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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf [DER SPIEGEL 20/1985] Akademiker: Schotten dicht


Autor: Matthias (Gast)
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http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513513.html

Ich sag`s höchst ungerne, aber der SPIEGEL hatte recht. Die `Schotten` 
haben sich zwar mit einer starken Verzögerung geschlossen, das jedoch 
nur als Begleiterscheinung der deutschen Einheit.

Herrlich die beiden letzten Absätze:
"Mag sein, daß sich das alles noch zurechtrüttelt, so die traditionelle 
Bindung Staat/Hochschule schwächer wird. Wenn die Hochschulen immer mehr 
Absolventen für die Wirtschaft ausbilden, werden sie auf Dauer auch die 
geforderten Qualifikationsmerkmale mitliefern müssen.

Sollte dieser "grundlegende Strukturwandel in der 
Akademiker-Beschäftigung" gelingen, wäre es gewiß kein Erfolg einer 
weitsichtigen westdeutschen Bildungspolitik. Sie hat bis auf die 
historisch überfällige Öffnung der Gymnasien und Universitäten nichts 
bewerkstelligt, was den Namen Reform verdient."

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> Das weiß Dr. Thomas Mirbach aus Erfahrung. Der Politologe, der 1978
>  "über Adornos Herrschaftskritik" promovierte, hat keine
> feste Anstellung und ist seit Jahren auf staatliche Almosen angewiesen.

Ja super. Das ist also die gefürchtete Akademikerschwemme.

Der Herr Doktor reiht sich vermutlich ein in die Schlange des 
promovierten Biologen, welcher über "das Liebesleben der roten 
Waldameisen bei Vollmond" promoviert hat, und nun auch seit jahren keine 
Anstellung findet.

Es ist halt nicht leicht, ein Spezialist zu sein.

Naja, die Schwemme macht aber auch bei nicht akademischen Berufen nicht 
Halt. Heerscharen von Lokomotivheizern klagen ebenfalls darüber, daß sie 
seit Jahren immer schlechter einen Job finden.

Autor: Uwe (Gast)
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Matthias schrieb:
> Ich sag`s höchst ungerne, aber der SPIEGEL hatte recht. Die `Schotten`
> haben sich zwar mit einer starken Verzögerung geschlossen, das jedoch
> nur als Begleiterscheinung der deutschen Einheit.

Die besagten Schotten schließen sich mit bekannter (un-)Regelmäßigkeit. 
Soviel ich weiß, gab es danach die Ingnieurschwemme von 1990, die auch 
mir den Berufseinstieg verhagelt hat. Es gab zu viele Ingenieure für den 
Arbeitsmarkt. Nachdem ich mich durch das völlig überlaufene Studium 
gequält, und ich zu den wenigen "Erfolgreichen" gezählt habe, war der 
Arbeitsmarkt dicht, und nur wenige haben einen anständigen Job gefunden. 
Ich habe dann noch bei einigen Kommilitonen gesehen, die sich mehr 
schlecht als Recht durchs Leben durchschlugen.
Danach gab es die Asienkrise 2002, jetzt die Wirtschaftskrise, in der 
der Arbeitsmarkt wieder zusammengebrochen ist...
Für mich also hat sich das Studium NICHT gelohnt. Ich bin dann noch in 
der glücklichen Lage, keine Schulden aufgehäuft zu haben. So dass mir 
die Privatinsolvenz u.s.w. erspart geblieben ist.

Wegstaben Verbuchsler schrieb:
> Naja, die Schwemme macht aber auch bei nicht akademischen Berufen nicht
> Halt. Heerscharen von Lokomotivheizern klagen ebenfalls darüber, daß sie
> seit Jahren immer schlechter einen Job finden.
Dieser Strukturwandel existiert schon immer. Man könnte allerdings auch 
die Informatik anführen. Lochkartenstanzer werden auch immer wenige 
gebraucht. Aber COBOL-Programmierer sollten zwischenzeitlich noch 
"Händeringend" gesucht werden. - Aber dieses "Händeringend" kennen wir 
mittlerweile zur Genüge.

