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Forum: Platinen Layout nach "alter Schule" mit Layoutband und Symbolen


Autor: V. Baumann (dr-robotnik)
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Hallo zusammen!

Ich habe von einem Bekannten alte Reste von Layoutband und verschiedenen 
Layoutsymbolen bekommen. Jetzt würde ich gerne wissen, ob man sie 
einfach auf die Kupferbeschichtung aufkleben kann und dann direkt mit 
Fe(III)Cl ätzen, oder muss man sie zuerst auf Layoutfolie aufkleben und 
damit dann eine Fotolackbeschichtete Platine belichten. Also - ist das 
Layoutmaterial Ätzbeständig oder nicht? Leider gabs kein Datenblatt dazu 
und mein Bekannter konnte mir auch nichts dazu sagen. Das Zeug haftet 
ziemlich gut auf der Platine und sieht auch recht robust aus. Leider 
habe ich im Moment keine Chemikalien da um es einfach mal auszuprobieren 
und bevor ich welche kaufe würde ich's gern wissen.

Ich finde bei einfachen und kleinen Layouts ist diese Methode schneller 
als mit CAD/CAM entwerfen.
Wenn man allerdings auch mit dem Layoutmaterial erstmal belichten muss 
schmeiße ichs lieber weg.

Vieleicht gibts ja jemanden der noch mit sowas gearbeitet hat vor der 
Computer-Layout Ära und mir ein paar Tipps geben kann.

Danke und viele Grüße, Dr. Robotnik

Autor: Rudi (Gast)
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Du kannst das zwar direkt aufkleben - aber dafür ist es nicht gedacht. 
Wie du schon vermutet hast, werden die 'Leiterbahnen' auf 
Transparentfolie geklebt und danach geht's den gleichen Vorgang mit 
Belichten usw...

Beim direkten Aufkleben auf einer Kupferfläche hast du beim 
anschließenden Ätzen das Problem der Unterätzung - getreu dem Motto der 
Viskosität - Wasser kommt überall hin :-((

Rudi

Autor: V. Baumann (dr-robotnik)
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Ja und mit was klebt man die am besten auf die Layoutfolie? Einfach mit 
der Fingerspitze andrücken oder gibt es da spezielles Werkzeug?

Autor: Bernd G. (Firma: LWL flex SSI) (berndg)
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Das Werkzeug heißt Anreiber und ist ein Verwandter eines mißgebildeten 
Mokkalöffels.

Autor: Paulo M. (paulo)
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Hallo,
meine ersten Platinen waren mit so Transfersymbolen, ich hab die immer 
direkt auf die Platine gerubbelt, da gab es so einen Metallstift, der 
war am Ende halt abgerundet, aber jeder andere Gegenstande geht auch, 
zur Not einen Kugelschreiber(weicher Bleistift), einfach dann sanfter 
aufdrücken, wenn fertig dann mit dem Transparentpapier was die Symbole 
schützt, noch mal drüber gehen, dann haftet es auch gut.
Ich habe damals immer mit FE(III)CL geätzt und hatte nie Probleme mit 
Unterätzung.
Die Methode war Super um schnell eine kleinere Platine zu machen, 
daraufrubbeln und ab in die Lösung.

Wenn man es erst auf eine Folie macht und dann belichtet, dann kann man 
sich die Arbeit sparen und gleich ein CAD-Programm nehmen.

Gruß Paulo M.

Autor: Norgan (Gast)
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Es ist ewig her, dass ich das gemacht haben. Wenn man sehr sorgfälltig 
arbeitet, geht das direkte Aufrubbeln auf die Platine. Wahnsinnig toll 
wird das Ergebnis nicht.

Zumindest die Leiterbahnen würde ich mit einem säurefesten Edding, und 
nicht mit Abreibesymbolen machen. Das geht schneller und gibt weniger 
Unterätzung.

Autor: Vizequistore (Gast)
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Umfangreiche Platinen klebt man im doppelten(vierfachen) Maßstab auf 
Transparaentfolie.

Dann muss nur noch ein Fotolabor gefunden werden, das exakt auf M=1:1 
runter belichten kann.

Autor: V. Baumann (dr-robotnik)
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Vizequistore wrote:
> Umfangreiche Platinen klebt man im doppelten(vierfachen) Maßstab auf
> Transparaentfolie.
>
> Dann muss nur noch ein Fotolabor gefunden werden, das exakt auf M=1:1
> runter belichten kann.

