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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Blutzucker-Mess-Modul


Autor: Dirk (Gast)
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Hallo Forumgemeinde,
ich habe eine Frage an das Forum. Kennt von Euch jemand eine Möglichkeit 
den Blutzucker zu messen. Meine Idee ist es, meinen Blutzucker selber zu 
messen. Ich weiß, die Geräte gibt es oft geschenkt beim Arzt aber das 
ist nicht selber gebaut.
Ich dachte da an ein "Art" Modul welches man kaufen kann und dann mit 
einem Mikrocontroller auslesn kann.

Ich wäre über jede Hilfe Dankbar...

Grüße Dirk

Autor: STK500-Besitzer (Gast)
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Dazu müsste man wissen, nach welchem Prinzip son Ding arbeitet.

Autor: MichiB (Gast)
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Der Blutzucker lässt sich wohl durch Bestimmung der
Leitfähigkeit des Blutes bestimmen.

Autor: Dirk (Gast)
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Also ich habe im I-Net drei Verfahren herauslesen können (Wikipedia) 
optische Mesung, amperometrische Messung und nicht-invasive Messung. 
Aber ich wollte nicht direkt "am Blut" messen sondern würde gerne, wenn 
es so etwas gibt, ein fertiges Modul kaufen in dem ich dann nur noch die 
Messstriefen stecken kann....

Grüße

Autor: MichiB (Gast)
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Du wirst vielleicht ein komplettes Messgerät finden (mit USB, IRDA oder 
sonstiges), um es mit deinem µC zu verbinden.

Du wirst allerdings kein OEM-Modul bekommen, da man für sowas keine 
FDA-Zulassung bekommt und es nicht verbreiten darf.

Autor: Dirk (Gast)
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Hallo MichiB
danke für deine schnelle Antwort. Das finde ich sehr schade aber kann es 
auch irgenwie verstehen. Schließlich sind dies medizinische Messgeräte 
und kein Funkmodul oder ähnliches.
Trotzdem würede ich gerne etwas damit rumbasteln. Vielleicht hat ja 
jemand schon so etwas ähnliches gemacht!!

Viele Grüße und nen schönen Abend...

Autor: Karl-heinz Strunk (cletus)
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Dirk wrote:

> Trotzdem würede ich gerne etwas damit rumbasteln. Vielleicht hat ja
> jemand schon so etwas ähnliches gemacht!!

Besorg dir doch in einer Apotheke einen Accu-Check für 5 Euro.

Da hast du ein paar Messtreifen und kannst dir im Gerät ansehen, wie es 
aufgebaut ist.

Autor: Karl-heinz Strunk (cletus)
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Achja: Ich glaube nicht, dass das zum Nachbauen geeignet ist.

Alleine schon, weil die Ergebnisse nicht 100%ig reproduzierbar sind (der 
Wert schwankt ja dauernd) und du beim testen jedesmal einen neuen 
Streifen bräuchtest (es wird die Leitfähigkeit im Beisein einiger 
Chemikalien beim Gerinnen des Blutes gemessen)

Autor: Pieter (Gast)
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moin moin,

>>Schließlich sind dies medizinische Messgeräte
>>und kein Funkmodul oder ähnliches.

Die Zulassung eines Funkmoduls ist Pinats gegenüber der Zulassung eines 
medizinischen Gerätes. Alleine was da an Dokus, Studien, Zulassungen, 
Normen im Zulassungsverfahren und dann noch in der Produktion notwendig 
ist!
Das beiliegende Bild zeigt die Maschine, die ich baue. Einfach gesagt 
ist das eine Blut-Wasch-Maschine.

Was eigendlich willst Du mit dem Wissen um Deinen momentanen 
Blutzuckerwert anfangen? Hast Du dafür eine "Zucker"kugel?

mfg
Pieter

Autor: Hannes Lux (Gast)
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Schau mal bei Conrad unter Nr. 860084.

...

Autor: Dirk (Gast)
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Hallo zusammen,
danke erstmal für eure rege Anteilnahme.
Generell steht bei mir die "Bastelidee" im Vordergrund.

@Hannes Lux. Danke für den Link! Mir ist schon klar dass man ein 
fertiges Gerät für "ein Apfel und ein Ei" bekommt aber das ist nun mal 
nicht das gleiche wie wenn man etwas selber gebastelt hat.

