Forum: Ausbildung, Studium & Beruf IGM-Betrieb erstes Jahresmitarbeitergespräch


von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Moin Leute,

Ich arbeite nun seit fast einem Jahr in einem IGM-Betrieb und das erste 
"richtige", jährliche Mitarbeitergespräch steht an.

Ich bin mit EG9 Grundstufe im Tarif Hamburg/Unterweser eingestiegen und 
bin eigentlich mehr als zufrieden, aber ich würde gerne trotzdem von 
euch wissen wollen, wie man an Gehaltsverhandlungen rangeht als 
Berufsanfänger im IGM-Betrieben.

Von Kollegen hat es sich angehört, dass die Stufen automatisch mit der 
Zeit steigen und Gruppen je nach Verantwortung auch. Aber andererseits 
denke ich mir von nichts kommt auch eigentlich nichts. Ich will aber 
auch nicht nach einem Jahr mit der Tür ins Haus fallen und direkt mehr 
Gehalt fordern, nur weil die Einarbeitungsphase sozusagen fertig ist.

Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu 
handeln?

Viele Grüße

: Bearbeitet durch User
von Gustl B. (gustl_b)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> jährliche Mitarbeitergespräch

und

Mark schrieb:
> Gehaltsverhandlungen

sind zwei verschiedene Dinge. In deinem Gespräch geht es erstmal um 
Ziele für das Jahr, die Einschätzung von deinem Chef und dir.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Ja natürlich, aber ich dachte das in dem Gespräch um beides geht, weil 
an sich wird bei uns nur ein  Mitarbeitergespräch im Jahr geführt.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Ich arbeite nun seit fast einem Jahr in einem IGM-Betrieb

Mark schrieb:
> die Einarbeitungsphase sozusagen fertig ist.

Fegst du dort den Hof?

von Sebastian R. (sebastian_r569)


Lesenswert?

Nach nicht einmal einem Jahr schon gleich mehr Gehalt wollen?
Hast du denn in diesem Jahr unglaublich geile Ergebnisse geliefert und 
stichst aus dem Team deutlich hervor?

Ansonsten ist das ein Prozess über mehrere Jahre. Nach einem Jahr kommst 
du ja erst einmal von EG10A in die EG10B.

Die Anforderungen an die jeweiligen Entgeltgruppen sind durch die IGM 
rechtgenau definiert und wenn du nicht die Anforderungen an EG11 
erfüllst, dann wirst du noch ein Weilchen in EG10 bleiben. Du kannst 
dich natürlich intern auf Stellen mit EG11 bewerben, aber mit dem Gehalt 
kommen halt auch die Aufgaben und Verantwortungen.

Du kannst auch ewig in EG10 bleiben und durch besondere Leistungen und 
Aufgaben entsprechende Zusatzzahlungen vereinbaren. Die Möglichkeiten 
wird dir dein Chef sicherlich in deinem Gespräch erklären können. Dann 
könnt ihr gemeinsam Ziele definieren und langfristig deine berufliche 
Weiterentwicklung planen.

"Ich bin ein Jahr hier, ich will mehr Geld bei gleicher Leistung" ist in 
der IGM-Welt schwierig. Gibt halt die tariflichen Erhöhungen und ggf. 
tarifliches Zusatzgeld.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Sebastian R. schrieb:
> Nach nicht einmal einem Jahr schon gleich mehr Gehalt wollen?

Nicht wundern, das ist normal, siehe:

https://www.wort.lu/wirtschaft/viel-fordern-wenig-leisten-so-tickt-die-generation-z-bei-der-arbeit/97819652.html

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Mark schrieb:
>> Ich arbeite nun seit fast einem Jahr in einem IGM-Betrieb
>
> Mark schrieb:
>> die Einarbeitungsphase sozusagen fertig ist.
>
> Fegst du dort den Hof?

Scheint wohl so :)

von Heinrich K. (minrich)


Lesenswert?

VollzeitDiet hingegen hat sich mit seinen 
siebzehntausenddreihunderteinunddreissig Beiträgen seine sofortige 
Gehaltserhöhung verdient. In jedem Thread präsent, Hauptsache etwas 
abgesondert, so viel Einsatz für die Allgemeinheit muss honoriert 
werden!

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Sebastian R. schrieb:
> Nach nicht einmal einem Jahr schon gleich mehr Gehalt wollen?
> Hast du denn in diesem Jahr unglaublich geile Ergebnisse geliefert und
> stichst aus dem Team deutlich hervor?

Deshalb frage ich ja. Natürlich ist es mir in den Sinn gekommen, dass 
nach einem Jahr nach mehr Gehalt zu fragen vorschnell ist. Aber als 
Berufsanfänger hab ich natürlich keine Ahnung und wollte fragen was da 
so der Standard ist.

Um auf deine Frage zu antzuworten, nein. Planmäßig eingearbeitet und 
Dienst nach Vorschrift.

von Rolf (rolf22)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
> handeln?

Man unterscheidet Eigenbild, Fremdbild und vermutetes Fremdbild.

Da du null Komma nichts in dieser Richtung erwähnt hast, muss man 
annehmen, dass du über dieses Thema ("Was hält mein Chef von mir?") 
überhaupt noch nicht nachgedacht hast. Am besten das nachholen, bevor du 
mehr Geld forderst.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Sebastian R. schrieb:
>> Nach nicht einmal einem Jahr schon gleich mehr Gehalt wollen?
>
> Nicht wundern, das ist normal, siehe:
>
> 
https://www.wort.lu/wirtschaft/viel-fordern-wenig-leisten-so-tickt-die-generation-z-bei-der-arbeit/97819652.html

Bei dem ständigen GenZ gebashe wundere ich mich nicht, dass dann so eine 
Arbeitsmoral überhaupt entsteht.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Dienst nach Vorschrift.

