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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Warum nicht selbständig?


Autor: A. L. (Gast)
Datum:

Hallo allerseits,

da ich mit der Gedanke selbständig zu werden spiele, frage ich mich:

 - warum wagen es nicht die Ings mit sovielen Erfahrung in der
Entwicklung zum Beispiel?

 - Ich kenne ein paar Firmen wo die Besitzer nichts können (ausser
unterschreiben natürlich) und auch nicht von der Elektro Branche sind,
und trotzdem mehrere Millionen Umsätze jährlich machen, dank den
Ingenieuren natürlich, die auch unterbezahlt sind!

Ist es die Angst? Familie?
Autor: Micha (Gast)
Datum:

Kapital
zu viele arbeitszeiten
kein Urlaub
risiko
Autor: Frustrierter (Gast)
Datum:

Ich wuerde anders herum fragen:
Warum haben sich so viele ehemalige Arbeitnehmer selbststaendig gemacht
?

Als Antwort wuerde ich angeben, weil dies vom Staat gefoerdert wurde.
Man denke an die Ich-AG und Existenzgruendungs-Zuschuesse.
Auch die gestiegenen Sozial-Zwangs-Versicherungen.

D ist ein Arbeitnehmer-Land. Das ist die Norm.
Das merkt man sofort, wenn man (als Selbstaendiges) staendig gefragt
wird (im Bekanntenkreis), warum man denn sowas riskantes ueberhaupt
mache.
Autor: Axel Laufenberg (axel_5)
Datum:

Das Vertriebsproblem.

Man muss eben an Aufträge kommen. Das ist gerade am Anfang schwierig und
fällt vielen Ings auch eher schwer.

Gruss
Axel
Autor: A.L. (Gast)
Datum:

@Frustrierter
welche Zuschüße? die paar euros? die helfen wirklich nicht wenn man noch
eine Entwicklungsphase vorhat.
Autor: Frustrierter (Gast)
Datum:

> welche Zuschüße? die paar euros?

Das spielt keine Rolle. Aber wenn man staendig durch Werbung, Medien
drauf gestossen wird, kommt man ins Nachdenken.
D ist ein Arbeitnehmerland schon seit vielen Generationen.
Wenn man etwas nicht kennt, macht man es auch nicht.
Autor: Name Nachname (Gast)
Datum:

Und wenn man dran denkt eigene Produkte zu entwickeln:
Produkte auf den Markt bringen = viele Regeln einhalten und wenn ein
Konkurrent mal Langeweile hat kann man leicht verklagt werden wegen
irgendwas  - irgendwelche Patent oder sonstige Schutzrechtsverletzungen
z.B.

Die Entwicklung/Serienproduktion ist auch nicht ganz billig - natürlich
abhängig von den Stückzahlen und dem jeweiligen Produkt aber werden
schon für relativ einfache Sachen einige kilo Euro werden.

Läuft also alles drauf hinaus das man schon vor dem Start des
Unternehmens ausreichend Kapital haben (oder auftreiben) muss.
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

> Ist es die Angst?

Normalerweise: Ja.

Bei Ärzten sind fast alle selbständige Unternehmer mit eigener Praxis,
weil der Weg dort fix und fertig vorbereitet wurde.
Es ist klar, welches Produkt er anbietet, welche Preise er bekommt, daß
die Kundschaft kommt egal wie die Konjunktur ist,
und sie verdienen sich dumm & dämlich (auch dank guter Lobby).

Der Ing muss halt alles selber auf die Beine stellen, er kann nicht
einfach dasselbe Produkt anbieten wie sein Nachbar (sonst konkurriert er
nur über den Preis). Das wichtigste, um erfolgreich selbständig tätig zu
sein, sind gute Beziehungen an potentielle Kunden. Fehlen die, kann es
trotz superguten Produkts sein, daß niemand einen findet.

Nun sind Ings bei Herstellen von Beziehungen und Bestechungen nicht so
gut ausgebildet wie Dummschwätzer und BWLer :-( Hat man aber die
Kundschaft und laufen die Geschäfte, ist der Arzt-Nachbar ein ganz armes
Würstchen dagegen.
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

Gründe dafür:
-Entscheidungsfreiheit.
-nicht mehr von Leuten abhängig sein die keine Ahnung haben.
-Das Gefühl haben wirklich Geld zu verdienen.

