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Forum: Platinen bis 1,5 GHZ Platine erstellen

Autor: luis (Gast)
Datum: 09.12.2009 15:01

Hallo Leute,

habe einige Fragen zum Thema:
"Das Erstellen einer 1,5 GHz Platine zur Vermessung eines LNA's"

Weiters noch ne wichtige Info die Schaltung muss gesockelt sein.

1.Frage:
Was muss ich beachten, damit mein Layout nicht in die Hose geht?
Keine 90Grad-Winkel sonderen 2x45 Grad besser, wegen der Reflexionen?
Kurze Leitungswege bis zum Messgerät ist schon ok, aber was ist kurz?
Abstände zwischen den Leitungen?
Welche Leitungen zusammenlegen?

2.Frage:
Welches Material soll ich verwenden?
FR-4 HV-Lochplatine für eine Messung die sehr empfindlich ist?
Besser wäre da schon eine A2O3-Keramik-Platine?

3. Frage:
Welchen Sockel soll ich verwenden?
Damit kein unnötiges Rauschen aufkommt?

Für gute Hilfen bin ich sehr dankbar.

MfG
Luis
Autor: Falk Brunner (falk)
Datum: 09.12.2009 15:05

Nach den Formulierungen und der Fragestellung zu urteilen, solltest du
erstmal lieber ne Blinkschaltung auf Lochraster bauen . . .
Autor: Jupp (Gast)
Datum: 09.12.2009 15:10

Aber auf AO4711 Keramik Lochrasterplatine mit 45 Grad verwinkelten
Drähten und rauscharmen Schraubklemmen.

mfg
Jupp
Autor: Kai Klaas (Gast)
Datum: 10.12.2009 00:45

Hallo Luis,

>1.Frage:
>Was muss ich beachten, damit mein Layout nicht in die Hose geht?
>Keine 90Grad-Winkel sonderen 2x45 Grad besser, wegen der Reflexionen?
>Kurze Leitungswege bis zum Messgerät ist schon ok, aber was ist kurz?

Das sollte vor allem wohl eine 50 Ohm Leitung (Mikrostrip-Technik) sein?

>2.Frage:
>Welches Material soll ich verwenden?
>FR-4 HV-Lochplatine für eine Messung die sehr empfindlich ist?
>Besser wäre da schon eine A2O3-Keramik-Platine?

Eine Lochplatine ohne durchgehende Massefläche ist völlig ungeeignet.
FR4 geht, Keramik ist besser, aber wohl nicht zwingend erforderlich.

>3. Frage:
>Welchen Sockel soll ich verwenden?
>Damit kein unnötiges Rauschen aufkommt?

Sockel in diesem Frequenzbereich sind ein absolutes "No! no!".

Kai Klaas
Autor: Christian B (Gast)
Datum: 10.12.2009 07:10

um hier sinnvolle aussagen treffen zu können brauchts mehr infos: wie
groß soll denn die platine werden d.h. wie lang die möglichen leitungen?
welchen differentiellen Widerstand brauch dein messgerät (vermutlich 50
Ohm?) welche anschlussbuchsen kannst du verwenden (bnc?) ?
was muss noch alles mit drauf? wie sieht der schaltplan aus? handelt es
sich um eine single line (vermutlich) oder ein differential pair? sind
noch kompensations- / anpassungsschaltungen mit zu beachten?

sagt dir impedanzberechnung was?
damit kannst du dir das leiterbahnbreite- / leiterbahnabstandsverhältnis
zwischen signalleitung und gnd plane berechnen um deinen differentiellen
widerstand zu bekommen den du benötigst.

so wenig wie möglich vias in die signalleitung einbringen (auch ein
THT-Bauelement wie eine buchse ist mit einem via verbunden)

generell kann man, auch bei 1,5GHz 45° noch verwenden, bögen sind aber
besser. (bei diff. pair jedoch von den meissten layoutsystemen nicht
wirklich unterstützt)
Autor: luis (Gast)
Datum: 17.12.2009 14:50

Hallo Leute,

einmal DANKE an die die wirklich Helfen wollen.

Zu den Infos:

Leider der Sockel muss sein. ZIF-Sockel halte ich da für die beste
Lösung.
Werde sicher mal versuchen ein Schaltung zu löten und dann mal die
Messwerte ansehen.

Lochrasterplatinen werden es nicht werden, da SMD-Bauteile verwendet
werden.

BNC- nein sondern es werden SMA-Stecker verwendet.

50 Ohm sind ja meist für die Standardmessungen, ich habe 100 bzw. 150
Ohm
(Mikrostrip).

Impedanzanpassung muss ich machen. Micorstripbreite? Gibt es hier eine
Hilfe? Der Strom ist hier sicher nicht das Problem, da meine Schaltung
fast nix aufnimmt. Deshalb habe ich auch ein wenig Angst, da das
Rauschen, mit wenig Strom immermehr ins Gewicht fällt.

