Forum: Haus & Smart Home Ofen und Kochfeld für Balkonkraftwerk optimiert


von Kevin K. (nemon) Benutzerseite


Lesenswert?

Den Titel möchte ich etwas erklären. Ich nutze ein Balkonkraftwerk mit 
Akku, kann also bis zu 800 W dem Verbrauch im Haus zuschießen. Der 
Grundverbrauch ist da auch sehr weit drunter. Mein aktueller Ofen und 
das Kochfeld (Ceran) regeln die Heizleistung per Pulspaketsteuerung, und 
zwar so langsam, dass die Ein / Auszeiten > 10 Sekunden sind. Das heißt, 
dass Smartmeter und Wechselrichter vom Herd entweder 0 W, oder für 
beispielsweise die große Kochplatte 1500 W sehen, aber nicht den 
Mittelwert. Ich nehme einmal den Fall Brühe einkochen auf eher niedriger 
Hitze. Die Annahmen sind 40 % Dutycycle, die voll gemessen werden und in 
die Ausgangsleistung vom Wechselrichter berücksichtigt werden und 200 W 
sonstiger Verbrauch im Haus. Das heißt, der Wechselrichter übernimmt je 
Stunde für 24 Minuten von den 1,5 kW Heizleistung 600 W (= 0,24 kWh) und 
die restlichen 900 W (0,36 kWh) kommen aus dem öffentlichen Netz. 
Gemittelt braucht die Kochplatte 600 W, die der Wechselrichter also 
komplett übernehmen könnte, wenn die Platte per Phasenan(oder ab)schnitt 
steuern würde. Der Wechselrichter hier misst nicht jede Netzperiode, 
sondern regelt langsamer. Induktionsfelder scheinen auch diese langsame 
Dimmung zu haben.

Die Frage ist: Gibt es Kochfelder und Öfen, die eine Dimmung innerhalb 
jedes Netzzyklus haben und damit ein Balkonkraftwerk besser ausnutzen?

von Reinhold E. (reinhold_by)


Lesenswert?

Ist halt wie bei den Energiesparlampen:
- Die 'alten' Herde mit klassischer Kochplatte funktionieren wie 
gewünscht, es wird dauerhaft die eingestellte Leistung gezogen. Klappt, 
ist aber nicht so sexy und potentiell nicht so sparsam weil halt die 
Platte selbst heiss wird und nicht nur der Topf.
- Die Ceran-Felder sind hier wie festgestellt leider schlechter, sie 
schalten gepulst, was bei 'großer'Solaranlage mit Speicher kein Problem, 
aber eben bei der Balkonanlage schon ist.
- Induktionsfelder als der neue heisse Scheiss sind da besser, sie 
modulieren die Leistung kontinuierlich und geben die Wärme 'nur' in den 
Topf ab.
Eignetlich hätte man also aus PV-Sicht die Ceran-Felder überspringen 
können und direkt auf Induktion umstellen (so wie ich die 
Energiesparlampen gerne übersprungen hätte). Nur leider sind die als 
Komplett-Ofen immer noch recht teuer, so dass Umrüstung vorhandener Ofen 
eher nicht passieren wird.
Als Tipp: Kauf doch mal eine INduktions-Einzelplatte, die gibt es billig 
und nimm wenn nur ein Topf benutzt wird, diese statt dem Herd.

(Ist nur leider auch schlechtere Optik, und der WAF wohl nicht so 
ausgeprägt)

von Marek N. (db1bmn)


Lesenswert?


von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Kevin K. schrieb:
> Gibt es Kochfelder und Öfen, die eine Dimmung innerhalb
> jedes Netzzyklus haben und damit ein Balkonkraftwerk besser ausnutzen?

Ja, es gibt linear in der Leistung regelnde Induktionsfelder

https://vecosolar.com/de/induktionskochfelder/2480-corbero-induktionskochfeld-ccim374-mit-3-kochzonen-8436607758440.html

bei Backöfen könnte man einen PID Regler der per Sinusdimmer die 
Backofentemperatur steuert nutzen, aber aufgeheizt wird dann trotzdem 
mit voller Leistung, er taktet nur nicht mehr. Eigenumbau,

von Kevin K. (nemon) Benutzerseite


Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> Kevin K. schrieb:
>> Gibt es Kochfelder und Öfen, die eine Dimmung innerhalb
>> jedes Netzzyklus haben und damit ein Balkonkraftwerk besser ausnutzen?
>
> Ja, es gibt linear in der Leistung regelnde Induktionsfelder
>
> 
https://vecosolar.com/de/induktionskochfelder/2480-corbero-induktionskochfeld-ccim374-mit-3-kochzonen-8436607758440.html
>
> bei Backöfen könnte man einen PID Regler der per Sinusdimmer die
> Backofentemperatur steuert nutzen, aber aufgeheizt wird dann trotzdem
> mit voller Leistung, er taktet nur nicht mehr. Eigenumbau,

Danke für deine Rückmeldung. Invertertechnik scheint hier das Stichwort 
zu sein, wie bei Mikrowellen. Nach etwas Suche gibt es Kochfelder, die 
bis ca. 50 % eine Pulspaketsteuerung mit einigen Sekunden ein / Auszeit 
nutzen und ab einer gewissen Schwelle dann umschalten und wirklich 
dimmen. Leider sind die Hersteller mit dieser Information sehr 
zurückhaltend.

von Rbx (rcx)


Lesenswert?

