch wieder auf der sicheren Seite, oder 
ist das eine saudumme Idee? Platz genug wäre unter dem board...

Jetzt steinigt ihr mich wahrscheinlich gleich! ;-)

von Kilo S. (kilo_s)


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Teo D. schrieb:
> Rein der Lötzinnmenge wegen und auch wegen dem extra Kühlfaktor.

Ja, das ist prinzipiell eine ähnliche wie die Station die ich hier auch 
stehen habe.

Da muss man die Heißluft tatsächlich erst mal Kennenlernen, sonst 
delaminiert man die Platine.

Der will aber noch immer nicht von dem Trip runter es sei genau dieses 
eine Relais, zu unseren sonstigen Argumenten bezüglich der restlichen 
Relais hat er sich nicht geäußert!

Wobei die Antwort in seiner Frage liegt, wenn der Motor läuft wird nix 
zugeschaltet, bei Landstrom aber schon = Anderes Relais!

Aber lassen wir ihn einfach weiter in seinem Wahn vom unzerstörbaren 
Relais.

von Matt L. (media0815)


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Kilo S. schrieb:
> Aber lassen wir ihn einfach weiter in seinem Wahn vom unzerstörbaren
> Relais.

Haha, ne, ich bin schon runter von meinem Trip. Ich konnte es nur bisher 
noch nicht verifizieren, weil ich mir für heute Schraub- und 
Wohnmobilverbot erteilt habe. ;-)

Ihr habt aber recht, ein separates kleineres Relais für Landstrom ist 
die einzige vernünftige Erklärung! Macht ja auch total Sinn: Bei 
laufendem Motor bringt die Lichtmaschine viel mehr Strom mit dem man die 
alten AGM-Batterien im Wohnbereich mit laden konnte -> Großes Relais, 
war wohl bereits durch den unterbrochenen Widerstand deaktiviert!

Bei Landstrom sind es nur 16 A die das Landstrom-Ladegerät bringt!
-> Vermutlich ist es das kleine V23086-C1001-A403 (1834-32D) Relais, das 
direkt neben dem großen sitzt!

Wahnsinn, wie sehr kann man eigentlich auf dem Schlauch stehen...

----

Ich würde jetzt:
- Das Große Relais so tot wie es ist drin lassen
- Die Fräs-Löcher in der Platine mit Isopropyl reinigen und mit 
Silikon-Beschichtungskleber versiegeln.
- ggf. das Kleine Relais daneben noch ganz oder teilweise auslöten mit 
meinem neuen Equipment, WENN es das wirklich ist, und NACHDEM ich an 
einer alten Platine geübt habe.
- Dann meinen Dremel-Querschnitts-Halbierungs-Schaden bestmöglich 
beheben in dem ich Brücken einlöte wie in Beitrag #8008034 skizziert.

Oder gibt es bessere Ideen, wie ich meinen Pfusch halbwegs grade ziehen 
kann? So dass es wieder sicher betrieben werden kann?

von Joachim B. (jar)


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Matt L. schrieb:
> 3x 2,5mm² Ader starr

ist auch ungünstig, besser wäre Kupferlitze wegen der größeren 
Oberfläche und damit mehr Stromtragfähigkeit und flacherem Aufbau.

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von Matt L. (media0815)


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4mm² Litze hätte ich da. Kann jemand grob abschätzen, wie viel 
Querschnitt im mm² ich gut machen muss durch die weggedremelte 
Kupferfläche auf dem Board?

von Joachim B. (jar)


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Matt L. schrieb:
> halbwegs grade ziehen

lieber nicht gerade, ein leichter Bogen darf drin sein um keine 
mechanischen Spannungen bei Temperaturwechsel reinzubekommen

Matt L. schrieb:
> wie viel
> Querschnitt im mm²

oh überlesen 70A da rechnen wir mal grob mit 2W und aus I² x R wird 40m 
Ohm

4mm² passt dicke

: Bearbeitet durch User
von Andrea B. (stromteam)


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Schaltbild DS300-KN aus dem Pössl-Forum.
Bei Landstrom wird die Fahrzeugbatterie über D12 und PT2 geladen.

: Bearbeitet durch User
von Matt L. (media0815)


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Andrea B. schrieb:
> Bei Landstrom wird die Fahrzeugbatterie über D12 und PT2 geladen.

Danke @Andrea B.!

Anbei das Foto von D12 und PT2 auf der Platine.

