Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schutzdioden BJT-Linearregler


von Ths S. (motorburner)


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Hallo zusammen,

ich muss aus einem Trafo mit einer Sekundärspannung von 160V eine 
stabilisierte Spannung von 150V bei max. 0,05A bereitstellen.
Die Anforderungen sind nicht besonders hoch - es wird kein Verpolschutz
benötigt und Kurzschlussfestigkeit/Strombegrenzung ist ebenfalls kein 
Thema, die verheizte Verlustleistung in der Schaltung ist völlig egal. 
Es ist nur wichtig, dass die 150V +-5% eingehalten werden. Für den Fall, 
dass der Schleifer von R3 mal den Kontakt verliert, habe ich deshalb R11 
als Schutz vorgesehen.

D1 und D3 sind Schutzdioden, die ich so von MOSFET-Schaltungen kenne. In 
keinem Stromlaufplan eines Linearreglers mit BJT/Darlington, die ich 
bisher gefunden habe, werden diese Dioden verwendet. Sind diese Dioden 
bei BJT nicht notwendig?

Beste Grüße

von Marek N. (db1bmn)


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Hm, und ich kenne solche Dioden-Schaltungen gar nicht von 
MOSFET-Schaltungen.
Wenn, dann klemmt man dort die GS-Spannung auf 10...12 v mit einer 
Z-Diode und spendiert eine Freilaufdide antiparallel zur Last bzw. deren 
Anschluss, falls der FET als Schalter verwendet wird.

Auf D1 kann ich mir fast keinen Reim machen.
Eine Möglichkeit wäre, falls die Eingangsspannung schlagartig 
zusammenbricht z.B. bei einem Defekt des Gleichrichters entlädt C2 sich 
über die D1 und nicht über die BC-Strecke von Q1.
Die Ausgangs-Elkos folgen über die (hoffentlich auch vorhandene) 
eingezeichnete Diode über der CE-Strecke von Q1. Falls nicht, wäre hier 
tatsächlich eine externe Diode nicht fehl am Platze.

Bei D3 könnte ich mir vorstellen, dass man den inversen BE-Durchbruch 
von Q2 verhindern will, wenn der Ausgang kurzgeschlossen wird. Der 
Emitter wird nämlich auf ca. 130 V gehalten über die Ladung von C3, 
während er sich nur langsam über R5 entladen kann. Ein Teil des 
Entladestromes fließt dann auch über R11 || (R2 + R3), weil die 
BE-Strecke invers bei ca. 6 V durchbricht.
D3 entlädt den C3 schlagartig.

Übrigens: Auch C2 würde über die BE-Strecke von Q1 schlagartig entladen 
werden und zwar ohne jegliche Strombegrenzung.

von Ths S. (motorburner)


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Hallo Marek,

Marek N. schrieb:
> Auf D1 kann ich mir fast keinen Reim machen.
> Eine Möglichkeit wäre, falls die Eingangsspannung schlagartig
> zusammenbricht z.B. bei einem Defekt des Gleichrichters entlädt C2 sich
> über die D1 und nicht über die BC-Strecke von Q1.
> Die Ausgangs-Elkos folgen über die (hoffentlich auch vorhandene)
> eingezeichnete Diode über der CE-Strecke von Q1. Falls nicht, wäre hier
> tatsächlich eine externe Diode nicht fehl am Platze.

Dieser Defekt im Gleichrichter müsste dann aber auch C1 dermaßen schnell 
entladen, dass C2 ggü. C1 positiv wird, oder? Lässt die BC-Strecke bei 
einem BJT denn irgendwas "geplant" durch oder ist das dann ein 
Schadensfall? In Ersatzschaltbildern ist die Kollektor-Basis-Diode von 
Basis nach Kollektor leitend dargestellt, deshalb gehe ich mal davon 
aus, dass dieser Betriebsfall zu dulden ist? Beim ST901T ist sowohl die 
antiparallele Diode drin, als auch die Widerstände. Dieser Typ ist wohl 
ursprünglich für das Schalten induktiver Lasten entwickelt worden.

> Bei D3 könnte ich mir vorstellen, dass man den inversen BE-Durchbruch
> von Q2 verhindern will, wenn der Ausgang kurzgeschlossen wird. Der
> Emitter wird nämlich auf ca. 130 V gehalten über die Ladung von C3,
> während er sich nur langsam über R5 entladen kann. Ein Teil des
> Entladestromes fließt dann auch über R11 || (R2 + R3), weil die
> BE-Strecke invers bei ca. 6 V durchbricht.
> D3 entlädt den C3 schlagartig.

Ist der inverse BE-Durchbruch zu dulden bzw. verhält sich in diesem Fall 
die BE-Diode dann wie eine Zenerdiode? Falls nicht, wäre es doch viel 
sinnvoller, direkt eine Diode von E nach B zu schalten und damit den 
Durchbruch sicher zu verhindern, oder?

> Übrigens: Auch C2 würde über die BE-Strecke von Q1 schlagartig entladen
> werden und zwar ohne jegliche Strombegrenzung.

Da kann ein 1k Widerstand zwischen C2 und Q1 helfen, sehr guter Punkt.

Vielen Dank!

von Marcel V. (mavin)


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Man kann sogar einige Bauteile weglassen, aber vor Q1 würde ich noch 
einen R6 mit höchstens 10k vorsehen!

von Michael B. (laberkopp)


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Ths S. schrieb:
> Sind diese Dioden bei BJT nicht notwendig?

Die Dioden sind auf Grund der völlig unsinnigen Elkos C2 und C3 nötig, 
die die Schaltung eher zum Oszillator machen als zu glätten.