Das müssen dann aber spitzenmäßige Optiken sein, wegen Verzeichnung 
usw..

Autor: Gast (Gast)
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Es scheint unsinnig, nach der sogenanten

         Alten Methode

zu arbeiten; das habe ich bis ca. 1981 gemacht,

ab da mit einem zunächst einfachen CAD-System.

Selbst das kleinste CAD-Programm bietet den Vorteil

der Änderung eines fehlerhaften Entwurfs.

Also ab ins Privatmuseum mit dem Zeug oder machs wie ich

und entsorge es.

Autor: V. Baumann (dr-robotnik)
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Gast wrote:
> Es scheint unsinnig, nach der sogenanten
>
>          Alten Methode
>
> zu arbeiten; das habe ich bis ca. 1981 gemacht,
>
> ab da mit einem zunächst einfachen CAD-System.
>
> Selbst das kleinste CAD-Programm bietet den Vorteil
>
> der Änderung eines fehlerhaften Entwurfs.
>
> Also ab ins Privatmuseum mit dem Zeug oder machs wie ich
>
> und entsorge es.

Ja da hast du natürlich volkommen recht. Aber ich glaube bei wirklich 
primitiven Schaltungen mit wenigen Bauteilen kommt man mit dem Layouten 
"von Hand" schneller zur fertigen Platine. Das Layouten am PC an sich 
geht schnell von der Hand, aber bis man sein Layout dann tatsächlich 
aufs Kupfer gebracht hat, egal ob belichten oder Tonertransfer ist man 
mit der "alten Methode" schon längst beim Ätzen.

Autor: Gast (Gast)
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Man hat nie Bänder auf das Kupfer gekebt sondern

immer auf Transparentfolie in M1:1, M2:1 oder M4:1.

Wenn ein Layout so einfach ist (wann ist das denn),

dann nimmt man einen Eddingstift und zeichnet direkt

auf der Kupferkachierung.

Autor: Vizequistore (Gast)
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> Das müssen dann aber spitzenmäßige Optiken sein, wegen Verzeichnung
usw..

Ja, damals, vor der Zeit der Digital-Fotografie, da hatten die größeren 
Fotolabore solche Techniken.

Autor: Paulo M. (paulo)
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Hallo,
zur Optik, ich habe in einer Wernbeagentur 10 Jahre gearbeit und zu den 
80-90 Jahren war es üblich eine Repromachine zu haben, man konnte 
Dokumente bis Din A2 (es gab auch noch größere Machinen), ich konnte bis 
zu Din A2 fotographisch fast beliebig verkleinern/vergrößern, fast 
verlustfrei.
Ich habe die Symbole immer direkt auf die Platinen draufgemacht, den es 
war eine einmalige Sache, Platine geätzt und fertig.
Bei mir hat es immer gut funktioniert, damals hat man im privaten 
Bereich eh nur bedrahte Bauteile verwendet, da war die Unterätzung kein 
Problem, die Leiterbahnen/Pads mußte man nicht so klein machen wie 
heute.
Sicher wenn man da nicht aufgepaßt hat, konnte schon mal eine 
Unterätzung stattfinden, aber für mich hat es immer gut funktioniert.
Und hätte ich noch so Transfersymbole, dann würde ich es auch heute noch 
manchmal einsetzen, für kleiner Prototypen.

Autor: V. Baumann (dr-robotnik)
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Paulo M. wrote:
> ich habe in einer Wernbeagentur 10 Jahre gearbeitet..

Da fällt mir noch was ein.. ich habe (als ich noch in der Schule war) 
ein Praktikum in einer Druckerei gemacht. Dort wurde noch nicht mit 
"computer to plate" gearbeitet sonder zuerst wurde mit einem 
Linotype-Hell Laserbelichter auf transparente Folie belichtet, diese 
dann entwickelt und anschließend wurde mit dieser Folie die eigentliche 
Druckplatte belichtet. Ich glaube heute wird das in den meißten 
kleineren Druckereien immernoch so gemacht.

Ich frage mich was es wohl kosten würde eine Druckerei zu beauftragen 
ein Layout auf Folie zu belichten, mehr nicht. Dann könnte man zuhause 
damit seine Platine belichten.

Der Vorteil gegenüber selber auf Folie ausdrucken (z.B. mit Laser oder 
Inkjet) wäre: hervorragende deckung und sehr gute Auflösung.

