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Forum: Platinen Umsteigen vom Belichten zum Fräsen von Platinen


Autor: Reinhart Kampmann (Firma: Kampmann) (dsf_s)
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Ich habe bisher Platinen belichten lassen. Nun möchte ich das abtragende 
Verfahren Fräsen ausprobieren, wofür ein sog. Gerber-Format gebraucht 
wird. Dieses exportiert meine Schaltungsdesignsoftware problemlos.

Welche Details sollte ich als Umsteiger wissen?

: Verschoben durch User
Autor: H.Joachim Seifert (crazyhorse)
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Lass es sein.
Habe damit auch lange rumexperimentiert - lohnt sich nicht.
Gründe:
-Werkzeuge sind teuer und halten nicht lange, schon nach rel. kurzer 
Zeit bildet sich ein Grat an der Fräskante (ca. 20m Fräsweg bei FR4).
-es ist laut und dauert bei komplexeren Platinen ziemlich lange
-Reste von Kupferspänen können einen zur Verzweiflung bringen
-das Löten solcher Platinen ist, insbesonders bei SMD, eine Quälerei. 
Der Isolationskanal ist sehr dünn, mit der Folge, dass z.B. bei TQFP 
noch ein Rest zwischen den Pads stehen bleibt - viel Spass beim Löten, 
ohne Lötstopplack
-es bleiben überall Kupferinseln stehen, die an kein Potential 
angeschlossen sind - manchmal stört das gewaltig
-theoretisch möglich - das Freistellen der nicht benötigten Flächen. 
Fertigungszeit und Werkzeugverschleiss steigen extrem

Dazu kommt, dass es mir praktisch nie gelungen ist, doppelseitige 
Platinen wirklich deckungsgleich zu fertigen (bei 0.3mm Bohrungen für 
Vias ist das schon wichtig)
Durchkontaktiererei ging mir sowieso auf den Keks :-)

Da es bei mir einseitige Platinen sowieso nicht mehr gibt und selbst 
doppelseitige die Ausnahme sind (fast alles 4Lagen), habe ich die 
Selbstfertigung komplett drangegeben und lasse die Platinen machen. Gibt 
genug Anbieter, die das schnell, ordentlich und für kleines Geld 
erledigen.
Bei Prototypen bin ich genug mit der eigentlichen Sache beschäftigt und 
will nicht ständig noch bach Fehlern in der Platine suchen.

Autor: Reinhart Kampmann (Firma: Kampmann) (dsf_s)
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>Lass es sein.
beantwortet nicht
>Welche Details sollte ich als Umsteiger wissen?

Daher stelle ich die Frage für andere als dich erneut:

Welche Details sollte ich als Umsteiger wissen?

Autor: Ingo (Gast)
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Ich bin mir nicht sicher, ob sich aus dem Gerber-Format (ohne vorherige 
Umwandlung) die nötigen Informationen für die Trennlinien gewinnen 
lassen. Ich benutze "Target", das gibt die nötigen Informationen (u.A.) 
als HPGL aus.
mfG
Ingo

Autor: Reinhart Kampmann (Firma: Kampmann) (dsf_s)
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Es ist schon klar, Ingo, daß ich fertigen lassen will und dazu wissen 
möchte, welche Gestaltungsänderungen ich beachten muß.

U.A. kann ich nicht wissen, was Trennlinien in diesem Zh. sind.

Autor: Martin M. (martin69)
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Hallo,

bisher lasse ich meine Leiterplatten auch immer bei Fachfirmen fertigen 
(mit Lötstoplack und Bestückungsdruck), habe aber auch schon darüber 
nachgedacht, einfache (einlagige kleine) Platinen selber zu fräsen.

Eine CNC-Fräse habe ich mir bereits letztes Jahr zugelegt, aber in 
erster Linie zum Fräsen von Gehäusen.

Mit Leiterplatten fräsen habe ich bisher keine Erfahrung und bin daher 
ebenfalls an dem Beitrag interessiert.

Bisher habe ich nur mal in eine Testplatine Löcher gefräst, da ich von 
einem komplexen Bauteil (ELV-Display, das ich auf meine Platine setzen 
will - siehe Anhang) kein Datenblatt hatte und das Ausmessen der Löcher 
mit der Schieblehre zu ungenau war. Nach dem Fräsen sieht man gleich, wo 
es klemmt und kann die Position der Löcher korrigieren.

Ich verwende übrigens Eagle Version 5.9.0.

Gruß
Martin

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Dsf S. schrieb:
> Welche Details sollte ich als Umsteiger wissen?

Daß das Ätzverfahren parallel arbeitet und damit in konstanter Zeit, 
während das Fräsverfahren sequentiell ist und die Bearbeitungszeit von 
Größe und Komplexität des Werkstücks abhängt.

