Hallo, ich hatte schon vor ein paar Jahren das Problem, das sich auf der Platine meiner Waschmaschine kleine Korrosionsstellen bilden. Ausgangspunkt ist immer eine Durchkontaktierung, nie einfach zwischen zwei Leiterbahnen. Die Platine der Leistungselektronik ist nicht betroffen, nur die Platine mit den Bedienelementen. Diese ist augenscheinlich auch viel dünner beschichtet, eine hauchdünnne, matte grüne Schicht Leiterplattenlack. Was nehme ich am besten zum versiegeln, UV härtenden Schutzlack wie den zB. oder einfach Kolophonium in Alkohol lösen? https://www.amazon.de/UV-h%C3%A4rtende-L%C3%B6tstopptinte-KGX-900-Drucknadel-PCB-Leiterplatten-Isolationsschutzlack/dp/B097KB8JW7 Der Schutzlack ist wohl ziemlich dickflüssig, oder? Gruß Reinhard
Reinhard T. schrieb: > einfach Kolophonium in Alkohol lösen? Falls du die Platine ganz schnell ganz kaputt bekommen willst: ja. Ansonsten: Dreck entfernen(!) und lackieren. Irgendwas, was ordentlich auspolymerisiert.
Jörg W. schrieb: > Ansonsten: Dreck entfernen(!) und lackieren. Irgendwas, was ordentlich > auspolymerisiert. Entfernen ist klar, geht mit dem Glasradierer gut ab. Wäre der UV Lack geeignet?
Reinhard T. schrieb: > Ausgangspunkt ist immer eine Durchkontaktierung, Das ist keine herkömmlich galvanisch durchkontaktierte Platine, sondern irgendein Versuch, mit Leitlack o.ä. Durchkontaktierungen "kostengünstig" zu ersetzen. Das erkennt man sehr schön im zweiten Bild, wo auf dem eher dunkelgrünen Kupfer eine hellgrüne Masse bei jeder Durchkontaktierung ist. Die grüne Farbe kommt durch den über alles drüberlegten Lötstoplack, vermutlich ist diese Durchkontaktierungsmasse eigentlich silbern. Daher sehe ich das auch wie Jörg: Äußerste Vorsicht mit jedwedem Lösungsmittel. Wenn die Platine nicht zu viele dieser Durchkontaktierungen hat und man an jede einzelne gut rankommt, könnte man natürlich radikal vorgehen, die Mumpe entfernen und Drahtstücke von beiden Seiten einlöten. Das könnte man zumindest als letzte Reparaturoption im Hinterkopf behalten.
Harald K. schrieb: > Das ist keine herkömmlich galvanisch durchkontaktierte Platine, sondern > irgendein Versuch, mit Leitlack o.ä. Durchkontaktierungen > "kostengünstig" zu ersetzen. Das erkennt man sehr schön im zweiten Bild, > wo auf dem eher dunkelgrünen Kupfer eine hellgrüne Masse bei jeder > Durchkontaktierung ist. Interessant, das habe ich noch nie gehört und die sehen wirklich seltsam aus, als wenn da feines Metallpulver rauswandert. Es sind sehr viele Durchkontaktierungen, die würde ich nicht alle "behandeln". Wenn nichts gegen den UV Lack spricht, würde ich den verwenden. Vielen Dank für die Antworten! Gruß Reinhard
Naja, es tät sicher auch Schutzlack, den man einfach draufsprüht, statt dass man ihn erst mit UV zur Polymerisation bringt. Edit: natürlich vorher die Drucktasten abkleben.
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Harald K. schrieb: > wo auf dem eher dunkelgrünen Kupfer eine hellgrüne Masse bei jeder > Durchkontaktierung ist. Die hellgrüne Masse ist ein Schutzlack über dem Kupfer. Das nennt man "via plugging". Damit wird die Durchkontaktierung aufgefüllt, als Korrosionsschutz. Die Korrosion auf der Leiterplatte ist Elektromigration. Das ist die Folge von Ionenkontamination auf der Platte, Betauung und Potentialdifferenz. Kennt jeder, der schonmal Umweltprüfungen (z.B. gemäß LV-124) gemacht hat. Dagegen hilft eigentlich nur Sauberkeit. Saubere Bareboards (ab und zu als Eingangskontrolle die Restleitfähigkeit messen), exaktes Temperaturprofil zur vollständigen Umsetzung des no clean-Fluxes, und Handschuhe tragen. Es ist peinlich, wenn man vom Kunden ein Ausfallteil zurückbekommt, wo man in der korrodierten Stelle deutlich einen Fingerabdruck erkennen kann.
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Soul E. schrieb: > Die hellgrüne Masse ist ein Schutzlack über dem Kupfer. Das nennt man > "via plugging". Damit wird die Durchkontaktierung aufgefüllt, als > Korrosionsschutz. Scheint hier ja eher das Gegenteil zu erzielen. Und ich kenne dieses spezifische Erscheinungsbild nur von Billigplatinen (kein FR4, sondern irgendein anderes Zeug bis herunter zu Hartpapier). "Via Plugging" gibt es auch, aber das sieht meiner Ansicht nach anders aus -- und ist für Consumerzeug wie eine Waschmaschinensteuerung schlichtweg zu teuer.
Harald K. schrieb: > Soul E. schrieb: >> Die hellgrüne Masse ist ein Schutzlack über dem Kupfer. Das nennt man >> "via plugging". Damit wird die Durchkontaktierung aufgefüllt, als >> Korrosionsschutz. > > Scheint hier ja eher das Gegenteil zu erzielen. Und ich kenne dieses > spezifische Erscheinungsbild nur von Billigplatinen (kein FR4, sondern > irgendein anderes Zeug bis herunter zu Hartpapier). > > "Via Plugging" gibt es auch, aber das sieht meiner Ansicht nach anders > aus -- und ist für Consumerzeug wie eine Waschmaschinensteuerung > schlichtweg zu teuer. Das ist "siver through hole" als Ersatz für eine Durchkontaktierung. DK geht ja erst ab FR4. Bei "Consumer" muss man aber jeden Cent sparen und geht dann auf FR2 oder 3. Die Durchkontaktierung wird dann durch in die Löcher gepresste Silber-Paste realisiert. Haben wir auch gemacht (Weiße Ware). Und wenn die nicht super gemacht wird, kommt nach einiger Zeit unter der "richtigen" Atmosphäre (feucht + warm) dann so was dabei raus. Wenn's überschaubar viele Kontaktstellen sind: reinigen und nachlöten (mit Drahtbrücke.
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