Kevin K. schrieb:
> Leider sind die Hersteller mit dieser Information sehr
> zurückhaltend.

Schau dich in der Gegend um. Bei uns wurde auch gerade viel Holz 
umgehauen - irgendwo findet man sicher noch einen guten Haufen. Den 
schnappst du dir dann und schmeißt den Grill an.

von Max M. (neuername01)


Lesenswert?

Kevin K. schrieb:
>
> Danke für deine Rückmeldung. Invertertechnik scheint hier das Stichwort
> zu sein, wie bei Mikrowellen.

Also unsere recht neue "Inverter" Mikrowelle pulst genau wie jede andere 
uralte Steinzeitmikrowelle auch. Man hört es zwar nicht, kann es aber 
mittels Energiekostenmessgerät feststellen.


Was es beim Induktionskochfeld noch (zusätzlich) zu invertieren gibt 
würde mich mal brennend interessieren.

Aber es ist ja sowieso ungewiss welche Bedeutung BWL und Marketingheinis 
hinter dem Begriff "Inverter" vermuten. Ich verbinde damit jedenfalls 
eher so etwas wie TTL7404 oder halt... 
https://de.wikipedia.org/wiki/Inversion.

von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Max M. schrieb:
> Aber es ist ja sowieso ungewiss welche Bedeutung BWL und Marketingheinis
> hinter dem Begriff "Inverter" vermuten.

Das ist einfach das im Englischen übliche Wort für Wechselrichter.



> Ich verbinde damit jedenfalls
> eher so etwas wie TTL7404 oder halt...

Bei Digitalschwachstromern halt.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

Reinhold E. schrieb:
> sie
> schalten gepulst, was bei 'großer'Solaranlage mit Speicher kein Problem,
> aber eben bei der Balkonanlage schon ist.

das ist auch bei großen Anlagen mit Akku ein Problem

Es funktioniert so lange wie massiver PV-Überschuss da ist
Kocht man aber nachts / mit Akkuunterstützung, auch hier regelt der 
Inverter nicht schnell genug nach, darf er sogar nach VDE gar nicht

Phasenanschnitt ist bei diesen Leistungen nicht zulässig

Problematisch sind bei Akku sogar Wasserbetten mit geringer Leistung - 
der Inverter weiss ja nicht wann die nächste Welle genutzt wird

von Thomas (mercury3)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Es gibt definitiv Induktionsfelder bei denen man nicht "Stufen" sondern 
Leistung einstellen kann (in 200Watt Stufen) und die auch wirklich nur 
diese Leistung aus dem Netz ziehen. Wir haben ein solches vom Discounter 
und nutzen es gelegentlich auf dem Schiff wo ein recht kleiner Victron 
WR (1.600W) damit gut klarkommt.

Und Mikrowellen mit Invertertechnik haben zwei Funktionsbereiche: bis 
herunter auf ca. 40% wird tatsächlich über die Leistung des Netzteiles 
geregelt, darunter wird wieder mit voller Leistung getaktet. Das hat mit 
den Eigenschaften des Magnetrons zu tun das mit zu wenig 
Betriebsspannung sonst nicht mehr richtig arbeiten kann. Siehe Bild.

So ein Inverternetzteil habe ich für andere Zwecke umfunktioniert und 
kann die Funktion dieser Regelung aus erster Hand bestätigen.

: Bearbeitet durch User
von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Heinz R. schrieb:
> auch hier regelt der Inverter nicht schnell genug nach, darf er sogar
> nach VDE gar nicht

Das Thema interessiert mich auch. Welche 48V DC - 230V AC Inverter gäbe 
es, die das bei einem Inselnetz können?

von Oliver S. (oliverso)


Lesenswert?

Das können bei einem Inselnetz alle. Die Leistungsrampen haben ja keinen 
technischen Grund im Wechselrichter, die schreibt der VDE für Anlagen am 
Netz vor, um Netzinstabilitäten zu vermeiden.

Oliver

von Re D. (re_d272)


Lesenswert?

Kevin K. schrieb:
> Die Frage ist: Gibt es Kochfelder und Öfen, die eine Dimmung innerhalb
> jedes Netzzyklus haben und damit ein Balkonkraftwerk besser ausnutzen?

Freu dich, das du deinen Grundverbrauch gedeckt bekommst und denk nicht 
weiter über den Herd nach. Wie viel verbraucht der im Jahr? 100 €?

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Re D. schrieb:
> Freu dich, das du deinen Grundverbrauch gedeckt bekommst und denk nicht
> weiter über den Herd nach. Wie viel verbraucht der im Jahr? 100 €?

Der Ansatz ist sicher der wirtschaftlichste. Könnte man mit einem von 
einem Akku gespeisten Hoymiles HM-800 eine (+/-) Nulleinspeisung 
realisieren? Das Leistungslimit ist per Funk einstellbar.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Re D. schrieb:
> Wie viel verbraucht der im Jahr? 100 €?

Es benutzt nicht jeder seinen Herd so wenig.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)



Lesenswert?

Aus den Kleinanzeigen habe ich Dir einen Herd herausgesucht, der keine 
Paketwellensteuerung oder ähnliches macht.

