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Forum: HF, Funk und Felder Störungen durch Schaltnetzteil?


Autor: Viktor Haan (vitja09)
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Frohe Weihnachten an alle...

ich hoffe ich schreibe hier im richtigen Forum, habe folgendes Problem:
Möchte ein Radio mit 12V/DC betreiben. Mit dem mitgelieferten Trafo kein 
Problem, aber das Ding ist klobig und viel zu schwer. Es handelt sich um 
einen einfachen Trafo mit Gleichrichtung. Ist ein sehr einfaches Gerät, 
hat sogar im unbelasteten Zustand ne relativ hohe Brummspannung.
Habe also ein Schaltnetzteil eingeschlossen, das Gerät ist etwa 1m vom 
Radio entfernt, jedoch ist der Radioempfang extrem schlechter geworden.
Ich denke das liegt an den hohen Frequenzen des Netzteiles, wie kann ich 
dieses nun entstören oder ist das gar nicht mehr möglich?
Habe die Sekundäre Leitung um einen Ferritring gewickeln, brachte jedoch 
keine Lösung...

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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Autor: Knut Ballhause (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite
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Billige Schaltnetzteile sind extreme Störquellen. Bei Netzteilen 
namhafter Hersteller tritt das Problem nicht so häufig auf.

Autor: oszi40 (Gast)
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Es wäre evtl. erst mal zu untersuchen, ob die Störungen über die 
Netzseite oder über die Sekundärseite ins Gerät gelangen.
Auf der Netzteseite könntE ein evtl. Entstörfilter helfen.

Der Rest ist meinst nicht so trivial. Da ein Radio nur ein paar 
Mikrovolt aus der Antenne braucht, die aber schnell in einem Störnebel 
des Netzteils untergehen können.

Autor: Wiktor Haan (Gast)
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die Störung kann doch eigentlich nur über die sekundärseite ins gerät 
gelangen, weil mit anderem Netzteil gehts ja wunderbar. Wie könnte man 
sowas messen, habe ein Oszilloskop zur Hand gehts damit?

Autor: Martin L. (Gast)
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Du kannst Dir mit dem Oszilloskop mal die Versorgungsspannung angucken. 
Auf AC-Kopplung und dann die Emfindlichkeit entsprechend bis Du was 
siehst. Dann kannst Du, wenn es einigermaßen periodisch ist, auch die 
Frequenz abschätzen und Filtermaßnahmen planen.

Viele Grüße,
 Martin L.

Autor: Viktor Haan (Gast)
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Sekündärseitige Spannung ist super glatt selbst bei kleinster 
Zeiteinstellung

Autor: Dieter (Gast)
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Du kannst Dir mit dem Oszilloskop mal die Versorgungsspannung angucken.
Auf AC-Kopplung und dann die Emfindlichkeit entsprechend bis Du was
siehst. Dann kannst Du, wenn es einigermaßen periodisch ist, auch die
Frequenz abschätzen und Filtermaßnahmen planen.
...


Dann sieht er maximal ein Brummen...mehr ein Brümmchen.
SNT`s erzeugen mächtige Oberwellen, Spektrumanalyse!

Autor: Knut Ballhause (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite
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Schaltnetzteile stören auch primär u.U. recht heftig. Der Trafo und die 
Netzdrosseln strahlen diese Störungen an die Umgebung ab, bei 
Fehldimenionierung strahlt auch noch die Netzzuleitung.

Autor: oszi40 (Gast)
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Von wo die Störung kommt, könnte man z.B. einkreisen, indem man  das 
neue Schaltnetzteil nur mit Ersatzwiderstand betreibt und das Radio 
wieder mit dem alten Originalteil versorgt. Dann kommt die Störung wohl 
nicht über die 12V ins Radio?

Autor: Viktor Haan (Gast)
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hmm das klingt gut, das werde ich gleich mal versuchen

Autor: Viktor Haan (Gast)
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Habe während des Betriebes des Radios mit dem original Netzteil daneben 
auch das SNT (Mit Widerstand belastet) gehängt. Das Radio juckt es gar 
nicht, spielt munter weiter in guter qualität, auch wenn ich das SNT 
direkt am Gehäuse des Radios hin und her bewege bringt das keine 
Störungen.

Autor: Knut Ballhause (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite
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Dann nimm einen Ring- oder Klappferrit und tüddel da das sekundäre Kabel 
vom SNT ein paar mal durch und mach ´nen Schrumpfschlauch drum. 
Vielleicht kann das Dein Radio besänftigen.

