Bekanntlicherweise wurde ja in Westeuropa seit den Achtzigern die Netzspannung von 220V ± 10% auf 230V± 10% angehoben, während andere Regionen wie bspw. VR China und Belarus bei niedrigeren Nennspannung v. 220V blieben.
Die Gründe für den Wechsel gelten ja universal - sind mglw. Pläne der Regionen für weitere Anpassungen zwischen den Nennspannungen bekannt ?
Bekanntlicherweise wurde ja in Westeuropa seit den Achtzigern die
Netzspannung von 220V ± 10% auf 230V± 10% angehoben, (...)
Wobei das der Nennwert ist. Der Realwert an der Steckdose gemessen ist in DE eher 220 V auf dem Land und 230 V in der Stadt, und in UK eher 240 V. Liegt alles im Toleranzfeld und ist damit erlaubt.
An meinem Labortisch misst mein Fluke 87V gerade 231 V.
Ist halt die Frage ob und wie man in einer Netz-Region von 207V ... 253V mit importierten, eigentlich preiswert für einen Binnenmarkt mit 198 ... 242V Spannung konstruierten (Sicherheits-)trafos zu tun hat.
mit importierten, eigentlich preiswert für einen Binnenmarkt mit 198 ...
242V Spannung konstruierten
Sicher, daß der nominale Toleranzbereich in China ebenfalls +/-10 % beträgt?
Ich konnte eben keine Angabe im Web dazu finden. Könnte mir aber vorstellen, daß in Asien größere Toleranzen üblich wären. In Deutschland war man da ja schon immer besonders "pingelig" (was natürlich auch durchaus berechtigt ist).
Bei 220 V +15 % wäre man nämlich auch schon genau bei 253 V.
Sicher, daß der nominale Toleranzbereich in China ebenfalls +/-10 %
beträgt?
Ich konnte eben keine Angabe im Web dazu finden. Könnte mir aber
vorstellen, daß in Asien größere Toleranzen üblich wären. In Deutschland
war man da ja schon immer besonders "pingelig" (was natürlich auch
durchaus berechtigt ist)
Der national power-quality standard GB/T 12325-2008 sagt in China 220V+/-7%, also weit pingeliger.
Sicher, daß der nominale Toleranzbereich in China ebenfalls +/-10 %
beträgt?
Bekanntlicherweise gehen das Einparteiensystem in Rotchina rigoros gegen alle Abweichler vor, vielleicht sind es ja 0% Toleranz ?! SCNR
Scherz beiseite, da ist tatsächlich nicht auf die Schnelle zu finden, für die 10% spricht aber, das das eben auf den "Ostblock-Standard" von 220V mit 10% Toleranz passt. Wobei sich für die 220V leicht eine Norm finden lässt (bspw. TGL 200-0636) aber nicht für 10%. Formulierungen an Betriebsanleitungen lauteten gern ".. Abweichungen von bis zu 10% sind zu tolerieren ... "). Also keine "Qualitätszusicherung" seitens des Netzbetreibers sondern eine Anforderung an das Endgerät.
Der national power-quality standard GB/T 12325-2008 sagt in China
220V+/-7%, also weit pingeliger.
Guter Hinweis, IMHO, gibt es aber mehr Netzbetreiber als das "National Power grid", historisch gesehen wäre da bspw. Hongkong.
das das eben auf den "Ostblock-Standard" von
220V mit 10% Toleranz passt. Wobei sich für die 220V leicht eine Norm
finden lässt (bspw. TGL 200-0636) aber nicht für 10%. Formulierungen an
Betriebsanleitungen lauteten gern ".. Abweichungen von bis zu 10% sind
zu tolerieren ... "). Also keine "Qualitätszusicherung" seitens des
Netzbetreibers sondern eine Anforderung an das Endgerät.
deswegen gab es im "Osten" also Spannungkonstanter, ich habe von sowas erst 20 Jahre später erfahren, unser Netz war sehr stabil.
Ich war tatsächlich vor Absenden am überlegen, ob ich 0 oder 100 wähle.
Denke auch mal drüber nach.
Und offensichtlich haste nicht darüber nachgedacht, worin der Unterschied zwischen Zitat und Quellenverweis besteht. Zitate sind als solche mit ">" gekennzeichnet und wer der Urheber des Geschreibsel ist, fördert ein simpler Zucker am Scrollrad zutage.
