Hallo,
ich suche als Rückmeldung für meine Stromstoßschalter spezielle
Optokoppler die ich ohne Vorwiderstand direkt an 230V anschließen kann,
gibt es so etwas überhaupt oder muß ich mich damit abfinden vor jeden
Optokoppler noch ein Widerstand einzubauen?
Viele Grüße
Sven
leider nein.
Ich wollte nicht so einen großen Aufwand betreiben ich habe bei mir ca.
80 Stromstoßschalter die abgefragt werden wollen. Ich hatte gehofft es
gibt einen Optokoppler der eine eingebaute Konstantstromquelle o.ä. hat
und somit in einem breiten Spannungsbereich (inkl. 230V) betrieben
werden kann.
Oder muß ich doch auf Magnete und Reedkontakte ausweichen?
Die Lösung mit Konstantstromquelle ist so kompliziert nicht.
Brauch auch relativ wenig Platz und Bauteile.
Zentrale Bauteile sind
www.supertex.com/pdf/datasheets/LND150.pdf
Optokoppler mit VDE Zulassung und 1mA Strom.
Sonst braucht man noch eine 1N4007 (ggf. Brücke), irgendwie 2-3
Widerstände.
Z-Diode, wenn "aktiv" oberhalb bestimmter Schaltschwelle (sonst schon
bei ca. 10 Volt, bis 500V !).
A.W. kann ich auch die vollständige Schaltung mit dem LND150 nachsehen
(ist schon Jahre her...).
Nachtrag:
"Bastelschaltung" mit Folien-Kondensator + R statt Konstantstrom-IC ist
auch denkbar.
Aber Kondensator ca. 0,1 uF / 250V AC (mind. 400DC) ist groß und
kostet auch Geld.
VDE-zugelassener Optokoppler ist Pflicht !
Hallo Klaus,
Deine Variante mit dem LND150 gefällt mir schon ganz gut, würdest du mal
bitte nach dem Schaltplan nachsehen. Wo kann der Privatanwender den
LND150 in Germany kaufen? Welche Optokoppler sind z.B. VDE zugelassen?
Hallo,
momentan habe ich auch eine derartige Schaltung in Planung. Ich will 8
Optokoppler jeweils mit Gleichrichtung und dem klassischen kapazitiven
Spannungsteiler auf eine Platine mit bereits feststehenden Abmessungen
unterbringen. Mir bereiten derzeit die Kondensatoren die grössten
Probleme. In entsprechender, sicherer Ausführung kommt ein 100nF mit AC
275V immerhin noch mit 'nem Rastermass von 15 mm daher (zB Reichelt
MP3-X2 100N).
Wenn ich die nötigen Sicherheitsabstände mit berücksichtige, passt es in
meinem Fall derzeit nicht auf die Platine.
Ein Optokoppler mit nur 1mA Diodenstrom wäre tatsächlich ein
interessanter Ansatz. Frage: Welcher Typ ist gemeint?
Eine Art Fertigbaustein, also 230AC rein und Transistor oder Logik-Pegel
raus wäre natürlich die ideale Lösung. Aber da sind wir wahrscheinlich
wieder bei nahezu unbezahlbaren Spezialbauteilen...
Oder hat wer noch ne Idee?
Gruss, Gerd
@ gerdme (Gast)
>Ein Optokoppler mit nur 1mA Diodenstrom wäre tatsächlich ein>interessanter Ansatz. Frage: Welcher Typ ist gemeint?
Fast alle, die sind dann nur nicht mehr so schnell. Für 50 Hz reicht es
aber immer noch dicke. Und mit kleiner Konstantstromquelle ist das auch
spannungsunabhängig.
MfG
Falk
Hallo, Du brauchst nicht unbedingt X2-Kondensatoren. Diese brauchst Du
nur in sicherheitskritischen Schaltungen. Du realisiert Deine
galvanische Trennung ja mit dem OK. Nur da mußt Du die Luft-und
Kriechstrecken einhalten.