Also null Eigenleistung und kein Interesse an irgendetwas. Klingt nicht 
so, als würde das mehr Geld rechtfertigen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Rolf schrieb:
> Man unterscheidet Eigenbild, Fremdbild und vermutetes Fremdbild.

Zum Beispiel anhand dieses Schemas in Ruhe alles reflektieren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Johari-Fenster

von Reinhard S. (rezz)


Lesenswert?

Gustl B. schrieb:
> Mark schrieb:
>> jährliche Mitarbeitergespräch
>
> und
>
> Mark schrieb:
>> Gehaltsverhandlungen
>
> sind zwei verschiedene Dinge. In deinem Gespräch geht es erstmal um
> Ziele für das Jahr, die Einschätzung von deinem Chef und dir.

Kann man auch zusammen machen, ist hier in der Konzerntochter (ohne 
Gewerkschaft) so. Für die paar Minuten einen extra Termin machen ist ja 
auch eher ineffizient.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Rolf schrieb:
> Mark schrieb:
>> Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
>> handeln?
>
> Man unterscheidet Eigenbild, Fremdbild und vermutetes Fremdbild.
>
> Da du null Komma nichts in dieser Richtung erwähnt hast, muss man
> annehmen, dass du über dieses Thema ("Was hält mein Chef von mir?")
> überhaupt noch nicht nachgedacht hast. Am besten das nachholen, bevor du
> mehr Geld forderst.

Mein Chef ist eher administrativ tätig und hat eher weniger Ahnung von 
dem was ich mache. Er kriegt nur Rückmeldung von meinen 
Vorgesetzten(WPM's) ob ich meine Arbeit mache. Da meine Vorgesetzten mit 
mir zufrieden sind, denke ich, ich mache meine Sache soweit gut.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Sebastian R. schrieb:
> Ansonsten ist das ein Prozess über mehrere Jahre. Nach einem Jahr kommst
> du ja erst einmal von EG10A in die EG10B.

Das ist ja schon sowas, wo ich nicht weiß, ob man sowas anspricht oder 
das standardmäßig einfach kommt. Ich persönlich würde gerne gar nicht 
das Thema ansprechen und einfach mein Ding machen aber will auch nicht 
mögliche Gehaltserhöhungen verpassen, weil ich mein Maul nicht aufreiße.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Sebastian R. schrieb:
> Mark schrieb:
>> Dienst nach Vorschrift.
>
> Also null Eigenleistung und kein Interesse an irgendetwas. Klingt nicht
> so, als würde das mehr Geld rechtfertigen.

Klar, dachte nur das man nach der Einarbeitung aus der Grundstufe 
rauskommt, aber ja vielleicht eine naive Ansicht.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Klar, dachte nur das man nach der Einarbeitung aus der Grundstufe
> rauskommt, aber ja vielleicht eine naive Ansicht.

Das entscheiden nicht wir, das entscheidet dein Chef. Sprich es an und 
er wird es in die Wege leiten. Oder auch nicht, wenn du nur DnV machst.

von Marci W. (Gast)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> ich mache meine Sache soweit gut

... "soweit gut" -- hmmm

ciao

Marci

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Sebastian R. schrieb:
> Mark schrieb:
>> Klar, dachte nur das man nach der Einarbeitung aus der Grundstufe
>> rauskommt, aber ja vielleicht eine naive Ansicht.
>
> Das entscheiden nicht wir, das entscheidet dein Chef. Sprich es an und
> er wird es in die Wege leiten. Oder auch nicht, wenn du nur DnV machst.

Ja nur hier dann die Frage:
Ist das nach einem Jahr schon überhaupt angemessen oder lieber erstmal 
die Füße still halten. Und erst nach zwei-drei Jahren sollte man sich 
rantrauen wenn man auch was geleistet hat. Gehe nämlich gerne auf Nummer 
sicher normalerweise.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Marci W. schrieb:
> Mark schrieb:
>> ich mache meine Sache soweit gut
>
> ... "soweit gut" -- hmmm
>
> ciao
>
> Marci

Weiß manchmal nicht was genau hier erwartet wird von einem AN. Machen 
hier alle im Forum ihr Arbeit hervorragend und werden über alle Himmel 
gelobt????
Gut arbeiten ist einfach eine neutrale Bezeichnung aber wird hier 
negativ gewertet.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Ist das nach einem Jahr schon überhaupt angemessen oder lieber erstmal
> die Füße still halten.

Hast du keine Kollegen, die du fragen kannst?

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Sebastian R. schrieb:
> Mark schrieb:
>> Ist das nach einem Jahr schon überhaupt angemessen oder lieber erstmal
>> die Füße still halten.
>
> Hast du keine Kollegen, die du fragen kannst?

Wenn ich die hätte würde ich ja hier nicht fragen :).
Meine Arbeits"kollegen" haben nebenbei nur erwähnt, dass man Stufen 
automatisch aufsteigt aber wollte da lieber eine zweite Meinung 
einholen.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


Lesenswert?

