Forum: Platinen Korrosion Leiterplatte Waschmaschine- welcher Schutzlack?


von Reinhard T. (reinhard_t884)


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Hallo,

ich hatte schon vor ein paar Jahren das Problem, das sich auf der 
Platine meiner Waschmaschine kleine Korrosionsstellen bilden. 
Ausgangspunkt ist immer eine Durchkontaktierung, nie einfach zwischen 
zwei Leiterbahnen. Die Platine der Leistungselektronik ist nicht 
betroffen, nur die Platine mit den Bedienelementen. Diese ist 
augenscheinlich auch viel dünner beschichtet, eine hauchdünnne, matte 
grüne Schicht Leiterplattenlack.
Was nehme ich am besten zum versiegeln, UV härtenden Schutzlack wie den 
zB. oder einfach Kolophonium in Alkohol lösen?
https://www.amazon.de/UV-h%C3%A4rtende-L%C3%B6tstopptinte-KGX-900-Drucknadel-PCB-Leiterplatten-Isolationsschutzlack/dp/B097KB8JW7
Der Schutzlack ist wohl ziemlich dickflüssig, oder?

Gruß Reinhard

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Reinhard T. schrieb:
> einfach Kolophonium in Alkohol lösen?

Falls du die Platine ganz schnell ganz kaputt bekommen willst: ja.

Ansonsten: Dreck entfernen(!) und lackieren.  Irgendwas, was ordentlich 
auspolymerisiert.

von Reinhard T. (reinhard_t884)


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Jörg W. schrieb:
> Ansonsten: Dreck entfernen(!) und lackieren.  Irgendwas, was ordentlich
> auspolymerisiert.

Entfernen ist klar, geht mit dem Glasradierer gut ab. Wäre der UV Lack 
geeignet?

von Harald K. (kirnbichler)


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Reinhard T. schrieb:
> Ausgangspunkt ist immer eine Durchkontaktierung,

Das ist keine herkömmlich galvanisch durchkontaktierte Platine, sondern 
irgendein Versuch, mit Leitlack o.ä. Durchkontaktierungen 
"kostengünstig" zu ersetzen. Das erkennt man sehr schön im zweiten Bild, 
wo auf dem eher dunkelgrünen Kupfer eine hellgrüne Masse bei jeder 
Durchkontaktierung ist.

Die grüne Farbe kommt durch den über alles drüberlegten Lötstoplack, 
vermutlich ist diese Durchkontaktierungsmasse eigentlich silbern.

Daher sehe ich das auch wie Jörg: Äußerste Vorsicht mit jedwedem 
Lösungsmittel.

Wenn die Platine nicht zu viele dieser Durchkontaktierungen hat und man 
an jede einzelne gut rankommt, könnte man natürlich radikal vorgehen, 
die Mumpe entfernen und Drahtstücke von beiden Seiten einlöten.

Das könnte man zumindest als letzte Reparaturoption im Hinterkopf 
behalten.

von Reinhard T. (reinhard_t884)


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Harald K. schrieb:
> Das ist keine herkömmlich galvanisch durchkontaktierte Platine, sondern
> irgendein Versuch, mit Leitlack o.ä. Durchkontaktierungen
> "kostengünstig" zu ersetzen. Das erkennt man sehr schön im zweiten Bild,
> wo auf dem eher dunkelgrünen Kupfer eine hellgrüne Masse bei jeder
> Durchkontaktierung ist.

Interessant, das habe ich noch nie gehört und die sehen wirklich seltsam 
aus, als wenn da feines Metallpulver rauswandert.
Es sind sehr viele Durchkontaktierungen, die würde ich nicht alle 
"behandeln". Wenn nichts gegen den UV Lack spricht, würde ich den 
verwenden.


Vielen Dank für die Antworten!

Gruß Reinhard

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Naja, es tät sicher auch Schutzlack, den man einfach draufsprüht, statt 
dass man ihn erst mit UV zur Polymerisation bringt.

Edit: natürlich vorher die Drucktasten abkleben.

: Bearbeitet durch Moderator
von Soul E. (soul_eye)


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Harald K. schrieb:
> wo auf dem eher dunkelgrünen Kupfer eine hellgrüne Masse bei jeder
> Durchkontaktierung ist.

Die hellgrüne Masse ist ein Schutzlack über dem Kupfer. Das nennt man 
"via plugging". Damit wird die Durchkontaktierung aufgefüllt, als 
Korrosionsschutz.

Die Korrosion auf der Leiterplatte ist Elektromigration. Das ist die 
Folge von Ionenkontamination auf der Platte, Betauung und 
Potentialdifferenz. Kennt jeder, der schonmal Umweltprüfungen (z.B. 
gemäß LV-124) gemacht hat. Dagegen hilft eigentlich nur Sauberkeit. 
Saubere Bareboards (ab und zu als Eingangskontrolle die 
Restleitfähigkeit messen), exaktes Temperaturprofil zur vollständigen 
Umsetzung des no clean-Fluxes, und Handschuhe tragen. Es ist peinlich, 
wenn man vom Kunden ein Ausfallteil zurückbekommt, wo man in der 
korrodierten Stelle deutlich einen Fingerabdruck erkennen kann.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Soul E. schrieb:
> Die hellgrüne Masse ist ein Schutzlack über dem Kupfer. Das nennt man
> "via plugging". Damit wird die Durchkontaktierung aufgefüllt, als
> Korrosionsschutz.

Scheint hier ja eher das Gegenteil zu erzielen. Und ich kenne dieses 
spezifische Erscheinungsbild nur von Billigplatinen (kein FR4, sondern 
irgendein anderes Zeug bis herunter zu Hartpapier).

"Via Plugging" gibt es auch, aber das sieht meiner Ansicht nach anders 
aus -- und ist für Consumerzeug wie eine Waschmaschinensteuerung 
schlichtweg zu teuer.

von Horst V. (hoschti)


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Harald K. schrieb:
> Soul E. schrieb:
>> Die hellgrüne Masse ist ein Schutzlack über dem Kupfer. Das nennt man
>> "via plugging". Damit wird die Durchkontaktierung aufgefüllt, als
>> Korrosionsschutz.
>
> Scheint hier ja eher das Gegenteil zu erzielen. Und ich kenne dieses
> spezifische Erscheinungsbild nur von Billigplatinen (kein FR4, sondern
> irgendein anderes Zeug bis herunter zu Hartpapier).
>
> "Via Plugging" gibt es auch, aber das sieht meiner Ansicht nach anders
> aus -- und ist für Consumerzeug wie eine Waschmaschinensteuerung
> schlichtweg zu teuer.

Das ist "siver through hole" als Ersatz für eine Durchkontaktierung. DK 
geht ja erst ab FR4. Bei "Consumer" muss man aber jeden Cent sparen und 
geht dann auf FR2 oder 3. Die Durchkontaktierung wird dann durch in die 
Löcher gepresste Silber-Paste realisiert. Haben wir auch gemacht (Weiße 
Ware). Und wenn die nicht super gemacht wird, kommt nach einiger Zeit 
unter der "richtigen" Atmosphäre (feucht + warm) dann so was dabei raus. 
Wenn's überschaubar viele Kontaktstellen sind: reinigen und nachlöten 
(mit Drahtbrücke.

von Tom (bananatom)


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