Die 7-Takt-Schaltung (auch Siebentaktschaltung) ist eine klassische 
Schaltungstechnik für elektrische Kochplatten mit drei Heizwiderständen, 
die sieben verschiedene Leistungsstufen (inklusive Aus) ermöglicht.

von Torsten B. (butterbrotstern)


Lesenswert?

Mein Vorschlag: Einfache 7-Stufen-Kochplatte oder Ceranfeld mit 
Stelltrafo --> stufenlose Steuerung und "Boost-Betrieb", wenn der Trafo 
z.B. bis 260V geht.
Ein Induktionsherd mit stufenloser Steuerung ist sehr selten, ich habe 
noch keinen gesehen, die meisten machen PWM mit 10-20 Sekunden, das hört 
man ja auch.

Und wenn ich schon solche Sätze lese:
(aus 
https://vecosolar.com/de/induktionskochfelder/2480-corbero-induktionskochfeld-ccim374-mit-3-kochzonen-8436607758440.html)
Welche Vorteile bietet die Inverter-Technologie im Corberó CCIM374 
Kochfeld?

Das Induktionskochfeld Corberó CCIM374 nutzt Inverter-Technologie, um 
eine stabile und konstante Leistung zu maintainen und traditionelle 
Ein-Aus-Zyklen zu vermeiden. Dies resultiert in signifikanter 
Energieeinsparung und präziseren Garergebnissen bei jedem Rezept.

Dann nehme ich gerne Abstand.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

Oliver S. schrieb:
> Das können bei einem Inselnetz alle.

Im Inselbetrieb ja, aber hier geht es um ein Balkonkraftwerk?

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Heinz R. schrieb:
> Oliver S. schrieb:
>> Das können bei einem Inselnetz alle.
>
> Im Inselbetrieb ja, aber hier geht es um ein Balkonkraftwerk?

Richtig, meine Frage berifft ein BKW mit Speicher, Laderregler und 
steuerbarem 800W MikroWR mit einer Refreshrate der Leistungsvorgabe im 
(ca. 30s?) Sekundenbereich.

Da das viel zu langsam und zu schwach ist für einen großen Verbraucher 
wie Herd etc. hatte ich die Idee, den Herd als Insel zu betreiben.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> hatte ich die Idee, den Herd als Insel zu betreiben.
dann muss aber der WR so groß sein das er den Herd komplett versorgen 
kann?

Da steht doch Preis-Leistung in keiner Relation?

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Heinz R. schrieb:
> Da steht doch Preis-Leistung in keiner Relation?

Nein, wirtschaftlich ist das wohl nicht, aber es ist ja eine technische 
Frage.

Heinz R. schrieb:
> dann muss aber der WR so groß sein das er den Herd komplett versorgen
> kann?

Sagen wir zunächst mal ein Kochfeld bzw Ofen jeweils einzeln. Und wenn 
man das hinbekommt, könnte man den Rest der Wohnung als Insel betreiben 
und sich beim Versorger abmelden.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Sagen wir zunächst mal ein Kochfeld bzw Ofen jeweils einzeln. Und wenn
> man das hinbekommt, könnte man den Rest der Wohnung als Insel betreiben
> und sich beim Versorger abmelden.

such mal nach Victron MP2 GX,   ab ca. 600€ bist dabei

von Thomas (mercury3)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Thomas schrieb:
> Es gibt definitiv Induktionsfelder bei denen man nicht "Stufen" sondern
> Leistung einstellen kann (in 200Watt Stufen) und die auch wirklich nur
> diese Leistung aus dem Netz ziehen. Wir haben ein solches vom Discounter
> und nutzen es gelegentlich auf dem Schiff wo ein recht kleiner Victron
> WR (1.600W) damit gut klarkommt.
>

Hab das Ding jetzt extra rausgeholt und nachgemessen.

Beim Einschalten auf der niedrigsten Stufe (200 Watt) wird mit ca. 700 
Watt aus dem Netz getaktet. Dasselbe für 400 und 600 Watt, nur kleinere 
Pausen.

Ab der 800 Watt Einstellung wird tatsächlich nur (ungefähr) die Leistung 
aus dem Netz gezogen die eingestellt ist. Siehe Bilder.

Das Typenschild läßt darauf schließen daß dieses Gerät etwa 2013 bei 
einem Discounter gekauft wurde (vermutlich ALDI Süd).

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Heinz R. schrieb:
> Victron MP2 GX

Danke, sehr interessant. Modbus hat er auch. Hat der WR ein 
MPPT-Ladegerät integriert? Ist er nur für Inselbetrieb oder auch für 
Netzeinspeisung geeignet?

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Danke, sehr interessant. Modbus hat er auch. Hat der WR ein
> MPPT-Ladegerät integriert? Ist er nur für Inselbetrieb oder auch für
> Netzeinspeisung geeignet?

Das ist Ladegerät und WR in einem, kannst sowohl Inselbetrieb als auch 
Netzgebunden anschließen

Modbus kann er, brauchst aber eigentlich nicht
Er hat z.B. Auch NodeRED integriert, kann MQTT uaw

MPPT hat er nicht - entweder mit DC-MPPT direkt auf den AKku gehen oder 
mit Micro-WR über die AC-Seite laden

: Bearbeitet durch User
von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Danke Heinz für die Info. Verstehe ich es richtig, dass der WR ins Netz 
einspeist und der WR den Speicher aus dem Netz auch lädt?