> Ich bin mit EG9 Grundstufe im Tarif Hamburg/Unterweser eingestiegen und
> bin eigentlich mehr als zufrieden, aber ich würde gerne trotzdem von
> euch wissen wollen, wie man an Gehaltsverhandlungen rangeht als
> Berufsanfänger im IGM-Betrieben.


Tarif im IGM-Betrieb ist u.a. Sache der Gewerkschaft als 
Arbeitnehmervertretung. Frag also Deinen Gewerkschaftler resp. den 
Betriebsrat. Du kannst das Thema auch direkt in der Betriebsversammlung 
ansprechen.

https://hamburg.igmetall.de/

: Bearbeitet durch User
von Hannes J. (pnuebergang)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Ist das nach einem Jahr schon überhaupt angemessen oder lieber erstmal
> die Füße still halten.

Es ist ziemlich egal. Hier ist wie das läuft:

Dein Chef hat ein Budget. Das hat er über konzerninterne Prozesse 
bekommen. In manchen Firmen wird ihm das Budget einfach nach einem 
Schlüssel zugeteilt (diktiert) und er hat gar nichts zu melden. In 
anderen kann er nach Vorgaben mehr beantragen. Was er begründen muss. 
Was viele nur sehr zurückhaltende machen, weil derjenige besser aus 
sieht der Geld spart statt es auszugeben.

Wenn er sein Budget beantragen muss: Wird sich dein Chef irgend eine 
besondere Mühe gegeben habe für dich vorauseilend nach überproportional 
mehr Budget zu fragen? Ich glaube du kennst die Antwort. Eher nicht. Er 
wird nach den Vorgaben der Firma gerechnet haben, die unter anderem den 
Tarifvertrag abbilden.

Was passiert mit dem Budget dass er bekommen hat? Wenn er darf verteilt 
er es nach konzerninternen Vorgaben auf seine Leute. Ansonsten wird ihm 
die Verteilung vorgegeben. Egal welche Variante es ist, wenn er mit dir 
redet ist die Verteilung bereits vorgenommen, die Budgetplanung 
abgeschlossen.

So, und jetzt kommst du und sagst "Chef, ich will mehr Kohle". Was macht 
er? Wenn er dir sowieso mehr geben will oder muss (Tarifvertrag), wird 
er sagen ja klar, nimm das. Ansonsten nimmt er deinen Wunsch zur 
Kenntnis und sagt "schaun wir mal im nächsten Jahr". Ob er ihn bei der 
nächsten Runde berücksichtigt?

Das ist keine Gehaltsverhandlung. Du bekommst dein zukünftiges Gehalt 
zugeteilt. Ich weiß nicht wer Berufsanfängern immer diesen Floh ins Ohr 
setzt. Nicht mal bei deiner Bewerbung als Berufsanfänger war es eine 
echte Verhandlung. Die Firma hat sich überlegt wie viel sie dir an 
Gehalt zuweisen möchte und kann.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Ja gut dann weiß ich Bescheid. Danke für die klare Antwort :).

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


Lesenswert?

Man kann auch einen Betriebsrat als dritte Partei in das 
Mitarbeitergespräch mit einbeziehen (§ 82 Abs. 2 S. 2 BetrVG)

"(2) 1 Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass ihm die Berechnung und 
Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts erläutert und dass mit ihm die 
Beurteilung seiner Leistungen sowie die Möglichkeiten seiner beruflichen 
Entwicklung im Betrieb erörtert werden. 2Er kann ein Mitglied des 
Betriebsrats hinzuziehen. ..."

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Bradward B. schrieb:
> Man kann auch einen Betriebsrat als dritte Partei in das
> Mitarbeitergespräch mit einbeziehen (§ 82 Abs. 2 S. 2 BetrVG)
>
> "(2) 1 Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass ihm die Berechnung und
> Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts erläutert und dass mit ihm die
> Beurteilung seiner Leistungen sowie die Möglichkeiten seiner beruflichen
> Entwicklung im Betrieb erörtert werden. 2Er kann ein Mitglied des
> Betriebsrats hinzuziehen. ..."

Das hört sich interessant an aber will eigentlich keine große Welle 
machen :)

von Frank D. (Firma: LAPD) (frank_s634)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
> handeln?
Hast du ein besseres Angebot von einer anderen Firma? Nein, dann gibts 
auch nix zu verhandeln.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Mark schrieb:
>> Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
>> handeln?
> Hast du ein besseres Angebot von einer anderen Firma? Nein, dann gibts
> auch nix zu verhandeln.

Also wenn plötzlich aus dem nichts neue Verantwortungen dazu kommen, wie 
z.B. Projekt Veranwortung, die nicht der ursprünglichen 
Stellenbeschreibung entspricht, dann gibt es nichts zu verhandeln??

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Immer noch gut ist dieses Video:
https://vimeo.com/239050403

Mittlerweile habe ich zwei Jobewerbungen gesehen, die genau darauf im 
Plakat anspielen. Die Person sieht genau so aus und der Gesichtsausdruck 
ist gleich einer der einprägsamen Szenen. Eine Werbung war von z.B. 
einem Verkehrsunternehmen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> z.B. Projekt Veranwortung,

Projektverantwortung gehört übrigens zu dieser Stufe, da ab Stufe 9 dies 
bereits vorausgesetzt wird (z.B. Industriemeister). Nur wird das im 
ersten Jahr im Betrieb noch nicht gefordert.

von Frank D. (Firma: LAPD) (frank_s634)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Stellenbeschreibung entspricht, dann gibt es nichts zu verhandeln??