Denn wenn der Ausgang oder Eingang kurzgeschlossen/schnell entladen 
wird, wird sonst die UBEreverse von Q1 oder Q2 überschritten.

Lass die Elkos weg, dann kannst du auch die Dioden weglassen.

D2+Umfeld ist sowieso nicht strikt notwendig, scheint ein Überbleibsel 
von der Schaltung mit MOSFET zu sein.

von Marcel V. (mavin)


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Michael B. schrieb:
> unsinnigen Elkos C2

Der Elko C2 hat schon seine Berechtigung, er wirkt als aktiver Tiefpass 
(Brummfilter) und dient außerdem als Sanftanlauf!

Michael B. schrieb:
> D2+Umfeld ist sowieso nicht strikt notwendig

Auch die 130V Z-Diode D2 ist nötig! Stell dir mal die Hebelwirkung von 
150 Volt auf 0,7 Volt vor. Die Schaltung wäre ohne die Z-Diode D2 
überhaupt nicht temperaturstabil!

von Ths S. (motorburner)


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Hallo zusammen,

ich habe die Schaltung mal in die Simulation gebracht (der Darlington 
wurde durch einen BC547C + 2N3055 ersetzt), ohne C3 und ohne 
Schutzdioden. Die Spannungsquelle (230Veff, 50Hz) wird nach 4s 
abgeschaltet.

Die Graphen links zeigen die Ube von Q1 (grün) und Q2 (blau).
Selbst ohne C3 wird die zulässige Ube von Q2 überschritten, warum auch 
immer.

Ich werde aus diesem Grund eine Diode von E nach B bei Q2 vorsehen.

C2 wird auf jeden Fall bleiben, der erhöht die Brummunterdrückung der 
Schaltung massiv.

Ist es zulässig, C2 über die Basis-Kollektorstrecke von Q1 zu entladen 
oder ist ein Stromfluss von Basis nach Kollektor unzulässig?

: Bearbeitet durch User
von Udo K. (udok)


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Die +-5% schaffst du mit Zenerdioden nur in einem begrenzten 
Temperaturbereich.
Die Zenerdiode hat schon bei Auslieferung +-5% und 0.1%/°C.
Die letzte Schaltung schaut irgendwie komisch aus.
Baue wenigstens einen Sicherungswiderstand ein, wenn du mit einer 
einfachen Strombegrenzung überfordert bist.

: Bearbeitet durch User
von Ths S. (motorburner)


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Guten Morgen,

Udo K. schrieb:
> Die +-5% schaffst du mit Zenerdioden nur in einem begrenzten
> Temperaturbereich.
> Die Zenerdiode hat schon bei Auslieferung +-5% und 0.1%/°C.

50K Temperaturhub sind bei einem belüfteten Gehäuse, in dem außer durch 
die Linearregeltransistoren beinahe keine Abwärme entsteht, 
wahrscheinlich einzuhalten - falls nicht, muss ich schauen, dass ich auf 
einen Mittelwert korrigiere (z.B. bei 30K Erwärmung).

Gäbe es denn Möglichkeiten, diese Schaltung temperaturkompensiert 
aufzubauen?

> Die letzte Schaltung schaut irgendwie komisch aus.

Warum?

> Baue wenigstens einen Sicherungswiderstand ein, wenn du mit einer
> einfachen Strombegrenzung überfordert bist.

Überfordert mit 2 zusätzlichen Bauteilen?

von Udo K. (udok)


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Ths S. schrieb:
>> Die letzte Schaltung schaut irgendwie komisch aus.
>
> Warum?

Ich verstehe die Gleichrichterschaltung in der Simulation nicht.  Für 
was brauchst du die 470 uF?

Der 10uF Lastkondensator ist viel zu viel für 150V/50mA.  Da reichen 100 
nF völlig.

Die 47k/10uF zur Kompensation sind völlig daneben.  Die Grenzfrequenz 
ist 0.33 Hz, der Regler kann praktisch nicht mehr auf Laständerungen 
reagieren.
Da kannst du gleich eine günstigere Widerstands-Zener Kombination mit 
einem Emitterfolger an der Zener Diode verwenden.

Stabiler bekommst du die Schaltung mit einer TL431 Referenz (ca. auf 
2%).  Da brauchst du auch kein Poti (schauder).  Eventuell kannst du 
auch einen fertigen Regler verwenden.  Es gibt ein paar die bis 450 Volt 
Eingangsspannung raufgehen.

Einen 150V/50mA Regler ohne eine simple elektronische Strombegrenzung 
ist unterste Schublade.  Das hat man sogar in den 70ern besser gekonnt.

Was soll das ganze werden?  Wozu brauchtst du die 150 Volt?

: Bearbeitet durch User
von Ths S. (motorburner)


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Hallo Udo,

Udo K. schrieb:
> Ich verstehe die Gleichrichterschaltung in der Simulation nicht.  Für
> was brauchst du die 470 uF?

Für eine zweite, größere Spannung, deren Last in Form von R2 dargestellt 
ist. Ist für diesen Regler aber nicht wirklich relevant.

> Der 10uF Lastkondensator ist viel zu viel für 150V/50mA.  Da reichen 100
> nF völlig.

Schaden die 10µ dort hinten?

> Die 47k/10uF zur Kompensation sind völlig daneben.  Die Grenzfrequenz
> ist 0.33 Hz, der Regler kann praktisch nicht mehr auf Laständerungen
> reagieren.
> Da kannst du gleich eine günstigere Widerstands-Zener Kombination mit
> einem Emitterfolger an der Zener Diode verwenden.

