Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Bipolar zu unipolar Konverter mit Single Supply OP-Amp


von Michael K. (mkoch)


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Ist es möglich einen bipolar zu unipolar Konverter zu entwerfen der die 
folgenden Anforderungen erfüllt? Das ist für einen ADC Eingang an einem 
Mikrocontroller.

-- Single Supply 3.3V
-- Eingangsspannung -10V bis +10V
-- Ausgangsspannung 0 bis 3.3V, oder 3.3V bis 0V. Es ist egal ob die 
Schaltung invertiert oder nicht.
-- Es wäre akzeptabel wenn die Ausgangsspannung nicht ganz bis zur 
Betriebsspannung geht, z.B. 0.3V bis 3.0V wäre auch ok.
-- Für 0V Eingangsspannung soll die Ausgangsspannung in der Mitte bei 
1.65V liegen.

So weit ist das alles kein Problem. Aber jetzt kommt die zusätzliche 
Anforderung die es schwierig macht:

-- Bei offenem Eingang soll die Ausgangssspannung ebenfalls 1.65V sein. 
Mit anderen Worten: Die Ausgangsspannung soll bei offenem Eingang und 
bei kurzgeschlossenem Eingang gleich sein.

Hat jemand eine Idee wie man das machen könnte?

von Udo K. (udok)


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Mit einem Differenzverstärker (Subtrahierverstärker) kannst du das 
machen.  Mit einem Pulldown am Eingang ist der Pegel am Ausgang 1.65 V 
bei nicht angeschlossenem Eingang.

: Bearbeitet durch User
von Michael K. (mkoch)


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Hast du ein Beispiel oder einen Link, oder Seitenangabe in AoE? Auf 
welchen Eingang soll das +-10V Eingangssignal wirken, invertierend oder 
nicht-invertierend?

von Falk B. (falk)


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Udo K. schrieb:
> Mit einem Differenzverstärker (Subtrahierverstärker) kannst du das
> machen.  Mit einem Pulldown am Eingang ist der Pegel am Ausgang 1.65 V
> bei nicht angeschlossenem Eingang.

Na dann zeig mir mal einen Differenzverstärker mit +/-10V 
Eingangsspannung bei unipolarer Speisung. Da gibt es nur sehr wenige 
Exoten.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Michael K. schrieb:
> -- Single Supply 3.3V
> -- Eingangsspannung -10V bis +10V
> -- Ausgangsspannung 0 bis 3.3V
> ...
> Die Ausgangsspannung soll bei offenem Eingang und
> bei kurzgeschlossenem Eingang gleich sein.
Wenn du keine Forderungen an die Eingangsimpedanz hast, dann machs so 
wie dort:
- 
https://www.mikrocontroller.net/articles/Spannungsteiler#Spannungsteiler_mit_Offset,_passiv
- 
https://www.lothar-miller.de/s9y/archives/36-Analogeingang-unipolarbipolar-mit-Widerstandsnetzwerk.html

Oder alternativ die aktive Variante:
- 
https://www.mikrocontroller.net/articles/Spannungsteiler#Spannungsteiler_mit_Offset,_aktiv

Und bei der aktiven Variante musst du dann nur einen Eingangswiderstand 
gegen GND einfügen, damit der Eingang nicht offen ist und floatet.

: Bearbeitet durch Moderator
von Udo K. (udok)


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Die Schaltung könnte so ausschauen.
Gruss Udo

von Falk B. (falk)


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Udo K. schrieb:
> Die Schaltung könnte so ausschauen.
> Gruss Udo

Nö, denn die erfüllt die Sonderlocke bei offenem Eingang nicht. Das 
schafft man nur mit einem ausreichend niederohmigen Pull-Donw 
Widerstand.

von Udo K. (udok)


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Falk B. schrieb:
> Nö, denn die erfüllt die Sonderlocke bei offenem Eingang nicht.

Da meine Widerstäne nicht so genau sind erfüllt sie die Bedingung :-)
Wenn du es genauer willst musst du das "+" Potential von 1.4V auf 1.65V 
legen.

: Bearbeitet durch User
von Falk B. (falk)


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Udo K. schrieb:
> Da meine Widerstäne nicht so genau sind erfüllt sie die Bedingung :-)
> Wenn du es genauer willst musst du das "+" Potential von 1.4V auf 1.65V
> legen.

Nö. Er will ja keinen Unterschied zwischen echten 0V und offenem Eingang 
sehen. Das geht so einfach nicht, wenn nur eine unipolare 
Versorgungsspannung hat.

von Udo S. (urschmitt)


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Michael K. schrieb:
> So weit ist das alles kein Problem. Aber jetzt kommt die zusätzliche
> Anforderung die es schwierig macht:
>
> -- Bei offenem Eingang soll die Ausgangssspannung ebenfalls 1.65V sein.

