Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Aktiver PA Lautsprecher flüstert nur noch


von Mathias (mathes75)


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Hallo Forum!

Mir ist eine LD Systems LDP 102A Aktivbox zugeflogen, die leider ihre 
200W nur ansatzweise von sich gibt. Unbekannte Vorgeschichte.

Es handelt sich um einen aktiven PA Lautsprecher, mit einer Class A/B 
Endstufe, Chinch und XLR Line Eingang sowie Klinke und XLR Mikrofon 
Eingang.

Getestet habe ich den Lautsprecher mit Chich zu 3,5mm Klinke sowie einem 
Klinke Mikrofon. Lautstärke maxima jeweis nur auf Zimmerniveau, wenn ich 
die Quelle (Laptop) und den Lautsprecher voll aufdrehe (Level und 
Volume), höre ich auch Verzerrungen (Clip LED bleibt aus), sonst ist der 
Sound verzerrungsfrei leise.
Ich habe mehrere Kabel getestet, ohne Änderung.

Handbuch: 
https://www.huss-licht-ton.de/images/products_download/User_Manual_9553_1.pdf
Schaltplan: 
https://asset.conrad.com/media10/add/160267/c1/-/de/000301702CD01/schema-electrique-301702-enceinte-pa-active-ld-systems-ldp102a.pdf

Meine Kenntnisse: Sicher im Umgang mit Lötkolben und Multimeter, nicht 
unerfahren bei elektrischer Fehlersuche, leider kein Oszilloskop 
vorhanden. Auf einem Schaltplan kann ich einen Widerstand von einer 
Spule unterscheiden ...

Der Lautsprecher ist schon geöffnet und das Innenleben stellt sich wie 
folgt dar:
Aufbau mit großem Ringkern-Trafo (Alle Spannungen vorhanden) und 3 
Platinen. Eine mit allen Reglern, eine mit den Anschlussbuchsen (die 
zwei verbunden durch ein 8pol Kabel) und eine Platine, ich schätze die 
Endstufe. Mit der Eingangs-Platine ist die Endstufe nur durch ein 2 
adriges Kabel verbunden!
Kein Bauteil fällt durch Krater/schwarze Farbe auf und auch olfaktorisch 
sticht nichts heraus.

Wie kann ich hier nun sinnvoll mit der Analyse beginnen (ohne Oszi)? 
Kann ich die Endstufe testen, indem ich eine Line - Quelle direkt auf 
die Endstufen Platine stecke?

Danke bis hierhin schon mal für's Lesen und im Vorraus für Antworten ;-)

Gruß,  Mathias

von Teo D. (teoderix)


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Ich würde von den Endstufen ausgehen, nen Brumm auf die einzelnen Stufen 
geben. Also nen Finger drauflegen.
Ich trau den Koppelkondensatoren, in dem Fall nicht so recht!?

von Mathias (mathes75)


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Koppelkondensatoren wären dann C113 15µF für HT und C213 22µF für TT, 
parallel zu den Lautsprechern, richtig? Testen kann ich nur auf 
Kurzschluss?

Entschuldigt, bei Audio bin ich noch etwas unbelesen...

von Karl B. (gustav)


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Zwei Endstufen für einen Kanal.
Welchen Lautsprecherausgang hast Du genommen, den für 4 Ohm oder den für 
16 Ohm?

Dann Spannung über R223/224  bzw. R123/124 messen.
Daraus kannst Du den Ruhestrom berechnen.
Sollte nicht zu hoch aber auch nicht zu niedrig sein.

Kann sein, dass die Schutzschaltung bereits DC-Offset erkennt und 
"zumacht".

ciao
gustav

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Auch bitte mal prüfen, ob sich die Lautsprechermembran noch frei bewegen 
lässt und nicht etwa kratzt bei grösseren Auslenkungen.
Sofern vorhanden, kann man den LS auch mal aus einer anderen Endstufe 
speisen.

: Bearbeitet durch User
von Mathias (mathes75)


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Danke schon mal für die zahlreichen Antworten und Hinweise! Damit kann 
ich arbeiten😇

@Matthias S., Lautsprecher an sich sind tiptop. Hatte beide an einer 
Endstufe  hängen und sie tun was sie sollen - Bass und Hochtöner!

@Karl B., das ist ein geschlossenes zwei Wege System. 16 Ohm ist der 
Hochtöner, 4 Ohm der Bass bzw. Breitband.

Ein Abgriff und Kontrolle des Signals aus dem Line Out bringt mir keine 
neuen Erkenntnisse, oder?

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Mathias schrieb:
> Aufbau mit großem Ringkern-Trafo (Alle Spannungen vorhanden) und 3
> Platinen. Eine mit allen Reglern, eine mit den Anschlussbuchsen (die
> zwei verbunden durch ein 8pol Kabel) und eine Platine, ich schätze die
> Endstufe. Mit der Eingangs-Platine ist die Endstufe nur durch ein 2
> adriges Kabel verbunden!

Ein paar Fotos wären kein Fehler.

von Max I. (powermeter)


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1. Alle Betriebspannungen kontrollieren, insbesondere +-12V nach den 
Reglern.

2. Verbindung Coll. V9 zu C74/R81 auftrennen. Einschalten mit vorest 
abgeklemmten LS, nach ein paar Sekunden LS wieder anschließen, hören & 
berichten.