Wie sicher ist es aus eurer Sicht, dass B1<->B2 zuverlässig unterbrochen 
werden, auch bei Landstrom, wenn ich einfach das Füsschen von D12 
wegzwicke?

Mach ich damit was anderes potentiell kaputt?

von Frank O. (frank_o)


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Matt L. schrieb:
> Mach ich damit was anderes potentiell kaputt?

Ohne selbst den richtigen Schaltplan gelesen und verstanden zu haben, 
würde ich da nicht einfach irgendwas ändern.

von Hans (ths23)


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Matt L. schrieb:
> Nun hat mich der Wahnsinn gepackt und ich habe vor lauter Wut von unten
> durch die Platine mit dem Dremel zunächst den Pin 86 komplett aus dem
> Board rausgefräst, also so dass keinerlei Kontakt mehr zum Board ist!
> -> Relais schaltet immer noch bei Landstrom!!!
>
> Dann bin ich endgültig verrückt geworden und ich habe auch noch den Pin
> 87 freigelegt! Und wisst ihr was?
> -> DAS VERDAMMTE RELAIS KLACKT IMMER NOCH SOBALD LANDSTROM AN IST! Und
> B1 bekommt auch 12V+ von B2! ;-)

Toll! - die Platine zerstört. Das Relais heraus löten wäre vermutlich 
die beste Option gewesen, so hätte man dann bei Bedarf auch den 
Orginalzustand wieder herstellen können. So ist dir Platine nur noch 
Schrott.

Matt L. schrieb:
> Und
> B1 bekommt auch 12V+ von B2! ;-)
Vermutlich ist der Fehler im Drahtverhau. Weist Du da überhaupt wofür 
welcher Draht gut ist und wo der hingeht? Ein Schaltplan von dem Ganzen 
wäre da nicht schlecht. Den sollte man natürlich auch verstehen, um den 
Fehler zu finden.

Noch ne Frage: Mußte ISO-Band verbraucht werden? Das sieht ja furchtbar 
aus. Ich hätte kein Vertrauen zu dem Drahtverhau.

von Hans (ths23)


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Matt L. schrieb:
> Um den Pfusch komplett zu machen:
> Ich könnte als Ersatz für den verlorenen Querschnitt durch die
> Dremel-Löcher, 3x 2,5mm² Ader starr (aus einer NMY-J Leitung extrahiert)
> an der Unterseite des boards einlöten, wie anbei skizziert.

Die Unterseite wird nicht reichen, weil du mit der Dremelaktion auch 
noch die Leiterzüge auf der Bestückungsseite zerstört hast. Ob die 
Leiterzüge auf der Bestückungsseite auch mit den Relaisanschlüssen 
verbunden waren, kann man jetzt natürlich nicht mehr sagen, selbst dann 
nicht wenn man das Relais herauslötet, weil die Zerstörung zu groß ist.

Schau Dir den Schaltplan (habe ich angehängt) und versuche ihn zu 
verstehen!
Das was da klackt ist nicht Das Relais welches Du aus Unwissenheit 
zerstört hast. Was da bei Anschluß des Landstromes klackt ist das Relais 
R12.
Für das was Du vor hast, ist der Widerstand R37 und die Diode D2 (das 
ist das fette Teil neben dem kleinen Relais) auszulöten. Damit erreichts 
Du genau das was Du willst.

Zu der zerstörten Platine hätte ich kein Vertrauen mehr. Da fließen 
schon  erhebliche Ströme und mir wäre die Brandgefahr zu groß. Kaufe Dir 
eine neue Platine (z.B. hier 
https://shop.camperselbstbau.de/elektrik/cbe-verteilerbox-ds-300-12v-6temp) 
und verbuche die 109€ als Lehrgeld. Bei der neuen Platine lötest Du mit 
dem Lötkolben (nicht mit dem Heißluftgerät!! - wer damit keine Erfahrung 
hat, zerstört damit schnell die Platine) den Widerstand R37 und die 
Diode D2 aus.

von Hans (ths23)


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Matt L. schrieb:
> - Das Große Relais so tot wie es ist drin lassen
> - Die Fräs-Löcher in der Platine mit Isopropyl reinigen und mit
> Silikon-Beschichtungskleber versiegeln.
Du weist nicht was Du mit Deiner Aktion auf der Oberseite unter dem 
Relais zerrammelt hast.

Matt L. schrieb:
> 4mm² Litze hätte ich da. Kann jemand grob abschätzen, wie viel
> Querschnitt im mm² ich gut machen muss durch die weggedremelte
> Kupferfläche auf dem Board?

