Hallo. Folgendes Problem: Es gibt ein Mainboard mit einem SOM (Prozessormodul), auf dem Linux läuft. Dieses Modul hat einen Gigabit Ethernet PHY, und ich muss die Ethernet-Verbindung (MDI) über eine flexible Verbindung zur Gehäusewand führen, wo ein Steckverbinder wartet. Hintergrund ist die mechanische Entkoppelung des Mainboards vom Gehäuse mit den daran befestigten (IP67) Steckverbindern (z.B. M12 X-codierte Rundsteckverbinder). Frage 1: Welches Kabel und welche sehr kompakte Steckverbindung verwende ich? Ich dachte an einen Folienleiter wie diesen https://www.molex.com/en-us/products/part-detail/150260210?display=pdf mit den passenden Steckverbindern https://www.molex.com/en-us/products/part-detail/2004850710?display=pdf Frage 2: Wo packe ich den Ethernet-Übertrager hin? Dicht am Ethernet PHY oder dicht am externen Steckverbinder? fchk
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Bei Deinem Folienleiter steht nichts zu Impedanzen. Das ist ein schlechtes Zeichen. Du willst 100 Ohm differentiell zwischen den Leiterpaaren. Wie lang soll das Ding werden? Danach richtet sich ob das zu einem Problem wird oder nicht. Was man durchaus öfters in Geräten findet sind Ethernet-Kupplungen am Gehäuse und dann kurze Ethernet-Patchkabel für den Weg zwischen Gehäuse und Mainboard. Denn diese Standardkomponenten sind meist weit günstiger und als irgendwelche Spezialkabel und funktionieren sicher für Ethernet. Wäre also auch eine Überlegung wert. Ist aber platzmäßig natürlich größer. Den Übertrager würde ich nahe an die Buchse packen. Denn vor dem Übertrager bist Du galvanisch auf der Ebene des Kabels und von dort brauchst Du Isolation mit z.B. 2 kV gegen Dein Gerät.
Gerd E. schrieb: > Bei Deinem Folienleiter steht nichts zu Impedanzen. Das ist ein > schlechtes Zeichen. Du willst 100 Ohm differentiell zwischen den > Leiterpaaren. Bei den Molex Premo Flex sagen sie 90/100 Ohm für USB, LVDS oder HDMI. Siehe https://www.molex.com/content/dam/molex/molex-dot-com/en_us/pdf/solution-guides/987652-6603.pdf?inline Die haben da wohl noch eine extra Groundplane im Kabel, die über die speziellen Steckverbinder kontaktiert werden. > Wie lang soll das Ding werden? Danach richtet sich ob das zu einem > Problem wird oder nicht. 5 cm, vielleicht auch 10 cm, aber mehr nicht. > Was man durchaus öfters in Geräten findet sind Ethernet-Kupplungen am > Gehäuse und dann kurze Ethernet-Patchkabel für den Weg zwischen Gehäuse > und Mainboard. Denn diese Standardkomponenten sind meist weit günstiger > und als irgendwelche Spezialkabel und funktionieren sicher für Ethernet. > Wäre also auch eine Überlegung wert. Ist aber platzmäßig natürlich > größer. ... und wird bei mir schwierig unterzubringen sein. Daher die Suche nach Alternativen. > Den Übertrager würde ich nahe an die Buchse packen. Denn vor dem > Übertrager bist Du galvanisch auf der Ebene des Kabels und von dort > brauchst Du Isolation mit z.B. 2 kV gegen Dein Gerät. ok, danke. fchk
Frank K. schrieb: > 5 cm, vielleicht auch 10 cm, aber mehr nicht. Ethernet ist erstaunlich robust, man muss schon viel gezielt falschmachen, um auf so einer Strecke Probleme zu bekommen. Pedanten würden ein aus verdrillten Aderpaaren bestehendes Kabel verwenden (an beiden Enden z.B. die üblichen JST-PH-Steckverbinder), aber Dein Folienleiter ist bei der geringen Länge doch ziemlich sicher kein Thema.
Frank K. schrieb: > 5 cm, vielleicht auch 10 cm, aber mehr nicht. Das sollte passen, auf die Entfernung würde ich keine Probleme erwarten.
Gerd E. schrieb: > Frank K. schrieb: >> 5 cm, vielleicht auch 10 cm, aber mehr nicht. > > Das sollte passen, auf die Entfernung würde ich keine Probleme erwarten. Naja, bei 1G Ethernet sollte man schon mal bissel genauer hinschauen und auch bauen. Auch wenn es "nur" 125 MBaud mit PAM5 ist. Ich würde zusehen, daß man an die 100 Ohm Wellenwiderstand gut rankommt (+/-10%). Beim Raspberry Pi wird auch ein FFC Kabel benutzt, um mittels SDI das Display anzusteuern, dort flitzen echte Gbit/s drüber. Ergo bekommt man es auch mit 1G Ethernet hin. Das Drama hatten wir schon mal bei 100Mbit ;-) Beitrag "100 MBit Ethernet differentielles Routing"
Falk B. schrieb: > Gerd E. schrieb: >> Frank K. schrieb: >>> 5 cm, vielleicht auch 10 cm, aber mehr nicht. >> >> Das sollte passen, auf die Entfernung würde ich keine Probleme erwarten. > > Naja, bei 1G Ethernet sollte man schon mal bissel genauer hinschauen und > auch bauen. Auch wenn es "nur" 125 MBaud mit PAM5 ist. Sagen wir mal die relevante Frequenz ist die 1. Harmonische bei 250 MHz, weil auf der misst Du auf jeden Fall noch einen ordentlichen Pegel auf der Leitung. Wellenlänge wäre dafür 1,2m in Vakuum oder bei angenommenem Verkürzungsfaktor 0,8 dann 0,96m. Die 10 cm Folienleiter von Frank sind da im Verhältnis elektrisch kurz. Die Wahrscheinlichkeit dass das zu Problemen führt ist also gering. > Ich würde > zusehen, daß man an die 100 Ohm Wellenwiderstand gut rankommt Ja, klar. Wenn man das jetzt in der Designphase richtig planen kann dann würde ich auch empfehlen den Wellenwiderstand zu treffen.
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