Zum Thema Bogen oder 2x45 Grad:
Bringen Bögen wirklich viel bessere Messergebnisse? Zum berechnen sind
sie halt schwieriger ;-)

Wie groß soll die Platine werden? Ich würde sagen je kleiner desto
besser, aber halt so groß dass ich noch damit arbeiten kann.
Ich muss noch einige kleine SMD-Teile draufbauen (Balun und Bias-T's)
bzw. für die SMA-Stecker muss auch noch Platz sein.

Was muss ich bei der Leitungslegung beachten?
Gibts da einige gute Infos zu diesem Thema oder komme ich ums probieren
nicht hinweg?

Will nur mal nee grobe Beschreibung habe, werde dann mal die Schaltung
in Eagel zeichnen und diese dann online stellen. Dauert aber noch ein
wenig.

Danke
Luis
Autor: Kai Klaas (Gast)
Datum: 17.12.2009 18:04

Also, du willst LNAs sockeln? Was sagt das Datenblatt darüber, wie nahe
die Entkoppel-Cs sitzen sollen???

Kai Klaas
Autor: Kai Klaas (Gast)
Datum: 17.12.2009 18:20

Das einzige, was du sockeln könntest, wären kleine Modulschaltungen, auf
denen alles drauf ist, was der LNA so braucht. Das heißt, du würdest
nicht den nackten LNA sockeln, sondern den LNA zusammen mit seiner
unmittelbaren und lebensnotwendigen Beschaltung.

Kai Klaas
Autor: min (Gast)
Datum: 17.12.2009 18:21

bau mal einen HF-Led blinker und verstärk das Signal mit einem low-noise
amplifier (LNA)...oder sowas...aber nur 3x30°
Autor: grumpel (Gast)
Datum: 17.12.2009 19:06

ich schließe mich den vorschreibern an, Sockeln is echt nix!
und wenn du einen 50/100/150 Ohm Messsockel mit bezahlbarem Preis
gefunden hast, poste das doch bitte hier, würde mich echt interesieren.


Was is eigentlich die Bauform deines Bauteils? Soic Tsop µMax Bga ?

Wenn wir was zu testen hatten, ham wir immer eine Testplatine gebaut,
darauf dann das Bauteil vermessen und dann daraus auf die anderen
Bauteile derselben Charge geschlossen. (die Testplatinen konnte man dann
auch gut weiter als eigenständige Systeme gebrauchen... )



>Impedanzanpassung muss ich machen. Micorstripbreite?

so breit das du auf deinem Substrat 50 / 100 /150 Ohm hinbekommst. dafür
gibts Software (zb in ADS mit drinnen)

>Zum Thema Bogen oder 2x45 Grad:
>Bringen Bögen wirklich viel bessere Messergebnisse? Zum berechnen sind
>sie halt schwieriger ;-)

Wofür Bögen? du wirst eh nur einen Eingang und einen Ausgang haben (bei
nem einfachen LNA) und den kannst du an die jeweiligen Platinenenden
legen.
Die nciht HF Leitungen sind unkritisch.

>Was muss ich bei der Leitungslegung beachten?
HF leitung nach möglichkeit gerade verlegen, Massefläche nah ran, etwa
1,5 mal die Substratbreite als Abstand zu Masse, viele
Durchkontaktierungen zur rückseitigen Massefläche (so alle paar 4 cm und
in der nähe von Bauelementen)  (ich spreche hier grad von Microstripe
lines)


Aber erlichgesagt, so wie du fragst, hast du wohl wenig Wissen von HF,
deswegen befürchte ich das du auch mit der Messung dann überfordert sein
wirst.
Wofür machst du das überhaupt?

mfg grumpel
Autor: Christian B. (luckyfu)
Datum: 18.12.2009 07:13

für 100 ohm:

0.1mm Leiterbreite,
18µm End(!)Cu
FR4 (Dieelktrikum epsilon r ca. 4.2)
0,25mm platinenstärke. (d.h. abstand Leiterbahn zu darunterliegender
ground fläche.) für einlagige platten kann ich dir das hier nicht
berechnen.
software: polar
alternativ ginge auch: LBB 0,2, FR4 0,5mm und 0,18µm Cu

für 150 ohm: FR4 dicke: 1mm, Leiterbreite 0,1mm und Cu auflage ebenfalls
im Endzustand 18µm-

selbes programm.

ob du kurven oder winkel zeichnest ist der leitungsimpedanz egal. einzig
die störstellen minimierst du, indem du radien verwendest.

edit: ich muss meinem vorredner wiedersprechen, mit "massefläche
möglichst nah ran" senkst du deine impedanz... das musst du unbedingt
vorher berechnen wenn du nur einlagig arbeiten willst. wie gesagt, ich
kann das mit meiner version hier nicht.

durchkontaktierungen sind nur an lagenwechseln oder BE pins notwendig,
wenn mans schön machen will noch an anderen, möglichen störstellen
(winkel im leiterzug) alle 4cm ist eigentlich unnötig, da der die
mitlaufende gnd welle nur an entsprechenden lagenwechseln mitgekoppelt
werden muss.
Autor: grumpel (Gast)
Datum: 18.12.2009 14:09

ok, ist schlecht Vormuliert.