Da der C primärseitig nur den OK versorgt, reicht hier ein 400-500V Typ.
Ggv. kannst Du sogar 2 x 1206 SMD-Kondensatoren in Reihe nehmen.
Ich selbst verfolge noch einen anderen Ansatz. Ich verwende die
ADUM-Serie von Anlog Devices. Diese Koppler brauchen "überhaupt keinen"
Strom. Allerdings muß der Koppler mit einer Gleichspannung von etwa 5V
und 0.3mA versorgt werden. Diese erzeuge ich, wie schon gehabt, mit
einem C und einem R in Reihe. Das ganze stablisiere ich noch mit zwei
Z-Dioden. Da der Strom mit 0.3mA recht klein ist, reichen auch sehr
kleine C´s. Die Erkennung des Schaltsignals mache ich dann mit einem
einfachen Spannungsteiler.
@ Falk
Da der OK wahrscheinlich jenseits der Datenblattspezifikationen
betrieben wird, werde ich das mal auszutesten, mit welchem Mindeststrom
der noch sauber Schaltet. Der Transistor müsste bei mir einen pullup von
10K schalten. Derzeit habe ich mich mit dem PC 817X angefreundet.
In meinem Fall muss ich übrigens auch die Kanäle untereinander sauber
trennen, da in einem normalen Drehstromnetz auch mal 400V-Potential
zwischen benachbarten Kanälen anliegen könnte.
@Frank B.
Ein alternativer (nicht X2) Kondensator in 100nF wäre aber auch nich
kleiner. Reihenschaltung von 2 C's könnte mein Platzproblem allerdings
wieder etwas entschärfen...
ADUM-Serie? - Interessantes Bauteil!
Ohne zu selektieren, habe ich mal schnell gesucht (Stückpreise):
Reichelt: :-(
Segor: 8 bis 9,-
Schukat: ab 3,25 netto
Farnell: ab 3,17 netto
Lässt der sich einkanalig als Schalter (letztendlich ähnlich wie bei
einem OK) ansprechen? D.h. pro Kanal (zB meiner 8-Kanal-Karte) die
übliche Kondensator/Gleichrichter-Schaltung + Stabilisierung an jeweils
einen Isolator und hinten kommt ein Schaltsignal raus?
Wie sieht etwa Deine Schaltung aus (So Du denn Schaltsignale und keine
Datensignale überträgst)?
Gruss, Gerd
@ gerdme (Gast)
>Da der OK wahrscheinlich jenseits der Datenblattspezifikationen>betrieben wird, werde ich das mal auszutesten, mit welchem Mindeststrom>der noch sauber Schaltet.
Hab ich vor einiger Zeit auch mal in einem Projekt gemacht. Selbst mit
100uA schalten die noch (HCPL 181 etc.). Schaltzeiten immer noch bei ca.
50us!
> Der Transistor müsste bei mir einen pullup von>10K schalten. Derzeit habe ich mich mit dem PC 817X angefreundet.
Warum 10k? Nimm einen externen Pull-up und gut. Bei ~50% CTR reichen bei
100uA 100k.
>In meinem Fall muss ich übrigens auch die Kanäle untereinander sauber>trennen, da in einem normalen Drehstromnetz auch mal 400V-Potential>zwischen benachbarten Kanälen anliegen könnte.
Das hat mit dem Optokopplerstrom nix zu tun.
MfG
Falk
Kleine Korrektur: Es sind in meinem Fall pullDOWN. Da die eh extern
daherkommen, kann ich die natürlich noch etwas hochohmiger gestalten.
Im Anhang mal einen Auszug (1 Kanal) meiner bisherigen Schaltung. Die
Bauteil-Werte sind vorerst geschätzt.
Schaltzeiten sind unkritisch, da eh gleichgerichtet und geglättet wird.
Klar, der Hinweis auf die Trennung der Kanäle bezog sich auch nur auf
den mehrkanaligen ADUM-Koppler von Frank B., von dem ich dann natürlich
jeweils nur 1 Kanal benutzen kann.