Du wirst abgewimmelt, hast du nen Trumpf in der Hand? Nein, also 
bekommst du nicht mehr. Nur durch Wechsel steigt das Gehalt ordentlich, 
ansonsten gibt nur das Standardprogramm (Tarif,tröpfchenweise 
Steigerungen), zu verhandeln gibts da nix schon gar nicht als 
Frischling.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Mark schrieb:
>> Stellenbeschreibung entspricht, dann gibt es nichts zu verhandeln??
>
> Du wirst abgewimmelt, hast du nen Trumpf in der Hand? Nein, also
> bekommst du nicht mehr. Nur durch Wechsel steigt das Gehalt ordentlich,
> ansonsten gibt nur das Standardprogramm (Tarif,tröpfchenweise
> Steigerungen), zu verhandeln gibts da nix schon gar nicht als
> Frischling.

Ja gut dann hab ich meine Frage auch möglicherweiße falsch formuliert. 
Ich dachte, dass schon "tröpfchenweise" Steigerungen eine Aktion 
erfordern. Gehaltsverhandlung ist dann natürlich in dem Konetxt 
vielleicht sehr stark ausgedrückt.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Mark schrieb:
>> z.B. Projekt Veranwortung,
>
> Projektverantwortung gehört übrigens zu dieser Stufe, da ab Stufe 9 dies
> bereits vorausgesetzt wird (z.B. Industriemeister). Nur wird das im
> ersten Jahr im Betrieb noch nicht gefordert.

Laut Bewerbugnsgespräch und Stellenbeschreibung nicht wirklich. Bei uns 
ist man als Projektveranwortlicher eigentlich schon ein "Work project 
manager" und vollführt Aufgaben die grundsätzlich unterschiedlich sind 
teilweise zusätzlich.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Denke ich hab aber jetzt genug gehört. Also zusammengefasst, ich hab gar 
nichts zu melden, weil eigentlich alles schon vorher geregelt ist und 
falls ich die Erhöhung/Nicht-Erhöhung nicht gut finde, muss ich etwas in 
der Hand haben oder was Außerordentliches geleistet haben um eine 
Diskussionsgrundlage zu haben. Plus man sollte kein Frischling mehr 
sein. Gut.

Danke für euere Beiträge.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Laut Bewerbugnsgespräch und Stellenbeschreibung ...

Wenn Du das mal anschaust:
https://bayern.igmetall.de/aktuell/metall--und-elektroindustrie

Da steht was von Grundentgeld und Leistungszulagen. Bei dem Gespräch 
wird es im Schwerpunkt um die Ziele festzulegen gehen, wenn das nicht 
bereits nach dem halben Jahr Probezeit gemacht wurde.

von Hannes J. (pnuebergang)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Bradward B. schrieb:
>> "(2) 1 Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass ihm die Berechnung und
>> Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts erläutert ... werden

> Das hört sich interessant an aber will eigentlich keine große Welle
> machen :)

Es ist für dich völlig uninteressant, es sei denn du wirst massiv 
beschissen oder die Software der Firma ist absolut zu blöd Dinge wie 
Steuern und Sozialabgaben richtig zu berechnen.

Da steht "erläutert". Jemand wird genervt mit Tabellen etc. kommen, da 
und dort drauf zeigen und sagen daher ist das so. Schön dass wir drüber 
geredet haben. Niemand wird kommen und sagen dann lassen Sie uns mal 
über eine Gehaltserhöhung reden.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Mark schrieb:
> das erste "richtige", jährliche Mitarbeitergespräch steht an.
>
> Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
> handeln?
Du gehst einfach dort rein und hörst dir da mal an, was dein Gegenüber 
da so sagt und antwortest darauf, was er so fragt. Oder machst du auch 
sonst aus jeder Mücke einen Elefanten?

Mark schrieb:
> Also wenn plötzlich aus dem nichts neue Verantwortungen dazu kommen, wie
> z.B. Projekt Veranwortung, die nicht der ursprünglichen
> Stellenbeschreibung entspricht, dann gibt es nichts zu verhandeln?
Doch, aber das passiert schlauerweise genau dann oder mit zeitlich 
engstem Bezug und nicht irgendwann beim nächsten Mitarbeitergespräch.

Dieter D. schrieb:
> Da steht was von Grundentgeld
Da steht absolut sicher nichts von einem "Entgeld". Wer dieses Wort 
verwendet, bekommt genauso sicher zu viel Entgelt.

: Bearbeitet durch Moderator
von Re D. (re_d272)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Ich bin mit EG9 Grundstufe

Sebastian R. schrieb:
> Nach einem Jahr kommst du ja erst einmal von EG10A in die EG10B.

Die Minderleister hier sollten für dich kein Maßstab sein.

H. H. schrieb:
> Mark schrieb:
>> die Einarbeitungsphase sozusagen fertig ist.
>
> Fegst du dort den Hof?

Normale Menschen leben in einer Woche, wie man den Hof fegt, wenn es bei 
dir ein Jahr gedauert hat, sagt das mehr über dich als über den TO.

von Re D. (re_d272)


Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Da steht absolut sicher nichts von einem "Entgeld". Wer dieses Wort
> verwendet, bekommt genauso sicher zu viel Entgelt.