: Bearbeitet durch User
von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Danke Heinz für die Info. Verstehe ich es richtig, dass der WR ins Netz
> einspeist und der WR den Speicher aus dem Netz auch lädt?

ja genau - für Netzbetrieb kommt nach dem Hauszähler ein weiterer 
kleiner Zähler - mit Tricksereien geht es evtl. sogar mit dem 
Vorhandenen

WEnn jetzt der Akku nicht 100% voll ist sieht der Victron z.B. - ah da 
gehen aktuell 100W aus der PV ins Netz - dann hol ich mir die lieber und 
lade die Batterie damit

Oder er sieht "jetzt werden gerade 200W aus dem Netz geholt - dann 
schiesse ich lieber 200W zu - so das nichts aus dem Netz kommt

Es gibt hier natürlich Regelschwankungen - meiner ist z.B. so 
eingestellt das er eher immer 30W aus dem Netz holt

Die PV-Anlage kannst entweder an AC in anschließen, halt ans Hausnetz - 
oder in Grenzen auch an AC out, dann steuert der Victron über 
Frequenzanhebung den
PV-Wechselrichter, schaltet ihn ab wenn der Akku voll ist

Der Victron ist nicht ganz so effizient weil er einen schweren 
Ringkerntrafo verbaut hat
Der Grund ist das er so im Insel-/Notstrombetrieb sehr hohe 
Einschaltströme abfangen kann

Eigentlich kommt das Teil ursprünglich aus dem Bootsbau

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Verstehe. Woher hat der Victron die Infos, wieviel die PV liefert und 
welche Leitung gerade im Haus aufgenommen wird? Über Stromsensoren an 
den Phasen?

von Heinz R. (heijz)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Ja, der Stromsensor ist der entscheidende Punkt
Wie gesagt, evtl. geht es den vorhandenen Zähler auszulesen, ansonsten 
z.B. so was:
https://shellyparts.de/products/shelly-pro-3em-pv

Die PV-Leistung kannst zur Anzeige einbinden, aber zur Regelung wird sie 
nicht gebraucht

so sieht das z.B. aus:

: Bearbeitet durch User
von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Klasse! Ein nagelneuer Shelly 3em liegt hier schon rum, nur passt der 
überhaupt nicht in meinen winzigen Schalt- bzw Sicherungstkasten. Die 
Klappwandler sind einfach zu groß.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

was hast Du für einen offiziellen Zähler verbaut?  kann der ausgelesen 
werden?

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Der Zähler kann leider nicht elektronisch ausgelesen werden. Und der 
Keller ist drei Geschosse unter mir. Da wirds knapp, wenn Funk durch 
drei Decken muss, sofern ich da überhaupt ran darf, was ich bezweifle. 
Bliebe noch die Möglichkeit, kleinere Sensoren zu verwenden oder selbst 
was zu basteln (Arduino ;-)

Was die Wirtschaftlichkeit angeht: der Versorger verlangt von mir allein 
140 Euro für die jährliche Grundgebühr, d.h. nur Victron+Batterie 
amortisieren sich nach ca. 7 Jahren. Bei reinem Inselbetrieb noch 
früher.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Was die Wirtschaftlichkeit angeht: der Versorger verlangt von mir allein
> 140 Euro für die jährliche Grundgebühr, d.h. nur Victron+Batterie
> amortisieren sich nach ca. 7 Jahren. Bei reinem Inselbetrieb noch
> früher.

Wenn Du keinen Inselbetrieb hast fällt die Grundgebühr doch nicht weg?

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Ja, richtig, war ein Schreibfehler.

Das günstigste wäre, das zu nehmen was schon da ist: Panels+HM-800. Dann 
einen Speicher+MPPT-Regler besorgen und Leistung messen. Dann den HM-800 
so steuern, dass er eine ungefähre Nulleinspeisung macht. Auf ein paar 
kWh/a hin oder her kommts nicht an.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Das günstigste wäre, das zu nehmen was schon da ist: Panels+HM-800. Dann
> einen Speicher+MPPT-Regler besorgen und Leistung messen. Dann den HM-800
> so steuern, dass er eine ungefähre Nulleinspeisung macht. Auf ein paar
> kWh/a hin oder her kommts nicht an.

Das verstehe ich jetzt zugegeben nicht
- der HM-800 ist doch schon der MPPT bzw hat diesen eingebaut?


Wieso soll der HM-800 Nulleinspeisung machen?  Oder meinst Du nur wenn 
er aus dem Akku betrieben wird?

Ich habe hier so ein Victron System - hatte mal aus Spass zus. einen 
HM-300 verbaut um nachts die Grundlast zu decken . der ist aber 
mittlerweile nicht mehr in Betrieb

Abe wenn Du sagt Balkonkraftwerk, 800W - miss doch mal Deine Dauerlast?

Ich behaupte wenn Du jetzt einen Akku hättest, beispielsweise fest  mit 
100-150W von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang einspeist - Du würdest 
bei Tag sehr selten genügend  Überschuss haben um den Akku ausreichend 
zu laden, der Akku würde seltenst bis Sonnenaufgang reichen

Aber ja, möglich ist es, den HM-800 kannst per OpenDTU steuern
Schau Dir mal das hier an:

https://github.com/hoylabs/OpenDTU-OnBattery

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Ich meinte die Reihenfolge so, wie du sie weiter unten geschildert hast:

🌞 -> MPPTR -> Akku 🔋 -> WR -> Netz

Die nächtliche Grundlast sind ein paar Watt plus Kühlschrank mit ca 80W, 
wenn er angeht. Nachts müsste der WR nur für den Kühlschrank aktiv 
werden. Bei einem Haus ist die Grundlast höher.