Das mit möglichst nah ran bezug sich jetzt auf Mikrostripe, doppellagig,
und da dann nicht einfach so nah ran, sondern halt 1,5 fache der
Substratdicke als Abstand wählen. Das sind jetzt Pi*Daumen angaben, wenn
du das Simulierst bekommste bestimmt bessere Ergebnisse....

von einlagig würde ich bei HF generell abraten... es reicht ja nur eine
Lage zu bearbeiten, aber eine durchgende, niederohmige massefläche is
schon was nettes.

die Abstände für Massedurchkontaktierungen waren auch Pi*Daumen Regel,
ich denk mal nicht das seine Platine größer als 5 cm werden würde, also
is man da schon gut abgedeckt wenn man an den Rändern und in der Mitte
eine setzt.
Autor: Roger (Gast)
Datum: 20.12.2009 23:51

Mann, schließt diesen Thread.

Kann man ja nicht mit anhören. Kindergarten. Halbaffen.

Jeder schmeißt einen Brocken unfundiertes Halbwissen in diese Runde.

Kinderchen die im Keller mit einen alten Lötkolben sitzten und über
1,5GHz =1500MHz reden.

1,5GHz  ist Elektronische Oberklasse und nicht für so einen Sabbel
Zirkus.

An so was sitzen Profis mit fundierten HF Kentnissen lange dran.

mfg
Roger
Autor: Kai Klaas (Gast)
Datum: 21.12.2009 00:51

@Roger

>Kann man ja nicht mit anhören. Kindergarten. Halbaffen.

>Jeder schmeißt einen Brocken unfundiertes Halbwissen in diese Runde.

Ah, und jetzt bist du an der Reihe...

Willkommen im Club der Halbaffen!


Kai Klaas
Autor: Christian B. (luckyfu)
Datum: 21.12.2009 07:15

Roger schrieb:
> Kinderchen die im Keller mit einen alten Lötkolben sitzten und über
> 1,5GHz =1500MHz reden.
>
> 1,5GHz  ist Elektronische Oberklasse und nicht für so einen Sabbel
> Zirkus.
>
> An so was sitzen Profis mit fundierten HF Kentnissen lange dran.
>
> mfg
> Roger

als halbaffen seh ich mich nicht wirklich :) ich arbeite auch nicht mit
dem lötkolben an 1,5GHz und schon gar nicht daheim im bastelkeller. ich
entflechte nur täglich schaltungen mit bis zu 18 lagen, wobei dann bis
zu 6 allein für differential pairs genutzt werden. das bisher noch keine
platte wegen irgendwelchen übertragungsproblemen, durch falsches
routing, falsche impedanz oder falschen längenabgleich ausgefallen ist,
spielt dabei eigentlich keine rolle. ist aber gut zu wissen, denn so
falsch kann ich somit nicht arbeiten. übrigens: das letzte projekt hat
in der emv prüfung auf anhieb mit einem abstand von reichlich 10dB zum
zulässigen Grenzwert bestanden. spricht eigentlich auch nicht dafür daß
irgendwas grob falsch liegt würde ich sagen.

nur, wozu rechtfertige ich mich überhaupt?

geh wieder spielen mit deinen simulationsmodellen in deinen hf
profikeller und lass die praktiker, die das täglich machen, die
entsprechenden tipps geben.
Autor: Langer Tag (Firma: vorgestern) (hacky)
Datum: 21.12.2009 09:41

Nichtwissen ist der passende Ausdruck. Also. Einen Impedanzrechner,
Appcad, gibts bei http://www.hp.woodshot.com/ , Man kann auch Einlagig
arbeiten und mit Koplanaren Striplines arbeiten, allerdings koennen sich
da bei isolierten GND Flaechen leicht Resonanzen ausbilden. Zudem sind
die Abstaende derart klein, dass man's fabrikationstechnisch kaum
hinkriegt.

