Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Aktuelles bleifreies Lötzinn


von Alexander W. (Firma: AW-Elektronik) (alexanderwalter)


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Guten Abend!

nach dem sich wohl einiges am Bleifreimarkt getan hat, wollte ich fragen 
was ist momentan das "beste" bleifreie Lötzinn für Handlöten?

Wir haben momentan noch das RND mit SnAg0.3Cu0.7 was "relativ" hohe 
Löttemperaturen benötigt. Gibt es bleifrei das an das alte Lötverhalten 
von bleihaltig ran kommt oder gar übertrifft?
von Stefan W. (stefan_w234)


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Alexander W. schrieb:
> was ist momentan das "beste" bleifreie Lötzinn für Handlöten?

Almit oder Genma, schenken sich eigentlich nix. Ich benutze Genma weil 
der Vertrieb von denen nur ein paar Dörfer weiter ist. Genauer: 
YS-RMA-NP303. Haben auch einige Kunden von mir jetzt im Einsatz und sind 
hochzufrieden.
Das Benetzungsverhalten ist sehr gut, bis auf den höheren Schmelzpunkt 
ist praktisch kein Unterschied mehr zum verbleiben Lot festzustellen.
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Alexander.

Alexander W. schrieb:

> nach dem sich wohl einiges am Bleifreimarkt getan hat, wollte ich fragen
> was ist momentan das "beste" bleifreie Lötzinn für Handlöten?

Die meiste (und beste) Erfahrung habe ich mit Almit SR-37 LFM-48-S.
Solidus Temperatur 217°C, Liquidus Temperatur 221°C

3% Ag, 0,5% Cu der Rest ist Zinn.

Dazu vom gleichen Hersteller das Flußmittel. Selbst angerührtes mit 
Kolophonium und Isopropanol funktioniert auf "normalen" Lötstellen aber 
auch. Das von Almit ist aber aggressiver und funktioniert auch noch so 
einigermassen auf angelaufenen Stellen.

> Wir haben momentan noch das RND mit SnAg0.3Cu0.7 was "relativ" hohe
> Löttemperaturen benötigt. Gibt es bleifrei das an das alte Lötverhalten
> von bleihaltig ran kommt oder gar übertrifft?

Ich stelle die Lötstation auf 330°C. Das ist einigermassen hoch, aber 
nicht so hoch, dass die Lötspitze verzundert. Damit löte ich SMD und 
THT. Bei ganz dicken
Lötstellen in der Leistungselektronik drehe ich die Temperatur aber auch 
hoch, und anschließend schnell wieder runter, damit die Spitze nicht 
verzundert.

Das Problem bei Bleifrei und Weller WTCP ist halt, das dort bei den 
Magnastatspitzen eine Leistungslücke ist. 370°C Spitzen (7) halten 
ausreichend Wärmeenergie bereit, aber verzundern. Die nächste Nummer 
darunter 6 (310°C) ist zwar prinziepiell heiß genug, und verzundert 
nicht, aber die Wärmeenergie in der Spitze ist etwas wenig, und dann 
kann der Lötkolben, wenn das Wärmereservoir der Spitze aufgebraucht ist, 
nur wenig nachliefern.


Typ PT-5: 260°C
Typ PT-6: 310°C
Typ PT-7: 370°C
Typ PT-8: 425°C
Typ PT-9: 480°C

Daher sind moderne elektronische Lötkolben, die genauer geregelt werden 
können und viel Leistung haben, für bleifrei besser geegnet. Du musst 
sie nicht so heiß einstellen, weil der Lötkolben besser Energie 
nachliefern kann. Das Heizelement ist direkter mit der Spitze gekoppelt. 
Darum kannst Du auch eine Temperatur wählen, wo die Lötspitze noch nicht 
verzundert, aber du hast trotzdem genug Energie.

"Neu" ist das aber alles nicht. Ich kenne das Zeug seit mindestens 12 
Jahren. ;O)

Mit freundlichem Gruß:
Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
: Bearbeitet durch User
von Alexander W. (Firma: AW-Elektronik) (alexanderwalter)


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Vielen Dank für Eure Kommentare!

Ich schaue mir mal das Almit SR-37 LFM-48-S von Bernd an!
von Alexander S. (alesi)


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Alexander W. schrieb:
> was ist momentan das "beste" bleifreie Lötzinn für Handlöten?

Vor mehreren Jahren wurde u.a. Amasan BF32-3 empfohlen
Beitrag "Vergleich Lötzinne: Felder EL Sn100Ni+ und Amasan BF32-3"

Das verwende ich immer noch.

Bezugsquellen z.B.

https://www.soldanshop24.de/armack-loetdraht-typ32-3/0-5-mm-100-g

https://display3000.com/shop/werkstatt/loetzinn-lote/bleifreies-loetzinn-2.html

Warnungen vor display3000 (ohne Wertung)
Beitrag "Shop Display3000"
von Keks F. (keksliebhaber)


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Stefan W. schrieb:
> Haben auch einige Kunden von mir jetzt im Einsatz und sind
> hochzufrieden.

Bin auch "Kunde", weil von dir hier gekauft, ha.

Finde es top, danke nochmal dafür!
von Stefan W. (stefan_w234)


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Keks F. schrieb:
> Bin auch "Kunde", weil von dir hier gekauft, ha.
>
> Finde es top, danke nochmal dafür!

Hi, freut mich sehr, dankeschön. Mit "Kunden" habe ich hier aber 
tatsächlich gewerbliche Kunden gemeint, bei denen ich Schulungen 
durchgeführt habe.
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Stefan.

Stefan W. schrieb:

> Mit "Kunden" habe ich hier aber
> tatsächlich gewerbliche Kunden gemeint, bei denen ich Schulungen
> durchgeführt habe.

IPC 7711/21 ?

Mit freundlichem Gruß:
Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
von Keks F. (keksliebhaber)


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Stefan W. schrieb:
> Hi, freut mich sehr, dankeschön. Mit "Kunden" habe ich hier aber
> tatsächlich gewerbliche Kunden gemeint, bei denen ich Schulungen
> durchgeführt habe.

Ich weiß, deshalb meine Anführungszeichen. 😉
von Joe (joepc)


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Hallo, ich bin auch auf der Suche nach bleifreien Lot

Stannol meint ihr Stannol SA100C ist besser als ein SAC305
https://stannol.de/nihon-superior

Hat jmd. damit schon Erfahrungen gemacht?
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Wenn die Platinen alle fachgerecht entsorgt und recycled werden würde, 
wäre das Blei kein Problem.
von Stefan W. (stefan_w234)


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Bernd W. schrieb:
> IPC 7711/21 ?

IPC J-STD-001 und IPC-A-610
von Alexander W. (Firma: AW-Elektronik) (alexanderwalter)


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Joe schrieb:
> Hallo, ich bin auch auf der Suche nach bleifreien Lot
>
> Stannol meint ihr Stannol SA100C ist besser als ein SAC305
> https://stannol.de/nihon-superior
>
> Hat jmd. damit schon Erfahrungen gemacht?

Du meinst SN100C? Das haben wir in einer Selektivanlage. Ich bin damit 
nicht so zufrieden, da es trotz den niedrigen Schmelzpunktes eine hohe 
Löttemperatur erfordert. Allerdings muss man aufpassen mit dem 
Flussmittel, denn das muss dazu passen.
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