Bei Dieter ist es wohl ehr das Endgeld.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Dieter D. schrieb:
>> Da steht was von Grundentgeld
> Da steht absolut sicher nichts von einem "Entgeld". Wer dieses Wort
> verwendet, bekommt genauso sicher zu viel Entgelt.

In dem geposteten Link steht:
"Die oben genannten Zahlen sind das Grundentgelt in den Betrieben mit 
ERA. Dazu kommt eine Leistungszulage von bis zu 28 Prozent."

Das Wort ist sogar extra fett gedruckt in dem verlinkten Text.

Wäre jetzt aber etwas unfair adequat zurückzuschießen, weil der 
Moderator hat heute nur schon zu viele Posts gelesen und ist nun auch 
müde. Wir sind alle nur Menschen, leider oder Gott sei Dank noch nicht 
durch "unfehlbare" unermüdliche KI ersetzt.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


Lesenswert?

> Da steht "erläutert". Jemand wird genervt mit Tabellen etc. kommen, da
> und dort drauf zeigen und sagen daher ist das so. Schön dass wir drüber
> geredet haben. Niemand wird kommen und sagen dann lassen Sie uns mal
> über eine Gehaltserhöhung reden.

Naja, wer kein Gehalt aus der Tabelle will sondern ein frei 
verhandeltes, darf halt nicht bei einer IGM-Bude anfangen.

Ob frei verhandelt besser ist als Tarif wäre nochabzuklären. Und wenn so 
in die Nachrichten schaut, braucht es immer mal wieder ne Streikwelle 
damit der Tarif steigt.

von Gustl B. (gustl_b)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Ich dachte, dass schon "tröpfchenweise" Steigerungen eine Aktion
> erfordern.

Sieh es doch mal aus der anderen Richtung.
Verhandelt dein Arbeitgeber über deine Arbeitsleistung?
Nein, der hat eine Anspruchshaltung. Und wird diese Anforderungen mit 
der Zeit steigern. Dir neue anspruchsvollere Aufgaben und mehr 
Verantwortung geben.

Wenn der das also ohne Verhandlung machen kann, dann kannst auch du eine 
entsprechende Erwartungshaltung an die Gehaltssteigerung haben.

Wenn das dann quasi einseitig vom Arbeitgeber nicht erfüllt wird 
(anspruchsvollere Arbeit aber nicht mehr Lohn) dann kannst du wie ein 
Bittsteller um mehr Lohn betteln oder vielleicht besser einfach gleich 
gehen. Niemand sollte um Lohn für gute Arbeit betteln müssen.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Da steht was von Grundentgel -->**d**<--

Dieter D. schrieb:
> In dem geposteten Link steht:
> "Die oben genannten Zahlen sind das Grundentgel -->**t**<--
Erkennst du den grundlegenden Unterschied und den Fehler wenigstens 
dann, wenn ich dich explizit darauf hinweise?

> Wäre jetzt aber etwas unfair adequat zurückzuschießen, weil der Moderator
> hat heute nur schon zu viele Posts gelesen und ist nun auch müde.
Egal, welchen Schuss du da hättest ansetzen wollen: du hattest 
vollumfänglich das falsche Ziel erfasst.

BTW: adequat --> adäquat
- https://www.google.com/search?q=adequat

Gustl B. schrieb:
> Niemand sollte um Lohn für gute Arbeit betteln müssen.
Naja, gegen "gute und herausragende Arbeit" spricht das, was

Mark schrieb:
> Dienst nach Vorschrift.
Das bedeutet im realen Leben: nur das Allernötigste getan, um nicht 
negativ aufzufallen. Kann sein, dass er es nicht so gemeint hat, aber 
dann ist die Wortwahl unglücklich.

: Bearbeitet durch Moderator
von Rolf (rolf22)


Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
>> Dienst nach Vorschrift.
> Das bedeutet im realen Leben: nur das Allernötigste getan, um nicht
> negativ aufzufallen.

So? Das bedeutet nach meinem Verständnis etwas ganz anderes.
Man weiß ganz genau, dass man negativ auffällt, einem aber keine 
Sanktionen drohen, weil man ja die Vorschrift buchstabengenau befolgt. 
Das nutzt man entweder als gezielte Provokation bzw. Drohung oder – IMO 
seltener – aus Faulheit.

Zum Beispiel: Der Kontrolleur bei X soll sich bei Zweifeln zusätzlich 
zum Bild auf dem Handy den Personalausweis zeigen lassen. Nun will er 
seinem ungeliebten Vorgesetzten, der ihn gestern angesch***** hat, mal 
zeigen, wie wichtig er selbst ist. Also macht er diese erweiterte 
Kontrolle grundsätzlich bei allen Personen, es entsteht Unruhe, es 
bilden sich Riesenschlangen und der Beginn der Veranstaltung muss 
verschoben werden. Kann man nichts gegen sagen, er hat halt viele 
Zweifel ...

Auf Deutsch: "Wenn wir nicht X bekommen, dann machen wir ab morgen nur 
noch Dienst nach Vorschrift. Wo Sie dann die benötigten 
Arbeitsergebnisse herkriegen, ist uns egal!"

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Rolf schrieb:
> Man weiß ganz genau, dass man negativ auffällt, einem aber keine
> Sanktionen drohen, weil man ja die Vorschrift buchstabengenau befolgt.
Das macht die Sache dann auch nicht besser. Auf jeden Fall ist "Dienst 
nach Vorschrift" in keinster Weise positiv konnotiert. Oder andersrum: 
wenn einer "Dienst nach Vorschrift" macht, dann ist das kein vorrangiger 
Beförderungskandidat.

von Udo S. (urschmitt)


Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Das macht die Sache dann auch nicht besser. Auf jeden Fall ist "Dienst
> nach Vorschrift" in keinster Weise positiv konnotiert.