Autor: Viktor Haan (Gast)
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Leider nicht, hatte ich schon versucht

Autor: Knut Ballhause (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite
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Übel. Hmmm.

Autor: oszi40 (Gast)
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1.Die schnelle Lösung: anderes Netzteil

2.Die mühsame Lösung Fehler suchen, was bei Schaltnetzteilen oft 
Profi-Arbeit ist. Da es jedoch hier schon Säcke von Artikeln gab, kann 
lesen kaum schaden.
Das Klappferrit muß es nicht immer sein. Auch das Entstörfilter am 
Eingang hat evtl. eine Kapazität gegen Masse....

Autor: Viktor Haan (Gast)
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habe das nun mit original Netzteil verbaut, ich würde trotzdem brennend 
gerne wissen was man bei sowas noch machen kann, oder wie solche "Profi 
Arbeiten" aussehen

Autor: oszi40 (Gast)
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1.Vorsicht hohe Spannungen an Schaltnetzteilen!

2.Schaltplan-Infos z.B.
http://pitts-electronics-home.de/electron/schplnt.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Schaltnetzteil

Selbst wenn die Schaltung total richtig ist, kann der Aufbau noch falsch 
sein.

Profi-Arbeiten siehe DIN+VDE

Profis machen z.B. auch eine abschließende Hochspannungsprüfung, die 
schon so manche Überraschung durch einen "NUR" falsch gelegten Draht zu 
Tage förderte!

Autor: Michael Lenz (hochbett)
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Hallo,

>>Habe während des Betriebes des Radios mit dem original Netzteil daneben
>>auch das SNT (Mit Widerstand belastet) gehängt. Das Radio juckt es gar
>>nicht, spielt munter weiter in guter qualität, auch wenn ich das SNT
>>direkt am Gehäuse des Radios hin und her bewege bringt das keine
>>Störungen.
Das deutet darauf hin, daß die Versorgungsspannung nicht in Ordnung ist.

> Dann nimm einen Ring- oder Klappferrit und tüddel da das sekundäre Kabel
> vom SNT ein paar mal durch und mach ´nen Schrumpfschlauch drum.
> Vielleicht kann das Dein Radio besänftigen.

Ringferrite helfen nur gegen sogenannte Gleichtaktstörungen, d. h. 
Ströme, die auf der Hin- und Rückleitung in die gleiche Richtung gehen:

       I_Stör1
-------->-----------  Hinleitung
-------->-----------  Rückleitung
       I_Stör2

Der Ferrit wirkt als verlustbehaftete Spule und setzt den Strom in Wärme 
um.


Bei Gegentaktstörungen wirkt der Ferrit deshalb nicht, weil der 
Gesamtstrom durch den Ferrit insgesamt gleich Null ist:

       I_Stör1
-------->-----------  Hinleitung
--------<-----------  Rückleitung
       I_Stör2

Gegentaktstörungen kannst Du mit Ferriten in Serie in den Griff 
bekommen:

               Ferritperle
------->-------||||||-------------
-------<-------||||||-------------
               Ferritperle

oder auch so:
               Ferritperle
------->-------||||||-------------
-------<--------------------------


Ferritperlen unterscheiden sich von "normalen" Spulen dadurch, daß sie 
bei höheren Frequenzen ohmsche Verluste haben, d. h. die Störenergie 
wird nicht reflektiert (und kommt dann nach Reflexion am Leitungsanfang 
wieder zurück), sondern wird in Wärme umgesetzt.

Lösungsvorschlag:
Am einfachsten nimmst Du ein Schaltnetzteil, das 15V liefert, und daran 
hängst Du einen Linearregler (z. B. 7812), der die Spannung auf 12V 
runterregelt.

Beschaltung eingangsseitig:
100µF (Elko) parallel 100nF (Keramik)

Beschaltung ausgangsseitig:
100µF (Elko) parallel 100nF (Keramik)

Vor den Linearregler kannst Du auch noch ein paar Drosselspulen oder 
Ferritperlen klemmen.

     L
---|||||------*---- 7912----*------------------o
              |      |      |
  C=          |      |      |
 100n||100µ  ---     |     --- 100nF||100µF
             ---     |     ---
              |      |      |
              |      |      |
--------------*------*------*------------------o


Vorsicht bei Serienresonanz:
Wenn die Störung auf der Serienresonanzfrequenz f=1/(2*pi*sqrt{LC}) 
liegt, bringt die Spule nichts. Das Problem wird sogar noch größer!



Gruß,
  Michael

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