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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Kann in Steinmetzschaltung Kondensator zu groß sein?


Autor: Stephan S. (outsider)
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Ich möchte einen Lüfter mit Drehstrommotor an einer Phase betreiben und 
würde hierfeür gern eine Steinmetzschaltung nutzen. Laut DIN wasweisich 
sollte ich etwa 35µF verwenden, so einen habe ich aber leider nicht 
hier, sondern nur einen mit 450 µF. Als ich den angeschlossen habe, hat 
der Motor in Sternschaltung nur sehr langsam (gefühlte 2 1/s) rotiert, 
in Dreieck etwas schneller, wurde aber sehr heiß sodass ich ihn schnell 
wieder ausgemacht habe.

Jetzt die Frage: Kann der Kondensator auch zu groß sein? Muss man genau 
die richtige Größe haben oder ist das mehr so eine "Mindestgröße plus 
etwas Sicherheitsabstand"?

Autor: Lorenz P. (lpg-elektronik)
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Drehstrommotor....gut! aber ein paar Daten fehlen noch!
Ich würde das mit der Steinmetzschaltung lassen und gleich nen FU 
verwenden! Die kleineren (~ 1kW) sind gar ned mal so teuer und du 
ersparst dir damit ne menge ärger!

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Stephan S. schrieb:

> Jetzt die Frage: Kann der Kondensator auch zu groß sein?

Ja.

> Muss man genau die richtige Größe haben

> oder ist das mehr so eine "Mindestgröße plus etwas Sicherheitsabstand"?

Wenn man etwas zu groß wird, erhält man einen Reihenschwingkreis aus 
Motorinduktivität und Kondensator. Dann geht erst mal die Spannung auf 
ein paar kV hoch, der Strom wird auch sehr groß und dann fliegt 
eventuell die Sicherung oder es zerlegt den Kondensator.
Wenn man viel zu groß wird, dann kann man den Kondensator auch direkt 
weglassen: Man erhält keine Phasenverschiebung, der Motor dreht sich 
nicht und wird daher warm.

Autor: Stephan S. (outsider)
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0,5 kW Leistung hab ich vergessen. Das ist der Motor in nem großen 
Walzenlüfter. Ich will ihn eigentlich nur in den Sommermonaten ab und zu 
mal meine Wohnung richtig durchzupusten :-) Da will ich eigenlich keinen 
großen Aufwand treiben. Den Lüfter hab ich halt grad da, hat nichts 
gekostet. Ein FU wäre dann doch etwas teuer für den Zweck, ich denke nen 
dreistelligen Betrag müsst ich dafür auf jeden Fall ausgeben.

Autor: Stephan S. (outsider)
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Ah, so in etwa hab ich das schon befürchtet. Das heißt ich müsste um es 
berechnen zu können die Induktivität der Motorwicklung bei Nenndrehzahl 
wissen.

Autor: Miller (Gast)
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Faustformel: 60-80 µF pro kW

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

ich zumindest habe 450µF als Motorkondensator noch nicht gesehen...
Was hast Du da überhaupt für einen Kondensator?

Will damit nicht sagen, daß es die nicht gibt, dürften aber dann wohl 
ziemliche Abmessungen haben?

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: steinmätzchen (Gast)
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der Kondensator ist teurer als ein äquivalenter Motor.

Autor: Stephan S. (outsider)
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Seh grad dass es "nur" 420 µF sind. Versteh schon dass da die Vermutung 
nahe liegt dass jemand nur Geschichten erzählt weil es solche 
Motorkondesnatoren wahrscheinlich wirklich nicht gibt :-) Im Anhang hab 
ich mal ein Bild des Kondesators. Dass der etwas teurer sein könnte kann 
ich mir gut vorstellen. Hatte ich aber halt gerade da und drum hätte ich 
ihn benutzt falls es funktioniert hätte.

Wollte ihn eigentlich verkaufen. Hab ein paar mehr von der Sorte, auch 
noch größere und noch kistenweise große Becherelkos mit bis zu 450V und 
bs zu 4700µF. Aber bevor ich sie so gut wie verschenke lass ich sie dann 
doch lieber mal im Keller stehen.

Autor: Schwups... (Gast)
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Dein Kondensator ist nicht nur zu groß, sondern auch ungeeignet
wenn der nicht für AC ausgelegt ist.
Ich hab auch so einen Walzenlüfter mit 0,5kw, allerdings mit
Wechselstrommotor. Der Kondensator hat da 12µF/450 V AC.
Mit einem 10,12 oder 16µF/450V AC aus ner alten Waschmaschine
müßte es in Steinmetzschaltung aber auch gehen weil der Motor
gewöhnlich nicht auf Volllast fährt.
Der Kondensator(wie im Bild) scheint mir ungeeeignet weil
die Spannungsangabe in DC ist. Bei solchen Experimenten wäre
ich vorsichtig weil die Dinger explodieren können, zumindest aber
könnte das Elektrolyt explosiv austreten und der Gestank bleibt dann
für ein paar Wochen.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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MKP = Metall PP Folie -> Kein flüssiges Elektrolyt, sondern nur 
Metall/Kunststofffolie.

Die Dinger sollten problemlos einige Ampere AC abkönnen, nur ist er halt 
für solch einen Motor viel zu groß.
1100VDC dürften um die 400-500VAC sein.

Autor: Stephan S. (outsider)
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Ja dass der ungeeignet ist glaube ich auch so langsam. Es gibt zwar auf 
dem Kondensator und auch im Datenblatt keine Angabe wo + oder - sein 
soll, aber es ist wohl wirklich einer der für DC vorgesehen ist. Ich 
ging davon aus dass ein MKP Kondensator immer ungepolt ist, was 
scheinbar auch der Fall ist und deswegen auch nicht explodiert. Nur 
gedacht ist er dafür eben doch nicht.

