Hallo zusammen! Ich benötige eine weitere Meinung zu meinem defekten Weidezaungerät. Das Weidezaungerät stammt aus DDR-Zeiten und besitzt überschaubare Platinen. Wenn Netzspannung anliegt, passiert akustisch und optisch erstmal gar nichts. Auf der Platine liegen 230 V an. Festgestellt habe ich bisher, dass die Primärwicklung des HV-Trafos nur 0,5 Ohm hat. Die Sekundärwicklung hat 9,5 Ohm. Der große Kondensator wird, wenn der Trafo an der Platine angeschlossen ist, nicht aufgeladen. Wenn der Trafo abgesteckt ist, wird dieser auf ca. 690 V DC geladen und hält auch längere Zeit Spannung wenn der Netzstecker gezogen wird. Ich denke, der Trafo hat in der Primärwicklung aus irgendeinem Grund einen Kurzschluss, obwohl das Gerät seit der letzten Nutzung nur im Regal lag. Könnt ihr dem zustimmen oder habt ihr noch andere Ideen? Danke und Gruß...
Irgendjemand hat da wohl mal den einen Widerstand repariert und durch 2 in Reihe ersetzt. Das ist höchstwahrscheinlich nicht vom Hersteller so gemacht, denn das eine sieht wie Kohleschicht, das andere wie Metallschicht aus. Die würde ich mal nachmessen und auch die Lötstellen kontrollieren. Auf der Unterseite scheint die eine Lötstelle davon auch etwas braun, evtl. korrodiert.
Niko K. schrieb: > Festgestellt habe ich bisher, dass die Primärwicklung des HV-Trafos nur > 0,5 Ohm hat. Erscheint mir nicht ungewöhnlich, die wird nur recht wenige Windungen haben.
Gerd E. schrieb: > Irgendjemand hat da wohl mal den einen Widerstand repariert und durch 2 > in Reihe ersetzt. Das ist höchstwahrscheinlich nicht vom Hersteller so > gemacht, denn das eine sieht wie Kohleschicht, das andere wie > Metallschicht aus. Die bestimmen die Impulsfrequenz, sind bei dem Fehlerbild unverdächtig.
Das die Leiterbahnen so schlecht aussehen, ist "leider" nur auf dem Foto so, die sehen noch echt gut aus und haben Durchgang. Ich werde spätestens morgen den Thyristor prüfen.
Schreib mal den Thyristortyp auf. Hochstwahrscheinlcih ein Tscheche, oder ein Russe. Deren Bezeichnung ist aber relativ einfach zu entschlüsseln. Nur wenn ichs mir recht überlege, ist auf der Platine kein weiteres aktives Element, außér dem Thyristor. Wenn am Kondensator ohne Trafo Spannung anliegt, schient ja der Thyristor zu arbeiten. Rechts oberhalb vom Thyristor, das könnte ein Diac sein. Mit dem fetten, gelben Folienkondensator bildet der Diac einen Sägezahngenerator und zündet den Thyristor. An dessen Gate soltest du gegen Masse kurze Impulse messen können. Also entweder der Hochspannungskondensator hat Kapazität verloren, oder der Trafo einen Treffer. Versuche mal testweise einen 6-12V Trafo verkehrt herum als Zündtrafo zu betreiben. In die Niederspannungswicklung einspeisen und die Ausgangswicklung mit einer Funkenstrecke oder Glimmlampe abschließen, das die Ausgangsspannung nicht hochläuft und sich der Trafo langfristig selbst zerlegt.
Der Thyristor ist in Ordnung. Ich habe die Diode links neben dem Varistor ausgelötet und gemessen. Diese hat in beide Richtungen Durchgang (es ist eine EM 513, 1600V, 1A) und habe sie durch eine IN4007 zum Testen ersetzt. Nun funktioniert das Gerät wieder. Kann ich die IN4007 auf Dauer verbaut lassen? Welche Funktion hat die Diode? Vielen Dank für eure Antworten!
Gerald B. schrieb: > Schreib mal den Thyristortyp auf. Hochstwahrscheinlcih ein Tscheche, > oder ein Russe. Ach wo, das Gerät stammt ja gar nicht aus der DDR. Verbaut ist ein Lampertheimer: BBC CS5-10.
H. H. schrieb: > Ach wo, das Gerät stammt ja gar nicht aus der DDR. Ja, damit habe ich mich versehen. Es stammt wohl aus der Zeit der DDR, Also vor der Wiedervereinigung.
Niko K. schrieb: > Kann ich die IN4007 auf Dauer verbaut lassen? 1N4007 Was steht denn auf dem parallel geschalteten Varistor drauf?
:
Bearbeitet durch User
Niko K. schrieb: > Ich habe mal ein Foto angehängt, das ist am eindeutigsten... Kannst die Diode drin lassen, der Varistor fängt deutlich unter 1000V an zu leiten.