Wer Dienst nach Vorschrift macht, hat es in der Regel aufgegeben sich 
einzusetzen, weil es nicht honoriert oder nicht gesehen wird, oder -noch 
schlimmer- die Vorgesetzten sein Einsatz dazu nutzen um selbst besser 
dazustehen.
Das ist alles andere als positiv, aber meiner beruflichen Erfahrung nach 
(und das sind schon mehr als 30 Jahre) in den wenigsten Fällen auf 
Faulheit zurückzuführen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Erkennst du den grundlegenden Unterschied ...

https://wortliga.de/entgeld/

Also häufiger Fehler, der einem leicht unterläuft und nicht ein ganz 
dummer Fehler, wie endgelt.

Das ist ein häufiger Fehler, weil der Ursprung liegt im althochdeutschen 
Verb „geltan“, welches aus dem Nordischen kommt. Im Norden als t 
ausgesprochen, im Süden weicher, auch als d ausgesprochen. Das betrifft 
aber nur das t am Ende.
Andere schtoßen sich auch am schpitzen Schtein.

von Udo S. (urschmitt)


Lesenswert?

Nachtrg zu meinem letzten Posting:

Wenn man allerdings nach einem Jahr als Berufsanfänger schon Dienst nach 
Vorschrift macht ist entweder massiv etwas fehlgelaufen oder man hat 
Probleme sich selbst reell einzuschätzen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Udo S. schrieb:
> Das ist alles andere als positiv, aber meiner beruflichen Erfahrung nach
> (und das sind schon mehr als 30 Jahre) in den wenigsten Fällen auf
> Faulheit zurückzuführen.

Genau so etwas entstand durch eine Änderung bei den Staatsbediensteten 
in den 80er Jahren. Wenn sich ein guter Mitarbeiter wegbewarb und ein 
Chef diesen haben wollte, dann konnte der Mitarbeiter wechseln,

Das führte dazu, dass schlechte Chefs immer wieder schnell ohne 
Mitarbeiter dastanden. Um das zu ändern wurde dies geändert. Der 
Mitarbeiter soll nur mit Zustimmung des Vorgesetzten wechseln. Wäre die 
Person auf einer A10 Stelle und die andere eine A11 Stelle, dann kann 
der Vorgesetzte diese Versetzung normalerweise nicht verhindern. Damit 
das nicht passieren kann, bekommt der Staatsbedienstete bei den 
Beurteilungen nur eine durchschnittliche Beurteilung. Gekniffen ist da 
nur derjenige, der schön brav seine Arbeit macht. Wer das nicht macht, 
wird weggelobt. So entsteht eine Kultur des Weglobens.

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

> Mark schrieb:
>> Dienst nach Vorschrift.
> Das bedeutet im realen Leben: nur das Allernötigste getan, um nicht
> negativ aufzufallen. Kann sein, dass er es nicht so gemeint hat, aber
> dann ist die Wortwahl unglücklich.

Dann hab ich das wirklich unglücklich ausgedrückt. Ich meinte damit 
eher, dass ich die mir aufgetragen Arbeit ausführe und meine 
Vorgesetzten nichts auszusetzen haben. Klar, ich könnte massig 
Überstunden sammeln und mein Arsch abreißen um "positiver" aufzufallen. 
Aber mein direkter Vorgesetzter SAGT, er wäre zufrieden mit mir, mach so 
weiter und somit arbeite ich halt nur nach "Vorschrift" meine 35 Std ab 
und mehr nicht, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

Also ja Dienst nach Vorschrift war sehr doof gewählt in dem Kontext.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Das ist ein häufiger Fehler
1. Dann sollte er einem auch bekannt sein.
2. Ich hatte nicht umsonst extra und ganz ausdrücklich darauf 
hingewiesen.
3. So mancher findet schneller eine Ausrede als eine Maus ein Loch.

> Das ist ein häufiger Fehler
Man kann aber ruhig auch mal dazulernen, denn du warst vor einem viertel 
Jahr durchaus prominent mit im Thread, als es u.a. genau um dieses Thema 
ging:
- Beitrag "Re: Warum vergeben manche IGM Unternehmen höhere Endgeldstufen nicht mehr?"
- Beitrag "Re: Warum vergeben manche IGM Unternehmen höhere Endgeldstufen nicht mehr?"

Udo S. schrieb:
> Wenn man allerdings nach einem Jahr als Berufsanfänger schon Dienst nach
> Vorschrift macht ist entweder massiv etwas fehlgelaufen oder man hat
> Probleme sich selbst reell einzuschätzen.
Und man fragt dann sicher nicht nach einer Gehaltserhöhung, sondern 
sieht sich intern oder extern nach Alternativen um. Insofern vermute ich 
hier eher einen "false friend", den der TO irrtümlich verwendet hat.

: Bearbeitet durch Moderator
von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Ja also Gespräch war heute und lief relativ unspektakulär.
Sollte nur aufzählen was ich so letztes Jahr gemacht und dazugelernt 
habe und wie ich mich dieses Jahr weiterentwickeln will. Ausserdem, wie 
stelle ich mir meine zukünftliche Entwicklung im Unternehmen vor. Eine 
Wertung meiner Arbeit fand nicht statt, weil er jetzt eigentlich zum 
ersten Mal voll detailliert meine Aufgaben gehört hat.