Gründe dagegen:
-Fehlendes Kapital.
-Fehlende Marktkenntnis.
-Fehlende Ünterstützung.
-Hohes Risiko.

Das kann man noch nach belieben erweitern.
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

> Das kann man noch nach belieben erweitern.
Die Idee mit der Selbstständigkeit ist schon okay - die Frage ist doch,
warum ich mich gerade hier selbsständig machen sollte, wo die
Startbedingungen vergleichsweise ziemlich mies sind, wenn man nicht
gerade einen Imbiss,Dönerbude, etc. aufmachen will ?!
Autor: Mine Fields (minefields)
Datum:

S. B. schrieb:
> wo die
> Startbedingungen vergleichsweise ziemlich mies sind, wenn man nicht
> gerade einen Imbiss,Dönerbude, etc. aufmachen will ?!

Und schon wieder die alten Vorurteile...

Schon einmal in der Gastronomie gearbeitet?
Autor: Heinz (Gast)
Datum:

Was ich mich halt immer Frage ist, warum man als selbständiger Ingenieur
ständig Dinge erfindet und nicht eins erfindet und das vermarktet.

Wie kann man denn ständig was entwickeln und bei jedem Produkt mit
Herzblut dabei seIN? Sowas kann doch gar nicht gehen.

Eins, zwei (sehr gute) Sachen entwickeln und die vermarkten und dann
wenn se gut laufen weiterentwickeln. So wird doch n Schuh draus oder
nicht.

Ich würd mir aber auch mal wünschen, dass mehrere Leute hier schreiben
die sich erfolgreich selbständig gemacht haben. Von denen lernt man doch
am besten. Aber wahrscheinlich sind die a) entweder zu beschäftigt um
hier zu schreiben oder b) haben die keinen Bock auf Konkurrenz :-)
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

> Und schon wieder die alten Vorurteile...
> Schon einmal in der Gastronomie gearbeitet?
Du hast nicht verstanden, was ich damit sagen wollte:
In der Gastronomie hast Du immer Umsatz, denn gegessen wird immer!
Und wenn Du am Tagesende keinen Umsatz hast, machst Du grundlegend was
verkehrt. DU kannst auch existieren, wenn Du nur Mittelmaß bist und
dafür einige sonstige Parameter stimmen.
Das ist im Etechnik /Informatikbereich etwas anders!
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

> b) haben die keinen Bock auf Konkurrenz :-)
stark anzunehmen :-)
Autor: Mine Fields (minefields)
Datum:

S. B. schrieb:
> Du hast nicht verstanden, was ich damit sagen wollte:
> In der Gastronomie hast Du immer Umsatz, denn gegessen wird immer!
> Und wenn Du am Tagesende keinen Umsatz hast, machst Du grundlegend was
> verkehrt. DU kannst auch existieren, wenn Du nur Mittelmaß bist und
> dafür einige sonstige Parameter stimmen.

Das ist einfach nur falsch.
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

Wartet ab bis Chris D. kommt, der ist selbständig und hat auch
schon so einiges erzählt.

(Die Kuh von der Werbung nervt).
Autor: Name Nachname (Gast)
Datum:

Aber nur weil Chris D. mit seinem sehr kleinen Nischenmarkt Erfolg hat
kann man das noch lange nicht auf jeden anderen hochrechnen.

Sonderlich viele erfolgversprechende(!) Nischen in denen noch keine
Konkurrenz existiert gibts nämlich nicht.  Ich hatte schon viele Ideen -
dann kurz gegoogelt und 5 Minuten später mindestens zwei Anbieter dazu
gefunden.

Oder wenn man doch so was findet ists oft zu komplex/teuer für einen
einzelnen.
Wenn man doch was investiert, hat man sehr hohes Risiko weil man nicht
weiss obs ein Erfolg wird. Schlimmstenfalls springt der einzige Kunde
fürs Produkt in letzter Minute ab und man bleibt auf den Kosten/Schulden
sitzen.


--> Daher ists für mich nicht verwunderlich warum so viele eben NICHT
selbstständig sind.
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

@Name Nachname
Du bist halt zu pessimistisch.
Es hängt von vielen ab, aber viele setzen sich lieber
ins gemachte Nest. Ist ja auch viel bequemer.
Ich würde es nur machen um unabhängiger zu sein
(Wirklich unabhängig ist man natürlich nicht aber
allein die Illusion zählt).
Autor: Backflow (Gast)
Datum:

@S.B.