Und so teuer dürfte es ja auch nicht sein, schließlich hängt ja kaum 
Arbeit damit zusammen, einfach Layoutdatei platzieren und ab damit an 
die RIP. Das einzige was da anfällt sollten die Materialkosten sein.

Hat jamand schon mal auf diesem Wege Erfahrungen gemacht, oder arbeitet 
gar in einer Druckerei und kann sowas günstig machen?

Autor: Sebastian (Gast)
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Einen solchen Service gibt es tatsächlich, bei Cadgrafik Bauriedl. Man 
erhält einen DIN A4 Film nach Dateivorlage (pdf) für etwa 4 Euro. Die 
Qualität ist umwerfend, ich habe das schon mal ausprobiert und 
festgestellt, daß die Grenzen des Selberätzens tatsächlich meist durch 
schlechte Vorlagen bedingt sind. So ein 3000 dpi-Film, mit tiefschwarzem 
Leiterbild, gibt einem ganz neue Möglichkeiten.

Nein, ich kriege dafür keine Provision. :)

Autor: Norgan (Gast)
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> Man hat nie Bänder auf das Kupfer gekebt sondern
> immer auf Transparentfolie in M1:1, M2:1 oder M4:1.

Falsch. Du hast es vielleicht nie gemacht. Viele andere, ich auch, 
haben. Nur weil das nicht Teil deines Erfahrungsschatzes ist, heißt es 
nicht, dass das nicht gemacht wurde. Die Firma Seno hat für ihre 
Rubbelbildchen sogar damit geworben, dass sie für geheizte Ätzbäder 
geeignet waren.

> Wenn ein Layout so einfach ist (wann ist das denn),
> dann nimmt man einen Eddingstift und zeichnet direkt
> auf der Kupferkachierung.

Es war einfacher einen 16-PIN DIL oder ähnliches abzurubbeln, statt für 
die Lötaugen mit dem Edding rumzuklecksen und mit dem Edding das 
Rastermaß nicht zu treffen. Alles, was eine vernünftige Form haben 
sollte, etwas feiner war und/oder bei dem die Rastermasse oder Abstände 
stimme sollten, hat man abgerubbelt. Ob Lötaugen im 12,7mm Abstand oder 
acht dünne, sauber parallel laufende Busleitungen. Den Rest hat man mit 
Edding und Lineal, Kurvenlineal oder Freihand gemacht.

Klar war das aus heutiger Sicht scheiße. Nur wir waren jung und hatten 
nichts anderes. Alleine die UV-Lampe zum Belichten kostete mehr als der 
Jahresbedarf an Rubbelbildchen. Zeit spielte keine Rolle.

Im Vergleich zu anderen Perversitäten war das direkte Abrubbeln noch 
Gold wert. Wem ist es denn gelungen von einer Papiervorlage und mittels 
diesem  Transparentspray ein Platine vernünftig zu belichten? Dann 
lieber abrubbeln.

Autor: Dave (Gast)
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Gibt´s für die rubbel-Folien eigentlich noch brauchbare Bezugsquellen?
2,5€ beim C finde ich ein bisschen doll für einen einzelnen 90x250er 
Bogen.

Autor: Paulo M. (paulo)
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Jch habe auch jahrelang als Schriftsetzer/Layouter in einem kleinen 
Büro, wir hatten von Agfa auch so Belichtungsmachinen und wenn man ganz 
höfflich fragte und ein bischen in die Kaffekasse beisteuert, dann hat 
man das so neben bei gemacht, es durftr nur nicht dringend sein.
Denn solche Filme kommen auf Rolle und der Preis für so einen Din A5 war 
für Kunden schon teuer, man mußte ja Leasingratte bezahlen, aber wenn da 
jemand zu mir gekommen ist und jch das Gefühl hatte das es nur für den 
Hobbybereich war, hab ich das dann halt mit gemacht.
Das waren halt noch Zeiten, heute zählt nur noch das Geschäft.

Gruß Paulo

Autor: V. Baumann (dr-robotnik)
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Nur ein rein theoretischer Gedanke...
Bei eBay gehen ab und zu mal alte Belichter, wie der Linotype 300 incl. 
RIP für unter 500€ weg. Taugen die was? Oder gibts heutzutage kene Filme 
mehr dafür? Bei dem Preis könnte man schon über eine Anschaffung 
nachdenken, wenn man häufiger Platinen selber herstellt. Bzw. man kann 
ja die Anschaffung dadurch finanzieren, dass man Filme für einen kleinen 
Obolus für andere Bastler herstellt.

