Forum: Haus & Smart Home EV einphasig laden - macht das jemand real?


von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Wir denken jetzt ernsthaft über die Anschaffung eines E-Autos nach.
Der Netzbetreiber fordert eine entsprechende Anpassung an AR-N 4100 für 
eine wallbox-Installation, was bei uns zus. erhebliche Kosten 
verursachen würde, praktisch neuer Zählerschrank.
Eigentlich käme ich aber auch mit anmeldefreien 3,6kW Wechselstrom 
zurecht, würde auch perfekt zu meiner Solaranlage passen. Natürlich dann 
keine Schukodose, sondern CEE.
Es kursieren aber immer wieder Meinungen (meiner Meinung nach Gerüchte) 
dass dann der Ladewirkungsgrad auf um die 50% sinkt - macht das 
irgendeinen Sinn? Ich kann es mir nicht vorstellen.
Also die Frage: hat jemand eigene tatsächliche Erfahrungen?

von Oliver S. (oliverso)


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H.Joachim S. schrieb:
> Es kursieren aber immer wieder Meinungen (meiner Meinung nach Gerüchte)
> dass dann der Ladewirkungsgrad auf um die 50% sinkt

Das zwar nicht, aber ineffektiver ists schon. Die Steuergeräte im Auto 
laufen beim laden alle mit, je nach Model auch mal eine Kühlpumpe, 
Lüfter, oder sonstwas. Da sind dann schonmal gerne 500W oder so einfach 
weg.

Wenn der Strom von der eigenen PV kommt, spielt das keine Rolle, 
ansonsten zahlst du halt etwas mehr.

Oliver

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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H.Joachim S. schrieb:
> würde auch perfekt zu meiner Solaranlage passen.

H.Joachim S. schrieb:
> der Ladewirkungsgrad auf um die 50% sinkt

Also in dem Falle wäre das sogar egal, wenn Du tagsüber laden kannst.

Grund dafür wäre die vielen Nebenverbraucher beim Laden. Aber in der 
Regel fällt das nicht so stark ins Gewicht:

Verbrauch Nebenverbraucher: Während des Ladens fließen meist ca. 200 bis 
400 Watt (0,2 - 0,4 kW) in die Nebenaggregate, je nach Fahrzeugmodell.
Niedrige Ladeleistung (z.B. 2,3 kW Steckdose): Hier fallen die 300W 
Nebenverbraucher ins Gewicht, da sie einen spürbaren Anteil der Leistung 
verbrauchen, der nicht im Akku ankommt.

Aber das gilt für normale EAutos. Wenn Du allerdings einen richtig 
dicken E-SUV mit sehr großer Reichweite des Akkus kaufen wolltest, um in 
der Siedlung mächtig anzugeben, dann wirst Du einen Tod sterben müssen.

von Marek N. (db1bmn)


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Du hast ne Solaranlage aber keinen Normzählerschrank? kopfkratz

von Hmmm (hmmm)


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H.Joachim S. schrieb:
> Es kursieren aber immer wieder Meinungen (meiner Meinung nach Gerüchte)
> dass dann der Ladewirkungsgrad auf um die 50% sinkt - macht das
> irgendeinen Sinn?

Nein. Wenn Du nur mit 6A laden würdest, würdest Du die Nebenverbraucher 
natürlich deutlicher bemerken, aber mit 16A einphasig komme ich ungefähr 
auf die dreifache Ladezeit im Vergleich zu 16A dreiphasig, die 
Nebenverbraucher machen also keinen riesigen Unterschied.

Achte übrigens darauf, eine 16A-ICCB zu verwenden. Die von den 
Herstellern mitgelieferten gehen oft nur bis 10A, ein Steckertausch 
reicht also nicht.

Oliver S. schrieb:
> je nach Model auch mal eine Kühlpumpe,
> Lüfter, oder sonstwas.

Die werden i.d.R. bei Bedarf zugeschaltet. Ich glaube, ich habe das 
bisher nur bei Schnellladung erlebt.