Weshalb will man einen LNA ausmessen ? Weil man die Daten des
Herstellers nicht hat ? Weil man das Teil ausserhalb der Spezifikationen
betreibt ? Weil man den LNA selbst baut ? Ich schliess mich den
Vorrednern an. Sockel sind nicht brauchbar. Man will ja reproduzierbare
Werte. Mit Sockel kann man gleich mit einer Smithchart Dart spielen.
Autor: bla bla bla (Gast)
Datum: 21.12.2009 10:15

> mit einer Smithchart Dart spielen

Wenn ichs mir recht überlege - wäre fürs Labor doch mal nett ne
Smithchart Dartscheibe ;)
Autor: Luis S. (sluis)
Datum: 04.02.2010 16:30

Hallo!

> Weshalb will man einen LNA ausmessen ? Weil man die Daten des
> Herstellers nicht hat ? Weil man das Teil ausserhalb der Spezifikationen
> betreibt ? Weil man den LNA selbst baut ? Ich schliess mich den
> Vorrednern an. Sockel sind nicht brauchbar. Man will ja reproduzierbare
> Werte. Mit Sockel kann man gleich mit einer Smithchart Dart spielen.

Weil man den LNA selbst baut hört sich ganz gut an :)
Was haltet ihr von ZIF-Sockel? Auch der gleiche Mist?

Gibt es eine 150ohm Rauschquelle?
Standard sind 50ohm, von denen gibt es ja genug.

Danke.
MfG
Luis
Autor: Zacc (Gast)
Datum: 04.02.2010 22:50

Um welches Gehaeuse geht es denn ? Allenfalls kann man etwas mit
anpressen machen.
Autor: Luis S. (sluis)
Datum: 08.02.2010 12:47

Zacc schrieb:
> Um welches Gehaeuse geht es denn ? Allenfalls kann man etwas mit
> anpressen machen.

Leider um ein DIL Gehäuse.
Muss ja mehrere Schaltungen charakterisieren, deshalb gehts ohne den
Sockel nicht.
Wenn ich jedoch nur Mist erhalte, werde ich mir wohl was anderes
einfallen lassen müssen (aus- und einlöten jeder Schaltung).

MfG
Luis
Autor: Otto J. (Gast)
Datum: 09.02.2010 07:00

Luis S. schrieb:
> Wenn ich jedoch nur Mist erhalte, werde ich mir wohl was anderes
>
> einfallen lassen müssen (aus- und einlöten jeder Schaltung).
>
>
>
> MfG

Was ich dir auch raten würde, wenn du reproduzierbare Ergebnisse
erhalten willst.
Autor: Wolfgang M. (womai)
Datum: 09.02.2010 07:49

Hallo Luis,

hier ein paar Tips fuer den Platinenaufbau:

Impedanzrechner gibt es viele (auch gratis), z.B. TXLine ist gut und
einfach und recht genau. Kannst Du Dir von meiner Webseite
(http://www.testtechniques.com/) under "Free Tools" herunterladen.

Wenn die Hochfrequenzleitungen 50 Ohm Impedanz haben sollen, empfehle
ich waermstens, das Board vierlagig auszufuehren. 50-Ohm-Microstrips
sind dann typischerweise ca. 0.5mm breit (Annahme: oberstes Dielektrikum
FR-4, 0.2mm dick), das ist gut brauchbar (grobe Daumenregel - 50-Ohm
Microstrips sind ca. doppelt so breit wie das Dielektrikum zwichen
Oberflaeche und Ground-Flaeche dick ist). Zweilagig geht zu Not, aber
die Leiterbahnen werden sehr breit und unhandlich: Mit einem 1.6mm-Board
aus FR-4 sind das 3mm. Du kannst einen "Coplanar Waveguide with Ground"
machen, aber selbst damit wirst Du kaum unter 1.5mm Leiterbahnbreite
kommen. Das macht auch Probleme mit Crosstalk (Uebersprechen) zwischen
den Leitungen.

Standard-Stackup fuer vier Lagen:

Signal
Ground
Power
Signal

Bei 1.5 GHz kannst Du ohne Probleme noch FR-4 verwenden, solange Du die
kritischen Leiterbahnen kuerzer als ca. 10cm machst (sollte also kein
Problem sein). 45-Grad-Boegen sind besser als 90 Grad, aber bei dieser
Frequenz ist der Unterschied noch kaum merkbar (Annahme:
Leiterbahnbreite 0.5mm); die Glaube an die "boesen 90 Grad" kommt von
viel hoeheren Frequenzen und/oder breiteren Leiterbahnen. Ich habe sehr
gut funktionierende Designs bis ueber 3 GHz auf FR-4 ausgefuehrt - man
muss nur ein bisschen aufpassen.

