Hallo zusammen, ich versuche mal, mein Problem ohne Salamitaktik kurz und bündig zu beschreiben: Ich benötige einen sinnvollen Ansatz (idealerweise Step-Down) für eine doppelte, massefreie Spannungsversorgung eines Schirmgitters (Strom 10-50mA). Die Spannung soll 150V +- 2% bei 10-50mA betragen. Als Eingangsspannung steht eine schwankende Spannung von 450-550V mit max. 2Vss Restwelligkeit zur Verfügung. Hintergrund: Ich habe eine Circlotron-Endstufe mit einem Paar EL509 geplant. Konzeptbedingt muss jeder Röhre eine eigene, massefreie Anoden- & Schirmgitterspannung zur Verfügung gestellt werden, wobei die Negativpole der 1. Anode und des 2. Schirmgitter sowie der 2. Anode und des 1. Schirmgitters verbunden sind. Bedingt durch den großen Spannungsunterschied zwischen Anoden- (450V) & Schirmgitterspannung (150V) ist es nicht sinnvoll (bzw. nur unter massiven Verlusten) möglich, mittels RC-Glied die 150V aus der Anodenspannung zur Verfügung zu stellen. Weiterhin hat die EL509 einen sehr niedrigen Schirmgitterdurchgriff, weshalb eine unstabilisierte Schirmgitterspannung den Arbeitspunkt im Leerlauf merklich verschiebt (10V Ug1-Differenz). Somit ist eine Stabilisierung der Schirmgitterspannungen sinnvoll. Für jede Anode & jedes Schirmgitter einzelne Trafoabgriffe zu nutzen war das erste Konzept. Das macht pro Endstufe allerdings 4 Sekundärwicklungen alleine für die Endröhren. Für die Schirmgitter-Spannungsversorgungen habe ich dann jeweils einen diskreten Längsregler vorgesehen, der die Spannung auf 150V mehr oder weniger konstant regelt. Damit ließen sich die Verluste rechnerisch im Vergleich zur Lösung mittels Vorwiderständen schon min. halbieren, aber das würde dennoch getrennte Trafoabgriffe bedeuten. Da mein Trafowickler allerdings für Stereo keine 10 Sekundärwicklungen (4+4x Endröhren, 1x Heizung, 1x Hilfsspannung) auf einen Kern bekommt und ich keine 2 Monoblöcke aufbauen möchte, bleibt im Grunde nur die Erzeugung der Schirmgitterspannungen aus den Anodenspannungen. Auch eine Standard-M2-Schaltung mit 400-130-0-130-400V-Abgriffen ist nicht so wirklich drin, somit fällt auch dies aus. Die einzig für mich sinnvolle Lösung des Problems, ohne massiv Leistung in Hochlastwiderstände zu verbraten, wäre die Nutzung eines Step-Down-Wandlers, der aus der Anodenspannung von bis zu 550V (bei +10% Netzspannung) im Leerlauf bis 450V bei Volllast in stabilisierte 150V wandelt. Konkret dachte ich an einen Minimalaufbau mit TL494 und IR2184 als High-Side-Treiber, die aus der negativen Hilfsspannung (es stehen -50V zur Verfügung) gespeist werden. Als Frequenz würde ich min. 250kHz ansetzen, um oberhalb der Streuspitze des AÜs zu liegen. Das Ganze müsste dann für Stereo insgesamt 4x aufgebaut werden. Dazu folgende Fragen: 1. Gibt es irgendetwas, was gegen die Verwendung eines Step-Down-Wandlers für diesen Zweck spricht? 2. Gibt es irgendwelche zweifach-integrierten PWM-Regel-ICs als Ersatz für den TL494? Dann bräuchte man nur 2 anstatt 4 Regler-ICs. 3. Für die Trennung von massefreier Sekundärspannung zu massebezogener Regelmessung für den Regler einfach ein Optokoppler und TL431? 4. Unter der Verwendung eines IR2184 wäre die Möglichkeit einer Synchronsteuerung mittels Lowside-MOSFET anstatt der Diode möglich. Lohnt das? Mir ist durch das Lesen anderer Threads zu Röhren bewusst, dass einige der Ansicht sind "ein Röhrenverstärker ist ohnehin ineffizient, da macht es das Verbraten über einen Widerstand auch nicht mehr aus" - ich sehe das aber anders. Bei Volllast würden über jeden Widerstand 15W verbraten werden, das wäre für Stereo eine Wärmeentwicklung von 60W - für mich nicht tolerierbar. Ich hoffe, dass ich keine wichtigen Infos vergessen habe und auf Eure Hilfe, Tipps und Anregungen.
Falls eine Gleichspannung zwischen 12V und 32V zur Verfügung steht, gibt es diese DC/DC-Wandler: https://www.ebay.de/itm/146570175841 Die Ausgangsspannung läßt sich über ein Poti einstellen und ist schon recht stabil.
Hallo Bernd, B e r n d W. schrieb: > Falls eine Gleichspannung zwischen 12V und 32V zur Verfügung steht, gibt > es diese DC/DC-Wandler: > https://www.ebay.de/itm/146570175841 > > Die Ausgangsspannung läßt sich über ein Poti einstellen und ist schon > recht stabil. da sehe ich folgende Punkte: - ich weiß nicht, ob die Ausgangsspannung massefrei ist - die Schaltfrequenz von 75kHz ist m.E. zu nah an der Streuspitze des AÜ und allgemein zu niedrig (die Schleifenverstärkung ist in diesem Bereich noch recht hoch)
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Ths S. schrieb: > massefreie Spannungsversorgung eines Schirmgitters am Schirmgitter unmöglich, das ist kein 2pol Wenn du einen galvanisch getrennte Versorgung haben möchtest das ist möglich, aber ein Pol muß dann auf eine dem Schirmgitter zugehörige Masse. B e r n d W. schrieb: > es diese DC/DC-Wandler: > https://www.ebay.de/itm/146570175841 von galvanischer Trennung steht nichts in der Beschreibung und was nicht beschrieben wird wird auch nicht garantiert.
Hallo Joachim, das Circlotron-Schaltungskonzept verlangt massefreie Spannungen. Die Kathoden der Endröhren liegen ebenfalls nicht auf Masse, somit zählt nur die Spannungsdifferenz zwischen Kathode und Schirmgitter. Galvanische Trennung zwischen Ein- und Ausgangsspannung ist nicht unbedingt notwendig, Hauptsache kein Massebezug. Da fällt mir aber auf.. die Ansteuerung (also Regelbaugruppe) müsste ebenfalls massefrei sein, ergo floating.
Ths S. schrieb: > somit zählt nur > die Spannungsdifferenz zwischen Kathode und Schirmgitter und das gibt es nur mit einem 2ten Pol egal ob es verstanden wird oder nicht. Wer elektrische Eisenbahnen oder Carrerabahnen verkabelt hat weiß das. Der Phasenprüfer auch Lügenstift genannt funktioniert nur weil es dabei um Wechselspannung geht und man kapazitiv an Erde angebunden ist, also auch 2polig. Eine Spannungsdifferenz kann nur zwischen 2 Polen existieren.
So in etwa? Dann muss Eingang auch symmetrisch sein. Zeig mal Deine Schaltung als Schaltbild. Ein Schaltbild sagt mehr als tausend Worte. Für mich hat Schirmgitter in einer Pentode immer Bezug auf irgendwas. Schirmgitterstrom plus Anodenstrom Bezug auf Strom über Katode. ciao gustav
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