Autor: Ulrich Trettner (ullerich)
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Hi,

wenn ich auch mal "mitschwärmen" darf...

Meine Lieblinge waren die Klebesymbole von Bishop: 
Ebay-Artikel Nr. 170105809696

Ansonsten war die alte Methode zwar was fürs Auge und für die Hände, 
aber auch nicht gerade billig. Ich habe viel in 3 Lagen Technik geklebt 
(Mittellage Vias und Pads), oben und unten die Signallagen.
Alleine schon das Material hat pro größerem Layout (M4:1, Endmaß Platine 
ca. 150 x 220 mm) so grob 300 bis 400 DM gekostet. Mal eben eine 100er 
Schachtel Skalpelle verbrauchen war kein Thema, dazu kamen die 
Kleinigkeiten wie mechanische Passermarken, die Bänder, die Symbole und 
natürlich die Folien.

Ulrich

Autor: AC/DC (Gast)
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Ebay Verkauf klebesymbole usw.

Na, 199 Teuronen dürfte das ganze nicht mehr Wert sein.
Wenn doch, hab ich bei mir noch ungeahnte Schätze rumliegen.

Mit der Möglichkeit Mittels Eagle-Light(kostenlos) schnell mal
über das Thermotransferverfahren ne simple Platine herzustellen
dürften die Klebesymbole entgültig nur noch Museumswert haben.

Autor: Lilla Gorilla (Gast)
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Und wenn es eine doppelseitige Platine werden sollte, klebte man die 
Lötpunkte mit schwarzen Symbolen, die Leiterbahnen die auf der einen 
Seite sein sollten, mit rot-transparentem Klebeband und die 
Leiterbahnen, die auf der anderen Seite sein sollten mit 
blau-transparentem Klebeband. Die Vorder- und Rückseiten wurden dann 
farblich entsprechend (über Negativfilm (2 mal)) unterschiedlich 
belichtet. (rot-tranparente Klebestreifen  wurden vom blauem Licht nicht 
durchleuchtet und erschienen dann schwarz, nicht aber die blauen, 
blau-transparente Klebestreifen wurden vom rotem Licht nicht 
durchleuchtet und erscheinen dann als schwarz, nicht aber die roten). 
Mehr als doppelseitige Leiterplatten gab es noch nicht.
Das war so Mitte der 70iger Jahre.... seufz

Autor: Reinhard Kern (Gast)
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V. Baumann schrieb:
> Das müssen dann aber spitzenmäßige Optiken sein, wegen Verzeichnung
> usw..

Hallo,

ja, die gab es auch und in einer Leiterplatten-Reprokamera für 120000 DM 
konnte man das auch erwarten. Die (oder ein direkter Zugriff darauf) war 
Pflicht für LP-Hersteller zu einer Zeit, als die Filme noch nicht direkt 
geplottet wurden, sondern solche geklebten Zeichnungen 2:1 oder grösser 
fotografiert werden mussten. Eine Zeichnung von 1 m Grösse musste mit 
Verzeichnungen von weniger als 0,1mm abgebildet werden, das war echte 
Spitzentechnik. Offsetdruckereien hatten sowas auch, wobei die 
Anforderungen an die Genauigkeit nicht so gross waren.

Die ganze Technik ist so gut wie ausgestorben, vielleicht hat noch 
manche Druckerei eine Reprokamera (und jemand, der sie bedienen kann!). 
Falls jemand solche Aufnahmen braucht, empfehle ich die Fa. Zitzmann in 
München zu fragen, die waren von den frühesten Anfängen an in der 
Reprotechnik für Leiterplatten aktiv.

Gruss Reinhard

PS ich habe alle alten (so 1980-1990) Klebevorlagen weggeworfen, weil 
beim Schütteln Pads und Leiterbahnen abfielen. Und die Bänder und 
Klebe/Rubbelsymbole, mehrere Schubladen voll, habe ich auch vor 2 Jahren 
entsorgt, deren Klebkraft hatte auch stark abgenommen. War halt nichts 
für die Ewigkeit.

Autor: Christian Berger (casandro) Flattr this
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Gast schrieb:
> Es scheint unsinnig, nach der sogenanten Alten Methode
> zu arbeiten; das habe ich bis ca. 1981 gemacht,
> Selbst das kleinste CAD-Programm bietet den Vorteil
> der Änderung eines fehlerhaften Entwurfs.

