Ich will die interne Reglerplatine an meinem Kress/AMB Fräsmotor (1050 FME-1) gegen eine externe Reglerplatine tauschen. Ich mag den manuellen An-/Aus-Schalter und das starre Anschlußkabel mit Spezialstecker nicht. Der tolle 'Sicherheitsschalter' ist bei einem anderen Kress Fräsmotor einmal mitten im Betrieb ausgegangen, was ich so noch nie an einem Elektrogerät erlebt habe. Kann also weg. Ein billiges, flexibleres Anschlußkabel mit Eurostecker, wie an Staubsaugern vergleichbarer Leistungsklasse, würde völlig genügen. Der Ersatztreiber sollte neben dem obligatorischen Tacho-Eingang auch einen Eingang für ein PWM Signal von einem CNC Controller (MESA 7i96S z.B.) besitzen für die automatische Drehzahleinstellung. Leider habe ich bisher nichts fertiges gefunden, das ist das Problem. Es gab hier im Forum vor einigen Jahren schonmal Überlegungen zu dem Thema. Der Nutzer, der hier gepostet hat, hat auch in anderen Foren darüber beraten, aber es ist wohl nichts daraus geworden. Ich habe, auch aus Neugier, beschlossen, erstmal die vorhandene Regelelektronik zu untersuchen. Das AMB Marketing behauptet ja vollmundig, daß die AMB Fräsmotoren eine ach-so-genaue 'elektronische Regelung' verbaut haben, blah, blah, blah, und da war ich natürlich gespannt, was sich für tolle Komponenten und Schaltungstricks auf der Reglerplatine finden werden. Erstes Problem war, daß Kress/AMB die Platinen mit irgendeiner grauen Vergußmasse zugepappt haben - eine Spezialität deutscher Hersteller. Neunzig Prozent meiner Hauselektronik sind sicher rein-chinesisch und die Chinesen haben sich diese Unart noch nicht abgeguckt, abgesehen von dem obligatorischen 'Reisbrei'. Vergossene Platinen habe ich zuletzt nur gehabt von AMB, Velux und Steinbach (elektronisches Vorschaltgerät für Pool UV Lampe). Die AMB Vergußmasse ist im Werkszustand elastisch und schwer rauszupulen. Nach Erwärmung mit Heißluft (200-300°C) verliert das Zeug die Haftung und läßt sich leicht abbröseln. Die netten Fotos mit tangentialer Beleuchtung, wo man die Leiterbahnen so schön erkennen kann, habe ich in einem tschechischen Forum gefunden bevor ich meine Platine gescannt habe. Nachdem ich die Platine von dem Gelumpe befreit hatte, habe ich den anhänglichen Schaltplan gezeichnet. Der Schaltplan ist vorläufig und muß noch korrigiert und kommentiert werden. Es geht nur um die Beschaltung, nicht die genauen Bauteilbezeichnungen. Insbesondere die Dioden im SOD-80/MiniMELF Gehäuse konnte ich nicht eindeutig identifizieren. Es gibt keinerlei Bauteilbeschriftung, also muß ich die Dinger noch auslöten und prüfen. Aufgefallen ist mir zunächst, wie sparsam hier mit Filtern und Sicherungen umgegangen wurde: kein Snubber Netzwerk am TRIAC, obwohl der BTA16 kein 'snubberless' Typ ist, keine Sicherung, kein Varistor, kein EMI Filternetzwerk, nur ein X2 Folienkondensator. So eng ist es in dem Gehäuse nun auch wieder nicht, daß man nicht noch etwas mehr reinbekommen hätte. Oder braucht man das alles gar nicht? Der Kühlkörper auf dem TRIAC ist auch mehr als winzig. Die Regelung übernimmt ein PIC12F675. Es wäre cool gewesen, wenn man die Firmware auslesen könnte, um etwas zu lernen, aber Kress/AMB hat es nicht gereicht, die Platine zu vergießen, die Lock Bits sind natürlich auch alle gesetzt. Sowas regt mich regelrecht auf. Wenn ich dazu komme, schleife ich das Gehäuse auf und setze die Lock Bits mit einer UV Lampe zurück. Andrerseits - ein chinesischer Hersteller hätte gleich einen IC ohne Beschriftung verbaut, da ist das hier schon Luxus. =^p Ich verstehe die Schaltung nicht vollständig: 1. Was machen R13,R14,D4,D5,C8,R12 an PIC Pin 3? 2. R2, R3, R4,R8, C2, D2 an PIC Pin 4 gehören wohl zur Nulldurchgangserkennung (ZCD). Was macht D2? Schutz? 3. Q1,C11,R16,L1,C10,D6,R15,C9 an PIC Pin 5 gehören zur Tacho-Kontrollschleife. Wozu dienen D6 und C10? Abgesehen davon: was ist von so einem Aufbau zu halten? Ein TRIAC Phasenanschnittscontroller mit Induktivgeber (Magnetring + Tachospule) in der Kontrollschleife, NTC und Drehpoti - ist das denn zeitgemäß? Seit 20 Jahren oder so habe ich PC Lüfter mit mit Hall Effekt Sensor als Drehzahlgeber. Auf mich wirkt das ganze Design primitiv und altbacken. Für so eine Platine will AMB aktuell knapp 60€ haben. Gut, daß die ab Werk vergossen werden, damit man ja nichts reparieren kann. Aber gut, AMB bietet ja für deutlich mehr Geld auch noch andere Steuerungen an, vielleicht sind die ja besser/aufwendiger aufgebaut. In diesem Forum lese ich schon seit über 10 Jahren still mit. Ich habe erst heute zum ersten Mal selbst etwas gepostet, weil mich der launige Ton und das Gemotze mancher Leute hier total abturnen. Nur so am Rande. So und nun schon vorab recht schönen Dank für qualifizierte Meinungen und bitte, bitte immer schön sprechen und nett zueinander sein!
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