Die RC-Kombi 47k/10µ dient doch aber nur der Strombereitstellung für den 
Basisstrom des Stelltransistors, die sieht doch die Sekundärseite (also 
die Last) gar nicht. Oder habe ich da einen Denkfehler?

> Stabiler bekommst du die Schaltung mit einer TL431 Referenz (ca. auf
> 2%).  Da brauchst du auch kein Poti (schauder).  Eventuell kannst du
> auch einen fertigen Regler verwenden.  Es gibt ein paar die bis 450 Volt
> Eingangsspannung raufgehen.

Bei einem TL431 brauche ich aber wieder einen Transistor mit großem Uce. 
Welchen Vorteil hätte ich davon? Die Spannung soll einstellbar sein, da 
spricht doch nichts gegen ein Poti.

> Einen 150V/50mA Regler ohne eine simple elektronische Strombegrenzung
> ist unterste Schublade.  Das hat man sogar in den 70ern besser gekonnt.

Okay, sehe ich ein, wird eingebaut.

: Bearbeitet durch User
von Marcel V. (mavin)


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Ths S. schrieb:
> Die RC-Kombi 47k/10µ dient doch aber nur der Strombereitstellung für den
> Basisstrom des Stelltransistors, die sieht doch die Sekundärseite (also
> die Last) gar nicht. Oder habe ich da einen Denkfehler?

Teile den 47k Widerstand in 2x 22k Widerstände auf und setze die 10 uF 
dazwischen, dann hast du eine aktive Brummunterdrückung und Q3 kann 
wieder vernünftig regeln!

von Udo K. (udok)


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Ths S. schrieb:
> Die RC-Kombi 47k/10µ dient doch aber nur der Strombereitstellung für den
> Basisstrom des Stelltransistors, die sieht doch die Sekundärseite (also
> die Last) gar nicht. Oder habe ich da einen Denkfehler?

Für die Bereitstellung des Basisstroms reicht ein 220kOhm Widerstand 
locker.

Der Kollektorstrom deines Regeltransistors fliesst in den 10µF rein, das 
ist praktisch ein Kurzschluss (AC betrachtet).  Dein Regler ist 
totgedämft, damit regelt der nicht mehr, bzw. nur mehr Laständerungen 
unter 0.3 Hz.  Damit hast du deine Regelschaltung effektiv durch eine 
Stellschaltung ersetzt, die du auch einfacher mit drei Bauteilen haben 
kannst.  Das kann gut genug sein, ich kenne deine Anforderungen nicht 
und du sagst auch nicht wozu du die Schaltung brauchst.

von Ths S. (motorburner)


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Ahhhhh, ich verstehe. Der Regeltransistor würde beim Nachregeln 
vermutlich zuerst den Kondensator entladen, ehe er den Basisstrom vom 
Stelltransistor regelt. Stimmt - das sollte behoben werden. Die Idee mit 
der Aufteilung in 2x22k ist super, das werde ich so machen.

Mal noch eine andere Frage - ich habe Entwürfe für Linearregler gesehen, 
in denen der Strom für die Referenz-Zenerdiode von der Eingangsseite, 
also ungeregelt, abgeholt wird. Andere Entwürfe, wie auch im Schaltbild 
oben, holen sich den Zenerstrom von der Sekundärseite des Reglers bzw. 
der Emitterseite des Stelltransistors. Was ist da die bessere Lösung?
Auch habe ich Entwürfe gefunden, die eine Konstantstromquelle in Form 
eines JFET oder eines mit einer Referenz versehenen BJT für die 
Zurverfügungstellung des Basisstroms des Stelltransistors verwenden. Das 
wäre ja quasi eine perfekte aktive Brummunterdrückung, oder?

: Bearbeitet durch User
von Udo K. (udok)


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Ths S. schrieb:
> Stelltransistor regelt. Stimmt - das sollte behoben werden. Die Idee mit
> der Aufteilung in 2x22k ist super, das werde ich so machen.

Du brauchst nur einen widerstand (deutlich höher) oder wenn du es 
genauer brauchst eine Stromquelle mit etwa 0.2 mA.  Damit das was bringt 
musst du erst mal den Regler verstehen und besser einstellen.  Tipp: Du 
brauchst überhaupt keinen Kondensator zwischen Basisstromwiderstand und 
GND.

Ths S. schrieb:
> Andere Entwürfe, wie auch im Schaltbild
> oben, holen sich den Zenerstrom von der Sekundärseite des Reglers bzw.
> der Emitterseite des Stelltransistors. Was ist da die bessere Lösung?

Natürlich die zweite Lösung.  Nur du sagst uns nicht wozu du den Regler 
brauchst, und was deine Anfordern sind.   Da kann man dann endlos 
optimieren und diskutiere :-)

: Bearbeitet durch User
von Ths S. (motorburner)


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Hallo,

Udo K. schrieb:
> Du brauchst nur einen widerstand (deutlich höher) oder wenn du es
> genauer brauchst eine Stromquelle mit etwa 0.2 mA.  Damit das was bringt
> musst du erst mal den Regler verstehen und besser einstellen.  Tipp: Du
> brauchst überhaupt keinen Kondensator zwischen Basisstromwiderstand und
> GND.

In der LTSpice-Simulation zeigt sich eine deutlich bessere 
Brummunterdrückung unter Verwendung von C2. Klar, die Schaltung 
funktioniert auch ohne C2, aber wie erhalte ich sonst eine ähnlich gute 
Brummunterdrückung, ohne den Lade-C von 47µ deutlich zu vergrößern?