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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H.Joachim S. schrieb:
> Eigentlich käme ich aber auch mit anmeldefreien 3,6kW Wechselstrom
> zurecht, würde auch perfekt zu meiner Solaranlage passen. Natürlich dann
> keine Schukodose, sondern CEE.
> Es kursieren aber immer wieder Meinungen (meiner Meinung nach Gerüchte)
> dass dann der Ladewirkungsgrad auf um die 50% sinkt - macht das
> irgendeinen Sinn?

Der Ladewirkungsgrad sinkt weil die Ladeschaltung bis 300W nimnt, aber 
eben nicht auf 50%.

Natürlich lädt man sein e-Auto so, wenn es tagsuber ausreichend Zeit 
hat, schon alleine um das Netz zu schonen und die eigene PV nicht zu 
leistungsstark dimensionieren zu müssen.

Hat man nur nachts Zeit, ist mit PV natürlich duster, und es bleibt nur 
das geringer belastete Netz als Vorteil und man spart das Geld fur die 
Wallbox. Aber eine dauerstromspezifizierte Steckdose darf es sein.

Beitrag "Re: Schuko Steckdose für 16A@24h?"

Alle Leute, die keine Wallbox finden, laden mit dem Schukokabel, das 
meist sogar mitgeliefert ist.

: Bearbeitet durch User
von Heinz R. (heijz)


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Dieter D. schrieb:
> Aber das gilt für normale EAutos. Wenn Du allerdings einen richtig
> dicken E-SUV mit sehr großer Reichweite des Akkus kaufen wolltest, um in
> der Siedlung mächtig anzugeben, dann wirst Du einen Tod sterben müssen.

keine Ahnung was das mit dem Thema zu tun hat?

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Marek N. schrieb:
> Du hast ne Solaranlage aber keinen Normzählerschrank?

Yes, im Moment 4kWp + 10kWh-Speicher Inselanlage, keine Einspeisung.
Platz wäre für weitere 4kWp.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Heinz R. schrieb:
> keine Ahnung was das mit dem Thema zu tun hat?

Kaufe nicht das falsche EAuto, wenn nur mit dem Ladeziegel zu Hause 
geladen werden soll, ironisch anhand einer unpassenden Fahrzeugwahl 
aufgezeigt.

von Bruno V. (bruno_v)


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jetzt 60tkm E-Up mit 10A, normaler Schuko, beigelegter Adapter.

Mir reicht das. Ich vermute mal, dass da Zahlen vermischt werden, also 
Nebenverbrauch beim Laden bis zu mit gemächlichem Haushaltsstromladen. 
Warum sollte da irgendwas kühlen. Und ein Steuergerät mit 300W "im 
Leerlauf" wäre für mich ein arger Designfehler.

Ab und an fühle ich, ob die Steckdose warm wird oder die Zuleitung. Aber 
nicht jedes Jahr. Wärmebild-Kamera habe ich, fand ich bisher aber nicht 
notwendig.

: Bearbeitet durch User
von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Solche Praxisberichte suche ich..
Aber du hast wahrscheinlich keine belastbare Zahlen?
Naja, allein physikalisch - 1,8kW Verlust hieße ja Ende hauptsächlich 
Wärme, und die müsste irgendwo hin. Mit 75-80% wäre ich gut dabei.
Es soll hauptsächlich irgendwie in Richtung Überschussladen gehen, was 
zu einem rel. grossen Teil auch den Bedarf decken würde.

von Bruno V. (bruno_v)


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H.Joachim S. schrieb:
> Aber du hast wahrscheinlich keine belastbare Zahlen?

Der hat ja so eine VW-App, wo man das Laden starten und überwachen kann, 
mit Anzeige der Restladezeit. Überschlägig kommt es hin, d.h. wenn er 
50% Laden soll (16kWh), dann braucht er etwa 7h. Ich habe nicht geprüft, 
ob er wirklich nur 10A zieht, gehe aber davon aus. Zudem spielen die 
Hersteller (also auch VW) ja ein bisschen mit brutto/netto (36,8/32,3 
kWh).

von Uwe (uhi)