Ist diese Forderung wirklich verpflichtend notwendig. Oder vielleicht 
doch nur ein "wäre nett"?

von Udo K. (udok)


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Dann muss er halt den oben erwähnten Pulldown auf GND dranhängen.
Wenn die paar Millivolt Fehler zuviel sind, dann braucht er halt noch 
einen Bufferverstärker am Eingang.
Es gibt auch Buchsen mit geschaltetem Kontakt, der den Eingang auf GND 
hängt wenn abgesteckt ist.  Mehr fällt mir dazu gerade nicht ein.

von Michael K. (mkoch)


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Falk B. schrieb:

> Nö. Er will ja keinen Unterschied zwischen echten 0V und offenem Eingang
> sehen. Das geht so einfach nicht, wenn nur eine unipolare
> Versorgungsspannung hat.

Wahrscheinlich hast du Recht. Ich habe ja auch noch keine Lösung 
gefunden, obwohl ich schon eine Weile über das Problem nachgedacht habe. 
Mit bipolarer Versorgung wäre es kein Problem.

Aber falls jemand eine schlaue Idee hat... immer her damit.

von Michael K. (mkoch)


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Udo S. schrieb:
>> -- Bei offenem Eingang soll die Ausgangssspannung ebenfalls 1.65V sein.
>
> Ist diese Forderung wirklich verpflichtend notwendig. Oder vielleicht
> doch nur ein "wäre nett"?

Ja, das ist notwendig. Ein Multimeter oder Oszilloskop zeigt ja auch 0V 
an, egal ob der Eingang kurzgeschlossen oder offen ist.

von Falk B. (falk)


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Michael K. schrieb:
> Ja, das ist notwendig. Ein Multimeter oder Oszilloskop zeigt ja auch 0V
> an, egal ob der Eingang kurzgeschlossen oder offen ist.

Dann erzeuge eine negative Versorgungsspannung per Ladungspumpe.

von Simon D. (jamen)


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Michael K. schrieb:
> So weit ist das alles kein Problem. Aber jetzt kommt die zusätzliche
> Anforderung die es schwierig macht:
>
> -- Bei offenem Eingang soll die Ausgangsspannung ebenfalls 1.65V sein.
> Mit anderen Worten: Die Ausgangsspannung soll bei offenem Eingang und
> bei kurzgeschlossenem Eingang gleich sein.
>
> Hat jemand eine Idee wie man das machen könnte?

Hallo Michael,

was passt denn an einem einfachen Differenzverstärker mit Offset von 
1.65V nicht? Der würde doch alle deine Anforderungen erfüllen, nicht? 
Wenn der Eingang offen ist, strebt der Ausgang gegen 1.65V, weil der 
positive Eingang über den Offset definiert ist und der Ausgang 
entsprechend den negativen Eingang nachregelt und damit auch gegen 1.65V 
strebt. Wenn der Eingang kurzgeschlossen ist spielen die beiden 
Eingangswiderstände aufgrund des "virtuellen Kurzschlusses" keine Rolle 
und der Ausgang strebt auch wieder gegen 1.65V.

Habe ich irgendwas übersehen?

LG Simon

von Falk B. (falk)


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Simon D. schrieb:
> Wenn der Eingang kurzgeschlossen ist spielen die beiden
> Eingangswiderstände aufgrund des "virtuellen Kurzschlusses" keine Rolle
> und der Ausgang strebt auch wieder gegen 1.65V.
>
> Habe ich irgendwas übersehen?

Ja. Bei offenem Eingang hat der OPV 1,42V am Ausgang und nicht 1,65V. 
Denn bei 0V am Eingang fließt ein Strom durch dein Eingangswiderstand 
des Differenzverstärkers und damit auch durch den 
Rückkopplungswiderstand.

von Michael K. (mkoch)


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Simon D. schrieb:
> was passt denn an einem einfachen Differenzverstärker mit Offset von
> 1.65V nicht? Der würde doch alle deine Anforderungen erfüllen, nicht?
> Wenn der Eingang offen ist, strebt der Ausgang gegen 1.65V, weil der
> positive Eingang über den Offset definiert ist und der Ausgang
> entsprechend den negativen Eingang nachregelt und damit auch gegen 1.65V
> strebt. Wenn der Eingang kurzgeschlossen ist spielen die beiden
> Eingangswiderstände aufgrund des "virtuellen Kurzschlusses" keine Rolle
> und der Ausgang strebt auch wieder gegen 1.65V.

Bitte zeige mal einen Schaltplan oder einen Link dahin, damit wir über 
die gleiche Schaltung reden. Bist du sicher dass die Ausgangsspannung 
gleich bleibt bei offenem bzw. kurzgeschlossenem Eingang? Ich meine dass 
das nicht so ist.

von Simon D. (jamen)


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Falk B. schrieb:
> Ja. Bei offenem Eingang hat der OPV 1,42V am Ausgang und nicht 1,65V.
> Denn bei 0V am Eingang fließt ein Strom durch dein Eingangswiderstand
> des Differenzverstärkers und damit auch durch den
> Rückkopplungswiderstand.