> Nur du sagst uns nicht wozu du den Regler
> brauchst, und was deine Anfordern sind.   Da kann man dann endlos
> optimieren und diskutiere :-)

Das hat auch was mit dem Umgang hier im Forum zu tun. Wenn man seinen 
Anwendungszweck bzw. sein Vorhaben genau nennt, gibt es div. 
Zeitgenossen, die dann mit zynischen Antworten à la "mit Kanonen auf 
Spatzen schießen" oder anderen, missbilligenden Kommentaren aufwarten. 
Muss auf euch keinesfalls zutreffen, als jahrelanger stiller Mitleser 
habe ich hier aber schon ein wenig über den Umgangston gelernt. :-)
Aber wenn es für Dich wichtig ist - der Regler soll für die 
Bereitstellung einer Schirmgitterspannung für eine Leistungsröhre 
dienen. Die eingesetzte Röhre hat eine große Schirmgitterverstärkung, 
deshalb ist die Stabilisierung der Schirmgitterspannung absolut 
notwendig. Der Strom liegt bei 5-50mA, das wäre für eine einfache 
Parallelregelung mit Zenerdiode(n) zu viel, ein Glimmstabi kommt auch 
nicht in Frage - deshalb sollte es dieser einfache Regler machen. Bisher 
habe ich sowas einfach immer mit MOSFET und Zenerdioden (also nur ein 
Steller, kein Regler) gemacht oder MOSFET vor LM317 (MOSFET als 
Vorsteller, damit der LM317 nur eine bestimmte Spannungsdifferenz sieht) 
gemacht, wollte hier aber einen neuen Weg gehen und gleichzeitig was 
Neues dazu lernen.

von Marcel V. (mavin)


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Ths S. schrieb:
> Überfordert mit 2 zusätzlichen Bauteilen?

Mit nur zwei Transistoren mehr, hättest du schon eine einfache 
Strombegrenzung:

Beitrag "Re: Motorrad Bleiakku Erhaltungsladung"

von Ths S. (motorburner)


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Hallo,

Marcel V. schrieb:
> Mit nur zwei Transistoren mehr, hättest du schon eine einfache
> Strombegrenzung:
>
> Beitrag "Re: Motorrad Bleiakku Erhaltungsladung"

da reicht auch 1 Transistor und ein Widerstand. Das meinte ich mit 
meiner Frage. Was sollte an 2 Bauteilen (nämlich einem weiteren 
Transistor und einem Widerstand) überfordernd sein? Den Kommentar von 
Udo diesbezüglich hatte ich nicht so recht verstanden. Aber wie 
geschrieben - die Strombegrenzung werde ich mit vorsehen, das ist kein 
Thema.

: Bearbeitet durch User
von Udo K. (udok)


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Ths S. schrieb:
> Bisher
> habe ich sowas einfach immer mit MOSFET und Zenerdioden (also nur ein
> Steller, kein Regler) gemacht oder MOSFET vor LM317 (MOSFET als
> Vorsteller, damit der LM317 nur eine bestimmte Spannungsdifferenz sieht)
> gemacht, wollte hier aber einen neuen Weg gehen und gleichzeitig was
> Neues dazu lernen.

Die Zernerdiode/Mosfet Kombi geht für die Anwendung sicher gut.
Wenn du den Ripple stark genug filterst erreichst du sehr gute Werte.

Im Bild eine mögliche Schaltung mit einem 1-Transistor Regler.
Der Kollektor vom Regeltransistor geht auf eine hochohmige Stromquelle 
und hat daher eine relativ hohe Leerlaufverstärkung.
Die Bandbreite ist ca. 30 kHz (durch R7 und C4), der Tiefpass durch den 
100nF Kerko am Ausgang mit dem Ausgangswiderstand von 
Leistungstransistor liegt aber deutlich drüber (> 100 kHz), und damit 
reicht der 47 pF Kondensator zwischen Basis und Kollektor für die 
Stabilisierung aus.  Der Leistungstransistor sollte nicht zu langsam 
sein, sonst sind die Transistoren unkritisch.

Wenn du bessere Werte für Rippleunterdrückung und Temperaturstabilität 
brauchst musst du einen Opamp und eine TL431 Referenz spendieren.

: Bearbeitet durch User
von Udo K. (udok)


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Als Vergleich noch die einfache Stellvariante ohne elektronische 
Strombegrenzung.  Die ist auch gut und kann durch einen grösseren 
Filter-Elko noch verbessert werden.

Die Temperaturstabilität ist bei beiden Varianten durch die Zenerdiode 
bestimmt.

Die Verlusstleistung ist bei beiden Varianten relativ klein, sodass SMD 
Bestückung möglich ist, ausser beim Leistungstransistor.

: Bearbeitet durch User
von Udo K. (udok)


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Noch ein Update - weil ich gerade so schön in der Schaltung 
drinnenstecke:  Ich habe die erste Schaltung so umgebaut, das eine TL431 
Referenz anstatt der Zener Diode vewenden werden kann.
Der Transistor Q3 schirmt die TL431 vor zu hoher Spannung.
Der Vorteil ist eine bessere Genauigkeit (±0.5%) und eine deutlich 
bessere Temperaturstabilität von ca 1% über 50°C.
Die TL431 wird gleich als OPV mitverwendet.  Da sind die Kenndaten nicht 
supergut, aber ganz brauchbar (2.5 mVpp Ripple).

: Bearbeitet durch User
von Ths S. (motorburner)


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Hallo Udo,

wow - da hast Du ja massiv Aufwand betrieben.
Vielen herzlichen Dank für die Auslegungen!

Mir sind ein paar Fragen zu Deinem Design aufgekommen - gleich vorweg: 
Bitte werte meine Fragen nicht als Kritik oder Infragestellen Deiner 
Auslegung. Ich möchte aber gerne was dazu lernen und verschiedene 
Hintergründe verstehen.