ZIF-Sockel fuer ein DIP-Gehaeuse empfehle ich bei den Frequenzen nicht.
Abgesehen von lausiger Impedanzkontrolle und Parasitics bekommst Du da
auch furchtbare Crosstalk-Probleme. Wenn das DIP-Gehaeuse vorgegeben
ist, wuerde ich auch zumindest nicht durchkontaktieren, sondern eher die
Anschlussbeine 90 Grad nach aussen biegen (sodass die waagrecht
abstehen) und den Bauteil dann als Surface-Mount direkt auf die
Leiterbahnen loeten. Das minimiert Diskontinuitaeten und Crosstalk.

Zur Frage "was ist kurz bei 1.5 GHz" - Daumenregel: weniger also ca. 1/6
bis 1/20 der Wellenlaenge. 1.5 GHz entspricht 20cm in Vakuum oder
ca.10cm in FR-4 (bei Microstrip ist's etwas mehr als 10cm), also heisst
"kurz" fuer Dich irgendwo zwischen 5mm und 2cm. Womit Du schon sehen
kannst, warum ein ZIF-Sockel ganz sicher problematisch ist.

Zuletzt, wenn Bedarf besteht - ich mache solche Designs sowohl beruflich
als auch privat (bis >20 GHz), habe auch die geeignete Messausruestung
(z.B. Reflektometer/TDR zur Impedanzkontrolle) und kann sowas durchaus
fuer moderate Kosten als kleines Auftragsprojekt durchfuehren (Design,
Layout, Fertigung). Kontaktadresse findest Du auf meiner oben
angegebenen Webseite.

Wolfgang
Autor: Luis S. (sluis)
Datum: 10.02.2010 10:31

Hallo Wolfgang,

> Impedanzrechner gibt es viele (auch gratis), z.B. TXLine ist gut und
> einfach und recht genau. Kannst Du Dir von meiner Webseite
> (http://www.testtechniques.com/) under "Free Tools" herunterladen.

Danke! Schöne HP :-)

> Wenn die Hochfrequenzleitungen 50 Ohm Impedanz haben sollen, empfehle
> ich waermstens, das Board vierlagig auszufuehren. 50-Ohm-Microstrips
> sind dann typischerweise ca. 0.5mm breit (Annahme: oberstes Dielektrikum
> FR-4, 0.2mm dick), das ist gut brauchbar (grobe Daumenregel - 50-Ohm
> Microstrips sind ca. doppelt so breit wie das Dielektrikum zwichen
> Oberflaeche und Ground-Flaeche dick ist). Zweilagig geht zu Not, aber
> die Leiterbahnen werden sehr breit und unhandlich: Mit einem 1.6mm-Board
> aus FR-4 sind das 3mm. Du kannst einen "Coplanar Waveguide with Ground"
> machen, aber selbst damit wirst Du kaum unter 1.5mm Leiterbahnbreite
> kommen. Das macht auch Probleme mit Crosstalk (Uebersprechen) zwischen
> den Leitungen.
>
> Standard-Stackup fuer vier Lagen:
>
> Signal
> Ground
> Power
> Signal
>
> Bei 1.5 GHz kannst Du ohne Probleme noch FR-4 verwenden, solange Du die
> kritischen Leiterbahnen kuerzer als ca. 10cm machst (sollte also kein
> Problem sein). 45-Grad-Boegen sind besser als 90 Grad, aber bei dieser
> Frequenz ist der Unterschied noch kaum merkbar (Annahme:
> Leiterbahnbreite 0.5mm); die Glaube an die "boesen 90 Grad" kommt von
> viel hoeheren Frequenzen und/oder breiteren Leiterbahnen. Ich habe sehr
> gut funktionierende Designs bis ueber 3 GHz auf FR-4 ausgefuehrt - man
> muss nur ein bisschen aufpassen.

Okay, gute Info.


> ZIF-Sockel fuer ein DIP-Gehaeuse empfehle ich bei den Frequenzen nicht.
> Abgesehen von lausiger Impedanzkontrolle und Parasitics bekommst Du da
> auch furchtbare Crosstalk-Probleme. Wenn das DIP-Gehaeuse vorgegeben
> ist, wuerde ich auch zumindest nicht durchkontaktieren, sondern eher die
> Anschlussbeine 90 Grad nach aussen biegen (sodass die waagrecht
> abstehen) und den Bauteil dann als Surface-Mount direkt auf die
> Leiterbahnen loeten. Das minimiert Diskontinuitaeten und Crosstalk.

Ja, genau dies wäre auch mein Notfallplan gewesen. Werde gleich mal ein
zweites Eaglelayout machen.

> Zur Frage "was ist kurz bei 1.5 GHz" - Daumenregel: weniger also ca. 1/6
> bis 1/20 der Wellenlaenge. 1.5 GHz entspricht 20cm in Vakuum oder
> ca.10cm in FR-4 (bei Microstrip ist's etwas mehr als 10cm), also heisst
> "kurz" fuer Dich irgendwo zwischen 5mm und 2cm. Womit Du schon sehen
> kannst, warum ein ZIF-Sockel ganz sicher problematisch ist.