Das Studium ist ein großes Lebensrisiko. Sicher gibt es viel, bei denen 
es sich ausgezahlt hat, gute Ingenieure werden schließlich immer 
gebraucht, es ist aber ein RISIKO. Wenn man Pech hat: zu viel Abgänger, 
Wirtschaftskrise, keine Beziehungen, schlechte Noten, falsches Studium - 
steht man wie der letzte Trottel da, der sein Leben mit einem wertlosen 
Studium versaut hat, einerseits "veraltet", andererseits 
"überqualifiziert", Unvermittelbar durch Zeiten der Arbeistlosigkeit, in 
der noch der Hoffnung nachgehangen wurde, doch noch was anständiges zu 
finden.
Misstrauisch beäugt bei niederqualifizierten Jobs, von Leuten, die die 
Situation nicht verfolgt haben. Wie hoch ist eigentlich die 
Selbstmordrate bei Ingenieuren?

Wie gesagt, Ingenieure werden immer gebraucht, aber es ist halt ein 
Glücksspiel mit hohem Verlustrisiko.

Autor: B.Eng (Gast)
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Oh man, der Artikel ist ja aus dem letzten Jahrtausend :)

Autor: Axel Laufenberg (axel_5)
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>Das Studium ist ein großes Lebensrisiko. Sicher gibt es viel, bei denen
>es sich ausgezahlt hat, gute Ingenieure werden schließlich immer
>gebraucht, es ist aber ein RISIKO.

Nein, es ist eine CHANCE. Das ist auch nicht garantiert, aber die 
meisten Ings, die ich kenne, bekommen wesentlich mehr als die 
Handwerkern.

Wer z. B. als Handwerker nicht gerade bei den grossen Automobilfirmen 
unterkommt, hat als Meister mal gerade das Gehalt, was hier so mancher 
als Einstiegsgehalt als unzumutbar betrachtet.

Gruss
Axel

Autor: Faktenschreiber (Gast)
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Die besagte Artikel ist zeitlos, weil 1990  auch um 1996 zutreffend, 
dann
2001-2006 und seit 2008 schon wieder ....

Sicherlich kann man permanent auf Untergangsprophet machen. Nur es kann
nicht sein ,daß keine 30% in dem Berufsfeld landen und vorallem sich 
halten können. Vorallem wenn sie älter als 40 sind ruft die 
Würstelbude.....

Dieser Art HAndwerker dürfte üblicherweise immer wieniger verdienen als
ein korrekt bestallter Dipl.-Ing.

Es ist schon erstaunlich, wenn ein Ingenieur, der zB neue Verfahren 
maßgeblich entwickelt zum einen gefeuert und vorallem nachhaltig nix 
neues findet.
Der gleiche Ing ins Robotic und Datenbankumfeld geht, als 
Querseinsteiger
ebenfalls die relevante Firma weiterbringt , aber wie solls anders sein:
auch zügigst gefeuert wird.....

Das heißt , wenn schon wirkliche Spezialisten kaum adäquate Resonanz
auf dem Arbeitsmarkt finden ist das schon bemerkenswert und sollte
jeden Vernunftbegabten davon abhalten sich einem Himmelfahrtskommando im
Sinne MINT anzuschließen .

Das Kernproblem ist, daß insbesondere hierzulande man keine ChanceN hat
man hat nur eine und die muß sofort passen ansonsten fällt man schnell
den sozial ist was Arbeit schafft im Sinne der 1 € Job macht einen frei
von HIV oder so ... Im letzten reich hieß das ja fast ähnlich und das
sollte jeden HomoPoliticus etc eher abschrecken, weil er offenkundig
ebenso populistisch im Quartal denkt ......

Autor: Uwe (Gast)
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Axel Laufenberg schrieb:
> Nein, es ist eine CHANCE. Das ist auch nicht garantiert, aber die
> meisten Ings, die ich kenne, bekommen wesentlich mehr als die
> Handwerkern.

Wie jemand anderes bereits geschrieben hat: Es ist die eine Chance 
(singular) - danach ist's Essig.
Die Sache mit den Handwerkern ist, dass die Ausbildungskosten und -zeit 
geringer sind, viele bekommen sogar noch was Lohn. Die haben dann auch 
nicht den Nachteil als "Überqualifiziert" abgekanzelt zu werden.