1. Ich kann und möchte nur THT-Bauteile verwenden. Gibt es irgendwelche 
Bauteile, die nur als SMD funktionieren oder kann ich beispielsweise die 
FMMTA42 durch z.B. einen MPSA43 ersetzen bzw. den Strombegrenzungs-NPN 
durch einen BC547C?

2. Als Basisstromquelle für den Stelltransistor verwendest Du einen 
PNP-Stromspiegel. Im Einschaltmoment liegt die Basis von Q6 auf 
Masseniveau, der Ermitter von Q6 jedoch auf Niveau der Eingangsspannung 
(oder?). Gibt es hier keinen Basis-Emitterdurchbruch?

3. Im ersten Schaltbild wird der Zenerstrom ausschließlich über den 
Emitterstrom von Q3 gespeist. Ist es nicht sinnvoll, den Zenerstrom 
durch einen Widerstand zur Verfügung zu stellen, damit er nicht so stark 
abhängig vom Emitterstrom von Q3 ist?

4. Da ich bedingt durch den großen 470µF-Ladekondensator auf der 
400V-Schiene schon große Einschaltströme habe, wollte ich den 
Ladekondensator für den Regler mit 47µF rel. klein halten. Sind die 
100µF unbedingt notwendig?

5. Entstehen Nachteile, wenn ich den Ausgangskondensator von 100nF auf 
beispielsweise 1-10µF vergrößere (Elkos sind kompakter als Folkos in 
dieser Spannungsregion)

6. Wird die Schaltung ohne C4 instabil?

Die letzte Schaltung mit TL431 gefällt mir besonders gut, ich denke, die 
werde ich so auf Platine bringen.

Nur aus Interesse - für eine Umdimensionierung (in Form eines anderen 
Projektes) auf 400V/60mA müsste außer spannungsfestere Bauteile nichts 
geändert werden, oder?

von H. H. (hhinz)


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Ths S. schrieb:
> 1. Ich kann und möchte nur THT-Bauteile verwenden. Gibt es irgendwelche
> Bauteile, die nur als SMD funktionieren oder kann ich beispielsweise die
> FMMTA42 durch z.B. einen MPSA43 ersetzen

MJE340, MPSA42.

> bzw. den Strombegrenzungs-NPN
> durch einen BC547C?

Ja.

von Thomas B. (thombde)


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MJE340 gibt’s bei Reichelt für 50Cent.
Sogar von ONS.
https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/hf-bipolartransistor_npn_300v_0_5a_20w_to-126-216548

Ths S. schrieb:
> Nur aus Interesse - für eine Umdimensionierung (in Form eines anderen
> Projektes) auf 400V/60mA müsste außer spannungsfestere Bauteile nichts
> geändert werden, oder?

Die Transistoren sind nicht leicht zu beschaffen.
Die müssen auch eine vernünftige SOA für DC haben.
Irgend welche schnelle Schalttransistoren sind nicht wirklich gut
für Linearbetrieb geeignet.

: Bearbeitet durch User
von Udo K. (udok)


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Ths S. schrieb:
> 1. Ich kann und möchte nur THT-Bauteile verwenden. Gibt es irgendwelche
> Bauteile, die nur als SMD funktionieren oder kann ich beispielsweise die
> FMMTA42 durch z.B. einen MPSA43 ersetzen bzw. den Strombegrenzungs-NPN
> durch einen BC547C?

Schon von hhinz gut beantwortet :-)
Ich würde auch für den Strombegrenzungs-NPN einen MPS42 nehmen.
Für den Leistungstransistor geht auch ein MJE15034, MJE340 oder TIP50.
Theoretisch müsste auch ein Mosfet gehen.

> 2. Als Basisstromquelle für den Stelltransistor verwendest Du einen
> PNP-Stromspiegel. Im Einschaltmoment liegt die Basis von Q6 auf
> Masseniveau, der Ermitter von Q6 jedoch auf Niveau der Eingangsspannung
> (oder?). Gibt es hier keinen Basis-Emitterdurchbruch?

Nein.  Erstens hüpft die Eingangsspannung nicht und zweitens sind 
dazwischen 1-2 MOhm.
Wenn du genauer schaust, siehst du das das kein Stromspiegel ist.

> 3. Im ersten Schaltbild wird der Zenerstrom ausschließlich über den
> Emitterstrom von Q3 gespeist. Ist es nicht sinnvoll, den Zenerstrom
> durch einen Widerstand zur Verfügung zu stellen, damit er nicht so stark
> abhängig vom Emitterstrom von Q3 ist?

Nein.  Der Zenerstrom ist praktisch gleich dem Emitterstrom, der 
wiederum ziemlich gleich dem Strom
der Stromquelle ist.  Der Strom hat aber eine Temperaturabhängigkeit.

> 4. Da ich bedingt durch den großen 470µF-Ladekondensator auf der
> 400V-Schiene schon große Einschaltströme habe, wollte ich den
> Ladekondensator für den Regler mit 47µF rel. klein halten. Sind die
> 100µF unbedingt notwendig?

Geht auch mit 47µF.  Der Ripple steigt von 0.9 auf 1.3 µV @ 50mA.
Ein Filter 47µF-33R-47µF reduziert den Ripple auf 0.4 mVpp, insbesondere 
den höherfrequenten Anteil.