D.h., jeder OK oder ADUM-Koppler muss 230V gegen Massepotential, also
faktisch Erde isolieren. Die Luft-und Kriechstrecken der Schaltungen
untereinander müssen für 400V ausgelegt werden.
Ich werde mal ne Testschaltung aufbauen und mit den Werten
experimentieren.
Keine Angst, ich habe einen Trenntrafo :-)
Gruss, Gerd
Eine ganz einfache Möglichkeit:
Zwei Widerstände 220k eine Glimmlampe und ein Fotowiderstand
und fertig ist der 230V Koppler. Das ganze ist nicht sehr
schnell aber ausreichend für Netzspannung. Alle VDE
Vorschriften sind leicht zu erfüllen.
Gruß
uwe
Solarki wrote:
> Eine ganz einfache Möglichkeit:> Zwei Widerstände 220k eine Glimmlampe und ein Fotowiderstand> und fertig ist der 230V Koppler. Das ganze ist nicht sehr> schnell aber ausreichend für Netzspannung. Alle VDE> Vorschriften sind leicht zu erfüllen.
Quick and very dirty, aber irgendwie trozdem ziemlich genial. Braucht
wirklich wenig strom....(Aber Platz..)
So, nun habe ich meine Schaltung für 4x 230V input fertig. Sie läuft
seit einigen Tagen sehr zufriedenstellend. Bedingt durch den kleinen
Kondensator am Eingang und dem "dicken" Elko am Gleichrichter ist die
Schaltfrequenz nicht besonders hoch, schätze mal so bei 500 mS. Für
meine Zwecke aber vollkommen ausreichend. Vorteil ist hier aber der
mech. kleine Eingangskondensator, der mit nur 10nF daherkommt. Die gibt
es halt noch im Rastermass 10mm.
Die Transistoren müssen in meinem Fall jeweils einen weiteren
Optokoppler, die bauseits bereits in einer SPS vorhanden sind, mit ca 14
mA treiben, was sie auch brav tun. Getestet habe ich die Schaltung mit
bis zu 20mA. Da die Diode im Optokoppler mit unter 1 mA betrieben wird,
muss der Ausgang nochmal (Strom-)verstärkt werden. Die LED vor dem
Optokoppler ist übrigens eine übliche blaue Hochleistungs-LED, die
leuchten bereits bei weniger als 1 mA deutlich wahrnehmbar.
Die vorhandenen Optokoppler in der SPS konnte ich nicht direkt
verwenden, da die für 230V-Potentiale nicht genug isoliert sind.
Natürlich kann man die Ausgänge der Schaltung auch direkt (zB mit 10
kOhm pulldown) an die Eingänge eines Microcontrollers anschliessen.
Eingangsseitig kommen die beiden mittleren Klemmen an den Null- bzw
Neutralleiter, die beiden äusseren Klemmen werden mit den zu
überwachenden Phasen beschaltet. Natürlich werden die einzelnen Zweige
sauber im respektablen Abstand zueinander aufgebaut. Die Beinchen der
Optokoppler werden dann nochmal ein Rastermass weiter auseinander
gebogen, um den Abstand noch ein wenig zu vergrössern.
Vielleicht kann ja wer die Schaltung gebrauchen :-)
Gruss, Gerd
Hallo Gerd M.
der Artikel ist zwar schon 5 Jahre alt, aber ich habe gerade das gleiche
Problem und kann dein Schalltung gebrauchen. Kannst du evtl. noch die
Dimension der Kondensatoren schreiben? "kleiner Kondensator" und "dicker
Elko" hilft gerade nicht ;-)
Ich interpretiere aus deinem Schaltplan
kleiner Kondensator: 10nF für 400V
"dicker" Elko: 100uF für 35V
Liege ich da richtig? Und welche Leistung müssen die Widerstände haben?
1/4W, 1/2W oder 1W?
