Ich habe ja im letzten Jahr etwas Zeit in die Entwicklung eines Solarladers gesteckt, der inzwischen auch sehr zuverlässig funktioniert. Ein befreundeter Nachbar hat eine ähnliche Mini-PV mit einem China-Solarlader aufgebaut und dabei festgestellt, daß der Chinaschrott nichts taugt. Das Regelverhalten von dem Ding ist dermaßen mies, daß sich das Ding selbst bei brauchbarer PV-Leistung in kurzen Abständen die eigene Betriebsspannung so weit runterzieht, bis der Controller neu startet. Dann wird für 10..15 Sekunden gar kein Strom erzeugt und das Spielchen beginnt von vorne. Mein eigener Entwurf schlägt den Chinaschrott um Längen, was dazu führt, daß der Nachbar nun auch so ein Ding haben möchte. Für mich ergeben sich daraus zwei Probleme bzw. ein Problem mit zwei Möglichkeiten. Entweder ich baue noch so ein Ding auf Lochraster zusammen oder ich entwerfe eine Platine dafür. Beides wäre recht hoher Aufwand für nur ein einziges zweites Gerät. Welche der beiden Möglichkeiten würdet ihr wählen und warum? Daher die Frage, gibt es vielleicht einen Markt für deutsche MPPT-Solarlader bis 36..48..60V mit 20..30A? Gibt es vielleicht Vertriebspartner, die einem bei der eventuell notwendig werdenden Zertifizierung und beim initialen Vertrieb helfen würden? Dann würde es sich vielleicht lohnen, eine Platine dafür zu entwerfen.
Eine schnelle Suche per Google führt dich u.a. auf Victron. Wenn du meinst eine Marktlücke gefunden zu haben, sollte eine Recherche nach möglichen Wettbewerbern das Erste sein, was zu tun ist. Und davon abgesehen: Ein Gerät mit 1kW wird man kaum auf Lochraster aufbauen?! Mit freundlichen Grüßen Thorsten Ostermann
Thorsten O. schrieb: > Und davon abgesehen: Ein Gerät mit 1kW wird man kaum auf Lochraster > aufbauen?! Ich würde dafür kupferkaschiertes Pertinax verwenden.
Klingt so als könnte man wieder mal einen Beratervertrag anbieten
In der EU wird es nicht gerne gesehen, wenn Privatleute irgendwas zusammenbauen und in Verkehr bringen. Dies möge man doch bitte der Industrie überlassen. Die hat die Möglichkeit, alle geforderten Zertifizierungen und gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.
Ben B. schrieb: > gibt es vielleicht einen Markt für deutsche > MPPT-Solarlader bis 36..48..60V mit 20..30A? Nein. Nur weil dein Nachbar Schrott gekauft hat, heißt das nicht, das alles andere aus Nicht-D auch Schrott ist. Soul E. schrieb: > Die hat die Möglichkeit, alle geforderten > Zertifizierungen und gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Die Möglichkeiten sind für alle gleich. Oliver
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Um zu schauen, ob das Ding im endgültigen Aufbau alle EMV-Grenzwerte usw. einhält, müsste man Messungen in einem Prüflabor machen. Dafür habe ich leider nicht die nötige Messtechnik. Ich kann die gängigen Vorsorge-Maßnahmen einhalten (Masseflächen, keine großen aufgespannten Flächen mit Leitern wo viel Strom fließt, Snubber ...) und übliche Entstörfilter verbauen, aber ob das am Ende reicht, müsste man messen. Oder wenn man im Vorfeld wissen möchte, welche Entstörung überhaupt erforderlich ist. Eine Marktnische ist das nicht. Klar gibts da bestimmt was von F..Victron, aber das blaue Gerümpel ist in erster Linie mal teuer und wahrscheinlich nicht wesentlich besser. Ich weiß auch nicht, ob deren Geräte in den unteren Klassen schon sowas wie ein Monitoring beherrschen. Meine Kiste hat WLAN. > Und davon abgesehen: Ein Gerät mit 1kW wird man kaum > auf Lochraster aufbauen?! Mein Prototyp kann das, sind ja "nur" 30A. Allerdings habe ich im Leistungsteil auch Kupferdrähte auf die Platine gelötet. Vorher gehen die 30A durch 2x2 SMD-Beinchen eines ACS712 Stromwandlers durch. Also wenn irgendwas wegbrennt, dann die.
