Ich benötige eine weitere Meinung zu meinem defekten Weidezaungerät.
Das Weidezaungerät stammt aus DDR-Zeiten und besitzt überschaubare Platinen.
Wenn Netzspannung anliegt, passiert akustisch und optisch erstmal gar nichts.
Auf der Platine liegen 230 V an.
Festgestellt habe ich bisher, dass die Primärwicklung des HV-Trafos nur 0,5 Ohm hat. Die Sekundärwicklung hat 9,5 Ohm.
Der große Kondensator wird, wenn der Trafo an der Platine angeschlossen ist, nicht aufgeladen. Wenn der Trafo abgesteckt ist, wird dieser auf ca. 690 V DC geladen und hält auch längere Zeit Spannung wenn der Netzstecker gezogen wird.
Ich denke, der Trafo hat in der Primärwicklung aus irgendeinem Grund einen Kurzschluss, obwohl das Gerät seit der letzten Nutzung nur im Regal lag.
Könnt ihr dem zustimmen oder habt ihr noch andere Ideen?
Irgendjemand hat da wohl mal den einen Widerstand repariert und durch 2 in Reihe ersetzt. Das ist höchstwahrscheinlich nicht vom Hersteller so gemacht, denn das eine sieht wie Kohleschicht, das andere wie Metallschicht aus.
Die würde ich mal nachmessen und auch die Lötstellen kontrollieren. Auf der Unterseite scheint die eine Lötstelle davon auch etwas braun, evtl. korrodiert.
Irgendjemand hat da wohl mal den einen Widerstand repariert und durch 2
in Reihe ersetzt. Das ist höchstwahrscheinlich nicht vom Hersteller so
gemacht, denn das eine sieht wie Kohleschicht, das andere wie
Metallschicht aus.
Die bestimmen die Impulsfrequenz, sind bei dem Fehlerbild unverdächtig.
Das die Leiterbahnen so schlecht aussehen, ist "leider" nur auf dem Foto so, die sehen noch echt gut aus und haben Durchgang.
Ich werde spätestens morgen den Thyristor prüfen.
Schreib mal den Thyristortyp auf. Hochstwahrscheinlcih ein Tscheche, oder ein Russe. Deren Bezeichnung ist aber relativ einfach zu entschlüsseln. Nur wenn ichs mir recht überlege, ist auf der Platine kein weiteres aktives Element, außér dem Thyristor. Wenn am Kondensator ohne Trafo Spannung anliegt, schient ja der Thyristor zu arbeiten. Rechts oberhalb vom Thyristor, das könnte ein Diac sein. Mit dem fetten, gelben Folienkondensator bildet der Diac einen Sägezahngenerator und zündet den Thyristor.
An dessen Gate soltest du gegen Masse kurze Impulse messen können.
Also entweder der Hochspannungskondensator hat Kapazität verloren, oder der Trafo einen Treffer.
Versuche mal testweise einen 6-12V Trafo verkehrt herum als Zündtrafo zu betreiben. In die Niederspannungswicklung einspeisen und die Ausgangswicklung mit einer Funkenstrecke oder Glimmlampe abschließen, das die Ausgangsspannung nicht hochläuft und sich der Trafo langfristig selbst zerlegt.
Der Thyristor ist in Ordnung.
Ich habe die Diode links neben dem Varistor ausgelötet und gemessen. Diese hat in beide Richtungen Durchgang (es ist eine EM 513, 1600V, 1A) und habe sie durch eine IN4007 zum Testen ersetzt.
Nun funktioniert das Gerät wieder.
Kann ich die IN4007 auf Dauer verbaut lassen?
Welche Funktion hat die Diode?
Naja, man wird wohl nicht ganz ohne Grund eine teurere Diode mit der 1,6-fachen max. Sperrspannung eingebaut haben. Man könnte es riskieren und abwarten, wie lange es gut geht, oder sicher gehen und durch eine gleichwertige Diode mit mindestens 1,6 kV austauschen.
Womöglich war ja auch genau das die Ausfallursache, also daß ebendiese Diode etwas zu viel Sperrspannung gesehen hat und deshalb durchlegiert ist. Vermutlich ist auch der VDR, wenn es wirklich einer ist (hätte optisch auch ein HV-Kerko sein können), über die Zeit hinweg schon degeneriert (die altern bei jedem verheizten Spannungsstoß) und könnte als nächstes ausfallen.
EDIT: OK, Foto vom VDR kam, während ich noch schrieb.
Aber wie gesagt, möglicherweise neigt der sich schon dem Ende seines Lebens und wirkt nicht mehr so wie er soll? Oder funktionieren die noch gut, wenn sie noch nicht explodiert sind?
Ach wo, das Gerät stammt ja gar nicht aus der DDR.
Mich hat es schon gewundert, das die FoKos mit Ero bedruckt sind. Auch die Zemetwiderstände sehen westlich aus.
Das Ableben der Diode könnte an der hohen Spannungsanstegsgeschwindigkeit liegen. Die Spannung geht ja gewissermaßen von null auf hundert. Die Sperrschicht bildest sich aber nur endlich schnell, da die Ladungsträger aus dem pn Übergang "abgesaugt" werden. Das ist wie ein Überkopfzünden. Da es so spannungsfeste Schottkydioden nicht gibt, was anderes Schnelles nehmen, oder einen kleinen Snubber drüber.
Stehen im Datenblatt in einer Reihe mit 1N400x, bis EM518. Woher auch immer, ein paar EM513 habe ich im Bestand. Die sind richtig chic, mit ITT-Aufdruck und vergoldeten Beinchen.
Das Ableben der Diode könnte an der hohen
Spannungsanstegsgeschwindigkeit liegen. Die Spannung geht ja
gewissermaßen von null auf hundert. Die Sperrschicht bildest sich aber
nur endlich schnell, da die Ladungsträger aus dem pn Übergang
"abgesaugt" werden. Das ist wie ein Überkopfzünden. Da es so
spannungsfeste Schottkydioden nicht gibt, was anderes Schnelles nehmen,
Da wäre dann vermutlich eine schnelle UF4007 besser geeignet als die langsame 1N4007.