Es wäre super, wenn du darauf kurz eine Antwort schreiben könntest.
Danke dir im Voraus.
Viele Grüße
Andreas
Hallo Gerd M.
der Artikel ist zwar schon 5 Jahre alt, aber ich habe gerade das gleiche
Problem und kann deine Schalltung gebrauchen. Kannst du evtl. noch die
Dimension der Kondensatoren schreiben? "kleiner Kondensator" und "dicker
Elko" hilft gerade nicht ;-)
Ich interpretiere aus deinem Schaltplan
kleiner Kondensator: 10nF für 400V
"dicker" Elko: 100uF für 35V
Liege ich da richtig? Und welche Leistung muss der Widerstand haben?
1/4W, 1/2W oder 1W?
Es wäre super, wenn du darauf kurz eine Antwort schreiben könntest.
Danke dir im Voraus.
Viele Grüße
Andreas
Solarki schrieb:> Zwei Widerstände 220k eine Glimmlampe
Es gibt auch fertige Glimmlampen, bei denen die Widerstände
bereits eingebaut sind. Beachten muss man die begrenzte
Leuchtdauer von ca. 5...10 Jahren.
Gruss
Harald
Hallo Andreas,
wahrlich, lang ist's her...
Die Schaltung ist seit damals immer noch "im Dienst" und funktioniert
einwandfrei.
Deine Interpretation ist korrekt, der "kleine Kondensator" ist ein 10nF
mit 400V Spannungsfestigkeit und der "dicke Elko" ein 100uF. 25V reicht
dicke, da die Überspannungsschutzdiode bei ca 15 V begrenzen würde.
Im Normalfall steht eh nur die Flussspannung von LED + Optokoppler-LED
an (Je nach LED-Farbe insgesamt also ca 4-6V).
Für den besagten Widerstand kann man den kleinsten wählen. Der sollte im
Notfall, falls der 10nF mal einen Kurzschluss hat, möglichst
unspektakulär durchbrennen.
Früher gab es dafür sog. "Sicherheitswiderstände", die aber heute kaum
noch zu finden sind.
GG
Da habe ich eine ähnliche Schaltung, die durch Verwendung von
antiparallelen Optokopplern wie PC814 besonders auf der Primärseite noch
einfacher ist. R2 und C2 sind für den Schutz vor höherfrequenten
Signalen auf der Netzleitung. C3 überbrückt die Nulldurchgänge
sekundärseitig. Auch die Anzeige LEDs sind sekundärseitig, damit C1
relativ klein bleiben kann. Auch sieht man dann, was an Signalen
durchkommt, anstatt das was reingeht. Bei Verzicht auf die LEDs sind
auch die Transistoren entbehrlich. Für den PCF8574 (I2C-IO Baustein)
reicht der Optokoppler, um den internen 100µA Pull-Up-Strom
herunterzuziehen.
Hallo
das ist auch eine interessante Variante. In ähnlicher Form hab ich die
auch schon mal woanders gefunden. Allerdings suche ich noch eine Lösung,
die möglichst wenig Strom verbraucht, da ich die Schaltung 38mal
benötige. Und da zählt dann jedes mW. Die Optokoppler benötigen halt
immer so mindestens 1mA, damit mit nem CTR von 20% noch 200mA auf der
Sekundärseite ankommen. Mit deiner C R Kombination fließen (wenn ich
mich nicht verrechnet habe) sogar noch mehr als 1mA. Damit liegen wir
über 0,22W, was bei 19 solcher Schaltungen (maximal die Hälfte der 38
werden gleichzeitig geschaltet sein) schon über 4 Watt sind. Über das
Jahr kommen da dann 36KWh zusammen. Oder hab ich da einen Denkfehler?
Hat einer noch ne Lösung mit weniger Stromverbrauch? Oder geht das
primärseitig dann auch nur mit Transistor, wie unter
http://www.dl4cu.de/rel/230vopto/opto.html dargestellt. Hier werden ca.