>In der Gastronomie hast Du immer Umsatz, denn gegessen wird immer!

[ ]Du weißt, daß Umsatz != Gewinn ist?

Bei diesen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen ist die
Selbstständigkeit von Ingenieuren der sicherste Weg in den finanziellen
Ruin.
Autor: Stefen (Gast)
Datum:

Es gibt auf dem et markt soviele nicht optimale Produkte, wieso nicht
das eine oder andere verbessern und mit auf dem Markt? man muss halt die
Kunden von dem neuen Produkt überzeugen!
Autor: neidee (Gast)
Datum:

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der
Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung
freigesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es
anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so
bequem, unmündig zu sein.

dies hat Emanuel Kant bereits 1786 erkannt, aber so funktioniert es noch
heute....
Autor: Wilhelm Ferkes (ferkes-willem)
Datum:

Ein Bekannter von mir ist Autowäscher. Hatte den Hauptschulabschluß kaum
geschafft. Aber sein Geschäft brummt. Bonzen mit dicken Schlitten, die
tiptop poliert und gereinigt werden wollen, gibt es immer. Und der macht
richtig Kohle. Aus gesundheitlichen Gründen, und weil er vielleicht
schlau ist und nicht bis 67 selbst waschen möchte, hat er jetzt 2
Arbeitslose vom Amt eingestellt, und bekommt die halben Lohnkosten vom
Amt subventioniert. Er selbst, ist nur noch Chef, richtig dick im
Futter, gerade neues Haus gebaut, und lacht mich als Ing. inzwischen
vollständig aus.

OK, das hat wenig mit Engineering-Projekten zu tun, daher bekomme ich
dort auch nicht so die geeigneten Ratschläge... Aber ich blicke mal auf
diese etwas andere Seite...
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

Musst eben mal über den Tellerrand blicken und schauen was da
so abgeht. Rumsitzen bringt gar nichts. Viel mehr sollte man
die Freizeit nutzen und Ideen umsetzen. Wenn noch ein wenig
Kohle übrig ist würde ich das schnell sinnvoll investieren.
Nur die Ideen muss man natürlich selbst haben.
Autor: Ro R. (rond_es)
Datum:

Als Ing ein Produkt zu entwickeln das auf dem grossen Konsumentenmarkt
landet, ist als Selbständiger eher schwierig. Solche Produkte haben
häufig mehrere Mann-Jahre Aufwand drin. Und in allem anderen, ist es,
wie viele schon sagen, nötig die Kontakte und Beziehungen zu haben.
Klar, manchmal reicht auch eine kleine Nische. Ich kenne einen Ing der
ein Messgerät entwickelt hat, welches hier in Europa praktisch die ganze
Konkurrenz verdrängt hat. Doch schliesslich ist die Nachfrage auch nicht
so riesig. Es zu kopieren versuchen würde nie den Aufwand wieder
reinspülen. Und er wird auch nicht reich davon.
Es braucht eine gute Idee UND die Beziehungen, um sein Produkt bekannt
zu machen. Natürlich muss man auch nicht ein Produkt entwickeln um davon
zu leben. Viele Selbständige leben von verschiedensten Kundenaufträgen.
Ich habe mir auch schon oft überlegt nach dem Studium (bin noch dran)
etwas in die Richtung zu machen.
Was mich abschreckt:
- wahrscheinlich dopplet so viel zu arbeiten wie als Angestellter und
nicht mehr verdienen (zumindest am Anfang)
- alles andere um mich herum zu vernachlässigen und plötzlich alleine da
zu stehen
- hart erarbeitetes Kapital zu verlieren, ev Schulden machen
Da ich vor dem Studium schon mehrere Jahre gearbeitet habe, weiss ich
was mich so ungefähr erwarten könnte, und ich darum vielleicht doch nach
ein paar Jahren den Schritt wagen würde (sofern Ideen, Kontakte,
Umstände etc realistisch).
Es ist kein einfacher Schritt.
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

> [ ]Du weißt, daß Umsatz != Gewinn ist?

richtig - wenn Du Umsatz machst, solltest Du allerdings nach Abzug aller
Kosten einen Gewinn übrig haben.
Das ist Sinn und Zweck der Aktion.
Wenn kein Umsatz erfolgt, ist nicht nur Dein Gewinn == 0 sondern Du hast
auch noch Unkosten bzw. Schulden.
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