Aber mei, manche kacken Korinthen und manche nicht.
Der Realwert an der Steckdose gemessen ist
in DE eher 220 V auf dem Land und 230 V in der Stadt, und in UK eher 240
V. Liegt alles im Toleranzfeld und ist damit erlaubt.
An meinem Labortisch misst mein Fluke 87V gerade 231 V.
Der Realwert auf dem Land liegt seit Einführung der PV-Förderung, also seit vielen Jahren, bei Tageslicht jenseits der 240V, bei Sonne sogar sehr deutlich.
Kommt das drauf an, wie ländlich das Land dieser Definition gemäss sein muss? Wenn ich mich auf den USVs der Region umsehe, kommt normalerweise ca 230V raus, egal wie gross der Ort ist. Ein Einsiedelhof ist zwar nicht dabei, aber die eine oder andere Kleinstadt.
Bei dem von Ralf X. genannten Zitat war genau das aber in deinem obigen Beitrag /nicht/ der Fall. Der Satz war in keiner Weise gekennzeichnet. Daß es sich dabei um ein Zitat handeln mußte, erschloß sich nur, wenn man zuvor das Original von Michael B. gelesen hatte.
Zur Spannungsregelung gibts im Wesentlichen drei Möglichkeiten.
Die 110kV/MS-Trafos haben unterbrechungsfrei arbeitende Stufenschalter auf der 110kV-Seite, die ferngesteuert bedient werden können. Eine solche Stufe macht ungefähr 5V an der Steckdose aus und diese Umschaltungen kann man im Tagesverlauf auch messen.
Als zweite Möglichkeit haben die MS/400V-Trafos, mit denen dann die einzelnen Straßenzüge versorgt werden, meistens drei Schaltstufen auf der Mittelspannungsseite. Also bspw. 20kV und dann einmal +500V und einmal -500V. Diese können nicht unter Last umgeschaltet werden (heißt man muss den Trafo vorher freischalten), die werden einmal bei der Inbetriebnahme auf die örtlichen Verhältnisse (z.B. Entfernung zum 110kV/MS-UW) eingestellt und dann sollte das passen.
Mit der dritten Möglichkeit dürfen sich die Betreiber der Höchstspannungs-Transportnetze herumschlagen, hierzulande immer noch 220(230)kV und 380(400)kV. Diese Leitungen haben eine sehr hohe Ladeleistung, die besonders in Zeiten mit schwacher Netzbelastung wegkompensiert werden muss. Macht man das nicht ausreichend, steigt die Spannung in leistungsschwachen Gebieten im Übertragungsnetz an. Die DDR hatte damit zu Feiertagen wie Ostern oder Pfingsten im landwirtschaftlichen geprägten Norden so viel Ärger, daß zeitweise große Teile des 380kV-Netzes (Leitungen und ganze Schaltanlagen in den großen Umspannwerken) abgeschaltet wurden, um deren Ladeleistung aus dem Netz zu nehmen. Mit dem Niedergang der ostdeutschen Wirtschaft im Zuge der Wende wurde das noch schlimmer. Inzwischen gibt es mit regelbaren statischen Blindleistungskompensations-Anlagen und Phasenschiebern bessere Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen. Außerdem stellen selbst Solaranlagen heute Blindleistung zur Verfügung, die großen können das schon seit 15 Jahren und die Wechselrichter von kleinen Privatanlagen ab ein paar kW Leistung könnten es auch, wenn die verblödeten Energieversorger nicht so stumpfsinnig wären und eine einfache Schnittstelle dafür zur Verfügung stellen würden, wo sich die Wechselrichter informieren könnten was an Blindleistung gebraucht wird. Aber Dank der guten Lobbyarbeit im Energiesektor ist Deutschland ewig Gesternland was solche Möglichkeiten angeht. Mir kommts so vor, als hätten Verteilnetzbetreiber das Internet noch gar nicht entdeckt, und seine Möglichkeiten (wie daß es sogar kabellos funktioniert) schon mal gar nicht.