70mW verbraucht. Allerdings wird primärseitig auch noch mit einem
Transistor und 5V agiert, was einen DCDC-Wandler nötig macht, um die
Niedervolt sauber von den 230V zu trennen. Gibt es denn keinen
Optokoppler, der bei sagen wir 0,2mA noch genug CTR hat, um
sekundärseitig ohne großen Aufwand was damit anzufangen?
Viele Grüße
Andreas
Andreas G. schrieb:> Über das Jahr kommen da dann 36KWh zusammen.
Das wären, auf dem freien Markt [1] geguckt, über 10 Jahre deutlich
weniger als 20€. Wieviel Schaltungs- und Entwicklungsaufwand kannst du
dafür treiben?
Mit weniger Leistung kommst du aus, wenn du die LED nicht mit Dauerstrom
betreibst, sondern nur kurz aufleuchten läßt.[2]
[1] http://www.eex.com/de/Marktdaten
[2] http://www.dextrel.net/diyzerocrosser.htm
Andreas G. schrieb:> Mit deiner C R Kombination fließen (wenn ich> mich nicht verrechnet habe) sogar noch mehr als 1mA. Damit liegen wir> über 0,22W
kann es sein das du die Blindleistung ausgerechnet hast? Diese Bezahlst
du aber nicht.
Charly B. schrieb:> und warumm nimmste nicht meine Version mit Z-Dioden?
damit wird doch viel zu viel Energie in den Rs verheizt. Das mit dem
Kondensator ist da schon besser.
Andreas G. schrieb:> Mit deiner C R Kombination fließen (wenn ich> mich nicht verrechnet habe) sogar noch mehr als 1mA. Damit liegen wir> über 0,22W, was bei 19 solcher Schaltungen (maximal die Hälfte der 38> werden gleichzeitig geschaltet sein) schon über 4 Watt sind.
An einem Kondensator wird keine reale Leistung verbraucht und auch keine
Wärme erzeugt, da Strom und Spannung um 90 Grad gegeneinander
phasenverschoben sind. Deshalb benutzt man ja für solche Zwecke
Kondensatoren anstelle von Widerständen. Die reale primärseitige
Leistungsaufnahme ergibt sich aus der Spannung am Widerstand R2(ca 10V)
und der Spannung an der Optokoppler-LED (ca 2V), also bei 1mA ca 12 mW.
Das kann man wirklich vernachlässigen, wenn man sie mit den Leistungen
der Geräte vergleicht, die man damit kontrollieren will. Mit einem
kleineren R2 könnte man diese Leistung noch verringern, allerdings auf
Kosten der Betriebssicherheit, da C1 höherfrequente Signale auf der
Netzleitung kaum begrenzt.
Ok, das war mir nicht bewusst. Vielen Dank für die ausführliche
Erklärung. 12mW sind in der Tat selbst bei 19 solcher Schaltungen
vernachlässigbar. Ich möchte damit jeweils einen Pin am Schieberegister
(HC165) schalten. Werden die 200uA dafür auch noch reichen? Werde mal
ins Datenblatt schauen. Wenn das klappt, hat man hier (ohne die LED)
eine Schaltung mit 7 Bauteilen. Das wäre genau das, was ich gesucht
habe. Vielen Dank für die Infos.
Andreas G. schrieb:> Ich möchte damit jeweils einen Pin am Schieberegister> (HC165) schalten. Werden die 200uA dafür auch noch reichen? Werde mal> ins Datenblatt schauen
Die Eingänge der HC-Serie sind sehr hochohmig,das dürfte dann kein
Problem sein. Du brauchst dann aber noch einen Pull-Up-Widerstand, 47k -
100k müssten da passend sein. Und denk daran, dass das Signal invertiert
ist.
Noch etwas. Der Widerstand R1 muss eine hohe Spannung (400V) vertragen
können. In der Praxis empfiehlt es sich, 2 Widerstände (2,2M ) in Serie
zu nehmen. Dann geht es auch mit SMD Widerständen 1206 auf der Rückseite
der Platine und die Kondensatoren können enger zusammenrücken.
