Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik 3-Transistor Touch → Relais (mit ESD-Schutz) Hilfe


von Monken M. (mehdihz)


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Hi Leute,

Ich habe die unten angehängte Schaltung für einen  Touch-Sensor bzw. 
Touch-Schalter entworfen und würde gerne ein technisches Review dazu 
einholen. Insbesondere interessiert mich eine Einschätzung zur 
ESD-Schutzbeschaltung: Ist die gewählte Schutzstruktur aus 
ESD-Dioden/Clamp-Pfad ausreichend dimensioniert und korrekt gegen 
typische ESD-Impulse (IEC 61000-4-2) ausgelegt?

Die Schaltung ist als einfacher kapazitiver Touch-Schalter gedacht, 
Versorgung typischerweise im Bereich 3.3–5 V. Konstruktive Kritik und 
Vorschläge zur Verbesserung (insbesondere aus EMV-/ESD-Sicht) sind 
ausdrücklich willkommen.
Grüße,Medi

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Würde ich so nicht machen. Wenn man den Touch Pad berührt,
gibt man ja eine Brummspannung, also eine Wechselspannung
auf den Eingang. Also würde ich einen Wechselspannungverstärker
und keinen gleichspannungsgekoppelten Verstärker
benutzen. Also die ersten zwei Stufen kondensatorgekoppelt
machen. Den Arbeitspunkt von Q1 und Q2 am Kollektor auf
halbe Betriebsspannung einstellen. Dann mit Greinacherschaltung
gleichrichten und mit dieser Gleichspannung dann Q3 ansteuern.

https://de.wikipedia.org/wiki/Spannungsverdoppler

: Bearbeitet durch User
von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Und C1 weglassen, damit die Wechselspannung am Eingang
nicht kurzgeschlossen wird.

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Monken M. schrieb:

> Ich habe die unten angehängte Schaltung für einen  Touch-Sensor bzw.
> Touch-Schalter entworfen und würde gerne ein technisches Review dazu
> einholen.

> Die Schaltung ist als einfacher kapazitiver Touch-Schalter gedacht

Das ist sie aber nicht. Sie ist ein schlecht aufgebauter Verstärker, der 
eingekoppelte Brummspannungen verstärken soll. Ein kapazitiver Sensor 
detektiert - wie schon im Namen steckt - die Änderung einer Kapazität. 
Deswegen arbeitet ein kapazitiver Sensor auch ohne galvanische Kopplung, 
z.B. durch eine Glasplatte. Man muß keine Metallfläche direkt berühren.

Man kann das so bauen (also mit Brummspannungserkennung), z.B. wenn 
man das ganze ohnehin im weiteren Sinne am Netz betreiben will. Siehe 
z.B. Touchdimmer a'la SLB0586. Das funktioniert auch mit einem Netzteil. 
Mit Batterien und auf der Wiese eher nicht mehr.

Oder man baut die Touchsensoren zweipolig, bei denen man mit dem Finger 
zwei Kontaktflächen berührt und so einen hochohmigen Schluß herstellt. 
Historisch hat man die ersten Touchsensoren, z.B. in Geräten der 
Unterhaltungselektronik, genau so gebaut. Das Problem ist dann Dreck und 
Feuchtigkeit aus der Umgebung.

Für einen echten kapazitiven Sensor muß man aber mehr Aufwand betreiben. 
Andererseits gibt es die fertig als kleine Platinchen vom Chinesen.

Ich bewundere deinen Enthusiasmus, das von Grund auf selber bauen zu 
wollen. Aber ein bisschen Hilfe in Form von Beispielen, z.B. aus der 
Literatur, solltest du schon annehmen.

Ich habe meinen ersten zweipoligen Touchsensor in den 80ern als Schüler 
gebaut. Nach einer Anleitung in der damaligen Bastler-Literatur. IIRC 
war es "Das Große Elektronik-Bastelbuch" von Jakubaschk.

von Wastl (hartundweichware)


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Wer Analog-Schaltungen ohne Abblock-Kondensatoren aufbaut,
nachmacht oder verfälscht, insbesondere bei existierenden
Schaltungen die Abblock-Kondensatoren weglässt oder falsch
verschaltet oder selbst solche Schaltungen entwirft, in Verkehr
bringt und/oder aufbaut ohne Abblock-Kondensatoren nach Hersteller-
Empfehlungen zu verwenden, wird mit Zugangs-Ausschluss vom
Mikrokontroller-Forum nicht unter zwei Jahren bestraft.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Günter L. schrieb:
> Und C1 weglassen, damit die Wechselspannung am Eingang
> nicht kurzgeschlossen wird.