Es mag sein, dass das das "kleinste CAD-Programm" bietet, es gibt aber 
auch Programme wie beispielsweise Protel 98 bei denen das händische 
Layout (mit Stift und Papier) zumindest bei einfachen Schaltungen 
deutlich angenehmer und schneller geht.

Autor: herbert (Gast)
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V. Baumann schrieb:
> Ich finde bei einfachen und kleinen Layouts ist diese Methode schneller
> als mit CAD/CAM entwerfen.

Wenn du erst mit Eagle anfangen musst dann klebe.Aber mit Sprint Layout 
bist du um einiges schneller ,sauberer und deine Augen werden es dir 
danken...
Dein Geschenk kannst du zum abdecken vor dem ätzen benutzen ,falls dein 
entwickeltes Layout irgendwelche Mängel zeigt.das ist beser als mit 
einem edding drüber zu malen.

Autor: Michael S. (technicans)
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Dave schrieb:
> Gibt´s für die rubbel-Folien eigentlich noch brauchbare Bezugsquellen?
> 2,5€ beim C finde ich ein bisschen doll für einen einzelnen 90x250er
> Bogen.
Ich weiß nicht welchen Bogen du meinst, aber bei den großen Bögen
war man früher mit mindestens 10 D-Mark dabei für EINE Schriftgröße.
http://de.wikipedia.org/wiki/Letraset
Büroartikelhändler haben vermutlich noch Materialien,
muss man halt anfragen. Ich wüsste da jetzt keinen.

Autor: Carsten Sch. (dg3ycs)
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Hi,

Reinhard Kern schrieb:
> V. Baumann schrieb:
>> Das müssen dann aber spitzenmäßige Optiken sein, wegen Verzeichnung
>> usw..
>
> Hallo,
>
> ja, die gab es auch und in einer Leiterplatten-Reprokamera für 120000 DM
> konnte man das auch erwarten. Die (oder ein direkter Zugriff darauf) war
> Pflicht für LP-Hersteller zu einer Zeit, als die Filme noch nicht direkt
> geplottet wurden, sondern solche geklebten Zeichnungen 2:1 oder grösser
> fotografiert werden mussten. Eine Zeichnung von 1 m Grösse musste mit
> Verzeichnungen von weniger als 0,1mm abgebildet werden, das war echte
> Spitzentechnik. Offsetdruckereien hatten sowas auch, wobei die
> Anforderungen an die Genauigkeit nicht so gross waren.
>
> Die ganze Technik ist so gut wie ausgestorben, vielleicht hat noch
> manche Druckerei eine Reprokamera (und jemand, der sie bedienen kann!).
> Falls jemand solche Aufnahmen braucht, empfehle ich die Fa. Zitzmann in
> München zu fragen, die waren von den frühesten Anfängen an in der
> Reprotechnik für Leiterplatten aktiv.
>
> Gruss Reinhard

So eine Reprokamera als Teil des Layoutprozesses hatten wir bei uns an 
der FH noch bis vor ganz kurzer Zeit (<12Monate) in Betrieb ;-)
Die Vorlagen die mit einem CAD Programm erstellt wurden (VErschiedene in 
Benutzung je nach Anwendungszweck) wurden mit einem Drucker in 
mehrfacher Größe ausgedruckt und dann mit Verkleinerungsfakor 
abfotographiert.
Da hat sich mit Ausnahme der Software wohl in den letzten 20Jahren 
nichts am Prozess geändert. Trotz des Aufwands ist die Qualität aber 
WEIT hinter dem zurückgeblieben was ich daheim mit normalen (Ok, 
speziell ausgesuchten) Laserdrucker  + Tonerverdichter hinbekommen habe.

DAs ist jetzt -relativ zeitnah mit einem Personalwechsel, kann aber auch 
Zufall sein- durch einen Modifizierten Tintenstrahler ersetzt worden. 
Damit ist dann jetzt auch die Fertigung von Platinen möglich die weit 
feiner sind als die internen Designvorgaben es eigendlich zulassen.
Wird -wenn es notwendig ist- natürlich jetzt auch gemacht ;-)

Was letztendlich mit der Kamera passiert ist kann ich nicht sagen, es 
stand wohl die Verschrottung im Raum und eine ganze Zeit stand sie dann 
auf dem Flur...

