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Forum: Mikrocontroller und Elektronik Komplexer Widerstand einer Heizspindel

Autor: Florian (Gast)
Datum: 15.05.2008 22:01

Hallo

Ich will einen Backofen etwas modifizieren. Der Backofen hat mehrere
Heizspindeln. Ihr kennt die sicher, diese runden Stäbe in den kleinen
Pizzabacköfen, die mit Netzstrom betrieben werden und dann akurat vor
sich hin glühen ;)

Meine Frage ist nun wie deren komplexer Widerstand in etwa beschaffen
ist. Ich habe leider keine Ahnung über deren Innenleben und Aufbau. Kann
man davon ausgehen, dass so ein Ding einigermaßen ohmsch ist oder ist
der induktive Anteil schon nicht mehr vernachlässigbar?
Autor: Helmi (Gast)
Datum: 15.05.2008 22:03

Den induktiven Anteil kannst du bei Netzspannung vergessen.

Gruss Helmi
Autor: Martin (Gast)
Datum: 15.05.2008 22:03

Ich schätze, der induktive Anteil ist sehr gering, also
vernachlässigbar. Der Ohmsche Anteil ist aber nicht linear, sondern sehr
stark von der Temperatur abhängig.
Autor: Florian (Gast)
Datum: 15.05.2008 22:08

Hallo

Danke für eure Meinung!
Der Grund ist, dass ich eine Phasenanschnittssteuerung einbauen will und
dazu die Phasenverschiebung kennen muss. Die Nichtlinearität des
Widerstandes ist in dem Fall dann eigentlich egal. Aber wenn ein
induktiver Widerstandsanteil vorliegen würde, würde er mir die Sache
eben sehr viel schwerer machen...

Aber so dürfte das wohl nicht so schwer werden.
Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
Datum: 15.05.2008 22:11

>Phasenanschnittssteuerung

Vergiss es. Bei Heizungen ist eine Vollwellen(paket)steuerung
vorgeschrieben.
Autor: Florian (Gast)
Datum: 15.05.2008 22:20

Wirklich? Oh das wusste ich nicht.
Ich habe den Begriff bis jetzt noch nicht gehört aber ich würde ihn so
interpretieren, dass ich keine angeschnittenen Wellen sondern nur ganze
Wellen "senden" darf, ist das so richtig? Also meinetwegen jede 3.
Vollwelle nicht durchlassen...

Ich hoffe das ist so richtig, dann wäre es nur ein rein
softwaretechnisches Problem für mich.
Autor: Benedikt K. (benedikt)
Datum: 15.05.2008 22:22

Ja, genauso ist es.

Softwaretechnisch lässt sich das leichter umsetzen als eine
Phasenanschnittsteuerung, da man einen Triac mit
Nulldurchgangsansteuerung verwenden kann.
Autor: Jens 343 (jens343)
Datum: 15.05.2008 22:22

Ich schließe mich der Meinung der Vorredner an, Phasenan-und abschnitt
gehören sich bei solche Leistungen nicht.
Die EVU haben jetzt schon Probleme wegen ihrer Netzsinusform, durch die
ganzen Schaltnetzteile ohn PFC, da brauchen sie nicht auch noch große
Falschgeregelte ohmsche Lasten.

Ich würde sagen,ein Halbleiterrelais, der AVR überprüft alle 30s die
Temperatur und schaltet gegebenenfalls hart an oder hart aus,dies für
die folgenden 30s.Dies wär ja für einen Backofen ausreichend flink, und
die EVU's regen sich nicht auf =)

Gruß Jens
Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
Datum: 15.05.2008 22:23

Ja das ist korrekt. Nur komplette Wellenpakete (pos UND neg halbwelle)
durchlassen...
Autor: Florian (Gast)
Datum: 15.05.2008 22:27

Danke!

Achso. Ja die Begründung macht auch durchaus Sinn, das ist richtig. Und
leichter umzusetzen ist es auch. Okay, dann werde ich die Sache so
angehen :)
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 15.05.2008 22:31

Da bietet sich ein 2-Punkt-Regler an. Die 30 Sekunden dürften zu lang
sein, um eine einigermaßen gleichmäßige Temperatur zu erreichen.
Autor: Jens 343 (jens343)
Datum: 15.05.2008 23:00

Das ganze ist ja Variabel, an der Rechenleistung scheitert es sicher
nicht, ATtiny mit internem RC-osc reicht sicher.