Ben B. schrieb: > ich entwerfe eine > Platine dafür. Beides wäre recht hoher Aufwand für nur ein einziges > zweites Gerät. Entwirf eine Platine und stelle die fertige Lösung in die Codesammlung, sodaß ein jeder hier die Schaltung für Dich testen kann. Dann lohnt sich zum einen der Aufwand, da es sehr viele Geräte werden, und Du bekommst kostenlose Rückmeldungen und 'Lobgesang', daß Dir Hören und Sehen vergeht. Alternative: 6aus49 bietet schon länger 50 M€ als Belohnung an. Dann kommen mehr Experten als Fliegen auf den Kuchen passen ;-)
Ben B. schrieb: > es vielleicht einen Markt für deutsche MPPT-Solarlader bis 36..48..60V mit 20..30A? Es gibt einen Markt wenn du den Preis mitgehen kannst. Für 60€ könnte es Kunden geben. Die Produktionskosten sollten also nicht uber 15€ liegen. Dafür muss man modern bauen, Schaltregler mit hoher Schaltfrequent komplett in SMD mit entsprechend hohem Wirkungsgrad um ohne Kühlkörper auszukommen, automatisch bestückt. Und es muss besser als aus China sein, was heute Interoperabilität mit allem möglichen bedeutet, WLAN, SmartHome, BMS, also viel gut getestete Software. Dann musst du die rechtlichen Anforderungen von CE mit EMV und RoHS einhalten, Verpackungsgesetz, WEEE und gewerbliche Steuern. Aber deine ersten 10 Prototypen wirst du auch los, ohne Gewinnerzielungsabsicht.
Also ein belastbares Konzept solltest du schon haben, bevor du irgend ein Unternehmen ansprichst. Das mindeste ist, wie oben schon steht, eine Vorstellung, was das Teil fertig kosten darf. Denn das ist es, was dich jede Firma fragen wird. Und wenn du da blank bist, wird niemand Zeit verschwenden. Wenn du das parat hast: Bei mir direkt nebenan z.B. ist eine Firma, die sich auf kleine und mittlere Serien spezialisiert hat. Klein genug, dass du auch als Einzelner nicht gleich ausgelacht wirst. Die können dich bei allem technischen unterstützen (Designverbesserungen, Fertigung und auch CE). Was die aber nicht machen ist Vertrieb und Marketing. Aber, auch das steht oben schon. Stell dich drauf ein, die Fixkosten für eine Kleinstserie sind schon heftig. Nicht dass es dich aus den Latschen haut. https://elektronik-produkt.de/ P.S. Nein, ich arbeite nicht dort und mir gehört der Laden auch nicht.
Ben B. schrieb: > Eine Marktnische ist das nicht. Klar gibts da bestimmt was von > F..Victron, aber das blaue Gerümpel ist in erster Linie mal teuer und > wahrscheinlich nicht wesentlich besser. > > Ich weiß auch nicht, ob deren Geräte in den unteren Klassen schon sowas > wie ein Monitoring beherrschen. Meine Kiste hat WLAN. die haben mehr als Du Dir vorstellen kannst Wenn man meint ein Produkt erfunden zu haben das die Welt noch nicht kennt und braucht, damit Geld verdienen kann - sollte man schon etwas weiter schauen als bei sich und beim Nachbarn
Also unter 15 Euro wird für ne Kleinserie unmöglich. Da müsste man vor allem die Leistungshalbleiter und den ESP32 in extremen Stückzahlen kaufen können, um so gute Preise zu bekommen. Und dann den ESP mit seinen externen Bauteilen und dem EEPROM gleich mit auf der Platine verlöten, damit man das Modul nicht als Ganzes kaufen muss. Ohne Kühlkörper geht das auf keinen Fall, auch nicht bei kaufbaren Geräten. Das Ding arbeitet auch als StepUp-Wandler, die meisten kaufbaren Geräte sind StepDown-Wandler, wo man einfacher Schaltkreise mit Synchrongleichrichtung für bekommt. Und dann ists auch immer noch 1kW/30A, die das Ding Dauerstrich durchschieben können muss. Man kann aber einen vergleichsweise kleinen Kühlkörper mit Lüfterkühlung nehmen, das funktioniert. Wenn ich eine Platine entwerfe, würde ich aber trotzdem nochmal versuchen, den Wirkungsgrad weiter zu erhöhen. Ich würde auch gar nicht so sehr auf den Victron-Mainstream-Markt zielen wollen, sondern eher auf die Leute, die für ein wirklich freies und völlig frei parametrisierbares Gerät evtl. gerne einen Euro mehr bezahlen. Die gerne was haben