: Bearbeitet durch User
von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Sebastian R. schrieb:
> Ansonsten ist das ein Prozess über mehrere Jahre. Nach einem Jahr kommst
> du ja erst einmal von EG10A in die EG10B.

Findet wohl nicht statt, hab aber auch nicht gefragt. Hat sich nur in 
vielen anderen Forumsbeiträgen so angehört, dass man in der Einarbeitung 
mit der Grund Stufe startet und nach einem Jahr in die Haupstufe 
rutscht, da vollständige und selbstständige Arbeit dann stattfindet. 
Aber scheint wohl, dass es nicht stimmt.

Edit.
Soll wohl nach 2 Jahren passieren 
laut:https://www.metall-tarif.info/tarifinformationen/eingruppierung/#baden-wurttemberg

: Bearbeitet durch User
von Re D. (re_d272)


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Also häufiger Fehler, der einem leicht unterläuft und nicht ein ganz
> dummer Fehler, wie endgelt.

Nein, es ist und bleibt ein dummer Fehler, der halt häufig Dummen 
unterläuft. Vor allen hast du es auch beim zweiten mal nicht gerafft.

von Re D. (re_d272)


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Genau so etwas entstand durch eine Änderung bei den Staatsbediensteten
> in den 80er Jahren.

Geschichten, für die es keinerlei Beleg geben wird, weil sie nur in 
deinem Kopf existieren.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> da vollständige und selbstständige Arbeit dann stattfindet.

Klingt halt auch nicht so, als würdest du selbstständig arbeiten.

Keine Arme, keine Kekse.

von Christian M. (likeme)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
> handeln?

Berufsschule, Meister, Techniker, Ingeniör?

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Sebastian R. schrieb:
> Mark schrieb:
>> da vollständige und selbstständige Arbeit dann stattfindet.
>
> Klingt halt auch nicht so, als würdest du selbstständig arbeiten.
>
> Keine Arme, keine Kekse.

Woher leitest du die Vermutung den ab?

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Christian M. schrieb:
> Mark schrieb:
>> Wie ist da das beste Vorgehen als Berufsanfänger ohne ganz naiv zu
>> handeln?
>
> Berufsschule, Meister, Techniker, Ingeniör?

Ingeniör

von Reinhard S. (rezz)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Ja also Gespräch war heute und lief relativ unspektakulär.
> Sollte nur aufzählen was ich so letztes Jahr gemacht und dazugelernt
> habe und wie ich mich dieses Jahr weiterentwickeln will. Ausserdem, wie
> stelle ich mir meine zukünftliche Entwicklung im Unternehmen vor.

Typisches Mitarbeiterjahresgespräch.

von Udo S. (urschmitt)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Sollte nur aufzählen was ich so letztes Jahr gemacht und dazugelernt
> habe und wie ich mich dieses Jahr weiterentwickeln will. Ausserdem, wie
> stelle ich mir meine zukünftliche Entwicklung im Unternehmen vor.

Also die üblichen Bullshitbingo Fragen. Dein Chef hat als Weiterbildung 
zu Thema Personalführung wohl das Fachbuch "Führen für Dummies" gelesen.

Mark schrieb:
> Eine
> Wertung meiner Arbeit fand nicht statt, weil er jetzt eigentlich zum
> ersten Mal voll detailliert meine Aufgaben gehört hat.

Prima, noch nicht mal rudimentär seine Aufgaben für das Gespräch 
erledigt. Toller Vorgesetzter!

Mark schrieb:
> hab aber auch nicht gefragt.

Das hast du jetzt versemmelt. Auf die Bullshitbingo Frage wie du dir 
dein Weiterkommen vorstellt hätte sofort die Gegenfrage gelautet:
"Welche Möglichkeiten sehen sie für mich / habe ich im Unternehmen?" Und 
wenn er darauf irgendeine sinnvolle Antwort gehabt hätte die nächste 
Frage: "Wie würde in dem Fall die Lohnentwicklung aussehen."

Keine Rückfragen signalisieren ihm jetzt: Der will nur arbeiten, hat 
keine besondere Ambitionen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Man kann aber ruhig auch mal dazulernen, denn du warst vor einem viertel
> Jahr durchaus prominent mit im Thread, als es u.a. genau um dieses Thema
> ging:

Nach der Durchsicht war ich nicht derjenige, der die falschen 
Schreibweisen dem TO ankreidete, weil wir hier nicht das Forum für 
Germanistik wäre.

So ist das, wenn man meint man habe das Wort genau so wie im Link 
geschrieben und es war dann doch nicht so. An dem Tag war ich auch 
geschafft (#8010300) und machte auch Fehler.

Übrigens, wenn der häufiger Fehler gut bekannt wäre, dann wäre das nicht 
ein häufiger Fehler. Da beißt sich die Maus in den eigenen Schwanz.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Udo S. schrieb:
> Also die üblichen ...

Nachdem wir nicht in der Abteilung sind, kann das schwer beurteilt 
werden. Normalerweise gibt es so ein Gespräch nach einem halben Jahr und 
wir wissen nicht inwieweit der Chef hier im Verzug ist.