Jobst Quis schrieb:> Deshalb benutzt man ja für solche Zwecke> Kondensatoren anstelle von Widerständen.
Ein Nachteil einer solchen Kondensatorlösung ist die Empfindlichkeit
gegen steile Impulse, die vom Reihen-C bedeutend besser durchgelassen
werden als 50Hz. Deshalb würde ich primärseitig noch eine Z-Diode
oder eine Transil vorsehen, die solche Impulse ableitet. Dazu könnte
man z.B. R1 aufteilen und diese Diode in der Mitte anordnen.
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:> Ein Nachteil einer solchen Kondensatorlösung ist die Empfindlichkeit> gegen steile Impulse, die vom Reihen-C bedeutend besser durchgelassen> werden als 50Hz.
Dafür bzw dagegen sind ja R2 und C2.
Ich möchte den Thread nochmals wiederbeleben :-)
Die von Jobst Quis (joquis) am 27.07.2013 um 21:01 gepostete Schaltung
möchte ich für meine Hausautomatisierung übernehmen. Allerdings brauche
ich auf der Niederspannungsseite keine LED. Ist es richtig, einfach R3
als Pullup und C3 zur Überbrückung der Nulldurchgänge zu belassen,
sodass ich am Ausgang ausschließlich eine Flanke bekomme, wenn
eingangsseitig 230V angelegt werden?
Ich frage mich auch, wodurch der Strom begrenzt wird, wenn der
Ausgangstransistor des Optokopplers durchschaltet. Ergibt sich dies aus
dem Innenwiderstand, da eingangsseitig mit nur ca. 1 mA gearbeitet wird?
VG,
Martin
Danke für die Antwort - das wird ja immer einfacher :-)
Werde die Schaltung jedoch an den Eingang eines Arduino Mega gehen - ich
denke das ist ein Atmel MicroController.
Und dann werd ich mal meine Schulunterlagen ausgraben und mir
ausrechnen, wie lang es dauert, dass bei 100uA und 1uF die untere
TTL-Schwelle erreicht wird...
Danke nochmal,
Martin
Martin schrieb:> Ich frage mich auch, wodurch der Strom begrenzt wird, wenn der> Ausgangstransistor des Optokopplers durchschaltet. Ergibt sich dies aus> dem Innenwiderstand, da eingangsseitig mit nur ca. 1 mA gearbeitet wird?
In der Schaltung mit LED ergibt R3 und Transistor Q1 eine
Spannungsfolger-Konstantstromquelle, der Strom ist UBE (0,5 -0,7V) / R3
also 50-70 µA. Kurzzeitig ergibt sich ein höherer Strom, um den
Kondensator zu entladen. Hier ist der Strom begrenzt durch den
Eingangsstrom und die Stromverstärkung des Optokopplers.
Martin schrieb:> Und dann werd ich mal meine Schulunterlagen ausgraben und mir> ausrechnen, wie lang es dauert, dass bei 100uA und 1uF die untere> TTL-Schwelle erreicht wird...
Das läßt sich ganz einfach ausrechnen. Bei 100µA steigt die Ladung auf
C3 mit dQ/dt=100µAs/s. Bei 1µF ergibt sich aus Q=CU also für den
Spannungsanstieg eine Geschwindigkeit von
1
dU/dt = 1/C * dQ/dt
oder 1V in 10ms.
Da würde ich mir über das Erreichen der Schaltschwelle auch ganz
ernste Sorgen machen.