Wenn ich das also richtig verstehe...

Ich müsste mir aus irgendeinem Gerät die Auswerteeinheit für den 
Teststreifen ausbauen. Dann wäre ich praktisch auf die Teststreifen des 
Herstellers diese Gerätes angewiesen.
Wenn ich mich dann für ein Hersteller entschieden hätte, würden mir 
immer noch die zugehörigen Werte des Blutzuckerwertes fehlen. (dieser 
Wert entspricht diesem Blutzuckerwert) Diese Werte würde ich nur vom 
Hersteller erhalten können. Dieser wiederum würde natürlich diese Werte 
nie preis geben da er ja bestimmt nicht jahrelange Entwicklung einfach 
so weiter geben würde. Somit ist mein Vorhaben woll recht nüchtern zu 
sehen.

Liege ich jetzt mit meiner Vermutung richtig oder sieht jemand doch noch 
eine Chance??

Viele Grüße,
Dirk

Autor: Hannes Lux (Gast)
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Das Messen des Blutzuckers ist (abgesehen von teurer Labortechnik) noch 
nicht ohne Verbrauchsmaterial möglich. Ob das nun daran liegt, dass das 
Verbrauchsmaterial eine sichere Einnahmequelle ist, sei mal 
dahingestellt.

Du wirst also ohne Teststreifen nicht auskommen.

Ich verstehe, dass Du (kreativ) basteln willst. Den Link auf das 
Precision Xceed beim blauen Werner gab ich Dir, weil Du billiger kaum an 
ein funktionsfähiges Modul heran kommst, für das es aktuell Teststreifen 
gibt. Die Platine des Xceed enthält eine ganze Menge Testpunkte, die Du 
kontaktieren kannst (kann man sogar löten), was Dir Experimente 
ermöglicht. Welcher Controller verbaut ist, weiß ich nicht, ich kenne 
mich nur (halbwegs) mit DIL-AVRs aus. Für ein Experimentier-Objekt halte 
ich den Preis von 5€ für akzeptabel. Der Preis der Teststreifen (aller 
Fabrikate) wird Dich allerdings ernüchtern, es sei denn, Du bist ein 
Süßer und bekommst sie von der Kasse bezahlt.

Ich hatte mir ein solches Gerät beim blauen Werner gekauft, weil ich es 
als Reserve für mein täglich genutztes Gerät (gleicher Bauart) haben 
wollte. Leider haben die Geräte veraltete Firmware, sie lassen sich 
nicht auf die SI-Einheit mMol/l umstellen, zeigen die Werte also in der 
veralteten Einheit mg/dl an. Naja, für ein paar Tage bei defektem 
Hauptgerät mag das mal gehen, man kann ja umrechnen...

Ein Glukometer in großer Etuie-Form, in dem alle Diabetiker-Untensilien 
(Pens (Spritzen), Kanülen, Stechhilfe, Lanzetten, Teststreifen, 
Insulinpatronen, usw.) Platz haben und vor Staub und Wärme geschützt 
sind, das über ein großes GLCD und Dialog-Möglichkeit verfügt, und beim 
Ermitteln der IEs (aus Uhrzeit-abhängiger IB-Tabelle, BZ-Wert, BE-Gehalt 
des Essens) hilft und das Dokumentieren des Verlaufs erleichtert, wäre 
schon ein Gewinn für die Diabetiker. Dazu gehört natürlich auch (z.B. 
induktive) Kommunikation mit den Pens, um die gespritzten IEs zu loggen. 
Mir ist das Projekt aber ein paar Nummern zu groß, also bleibt es beim 
Träumen und beim "Messen, Rechnen, Spritzen, Essen"...

...

Autor: Michael Wilhelm (Gast)
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> beim "Messen, Rechnen, Spritzen, Essen"...

was heute deutlich besser geworden ist durch die analogen Insuline.

MW

Autor: Bernd G. (Gast)
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@ Hannes Lux

> das über ein großes GLCD und Dialog-Möglichkeit verfügt, und beim
> Ermitteln der IEs (aus Uhrzeit-abhängiger IB-Tabelle, BZ-Wert, BE-Gehalt
> des Essens) hilft und das Dokumentieren des Verlaufs erleichtert, wäre
> schon ein Gewinn für die Diabetiker.