Dann kann ich noch bei Deinen "meisten Ings, die ich kenne" noch was 
vermuten. Möglicherweise verstecken sich die Versager aus Scham vor Dir 
und fallen somit aus deiner persönlichen Statistik. Außerdem gab es ja 
zwischendurch durchaus "Goldene Zeiten" - Wenn Du zufälligerweise dann 
abgeschlossen hast, sind viele deiner Bekannten tatsächlich auch 
erfolgreich. Und wenn Du unter 40 bist, schlägt die 
Altersdiskriminierung auch noch nicht so stark zu.

Autor: Paul Baumann (Gast)
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Die Iren sind menschlich und die Schotten sind dicht!
;-)
MfG Paul

Autor: Axel Laufenberg (axel_5)
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"Die Sache mit den Handwerkern ist, dass die Ausbildungskosten und -zeit
geringer sind, viele bekommen sogar noch was Lohn."
Mein Nachbar ist KFZ Meister und hat vor 4 Monaten seinen Job verloren. 
Bruttogehalt war etwas über 3000 €/Monat. der ist zwar erst 40, aber 
einen neuen Job hat er nicht in Aussicht. Er überlegt jetzt, sich 
selbstständig zu machen, aber die Investitionen in so eine Werkstatt 
sind natürlich nicht ohne. Bei 3000€ brutto hat der auch keine Rücklagen 
bilden können.

"Außerdem gab es ja zwischendurch durchaus "Goldene Zeiten" - Wenn Du 
zufälligerweise dann abgeschlossen hast,"
Ich habe 1990/91 also in dem Jahr wo die erste grosse Schwemme kam, 
abgeschlossen und sofort einen Job gefunden. Ich kenne auch niemanden, 
der keinen Job gefunden hatte damals. Allerdings war es noch ein paar 
Jahre vorher tatsächlich so, dass die Leute sich die Jobs aussuchen 
konnten und mehrere Zusagen hatten.

"Und wenn Du unter 40 bist, schlägt die
Altersdiskriminierung auch noch nicht so stark zu."
Ich bin 45. Mit 42 habe ich mich zuletzt beworben, die hätten mich auch 
sofort genommen, ich hatte den unterschriebenen Vertrag in der Hand.

Ich bin durchaus skeptisch, was passieren würde, wenn ich jetzt 
arbeitslos würde. Aber es würde mir immer noch wesentlich besser gehan 
als meinem Nachbarn, der viel eher Probleme hat, darzulegen, dass er mit 
40 noch einen körperlich anstrengenden Job machen kann.

Gruss
Axel

Autor: Paul (Gast)
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>Bei 3000€ brutto hat der auch keine Rücklagen
>bilden können.

Luxusproblem? Mir kommen gleich die Tränen.

Autor: MaWin (Gast)
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> Luxusproblem? Mir kommen gleich die Tränen.

Acuh Millardäre wollen ständig mehr.

Die Gier nimmt zu um so mehr die Leute haben.

Wer nicht gierig ist - hat nix, denn er wird in dieser Gesellschaft 
gleich bis er nicht mal mehr sein Hemd hat ausgezogen, von den Gierigen, 
die nie genug bekommen können.

Autor: Axel Laufenberg (axel_5)
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Ja klar, 36000 Euro im Jahr mit 20 Jahren Berufserfahrung ist natürlich 
dicht am Milliardär.

Aber jetzt weiss, ich warum ihr hier rumjammert.

Axel

Autor: D. I. (Gast)
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Ok wie bildet man grosse Ruecklagen wenn man von 36k/Brutto eine 
4koepfige Familie ernaehren muss und mind. die entsprechende Wohnung zu 
bezahlen hat evtl. noch als Alleinverdiener?

Autor: Wilhelm (Gast)
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D. I. schrieb:

>Ok wie bildet man grosse Ruecklagen wenn man von
>36k/Brutto eine 4koepfige Familie ernaehren muss
>und mind. die entsprechende Wohnung zu
>bezahlen hat evtl. noch als Alleinverdiener?

Als Rücklage bleibt da noch die gesetzliche Rente. Die soll ja sicher 
sein. Nur die Höhe nicht! Und die baut sich auch nur dann weiter auf, 
wenn man nicht in H4 oder Niedriglöhne gerät... Wo das alles wohl mal 
hin führt???