Rechne mal den Scheinwiderstand für 10nF@50 Hz, da wird nichts 
kurzgeschlossen.

Wastl schrieb:
> Wer Analog-Schaltungen ohne Abblock-Kondensatoren aufbaut,
> nachmacht oder verfälscht, ...

Unsinn, analoge Schaltungen sind bzgl. Abblockung anders als 
Digitalzeug und kommen in vielen Fällen ohne aus.

von Nemopuk (nemopuk)


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D1 wird niemals leiten, weil die B-E Strecke des Transistor keine so 
hohe Soannung zulässt.

D2 ist nutzlos, weil der Transistor von negativer Eingangsspannung nicht 
kaputt geht.

: Bearbeitet durch User
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Ah ja, eine 1000V Diode muss es als Freilauf natürlich sein, aber 
niemand schreibt in die Schaltung, das das Relais höchstens 100mA 
Erregerstrom haben darf. Es fehlt der Monoflop, um das Relaisflattern zu 
verhindern. Also ruhig den o.a. Greinacher verwenden.
Und da wir da ein Relais drin haben, darf da auch ruhig ein Abblockelko 
an der Speisung drin sein.

Manfred P. schrieb:
> und kommen in vielen Fällen ohne aus
[Ironie]
Ja, genau. Wir haben hier einen hochverstärkenden Schaltverstärker, der 
kommt natürlich ohne gesiebte Speisung aus.
[/Ironie]

von Gregor J. (Firma: Jasinski) (gregor_jasinski)


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Monken M. schrieb:
> Ich habe die unten angehängte Schaltung für einen Touch-Sensor bzw.
> Touch-Schalter entworfen und würde gerne ein technisches Review dazu
> einholen.

Aber noch nicht nachgebaut, um zu schauen, ob und wie der Entwurf 
überhaupt funktioniert?

: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Nemopuk schrieb:
> D1 wird niemals leiten, weil die B-E Strecke des Transistor keine so
> hohe Soannung zulässt.

Einverstanden.

> D2 ist nutzlos, weil der Transistor von negativer Eingangsspannung nicht
> kaputt geht.

Unfug, das wäre U(EB) oder U(BER), wo typisch nur 6V zulässig sind. D2 
bleibt gefälligst drin.

Matthias S. schrieb:
> Ah ja, eine 1000V Diode muss es als Freilauf natürlich sein,

Die kostet das gleiche oder sogar weniger als eine 1N4001 und ist 
deshalb kein Designfehler. Vielleicht könnte er ja speziell für Dich 
eine 1N914 eintragen?

Matthias S. schrieb:
> Manfred P. schrieb:
>> und kommen in vielen Fällen ohne aus
> [Ironie]
> Ja, genau. Wir haben hier einen hochverstärkenden Schaltverstärker, der
> kommt natürlich ohne gesiebte Speisung aus.
> [/Ironie]

Quark, die 'gesiebte' Spannung liefert das Netzteil. Wenn ich etwas 
aufbaue, male ich da selten einen Elko dran, weil er Bestandteil des 
Netzteils ist.

Gregor J. schrieb:
> Aber noch nicht nachgebaut, um zu schauen, ob und wie der Entwurf
> überhaupt funktioniert?

Das haben wir gemacht, als wir mangels Internet noch eigenständig denken 
durften. Heutzutage muß man jeden Scheiß am PC simulieren und 
totdiskutieren anstatt Lötkolben und Multimeter zu benutzen.

von Mani W. (e-doc)


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Wastl schrieb:
> Wer Analog-Schaltungen ohne Abblock-Kondensatoren aufbaut,

Es gibt genug Analogschaltungen auch ohne...

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Manfred P. schrieb:
> Die kostet das gleiche oder sogar weniger als eine 1N4001 und ist
> deshalb kein Designfehler. Vielleicht könnte er ja speziell für Dich
> eine 1N914 eintragen?