Dankeschön Wolfgang!
Dies sind mal Infos von einem Profi, mit denen kann ich was anfangen.

Das Problem mit den Sockel verstehe ich leider noch immer nicht ganz.
In Firmen die IC´s testen werden alle IC´s gesockelt und die haben auch
noch mehere GHz zu bewältigen. Die verwenden auch diese ZIF-Sockel und
Boards. Sicherlich haben die eigene Tester dafür, aber dort funktioniert
es.

MfG
Luis
Autor: Luis S. (sluis)
Datum: 10.02.2010 10:36

Kai Klaas schrieb:
> Das einzige, was du sockeln könntest, wären kleine Modulschaltungen, auf
> denen alles drauf ist, was der LNA so braucht. Das heißt, du würdest
> nicht den nackten LNA sockeln, sondern den LNA zusammen mit seiner
> unmittelbaren und lebensnotwendigen Beschaltung.
>
> Kai Klaas

Hmm, aber dann muss ich auch jeden einzelnen LNA löten! Bringt mich dann
auch nicht weiter.

MfG
Luis
Autor: Luis S. (sluis)
Datum: 10.02.2010 10:43

grumpel schrieb:

> Das mit möglichst nah ran bezug sich jetzt auf Mikrostripe, doppellagig,
> und da dann nicht einfach so nah ran, sondern halt 1,5 fache der
> Substratdicke als Abstand wählen. Das sind jetzt Pi*Daumen angaben, wenn
> du das Simulierst bekommste bestimmt bessere Ergebnisse....


> von einlagig würde ich bei HF generell abraten... es reicht ja nur eine
> Lage zu bearbeiten, aber eine durchgende, niederohmige massefläche is
> schon was nettes.

Nein, einlagig würde mir bei HF-Platinen nicht in den Sinn kommen.

> die Abstände für Massedurchkontaktierungen waren auch Pi*Daumen Regel,
> ich denk mal nicht das seine Platine größer als 5 cm werden würde, also
> is man da schon gut abgedeckt wenn man an den Rändern und in der Mitte
> eine setzt.

Ja, dies glaub ich auch.
Leider, aber mit der Rauschquelle wird die Platine sicher größer.

MfG
Luis
Autor: Wolfgang M. (womai)
Datum: 10.02.2010 11:17

Luis S. schrieb:
> Das Problem mit den Sockel verstehe ich leider noch immer nicht ganz.
> In Firmen die IC´s testen werden alle IC´s gesockelt und die haben auch
> noch mehere GHz zu bewältigen. Die verwenden auch diese ZIF-Sockel und
> Boards. Sicherlich haben die eigene Tester dafür, aber dort funktioniert
> es.

Naja, man testet schon Multi-GHz-ICs in Sockeln (weiss ich bestens, ich
arbeite immerhin fuer eine Firma, die Chiptester herstellt :-) Aber das
sind keine Chips DIP-Gehaeuse und somit auch nicht die DIP-ZIF-Sockeln,
die jeder kennt. Sondern eher Chips in QFP-, QFN- oder BGA-Gehaeusen;
die Sockel dafuer haben Kontaktlaengen im Bereich von ca. 0.2 - 2 mm,
und verwenden Miniatur-Pogo-Pins oder fuer hoechste Bandbreiten
Polymer-Interposer. Solche Sockeln kosten dann auch leicht mal einige
tausend Euros pro Stueck... Und zum Thema Boards - die haben
ueblicherweise 10 - 30 Lagen...

Wenn Du an Deinem Verstaerker Sachen wie Rauschen oder Isolation messen
willst, musst Du uebrigens auch hoellisch bei der Stromversorgung
aufpassen, sonnst koppelt Du gleich mal allen moeglichen Mist in Deine
Signale. Eine mehrlagige Platine hilft da ungemein - das beginnt schon
mit der soliden Masseflaeche.

Eine Variante - wenn Du die Chips nicht aufloeten willst - waere auch,
die Kontaktpads mit Nickel und Hartgold zu beschichten (das kann jeder
brauchbare Platinenhersteller). Die Anschlussbeine werden wie zuvor
vorgeschlagen nach aussen gebogen. Dann musst Du Dir noch einen Sockel
basteln, mit dem Du die Beinchen auf due Pads aufdrueckst. Eine Art
rechteckiges Rohr (Innenmasse ~ Chipgroesse) aus einigemassen
elastischem Plastik, das mit Schrauben auf das Board geklemmt werden
kann, sollte ausreichen. Im schlimmsten Fall, wenn's nicht gut klappt,
kannst Du den Chip ja immer noch auf die Pads loeten.