Wir hätten jetzt auch noch die Möglichkeit gehabt einen echten 
Reprofilmbelichter wieder in Betrieb zu nehmen der früher bei uns im 
Rahmen der Halbleiterfertigung eingesetzt wurde (so richtig mit Reinraum 
usw... ;-) Eigendlich schade das es dass nicht mehr gibt, wurde in 
anbetracht der TEchnik und veränderten Studienbedingungen aufgegeben, 
ein paar tausend Wafer sind noch da...)
Allerdings benötigte dieser Plotter eine große Menge an Chemiefüllung 
die einerseits recht teuer war und andererseits nur kurze Zeit haltbar 
ist. Im Vergleich mit den mittlerweile möglichen Ergebnissen durch 
normale Drucker haben wir dann beschlossen das es sich keinesfalls lohnt 
und das Gerät vor einigen Wochen abgegeben.

Gruß
Carsten

Autor: Michael S. (technicans)
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Carsten Sch. schrieb:
> Allerdings benötigte dieser Plotter eine große Menge an Chemiefüllung
> die einerseits recht teuer war und andererseits nur kurze Zeit haltbar
> ist.

Bei Walzen-Fotoplottern kann man den Film auch von Hand in
Kunststoffschalen sparsam entwickeln und fixieren.
Ein Entwicklerautomat rentiert sich nur industriell,
dafür sind die Ergebnisse aber exzellent.
Eigentlich noch Stand der Technik, selbst wenn heute immer mehr
direkt belichtet wird und Filme dadurch überflüssig werden.
Allerdings tätigt nicht jeder diese Investitionen.
Mit einer Dainippon-Screen-Reprokamera hab ich über 5 Jahre
gearbeitet bis dann der Fotoplotter angeschafft wurde.
Da hat man dann das ausplotten gespart und gleich den Film gehabt
und somit Zeit gespart.

Autor: MCUA (Gast)
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>Jetzt würde ich gerne wissen, ob man sie einfach auf die Kupferbeschichtung 
>aufkleben kann
Ist denkbar ungünstig, denn dann geht es nur für eine einzige Platine, 
nicht für mehrere.

>Ich finde bei einfachen und kleinen Layouts ist diese Methode schneller
>als mit CAD/CAM entwerfen.
Es gibt wirklich grusselig zu bedienende CADs, da würde man fast lieber 
von Hand auf Folie kleben.
Und wenn die Folien auf'm Leuchtpult liegen, lassen sich auch mehrere 
Layer damit gut durchblicken.

Autor: Falk Brunner (falk)
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>>Ich finde bei einfachen und kleinen Layouts ist diese Methode schneller
>>als mit CAD/CAM entwerfen.

Bitte? Akkuter Anfall von Nostalgie?
Mensch Leute, die CAD-Programme von heute bieten SO VIEL Möglickkeiten 
und sind mittlerweile relativ einfach zu bedienen und ihr beschwert 
euch?

>Es gibt wirklich grusselig zu bedienende CADs, da würde man fast lieber
>von Hand auf Folie kleben.

Die nutzt niemand, der klar denken kann. Es gibt genügen gute Programme.

>Und wenn die Folien auf'm Leuchtpult liegen, lassen sich auch mehrere
>Layer damit gut durchblicken.

Retro ist ja manchmal ganz cool, aber es hat alles seine Grenzen. Und 
seine Zeit.

MFG
Falk

Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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Wer die 45°-Winkel nicht mag: Eagle kann auch 'runde' (bogenförmige) 
Leiterbahnen
Für die, die in erst in der CAD-Ära sozialisiert wurden und auch mal 
sehen wollen, wie das früher ohne CAD war: 
http://www.classictek.org/index.php?option=com_con...

Autor: herbert (Gast)
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Luk4s K. schrieb:
> Wer die 45°-Winkel nicht mag: Eagle kann auch 'runde' (bogenförmige)
> Leiterbahnen

Eagle als Alternative zum händischen kleben??Wenn du die alle supporten 
musst die nach einem viertel Jahr immer noch nicht richtig arbeiten 
können weil sie Probleme haben dann bekommst du von der Tastaturarbeit 
Athrose in den Fingern.
Der Te soll sich mal die Testversion von Sprint -Layaot runterladen und 
sich mal eine Stunde oder zwei spielen oder malen wie es die Eagle 
Nutzer bezeichnen.Hauptsache es macht Spass ...auch mit Sprint runde 
Bögen zu machen wenn ich sie denn unbedingt haben will.;-)

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo V. Baumann.