Ja bitte. Ich sage nicht, daß eine 1N4007 nicht funktioniert, halte es 
aber für falsch, einen einzigen Typ festzulegen. Das eigentlich wichtige 
Bauteil hingegen, das Relais, wird nur grob mit 5-12V bezeichnet, ohne 
jegliche Angabe zum Erregerstrom.
Typisch halbfertiger Vorschlag aus dem Internet und wir baden es aus.

Mani W. schrieb:
> Es gibt genug Analogschaltungen auch ohne...

Besser werden sie dadurch aber auch nicht. Warum sollte man sich die 
parr Cent sparen und sich dann über Fehlauslösungen wundern? Die erste 
Stufe sollte ohnehin eine extra Siebkette bekommen.

: Bearbeitet durch User
von Nemopuk (nemopuk)


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Matthias S. schrieb:
> Und da wir da ein Relais drin haben, darf da auch ruhig ein Abblockelko
> an der Speisung drin sein.

Wieso das? Was soll der in Zusammenhang mit dem Relais abblocken?

Verstehe mich nicht falsch, ich hätte auch einen eingebaut. Aber nicht 
wegen dem Relais.

Manfred P. schrieb:
> Unfug, das wäre U(EB) oder U(BER), wo typisch nur 6V zulässig sind.

Na und? Die Basis hat einen 10 MΩ Vorwiderstand. Wie viel Spannung 
willst du dort anlegen, um die Sperrschicht des Transistors zu 
verheizen? 6V reicht nicht. Auch keine 6000V.

: Bearbeitet durch User
von Gerald B. (gerald_b)


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Nimm einen N-Kanal FET oder besser noch so einen Smart Low Side Power 
Switch. Hier verkauft jemand gerade zufällig den BTS141 im Marktforum. 
Den normalen PowerFET schützt du wie deinen ersten Transistor. 2 
Sensorflächen, eine gegen +, die andere aufs Gate, 10 Megaohm gegen 
Masse und fertig. Falls das Ding nur eine Halbwelle vom Netzbrumm 
einfängt, dann noch einen 10n Kerko vom Gate gegen Masse.
So habe ich vor 30 Jahren Sensortasten für 12V Etalko Stromstoßrelais 
gebaut. Von 5 Tasten in 30 Jahren 24/7 Betrieb null Ausfälle. Damals war 
noch nix mit Logiclevel. Das waren BUZ10, oder was in der Art.

: Bearbeitet durch User
von Mani W. (e-doc)


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Matthias S. schrieb:
> Mani W. schrieb:
>> Es gibt genug Analogschaltungen auch ohne...
>
> Besser werden sie dadurch aber auch nicht. Warum sollte man sich die
> parr Cent sparen und sich dann über Fehlauslösungen wundern? Die erste
> Stufe sollte ohnehin eine extra Siebkette bekommen.

Da spricht man aber nicht unbedingt von Abblockkondensatoren, eher
von Sieb- und Glättungskondis...

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Nemopuk schrieb:
>> Und da wir da ein Relais drin haben, darf da auch ruhig ein Abblockelko
>> an der Speisung drin sein.
>
> Wieso das? Was soll der in Zusammenhang mit dem Relais abblocken?

Wenn das Relais Strom zieht, und das wird es im Erregerfall tun, ist ein 
Spannungsabfall auf der Versorgung verhanden. Lässt das Relais wieder 
los, gibts einen Spannungspeak. Das ist zwar nicht besonders viel, kann 
aber bei dem hochverstärkenden Frontend zum wiederholten Auslösen 
führen. Und wieso soll man Ärger riskieren, wenn es so einfache Abhilfe 
gibt? Wie o.a., hätte ich in die Versorgung der ersten Stufe auch noch 
eine extra Siebung verbaut.

Mani W. schrieb:
> Da spricht man aber nicht unbedingt von Abblockkondensatoren, eher
> von Sieb- und Glättungskondis...

Ach du meine Nase. Dann sprechen wir von Reservoirelkos... Zufrieden?

: Bearbeitet durch User
von M.A. S. (mse2)


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Manfred P. schrieb:
> Rechne mal den Scheinwiderstand für 10nF@50 Hz, da wird nichts
> kurzgeschlossen.
Dass da 10 Megaohm zwischen Touchpad und dem C liegen hast Du gesehen?

von Mani W. (e-doc)


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Matthias S. schrieb:
> Dann sprechen wir von Reservoirelkos... Zufrieden?

Von mir aus, klingt aber komisch...

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