Datum: 12.08.2008 18:41
Ich hätte da einen 3 Monatsjob in Basel in Aussicht, bei der ich temporär angestellt werden soll. Wie sieht es mit der Besteuerung nach Schweizer Recht aus, wenn man lange genug in der Schweiz ist und dort temporär arbeitet ? Soweit ich weis, bekommt man dann die Quellensteuer aufgebrummt, muss das Geld aber nicht nochmal in Deutschland versteuern. Oder ist es so, daß man die Steuer, die man in der Schweiz hat zahlen muss, sich hier anrechnen kann und somit nicht mehr zahlt ?
Datum: 12.08.2008 18:48
Stichwort Doppelbesteuerungsabkommen, welcher wir (sogar) mit der Schweiz haben.
Datum: 12.08.2008 19:15
www.suchmaschine-deiner-wahl.de/.ch Wird sich doch wohl der entsprechende Abkommenstext finden lassen, wo das drin steht. Tendeziell sind diese Abkommen ja dazu da, dass man - auch wenn's der Name nicht vermuten lässt - nicht doppelt besteuert wird.
Datum: 12.08.2008 20:45
Sowas nennt man wohl Herumreden, um den heissen Brei! Dann antworte ich mal: Doppelt besteuert heisst, daß Du nicht für dasselbe Geld zweimal zahlst. Ob es baer reicht, eine Weile in der Schweiz zu sein, um nach dortigen Verhältnissen besteuert zu werden und hier dann nicht mehr, kann ich Dir nicht beantworten. Wenn du im selben Jahr in Deutschland Einküfte hasst, wird alles zusammengenommen und davon Deine Einkommensteuer berechnet. Ich glaube kaum, daß sich der deutsche Fiskus Steuern entgehen lässt, nur weil Du mal ein paar Wochen im Ausland warst. Für sowas muss man überwiegend dort gewesen sein, also mal 51% des Jahres.
Datum: 13.08.2008 00:35
Was mir so bekannt ist, muss man nur entweder / oder versteuern. Geld, das bereits versteuert ist, wird nicht noch einmal versteuert. Arbeitest Du mehr als das halbe Jahr im Ausland gilt die dortige Besteuerungsform. Nach dieser muss dann meistens das dort im Ausland erarbeitete Geld nach dortigen Sätzen und Regeln und das restliche noch in Deutschland erarbeite Geld wieder nach der Regelung im Quellenland (also hier) versteuert werden. In der Steuererklärung gibt es dazu einen Punkt: Steuerfreie Einnahmen.
Datum: 13.08.2008 11:50
Die Quellensteuer ist für alle hohen Einkommen günstiger. Man darf aber nicht vergessen, dass Freiberufler viel absetzen können und auch die UST zurückbekommen. Das fällt weg, wenn man dort fest angestellt wird. Auch die Verpflegungsmehrkosten lassen sich nicht absetzen. Schwer wiegt auch, daß man offiziell nicht heimfahren darf, da man ja dort fest "wohnt", bwz wenn, nur das steuerliche Minimum bekommt, während beim Freiberufler alles Dienstreisen sind. Da hebt sich vieles wieder weg! Das hier wurde mir unlängst von einem Personalvermittler zugeschickt (PDF-Kopie als GIF): Wenn ich nach dem amtlichen Mittelkurs meinen aktuellen Stundensatz in der Schweiz beziehen würde und das Einkommen dort versteuern könnte, müsste ich mindestens 109,- Franken bekommen. Hätte ich die, käme ich deutlich mehr raus, auch wenn man das Rückwechseln des Geldes einrechnet. Leider bekomme ich in der Schweiz nicht die 110,- die ich gerne hätte sondern günstigstenfalls 100,-! Das sind umgerechnet gerade 62,50! Um dann dasselbe zu erwirtschaften, müsste man 500 Stunden arbeiten. Dann käme nach schweizer Modell sogar nochmal mehr raus, als nach dem Deutschen Modell. Aber wie