Mike schrieb:> Da würde ich mir über das Erreichen der Schaltschwelle auch ganz> ernste Sorgen machen.
p.s. Um allerdings nur den Schaltzustand zu detektieren, bist du
vielleicht gar nicht daran interessiert, dass zwischen den Halbwellen
die Spannung am µC-Eingang über die Schaltschwelle ansteigt. Zur reinen
Erfassung des Schaltzustandes reicht es möglicherweise aus, wenn du die
Information "Abgeschaltet" mit 50ms Verzögerung bekommst. Dann würde man
C3 sogar so groß machen, dass auch bei 20kΩ Pull-Up die Schaltschwelle
zwischen den Halbwellen sicher nicht überschritten wird. Dein µC sollte
allerdings einen Schmitt-Trigger Eingang haben.
Die Simulation sieht dann wie im Anhang aus. Man beachte den Strompeak,
wenn die Eingangsspannung schnell zusammenbricht.
Mike schrieb:> Die Simulation sieht dann wie im Anhang aus. Man beachte den Strompeak,> wenn die Eingangsspannung schnell zusammenbricht.
Welcher Strom ist das, der Strom durch den Optokoppler sekundärseitig?
Sieht stark aus, aber vom maximalen Ic des PC814 (50mA) doch noch weit
entfernt. Vielleicht sollte man C2 doch noch etwas größer machen.
Jobst Quis schrieb:> Welcher Strom ist das, der Strom durch den Optokoppler sekundärseitig?
Ja, der primäre geht max bis 33mA hoch, also auch noch ok.
Simuliert habe ich in LTSpice mangels Lib für den PC814 allerdings mit
zwei antiparallelen PC817A.
Jobst Q. schrieb:> Nochmal den aktuellen Schaltplan dazu.
Hallo, ich möchte diese Schaltung in einem anderen Umfeld (HomeMatic)
verwenden.
Ziel ist es ebenfalls, 230VAC Leitungszustände (also Potential liegt an
oder nicht) über ein Schließer-Kontakt-Interface (z.B. HM-SCI-3-FM o.a.
HM-MOD-EM-8) in die HM-Umgebung zu bekommen. Der Eingang dieser
Interfaces muss dabei "einfach" nur auf GND gezogen werden.
Meine Überlegung ist jetzt, den PC814 einfach gegen ein PhotoMOS-Relais
(z.B. Panasonic AQY210ST Pole 4 1 Schließer 350 V/DC/AC 120 mA)
auszutauschen und sekundärseitg alles weg zu lassen, um direkt auf die
Tastereingänge zu gehen - also kein C oder R o.a.
Bei Verwendung eines leistungsstärkeren PMR sollten sich doch dann sogar
direkt 230VAC-Lasten mit galvanischer Trennung schalten lassen ?!
Könntet Ihr mir dazu einmal Eure Einschätzung / Expertiese geben.
- sorry, aber mein KnowHow reicht hier leider nicht (mehr) so ganz aus
:-(
Dank im Voraus
Gruß PP
Hab grade diese Netzteile endeckt:
https://www.meanwell.com/Upload/PDF/IRM-01/IRM-01-SPEC.PDF
Die gibts ab 4,50€. Da lohnt sich der ganze Aufwand mit Schaltung wohl
nicht mehr würde ich sagen.
Würdet ihr da noch was zwischen Atmega/PIC zwischen schalten oder sie
einfach direkt an die Eingänge hängen?
Und für diese Erkenntnis holst Du diesen alten Thread wieder hoch?
Ich antworte Dir trotzdem mal.
Es wird am Ende sehr stark davon abhängen, wieviele dieser Eingänge du
brauchst.
Ich habe jetzt schon öfter "Setups" gesehen, da war ein OK und zwei
entsprechnd große Widerstände in Reihe. Da es OK mit antiparallelen
Dioden gibt, ist der Schaltungsaufwans gering. Man muss das Signal ggf.
noch etwas glätten.
Die weiter oben gezeigte Schaltung mit Kondensator ist auch nicht
unüblich.
Da man alles irgendwo auf eine Platine bekommen muss, ist der Aufwand
fast der Gleiche und billiger sind die schon genannten Lösungen dann
alle mal.
Ein Netzteil hat zudem auch immer höhere Einschaltströme.