Wenn der Chef bei dem Gespräch Ziele festlegen wollte für die 
Leistungsanteile, dann wäre dem Chef sein Kartenhaus zusammengefallen, 
weil er anscheinend nicht im Bilde war, was er mache.

Stelle Dich, Mark, mal darauf ein, dass bald ein weiterer Termin kommen 
könne, wo es um die Zielvereinbarungen gehen wird.

Reinhard S. schrieb:
> Typisches Mitarbeiterjahresgespräch.

Das wird vermutlich zutreffend sein.

von Marci W. (Gast)


Lesenswert?

Mark schrieb:
> Machen
> hier alle im Forum ihr Arbeit hervorragend und werden über alle Himmel
> gelobt????
> Gut arbeiten ist einfach eine neutrale Bezeichnung aber wird hier
> negativ gewertet.

Sorry, es war eigentlich mit einem Augenzwinkern gemeint!
Ich fand das "soweit" lustig. Da bleibt doch gewisser 
Interpretationsraum.
"Soweit" klingt wie "im Großen und Ganzen" ;-)

Zum Thema: ich persönlich würde das Thema Gehaltserhöhung nicht 
bereits im ersten Personalgespräch ansprechen. Aber wenn sich dann im 
nächsten Jahr nix tut, dann auf jeden Fall! Denn zu bescheiden darf man 
auch nicht sein! Das wird recht schnell gnadenlos ausgenützt.

ciao

Marci

von Mark (wail0rd)


Lesenswert?

Marci W. schrieb:
> Mark schrieb:
>> Machen
>> hier alle im Forum ihr Arbeit hervorragend und werden über alle Himmel
>> gelobt????
>> Gut arbeiten ist einfach eine neutrale Bezeichnung aber wird hier
>> negativ gewertet.
>
> Sorry, es war eigentlich mit einem Augenzwinkern gemeint!
> Ich fand das "soweit" lustig. Da bleibt doch gewisser
> Interpretationsraum.
> "Soweit" klingt wie "im Großen und Ganzen" ;-)

Ja, rückblickend ist das schon ziemlich wischi waschi ausgedrückt.

> Zum Thema: ich persönlich würde das Thema Gehaltserhöhung nicht
> bereits im ersten Personalgespräch ansprechen. Aber wenn sich dann im
> nächsten Jahr nix tut, dann auf jeden Fall! Denn zu bescheiden darf man
> auch nicht sein! Das wird recht schnell gnadenlos ausgenützt.

Ja deine Antwort war auch eigl der ganze Sinn hinter dem Beitrag. Mir 
war schon bewusst, dass im ersten Jahr bzw. beim erstem Gespräch, wo man 
noch "grün" hinter den Ohren ist, direkt nach mehr Geld zu Fragen 
kontraproduktiv oder eher weltfremd ist. Andererseits war ich mir aber 
nicht zu 100% sicher und wollte lieber mal hier nachfragen, bevor ich 
möglicherweise eine Chance verpasse. Aber hatte wohl ein gutes 
Bauchgefühl was das angeht.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


Lesenswert?

Mark schrieb:
> bevor ich möglicherweise eine Chance verpasse.
Du hast jetzt die Chance, deine Leistung bis zum nächsten Gespräch über 
"soweit gut" (das ist der Durchschnitt) hinaus so zu steigern, dass du 
ein, zwei Argumente für "mehr Leistungspunkte" oder sogar für eine 
"höhere Eentgeltstufe" bringen kannst. Denn das sind tariflich die 
einzigen Schrauben, an denen du drehen kannst. Wenn dir das nicht 
reicht, dann musst du einen AT-Vertrag anpeilen und nimmst damit 
anstelle der Gewerkschaft die Gehaltsverhandlungen selbst in die Hand.

: Bearbeitet durch Moderator
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Bedenke aber, dass die Gewerkschaft es mit der Gleichstellung sehr genau 
nimmt. Wenn ihr 20 seid und zwei davon sind Frauen, dann können nur zwei 
von 18 gleich viel verdienen.

von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


Lesenswert?

>> Man weiß ganz genau, dass man negativ auffällt, einem aber keine
>> Sanktionen drohen, weil man ja die Vorschrift buchstabengenau befolgt.
> Das macht die Sache dann auch nicht besser. Auf jeden Fall ist "Dienst
> nach Vorschrift" in keinster Weise positiv konnotiert.

Naja, der aktuelle Job macht den Unterschied zwischen einem Beamten bei 
dem "Dienst nach Vorschrift" die einzig legale Möglichkeit zum Streik 
ist und einem effizienten Mitarbeiter der eher 'un-creative' Aufgabe 
effizient abspult.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dienst_nach_Vorschrift#Allgemeines

Man denke da nur an Prüf-/Test-Vorschriften, die man bspw. als 
Entwickler der externen Fertigung/Qualitätssicherung mitgibt. Und falls 
dann trotz Test defekte Stücke durch schlüpfen, dann kann das nicht nur 
an dem Tester sondern auch an der Vorschrift resp. deren Verfasser 
liegen.
Oder "der Schlendrian hat sich eingeschlichen" und die Vorschrift wurde 
bestenfalls "kursiv überflogen". Also "fleißige Arbeitsbienen" die 
lediglich Arbeitsaufträge nach (durchdachter) Vorschrift wegarbeiten und 
nicht die Produktivität durch (wichtigtuerisches) "Querdenken" 
torpedieren, haben auch ihren berechtigten Platz in der 
Wertschöpfungskette.

: Bearbeitet durch User
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.