Wolfgang
Autor: Sepp (Gast)
Datum: 10.02.2010 13:00

Wolfgang M. schrieb:
> Naja, man testet schon Multi-GHz-ICs in Sockeln (weiss ich bestens, ich
> arbeite immerhin fuer eine Firma, die Chiptester herstellt :-)

Okay, ich glaube da habe ich genau den richtigen Mann gefunden :-)
Habe mir deine HP genauer angeschaut, die Firma kenne ich leider nicht.
Kenne nur LTX und HP.

>Aber das
> sind keine Chips DIP-Gehaeuse und somit auch nicht die DIP-ZIF-Sockeln,
> die jeder kennt. Sondern eher Chips in QFP-, QFN- oder >BGA-Gehaeusen;

Stimmt, aber das habe ich in diesem Fall leider nicht. Keiner den ich
kenne nimmt für HF ein DIP-Gehäuse. Ist aber leider bei mir nicht so.

> die Sockel dafuer haben Kontaktlaengen im Bereich von ca. 0.2 - 2 mm,
> und verwenden Miniatur-Pogo-Pins oder fuer hoechste Bandbreiten
> Polymer-Interposer. Solche Sockeln kosten dann auch leicht mal einige
> tausend Euros pro Stueck... Und zum Thema Boards - die haben
> ueblicherweise 10 - 30 Lagen...

Ok, damit spart man wieder Leitungslänge.

> Wenn Du an Deinem Verstaerker Sachen wie Rauschen oder Isolation messen
> willst, musst Du uebrigens auch hoellisch bei der Stromversorgung
> aufpassen, sonnst koppelt Du gleich mal allen moeglichen Mist in Deine
> Signale. Eine mehrlagige Platine hilft da ungemein - das beginnt schon
> mit der soliden Masseflaeche.

Ja die kommt jetzt sicher drauf. Leider werde ich aber keine
Multilayerboards erstellen können, aber 2 Layer kann ich machen.
Ich weiß du hast oben von 4 Layern gesprochen, aber die Kosten dafür
hmm.

> Eine Variante - wenn Du die Chips nicht aufloeten willst - waere auch,
> die Kontaktpads mit Nickel und Hartgold zu beschichten (das kann jeder
> brauchbare Platinenhersteller). Die Anschlussbeine werden wie zuvor
> vorgeschlagen nach aussen gebogen. Dann musst Du Dir noch einen Sockel
> basteln, mit dem Du die Beinchen auf due Pads aufdrueckst. Eine Art
> rechteckiges Rohr (Innenmasse ~ Chipgroesse) aus einigemassen
> elastischem Plastik, das mit Schrauben auf das Board geklemmt werden
> kann, sollte ausreichen.

Das ist ein gute Idee.Nein nicht gut, einfach SPITZE. Das Plastik außen
wie dann bei einem PLCC-Sockel niederpressen. Stimmt die Spezailsockel
sind alle goldbeschichtet.

> Im schlimmsten Fall, wenn's nicht gut klappt,
> kannst Du den Chip ja immer noch auf die Pads loeten.

Ja genau.

Super danke Wolfgang, falls dir noch mehr gute Tipps einfallen, lass es
mich wissen :-)

MfG
Luis
Autor: s.luis (Gast)
Datum: 10.02.2010 13:03

Wolfgang M. schrieb:
> Naja, man testet schon Multi-GHz-ICs in Sockeln (weiss ich bestens, ich
> arbeite immerhin fuer eine Firma, die Chiptester herstellt :-)

Okay, ich glaube da habe ich genau den richtigen Mann gefunden :-)
Habe mir deine HP genauer angeschaut, die Firma kenne ich leider nicht.
Kenne nur LTX und HP.

>Aber das
> sind keine Chips DIP-Gehaeuse und somit auch nicht die DIP-ZIF-Sockeln,
> die jeder kennt. Sondern eher Chips in QFP-, QFN- oder >BGA-Gehaeusen;

Stimmt, aber das habe ich in diesem Fall leider nicht. Keiner den ich
kenne nimmt für HF ein DIP-Gehäuse. Ist aber leider bei mir nicht so.

> die Sockel dafuer haben Kontaktlaengen im Bereich von ca. 0.2 - 2 mm,
> und verwenden Miniatur-Pogo-Pins oder fuer hoechste Bandbreiten
> Polymer-Interposer. Solche Sockeln kosten dann auch leicht mal einige
> tausend Euros pro Stueck... Und zum Thema Boards - die haben
> ueblicherweise 10 - 30 Lagen...

Ok, damit spart man wieder Leitungslänge.

> Wenn Du an Deinem Verstaerker Sachen wie Rauschen oder Isolation messen
> willst, musst Du uebrigens auch hoellisch bei der Stromversorgung
> aufpassen, sonnst koppelt Du gleich mal allen moeglichen Mist in Deine
> Signale. Eine mehrlagige Platine hilft da ungemein - das beginnt schon
> mit der soliden Masseflaeche.