Ist alles Murks! Du hast die Platine zerstört. Wenn Dir die Hütte 
abbrennt wird es deutlich teurer als eine neue Platine. Ist halt dumm 
gelaufen, hättest vielleicht erst mal überlegen sollen, dich mit anderen 
austauschen müssen und erst dann handeln. Wie schon weiter oben gesagt, 
betrachte das Ganze als Lehrgeld und mache es das nächste Mal einfach 
besser.

: Bearbeitet durch User
von Hans (ths23)


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Hans schrieb:
> die Diode D2
Das wird wohl die Diode D12 sein - konnte ich auf Deinem Foto nicht 
richtig erkennen.

Meine Teilschaltplan 
(Beitrag "Re: Rätselaufgabe: Ein Unzerstörbares Geister-Relais!") ist ebenfalls aus 
dem Pösselforum

von Matt L. (media0815)


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Hans schrieb:
> Kaufe Dir
> eine neue Platine (z.B. hier
> https://shop.camperselbstbau.de/elektrik/cbe-verteilerbox-ds-300-12v-6temp)
> und verbuche die 109€ als Lehrgeld.

Die 109€ als Lehrgeld wären nicht das Problem. Ehrlich gesagt wusste ein 
Teil von mir schon als ich den Dremel aus der Werkstatt geholt habe, 
dass ich die bezahlen werde... (ohje...)

Was ich nicht wusste:
Von dem CBE DS300 12 V Verteilungsmodul gibt es scheinbar sehr viele 
verschiedene Versionen!
Ich habe das CBE DS300 KN mit Artikelnummer 209027. Das finde ich 
nirgends zu kaufen!
Von allem was ich gelesen habe, wird das oben verlinkte DS 300 mit HAN 
209013F wahrscheinlich nicht passen bei mir!

Leider weiß ich aber nicht, wo genau die Unterschiede liegen! Es könnte 
gut sein, dass sie genau mit den Relais zu tun haben, die ich ja eh 
nicht mehr nutzen will mit meinen neuen LIFEPO4 Batterien, aber das weiß 
ich halt nicht...

Fahrzeug:
    Knaus Boxstar 630 (Typ: K250L)
    Erstzulassung: 03/2019 (Feld B)
    Abgasnorm: Euro 6b (Feld 14: EURO6;Y;PI/CI; N1 III, N2)
    Emissionsschlüsselnummer: 36Y0 (Feld 14.1)

von Kilo S. (kilo_s)


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Oh mann.

Aus welcher Ecke Deutschlands bist du denn?

Vielleicht erbarmt sich ja jemand und macht dir das Vernünftig vor Ort.

Die Leiterbahn zu verstärken sehe ich jetzt nicht unbedingt als 
unlösbaren "schmeiß weg" zwang.

Aber das muss GUT gemacht sein, sonst bringt dich das um den Schlaf.

von Christian S. (karlheinz2000)


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...KN ist die Variante für Knaus.
Ich habe ..HB für Hobby.
Es gibt definitiv Unterschiede. Ein Übersicht kenne ich nicht.

von Andrea B. (stromteam)


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Matt L. schrieb:
> Ich habe das CBE DS300 KN mit Artikelnummer 209027. Das finde ich
> nirgends zu kaufen!

Laut diverser Foren und Händler ist die Version 209027 Kundenspezifisch.
z.B. 
https://www.camperflash.it/de/home/elektrizitat/netzgerate-und-zubehor/cbe-ds300kn-verteilerfeld-209027-kundenspezifische-version.5.1.4023.gp.82958.uw

Ich würde das dicke Relais auslöten. Wenn keine Leiterbahn auf der 
Oberseite betroffen ist die Leiterbahn auf der Unterseite brücken und 
die Diode auslöten oder an der Platinenoberseite abschneiden.

Welche Abgasnorm hat dein Fahrzeug?

: Bearbeitet durch User
von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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🫩

Andrea B. schrieb:
> Welche Abgasnorm hat dein Fahrzeug?

Matt L. schrieb:
> Abgasnorm: Euro 6b (Feld 14: EURO6;Y;PI/CI; N1 III, N2)

von Matt L. (media0815)



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Andrea B. schrieb:
> Ich würde das dicke Relais auslöten. Wenn keine Leiterbahn auf der
> Oberseite betroffen ist die Leiterbahn auf der Unterseite brücken und
> die Diode auslöten oder an der Platinenoberseite abschneiden.