gesagt, man darf nicht nur die Rechnungen mit festen Wechselkurs betrachten, sondern muss in der Schweiz seinen Stundensatz auch erzielen können! Lohnen könnte sich die Schweiz für Bezieher geringerer Stundensätze und / oder Einkommen, wo der Faktor des Absetzens nicht so wirkt, vor allem, wenn man sparsam ist und weniger absetzungsfähige Kosten produziert / produzieren kann. Ein FH-Ingenieur mit hierzulande aktuell 55,- Euro kann in der Schweiz sicher 85,- / wenn nicht 90,- bekommen. Dann sieht es schon besser aus. Es bleibt natürlich bei den Wechselverlusten, die beim Transfer des Geldes / der Rechnungen jeweils entstehen. Ein Vorteil des Bezuges von Umsätzen oder Gehalt in Franken wäre natürlich, daß man gleich ein schweizer Bankkonto hätte. Braucht man das Geld nicht alles, könnte man sich noch ein weiteres privates Konto einer anderen Bank holen und dann munter Bargeld transferieren - ganz ohne Wechselkursverluste. Später lässt man das offizielle Gehaltskonto einfach platzen. In 10 Jahren kräht kein Han mehr danach, ob da mal was war und man hat etwas auf der hohen Kante. Ich glaube aber, daß der Franke gegen den Euro wieder etwas verlieren wird, sodaß es momentan sicher nicht günstig ist, auf Dauer Franken anzulegen oder zu haben.
Datum: 19.08.2008 21:43
>Leider bekomme ich in der Schweiz nicht die 110,-
Hat jemand eine Statistik über Stundensätze in der Schweiz?
Datum: 27.08.2008 15:32
>Hat jemand eine Statistik über Stundensätze in der Schweiz?
Täte mich auch interessieren.
Ebenfalls wäre mal interessant zu erfahren, wie es mit den Kosten für
Projekte ist: Kann ich die in Deutschland absetzen, wenn in der Schweiz
Quellensteuer auf den Umsatz kommt?
Ich gehe nicht davon aus, daß zur Bemessung die Kosten vom Umsatz
abgezogen werden dürfen, also nur der GEwinn zählt ?
???
Datum: 27.08.2008 20:34
Die Stundensaetze in CH ... gibt es so nicht. Zum Einen sind die Kantone unterschiedlich, je nach Angebot und Nachfrage, nach Infrastrukturkosten und nach Spezialisierung.
Datum: 27.08.2008 21:11
Das ist woanders natürlich auch variabel, aber genau solche Übersichten suche ich ja. Die einzigen bestätigten Beispiele wären eine Auftragsentwicklung für Hardware in Bern zu 1000,- Franken am Tag und eine Softwareinstallation (Server, Programmentwicklung) zum Festpreis von 50.000 Franken für projektierte 500h. Das sind aber so runde Beträge, daß mir das nicht so aussagefähig erscheint. Ausserdem ist der Zeitfaktor zu veriabel.
Datum: 27.08.2008 21:30
Naja in Basel gibt es Pharmachemie, Banken und Versicherungen. Also Installitis und Sequelchen - keine Projekte. Die sagen dir dann wie mans macht.
Datum: 27.08.2008 21:56
Na, in Zürich wird es etwas Elektroindustrie haben, oder?
Datum: 27.08.2008 22:06
Ja. hat es. Und ? Zuerich ist auch am Teuersten zum Leben. Man kann die Tarife von Zuerich und Bern nicht wirklich vergleichen.
Datum: 01.09.2008 01:42
Ist es in Bern nicht so teuer?
>"Auftragsentwicklung für Hardware in Bern zu 1000,- Franken am Tag"
Hat da einer Informationen WO und WER das ist?
Es spricht doch sicher nichts dagegen, den Schweizern auch etwas
Hardware zu bauen und zu liefern, oder?
Muss man Ausfuhrzoll bezahlen, wenn man denen eine Schaltung per mail
schickt ?
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