Ja die kommt jetzt sicher drauf. Leider werde ich aber keine
Multilayerboards erstellen können, aber 2 Layer kann ich machen.
Ich weiß du hast oben von 4 Layern gesprochen, aber die Kosten dafür
hmm.

> Eine Variante - wenn Du die Chips nicht aufloeten willst - waere auch,
> die Kontaktpads mit Nickel und Hartgold zu beschichten (das kann jeder
> brauchbare Platinenhersteller). Die Anschlussbeine werden wie zuvor
> vorgeschlagen nach aussen gebogen. Dann musst Du Dir noch einen Sockel
> basteln, mit dem Du die Beinchen auf due Pads aufdrueckst. Eine Art
> rechteckiges Rohr (Innenmasse ~ Chipgroesse) aus einigemassen
> elastischem Plastik, das mit Schrauben auf das Board geklemmt werden
> kann, sollte ausreichen.

Das ist ein gute Idee.Nein nicht gut, einfach SPITZE. Das Plastik außen
wie dann bei einem PLCC-Sockel niederpressen. Stimmt die Spezailsockel
sind alle goldbeschichtet.

> Im schlimmsten Fall, wenn's nicht gut klappt,
> kannst Du den Chip ja immer noch auf die Pads loeten.

Ja genau.

Super danke Wolfgang, falls dir noch mehr gute Tipps einfallen, lass es
mich wissen :-)

MfG
Luis
Autor: Wolfgang M. (womai)
Datum: 10.02.2010 16:36

s.luis schrieb:
> Ja die kommt jetzt sicher drauf. Leider werde ich aber keine
> Multilayerboards erstellen können, aber 2 Layer kann ich machen.
> Ich weiß du hast oben von 4 Layern gesprochen, aber die Kosten dafür
> hmm.

4 Lagen sind preismaessig nicht schlimm, das kriegt mann fuer kaum mehr
als 2 Lagen. Das beste Angebot fuer ein kleines Einzelstueck, das ich
kenne, ist das 4-Layer Miniboard for ExpressPCB (bei denen musst Du
allerdings deren Designsoftware verwenden, ist aber recht brauchbar); 3
Stuecke 2.4 x 3.2 Zoll um ca. $100 (gesamt, nicht pro Stueck).
Vergleiche damit die Zeit und den Aerger, den Du mit einem zweilagigen
Board haben wirst, auch beim Layout. ExpressPCB kann allerdings keine
Goldbeschichtung. Dafuer schau Dir z.B. PCBCart an (verwende ich privat
und beruflich fuer einfachere Boards), die nehmen Gerber-Daten (und ich
glaube Eagle-Files direkt), sind billig, gute Qualitaet und
zuverlaessig.

> Okay, ich glaube da habe ich genau den richtigen Mann gefunden :-)
> Habe mir deine HP genauer angeschaut, die Firma kenne ich leider nicht.
> Kenne nur LTX und HP.

Witzigerweise ist meine Firma die zweitgroesste im Testerbereich; dafuer
gibt es LTX nicht mehr (hat jahrelang Geld verloren und wurde von
Credence aufgekauft), und HP hat den Geraetebereich vor Jahren
abgespalten (jetzt heissen die Agilent), welcher wiederum den
Testerbereich ausgegliedert hat (heisst jetzt Verigy). Teradyne is ca.
zweimal so gross wie Verigy. LTX wurde vor langer Zeit von u.a. vielen
Ex-Teradynern zu Weihnachten gegruendet, deshalb das hartnaeckige
Geruecht, "LTX" steht fuer "left Teradyne at Xmas" :-)

Mach Dir aber nix draus, ich kannte meine Firma auch nicht, bevor ich
beruflich mit ihren Testern zu arbeiten begann. Ist halt kein Produkt,
dass man ueblicherweise in seinem Wohnzimmer herumstehen hat.
Autor: Wolfgang M. (womai)
Datum: 10.02.2010 17:04

Ausserdem, zum Thema 4 Lagen oder zwei Lagen - 1.5 GHz ist definitiv
kein Bereich, wo Du ohne sehr fundiertes Wissen und viel Arbeit mit zwei
Lagen eine Chance hast. Immerhin willst Du ja offensichtlich nicht bloss
schauen, ob Dein Verstaerker irgendwie so einigermassen lebt, sondern Du
willst genaue Messungen daran ausfuehren. Da spart man nicht am falschen
Platz, das raechst sich sonst hundertfach.
Autor: s.luis (Gast)
Datum: 25.02.2010 13:07

Danke für die spitzen Tipps!

Auf zur Arbeit :-)

MfG
Luis

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