Edit:
Mathias schrieb:
> Ringkern-Trafo (Alle Spannungen vorhanden)

Spannungen nicht am Trafo, sondern nach Gleichrichtern bzw. Reglern 
messen.

: Bearbeitet durch User
von Max I. (powermeter)


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Karl B. schrieb:
> Zwei Endstufen für einen Kanal.

Aktiver Zweiweger, wer hätte es gedacht.

> Daraus kannst Du den Ruhestrom berechnen.

Zu diesem Zeitpunkt irrelevant.

> Kann sein, dass die Schutzschaltung bereits DC-Offset erkennt und
> "zumacht".

Zeig mal.

von Karl B. (gustav)


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Max I. schrieb:
> Coll. V9 zu C74/R81 auftrennen.

Die "Muting" Schaltung.
Aber am zum Verstärker zeigenden Ende einen Widerstand gegen GND, nicht 
ganz offenlassen, sonst fängt der Verstärker evtl. schon "Schmutz" ein 
oder fängt ungünstigstenfalls an zu schwingen.
Den Test kannst Du (mit Widerstand) dann auch direkt mit angeschlossenen 
Lautsprechern machen.

ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von Max I. (powermeter)


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Karl B. schrieb:
> Aber am zum Verstärker zeigenden Ende einen Widerstand gegen GND, nicht
> ganz offenlassen

Oh man, lesen, verstehen: "Verbindung Coll. V9 zu C74/R81 auftrennen.", 
d.h., C74 und R81 bleiben verbunden.

von Max I. (powermeter)


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Karl B. schrieb:
> Den Test kannst Du (mit Widerstand) dann auch direkt mit angeschlossenen
> Lautsprechern machen.

Nein!

von Rolf (rolf22)


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Mathias schrieb:
> Koppelkondensatoren wären dann C113 15µF für HT und C213 22µF für TT,
> parallel zu den Lautsprechern, richtig?

Kopppelkonsensatzoren gibt es in der Schaltung etliche, aber diese 
beiden sind definitiv keine. Die bilden zusammen mit dem in Reihe 
liegenden Widerstand das sogenannte Boucherot-Glied, das zählt nicht zu 
den besonders Verdächtigen.

Da du ja zwei unabhängige Endstufen/Lautsprecher hast, könntest du IMO 
per Ohr feststellen, ob eine der Endstufenzweige defekt ist, dann 
erübrigen sich vielleicht sämtliche Vermutungen in dieser Richtung. Wenn 
bei Zimmerlautstärke Bässe und Höhen weder fehlen noch eins davon stark 
überbetont ist (passende Musik wählen!), sind die Endstufen ziemlich 
sicher ok.

von Thomas R. (thomasr)


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Schutzschaltung um V9 hat angesprochen, warum auch immer (evtl. eine 
Betriebsspannung weg).

von Mathias (mathes75)


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JETZT hab ich ordentlich Hausaufgaben! DANKE!!

Heute Abend habe ich den LS wieder vor mir und werde alle angesprochenen 
Tests durchführen:

- Höhen/Bässe gleichmäßig leise - also denke ich eher der Fehler liegt 
in der Vorstufe.

- Spannungen nicht am Trafo, sondern nach Gleichrichtern bzw. Reglern
messen.

- Verbindung Coll. V9 zu C74/R81 auftrennen. Einschalten mit vorest
abgeklemmten LS, nach ein paar Sekunden LS wieder anschließen, hören &
berichten.

Update heute Nacht oder morgen.

von Max I. (powermeter)


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Nur zur Sicherheit: Wenn eine der Spannungen fehlt, machst du das

> Verbindung Coll. V9 zu C74/R81 auftrennen

natürlich erstmal nicht.

: Bearbeitet durch User
von Max I. (powermeter)


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Rolf schrieb:
> Mathias schrieb:
>> Koppelkondensatoren wären dann C113 15µF für HT und C213 22µF für TT,
>> parallel zu den Lautsprechern, richtig?
>
> Kopppelkonsensatzoren gibt es in der Schaltung etliche, aber diese
> beiden sind definitiv keine.

Noch dazu sind das 0,15µ und 0,22µ ;)

von Karl B. (gustav)


Angehängte Dateien:

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Ich seh die Sache so:
Die "Muting" Schaltung schließt Dir die NF praktisch kurz, bzw. sorgt 
dafür, dass das NF-Signal stark abgeschwächt wird.
Wenn diese Muting Schaltung außer Betrieb genommen wird, sollte der
"Kurzschluss" der NF aufgehoben sein.
Der Witz:
Das FF wird durch Anlegen der Betriebsspannung (12V) resettet.
Deswegen der Hinweis vor bzw. nach Einschalten ausprobieren..
Also: Verbindung am Transistor V9 wie oben schon gesagt unterbrechen.
Dann müsste der Einschaltknall deutlich zu hören sein. Deswegen ja der 
Hinweis, die LS vorsichtshalber abklemmen, damit nicht deren Konus 
rausfliegt. Vor allem, weil bei geöffnetem Gehäuse die "Dämmung" 
wegfällt, die Membranen voll durchschwingen können.


ciao
gustav

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