Könnte mir vorstellen dass der Kondensator bei deinem Wechselstrommotor 
deswegen nicht so groß wie der notwendige einer Steinmetzschaltung ist 
weil der die Hilfswicklung versorgt und diese kleiner ist als die 
Hauptwicklung. Glaube nicht dass man da einfach so parallelen ziehen 
kann wenn man im richtigen Arbeitspunkt fahren will. Auch wenn man 
natürlich näher dran wäre als ich das jetzt bin :-)

Autor: Wigbert Picht (wigbert) Benutzerseite
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Hi,
Lüftermotore laufen immer schwer an. Wohl durch die Massenträgheit
der Propeller/Walze und es muss gleich das komplette Medium (auch
wenn es nur Luft ist) transportiert werden. Nicht umsonst werden 
Kompressoren z.B. bein Anlauf abgeblasen.
Nun, die Steinmetzschaltung setzt das
Drehmoment deines Drehstrommotors auf jeden Fall herrunter.
Wenn der Drehstrommotor keine "Reserve" hat, wird dem Motor auch
bei richtiger C-Dimensionierung der Anlauf schwer fallen.

Schön beschrieben sind Grundlagen und Berechnungen auf:

http://www.e-plan.josefscholz.de/Steinmetz/Steinme...

Wigbert

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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>Wohl durch die Massenträgheit
>der Propeller/Walze und es muss gleich das komplette Medium (auch
>wenn es nur Luft ist) transportiert werden.

Massentraegheit ja , aber die Luftmenge ist beim Anlauf eher klein.
Luefter und Pumpen haben eine quadratische Drehmoment/Drehzaahl 
Kennlinie.

>Es gibt zwar auf dem Kondensator und auch im Datenblatt keine Angabe wo + >oder - 
sein soll, aber es ist wohl wirklich einer der für DC vorgesehen >ist.

Noe , MKP ist immer ungepolt deshalb steht dort auch nirgends + oder -
Denn kann man auch fuer Wechselspannung einsetzen. Aber Achtung im 
Datenblatt die maximale Wechselstrombelastbarkeit nachsehen.
Scheint wohl ein Kondensator aus dem DC-Zwischenkreis eines Umrichters 
zu sein. Deshalb nur die Angabe des DC Wertes.

Gruss Helmi

Autor: Stephan S. (outsider)
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Zwischenkreiskondensator, genau so einer ist das. Daher hab ich auch die 
ganzen großen Becherelkos. Im Datenblatt von dem MKP Teil steht keine AC 
Belastung, ist nur für DC gedacht. Nur über Ripplestrom gibts Angaben.

Autor: Wigbert Picht (wigbert) Benutzerseite
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@Helmut Lenzen (helmi1)

>aber die Luftmenge ist beim Anlauf eher klein

na ja , das Satteldrehmoment befindet sich meines Wissens
zw. 0,5 -1 der Nenndrehzahl. Und da bläst es schon
und wenn der Motor das Satteldrehmoment nicht schafft kommt er
ausser Tritt.(Waren meine Überlegungen)

Aber wahrscheinlich kommt Eins zum Anderen.

Wigbert

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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> Nur über Ripplestrom gibts Angaben.

Mit dieser Angabe und der Frequenz kannst du maximale Wechselspannung 
ausrechnen.

Autor: Herbert Rechtschaffen (Gast)
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Stephan S. schrieb:
> Seh grad dass es "nur" 420 µF sind. Versteh schon dass da die
> Vermutung
> nahe liegt dass jemand nur Geschichten erzählt weil es solche
> Motorkondesnatoren wahrscheinlich wirklich nicht gibt :-) Im Anhang hab
> ich mal ein Bild des Kondesators. Dass der etwas teurer sein könnte kann
> ich mir gut vorstellen. Hatte ich aber halt gerade da und drum hätte ich
> ihn benutzt falls es funktioniert hätte.
>
> Wollte ihn eigentlich verkaufen. Hab ein paar mehr von der Sorte, auch
> noch größere und noch kistenweise große Becherelkos mit bis zu 450V und
> bs zu 4700µF. Aber bevor ich sie so gut wie verschenke lass ich sie dann
> doch lieber mal im Keller stehen.

Gibt es in Deinem Fundus auch 3 Motorkondensatoren mit 110µF und ca 
300-400V
Die Maße sollten ca 6 mal 12 cm sein.Kann man auch 100 oder 120 µF 
nehmen? Gehört für ein Stromaggregat 220/380 V. mfG Herbert 
Rechtschaffen

Autor: mlars (Gast)
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Herbert,
der Thread ist von 2009. Heute macht man sowas schon lange nicht mehr 
mit Kondensatoren. Sondern mit Arduino oder nem DashButton.

Autor: Stephan S. (outsider)
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Nein, hab mittlerweile alles verschenkt oder gegen was anderes 
getauscht.

Autor: Kurt A. (Gast)
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Autor: U. B. (pasewalker)
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> Laut DIN wasweisich
> sollte ich etwa 35µF verwenden, so einen habe ich aber leider nicht
> hier, sondern nur einen mit 450 µF.

Wer ernsthaft meint, solch eine Vorgehensweise wäre zielführend, findet 
auf anderen Gebieten (Marketing, Politik ...) bestimmt noch bessere 
Verwendung  ...          SCNR

Beitrag #4726061 wurde vom Autor gelöscht.
Autor: Homo Habilis (Gast)
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U. B. schrieb:
> SCNR

Nachvollziehbar...

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