Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Typenbezeichnung Röhren


von Herbert S. (dj5zu)


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Hallo
In meinem Fundus habe ich viele Röhren gefunden. ES handelt sich im 
wesentlichen um Röhren mit Noval-Sockel, also 9 Stiften.
Das Problem besteht darin, dass auf den Röhren keine Typen-Bezeichnung 
mehr zu lesen ist. Ich gehe davon aus, dass es sich um durchaus 
funktionierende RÖhren handelt. Von den Abmessungen könnten es EL84 oder 
ECL86 sein.
Gibt es eine Methode die Typen-Bezeichnung irgendie festzustellen? Wenn 
ich die alle wegwerfen würde, dann würde ich ein kleines Vermögen 
wegwerfen.
Gruß Herbert DJ5ZU
von Stefan W. (stefan_w234)


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Guck mal hier, da sind die EL84 recht gut beschrieben:

https://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/EL84/EL84.htm

Wenn es tatsächlich welche sind müsste man die auch noch einigermaßen 
los kriegen, wenn der Zustand gut ist. Die wurden / werden gerne in VOX 
AC15/30 Verstärkern eingesetzt.
von Thomas (mercury3)


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Das wird spannend; mir ergeht es ähnlich weil die einfach zu oft 
"angegrabbelt" wurden. Die üblichen Meßgeräte setzen die Kenntnis des 
Typs ja voraus....

Aber eine ECL müßte doch am zusätzlichen/separaten Triodenteil zu 
erkennen sein?
von Werner H. (werner45)


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Man braucht zum Einordnen noch die Sockelbeschaltung, z.B. die 
"Röhren-Taschentabelle" oder Internetsuche.
Die Verbindung der Pins zu den Elektroden ist oft gut zu sehen, auch ob 
es Trioden oder Pentoden oder Mehrgitter sind.
Die meisten Röhren sind EF80, weil die mit >3 Stück in Fernsehern waren.

Ist eine mühsame Arbeit, geht aber.
: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Ich würde auch sagen, als erstes die Sockelbelegung rauspuzzeln. 
Schwierig wird es, sowas wie ECC81, ECC82 und ECC83 zu unterscheiden.

Bei der Heizung müsste man anschließend noch E-, P- und ggf. U-Röhren 
herausfinden.
von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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von Thomas schrieb:
>Aber eine ECL müßte doch am zusätzlichen/separaten Triodenteil zu
>erkennen sein?

So ist es, man kann ja hineinschauen und mit einer
eindeutigen Röhre wo die Schrift noch zu lesen ist
vergleichen. Die Heizung kann man ja mit einen
Labornetzteil testen, in dem man die Spannung ganz
langsam hochfährt bis sie normal glüht.
E-Röhren 6,3V und die Ströme sind unterschiedlich.
P-Röhren immer 300mA aber die Spannungen sind
unterschiedlich.
U-Röhren immer 100mA und die Spannungen sind
unterschiedlich.
Je nach dem was das Labornetzteil dann anzeigt,
erkennt man was die Röhre für eine Heizung hat.
von Manfred P. (pruckelfred)


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Herbert S. schrieb:
> Wenn
> ich die alle wegwerfen würde, dann würde ich ein kleines Vermögen
> wegwerfen.

Oder auch nicht, weil Dir niemand dieses unbekannte Zeugs abkauft.
von Wolf17 (wolf17)


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Jeder Sortierdurchgang erfordert mehr Schachteln:
1) nach Glasform
2) nach Lage der Heizanschlüsse
3) nach Heizungstyp (Verhalten der Heizung am Labornetzteil)
4) nach nicht belegten Pins
5) nach optischer Gleichheit, vielleicht kann man jetzt schon viele 
anhand von Beschriftungsresten zuordnen
6) meistens kann man sehen, welcher Pin wohin geht, also Anode, Gitter, 
Kathode identifizieren.