Ich halte so einen Backofen mit Quarzstrahlern für ein relativ träges
System,  da ist die Genauigkeit eine Frage der Anwendung, ich fände alle
2s z.B auch nun besser.

GRuß Jens
Autor: Knilch (Gast)
Datum: 15.05.2008 23:16

Bei Halbwellensteuerung, dh in Packeten zu 10ms kann man 0-100% in 1%
Schritten in einer Sekunde Zykluszeit machen.
Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
Datum: 16.05.2008 08:19

>Bei Halbwellensteuerung, dh in Packeten zu 10ms kann man 0-100% in 1%
>Schritten in einer Sekunde Zykluszeit machen.

Ich würde aber lieber VOllwellensteuerung nehmen. Das ergibt dann 2sek
Zykluszeit
Autor: stepp64 (Gast)
Datum: 16.05.2008 09:01

Das ist aber nicht korrekt. Ich denke es ist gemeint, dass man alle 10ms
(alle jede Halbwelle) die Möglichkeit hat, diese im Nulldurchgang
einzuschalten. Sowohl die positive als auch die negative. Das bedeutet
also, dass man in einer Sekunde entweder 100 Halbwellen (=100%)
durchlässt, oder halt z.Bsp. nur 83 Halbwellen (=83%). So würde ich das
zumindest machen. Wenn du also 83% einstellst, einfach 83 Halbwellen
durchlassen und dann bis 100 weiterzählen ohne den Triac anzusteuern.

Sven
Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
Datum: 16.05.2008 09:28

@ stepp64 (Gast)

Ja, so ist das ja auch gemeint. Ich meinte nur, dass ich immer eine
komplette Schwingung durchlassen würde. Also das von dir beschriebene
Verfahren, nur alle 20ms.
Autor: Ernst Bachmann (ernst)
Datum: 16.05.2008 09:53

Auch eine Halbwellensteuerung ist scheinbar zugelassen, sieht man
jedenfalls bei billigen Heizlüftern/Strahlern oft: für "Halbe Leistung"
wird einfach eine Diode in die Zuleitung geschaltet.
Autor: eProfi (Gast)
Datum: 16.05.2008 23:32

Die Wellenpaketsteuerung läuft im Prinzip auf eine langsame PWM raus.

Allerdings würde ich die Periodendauer langsamer machen.
Überlegt mal, wie selten die herkömmlichen mechanischen
Backofenthermostate schalten. Das ist im Minutenbereich.
Denn: auch bei Schalten im Nullpunkt treten Netzstörungen (plötzlicher
Lastwechsel) auf. Je seltener umso besser.

Beitrag "Glaskeramik Kochfeld mit AVR steuern" und die umliegenden
Posts
Beitrag "Glaskeramik Kochfeld mit AVR steuern"

Und eine Auflösung auf 1% ist meist übertrieben. 10% reichen völlig, da
über die Zeit gemittelt wird.

@Ernst:
Haarföne haben auch meist Dioden für die "halbe Stufe".
Die EVU hoffen halt, dass in der Nähe ein ähnlicher Verbraucher sitzt,
der andersherum angeschlossen ist (und somit die andere Halbwelle
"verbraucht").

Zweipunktregler ist suboptimal, da die in den Heizwendeln steckende
Wärme-Energie nicht berücksichtig wird.

Hatte ich doch erst vor kurzem beschrieben:
Beitrag "Verständnisproblem PID-Regler"
Autor: Gast (Gast)
Datum: 16.05.2008 23:52

Reicht bei einem Backofen keine Zweipunkregelung?
(Wenn ma sich da mal die Sprungantwort ansieht?)
Autor: Kevin K. (nemon)
Datum: 17.05.2008 08:49

eine phasenabschnittsteuerung sollte man bei induktiven impedanzen eh
nicht machen, stichwort spannungsimpuls.
Autor: Heizer (Gast)
Datum: 17.05.2008 09:50

Ach bitte, erst lesen, dann posten:
1. er hätte Phasen*an*schnitt machen wollen.
2. fragt er gerade deshalb nach dem induktiven Anteil der Heizspirale

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