Und das Dingens kennst du schon?
http://www.lifescaneurope.com/de/produkte/blutzuck...

Bedient sich ausgesprochen blöd und nervt eigentlich nur durch endlose 
Menüabfragen. Hat aber Hintergrundbeleuchtung und Statistik und Tagebuch 
und ich-weiß-nicht-was.
Mein Traum war es definitiv nicht. Ich bin bei Elite XL im typischen
Sanitätsartikel-Design geblieben. :-)

Autor: Hannes Lux (Gast)
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> was heute deutlich besser geworden ist durch die analogen Insuline.

Das stimmt. Das Zeugs ist schon verdammt schnell gegenüber 
Normalinsulin, ich bin jetzt etwa 5 (von 15) Jahre "Analoger". Mit 
Normal komme ich nicht mehr zurecht.

> Und das Dingens kennst du schon?

Nein, kannte ich nicht, danke.

Das kommt aber nicht in frage, da es aufgrund der Bauform an der 
Realität vorbei geht. Es ist zu klein und damit für ältere Menschen mit 
gesundheitlichen Einschränkungen unbrauchbar.

Ich dachte eher an ein Komplettsystem, in Form eines großen, flachen, 
thermisch isolierten Etuies (Köfferchen?), in dem alle Utensilien ihren 
Platz haben und das sich auch halb blind mit Tattergreis-Fingern 
vernünftig bedienen lässt (großer kontrastreicher Bildschirm, große 
Tasten). Da es auch noch bezahlbar sein muss, ist dieser Wunsch aber 
Illusion. Deshalb gehe ich auch nicht näher auf Wünsche betreffs 
Software/Benutzerführung ein. Ist halt Utopie...

Süße Grüße,
Hannes

Autor: Bernd G. (Gast)
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Das Problem beim Komplettsystemköfferchen liegt darin, dass jeder User
ein anderes Sammelsurium hat - verschiedenste Injektionssysteme in 
unterschiedlicher Anzahl, unterschiedlichste Messgeräte mit 
unterschiedlichen Teststreifenverpackungen, evtl. Abfallsammler, 
unterschiedliche Lanzettengeräte. Da passt nichts zusammen. Da muss dann 
der frei planbare Universalkoffer in den Ausführungen Anfänger, ICT und
Pumpe her.
Selberbauen, Hannes!

Autor: Michael Wilhelm (Gast)
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Hannes schau dir das mal an:
http://www.accu-chek.de/produkte/de/blutzuckermess...

sogar motorischer Teststreifenvorschub

MW

Autor: Hannes Lux (Gast)
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> Hannes schau dir das mal an:
> http://www.accu-chek.de/produkte/de/blutzuckermess...

> sogar motorischer Teststreifenvorschub

Kenne ich, überzeugt mich aber nicht, die einzeln verpackten 
Teststreifen sind mir da lieber.

'ne Messgerät mit integrierter Stechhilfe, das den Teststreifen als 
Lanzette nimmt, wäre eher eine Innovation.

> Da passt nichts zusammen. Da muss dann
> der frei planbare Universalkoffer in den Ausführungen Anfänger, ICT und
> Pumpe her.

Ja, leider. Das erfordert dann auch noch unterschiedliche 
Schaumstoffeinlagen.

> Selberbauen, Hannes!

Ich hab' den Krempel derzeit in einer maßgeschneidert ausgehöhlten 
Hartschaumplatte, die in einer Videokassettenhülle Platz gefunden hat. 
Für Ersatzampullen reicht der Platz leider nicht. Ich komme damit aber 
zurecht. Zumindest, bis Dirks Gerät auf den Markt kommt... ;-D

...

Autor: Allu (Gast)
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Hallo Hannes,

nach einigen Versuchen mit verschiedenen Geräten finde ich für mich das 
Accu-Chek Compact Plus zur Zeit am besten geeignet. Die Teststreifen 
sind übrigens auch einzeln verpackt und werden erst unmittelbar vor der 
Messung durch die Abdeckfolie geschoben.
Das Gerät mißt den Blutzucker optisch. Die Korrekturfaktoren sind auf 
der Trommel als Balkenmuster aufgedruckt.

Ein Testgerät gibt's unter 
https://www.accu-chek.de/metertest/metertest.do?si.... Dafür 
muss man einen Fragebogen ausgefüllt zürückschicken.