>Wenn kein Umsatz erfolgt...
Deswegen sollte man sich auch nicht auf ein Produkt festlegen,
sondern auf viele. Dann können sich die Chancen verbessern.
Autor: klaus (Gast)
Datum:

Es muss ja nicht das super Produkt sein, manche Firmen leben von
einfachen Steuerungen zum Beispiel, was jeder Student entwickeln kann,
man muss nur den richtigen Kunden an sich binden können.
Autor: crude world (Gast)
Datum:

freunde, wir leben in einer globalen welt  mit immer mehr auflagen und
normen.

anderst gesagt das kronendach des waldes ist dicht. da fällt kein licht
mehr auf den boden. keimlinge haben da nahezu keine chance.

1939 gab es einen waldbrand. anschliesend hatten die keimlinge viel
entfaltungsfreiheit.

hat alles seine vor und nachteile.
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

Was für ein Glück das der Mensch das Feuer beherrscht.
Autor: Zwie Blum (zwieblum)
Datum:

deshalb gibt's ja Finanzmärkte, die richtig einheizen :-)
Autor: inf80 (Gast)
Datum:

also man muss nicht unbedingt das machen was man gelernt hat z.B.
Software schreiben oä. es ist auch nicht unbedingt wichtig was man
verkaufen bzw. anbieten möchte, wichtig ist Marketing und wie man es
verkauft. Mein Kollege z.B. produziert Joghurtbecher aber nicht in
Deutschland. Er hat am Anfang eine Maschine gakauft und bei einem Bauer
eine Scheune gemietet und genau so hat er angefangen. Zu mir hat er
gemeint: "mach irgendetwas, egal was z.B. Knöpfe produzieren,
letztendlich du kannst jeden Scheiß verkaufen, wichtig ist, das du
operativ und aktiv bist...Erfolg kommt von selbst".
Ich will damit sagen, dass man seine Horizonten ein bisschen erweitern
soll, woanders kann man genauso erfolgreich sein, man muss nur wollen
und nicht so scheu sein. Vielleicht man soll sich ein bisschen auch
öffnen und eigene "Produkte" im Ausland anbieten, dort wo der Markt doch
nicht so gesättigt ist und der Konsum höher (bzw. Potenzial) als hier in
Deutschland ist.
Autor: Hallo (Gast)
Datum:

Hallo!
Nun möchte ich doch mal meinen Senf dazugeben und berichten, wie meine
Erfahrungen so bisher sind.
Schon während der Schule habe ich begonnen Software zu programmieren und
mich dann nach der Schule damit selbständig gemacht. Was überraschender
Weise (aus heutiger Sicht gesehen), sehr gut funktioniert hat. Ich habe
jedenfalls ordentlich Geld damit verdient.
Irgendwann kam der Zeitpunkt, wo ich mir überlegt habe, ich könnte doch
etwas Naturwissenschaftliches studieren gehen (es wurde dann Chemie).
Erstens weil ich Angst hatte, ich war jung und ohne Ausbildung: man
bekommt in Deutschland (zu Recht?) ja immer eingebläut man sollte
studieren, was lernen, sonst wird man nichts (und als Chemiker kann man
ja angeblich gut Geld verdienen)… und Zweitens, weil ich das
Studentendasein erfahren wollte, habe ich dann angefangen in einer Stad
im Osten zu studieren. Eine Erfahrung die ich auf keinen Fall missen
wollte. Aber mein Plan während meines Studiums weiterhin Geld mit meiner
Firma zu verdienen schlug grandios fehl!
Obwohl ich derselbe Mensch mit demselben Können war, hat es nicht
geklappt. Das lag zum einen daran, dass in der Stadt so gut wie kein
Geld (bei den Privatleuten) und keine mittelständige Wirtschaft da war
(große Firmen, arbeiten nur mit bekannten Namen zusammen). Zum anderen
lag es auch daran, dass ich einfach niemanden in der entsprechenden
Position (Aufträge zu vergeben) kennen gelernt habe. Ich war halt unter
Studenten. In meiner Heimatstadt damals lief das quasi nebenbei, über
die Bekannten meiner Eltern und nach und nach war mein Geschäft davon
unabhängig geworden.
Gleichzeitig habe ich den Aufwand für ein naturwissenschaftliches
Studium komplett unterschätzt. Auch weil es doch relativ verschult war,
war kaum die Möglichkeit gegeben etwas neben bei zu machen. Außerdem
habe ich dort auch viel von meinem Selbstvertrauen verloren. Denn vorher
hielt ich mich für sehr gut (ich konnte Software entwickle und wurde
sehr gut dafür bezahlt). Im Studium dann traf ich nur Leute, die alle
mindestens so clever waren wie ich und einen harten Konkurrenzkampf
aufzogen. Ich war das vorher nicht gewöhnt, für mich lag das Geld
sozusagen auf der Straße.
Inzwischen habe ich mein Diplom sehr gut gemacht und habe dank des
großen Konkurrenzkampfes (da hatte ich inzwischen gelernt mit
durchzusetzen) auch eine Stelle ergattert. Ich bin also im Moment
angestellt und verdiene Geld.
Inzwischen spiele ich wieder mit dem Gedanken mich selbständig zu
machen. Das hat mehrere Gründe. Es ist natürlich nicht in jedem Job so,
aber in dem Feld (Chemische Forschung) in dem ich jetzt arbeite, ist der
Druck sehr groß. Es wird viel gearbeitet(Überstunden, etc.), obwohl die
Leute super clever sind (s.o.) und sehr gut ausgebildet sind, werden sie
stark ausgebeutet. Der Lohn ist auch etwas schlechter, als wo ich
selbständig war. Die Arbeitszeit ist vergleichbar (quasi Rund um die
Uhr), in dem Feld (Projektarbeit) ist man auch mit eigner Verantwortung,
Herzblut usw. dabei (muss man sein, oder man ist niemals erfolgreich),
die Verträge laufen 6 Monate oder 1 Jahr und dann wird man wo anders hin
geschickt. Die Unsicherheit ist also ebenfalls sehr groß.
Das heißt, zusammen fassend muss ich sagen, dass zumindest in diesem
Feld, eine angestellte Tätigkeit (mal die alten Angestellten, die ihre
schönen alten Stellen mit Sicherheiten und hohem Lohn haben,
ausgenommen), Stress mäßig (wenn auch etwas anders gelagerte Ängste
vorhanden sind) und Aufwand heute leider nicht mehr wirklich von einer
Selbständigkeit unterscheiden, und ich deshalb ernsthaft wieder mit dem
Gedanken spiele mich Selbständigkeit zu machen. Trotzdem, nach meinen
Erfahrungen weiß ich nun, dass das Gelingen nur zu einem Teil von mir
und meinem Können abhängt. Fast wichtiger ist es die Richtigen Umstände
zu treffen, und die sind meiner Meinung nach noch nicht gegeben.
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

> Trotzdem, nach meinen
> Erfahrungen weiß ich nun, dass das Gelingen nur zu einem Teil von mir
> und meinem Können abhängt. Fast wichtiger ist es die Richtigen Umstände
> zu treffen, und die sind meiner Meinung nach noch nicht gegeben.
Gutes Fazit!
Auch Deine Analyse erinnert mich etwas an mein Studium - es war nicht
möglich neben dem Studium noch mit der Selbstständigkeit anzufangen,
habe ich probiert und schnell wieder aufgegeben.
Dürfte jetzt auch schwieriger werden mit der Selbstständigkeit als in
jungen Jahren, wo man noch unbedarft an die Sache rangeht.
Autor: Jupp (Gast)
Datum:

Jaja, war halt früher einfacher,gelle?

Bei Muttern wohnen, Kost + Logis frei, mitversichert bei den Eltern, und
wenn Not war, wurde man aufgefangen.

Ist halt plötzlich nicht mehr so, wenn man für sich selbst sorgen muss.
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

> Jaja, war halt früher einfacher,gelle?
unsere Politik hat es möglich gemacht, gell - und die lachen sich über
uns Menschen kaputt :-)
Autor: Mine Fields (minefields)
Datum:

Vielleicht ist es aber nicht Politik, sondern nur eine lebhafte
Phantasie gepaart mit einer ordentlichen Portion Pessimismus.
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