Wenn man kein Röhrenprüfgerät hat, muss man zumindest für die 
wertvollsten Typen (E80LL?) eine Prüfschaltung aufbauen und mit 
Neuwerten vergleichen. Verbrauchte Röhren will sicher keiner kaufen.
: Bearbeitet durch User
von Lu (oszi45)


Angehängte Dateien:

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Habe jetzt keine Röhren für Fotos hier, optisch kann man eine ECC83 
schon sehr gut von einer EL84 unterscheiden. Der Heizstrom sollte auch 
zu messen sein. Anbei eine Seite aus dem Röhrentaschenbuch als Beispiel. 
Frage ist allerdings wer die namenlosen Röhren kaufen soll. Die kannst 
Du höchstens an Interessenten verschenken.
von Rainer W. (rawi)


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Lu schrieb:
> Habe jetzt keine Röhren für Fotos hier, optisch kann man eine ECC83
> schon sehr gut von einer EL84 unterscheiden.

Das ist klar (Doppeltriode vs. Pentode), aber die Unterscheidung von 
einer ECC81 oder ECC82 ist eine ganz andere Nummer.

Jörg W. schrieb:
> Schwierig wird es, sowas wie ECC81, ECC82 und ECC83 zu unterscheiden.
von Lu (oszi45)


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Rainer W. schrieb:
> einer ECC81 oder ECC82 ist eine ganz andere Nummer.

Kannst Du z.B. an Hand er Steilheit unterscheiden in der Messschaltung.
ECC81 S=5,5 mA/V ECC82 S=2,5 mA/V wenn Du das unbedingt möchtest.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Günter L. schrieb:
> E-Röhren 6,3V und die Ströme sind unterschiedlich.
> P-Röhren immer 300mA aber die Spannungen sind
> unterschiedlich.
> U-Röhren immer 100mA und die Spannungen sind
> unterschiedlich.

Das ist natürlich bissel lustig: wenn du nicht weißt, ob es eine E- oder 
eine P-Röhre ist, woher willst du dann wissen, ob du nun mit 6,3 V oder 
mit 300 mA heizen sollst. ;-)

Ich habe mal das Röhrentaschenbuch durchgeblättert: P-Röhren haben 
eigentlich durchweg mehr als 6,3 V Heizspannung.  Mit 6,3 V ist man 
daher erstmal auf der sicheren Seite.  Dann müsste man schauen, wie die 
Heizung aussieht und welcher Strom so fließt.  Macht man am besten, 
nachdem man zuvor schon grob den Typ zugeordnet hat, dann kann man nach 
der Röhrentabelle und dem dort genannten Heizstrom gehen.

Lu schrieb:
> Frage ist allerdings wer die namenlosen Röhren kaufen soll. Die kannst
> Du höchstens an Interessenten verschenken.

Selbst dafür wäre es aber sinnvoll, sie zu beschriften, selbst wenn es 
nur eine Vermutung ist.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Lu schrieb:
> Kannst Du z.B. an Hand er Steilheit unterscheiden in der Messschaltung.
> ECC81 S=5,5 mA/V ECC82 S=2,5 mA/V wenn Du das unbedingt möchtest.

Klar, aber eben nicht rein vom Angucken wie bei vielen anderen.

Das ist aber eh dann schon recht speziell.
von Rainer W. (rawi)


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Lu schrieb:
> Kannst Du z.B. an Hand er Steilheit unterscheiden in der Messschaltung.

Ja, muss man messen und würde man auf einem Photo eben nicht erkennen.

