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VHDL[Bearbeiten] VHDL als SpracheVHDL ist eine kombinierte Sprache: Sie enthält, wie andere typische Programmiersprachen, eine Reihe von Konstrukten und Befehlen, die Abläufe und zeitliches Verhalten beschreiben, sowie ferner auch Elemente, die Strukturen und Zusammenhänge definieren. Diese werden genutzt, um das Verhalten der Schaltung zu definieren. Wesentlich ist dabei die funktionelle Abhängigkeit der Ausgänge von Schaltungsmodulen von ihren Eingängen, sowie der Zusammenhang der Eingänge der Module mit den Ausgängen anderer Module. Diese können jeweils direkt oder über FlipFlops verknüpft werden, wodurch die Informationsweitergabe erst im nächsten Takt erfolgt. Mit dieser grundsätzlichen Topologie sind alle wichtigen Grundfunktionen digitaler Schaltungen darstellbar. Letztlich wird das Verhalten der Chipausgänge in Abhängigkeit der Chipeingänge definiert und dabei alle erdenklichen Zustände, in denen sich die Teilschaltungen befinden können, vollumfänglich beschrieben. Wichtig ist bei VHDL das Verständnis, dass alle ausdrücklichen, zeitlichen Abläufe lediglich während der Simulation so vollzogen werden, wie sie anhand üblicher Regeln der Softwaretechnologie erwartet werden. Bei der Synthese hingegen, bleiben einige zeitliche Konstrukte und Zusammenhänge unberücksichtigt und nur die Strukturen selbst werden in die Schaltung übernommen. Damit ist z.B. die Anordnung des Codes in einem Modul aber auch die Ordnung der Prozesse und Reihenfolge von Signalzuweisungen weitgehend unerheblich. [Bearbeiten] SimulationBei der Simulation wird der Code in klassischer Weise kompiliert und ausgeführt. Die Anordnung von Codezeilen kann dabei ebenso relevant sein, wie die zeitliche Steuerung von Modulen, die bestimmte Abhängigkeiten von einzelnen Signalen haben. In dieser Funktion wird VHDL hauptsächlich zum Schreiben von Testbenches und Modellen verwendet. Näheres dazu im Artikel VHDL Testbench. [Bearbeiten] SyntheseBei der Synthese wird die Beschreibung von einer Synthesesoftware in eine Netzliste umgesetzt. Der grundlegende Unterschied zur Verwendung von VHDL als Simulationsprache besteht darin, dass man nicht beliebigen Code schreiben kann, sondern sich an bestimmte Strukturen halten muss, die der Synthesizer kennt und in Hardware umsetzen kann. Schleifen z.B. werden zur Compilezeit ausgeführt, um Matritzen, Vektoren oder redundante Strukturen zu beschreiben und besitzen keine zeitliche Relevanz zur Ausführungszeit. Wie diese Strukturen im allgemeinen aussehen, ist weiter unten beschrieben, Details erfährt man in der Dokumentation der Software, z. B. dem XST User Guide. [Bearbeiten] Grundregeln für synthetisierbaren VHDL-CodeFolgende Grundregeln sollten vor allem Anfänger auf jeden Fall einhalten:
[Bearbeiten] FAQ[Bearbeiten]
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process(clk) begin if clk = '1' and clk'event then --snip end if; end process; |
und Variante 2:
process(clk) begin if rising_edge(clk) then --snip end if; end process; |
Welche ist zu empfehlen?
Antwort: Kurz gesagt bei der Synthese gibt es keine Unterschiede, in der Simulation kleine. Verwende die besser lesbare Variante. Die mit rising_edge() (bzw. falling_edge()) gilt allgemein als die bessere (Lesbarkeit und Simulationsgenauigkeit).