wollen, was garantiert Cloud-frei und ohne Hersteller-Kontrolle funktioniert. Die Software ist ja komplett in meiner Hand, ich hätte auch kein Problem damit, daß das Ding noch MQTT-Daten sendet wenn das für Smart Home wichtig ist. Im Moment ist das halt alles über HTTP weil ich nichts anderes verwende - aber die Messwerte sind sowieso alle da. Ich kriege auch völlig problemlos noch irgendwelche (Fern-)Schaltfunktionen dranadaptiert wenn das jemand braucht. Interoperabilität mit irgendwelchen BMS strebe ich gar nicht an. Das ist nämlich genau der Punkt, der mich bei kommerziellen Geräten mit am meisten stört. Braucht dies, braucht jenes... und ists nicht kompatibel, dann funktioniert gar nichts... nee. Genau das treibt einen letztlich zum Selbstbau, weil man feststellt, das was man braucht gibts nicht. Absolut obere Ladeendspannung einstellen (das ist in Hardware realisiert) und das BMS hat freie Hand, soll bei Problemen einfach den Akku trennen damit da nichts passiert und gut ists. Und wie gesagt, wenn dann suche ich einen Partner, der Interesse daran hat, bei solchen Fragen zu helfen, der mir evtl. auch WEEE/EAR usw. leichter machen kann als es komplett alleine ist, mit dem man wirklich zusammenarbeiten kann. Wenn ich am Ende sowieso alles selbst machen muss, nur damit ein Fertiger die kompletten Erlöse auffressen kann... gut gemeint, aber davon habe ich nicht viel. Einfach veröffentlichen habe ich auch drüber nachgedacht und ich würde es sofort machen wenn es mir so gut ginge, daß ich mir wirtschaftliche Überlegungen sparen könnte. Da muss ich aber einräumen, so gut gehts mir im Moment dann leider doch nicht... alles andere wäre nicht ehrlich. Vielleicht sollte ich mal bei Victron anrufen und fragen was sie mir geben, damit ich's nicht mache. ;) Nee bringt nichts, das Ding würde zwar bestimmt für minimale Verluste bei den Herstellern sorgen weil jeder, der es dann nachbaut, nichts kommerzielles kaufen wird... aber so sehr interessieren sich Victron & Co dann doch nicht dafür. Ansonsten fehlt mir leider das Victron Vergleichsgerät. Wenn man sich auf die einschießen wollen würde, weiß ich nicht, was bei meinem Gerät besser ist und was an ihrem Gerät besser ist. Ich verwende z.B. einen 16Bit AD-Wandler, damit ich möglichst genaue Messwerte habe. Keine Ahnung, ob Victron da auch so präzise ist oder ob denen z.B. sowas wie der interne AD-Wandler des ESP32 (der mir gerade mal gut genug für die Kühlkörpertemperatur ist) ausreicht.
Ben B. schrieb: > Ich würde auch gar nicht so sehr auf den Victron-Mainstream-Markt zielen > wollen, sondern eher auf die Leute, die für ein wirklich freies und > völlig frei parametrisierbares Gerät evtl. gerne einen Euro mehr > bezahlen. dann musst DU wohl eine Firma gründen? Was ist Deine Erfindung eigentlich genau? Ein DC-DC- Wandler um direkt die AKkus laden zu können?
Erfindung... lach. Einfach nur ein guter Solar-Laderegler für 36/48V mit bis zu 30A Eingangs- oder Ausgangsstrom, der weit besser funktioniert als das ganze China-Gerümpel, was die Leute so kaufen.
Ben B. schrieb: > Das Ding arbeitet auch als StepUp-Wandler, die meisten kaufbaren Geräte > sind StepDown-Wandler Ja, das hat seinen Grund. Glücklicherweise kannst du synchronen buck boost bauen. Ich hab hier ein PowerMR um 40€ in deiner Leistungsklasse. Nachteil 1: redet nicht mit dem AkkuBMS, kann nicht abschalten wenn (ausreichend) voll sondern wartet bis das BMS abschaltet. Kann auch umgekehrt nicht vom BMS leistungsgeregelt werden. Nachteil 2: kann nur step down und ist da auch nur bei bestimmtem Wandlungsverhältnis effizient. Nachteil 3: nur dummes MPPT, kann weder lokale Verschattung mit lokalen Maxima überspringen noch im Winter Rauhreif abtauen. Ist aber chinesisch offenbar billig produzierbar, obwohl viel THT mit Trafo, Kühlkörper drin ist. Willan da gehen an muss man vollautomatisch bestücken können, und das verbietet dicke Bauteile.