Michael K. schrieb:
> Bitte zeige mal einen Schaltplan oder einen Link dahin, damit wir über
> die gleiche Schaltung reden. Bist du sicher dass die Ausgangsspannung
> gleich bleibt bei offenem bzw. kurzgeschlossenem Eingang? Ich meine dass
> das nicht so ist.

Ich denke, ich habe das Problem falsch verstanden. Ich hatte angenommen, 
dass beide Eingänge des Differenzverstärkers offen wären, aber der 
negative Eingang liegt ja vermutlich fest auf GND, richtig? Das hatte 
ich nicht beachtet.

von Michael B. (laberkopp)


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Michael K. schrieb:
> Ist es möglich einen bipolar zu unipolar Konverter zu entwerfen der die
> folgenden Anforderungen erfüllt?

Ja, da du nicht verstärktst sondern abschwächst geht es sogar ohne 
OpAmp, nur mit Widerständen.

> So weit ist das alles kein Problem. Aber jetzt kommt die zusätzliche
> Anforderung die es schwierig macht:
> -- Bei offenem Eingang soll die Ausgangssspannung ebenfalls 1.65V sein

Das geht so einfach nicht mehr.

Ein OpAmp als Eingangsimpedanzwandler mit hochohmigem Widerstand nach 0V 
geht da nicht da er nur unipolar versorgt sein darf, aber bipolar 
versorgt sein müsste.

Ein niederohmiger Spannungsteiler der aus +/-10V erst man +/-3.3V macht, 
dann ein hochohmiger Spanungsteiler von dort nach 3.3V.
1
               +3.3V
2
                 |
3
                100k
4
                 |
5
                 +-- 0..3.3V
6
                 |
7
                100k
8
                 |
9
-10..+10V--6k66--+--3k33--GND
Aber ob deine Quelle so eine niederohmige Belastung mag und dein ADC so 
eine hochohmige Quelle, ist unklar.

von Michael K. (mkoch)


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Simon D. schrieb:
> Ich denke, ich habe das Problem falsch verstanden. Ich hatte angenommen,
> dass beide Eingänge des Differenzverstärkers offen wären, aber der
> negative Eingang liegt ja vermutlich fest auf GND, richtig? Das hatte
> ich nicht beachtet.

Die Schaltung soll nach aussen hin nur einen Eingang haben, und der ist 
auf Masse bezogen. Ich hatte das so verstanden, dass am zweiten Eingang 
des Differenzverstärkers die Spannung liegen müsste, die addiert werden 
muss damit das Signal in den positiven Bereich verschoben wird.

von Michael K. (mkoch)


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Michael B. schrieb:
> Ein niederohmiger Spannungsteiler der aus +/-10V erst man +/-3.3V macht,
> dann ein hochohmiger Spanungsteiler von dort nach 3.3V.

Interessante Idee, aber die Forderung nach gleicher Ausgangsspannung bei 
offenem / kurzgeschlossenem Eingang wird damit nur näherungsweise 
erfüllt.

von Michael K. (mkoch)


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Falk B. schrieb:
> Dann erzeuge eine negative Versorgungsspannung per Ladungspumpe.

Wenn der Op-Amp eine negative Versorgungsspannung hat, wie verhindert 
man dann dass der Ausgang negativ werden kann? Weil das würde der ADC 
Eingang nicht mögen. Serienwiderstand ~1kOhm am OP-Ausgang und eine 
Diode nach GND? Muss das eine Schottky-Diode sein? Oder kann man darauf 
vertrauen dass die Schutzdiode am Mikrocontroller-Eingangspin ausreicht?

: Bearbeitet durch User
von Falk B. (falk)


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Michael K. schrieb:
>> Dann erzeuge eine negative Versorgungsspannung per Ladungspumpe.
>
> Wenn der Op-Amp eine negative Versorgungsspannung hat, wie verhindert
> man dann dass der Ausgang negativ werden kann?

Gar nicht.

> Weil das würde der ADC
> Eingang nicht mögen.

Logisch. Man nimmt einen 2. OPV, der dann IMMER einen aktiv getriebenen 
Eingang hat (vom 1.) mit der Standardschaltung mit Offset. Hat auch den 
Vorteil, daß dann die Invertierung weg ist, aber das ist nebensächlich.

von Jens G. (jensig)


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Michael K. schrieb:
> -- Eingangsspannung -10V bis +10V

DC, oder AC.
Bei AC macht man einfach vor dem inv. Eingang des Subtrahierers (mit 
Offset via non-inv. Eingang) einen C (mit entsprechendem Spannungsteiler 
auf Seite der Signalquelle). Der C sorgt dann DC-mäßig für die 
Abtrennung der Signalquelle von der DC-Offsetspannung des inv. Eingangs.
Wenn es DC sein soll, macht man eine 1,65V-Mignonzelle stattdessen rein 
- Problem gelöst ... ;-)

: Bearbeitet durch User
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