Jörg W. schrieb:
> Das ist natürlich bissel lustig: wenn du nicht weißt, ob es eine E- oder
> eine P-Röhre ist, woher willst du dann wissen, ob du nun mit 6,3 V oder
> mit 300 mA heizen sollst. ;-)

Klugerweise fängst du mit kleiner Spannung an und guckst, was der Strom 
so macht (oder umgekehrt).
: Bearbeitet durch User
von Werner H. (werner45)


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Es gab noch einen Trick, die weggewischte Bezeichnung sichtbar zu 
machen:
Man streicht die Röhre einmal mit geringem Andruck über die kurzen 
Nackenhaare. Damit gelangt ein sehr dünner gleichmäßiger Fettfilm auf 
den Glaskolben. Mit schräger Beleuchtung und hin und her Schwenken der 
Röhre kann man oft erkennen bzw. lesen, welcher Typ da mal aufgedruckt 
war.
Das funktioniert in >80 % aller Fälle, außer jemand hat die Röhre 
intensiv abgewischt, dann ist da nichts mehr. Bei ganz alten Röhren, A 
oder REN oder Stahlröhren-Serie ist der Text immer oben am Kolben.

Ich beschrifte unsaubere Röhren immer mit Edding, Typ und % 
Kathodenausbeute, wenn gemessen. Ist einigermaßen wischfest, besser als 
der alte Aufdruck.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Rainer W. schrieb:
> Klugerweise fängst du mit kleiner Spannung an und guckst, was der Strom
> so macht (oder umgekehrt).

Selbst dann kannst du dir, ohne dass du schon eine Idee hast, was für 
eine Röhre es wirklich ist, nicht sicher sein: E-Röhren gibt es durchaus 
auch mit weniger als 300 mA Heizstrom.  Wenn du jetzt 6,3 V anlegst und 
hast 200 mA, dann kannst du entweder anhand des vermuteten Röhrentyps in 
der Tabelle gucken, oder aber du musst schon ein gutes Händchen haben zu 
erkennen, ob die Heizung Betriebstemperatur erreicht hat (und eine 
E-Röhre ist) oder nicht (unterheizte P-Röhre).
von Wolfgang D. (blitz_f)


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Moin,
wer soll den, in aller Welt, solche "Vermutungs"-Röhren kaufen?
Restmüll-Tonne.
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Herbert S. schrieb:
> Wenn
> ich die alle wegwerfen würde, dann würde ich ein kleines Vermögen
> wegwerfen.

Zum Vermögensaufbau stelle ich mir die gerne noch in den Fundus dazu. 
Zum optischen Vergleich habe ich genügend beschrifete Exemplare da 
liegen.

mfg
von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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von Jörg W. schrieb:
>oder aber du musst schon ein gutes Händchen haben zu
>erkennen, ob die Heizung Betriebstemperatur erreicht hat

Kann man schon erkennen, daß Kathodenröhrchen ist
dann dunkelrotglühend. Wer noch nicht die Erfahrung
hat, heizt mal eine bekannte Röhre und schaut sich
das an.
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Wenn du jetzt 6,3 V anlegst und hast 200 mA,

Warum nicht einfach das Labornetzteil auf 6.3V und 300mA einstellen, 
Roehre anschliessen und nach 1min fachkundig raten?

Vanye
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Vanye R. schrieb:
> Warum nicht einfach das Labornetzteil auf 6.3V und 300mA einstellen,
> Roehre anschliessen und nach 1min fachkundig raten?

Hilft kaum.  Viele Röhren werden damit unterheizt bleiben; dann weiß du 
immer noch nicht, ob sie E oder P sind.
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


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>  Wenn
> ich die alle wegwerfen würde, dann würde ich ein kleines Vermögen
> wegwerfen.

Kindische Hoffnung, Beitrag "Preisfindung für Röhrensortiment"
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Kindische Hoffnung, Beitrag "Preisfindung für Röhrensortiment"

Yo, das kommt noch dazu. Ich hab auch von Opa eine Aldituete mit Roehren 
geerbt und die einfach weggeworfen. Weiss doch auch heute keiner mehr wo 
die her kommen und was die schon an Stunden auf den Buckel haben. Den 
Aufwand die zu testen lohnt auch nicht. Eine Ausnahme gilt vielleicht 
fuer die ganzen magischen Augen, aber auch das sind dann ja 
ueblicherweise olle Dinger die man damals ausgebaut hat weil sie schon 
funzelig wurden.