Gruß Alex

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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alternativ bei Conrad für 5 EUR gibts auch ein Blutzuckermeßgerät. 
Kannst du auch mit dem PC verbinden.

Wenn du unbedingt basteln willst oder mußt: schlachte es aus, schmeiß 
das Gehäuse weg, und bau es dir in eine Seifendose ein, dann hast du 
auch was eigenes gebaut ;-)

http://www.conrad.de/goto.php?artikel=860084

Autor: Hannes Lux (Gast)
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Meinst Du das hier?
Beitrag "Re: Blutzucker-Mess-Modul"

;-)

...

Autor: Studi (Gast)
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Es gibt auch schon ein an der Uni Ulm entwickeltes Gerät.
Google mit dem Stichwort: "Ulmer Zuckeruhr" wird da sicher einiges 
preisgeben.

Gruß

Autor: thomas (Gast)
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Hallo,

in den modernen Blutzuckermessgeräten findet in den Messstreifen 
(warscheinlich) eine chemiche Reaktion statt. An den Sensormodulen hängt 
meistens ein 12 Bit ADC daran, der einem 8 Bit Mikrocontroller einen 
digitalen Wert liefert.

Unterlagen darüber habe ich allerdings auch keine erhalten. Ich hatte 
einmal in den 90'er Jahren des letzten Jahrttausends ein 
Blutzuckermessgerät an ein programmierbaren Taschenrechner 
angeschlossen. Dazu habe ich einfach bei dem BLZ Gerät die Signale für 
die Segmentanzeige eingelesen und ausgewertet.

In den Applikationsheften von Maxim Semicondutor habe ich auch vor 
vielen Jahren mal gelesen, wie man Maxim Bauteile in einem BLZ Messgerät 
einsetzen kann. Wenn Du auf deren Seite mal suchst, wird Du vieleicht 
etwas finden.

Frag doch mal die Hersteller, ob Sie nicht einelne Messmodule ohne MCU 
verteiben. Solche Module würden mich auch interessieren.

Gruß
thomas

Autor: Bernd G. (Gast)
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> in den modernen Blutzuckermessgeräten findet in den Messstreifen
> (warscheinlich) eine chemiche Reaktion statt.

Nicht nur wahrscheinlich, sondern ganz gewiss: Es ist eine mehrstufige 
(?)
Reaktion, bei der aus der Glukose mit Hilfe von Glucoseoxidase 
Wasserstoffionen freigesetzt werden. Über die genauen Reaktionen 
schweigen sich die Teststreifenhersteller aus. Im Endresultat wird 
offenbar die Leitfähigkeit gemessen.

Autor: Bernd G. (Gast)
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Es sei denn, dass eine colorimetrische Messung mit einem 
Reflexionsphotometer erfolgt (zweites sehr verbreitetes Verfahren). 
Hierbei wird die Farbänderung des Teststreifens ausgewertet (u.a. Akku 
Check Compact von Roche).

Autor: ahem (Gast)
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>Trotzdem würede ich gerne etwas damit rumbasteln. Vielleicht hat ja
jemand schon so etwas ähnliches gemacht!!

Was soll es bingen damit rumzubasteln wenn man's nachher nicht 
verkloppen kann ? Da haben schon ganz andere rumgebastelt. Kuerzlich 
verschwand auch so ein Ansatz mit Getoese an der Boerse. Irgendwie 
taugte das Gerate leider nichts - plopp - und die Millionen sind weg.

Autor: Hannes Lux (Gast)
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> Kuerzlich verschwand auch so ein Ansatz mit Getoese an der Boerse.

War das nicht die kanülenlose Injektionspistole?

Das Problem dabei war die erforderliche Präzision der Injektionsdüse. 
Dummerweise war die nicht Teil des Gerätes, sondern Teil des 
Verbrauchsmaterials (der Ampulle). Das macht das Verbrauchsmaterial 
dermaßen teuer, dass das ganze System scheitern musste.

...

Autor: ahem (Gast)
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Hmm. ich glaube mich an eine Uhr zu erinnern, die sollte den 
Zuckergehalt online messen... hatte dann aber zuviel Streuung. Den 
Firmennamen hab ich vergessen.