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Belastbare Zahlen setzen voraus, das konkrete Auto zu vermessen. Mein 
Ioniq von 2018 gönnt sich ca. 200W Nebenverbraucher, das sind schon mal 
10% Verlust, wenn er an der Schuko nuckelt und dabei 2kW am Akku 
ankommen. Ein paar weitere Prozente gehen im Onboard-Charger verloren, 
so dass am Ende irgendwas um die 80% Wirkungsgrad rauskommt.
Wenn der Strom vom Dach kommt, tut (mir) das nicht weh. Wenn man 
Effizienzfuchs ist, wird man vielleicht in schnelleres Laden 
investieren. Geschmackssache aus meiner Sicht.

von Sven L. (sven_rvbg)


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H.Joachim S. schrieb:
> Solche Praxisberichte suche ich..
> Aber du hast wahrscheinlich keine belastbare Zahlen?
> Naja, allein physikalisch - 1,8kW Verlust hieße ja Ende hauptsächlich
> Wärme, und die müsste irgendwo hin. Mit 75-80% wäre ich gut dabei.
> Es soll hauptsächlich irgendwie in Richtung Überschussladen gehen, was
> zu einem rel. grossen Teil auch den Bedarf decken würde.
Mein Fzg. kann nur 1-phasig AC - theoretisch 32A, was aber 
Schieflastladen darstellen würde, was laut 4100 nicht erlaubt ist.

Ich hab aber trotzdem eine 11kW Wallbox und mache Überschussladen.

Willst Du deine Inselanlage zur netzgekoppelten Anlage umbauen? Dann 
musst Du auch den Zählerschrank umbauen. Was man oft macht, hinter dem 
Hausanschluss einen neuen normgerechten Zählerschrank installieren und 
den alten Zählerschrank als Unterverteiler weiter betreiben.

An normaler Steckdose laden, wo auf dem Weg zum Verteiler wer weiß wie 
viele Klemmstellen sind, wäre jetzt nicht so meins.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Sven L. schrieb:
> Willst Du deine Inselanlage zur netzgekoppelten Anlage umbauen?

Genau das will ich eigentlich nicht, habe allerdings das backup auf 
Netzbetrieb umzuschalten (und ggf. auch so zu Laden).
Mein "Normalverbrauch" liegt bei nur noch bei ca. 4..5kWh/Tag, incl. 
Warmwasser-WP, Ertrag wären gegenwärtig >20kWh/Tag.
Das Auto steht eben viel rum, ich fahr nicht mehr jeden Tag irgendwohin. 
Und für die langen Reisen ist es eh egal, was ich zu Hause habe.

von Heinz R. (heijz)


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Dieter D. schrieb:
> Kaufe nicht das falsche EAuto, wenn nur mit dem Ladeziegel zu Hause
> geladen werden soll, ironisch anhand einer unpassenden Fahrzeugwahl
> aufgezeigt.

zu Deiner Beruhigung - hier steht ein BMW G05 vor der Tür- Protzerauto 
- der kann sogar nur 1phasig laden - aber das reicht vollkommen aus

3phasige Wallbox ist vorhanden, vom Staat finanziert

Es kommt immer auf die Strecken an und die Bedürfnisse - aber selbst mit 
einem reinen E-Auto - die Nacht ist lang genug um nachzuladen, auch wenn 
nur 1phasig

von Sven L. (sven_rvbg)


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H.Joachim S. schrieb:
> Genau das will ich eigentlich nicht, habe allerdings das backup auf
> Netzbetrieb umzuschalten (und ggf. auch so zu Laden).
> Mein "Normalverbrauch" liegt bei nur noch bei ca. 4..5kWh/Tag, incl.
> Warmwasser-WP, Ertrag wären gegenwärtig >20kWh/Tag.
> Das Auto steht eben viel rum, ich fahr nicht mehr jeden Tag irgendwohin.
> Und für die langen Reisen ist es eh egal, was ich zu Hause habe.
Verstehe ich das richtig, das Du dein Haus i.d.R als Insel betreibst und 
dann bei Bedarf (Akku leer / keine Sonne) auf Netz umschaltest.

Läuft denn die Insel mit stabiler Frequenz? Bei meiner netzgekoppelten 
Anlage ist es so, das Heizstabansteuerung und Wallbox im Notstromfall 
nicht laufen, da die PV-Anlage keine Bezugspunkt hat, auf den sie 
ausregeln kann und die Frequenz auf 53Hz angehoben wird.

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