Vanye
von Rudi K. (ykabel)


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Lu schrieb:
> optisch kann man eine ECC83
> schon sehr gut von einer EL84 unterscheiden

zumal die EL84 fast doppelt so gross ist wie die ECC83

P-Röhren will heutzutage kaum noch jemand, auch nicht geschenkt.
E-Röhren , bei denen die Type nicht erkennbar ist sind ein Fall für die 
Tonne. Die meisten Typen bekommt man immer noch neu für relativ wenig 
Geld, ausgenommen Z.B. EL34 oder EM34.
Der Aufwand, die Type herauszufinden steht in keinem Verhältnis zum Wert 
der Röhren. Und dann ist die Funktionalität der Röhre immer noch 
ungewiss. Die dann auch noch stundenlang mit dem Neuberger zu prüfen - 
nein danke. Wenn der Aufdruck nicht mehr lesbar ist, sind die mit 
Sicherheit nicht in neuwertigem Zustand, zigmal aus- und eingesteckt, 
bzw. durch funktionsfähige ersetzt worden.  Da ist nix mit "kleinem 
Vermögen".

Bei Aufgabe meines Röhrenradio-Hobbys habe ich ca. 100 E-Typen (alle mit 
lesbarem Aufdruck), teils noch in ungeöffneter Telefunkenverpackung an 
einen befreundeten Radiobastler verschenkt, weil mir der Aufwand sie 
über Kleinanzeigen zu vertickern viel zu gross gewesen wäre.

mein persönliches Fazit:
  ich würde "ungestempelte" Röhren nicht mal geschenkt wollen.
von Soul E. (soul_eye)


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Herbert S. schrieb:
> Gibt es eine Methode die Typen-Bezeichnung irgendie festzustellen?

Klar geht das. Im Gegensatz zu diesen neumodischen Halbleitern kann man 
in Röhren hineinschauen und die Funktion direkt erkennen.

1) nach Ätzcodes suchen. Bei Valvo/Philips steht drauf was drin ist. 
Wenn die Röhre im unteren Bereich 2-3 Buchstaben oder Zahlen eingeätzt 
hat, in einer Tabelle nachsehen und fertig.
https://www.tubecollection.de/ura/codes.htm

2) nach Systemaufbau vorsortieren. Doppeltrioden (xCC), Triode-Pentoden 
(xCF, xCL), Gleichrichter. Die dicken Endröhren PL504, PL509, EL34 und 
die magischen Augen erkennt man auch so. Ebenso die HV-Gleichrichter 
DY8xx.

3) Pinbelegung feststellen und per Datenbuch die in Frage kommenden 
Typen heraussuchen. Klingt schlimmer als es ist, oft passen nur zwei 
oder drei Typen zum Sockel.

4) Heizspannung bestimmen. 6,3 V dran, Strom auf 400 mA begrenzen. Wenn 
es normal glüht, ist es eine Exx. Wenn es eher dunkel bleibt, eine Pxx. 
In diesem Fall die Spannung hochdrehen bis 300 mA fließen und diese 
notieren.
Achtung: die zuvor identifizierten Gleichrichter brauchen oft deutlich 
weniger Heizspannung! Da fängt man mit 1,4 V an.

5) Kennlinie messen. Wenn gemäß Datenblatt zwei Typen in Frage kommen, 
mit dem uTracer das Kennlinienfeld aufnehmen. ECC81, 82, 83, 88 
unterscheiden sich durch die Transkonduktanz ("Steilheit" hiess das 
damals), HF-Pentoden wie EF183, 184 oder EF80, 84, 85 unterscheiden sich 
durch ihre Linearität, also den Abstand der Kennlinien zueinander: 
https://www.radiomuseum.org/forum/steuerkennlinen_frueher_regelroehren_1.html


"Kleines Vermögen" kannst Du vergessen. Es macht Spaß, die Typen 
auszuknobeln, aber nur die wenigsten Röhren sind heutzutage gebraucht 
noch was wert. Fernsehröhren mit P am Anfang kannst Du wegwerfen. Davon 
gibt es genügend neu und originalverpackt. ECC und EL kannst Du einem 
befreundeten Gitarristen schenken und dem was von "vintage" erzählen. Da 
Instrumentenverstärker meist ohne Gegenkopplung arbeiten, klingt jede 
Röhre etwas anders und vielleicht ist ja was dabei, das gefällt.
Der restliche E-Kram ist für Radio-Restauratoren interessant, aber die 
haben ohnehin schon einen Schrank voll mit dem Zeug.