Großes Relais ist nun ausgelötet, siehe Fotos. War ein Kampf.
Diode D12 ist auch ausgelötet!

Und wisst ihr was:
Das Geiser-Relais klackert immer noch, obwohl es jetzt NEBEN der Platine 
liegt!!! ;-)

Ne Spaß. Es war und ist natürlich das kleine V23086, das klackt!!!

Also wenn ich 12V+ an dem D+ oder auch am Landstrom Steuereingang 
anlege, klackt das kleine nach wie vor. Aber, ERFOLG: B2 und B1 bleiben 
dank der entfernten D12 nun vollständige getrennt, auch wenn das kleine 
Relais anzieht. So wollte ich es immer haben.

Bleibt die Frage, ob ich die Leiterbahnen gut reparieren kann:
Was habe ich alles Beschädigt?
UNTERSEITE:
- B2 an 2 Stellen Querschnitt verringert, sonst nichts
OBESEITE:
- Ebenfalls B2 an den beiden Stellen im Querschnitt verringert
- sowie: GND von PIN 86 am Pad abgeschliffen. Aber wenn ich das richtig 
sehe, brauche ich das nicht mehr, weil das nur zum großen Relais geführt 
hat.

Also aus meiner Sicht sollte ausser dem verringerten Querschnitt von B2 
keine Probleme geben.
Wie seht ihr das?

Wenn ich da unten ne 4mm² Litzenkabelbrücke zu einem der anderen 
Lötpunkte rüber verbinde, sollte das das doch sicher sein, oder?

Oder 2x 1,5mm² starr müsste ja auch reichen? Siehe Fotos.

Bessere Ideen?

: Bearbeitet durch User
von Matt L. (media0815)


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Detailbild von oben mit Beschriftung

von Teo D. (teoderix)


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Müh dich besser nicht ab, da was an der Schraubverbinnung anzulöten.
Schleife etwas Lötstoplack von den Flächen und löte die Litze etwas 
flachgedrückt an. Evtl, noch nen geeigneten Kleber, gegen Vibrationen 
etc.

von Ralf X. (ralf0815)


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Matt L. schrieb:
> Bessere Ideen?

Beim Pin B2 Lack entfernen, wie Teo schon schreibt und dann an die 
Sicherungshalter.
Oder auf der B2 Seite durch das Fräsloch führen und an B2 verschrauben.

: Bearbeitet durch User
von Matt L. (media0815)


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Lack abschleifen womit am besten?

Mit dem Dremel? Haha!! ;-D

Die Idee zu den Sicherungshaltern ist gut. Ich würde 4mm² Litze nehmen 
dann mit leichter Kurve drin.

Insgesamt glaube ich, dass es die Brücke in der Praxis nicht wirklich 
brauchen würde. Weil es sind eh nicht alle Sicherungen direkt an der 
Bahn glaube ich und die von mir produziert Engstelle hat noch 4mm vorne 
und hinten und ist ja nur ganz kurz. Aber besser ist es...

von Teo D. (teoderix)


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Matt L. schrieb:
> Lack abschleifen womit am besten?
>
> Mit dem Dremel? Haha!! ;-D

Oh ja, richtig, ich vergaß. ;P

von Matt L. (media0815)


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Ralf X. schrieb:
> Oder auf der B2 Seite durch das Fräsloch führen und an B2 verschrauben.

Die Idee durchs Loch durch an die Schraube zu gehen find ich eigentlich 
auch kreativ! siehe Foto anbei!
Mechanisch wäre das sicher seht stabil.

Bleibt die Frage:
- Unter die unterste Kontermutter gehen oder darüber (wie im Foto)?
- Alle Löcher vorher innen mit Silikon-Isolierlack versiegeln?
Den hier hab ich: https://amzn.eu/d/0jfw554g

von Mani W. (e-doc)


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Matt L. schrieb:
> Lack abschleifen womit am besten?

Mit Messer abschaben...

von L. (lah)


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Matt L. schrieb:
> - Unter die unterste Kontermutter gehen oder darüber (wie im Foto)?

Darüber, ansonsten klemmst du nur gegen die Platine und ziehst dir evtl. 
sogar noch den Bolzen aus der Lötstelle. Das FR4 ist zwar stabil, aber 
unter Druck und Wärme gibt das auch irgendwann nach. Zinn erst recht.
Den Kabelschuh solltest du aber nochmal neu machen, der Crimp sieht 
furchtbar aus.

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