Für einen Bastler, der mal einen Eingang braucht okay. Bei größeren
Mengen unwirtschaftlich, braucht ja auch Platz.
Bei den wenigsten hier dürfte es sich wohl um industrielle
Massenproduktion handeln wo es um jeden Cent geht.
Ich habe noch nirgendwo gesehen das so kleine Netzteile erwähnt wurden.
Da ist dann von Steckernetzteilen die rede oder von kleinen Trafos.
Ich hab diese kleinen jetzt zum ersten mal gesehen.
Die hier genannten Schaltungen dürften bei einhalten der Abstände wohl
auch nicht weniger als 3x2 cm beanspruchen und die Mean Well Teile haben
noch den Vorteil das sie komplett vergossen sind.
In den ganzen Beiträge zum Thema wird über nachtriggerbaren Monoflops,
Schmitt-Trigger und sonstiges diskutiert... - das kann man sich bei so
einem Mininetzteil alles sparen.
Björn D. schrieb:> Bei den wenigsten hier dürfte es sich wohl um industrielle> Massenproduktion handeln wo es um jeden Cent geht.
Das nicht, aber wer ne Haussteuerung etc. baut dann braucht man schnell
mal ein paar mehr Eingänge
>> Ich habe noch nirgendwo gesehen das so kleine Netzteile erwähnt wurden.> Da ist dann von Steckernetzteilen die rede oder von kleinen Trafos.> Ich hab diese kleinen jetzt zum ersten mal gesehen.
Es kommt immer auf die Menge an...
In der DDR hat man für kleine 24V Meldelämpchen jeweils einen Trafo
vorgeschaltet, das diese an 220V funktionieren.
Man kann viel machen, nicht alles ist immer geschickt oder noch
zeitgemäß.
>> Die hier genannten Schaltungen dürften bei einhalten der Abstände wohl> auch nicht weniger als 3x2 cm beanspruchen und die Mean Well Teile haben> noch den Vorteil das sie komplett vergossen sind.
Endweder kommt man mit den Spannungen klar oder nicht, da spielt das
vergossen sein keine Rolle.
>> In den ganzen Beiträge zum Thema wird über nachtriggerbaren Monoflops,> Schmitt-Trigger und sonstiges diskutiert... - das kann man sich bei so> einem Mininetzteil alles sparen.
Man kann auch glätten... Es kommt immer darauf an, was man für welchen
Zweck detektieren will.
Da schnelle Signale mit so einem SNT nicht möglich sind, kann das auch
kein Kriterium sein
Gottfried schrieb:> Bei mir im Keller glimmen die Glimmlampen schon seit 1979, also über 40> Jahre, durchgehend.
Und für diese Nachricht holst Du diesen alten Thread wieder hoch?
Jobst Q. schrieb:> Da habe ich eine ähnliche Schaltung, die durch Verwendung von> antiparallelen Optokopplern wie PC814 besonders auf der Primärseite noch> einfacher ist. R2 und C2 sind für den Schutz vor höherfrequenten> Signalen auf der NetzleitungJobst Q. schrieb:> Nochmal den aktuellen Schaltplan dazu.
Zu so einer Schaltung habe ich viele Fragen, siehe:
Beitrag "Fehlerfälle bei Netzspannung, Sicherheit bei Optokoppler an 230 V?"
Zusammengefasst:
- Ist nicht noch eine Sicherung erforderlich (bzw. welche Eigenschaften
muss R haben, um als Sicherung zu funktionieren)?
- Wie ist R2 (10kOhm) dimensioniert (als
Filter/Einschaltstrombegrenzung, welche Spannung muss er vertragen)?
- Welche Vorteile böte das Aufteilen (R2/2 an L und N) bei Schutz vor
Störungen (Gleichtakt~)?
- was passiert bei Spannungsspitzen (und welche Anforderungen /
Vorschriften wären einzuhalten)?
- was kann sonst noch schiefgehen (und einen Brand o.Ä. verursachen)?