Dann muss ich noch den Strom gemessen bekommen, ev mit einer einfachen 
Arduino/ESP Lösung.

Danke für den link. Das openDTU kenne ich. Wäre gut, wenn man sich da 
den Code zur Ansteuerung des WR rausholen könnte. Den Code dann auf den 
Arduino der den Strom misst, Leistungslimit errechnen  und an den WR 
versenden. Prinzipiell sollte es so gehen, aber vlt ist das nicht so 
einfach, wie ich es mir vorstelle. 🤔

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> aber vlt ist das nicht so
> einfach, wie ich es mir vorstelle

damit könntest Du Recht haben :-)

Auch für den Arduino - Du brauchst irgendwelche Messwandler für die Du 
keinen Platz hast

An welche Akkus hast DU denn generell gedacht?
Für Hoymiles und Co solltest wohl eher auf 48V gehen
kennst Du nkon.nl?  aber da brauchst halt auch wieder BMS usw

Ich bin ja kein Freund davon aber evtl. so was:
https://www.balkonstrom.com/products/zendure-solarflow-2400-ac-plus?variant=53284519444744

aber auch da braucht es einen Zähler

Problem in meinen Augen - es braucht viel drumrum
Wir haben hier 25kWp PV, 30 kWh Speicher - und eben das drumrum

Bei einer 800W-ANlage mit vielleicht 1,6kWp brauchst fast genau so viel 
drumrum - ob das dann wirtschaftlich noch sinnvoll ist?

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Heinz R. schrieb:
> 25kWp PV, 30 kWh

Wow, Respekt! Hast Du das System gebaut? Mir reichen locker 5kWh. 
nkon.nl kannte ich noch nicht, andere schon. So ein Speichereigenbau ist 
natürlich erheblicher Aufwand. Deshalb sind die Powetstationen bei den 
BKWlern so beliebt. Ausserdem ist  alles schon drin, was man braucht, 
oft auch Moduleingänge mit MPPT.

Den HM-800 als Nulleinspeiser zu nutzen ist auch nicht gerade ideal, das 
weiß ich. Ich habe gelesen, dass der HM nur alle 32 Sekunden eine neue 
Leistungsgrenze akzeptiert. Wenn das stimmt, ist das eigentlich zu lang.

Zur Strommessung könnte ich kleinere Wandler unterbringen. Warum die 
Shelly Wandler so riesig sind und bis 100A gehen verstehe ich echt 
nicht. Das mag für die Industrie passen, aber doch nicht für einen 
kleinen Haushalt.
Solche Wandler sind ausreichend:

4629-X503 bis 6A das wären schon über 1200W pro Phase

https://vacuumschmelze.de/produkte/induktive-bauelemente/stromtransformatoren

Oder so ein fertiges Messmodul:
https://www.ner.de/strom-wandlermodul-daypower-tf-a-op/

Ich werde diesbezüglich mal eine neue Frage hier einstellen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> und bis 100A gehen verstehe ich echt nicht.

Es soll den Bereich aller Nutzer abdecken (95% Percentil). Es gibt 
Hausanschlüsse mit 35... 63A. Wenn dort auch Verbraucher mit 
Zwischenkreisen ohne PFC dran sind, dann kann der Peak im Scheitelwert 
auch deutlich über dem Nennwert liegen. Dabei soll der Wandler noch 
nicht übersteuert vollverzerrte Messwerte ausprucken.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Wow, Respekt! Hast Du das System gebaut?

ha habe ich selbst gebaut - würde man es bauen lassen würde es sich in 
100 Jahren nicht amortisieren

StefanK schrieb:
> Zur Strommessung könnte ich kleinere Wandler unterbringen. Warum die
> Shelly Wandler so riesig sind und bis 100A gehen verstehe ich echt
> nicht. Das mag für die Industrie passen, aber doch nicht für einen
> kleinen Haushalt.
> Solche Wandler sind ausreichend:

die Shellys sind halt Klappwandler zum nachträglich drüber stecken - bei 
den von Dir gezeigten musst das Kabel ausklemmen, durchfädeln

Ausserdem hast bei Deiner Lösung offene Lätstellen ohne Gehäuse

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Es gibt Hausanschlüsse mit 35... 63A.

Vergiss die Wohnungsanschlüsse mit 16A pro Phase nicht. Also, wenn es 
das alles gibt, warum bietet Shelly dann keine abgestuften - also 
kleinere Wandler an? Wieso sozialistischen Einheitsbrei? 😝

Heinz R. schrieb:
> Ausserdem hast bei Deiner Lösung offene Lötstellen ohne Gehäuse

Ein Gehäuse käme dann schon noch dazu, vlt nicht ganz so schick wie das 
von Shelly. Aber du bringst mich auf eine Idee💡! Anstatt der klobigen 
Shelly Klappwandler könnte ich die kleinen runden VAC Sensoren am Shelly 
betreiben. Die müsste man dann nur noch kalibrieren.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Einheitsbrei

Hohere Stückzahlen, weil alles ist gleich, ist günstiger in der 
Produktion.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> warum bietet Shelly dann keine abgestuften - also
> kleinere Wandler an? Wieso sozialistischen Einheitsbrei?