Autor: Axel Laufenberg (axel_5)
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Es ging mir ja eher um Rücklagen, die jetzt für die Selbstständigkeit 
als Alternative zur Arbeitslosigkeit gebildet werden konnten. Mit zwei 
Kindern war da nicht viel.

Der könnte jetzt also eine Werkstatt auf Pump einrichten und dann 
hoffen, dass das Ganze nicht in der Privatinsolvenz endet. Wenn er das 
Geld überhaupt bekommt.

Aber wer hier behauptet, dass es die Ings nun so furchtbar schwer haben, 
kann sich ja mal überlegen, ob die Alternative Handwerker nun wirklich 
besser ist. Dafür habe ich ja nur mal ein Beispiel gebracht.

Gruss
Axel

Autor: Wilhelm (Gast)
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Axel Laufenberg schrieb:

>Der könnte jetzt also eine Werkstatt auf Pump einrichten
>und dann hoffen, dass das Ganze nicht in der
>Privatinsolvenz endet. Wenn er das Geld überhaupt bekommt.

Es gab vor einiger Zeit noch Fördergeld vom Amt in den ersten 9 Monaten 
Arbeitslosigkeit. Ob das aktuell so ist, weiß ich nicht. Weltbewegend 
ist die Förderung auch nicht.

Der Mann möchte sich mit dem selben Geschäft selbstständig machen, in 
dem er gekündigt wurde? Vermutlich noch in der selben Gegend. Ist das 
nicht etwas sehr gewagt?

>Aber wer hier behauptet, dass es die Ings nun so furchtbar
>schwer haben,

Nun ja, ich stehe als Ing. selbst draußen, das ist kein Stückchen 
besser.

Autor: Axel Laufenberg (axel_5)
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>Der Mann möchte sich mit dem selben Geschäft selbstständig machen, in
>dem er gekündigt wurde? Vermutlich noch in der selben Gegend. Ist das
>nicht etwas sehr gewagt?

Die Werkstatt wurde vom Besitzer scheidungsbedingt runtergewirtschaftet. 
War aben Pech, dass das gerade in der Situation passiert, wo niemand 
einstellt.

Aber ich denke schon, dass das klappt, er hat ein paar recht spezielle 
Kenntnisse, die er gut verkaufen kann, wenn die Spritpreise wieder 
steigen. Aber er muss eben auch erstmal einen fünfstelligen Betrag 
auftreiben, um loszulegen. Und sein Ex-Arbeitgeber verliert gerade 
massenhaft Kunden.

>Nun ja, ich stehe als Ing. selbst draußen, das ist kein Stückchen
>besser.
Keine Frage, das ist in beiden Fällen Sch.... Aber es ist eben auch 
nicht so, dass Ings da besonders schlecht dastehen, wie hier gerne 
behauptet wird. Das ist für alle gleich bescheiden.

Gruss
Axel

Autor: Wilhelm (Gast)
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Axel Laufenberg schrieb:

>Die Werkstatt wurde vom Besitzer scheidungsbedingt
>runtergewirtschaftet.

Sorry, ich vergaß. Der Gründe gibt es eben beliebig viele, nicht nur der 
reine Arbeitsmarkt. Aber die Situation scheint dann doch gut zu sein.

>Aber er muss eben auch erstmal einen fünfstelligen Betrag
>auftreiben, um loszulegen.

Vielleicht nen einigermaßen gleich berechtigten Geschäftspartner 
auftreiben. Aber das ist auch leichter gesagt als getan...

>Aber es ist eben auch nicht so, dass Ings da besonders
>schlecht dastehen, wie hier gerne behauptet wird.

Immerhin komme ich wegen jetziger Überqualifizierung nicht mehr in 
meinem alten Handwerk oder überhaupt in handwerklichen Branchen unter, 
alles versucht. Das ist schon ein echter Nachteil. Selbstständig machen 
als Ing. ist wohl auch ein wenig komplexer als ne Werkstatt 
einzurichten. Da fehlen mir selbst ein paar gute Connections und damit 
etwas der Mut.

Autor: Mega Nilp (Gast)
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>Ok wie bildet man grosse Ruecklagen wenn man von
>36k/Brutto eine 4koepfige Familie ernaehren muss
>und mind. die entsprechende Wohnung zu
>bezahlen hat evtl. noch als Alleinverdiener?