Also sieh es als Puzzlespiel, bei dem es nur um die Ehre geht und nicht 
um Gewinn.
von Marek N. (db1bmn)


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Herbert S. schrieb:
> dann würde ich ein kleines Vermögen
> wegwerfen.

LOL! Würdest du etwa ein kleines Vermögen für die sprichwörtliche Katze 
im Sack bezahlen wollen?

Wenn du Glück hast, findest du noch einen Steampunk-Basler, der die mit 
ein bisschen Holz und Messing in ein kleines Kunstwerk verbaut.
Wenn nicht, tue deinen Hinterbliebenen einen Gefallen und schmeiß die 
Dinger noch rechtzeitig weg!

Wir misten grad bei Schwiegereltern aus: DIN-Normen für Aufzüge von 1993 
- "Die kann man doch noch mal gebrauchen..." - "NEIN!"
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Soul E. schrieb:
> ECC und EL kannst Du einem befreundeten Gitarristen schenken und dem was
> von "vintage" erzählen.

:-))
von Herbert S. (dj5zu)


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Hallo
Ich hatte nicht mit so viel Resonanz auf meine Fragen gerechnet. Ich 
habe auch nicht vor, die Röhren zu verkaufen und damit einen 
fragwürdigen "Gewinn" zu generieren. Für mich haben die Röhren ideellen 
Wert, da ich sehr gerne mit Röhren baue. Ich habe das irgendwann mal 
gelernt und es wäre schade, wenn das alles in Vergessenheit gerät. 
Röhren sind in heutiger Zeit sicher nicht mehr aktuell für die 
elektronik allgemein.
Zur Zeit baue ich an einem Kurzwellen-Telegrafie-Sender komplett mit 
Röhren bestückt. Als Endröhre verarbeite ich eine alte Wehrmachts-Röhre 
RL12P35.
Gruß Herbert DJ5ZU
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Herbert S. schrieb:
> Zur Zeit baue ich an einem Kurzwellen-Telegrafie-Sender komplett mit
> Röhren bestückt.

Dann hören wir uns nächstes Jahr Himmelfahrt zur Minimal Art Session? 
;-)
von Soul E. (soul_eye)


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Herbert S. schrieb:
> Zur Zeit baue ich an einem Kurzwellen-Telegrafie-Sender komplett mit
> Röhren bestückt. Als Endröhre verarbeite ich eine alte Wehrmachts-Röhre
> RL12P35.

Für KW-Endstufen kannst Du PL504 und PL509 nutzen. Die erkennst Du auch 
ohne Brille. Ebenso die EL34 mit ihrem schwarzen Plastiksockel, für die 
Gitarrenverstärker.

Für Empfänger-Experimente nimmt man gerne die EF95. Die ist dünner und 
hat nur sieben Pins, erkennt man auch.

Dann noch die Doppel-Trioden rausfischen, und der Rest ist eher egal.
von Marek N. (db1bmn)


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Ein paar Projektideen:

* Suche dir von jeder Röhrengröße von der EAA91 bis zur PL519 eine 
schöne aus baue eine Collage/Passepartout in einen IKEA-Bilderrahmen 
ein: https://www.ikea.com/de/de/p/sannahed-rahmen-weiss-00459116/
* Zerlege eine Mehrgitter / Mehrsystemröhre in ihre Einzelteile und 
stelle sie in so einem Rahmen aus
* Adventskranz / Geburtstags"torte" für andere Mitboomer mit den Röhren 
statt Kerzen
* Ein Schachspiel. Als Bauern würden sich die zahlreichen ECC8x eignen, 
König/Königin PY500/PL519, Bischoff PY88 (wegen der Mütze), Turm 
EL/PL84, Springer EF89(?). Müsste man mal gucken, ob das von den 
Größenverhältnissen her so passt.
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Jörg W. schrieb:
> P-Röhren haben
> eigentlich durchweg mehr als 6,3 V Heizspannung.