passt evtl. das hier:
https://www.shelly.com/de/products/shelly-3em-63w-gen3?variant=56273492771165

dann gibt es noch sowas:

https://www.shelly.com/de/products/shelly-80a-current-transf-with-connector

von StefanK (stefanka)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Heinz R. schrieb:

> passt evtl. das hier:

Danke Heinz für die links! Der Shelly 3EM-63W Gen3 ist ja echt putzig. 
Mit einer Länge von 54mm könnte er tatsächlich passen. Meine 
Phasenleitungen haben einen Abstand von ca. 18mm und einen Durchmesser 
von ca. 6mm. Der Shelly hat 8mm Durchführungen. Das würde schonmal 
psssen, Abstände wohl auch.

Der Current Transformator im zweiten link wäre evtl auch möglich, habe 
aber weder Abmessungen noch Datenblatt gefunden.

Nachtrag:
Habe noch ein Foto vom Eingang des Sicherungskastens angehängt. So 
siehts da aus.

: Bearbeitet durch User
von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

Ich habe zugegeben keine Erfahrung damit, und kenne auch Deinen 
Unterverteiler nicht
es gibt von dem Shelly wohl auch 2 verschiedene - einer mit Kabel, einer 
der direkt in die Sicherungsautomaten geklemmt wird

Aber wo ein Wille da ein Weg

: Bearbeitet durch User
von Εrnst B. (ernst)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Habe noch ein Foto vom Eingang des Sicherungskastens angehängt. So
> siehts da aus.

Ich hab bei mir einen der Wandler unter&vor dem RCD, einen unten&nach 
dem RCD und einen über&nach dem RCD verbaut.
Da war's ähnlich eng, und die Netz-Zuleitung so kurz abgeschnitten, dass 
da auch nichts mehr zu biegen war.

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Sehr schön gelöst, Ernst. Was hältst Du von der Idee, kleinere CTs zu 
verbauen und sie entweder an den 3EM anzuschließen (+Kalibrierung) oder 
sie mit einem AVR auszuwerten? Hast Du sowas mal in Betracht gezogen? 
Wie weiter oben schon gesagt, muß das keine wissenschaftliche Präzision 
haben 😉

von Thomas (mercury3)


Lesenswert?

Ein 25A RCD für 11 LS a 16A ? Den solltest du mal gegen einen "dickeren" 
tauschen, mindestens ein 40A.....

von Hardy F. (hflor)


Lesenswert?

Thomas schrieb:
> Ein 25A RCD für 11 LS a 16A ? Den solltest du mal gegen einen "dickeren"
> tauschen, mindestens ein 40A.....

Woher kennst Du seine Vorsicherung? Wenn die 25A ist reicht das doch.

von Εrnst B. (ernst)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Sehr schön gelöst, Ernst.

Naja. Ich war hat von der Größe der CT überrascht und hab die irgendwie 
reingewürgt, Deckel zu, läuft seit Jahren. (Das Foto ist schon etwas 
älter)
Läuft mit der Original-Shelly-Firmware (Ohne Internet).

StefanK schrieb:
> kleinere CTs [...] an den 3EM anzuschließen

Man könnte auch Tasmota auf dem 3EM installieren, da muss man die 
Spannungsteiler&CT sowieso selber kalibrieren, d.H. andere CT wären kein 
Problem.

StefanK schrieb:
> oder sie mit einem AVR auszuwerten?

Der Shelly3EM verwendet einen ADE7880, der kann deutlich mehr als ich in 
einem AVR nachimplementieren möchte.

https://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/ADE7880.pdf

Thomas schrieb:
> Ein 25A RCD für 11 LS a 16A

Der war da schon so drinnen, da hat sich sicher jemand mal was bei 
gedacht...

: Bearbeitet durch User
von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Was hältst Du von der Idee, kleinere CTs zu
> verbauen und sie entweder an den 3EM anzuschließen (+Kalibrierung)

Eigentlich müssten es wohl einfach nur 50A / 50mA CT sein?

Groß kalibrieren - der Fehler müsste Linear sein, also z.B. alles Daktor 
2 - das bekommt man in Software locker hin und ist z.B. mit einer 
Glühbirne auch schnell gemessen?

von Hardy F. (hflor)


Lesenswert?

Εrnst B. schrieb:
>
> Der Shelly3EM verwendet einen ADE7880, der kann deutlich mehr als ich in
> einem AVR nachimplementieren möchte.
>
Was willst Du denn von einem Leistungsmessgerät alles?

Selbst die SDM630 geben mir zuviel aus (Spannung, Strom, Frequenz, 
Klirrfaktor, Phasenverschiebung, Wirk-, Schein- und Blindleistung und 
die Summenregister). Dafür wird kein Großrechner benötigt ...

von StefanK (stefanka)



Lesenswert?

Hardy F. schrieb:
> Was willst Du denn von einem Leistungsmessgerät alles?

Nur die (ungefähre) momentane Leistung in W, damit bin ich schon 
zufrieden 😉

Heinz R. schrieb:
> Eigentlich müssten es wohl einfach nur 50A / 50mA CT sein?