> Ich finde bei einfachen und kleinen Layouts ist diese Methode schneller
> als mit CAD/CAM entwerfen.

Nein. Auf keinen Fall. Selbst mit MS Paint eine Platine zu malen ist 
sinnvoller. :O) Ok, bei Inkscape als Malprogramm kommt das deutlich in 
den Bereich des Sinnvollen, aber dann sollte man auch SEHR genau wissen 
was man macht.

Allerdings: In jedes ein Layoutprogramm must Du Dich erst einarbeiten.
Diese Einarbeitung ist natürlich eine Schwelle. Mag sein, daß Du für ein 
einzelnes Board im Leben, wenn du diese Einarbeitung weglässt, gerade so 
eben manuell besser wegkommst. Aber selbst das ist nicht sicher und 
sobald Du ein zweitest machst, oder Änderungen am ersten machst, 
garantiert schon nicht mehr.

Desweiteren ist etwas Know-how über Produktionstechniken erforderlich. 
Dazu zählt AUCH selber ätzen und bestücken, weil Du Dir auch dabei mit 
Geschick beim Layouten viel Ärger ersparen kannst. Schliesslich soll die 
Platine ja produzierbar sein (auch und gerade von Dir selber). Sonst 
könntest Du ja direkt frei Schnautze auf Lochraster aufbauen.
Mit Kenntnis dieser Produktionstechniken findest Du Dich dann auch 
natürlich auch in unbekannten Layoutprogrammen deutlich besser zurecht, 
weil die Begriffe bekannt sind, und Du eine grobe Vorstellung davon 
hast, wie das ganze Zusammenspielen soll.

> Wenn man allerdings auch mit dem Layoutmaterial erstmal belichten muss
> schmeiße ichs lieber weg.

Es gab tatsächlich auch welche zum direkt aufrubbeln und ätzen, aber 
halt nicht alle. Das direkt auf die Platine kleben bedeutet, daß Du Dir 
die ganze Arbeit für eine einzige Platine gemacht hast, und für die 
nächste musst Du neu rubbeln.....sobald Du schon zwei machst, ist der 
Umweg über das Belichten einfacher. Erst recht, wenn Du feststellst, daß 
auch Dein geplantes Einzelstück verbesserungswürdig ist, was eher die 
Regel als die Ausnahme ist, auch für Erfahrene, aber erst Recht für 
einen Anfänger.

Hinzu kommt, daß bei der direkt Aufklebe-Technik eine notorische Neigung
zum Unterätzen bestand, weil Ätzlösung zwischen Platine und Aufkleber 
kroch. Rubbelsymbole neigten zum reissen und produzierten durch 
Haarrisse Unterbrechungen. Gröbere konnte man im Vorfeld sehen und mit 
Edding zukleistern......

> Vieleicht gibts ja jemanden der noch mit sowas gearbeitet hat vor der
> Computer-Layout Ära und mir ein paar Tipps geben kann.

Ja. Mein Tipp: Lass es. Mach es mit einem CAD Programm. Und das war 
jetzt  ein Tipp von einem altmodischen notorischen 
Wählscheibentelephonbenutzer ;-).....Jedes Layoutprogramm, das Dir einen 
Ausdruck der Platine zuläßt (Was bei freien Schnupperversionen 
kommerzieller Programme manchmal nicht der Fall ist) dürfte brauchbar 
sein.
Komplett GNU Open Source wären KiCAD und gEDA. Für Platinen bis zur 
halben Eurokarte ist auch noch eine freie Version des kommerziellen 
Eagle eine gute Wahl für Anfänger. gEDA ist eher nicht für Anfänger, und 
alle anderen die ich selber kenne (z.B. Orcad) sind nicht frei. Eine 
alphabetisch sortierte Auswahl findest Du hier: 
http://www.mikrocontroller.net/articles/Schaltplaneditoren

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: Michael_ (Gast)
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In der DDR gab es "typofix" zum direkten aufbringen. Ging ganz gut, vor 
allem bei Bauelementen mit vielen Pin. Die Folie durfte nur nicht alt 
sein.
http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?s=9fce...

[Bitte seid doch nicht so faul; lasst das URL-Schema nicht weg,
sonst wird die URL nicht als Link angezeigt. - Moderator]

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