Wer es genau wissen will: Die klassische Variante ist nur korrekt für Signale die nur die Werte '1' und '0' annehmen können. Bei Signalen vom Typ std_logic (der Standardtyp für Signale) werden Flanken erkannt, die tatsächlich keine sind. Zum Beispiel beim Treiben eines PullUps ('H' -> '1' keine tatsächliche Flanke aber für clk = '1' and clk'event) oder beim Simulationsstart ohne Initialisierungswert für die Signale ('U' -> '1').(Signale mit Initialisierungswert werden so deklariert: signal a: std_logic := '0'; ). Die Funktionen rising_edge() und falling_edge() konvertieren den std_logic Wert vor dem Vergleich auf '1' bzw. '0' und simulieren so keine Flanke wo in der echten Hardware auch keine ist.
Folgende Regeln gelten bei der Überlegung, ob man einen ansynchronen Reset verwenden sollte:
Ein probates und meistens sehr gut funktionierendes Design sieht folgendermassen aus:
Damit wird sichergestellt dass alle PLLs einen eigenen Reset bekommen und sie danach definitiv anlaufen. Es ist nun wichtig, dass beachtet wird, dass der exakte Zeitpunkt der Resets der unterschiedlichen domains unbekannt ist. Daher müssen die locked-signale dieser domains gfs wieder einsynchronsiert werden, damit in der Master-Domain bekannt ist, wenn alle Teilschaltungen angelaufen sind und das Design "starten" kann.
Bei kritischen Applikationen muss gegebenenfalls auch noch dafür gesorgt werden, dass in der Phase zwischen Start des FPGAs und Arbeiten aller PLLs alle FPGA-Ausgänge auf einem passenden Pegel gehalten werden.
Beispiele:
-- Nutzung von Signalen -- die letzte Anweisung ist gültig und überschreibt alle vorhergehenden Anweisungen -- steht real in der Signaldefinition über begin signal a: std_logic; process(clk) begin if rising_edge(clk) then a <= a and b; a <= a and c; end if; end process; -- Ergebnis: a <= a and c, die Zeile zuvor wird ignoriert |
-- Nutzung von Variablen -- Aufeinanderfolgende Anweisungen werden sofort logisch wirksam und in die neue Anweisung einbezogen, die Anweisungen werden somit verkettet process(clk) variable a: std_logic; begin if rising_edge(clk) then a := a and b; a := a and c; end if; end process; -- Ergebnis: a <= a and b and c, Verkettung der Anweisung wie in normalen Programmiersprachen |
Var1 := A + B; Var2 := C + D; Var3 := E + F; Result1 <= Var1 - Var2; Result2 <= Var1 - Var3; |
ist i.d.R. besser als
Result1 <= (A + B) - (C + D); Result2 <= (A + B) - (E + F); |
Wenns komplexer wird, ist es auch einfacher, daran was zu ändern.
if (opcode = add) then res <= a+b; else -- opcode = sub res <= a-b; end if; |
oder
if (opcode = add) then var1 := b; else var1 := -b; end if; res <= a+var1; |
Im ersten Fall wird ggf. ein Addierer und ein Subtrahierer (noch'n Addierer) eingebaut und das Ergebniss gemultiplext, im zweiten Fall wird eventuell nur ein Addierer eingebaut und der b-Eingang des Addierers gemultiplext. Sind a und b beispielsweise 32-Bit-Vektoren, dann macht das HW-mäßig schon was aus. Gute Synthesetools sollten dies aber mittlerweile automatisch machen, so das in beiden Fällen dasselbe rauskommt (war nicht immer so). (BTW, ich selber tendiere normalerweise zur ersten Variante, da besser lesbar - und man die HW-Implementierung nicht notwendigerweise vorwegnehmen soll, aber da hat jeder seine eigene Meinung zu ...)
Bei Analogen Filtern ist es oft notwendig, iterative Schleifen zu verwenden, um die Ergebnisse zu erlangen. Nur die Verwendung von Variablen und Loops gestattet es, komplexe Rechenergebnisse von "analoger" Reaktionsgeschwindigkeit vom Simulator zu erlangen, ohne Simulationszeit oder gar Takte vergehen zu lassen.