Den Mess- und Ausgangsstrombereich kann man über den Rp weitestgehend 
einstellen oder falls Rp fix ist, wie Du schon sagtest, in der SW 
skalieren.
Die fertigen Stromwandlermodule von Daypower haben einen Poti drauf, 
vermutlich für die Kalibrierung. Leider weiß ich aber noch nichts über 
diese Module.

Hat jemand Erfahrung damit? Vlt einen Schaltplan?

: Bearbeitet durch User
von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Hat jemand Erfahrung damit? Vlt einen Schaltplan?

Hier kannst das Datenblatt herunterladen, da ist auch ein Schaltplan:

https://www.pollin.de/p/daypower-strom-wandlermodul-tf-a-op-810575

Das Teil gibt Spannung aus, passt nicht für den Shelly

von Kevin K. (nemon) Benutzerseite


Lesenswert?

Ich habe direkt bei NEFF nachgefragt und die folgende Antwort erhalten:
> vielen Dank für Ihre Anfrage.
> Unsere Kochstelle sind Intervallgesteuert und benötigen immer die volle
> Leistung für einige Zeit und dann wieder aus.
> Gerne haben wir Ihren Vorschlag intern weitergegeben.
> Wir bedanken uns für Ihr Feedback und nehmen Anregungen immer gerne auf.
> Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich werde noch bei weiteren Herstellern fragen und melde mich dann. 
Dadurch, dass viele Hersteller unter mehreren Namen vertreiben, 
erschlagen deren Antworten schnell einen großen Marktanteil.

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Heinz R. schrieb:
> Hier kannst das Datenblatt herunterladen, da ist auch ein Schaltplan:
>
> https://www.pollin.de/p/daypower-strom-wandlermodul-tf-a-op-810575

Super, Heinz, Du hast mir wieder weitergeholfen, danke. Auf den ersten 
Blick sieht es so aus als ob das AC-Signal verstärkt wird und in ein 
DC-Signal mit 0-Vpp gewandelt wird.

Was macht die Schaltung genau? Ist das ein Präzisionsgleichrichter?

Kevin K. schrieb:
> Ich habe direkt bei NEFF nachgefragt

Ich habe auch einen NEFF und da ist es genauso. Man hätte NEFF auch 
gleich Fragen können, warum alle Kochfelder selbst bei Stufe 1 viel zu 
heiß sind und alles anbrennt...

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Was macht die Schaltung genau? Ist das ein Präzisionsgleichrichter?

für mich sieht es aus wie ein einfacher Strom-Spannungswandler

Ob das genau genug ist bezüglich Temperatur und Versorgungsspannung - 
ich bezweifle es zugegeben

Auch müsstest dann noch eine Schaltung bauen die auch die Spannung 
auswertet, mehrfach pro Sinusdurchgang abtastet, - viel Aufwand

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Danke Heinz für die links! Der Shelly 3EM-63W Gen3 ist ja echt putzig.
> Mit einer Länge von 54mm könnte er tatsächlich passen.

das hier habe ich zufällig gesehen, evtl. von Interesse..

https://www.youtube.com/watch?v=6QSK9OLQtQk

https://technikblog.ch/2025/03/das-neue-shelly-3em-63t-gen3-im-test/

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Heinz R. schrieb:
> das hier habe ich zufällig gesehen, evtl. von Interesse..
>
> https://www.youtube.com/watch?v=6QSK9OLQtQk
>
> https://technikblog.ch/2025/03/das-neue-shelly-3em-63t-gen3-im-test/

Danke, für die Info. Der 3em 63 ist interessant und sicher die 
einfachste Lösung, auf die ich zurückgreife, wenn es anders nicht geht 
;-)

Heinz R. schrieb:
> Auch müsstest dann noch eine Schaltung bauen die auch die Spannung
> auswertet, mehrfach pro Sinusdurchgang abtastet, - viel Aufwand

Die Netzspannung inkl. Phasenlage zum Strom auszuwerten ist tatsächlich 
viel Aufwand, da hast du recht. Den würde ich mir bei einer AVR Lösung 
eher sparen und näherungsweise mit konstant 230V und cos fi=1 rechnen. 
Die größeren Leistungen werden eh von ohmschen Verbrauchern gezogen. Wie 
gesagt, das muss keine wissenschaftliche Messtechnik werden,
denn ob am Ende des Jahres die eine oder andere kWh zu viel eingespeist 
oder bezogen wird ist mir zunächst nicht so wichtig.

Den Netzstrom bzw die Spannung der Stromsensoren auszuwerten, ist kein 
besonderer Aufwand. Eine Lösung für AVR/Arduino, mit der man 3 
Spannungen  mindestens 500 mal pro Sekunde messen kann, haben wir hier 
in zweifacher Ausführung vor 10 Monaten entwickelt. 
Maximalwertermittlung und gleitender Durchschnitt über ein paar Perioden 
wäre leicht hinzuzufügen. Wenn es Dich interessiert, schau hier (tu Dir 
aber den Gefallen und fang von hinten an zu lesen;-)))

Beitrag "ADC-Kanäle sukzessive abfragen"

: Bearbeitet durch User
von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Die größeren Leistungen werden eh von ohmschen Verbrauchern gezogen.

bedenke, die großen Lasten sind ca. 300 Stunden im Jahr an, die kleinen 
365 x 24 = 8760  Stunden
genau die gilt es einigermaßen auszuregeln

Du solltest Dir aussuchen

- will ich was mit PV basteln?  dann hast wohl kaum Zeit den perfekten 
Arduino- Code für einen Stromzähler zu bauen um 80€ zu sparen