Eine PCC81 z.B. wurde nie erfunden, weil die ECC81 bei 6,3V Heizung 
genau 300mA Strom zieht und deswegen in beiden Welten spielt. Das gilt 
auch für die ECC82(12AU7) und ECC83(12AX7) bei parallel Beschaltung.
von Gunnar F. (gufi36)


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Herbert S. schrieb:
> Ich
> habe auch nicht vor, die Röhren zu verkaufen und damit einen
> fragwürdigen "Gewinn" zu generieren

Genauso habe ich das auch von Dir interpretiert.

Herbert S. schrieb:
> Ich habe das irgendwann mal
> gelernt und es wäre schade, wenn das alles in Vergessenheit gerät.

Ich habe das leider nicht gelernt, fing 1974 mit dem BC238C an. Aber 
wenn ich von Soul_eye lese:

Soul E. schrieb:
> Da
> Instrumentenverstärker meist ohne Gegenkopplung arbeiten, klingt jede
> Röhre etwas anders und vielleicht ist ja was dabei, das gefällt.

Dann kriege ich sofort Lust, das mal zu probieren. Und zwar nur einen 
schwach gegengekoppelten Vorverstärker vor meinen 
Transistor-AB-Verstärker zu schalten und davon den Klang zu hören.
Aber es brummte zu stark, mir war nicht klar, wie ich den Einfluss der 
verbrummten Anodenspannung richtig ausblende.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Gunnar F. schrieb:
> Aber es brummte zu stark, mir war nicht klar, wie ich den Einfluss der
> verbrummten Anodenspannung richtig ausblende.

Anodenspannung sollte man doch heutzutage gut genug sieben können.

Klassiker für Brummen war eher die Heizung, weshalb man die Heizspannung 
oft über ein niederohmiges Poti („Entbrummregler“) symmetrisch zur Masse 
gezogen hat. Aber auch heizen könnte man mittlerweile wohl problemlos 
mit gefilterter und stabilisierter Gleichspannung.  Auf paar Watt im 
Längsregler kommt es bei der Energiebilanz eines Röhrenverstärkers eh 
nicht an. ;-)
von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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Ich habe auch schon Röhren mit Geschirrspülmittel gewaschen,
weil sie einfach zu dreckig waren. Dabei war dann auch
die Beschriftung weg. Manchmal ist dann ganz blaß noch
was zu erkennen. Ich habe sie dann gleich mit Edding-
permanent-marker neu beschriftet.
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Dann kriege ich sofort Lust, das mal zu probieren.


Hier fertig zu kaufen:

https://doukaudio.com/products/douk-audio-x1-bluetooth-vacuum-tube-amplifier-desktop-amp-for-turntables-160wx2

Wer sich jetzt wundert. Die Roehre arbeitet als Kathodenfolger, kann 
also bei Bedarf durch eine Drahtbruecke ersetzt werden, Endstufe ist 
Class D. Da degeneriert die Menschheit....

Vanye
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Vanye R. schrieb:
> Die Roehre arbeitet als Kathodenfolger, kann also bei Bedarf durch eine
> Drahtbruecke ersetzt werden

Dann kannst du ja heimlich im Röhrenfuß einer kaputten Röhre einen Draht 
zwischen Gitter und Katode ziehen. Dann leuchtet die Röhre trotzdem noch 
so schön. :-)
von Bradward B. (Firma: Starfleet) (ltjg_boimler)


Angehängte Dateien:

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" ... ein Schachspiel ..."

Siehe Anhang aus dem Internet , dort gibt es auch was mit Nixies und SV 
im Fuß.
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