Vor kurzem schon im Thread Beitrag "Langdrahtantenne" schon angesetzt, aber jetzt unter passendem Betreff: Auf der Website vom DARC Ortsverband Stralsund gibt's Bauanleitungen vom "DG0KW" für Multiband-Dipole. Die DO4c für 80m, 20m, 15m und 10m (11m) hatte ich - mit bescheidenen Erfolg - nachgebaut. Es stellte sich natürlich die Frage warum die deutlich unter der erwarteten Performance (SWR in den vier Bändern) blieb. Um sich der Frage zu nähern, müsste man erstmal wissen wie man so eine Antenne entwirft und dabei die kritischen Punkte kennen. Vermutlich nutzte der Autor die Simulationssoftware MMANA-GAL. Habe mir die auch besorgt und die DO4c in der Theorie nachgebaut. Die Antenne besteht vereinfacht gesagt aus einem Dipol für das 20m Band, wo über Verlängerungsspulen noch Drähte im 80m für Resonanz sorgen sollen. Parallel zu diesen gespeisten Dipolen liegen in geringem Abstand je ein Halbwellen-Dipol für das 15m und das 10m Band. Letzteren habe ich probeweise durch einen fürs 11m-Band ersetzt. Die Simulationsergebnisse der Bauanleitung nach Feinabstimmung liefert für das 80m-Band schon deutlich schlechtere Werte als es die Anleitung verspricht: der Abgleich soll ein SWR <1,2 erreichen, in der Simulation sind bestenfalls 2,5 möglich. Und das auch nur in einem sehr, sehr schmalen Bereich, <50kHz. Viel zu wenig für das 300kHz breite Band. Die versprochene Performance auf den anderen Bändern wird dagegen nahezu in der Simulation erreicht. Aber ich habe die Antenne auch nicht genau nach Bauvorschlag aufgebaut, bzw aufbauen können. Die Antenne ist unterm Dach, d.h. hängend unter der Firstfette. Da das Haus nur 12m lang ist, mussten die 80m-Drähte hinter den Verlängerungsspulen abgewinkelt werden. Außerdem wurde nur 1,1mm Cu-Draht statt 2,0mm Draht genommen. Macht das wirklich was aus? Scheint so, dass das im höchsten Band (10m/11m) zu einem deutlich schlechteren SWR führt. Das Abknicken der 80m-Enden scheint, wie im FAQ der Bauanleitung schon vorhergesagt, keinen merklichen Einfluss zu haben. Aber die 80m-Antenne ist eh nur eingeschränkt brauchbar. Das nächste Problem unter dem Dach sind die sogenannten Windrispen: kreuzweise unter den Sparren über die Längsseiten vernagelte Stahlbänder, die Windlasten aufnehmen. Die habe ich als nächstes in die Simulation integriert. Deren Leitfähigkeit entspricht ca 3mm Cu-Draht. Deren Einfluss dämpft nochmal das höchste Band, erreiche damit nur noch ein SWR von 2,3 im 11m-Band. Auch 15m verliert etwas. Am Ende liegen die Simulationsergebnisse ziemlich dicht am realen Aufbau und den Nano-VNA Anzeigen. Wahrscheinlich könnte ich die Ergebnisse mit dickerem Draht auf den höheren Bändern verbessern. Im 80m-Band hilft das nicht, da verspricht der Bauvorschlag einfach zu viel. Vielleicht hat noch jemand eine Idee wie man das optimieren kann. Anbei der originale Bauvorschlag und die Simulationsergebnisse mit den drei Detaillierungen im PDF. Auf der letzten Seite Zusammenfassung und das Drahtmodell der Antenne incl Windrispen als Screenshot. Übrigens misslang die automatische Optimierung der Konstruktion innerhalb der Simu-SW, hab die Drahtlängen per Hand nach jeder Detaillierung optimiert. Vielleicht liegt auch noch Potential im Abstand der Dipole oder dem Wert der 80m-Verlängerungsspule, bislang nicht getestet.
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