> Vielleicht ist es aber nicht Politik, sondern nur eine lebhafte
> Phantasie gepaart mit einer ordentlichen Portion Pessimismus.
Das Thema war ja Selbstständigkeit.
Und oben hat ja Gast Hallo das optimale Beispiel gebracht.
Ich kenne keinen der hier als "Garagenfirma" begonnen hat.
Du wirst von einem Wust von Auflagen zerdrückt, allein durch die Wahl
der Rechtsform kannst Du Dich schachmatt setzen.
In USA und anderswo war bzw. ist das möglich; Apple und Microsoft haben
als Garagenfirmen angefangen - ob das heute noch dort so geht weiß ich
nicht.
Insofern kann man die Fragestellung erweitern - warum nicht woanders
selbstständig?
Autor: Mine Fields (minefields)
Datum:

S. B. schrieb:
> allein durch die Wahl
> der Rechtsform kannst Du Dich schachmatt setzen.

Das müsstest du jetzt schon erklären. Ich kann mir das nicht vorstellen.

Mich würde auch interessieren, wo die Selbstständigkeit einfacher sein
soll als in Deutschland.

Natürlich sind einige Hürden zu überwinden. Das ist sicher auch ein
Grund, wieso nicht jeder für die Selbstständigkeit geeignet ist. Aber
das ist wahrscheinlich auch gut so.

Wenn man sich manche Threads hier im Forum anschaut kann man nur
glücklich sein, dass nicht jeder Elektronik entwickeln und verkaufen
darf, sondern dass da durchaus relativ strenge Regeln einzuhalten
sind.So Dinge wie WEEE sind natürlich reine Schikane, aber damit kann
man leben.

Im direkten Vergleich zu den USA geht es uns dagegen aber noch richtig
gut. Stell dir vor, jedes Elektrogerät müsste tatsächlich vom Tüv
abenommen werden, bevor es auf den Markt kommen darf. So sieht es
nämlich dort aus. Und das gab es sicherlich auch schon zu Steve Jobs
Zeiten. Nur war der eben gut genug, um damit umzugehen.
Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
Datum:

Für mich war es ganz einfach hier in Vorarlberg: 10 Jahre Berufspraxis
nachweisen, Führungszeugnis und einen halben Tag auf der BH. Allerdings
habe ich vorher die Kontakte geknüpft und die Formalitäten und Folgen
eroiert. In D. hätte ich das nicht gemacht, obwohl ich 20 Jahre damit
"schwanger" ging.
Grund: keine Erfolsauaaicht.

Namaste
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

>  In D. hätte ich das nicht gemacht, obwohl ich 20 Jahre damit
> "schwanger" ging.
> Grund: keine Erfolsauaaicht.
so sehe ich das auch - da müssen die Bedingungen stimmen und das wäre
hier ein erfolgloses Unterfangen.

> Das müsstest du jetzt schon erklären. Ich kann mir das nicht vorstellen.
Als Einzelunternehmer haftest Du mit Deinem gesamten Privatvermögen -
deshalb gibt es Subformen, um das abzuwenden.

Mich würde auch interessieren, wo die Selbstständigkeit einfacher sein
soll als in Deutschland.
> überall da, wo es keine Pfandflaschen gibt :-)
Autor: Mine Fields (minefields)
Datum:

S. B. schrieb:
> ls Einzelunternehmer haftest Du mit Deinem gesamten Privatvermögen -
> deshalb gibt es Subformen, um das abzuwenden.

Ja. Und weiter? Jeder, der sich ernsthaft mit Selbstständigkeit
beschäftigt, weiß genau, welche Rechtsform er wählen sollte. Schwer ist
das wirklich nicht, uns wurde das schon in der Schule beigebracht.
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

>Einzelunternehmer haftest Du mit Deinem gesamten Privatvermögen
Dafür wird man sich ja wohl Haftpflichtversichern können, oder?
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

> Dafür wird man sich ja wohl Haftpflichtversichern können, oder?
würde ich mich nicht drauf verlassen - die Klauseln der Versicherer
haben es in sich, es wird nicht unbedingt alles abgedeckt.
Das ist ja auch der Grund für die verschiedenen Rechtsformen.
Für manche Sachen reicht ja auch eine Einzelunternehmung.
Es kommt immer darauf an was Du machen willst, wieviel Kapital Du zur
Verfügung hast, usw.
Autor: Klaus (Gast)
Datum:

Mike Hammer schrieb:
>>Einzelunternehmer haftest Du mit Deinem gesamten Privatvermögen
> Dafür wird man sich ja wohl Haftpflichtversichern können, oder?