Ist aber mutig, sich mit 36k und schlechten
Aussichten eine 4 koepfige Familie anzuschnallen.
Damit ist ein Auflaufen schon fast planbar.

Autor: Wilhelm (Gast)
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Mega Nilp schrieb:

>Ist aber mutig, sich mit 36k und schlechten
>Aussichten eine 4 koepfige Familie anzuschnallen.
>Damit ist ein Auflaufen schon fast planbar.

Das Gehalt ist sicher ein gutes Maß für einen guten Handwerker. Höhere 
Gewalt kann man auch nicht beeinflussen. Troll dich!

Autor: D. I. (Gast)
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Mega Nilp schrieb:
>>Ok wie bildet man grosse Ruecklagen wenn man von
>>36k/Brutto eine 4koepfige Familie ernaehren muss
>>und mind. die entsprechende Wohnung zu
>>bezahlen hat evtl. noch als Alleinverdiener?
>
> Ist aber mutig, sich mit 36k und schlechten
> Aussichten eine 4 koepfige Familie anzuschnallen.
> Damit ist ein Auflaufen schon fast planbar.

Tja das hat man wohl nicht immer in seiner Gewalt. Familie wünscht sich 
ein Kind und bekommt Zwillinge, was dann? Auch alle mir bekannten 
Verhütungsmethoden sind nicht 100% und Vasektomien können sich auch 
gerne mal zurückbilden.
Davon abgesehen gibt es genügend die es mit noch weniger schaffen, aber 
von einem komfortablen Leben kann da wohl keine Rede mehr sein.

Autor: MaWin (Gast)
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> Ist aber mutig, sich mit 36k und schlechten
> Aussichten eine 4 koepfige Familie anzuschnallen.


Selbst von H4 kann man eine 4-köpfige Familie irgendwie durchfüttern, 
wie tausende Familien beweisen.
Wir sind doch (glücklicherweise, aber die meisten wissen nicht in 
welchem Glück sie hier sitzen) nicht in Afrika, wo die Leute wirklich 
nicht wissen, ob sie morgen was zu essen haben, oder das Haus 
gebrandschatzt wurde.

H4 ist (auch) für Kinder bitter, weil fast von der Gesellschaft 
ausgeschlossen, aber das Argument "ich kann mir mit 3000 EUR brutto im 
Monat keine Familie leisten" ist schon hanebüchen.

Man kann sich keine Familie leisten UND jedes Jahr Karibikurlaub zu 4. 
UND neben dem kleinen Sportwagen auch 'ne Yacht, also die Dinge sie man 
sich ohne Familie durchaus gönnen könnte.

Aber für Wohnung, Essen, Auto reicht's allemal. Als Ing sollte man das 
zumindest grundlegend ausrechnen können. Aber ich weiß, alle diese high 
performer hier haben den Unterschied zwischen netto verfügbarem 
Haushaltseinkommen eines Singles und netto einer Familie bei gleichem 
brutto nicht begriffen. Klopfen sich aber auf die stolzgeschwellte Brust 
weil sie studiert haben...

Autor: Axel Laufenberg (axel_5)
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>Ist aber mutig, sich mit 36k und schlechten
>Aussichten eine 4 koepfige Familie anzuschnallen.
>Damit ist ein Auflaufen schon fast planbar.

Also, ich hatte nicht den Eindruck, dass es denen schlecht ging. Man 
kann durchaus mit der Summe ordentlich leben, Urlaub gibts halt nur mit 
dem Zelt in Holland, ist aber jetzt auch nicht sooo schlimm.

Jetzt wird es natürlich schon ziemlich eng.

Gruss
Axel

Autor: Chris (Gast)
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Paul Baumann schrieb:
> Die Iren sind menschlich und die Schotten sind dicht!

Cool! Da ist sogar jede Menge Wahres dran! :-)

Autor: Warmweiß (Gast)
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MaWin schrieb:
> Als Ing sollte man das
> zumindest grundlegend ausrechnen können. Aber ich weiß, alle diese high
> performer hier haben den Unterschied zwischen netto verfügbarem
> Haushaltseinkommen eines Singles und netto einer Familie bei gleichem
> brutto nicht begriffen.