> 5. Entstehen Nachteile, wenn ich den Ausgangskondensator von 100nF auf
> beispielsweise 1-10µF vergrößere (Elkos sind kompakter als Folkos in
> dieser Spannungsregion)

Wenn du einen typischen Elko mit > 5 Ohm ESR nimmst, passt das.
Die Schaltung ist recht unempfindlich auf den Ausgangselko und ist auch 
ohne stabil.
Ich würde im Zweifel eher einen kleineren Kerko 10-100nF statt einem 
Elko verwenden,  da der Elko wahrscheinlich eher Zierde ist - müsste man 
aber messen.

> 6. Wird die Schaltung ohne C4 instabil?
In der Simulation ist die Schaltung auch ohne C4 und ohne CL stabil.
Das Bodediagramm schaut aber nicht mehr gut aus.
Mit sehr langsamen Leistungstransistoren habe ich ohne die 5 Ohm für die 
Strombegrenzung Probleme gesehen, aber weil der Darlington instabil 
werden kann und es zu lokalen Schwingungen kommt.

> Die letzte Schaltung mit TL431 gefällt mir besonders gut, ich denke, die
> werde ich so auf Platine bringen.
Die ist die genaueste Schaltung.  Wenn du mehr Leistung verbraten 
kannst, dann erhöhe den Strom durch die TL431 (R6 kleiner machen), der 
ist am unteren Ende wegen SMD.

> Nur aus Interesse - für eine Umdimensionierung (in Form eines anderen
> Projektes) auf 400V/60mA müsste außer spannungsfestere Bauteile nichts
> geändert werden, oder?
Ja, sollte gehen.

>
Ths S. schrieb:
> wow - da hast Du ja massiv Aufwand betrieben.
> Vielen herzlichen Dank für die Auslegu

Ja, ist ein spannedes Thema und etwas ausgeartet.
Ich hatte aber schon etliche Entwürfe auf der Festplatte und habe die 
Designs auf 150V/50mA geändert.  Irgendwo habe ich auch noch OPV 
Designs, die die Rippleunterdrückung auf über 130 dB bringen.

Über praktisches Feedback freue ich mich auch 😉.

: Bearbeitet durch User
von Marcel V. (mavin)


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Ths S. schrieb:
> Die letzte Schaltung mit TL431 gefällt mir besonders gut, ich denke, die
> werde ich so auf Platine bringen.

Und genau diese Schaltung ist die ungenaueste Schaltung! Denn was nützt 
es, wenn die unteren 2,5 Volt am TL431 zwar hochstabil sind aber die 
restlichen 147,5 Volt von der Temperaturdrift der BE-Strecke des 
Transistors abhängen!

Man erkennt die hohe Ungenauigkeit schon an der ungünstigen Auslegung 
des Spannungsteilers (261k zu 38k). In diesem Fall ist es dann besser 
eine 130 Volt Z-Diode einzusetzen, so wie bei der ersten Schaltung (56k 
zu 470k).

: Bearbeitet durch User
von Gerd E. (robberknight)


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Muss das Ganze unbedingt diskret aufgebaut werden?

Ich vermute ein fertiger Linearregler sollte auch gehen:
https://www.microchip.com/en-us/product/lr8

Und wenn mehr Strom gebraucht wird dann lieber so nen fertigen Regler 
mit nem externen Transistor erweitern als die ganze Regelung selbst zu 
machen.

: Bearbeitet durch User
von Ths S. (motorburner)


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Udo K. schrieb:
> Für den Leistungstransistor geht auch ein MJE15034, MJE340 oder TIP50.

Spricht was gegen den von mir angedachten Darlington? Oder lieber nur 
einen normalen NPN oder einen diskret aufgebauten Darlington?

> Wenn du genauer schaust, siehst du das das kein Stromspiegel ist.

Mein Fehler, es ist natürlich eine Ube-Stromquelle. Ich habe eine 
maximale Spannungsdifferenz von Ein- zu Ausgang (+10% 
Netzspannungstoleranz, Leerlauf der Wicklung) 100V Spannungsdifferenz 
zwischen Ein- und Ausgang. Da muss ich mal schauen, welcher 
Kleinsignal-PNP da passen könnte.
Könnte man die Ube-Stromquelle durch eine PNP-Eintransistor-Stromquelle 
oder eine JFET-Stromquelle ersetzen? Das würde ein paar Bauteile 
sparen.. Wobei ich keinen JFET mit Uds von 100V kenne.

> In der Simulation ist die Schaltung auch ohne C4 und ohne CL stabil.
> Das Bodediagramm schaut aber nicht mehr gut aus.
> Mit sehr langsamen Leistungstransistoren habe ich ohne die 5 Ohm für die
> Strombegrenzung Probleme gesehen, aber weil der Darlington instabil
> werden kann und es zu lokalen Schwingungen kommt.

Was sind denn typische langsame oder schnelle Leistungstransistoren?

> Über praktisches Feedback freue ich mich auch 😉.

Wird gemacht!

Marcel V. schrieb:
> In diesem Fall ist es dann besser
> eine 130 Volt Z-Diode einzusetzen, so wie bei der ersten Schaltung (56k
> zu 470k).

Gibt es einen Sweetspot zwischen Zenerspannung und Uce-Spannung  bzw. 
kann man die Drift der Z-Diode mit jener der Ube-Strecke ausgleichen?

Gerd E. schrieb:
> Ich vermute ein fertiger Linearregler sollte auch gehen:
> https://www.microchip.com/en-us/product/lr8

Die Idee hatte ich auch schon.. Aber irgendwie wollte ich das dann 
diskret aufbauen, um was Neues zu lernen. Wäre aber sicherlich deutlich 
weniger aufwendig, das ist richtig.

