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Forum: Analogelektronik und Schaltungstechnik Kann in Steinmetzschaltung Kondensator zu groß sein?

Autor: Stephan S. (outsider)
Datum: 04.07.2009 00:05

Ich möchte einen Lüfter mit Drehstrommotor an einer Phase betreiben und
würde hierfeür gern eine Steinmetzschaltung nutzen. Laut DIN wasweisich
sollte ich etwa 35µF verwenden, so einen habe ich aber leider nicht
hier, sondern nur einen mit 450 µF. Als ich den angeschlossen habe, hat
der Motor in Sternschaltung nur sehr langsam (gefühlte 2 1/s) rotiert,
in Dreieck etwas schneller, wurde aber sehr heiß sodass ich ihn schnell
wieder ausgemacht habe.

Jetzt die Frage: Kann der Kondensator auch zu groß sein? Muss man genau
die richtige Größe haben oder ist das mehr so eine "Mindestgröße plus
etwas Sicherheitsabstand"?
Autor: Lorenz P. (lpg-elektronik)
Datum: 04.07.2009 00:19

Drehstrommotor....gut! aber ein paar Daten fehlen noch!
Ich würde das mit der Steinmetzschaltung lassen und gleich nen FU
verwenden! Die kleineren (~ 1kW) sind gar ned mal so teuer und du
ersparst dir damit ne menge ärger!
Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
Datum: 04.07.2009 00:22

Stephan S. schrieb:

> Jetzt die Frage: Kann der Kondensator auch zu groß sein?

Ja.

> Muss man genau die richtige Größe haben

> oder ist das mehr so eine "Mindestgröße plus etwas Sicherheitsabstand"?

Wenn man etwas zu groß wird, erhält man einen Reihenschwingkreis aus
Motorinduktivität und Kondensator. Dann geht erst mal die Spannung auf
ein paar kV hoch, der Strom wird auch sehr groß und dann fliegt
eventuell die Sicherung oder es zerlegt den Kondensator.
Wenn man viel zu groß wird, dann kann man den Kondensator auch direkt
weglassen: Man erhält keine Phasenverschiebung, der Motor dreht sich
nicht und wird daher warm.
Autor: Stephan S. (outsider)
Datum: 04.07.2009 00:26

0,5 kW Leistung hab ich vergessen. Das ist der Motor in nem großen
Walzenlüfter. Ich will ihn eigentlich nur in den Sommermonaten ab und zu
mal meine Wohnung richtig durchzupusten :-) Da will ich eigenlich keinen
großen Aufwand treiben. Den Lüfter hab ich halt grad da, hat nichts
gekostet. Ein FU wäre dann doch etwas teuer für den Zweck, ich denke nen
dreistelligen Betrag müsst ich dafür auf jeden Fall ausgeben.
Autor: Stephan S. (outsider)
Datum: 04.07.2009 00:27

Ah, so in etwa hab ich das schon befürchtet. Das heißt ich müsste um es
berechnen zu können die Induktivität der Motorwicklung bei Nenndrehzahl
wissen.
Autor: Miller (Gast)
Datum: 04.07.2009 00:40

Faustformel: 60-80 µF pro kW
Autor: Michael U. (amiga)
Datum: 04.07.2009 10:45

Hallo,

ich zumindest habe 450µF als Motorkondensator noch nicht gesehen...
Was hast Du da überhaupt für einen Kondensator?

Will damit nicht sagen, daß es die nicht gibt, dürften aber dann wohl
ziemliche Abmessungen haben?

Gruß aus Berlin
Michael
Autor: steinmätzchen (Gast)
Datum: 04.07.2009 17:18

der Kondensator ist teurer als ein äquivalenter Motor.
Autor: Stephan S. (outsider)
Datum: 05.07.2009 08:27
Angehängte Dateien:

Seh grad dass es "nur" 420 µF sind. Versteh schon dass da die Vermutung
nahe liegt dass jemand nur Geschichten erzählt weil es solche
Motorkondesnatoren wahrscheinlich wirklich nicht gibt :-) Im Anhang hab
ich mal ein Bild des Kondesators. Dass der etwas teurer sein könnte kann
ich mir gut vorstellen. Hatte ich aber halt gerade da und drum hätte ich
ihn benutzt falls es funktioniert hätte.