Autor: Mike (Gast)
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> Hmm. ich glaube mich an eine Uhr zu erinnern, die sollte den
> Zuckergehalt online messen... hatte dann aber zuviel Streuung. Den
> Firmennamen hab ich vergessen.
Das war wohl die Pendragon-Uhr aus der Schweiz. Wurde vor einigen Jahren 
auf Messen stark beworben, ist aber wegen mangelnder Reproduzierbarkeit 
wieder still und heimlich verschwunden. 
http://www.swissinfo.org/eng/swissinfo.html?siteSe...

Alle praktisch verwendeten Glucosemessinstrumente arbeiten 
elektrochemisch: Auf dem Teststreifen befindet sich ein Enzym, das die 
Glucose abbaut, wobei Elektronen freigesetzt werden. Dadurch fliesst in 
den Elektroden ein kleiner Strom, der gemessen wird. Also ähnlich wie 
eine kleinen Batterie. Da es sich um Nanoampere handelt, muss hier sehr 
präzise verstärkt und gefiltert werden. Zusätzlich ist noch der 
Temperatureinflus zu berücksichtigen. So billig sind die Geräte nur, 
weil sie durch den Verkauf der Teststreifen subventioniert werden. Wenn 
Du wirklich basteln willst, würde ich von einem handelsüblichen Gerät 
die Eingangsschaltung weiterverwenden und eventuell den uC neu 
programmieren. Alles aber kein simples Projekt, das profunde Kenntnisse 
der Messtechnik auf diesem Gebiet voraussetzt.

Gruss
Mike

Autor: Dirk (Gast)
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Hallo alle zusammen....

Mensch, vielen dank für eure rege Anteilnahme!!! damit habe ich nicht 
gerechnet!! :o)
Ja ich werde es so machen, dass ich erst mal ein billiges Gerät genauer 
anschau. Dann kann ich ja immer noch weiter sehen.

Das es nicht trivial wird, ist mir schon bewusst. Es soll aber in erster 
Linie das Basteln und vor allem der Lernefeckt im Vordergrund stehen. 
Auch wenn das Ergebnis dann zum Schluss ernüchternd wird!!

Auf jeden Fall mal ein fettes DANKESCHÖN an das Forum. Echt klasse!!!

Viele Grüße,

Dirk :o)

Autor: Bernd G. (Firma: LWL flex SSI) (berndg)
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Ich habe nochmal nachgelesen (Beilage zum Diabetes-Journal vor ein paar 
Jahren):

Bei den Teststreifen läuft folgende Reaktion ab:
Glucose + Glucoseoxidase + Wasser + Sauerstoff --> Gluconolacton + 
Wasserstoffperoxid
Das interessante Reaktionsprodukt ist Wasserstoffperoxid, dessen 
erzeugte Menge proportional zur Glucosemenge in der Probe ist. Im 
zweiten Reaktionsschritt wird das Wasserstoffperoxid unter Zuhilfenahme 
einer Spannung von 700 mV zu Wasser und zwei Elektronen (pro Molekül) 
reduziert.
Die freigesetzten Elektronen sind dann das, was elektrisch gemessen 
werden kann. Im Teststreifen sind noch weitere Substanzen enthalten.

Teststreifen der neuen Generation (die mit ca 0,3 - 1 ul Probenvolumen 
und Messzeiten unter 10 s) verwenden die Reaktion
Glucose + Glucosedehydrogenase --> Gluconolacton + Wasserstoffperoxid.
Hierbei kann die Spannung für den zweiten Reaktionsschritt geringer 
gehalten werden, was eine Beteiligung anderer Blutbestandteile bei der 
Reaktion vermindert. Außerdem sinkt die Abhängigkeit vom 
Sauerstoffpartial-
druck des Blutes (war vorher aber auch schon gering - z.B. bei Bayer).

Das sind aber nur die Hauptreaktionen! Weitere Reaktionen laufen unter 
Anwesenheit von Mediatoren ab.

Es dürfte also durchaus interessant sein, bei einem funktionierenden 
Gerät nachzusehen, welche Aktivitäten an den Sensorklemmen ablaufen.

Autor: Stefan L. (tarabas)
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Hallo Bernd,

danke für diese sehr interessante Info zu den chemischen Feinheiten 
(oder eher Grobheiten) der Streifen. Da mußte ich gleich mal 
nachschauen, warum die Teststreifen so teuer sein sollen, wie oben 
angemerkt.