: Bearbeitet durch User
von Udo K. (udok)


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Marcel V. schrieb:
> Und genau diese Schaltung ist die ungenaueste Schaltung! Denn was nützt
> es, wenn die unteren 2,5 Volt am TL431 zwar hochstabil sind aber die
> restlichen 147,5 Volt von der Temperaturdrift der BE-Strecke des
> Transistors abhängen!

Die BE-Strecke geht nicht in die Regelung ein.  Die Genauigkeit wird nur 
von der TL431 und dem Spannungsteiler bestimmt, Diodes-Inc gibt etwa 
0.3% max von 0-70°C für die AS431 an.  Das sind 0.5 Volt bei 150 Volt.

von Udo K. (udok)


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Ths S. schrieb:
> Spricht was gegen den von mir angedachten Darlington? Oder lieber nur
> einen normalen NPN oder einen diskret aufgebauten Darlington?

Wird wahrscheinlich funktionieren.  Die haben meist einen Widerstand von 
Basis zu Emitter, der aber zusätzlichen Strom von der Stromquelle 
braucht.

Ths S. schrieb:
> Könnte man die Ube-Stromquelle durch eine PNP-Eintransistor-Stromquelle
> oder eine JFET-Stromquelle ersetzen? Das würde ein paar Bauteile
> sparen.. Wobei ich keinen JFET mit Uds von 100V kenne.

Ja, eventuell wird aber der Ripple etwas schlechter.  Es gibt 
selbstleitende Mosfets, etwa den LND150 der könnte gut passen.

Ths S. schrieb:
> Gibt es einen Sweetspot zwischen Zenerspannung und Uce-Spannung  bzw.
> kann man die Drift der Z-Diode mit jener der Ube-Strecke ausgleichen?

Der Sweetspot liegt bei ca. 6-7 Volt, je nach Strom.  Bei höheren 
Spannungen geht das nicht mehr.

von Udo K. (udok)


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Ich habe den LND150 in der Simulation getestet, da funktioniert er sehr 
gut.
Auch ein kurzer Blick ins Datenblatt passt zur Simulation.  Aber ohne 
Messung bin ich skeptisch, die Erbebnisse sind zu gut.
Müsstest du ausprobieren ob die Praxis hält was die Simulation 
verspricht.
Mit R10 kannst du den Strom durch die TL431 einstellen.  Für CL kannst 
du einen gut erhältlichen 22nF/600V Kerko verwenden.

: Bearbeitet durch User
von Ths S. (motorburner)


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Hallo Udo,

hast Du testen können, wie sich die Schaltung bei niederfrequenten 
Lastsprüngen von 5mA auf 50mA Last und wieder umgekehrt verhält?

von Udo K. (udok)


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Die Spannung hat eine Delle von ca. 0.2-0.3 Volt mit einer Dauer von ca. 
15-30 µs je nach Kompensation, ohne Überschwinger.

von H. H. (hhinz)


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Udo K. schrieb:
> Die Spannung hat eine Delle von ca. 0.2-0.3 Volt mit einer Dauer
> von ca.
> 15-30 µs je nach Kompensation, ohne Überschwinger.

Wie gut sind die Modelle?

von Marcel V. (mavin)


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Udo K. schrieb:
> Die Spannung hat eine Delle von ca. 0.2-0.3 Volt mit einer Dauer von ca.
> 15-30 µs

Damit kann man sich sehen lassen!

👍

Ich hätte nur ein bisschen Schiss was die Spannungsfestigkeit der 
Bauteile angeht. Mit einer 130 Volt Z-Diode, werkeln alle anderen 
Bauteile gesichert oberhalb der Z-Spannung!

von Udo K. (udok)



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Im Bild noch das Bode Diagramm.  Cyan ist der ideale Fall eines RC 
Tiefpass als Vergleich.

Das zweite Bild zeigt das Anschalten mit 100µF und das Abschalten.
Die Strombegrenzung führt zu einem langsamen Anstieg der Spannung.

H. H. schrieb:
> Wie gut sind die Modelle?

Das ist eine gute Frage.
Ich habe mehrere Modelle für den Leistungstransistor getestet und keine 
grossen Unterschiede gesehen.  Zu langsam sollte er aber nicht sein, 
also kein 2N3055.

Der TL431 ist ein diskretes Model, dem ich halbwegs vertraue (der 
Temperaturgang ist aber falsch).

Die FMMT42 dürften gut stimmen, die Modelle von Diodes-Inc gehören zu 
den besseren (mit Sättigungsmodellierung).

Die Stromquelle ist für die Stabilität nicht kritisch, da geht auch ein 
Widerstand, dann ist halt die Rippleunterdrückung nicht so gut (die 
Simulation sagt 70 dB mit der LND150).

Die Kompensation mit C4 und C5 ist ziemlich unkritisch.  Die Last sollte 
nicht mehr als 10µF Keramik sein, Elko im Bereich 1-100µF mit ordentlich 
ESR ist unkritisch.

Für die TL431 Variante mit dem Kaskodetransistor Q3 ist die Regelung 
aber schon kompliziert.
Im ersten Moment eines Lastsprungs dürfte der Q3 regeln, da die TL431 
langsamer ist, dann kommt verzögert die TL431, die den Emitter von Q3 
nachregelt.  Der C5 kompensiert beide Regelschleifen, C4 nur die TL431.

Marcel V. schrieb:
> Ich hätte nur ein bisschen Schiss was die Spannungsfestigkeit der
> Bauteile angeht. Mit einer 130 Volt Z-Diode, werkeln alle anderen
> Bauteile gesichert oberhalb der Z-Spannung!

Muss man ausprobieren.  Eigentlich sollte nichts passieren, aber 
Simulationen sind geduldig...
Die beiden Varianten unterscheiden sich eigentlich nur minimal (Zener 
mit anderem Spannungsteiler oder die TL431).