Wollte ihn eigentlich verkaufen. Hab ein paar mehr von der Sorte, auch
noch größere und noch kistenweise große Becherelkos mit bis zu 450V und
bs zu 4700µF. Aber bevor ich sie so gut wie verschenke lass ich sie dann
doch lieber mal im Keller stehen.
Autor: Schwups... (Gast)
Datum: 05.07.2009 09:10

Dein Kondensator ist nicht nur zu groß, sondern auch ungeeignet
wenn der nicht für AC ausgelegt ist.
Ich hab auch so einen Walzenlüfter mit 0,5kw, allerdings mit
Wechselstrommotor. Der Kondensator hat da 12µF/450 V AC.
Mit einem 10,12 oder 16µF/450V AC aus ner alten Waschmaschine
müßte es in Steinmetzschaltung aber auch gehen weil der Motor
gewöhnlich nicht auf Volllast fährt.
Der Kondensator(wie im Bild) scheint mir ungeeeignet weil
die Spannungsangabe in DC ist. Bei solchen Experimenten wäre
ich vorsichtig weil die Dinger explodieren können, zumindest aber
könnte das Elektrolyt explosiv austreten und der Gestank bleibt dann
für ein paar Wochen.
Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
Datum: 05.07.2009 09:17

MKP = Metall PP Folie -> Kein flüssiges Elektrolyt, sondern nur
Metall/Kunststofffolie.

Die Dinger sollten problemlos einige Ampere AC abkönnen, nur ist er halt
für solch einen Motor viel zu groß.
1100VDC dürften um die 400-500VAC sein.
Autor: Stephan S. (outsider)
Datum: 05.07.2009 09:21

Ja dass der ungeeignet ist glaube ich auch so langsam. Es gibt zwar auf
dem Kondensator und auch im Datenblatt keine Angabe wo + oder - sein
soll, aber es ist wohl wirklich einer der für DC vorgesehen ist. Ich
ging davon aus dass ein MKP Kondensator immer ungepolt ist, was
scheinbar auch der Fall ist und deswegen auch nicht explodiert. Nur
gedacht ist er dafür eben doch nicht.

Könnte mir vorstellen dass der Kondensator bei deinem Wechselstrommotor
deswegen nicht so groß wie der notwendige einer Steinmetzschaltung ist
weil der die Hilfswicklung versorgt und diese kleiner ist als die
Hauptwicklung. Glaube nicht dass man da einfach so parallelen ziehen
kann wenn man im richtigen Arbeitspunkt fahren will. Auch wenn man
natürlich näher dran wäre als ich das jetzt bin :-)
Autor: Wigbert Picht-dl1atw (wigbert)
Datum: 05.07.2009 10:34

Hi,
Lüftermotore laufen immer schwer an. Wohl durch die Massenträgheit
der Propeller/Walze und es muss gleich das komplette Medium (auch
wenn es nur Luft ist) transportiert werden. Nicht umsonst werden
Kompressoren z.B. bein Anlauf abgeblasen.
Nun, die Steinmetzschaltung setzt das
Drehmoment deines Drehstrommotors auf jeden Fall herrunter.
Wenn der Drehstrommotor keine "Reserve" hat, wird dem Motor auch
bei richtiger C-Dimensionierung der Anlauf schwer fallen.

Schön beschrieben sind Grundlagen und Berechnungen auf:

http://www.e-plan.josefscholz.de/Steinmetz/Steinme...

Wigbert
Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
Datum: 05.07.2009 11:04

>Wohl durch die Massenträgheit
>der Propeller/Walze und es muss gleich das komplette Medium (auch
>wenn es nur Luft ist) transportiert werden.

Massentraegheit ja , aber die Luftmenge ist beim Anlauf eher klein.
Luefter und Pumpen haben eine quadratische Drehmoment/Drehzaahl
Kennlinie.

>Es gibt zwar auf dem Kondensator und auch im Datenblatt keine Angabe wo + >oder -
sein soll, aber es ist wohl wirklich einer der für DC vorgesehen >ist.

Noe , MKP ist immer ungepolt deshalb steht dort auch nirgends + oder -
Denn kann man auch fuer Wechselspannung einsetzen. Aber Achtung im
Datenblatt die maximale Wechselstrombelastbarkeit nachsehen.
Scheint wohl ein Kondensator aus dem DC-Zwischenkreis eines Umrichters
zu sein. Deshalb nur die Angabe des DC Wertes.

Gruss Helmi
Autor: Stephan S. (outsider)
Datum: 05.07.2009 11:09

Zwischenkreiskondensator, genau so einer ist das. Daher hab ich auch die
ganzen großen Becherelkos. Im Datenblatt von dem MKP Teil steht keine AC
Belastung, ist nur für DC gedacht. Nur über Ripplestrom gibts Angaben.
Autor: Wigbert Picht-dl1atw (wigbert)
Datum: 05.07.2009 11:19

@Helmut Lenzen (helmi1)

>aber die Luftmenge ist beim Anlauf eher klein

na ja , das Satteldrehmoment befindet sich meines Wissens
zw. 0,5 -1 der Nenndrehzahl. Und da bläst es schon
und wenn der Motor das Satteldrehmoment nicht schafft kommt er
ausser Tritt.(Waren meine Überlegungen)

Aber wahrscheinlich kommt Eins zum Anderen.

Wigbert
Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
Datum: 05.07.2009 11:48

> Nur über Ripplestrom gibts Angaben.

Mit dieser Angabe und der Frequenz kannst du maximale Wechselspannung
ausrechnen.

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