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Ben B. schrieb: > Erfindung... lach. > > Einfach nur ein guter Solar-Laderegler für 36/48V mit bis zu 30A > Eingangs- oder Ausgangsstrom, der weit besser funktioniert als das ganze > China-Gerümpel, was die Leute so kaufen. Du meinst diese EBAY 40€ PV-Ladegeräte um den Akku zu laden? Ja, das bekommt man sicher besser hin Ich habe aber zugegeben keine solche Gartenlaube, hier werkeln Micro-WR, 24kWp AC230V, bekommt man kaum besser hin
> Ja, das hat seinen Grund. Glücklicherweise kannst du > synchronen buck boost bauen. Man könnte probieren, mit einem Steuer-IC für einen Eintakt-Flusswandler eine Synchrongleichrichtung an einem StepUp hinzubekommen. Steigert dann aber nicht nur den Wirkungsgrad, sondern auch den Preis. > Nachteil 1: redet nicht mit dem AkkuBMS, kann nicht abschalten > wenn (ausreichend) voll sondern wartet bis das BMS abschaltet. > Kann auch umgekehrt nicht vom BMS leistungsgeregelt werden. Das kann meiner auch nicht, aber man kann die Ladeendspannung so einstellen, daß das BMS nicht abschalten muss. Das BMS ist dann so wie's sein sollte nur die last line of defense, falls im Akku irgendwas schiefgeht was ich an den Stromanschlüssen nicht sehe. Leistungsregelung kann meiner aber zumindest rudimentär. Also man kann eine Maximalleistung und einen Maximalstrom vorgeben. Wird eines davon überschritten, begrenzt der Wandler das zwar nicht direkt, aber der MPP-Tracker läuft nach oben aus dem MPP heraus, was dann die Leistungsreduzierung bewirkt. > Nachteil 2: kann nur step down und ist da auch > nur bei bestimmtem Wandlungsverhältnis effizient. Da kann meiner halt nur StepUp, Effizienz hängt davon ab, wo man die Grenze zieht. 20->41V mit 30A erreicht meiner noch 90%, mit höherer Eingangsspannung steigt der Wirkungsgrad. Wobei da bei Dir wahrscheinlich der auf Kante genähte China-Wandler durchkommt, üblicherweise sind Synchron-StepDowns über einen weiten Bereich ausgesprochen effizient. > Nachteil 3: nur dummes MPPT, kann weder lokale Verschattung > mit lokalen Maxima überspringen noch im Winter Rauhreif abtauen. Schattenmanagement kann meiner, der kann alle 15/30 Minuten nach dem globalen Maximum suchen. Aber wie soll man im Winter Raureif abtauen? Entweder es scheint Sonne drauf, dann sollte deren Strahlung genug Wärme an den schwarzen Solarzellen freisetzen oder eben nicht. Da muss ich mich mal schlau machen, was der Laderegler dazu beisteuern können soll. > Ist aber chinesisch offenbar billig produzierbar, obwohl > viel THT mit Trafo, Kühlkörper drin ist. Willan da gehen > an muss man vollautomatisch bestücken können, und das verbietet > dicke Bauteile. Bei SMD heute nicht so das große Problem, man bekommt auch dicke SMD-FETs. Bei dem SolarEdge 8kW Wechselrichter, den ich geschlachtet habe um an 4kW Trafos zu kommen, ist auch alles SMD was den DC/DC-Wandler angeht. Aber ist eben auch China, wenn da irgendwas sehr billig ist, dann Arbeitskraft. @Heinz Andere Anlage, wenn man eine Insel-PV bauen möchte oder den Eigenverbrauch optimieren will, gehts nicht ohne Akku.
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Ben B. schrieb: > Das kann meiner auch nicht, aber man kann die Ladeendspannung so > einstellen, daß das BMS nicht abschalten muss Nein, kann man nicht. Man bleibt dann so weit drunter, dass der Akku nicht voll wird. Ben B. schrieb: > ist auch alles SMD was den DC/DC-Wandler angeht Ja, geht schon, in deiner Leistungsklasse.
Bislang kann ich mit meiner Ladeendspannung von 41,5V für meine 36V LiIon-Akkus jedenfalls nicht feststellen, daß die nicht voll werden.
Ben B. schrieb: > Bislang kann ich mit meiner Ladeendspannung von 41,5V für meine > 36V LiIon-Akkus jedenfalls nicht feststellen, daß die nicht voll werden. Na ja, moderne LiIon wären erst bei 43.5V voll, deine sind nur 90%, je nach dem was dren Zellendatenblatt sagt.
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