: Bearbeitet durch User
von Ths S. (motorburner)


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Hallo Udo,

kannst Du mir eventuell Deine Modelle für den TL431 und LND150 zukommen 
lassen?

Mein vorhandenes TL431-Modell macht mir schon länger immer mal wieder 
Ärger durch fehlenden Konvergenz während der Simulation und mein 
vorhandenes LND150-Modell ist kein DMOS-Modell.

Um etwas dazu zu lernen, würde ich auch gerne ein paar Infos zur 
Auslegung haben, insofern Du die preisgeben möchtest. Hast Du das ganz 
klassisch mit dem Aufstellen einer ÜTF gemacht?

von Udo K. (udok)


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Ths S. schrieb:
> Hallo Udo,
>
> kannst Du mir eventuell Deine Modelle für den TL431 und LND150 zukommen
> lassen?

Ich habe dir den Regler mit den Modellen zusammengezipt.
Ich verwende LTSpice 24.0.12 mit angepasstem standard.bjt, ist im Zip 
File.

Das Bild zeigt noch eine Variante mit Mosfet statt Darlington.  Nimm 
einen mit möglichst wenig Gate-Charge und viel Rds_on und eingebauter 
Zener Diode.

Die ÜTF habe ich nicht aufgestellt.  Ich überlege mir bei sowas immer 
wie die  Schaltung im Prinzip funktionieren soll.  Dann überlege ich mir 
die Open-Loop-Gain.  Die soll wie ein RC Tiefpass ausschauen, das gibt 
eine gute und stabile Impulsantwort.

Im konkreten Fall hast du eine Übertragungsfunktion von nahe 1 von der 
Basis Treibertransistor zum Emitter Leistungstransistor bis zu sehr 
hohen Frequenzen > 30 MHz.
Dann kommt ein Tiefpass durch den Ausgangswiderstand des 
Leistungstransistors plus Stromshunt (etwa 5R bei 5 mA + 5.6R Shunt) und 
dem Lastkondensator: Tau = 10R * 20n = 200ns oder 800kHz.  Der Pol ist 
weit über der angepeilten Unity-Gain-Frequency (UGF) von 10-100 kHz und 
hat damit keinen Einfluss.  Der Tiefpass ist aber ganz praktisch weil er 
hochfrequente Schwingungen vom Darlington zuverlässig dämpft.  Ausserdem 
sorgt er durch den Kerko für einen akzeptablen Ripple bei schnellen 
Laststromänderungen wo die Regelschleife nicht mehr mitkommt.

Der TL431 ist praktisch ein invertierender Verstärker.  C4 wirkt wie ein 
Integrator mit fg=1 / (2  pi  R * C), mit R ca. 200 kOhm vom 
Spannungsteiler, 22 pF ergeben also eine UGF von 36 kHz.  Damit gehe in 
die Simulation und schaue ob die Sprungantwort passt.

Die Kompensation funktioniert im Bild etwas anders mit einem dominanten 
Pol mittels C5.  Geht auch gut und die Gate Charge macht vielleicht 
weniger Probleme.

Wenn du aber einen 10 µF Kerko am Ausgang hast, dann ist der Pol bei 1.5 
kHz statt bei 800 kHz.  Der Integrator hat aber da auch 90°C 
Phasendrehung.  Zusammen ergibt das 180 Grad und das macht hässliche 
Überschwinger.  Daher brauchst du im Integrator eine Nullstelle bei 1.5 
Khz.  Das geht durch einen Serienwiderstand zu den 22 pF.
Ist der Kerko aber ein Elko mit ESR=10 Ohm, dann ist wieder alles 
entspannt, da der Elko selber mit seinen 10 Ohm ESR eine Nullstelle bei 
1.5 kHz macht.  Über 1.5 kHz schaut der Elko wie 10 Ohm aus, und das 
ergibt nur einen harmlosen Abschwächer mit dem Ausgangswiderstand von ca 
1/3.

Melde dich per Email, wenn du mehr Info brauchst.

Gruss, Udo

: Bearbeitet durch User
von Udo K. (udok)


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Noch ein kurzes Update:

Ich habe mir das Rauschen des Reglers angeschaut.  Da schaut es nicht so 
gut aus.  Die Bandbreite ist relativ hoch und das Rauschen des TL431 
wird um den Faktor 150V/2.5V = 60 verstärkt.  Das ergibt etwa 12 mV 
Peak-Peak Rauschen mit der schnellen Ausregelung.

Die einfachste Möglichkeit das Rauschen runterzubekommen ist die 
Bandbreite zu reduzieren.  Wenn man für den Integratorkondensator C4 
330pF wählt bekommt man das Rauschen auf 3.5 mVpp runter.  In dem Fall 
braucht die Regelung aber 170 µs um einen 50mA Pulse auszuregeln, die 
Delle hat aber nur 0.3 Volt Tiefe was meist kein Problem ist.

Wenn das Rauschen noch weiter runter soll, dann muss man den 
Spannungsteiler verkleinern.  Also etwa einen Faktor 5 statt 60. Das 
geht mit einem zusätzlichen C8-R8 mit dem der Teiler bei höheren 
Frequenzen überbrückt wird.
Damit bekommt man das Rauschen auf 1 mV Peak-Peak runter und hat 
trotzdem eine sehr schnelle Ausregelung.
Damit wird auch das Fehlersignal für den TL431 weniger stark 
runtergeteilt, und der Ripple weiter reduziert, in der Simulation von 13 
Volt am Eingang auf 0.12 mV am Ausgang, das sind 100 dB.

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