Was die Spannung angeht, hier sinds gerade 240,5V an der Steckdose. Leerlaufsspannung. Die Strompreise sind zwar aktuell wieder negativ (Börsenpreis -154 Euro/MWh und es wird noch besser), aber ohne brauchbaren dynamischen Stromtarif habe ich da nichts von und nehme meinen eigenen Solarstrom. Wieso nicht brauchbarer dynamischer Stromtarif? Man hat nicht viel davon, wenn der ein paar Stunden im Jahr wirklich negativ wird, aber diese Verluste später oben wieder draufgeschlagen werden, so daß viele Kunden am Ende trotz guter Verbrauchssteuerung mit einem Heimspeicher im Vergleich mit einem guten Pauschalpreis-Tarif noch draufzahlen oder zumindest nicht preiswerter wegkommen. Dann lohnt sich das nicht und netzdienlicher Strombezug (wie man ihn eigentlich bräuchte, ich hätte kein Problem damit, meine eigene PV abzuregeln und Netzstrom zu beziehen solange ein Überangebot für negative Strompreise sorgt) ist nicht möglich. Gesternland halt, aber nicht (mehr) mein Problem.
Nachtrag:
Spannung zur Solar-Spitzenzeit 243,1V
78,44% Solarenergie in Deutschland, 50,4GW
Börsenstrompreis -499,99 Euro/kWh.
Und da soll mir doch mal einer erklären wie erneuerbarer Strom der teuerste überhaupt sein soll. Es ist der billigste Strom überhaupt, wenn wir ihn denn in ausreichender Menge speichern könnten. Teuer wird es nur dank der Umverteilung von Kosten aufgrund zu schwacher Netze und Weiterbetrieb der Kraftwerke, die wir praktisch nur noch im Winter bei Dunkelflauten bräuchten - anstatt sowas überregional zu lösen und unseren Bedarf an die Erzeugung anzupassen.
Lustigerweise importieren wir immer noch 109MW aus Frankreich, 134MW aus den Niederlanden und 687 MW aus der Schweiz. Nichts mit überschüssigen Strom in den Pumpspeicherkraftwerken der Schweiz speichern. In Österreich vielleicht, dorthin exportieren wir 1,46GW, die haben aber auch nur 3,5GW Pumpspeicher-Leistung und nutzen davon nur 50%. Die Schweiz stellt leider keine Daten bezüglich ihrer Pumpspeicherkraftwerke zur Verfügung.
Unsere eigenen Pumpspeicherkraftwerke laufen mit 6 Gigawatt im Pumpbetrieb... aber mehr ist halt dank jahrelang verpennter Energiewende nicht da.
Nochmal Edit:
Woran man am schönsten sieht, daß wir unbedingt eigene Speicher benötigen: Derzeit exportieren wir 10,25GW an Strom (Dänemark 4GW, Polen, Tschechien Österreich jeweils etwa 1,5GW) und gestern abend um 20 Uhr mussten 9,57GW importiert werden. Das ist eine Spreizung von 20GW, die wir derzeit nicht ausgleichen können, uns fehlen 10GW Pumpspeicherkraftwerke.
ARD-Meldung: Belgien hat den Rückbau von Atommeilern bereits letztes Jahr per Parlamentsbeschluss gestoppt, jetzt wird über die Verstaatlichung der Atomkraftwerke verhandelt.
Also bspw. 20kV und dann einmal +500V und einmal -500V.
Das wären ja nur +/-2,5 %. Bißchen wenig.
Oder war das nur ein aus der Luft gegriffenes Beispiel?
Beides. Es gibt auch Trafos, die können 20kV +-1kV in den drei Stufen, das Gleiche mit 10kV, gibt welche die haben 5 Stufen mit 10/20/30kV und je 500V Unterschied... Die Mittelspannung ist eine Netzebene, da gibt es nahezu alles. Da ist so viel verschiedener Kram gebaut worden, so viele verschiedene Spannungen. Es gibt sogar noch Leitungen in Deutschland, die mit 60kV betrieben werden (Hattorf/Heringen im Werratal, Itzehoe/Brokstedt/Neumünster Brachenfeld).
Wer wieder mal nichts kapiert hatte ist ja offensichtlich.
Du, mir gings nicht um den Tippfehler, über den habe ich selbst geschmunzelt - sondern darum, daß einem irgend ein Krawallkopf gleich wieder unterstellen muss, daß man irgendwas nicht kann. Aber Hauptsache es geht ihm nun besser, dann hats wenigstens was gebracht.