Simulatoren rechnen i.d.R. mit Variablen schneller, als mit Signalen. Hat man also viele Prozesse mit Signalen vs. Variablen in einem großen Design, dann kann das schon was ausmachen ... Siehe auch oben bei asynchronen Prozessen, die mit Signalen ggf. wesentlich öfters durchlaufen werden. Auch wenn also ein System mit Signalen abzubilden ist, so empfiehlt sich der Einsatz von Variablen mitunter dennoch.
Ausnahme: I.d.R. sind nur auf Signalen und getakteten Prozessen basierende Modelle voll und leicht synthesierbar. Soll z. B. ein Modell in einem HIL System getestet werden, ist die Verwendung von Signalen mit entsprechender Berücksichtigung des timing angezeigt.
Anfänger meinen oft, die unmittelbare Zuweisung eines Werts an eine Variable im Prozess gewinnbringend nutzen zu können. So werden dann ausgiebig Variablen verwendet, und eines der Hauptprobleme von Variablen übersehen: sie können nicht in der Sensitivliste eines Prozesses aufgeführt werden. Von diesem Nebeneffekt sind insbesondere speichernde Variablen betroffen. Im Beitrag
http://www.mikrocontroller.net/topic/117630 sind dort ein paar Beispiele aufgeführt.
Das Hauptproblem an diesem Verhalten ist, dass die (fehlerfreie) Simulation nicht mehr zum Syntheseergebnis (das ebenfalls fehlerfrei und ohne Warnungen erzeugt wurde) passt.
Kodierschaltungen (Coder) sind Schaltungen mit einem mehrstelligen Ein- und Ausgang. In der Schaltung werden keine FF oder andere Speicher benutzt. Ein typisches Beispiel ist die Wandlung einer Binärzahl in eine Binär Codierte Dezimalzahl. Eine sehr übersichtliche Schreibweise benutzt ein Konstanten-Feld.
Vor- und Nachteile verschiedener VHDL-Varianten einen Coder zu beschreiben werden hier besprochen.
If-Bedinungen sind außerhalb eines Prozesses nicht möglich. Lösung:
vector_or <= '0' when oder_vector = X"0000" else '1'; |
Dies nennt der Fachmann bedingte Zuweisung (conditional assignment), es ist eine der nebenläufigen Anweisungen von VHDL. Daneben gibt es zu ähnlichem Zweck eine select-Anweisung:
with vector select bit_pos <= "00" when "0001", "01" when "0010", "10" when "0100", "11" when "1000", "00" when others; |
Für sperrige Fälle, die sich partout nicht lesbar und/oder elegant mittels dieser nebenläufigen Zuweisungen formulieren lassen, bietet sich entweder ein kombinatorischer Prozess an oder man verpackt die Zuweisung in eine Funktion. In beiden Fällen kann man dann den Ergebnisvektor schrittweise mit if-Abfragen zusammenbauen.
Auf null setzen:
count <= (others => '0'); |
Auf eins setzen:
count <= (others => '1'); |
Um einen std_logic_vector auf "00000..." oder "1111..." zu vergleichen, kann die (others => '0') Schreibweise nicht verwendet werden, weil die Vektorbreite dabei nicht definiert ist. Hier muss also ein Bereich angegeben werden:
if VECTOR = (15 downto 0=>'0') then.. |
oder
if VECTOR = (VECTOR'range=>'0') then... |
Diese Schreibweise gilt universell für alle Libs.
Werte ungleich "000.." und "1111..." müssen bei Verwendung der NUMERIC_STD.ALL etwas aufwendiger umgewandelt werden (hier der Wert 77):
if VECTOR = std_logic_vector(to_unsigned(77,VECTOR'length)) then... |
Wird die herstellerabhängige Synopsis-Lib STD_LOGIC_UNSIGNED.ALL verwendet, kann auch einfach so geschrieben werden:
if VECTOR = 0 then... |
Genauso einfach geht ein Vergleich auf z. B. den Wert 77:
if VECTOR = 77 then... |
Report kann nur Strings verarbeiten, deswegen muss ein std_logic_vector in einen String verwandelt werden:
report integer'image(to_integer(unsigned(rdata))); |