Niko K. schrieb: > Kann ich die IN4007 auf Dauer verbaut lassen? Naja, man wird wohl nicht ganz ohne Grund eine teurere Diode mit der 1,6-fachen max. Sperrspannung eingebaut haben. Man könnte es riskieren und abwarten, wie lange es gut geht, oder sicher gehen und durch eine gleichwertige Diode mit mindestens 1,6 kV austauschen. Womöglich war ja auch genau das die Ausfallursache, also daß ebendiese Diode etwas zu viel Sperrspannung gesehen hat und deshalb durchlegiert ist. Vermutlich ist auch der VDR, wenn es wirklich einer ist (hätte optisch auch ein HV-Kerko sein können), über die Zeit hinweg schon degeneriert (die altern bei jedem verheizten Spannungsstoß) und könnte als nächstes ausfallen. EDIT: OK, Foto vom VDR kam, während ich noch schrieb. Aber wie gesagt, möglicherweise neigt der sich schon dem Ende seines Lebens und wirkt nicht mehr so wie er soll? Oder funktionieren die noch gut, wenn sie noch nicht explodiert sind?
:
Bearbeitet durch User
H. H. schrieb: > Ach wo, das Gerät stammt ja gar nicht aus der DDR. Mich hat es schon gewundert, das die FoKos mit Ero bedruckt sind. Auch die Zemetwiderstände sehen westlich aus. Das Ableben der Diode könnte an der hohen Spannungsanstegsgeschwindigkeit liegen. Die Spannung geht ja gewissermaßen von null auf hundert. Die Sperrschicht bildest sich aber nur endlich schnell, da die Ladungsträger aus dem pn Übergang "abgesaugt" werden. Das ist wie ein Überkopfzünden. Da es so spannungsfeste Schottkydioden nicht gibt, was anderes Schnelles nehmen, oder einen kleinen Snubber drüber.
Johannes F. schrieb: > Naja, man wird wohl nicht ganz ohne Grund eine teurere Diode mit der > 1,6-fachen max. Sperrspannung eingebaut haben. Der parallel geschaltete Thyristor ist doch auch nur ein 1000V Typ.
Gerald B. schrieb: > Auch > die Zemetwiderstände sehen westlich aus. Sind sie auch: Vitrohm (inzwischen wohl Yageo).
Gerald B. schrieb: > Das Ableben der Diode könnte an der hohen > Spannungsanstegsgeschwindigkeit liegen. Kaum, da würde ja der Thyristor eher zünden.
H. H. schrieb: > Der parallel geschaltete Thyristor ist doch auch nur ein 1000V Typ. Ahja, stimmt. Na dann ist es aber sehr seltsam, daß EM513 und nicht einfach 1N4007 verbaut wurden. Oder war damals EM513 in der BRD ein Standardtyp?
Johannes F. schrieb: > Gerald B. schrieb: >> Auch >> die Zemetwiderstände sehen westlich aus. > > Sind sie auch: Vitrohm (inzwischen wohl Yageo). Und der andere ist ein Italiener.
H. H. schrieb: >> Oder war damals EM513 in der BRD ein Standardtyp? > Jedenfalls kein Exot. Stehen im Datenblatt in einer Reihe mit 1N400x, bis EM518. Woher auch immer, ein paar EM513 habe ich im Bestand. Die sind richtig chic, mit ITT-Aufdruck und vergoldeten Beinchen.
Manfred P. schrieb: > mit > ITT-Aufdruck und vergoldeten Beinchen. Diese war auch eine "ITT". Danke, dann lass ich die 1N4007 drin. Welche Funktion hat die Diode in dieser Schaltung? Könnt ihr das so erkennen?
Gerald B. schrieb: > Das Ableben der Diode könnte an der hohen > Spannungsanstegsgeschwindigkeit liegen. Die Spannung geht ja > gewissermaßen von null auf hundert. Die Sperrschicht bildest sich aber > nur endlich schnell, da die Ladungsträger aus dem pn Übergang > "abgesaugt" werden. Das ist wie ein Überkopfzünden. Da es so > spannungsfeste Schottkydioden nicht gibt, was anderes Schnelles nehmen, Da wäre dann vermutlich eine schnelle UF4007 besser geeignet als die langsame 1N4007.
Gerd E. schrieb: > Da wäre dann vermutlich eine schnelle UF4007 besser geeignet als die > langsame 1N4007. Es braucht da keine schnelle Diode!
Niko K. schrieb: > Welche Funktion hat die Diode in dieser Schaltung? Die übernimmt die zweite Hälfte der Schwingung des Primärkreises. Sonst würde der Trafo ja immer nur in eine Richtung magnetisiert.
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.