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, kostet Glucoseoxidase (für den 
erstgenannten Streifen-Typ) lediglich 30EUR für ~1.6 Kg, an dieser 
Hauptchemikalie liegt es also eher weniger - die Pharmas verdienen sich 
also dumm und dämlich.

http://www.sigmaaldrich.com/catalog/ProductDetail....

Von daher könnte man fast auf den Trichter kommen, einen solchen 
Teststreifen selbst zu basteln, natürlich nur zu "Forschungszwecken". 
Man beachte, wie immer, auch die Sicherheitsmerksätze.

Interessant ist das speziell auch deswegen, da ich ein Meßgerät, das 
genau diese Messung durchführen könnte, schon einmal entwickelt habe 
(auch wenn es für einen völlig anderen Zweck verwendet wird). Stichwort 
Potentiostat.

Spannung von x00 mV anlegen und den Strom (nA-mA-Bereich) messen, wäre 
also ein Klax, da so ein Dingens bei mir rumsteht.

Danke, das ist alles SEHR sehr spannend.

Grüße, Stefan

Autor: Bernd G. (Gast)
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Hallo Stefan,

der Preis der Reagenzien dürfte wohl eine untergeordnete Rolle spielen.
Es kommt eher darauf an, die richtigen Mediatoren auszuwählen und die 
Teststreifen in einer stabilen Qualität herzustellen.
Die Sensitivitätssschwankungen der Teststreifen werden bei den meisten 
Herstellern dadurch ausgeglichen, dass das BZ-Messgerät chargenabhängig 
kodiert werden muss (Eingabe eines Codes oder hardwaremässig mit 
Einstecken eines Codierwiderstandes oder EEPROM).
Nur der japanische Hersteller der Bayer-Teststreifen schafft es seit 
über zehn Jahren, die Teststreifen so herzustellen, dass sie eine 
konstante Empfindlichkeit haben und das Messgerät keine Kodierung 
benötigt.
Aber du hast Recht: der Preis der Teststreifen liegt jenseits von Gut 
und Böse. Wenn der billigste Schaltkreis so um die 5 ct kostet, leuchtet 
es nicht ein, warum ein Teststreifen 60 ct kosten soll.
Außerdem: alle Anbieter von alternativen Testsreifen wurden bisher 
gnadenlos vom Markt gefegt!

Autor: Stefan L. (tarabas)
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Bernd G. schrieb:

> Aber du hast Recht: der Preis der Teststreifen liegt jenseits von Gut
> und Böse. Wenn der billigste Schaltkreis so um die 5 ct kostet, leuchtet
> es nicht ein, warum ein Teststreifen 60 ct kosten soll.

Naja, doch. 10ct Kosten, 40ct für Pharmco, 10ct für Apotheke. Jede Menge 
Profit zum Wohle kranker ("bzw. krank-gemachter") Menschen.

> Außerdem: alle Anbieter von alternativen Testsreifen wurden bisher
> gnadenlos vom Markt gefegt!

Auch das ist immer das gleiche. Manchmal ist mir "diese" moderne Welt 
schon langweilig.

Falls hier in so einem Forum mal eine Bastelanleitung für einen 
BZ-Messer entsteht, der mit diversen Teststreifen umgehen könnte, oder 
wie man Teststreifen bastelt, dann würden sie das Forum sicher auch 
dicht machen :(

Aber so weit ist es noch nicht. Nicht ganz. ;D

Autor: scst-guest (Gast)
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> Außerdem: alle Anbieter von alternativen Testsreifen wurden bisher
> gnadenlos vom Markt gefegt!

Welche alternativen Anbieter von Teststreifen sind da gemeint ?

Das BZ-Mess-Modul sollte so ausgelegt sein, dass es auch mit 
regenerierbaren BZ-Messstreifen funktioniert.

Die Oxidation von Glucose zu Gluconsaeure mittels Glucoseoxidase ist ein 
Schulversuch und im Internet beschrieben.
Etwa
www.elhardt.de/matthias/chemie/facharbeit/fa223.htm

Wie aber muss die Versuchsvorschrift abgewandelt werden, um einen 
Teststreifen zuverlaessig,
- haltbar und
- regenerierbar
mit der gepufferten Reaktionsloesung zu
- impraegnieren und zerstoerungsfrei zu
- trocknen?

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