- Oder legst das Thema PV erst mal beiseite, kümmerst Dich um den 
Eigenbau-Stromzähler

Die meisten der kleinen Lasten sind halt leider nicht sinus-förmig

von Εrnst B. (ernst)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Die Netzspannung inkl. Phasenlage zum Strom auszuwerten ist tatsächlich
> viel Aufwand, da hast du recht. Den würde ich mir bei einer AVR Lösung
> eher sparen und näherungsweise mit konstant 230V und cos fi=1 rechnen

Problem: Das ist Wechselstrom. Wenn du

StefanK schrieb:
> Nur die (ungefähre) momentane Leistung in W

wissen willst, solltest du die Spannung mit dazumessen, und mit dem 
Strom zum selben Zeitpunkt multiplizieren. (Und dann erst mitteln...)

Sonst kannst du nicht unterscheiden ob du gerade Strom aus dem Netz 
beziehst oder einspeist, und du erfährst nur den Absolutwert der 
aktuellen Leistung bei den angenommenen 230V..

Macht so eine Regelung auf Null-Einspeisung recht "interessant", wenn 
auch nicht unmöglich...

von StefanK (stefanka)


Lesenswert?

Εrnst B. schrieb:
> solltest du die Spannung mit dazumessen, und mit dem Strom zum selben
> Zeitpunkt multiplizieren. (Und dann erst mitteln...)

Das wäre die perfekte Rechnung, Ernst 🙂, da hast Du recht. Mit einem 
Arduino werden die ADC-Kanäle seriell erfasst, alle 13 ADC Takte, d.h. 
alle 104us bei 16MHz Takt und ADC Vorteiler=128, ein neuer Wert. Das 
entspräche einem Phasenwinkelversatz von 1,872° zwischen 2 Messungen.
Klingt nach nicht mal viel, insbesondere, wenn man ein Signal am Peak 
misst 🤔.

Dann bliebe noch die Frage, wie ich 230V Netzspannung mit dem ADC 
gemessen bekomme ohne den Arduino abzuschießen. Brückengleichrichter und 
1:230 Spannungsteiler?

Εrnst B. schrieb:
> Sonst kannst du nicht unterscheiden ob du gerade Strom aus dem Netz
> beziehst oder einspeist

Auch wahr. Das könnte man in SW so lösen, indem man die 
Einspeiseleistung des WR so lang hochfährt, so lang die gemessene 
Leistung noch >0 ist. Um diesen Wert wird gependelt, wie bei einem 
MPPT-Algorithmus (perturb und observe), d.h. Einspeisefall = Pwr steigt 
&& Pmess sinkt.

Heinz R. schrieb:
> Oder legst das Thema PV erst mal beiseite, kümmerst Dich um den
> Eigenbau-Stromzähler

Das ist wohl im Moment die beste Wahl 😀

von Hardy F. (hflor)


Lesenswert?

StefanK schrieb:
> Εrnst B. schrieb:
>> solltest du die Spannung mit dazumessen, und mit dem Strom zum selben
>> Zeitpunkt multiplizieren. (Und dann erst mitteln...)
>
> Das wäre die perfekte Rechnung, Ernst 🙂, da hast Du recht. Mit einem
> Arduino werden die ADC-Kanäle seriell erfasst, alle 13 ADC Takte, d.h.
> alle 104us bei 16MHz Takt und ADC Vorteiler=128, ein neuer Wert. Das
> entspräche einem Phasenwinkelversatz von 1,872° zwischen 2 Messungen.
> Klingt nach nicht mal viel, insbesondere, wenn man ein Signal am Peak
> misst 🤔.
>
> Dann bliebe noch die Frage, wie ich 230V Netzspannung mit dem ADC
> gemessen bekomme ohne den Arduino abzuschießen. Brückengleichrichter und
> 1:230 Spannungsteiler?

Wer macht das den ohne Spezial-IC, da gibt es hunderte ...
... 1phasig oder gleich 3phasig
... mit isoliertem Shunt oder CT

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


Lesenswert?

Naja, es gibt auch genug nicht rein ohmische Verbraucher, die im Sommer 
gut mit einer PV versorgt werden können. Beispielsweise Klimaanlagen 
futtern schnell die eine oder andere Kilowattstunde weg und wenn man 
eine mit Heizfunktion hat, läuft die auch noch in der Übergangszeit als 
Wärmepumpe.

Wenn ich sowas bauen müsste (mit Shelly Pro 3EM - Selbstbau an dieser 
Stelle wäre möglich, man weiß ja welcher IC zur Leistungsmessung in 
einem Shelly drin ist... aber nein danke), dann würde ich den gemessenen 
Bezug zur bereits aktiven Wechselrichterleistung hinzuaddieren (geht 
natürlich nur bis 800VA) und gemessene Einspeisung von der 
Wechselrichterleistung abziehen. Genauer wird man es mit dieser Lösung 
im Netzparallelbetrieb leider nicht hinkriegen.

von Heinz R. (heijz)


Lesenswert?

Da haben sich Menschen die bei Firmen wie Shelly usw angestellt sind 
viele Gedanken gemacht bevor sie das Produkt auf den Markt bringen

Ein "ich bastel da mal kurz was mit Arduino" - so einfach ist es leider 
nicht

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.