Autor: Michael B. (planlessmichi)
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@Martin:
1) Du schreibst, in erster Linie zum Fräsen von Gehäusen... Kannst Du da 
bisschen mehr drüber erzählen? Welches Material? Hast Du evtl. Fotos? 
Würde mich sehr interessieren!
2) Welche ELV-Projekt war denn das? Das Display gefällt mir :-)

Um den eigentlichen Thread mit diesem Thema aber jetzt vollkommen zu 
missbrauchen:
@Dsf S.
Das ist eine echt schwierige Sache; habe ich auch schon versucht, aber 
bereits nach einer handvoll Platinen bin ich wieder auf das Ätzverfahren 
umgestiegen. Grund: Wenn Du Höhenverstellung hast (sind sehr teuer), 
hast Du mit billigeren Gravursticheln (sind "dreieckig") entweder sehr 
unterschiedliche Bahnbreiten, weil die Platine nicht überall exakt 
gleich hoch ist (trotz Vakuumtisch) und wenn Du einen Schaftfräser 
benutzt, kannst Du entweder nur breite Bahnen fräsen, oder es macht gar 
keinen Spaß. Ich wollte mal einen 0.3mm Schaftfräser testen. Stück 8 
Euro; VHM; gehalten hat er gerade mal 2cm (ZWEI!!) trotz sehr langsamen 
Vorschubs.
Welche Anforderungen hast Du denn an die Platinen? "Einfachere" gehen 
evtl., aber lohnen sich wirklich nicht.
Belichten, Ätzen, Lötstopp geht alles wunderbar schnell und einfach 
daheim (und Leiterbahnen von 0.3mm sind locker möglich!)

Autor: AkkiSan (Gast)
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Dsf S. schrieb:
> Ich habe bisher Platinen belichten lassen. Nun möchte ich das abtragende
> Verfahren Fräsen ausprobieren...

Dsf S. schrieb:
> Es ist schon klar, Ingo, daß ich fertigen lassen will und dazu wissen
> möchte, welche Gestaltungsänderungen ich beachten muß.

Wenn ich das richtig zusammenfasse:
Es geht nicht um die Anschaffung einer Fräse, sondern um
Auftragsfertigung außer Haus und Du machst Dir Sorgen
über die Formate oder andere Unterlagen, die Du dem
Hersteller Deines Vertrauens zukommen lassen mußt. Richtig?

In diesem Falle gibt es, außer den design rules des Herstellers,
nichts besonderes zu beachten. Alle Fräskonturen können aus den
Gerberdaten gewonnen werden.

---

Des Interesses halber würde ich hier aber gerne noch einmal nachhaken:
Wie kommst Du auf die Idee Deine Leiterplatten fräsen zu lassen?

Ich habe privat, als auch auf der Arbeit, Fräsen für die
Leiterplattenherstellung. Privat "nur" bis zwei Lagen, auf der
Arbeit können wir auch Vierlagiges fertigen.

In beiden Fällen werden die Fräsen aber ausschließlich zum
Rapid Prototyping eingesetzt. Wenn also in kürzester Zeit
"mal eben schnell" etwas auf dem Tisch liegen muß
(Bsp.: Dann kann der Softie schon mal sein Programmiertes
live debuggen... Oder, wenn mir zu Hause, Freitag Abend, danach
gelüstet noch mal eben schnell...)

Bei einer Fräs-Fertigung außer Haus kann ich hier keinerlei
Vorteile erkennen. Es ist weder billiger, noch schneller...

Autor: Martin M. (martin69)
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@Michael B:

@Martin:
1) Material: ABS (bisher nur Gehäuse von www.okw.com). Fotos: anbei...

2) Es ist das FHT-8I von ELV (serielles Funk-Interface FHT 8I, 
Artikel-Nr.: 68-756-10). Diese Platine hat nicht als Huckepackplatine 
auf meine Platine gepaßt (Höhen-Platzprobleme im Gehäuse). Daher habe 
ich die ELV-Schaltung zusätzlich auf mein Board gequetscht. So eben auch 
das Display von dem ELV-Teil.

Gruß
Martin

Autor: Michael B. (planlessmichi)
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Hallo Martin,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich hatte insgeheim gehofft, dass 
es eine neue Gehäusemöglichkeit für Privatanwender wird, aber okw 
scheint auch wieder nur gewerbliche Kunden zu beliefern :-(
Aber das ELV-Teil gefällt mir :-) Danke für die Bestellnummer!
PS: Die Beschriftung ist spitze! Und die seitlichen Aussparungen 
beneidenswert :-) Meine 3D-CNC kann nur 75mm Z-Achse... Da schaffe ich 
keine (zur Bearbeitung aufrecht gestellten) Seitenteile :-(

Autor: Martin M. (martin69)
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@Michael B.

die Gehäuse von OKW gibts z.B. auch bei Conrad. Und da kann man ja 
problemlos als Privatkunde einkaufen.

Meine Z-Achse kann auch nicht viel mehr als Deine (100mm). Da mußte ich 
auch die Hauptspindel weiter nach oben montieren, daß es überhaupt 
einigermaßen ging.

Die paar Aussparungen des Gehäuses haben mich Unterkante 2 Tage 
gekostet. Das mit der CNC-Maschine habe ich ziemlich unterschätz. Man 
ist mit einer eigenen zwar recht flexibel, aber es kostet jede Menge 
Zeit. Vor allem das Befestigen des Gehäuses und die Test-Fräsungen.

Gruß
Martin

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