Es ist aber nicht schlecht, wenn viele Akademiker Hemmungen haben, mit 
36.000 Euro Kröten Jahresgehalt, sich freiwillig Kinder anzuschaffen. 
Bei einem beruflich erzwungenen Umzug ist man mit Kindern gehandicapt 
und die Findung einer neuen Umgebung gestaltet sich schwieriger. Wenn 
dann die Kinder noch "schlau" sind, kommmen sie später auf das 
Gymnasium, wo sich viele Kinder "Wohlhabender" mit Gesamteinkommen 
deutlich größer 36.000 Euro rumtreiben. Da wird's dann für die Kinder 
bitter bei sehr teuren Klassenfahrten u. Ä.
Und Not am Mann an Kindern ist in Deutschland auch nicht, auch wenn die 
Medien gerne Panik verbreiten, weil wir einen älteren 
Bevölkerungsquerschnitt haben werden und die Bevölkerung minimal 
schrumpft.
Für mich kommmen Kinder nie in Frage, eventuell wenn ich Multi-Millionär 
oder Beamter wäre. Ich brauche Sicherheit, damit ich ruhig schlafen 
kann. Sozusagen könnte ein misslungener Beischlaf alles versauen. :)

Autor: Mega Nilp (Gast)
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Das ist vielleicht etwas ueberzogen. Aber vielleicht sollte man die 
groesse der Familie dem Gelt und insbesonderen den Aussichten anpassen. 
Als Schlucker sollte man sich dann eher nur ein Kind leisten.

Autor: MaWin (Gast)
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> Bei einem beruflich erzwungenen Umzug

Als Nichtsesshafter kann man an dem vielleicht teilnehmen,
als fähiger Ingenieur wird man besser die Firma wechseln,
das ist deutlich sinnvoller als den Wohnort zu wechseln
(es sei denn, es geht in die Karibik oder sonstwohin wo's
schön ist),
denn Haus- und Grundstück verkaufen und woanders was Neues
kaufen funktioniert bei Firmen meist nicht: Die residieren
dummerweise meist dort, wo es teurer ist (ist ja nicht deren
Geld, sagen die sich, Manager sind eh meist nicht nur abgehoben,
sondern durchgeknallt).

Schon für den Jugendlichen hat ein Umzug ein eigentlich nicht
tragbares finanzielles Risiko: Wenn man eine Wohnung mietet,
kostet das Kaution, Transport, Maklergebühr von 2 MM, neute
Miete mit mindestens 3 Monaten Kündigungsfrist, Auto ummelden,
einen neuen DSL Vertrag zu meist 50 EUR, vielleicht verfällt
die Fitness-Studio-Karte. Macht grob über den Daumen 6
Monatsmieten Verlust, wenn der neue Arbeitgeber noch in der
Probezeit sagt: Ah übrigens, du kannst wieder gehen. Denn die
Kündigungsfristen im Job sind deutlich kürzer als bei der
Wohnungsmiete oder eben beim Handyvertrag.

Man muss bescheuert sein, wenn man darauf eingeht, ohne vom
Arbeitgeber eine Kostenübernahme vertraglich zugesichert zu
bekommen, daß man wegen SEINER Fehler (wir habe ihn eingestellt
aber dann doch gemerkt daß wir ihn nicht brauchen können) nicht
satt in die Miesen kommt und noch Schulden aufhäuft.

Ja gut, man muss gut sein und sich eine guten Namen gemacht
haben, damit andere Firmen einen mit Kußhand nehmen, die
nicht so Guten werden umziehen bis sie pleite sind, denn man
kan sich ja nichts aufbauen, um was richtiges aufzubauen
braucht man nämlich normalerweise Generationen.

Autor: Panker (Gast)
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Wir sind die Generation der ausgebeuteten Ingenieure. Wir verdienen 
jetzt gut, kriegen gewaltige Steuern abgezogen und sitzen mit 50 auf der 
Strasse!

Überall wird abgebaut! Schaut euch mal um, wieviele Kollegen ihr über 50 
habt?

Autor: MaWin (Gast)
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> und sitzen mit 50 auf der Strasse!

Und ?

Du neidest es doch den Griechen, daß sie so früh Rente bekommen.


Mann mann, nur am jammern, DAS ist das Kennzeichen der nimmersatten 
Generation.

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