Es gibt keine Versicherung die einem das unternehmerische Risiko
abnimmt. Warum sollte eine Versicherung auch auf die Idee kommen für die
Folgen einer Unternehmung einzutreten in die der Unternehmer selber kein
Vertrauen hat? Das Risiko ist kaum einzuschätzen und somit wären die
Kosten einer solchen Versicherung logischerweise exorbitant.

S. B. schrieb:
> Als Einzelunternehmer haftest Du mit Deinem gesamten Privatvermögen -
> deshalb gibt es Subformen, um das abzuwenden.

Nächste schlaue Idee: Gründen wir einfach eine GmbH oder Limited, dann
ist die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt und das
Privatvermögen ist sicher.
Tja, leider müssen Kapitalgesellschaften ihre Jahresbilanzen
veröffentlichen und ein Blick in den eBundesanzeiger offenbart jedem
Interessierten wie viel im Fall der Fälle zu holen wäre. Sprich:
Geschäfte mit kleinen GmbHs ohne dicke Kapitaldecke werden nur gegen
Vorkasse bzw. Anzahlung getätigt. Hat man das Geld nicht muss man es
sich entweder leihen oder eine Bankbürgschaft vorlegen - beides gibt es
nur gegen Sicherheiten. Also haftet man auch hier wieder mit seinem
Privatvermögen.
Nebenbei: Selbst wenn man jemanden beliefert wird häufig eine Bürgschaft
fällig, damit eventuelle Regressansprüche abgedeckt sind.

Und auch sonst gründen nur Vollidioten ihre Unternehmung nicht als
Kapitalgesellschaft. Es macht schließlich gerade in der schwierigen
Anfangszeit viel mehr Sinn seine Einkünfte erst im Unternehmen zu
versteuern und dann noch mal privat wenn man es sich als Lohn auszahlt.
Und ohne knackige Bilanzierungsregeln, die einen von der eigentlichen
Arbeit ablenken macht es auch nur halb so viel Spaß.

Generell sollten viel mehr BWL'er dieses Forum lesen. Behaupten die doch
glatt, dass in der Regel nur eins geht: Entweder die Möglichkeit auf
maximalen Gewinn oder die Realisierung minimalen Risikos. Und warum
schreiben die nach jeder minimalen Gesetzesänderung Diplom- und
Doktorarbeiten über die richtige Wahl der Unternehmensform, wenn doch
alles so einfach ist?
Autor: S. B. (Gast)
Datum:

> Tja, leider müssen Kapitalgesellschaften ihre Jahresbilanzen
> veröffentlichen und ein Blick in den eBundesanzeiger offenbart jedem
> Interessierten wie viel im Fall der Fälle zu holen wäre.
auch bei Ltd. - ich denke die unterliegen englischen Recht ?
Autor: Halb Oschi (Firma: zurueck aus der Anonymitaet) (hacky)
Datum:

Was soll nicht gut sein an einer Einzelunternehmung. Welches Risiko ? Es
gibt dann eben Dinge, die tut man nicht. zB Medizingeraete, zB etwas mit
Netz. Software  ? Sicher, aber nur ohne Risiko. Dh. die Software macht
nur Triviales, keine Steuerung eines Atomkraftwerkes.
Autor: Gerhard. (Gast)
Datum:

Hier sind ein paar Links über Unternehmer Möglichkeiten in Canada.
Vielleicht sind die unterstehenden Links von Interesse:

http://www.nrc-cnrc.gc.ca/eng/ibp/irap.html

(Meine Firma macht vom IRAP öfters Gebrauch mit bis zu 75%
Zugrückerstattung der Projektentwicklungsarbeitskosten)

http://www.ic.gc.ca/eic/site/ic1.nsf/eng/h_00073.html

http://www.grants-loans.org/small-business-grants.php

http://en.wikipedia.org/wiki/Federal_financing_for...

Canada ist im Vergleich zu D sehr Kleinunternehmer freundlich und die
Auflagen sind in vielen Bereichen vergleichsweise einfach zu handhaben.

Z.B. CSA(VDE/UL) Abnahmen können Geräte-individuell durchgeführt werden
um am Anfang die hohen Kosten verschieben zu können. Bei Kleinserien
können die daraus höheren Kosten durchaus noch vertretbar sein.

Hier ist einiges über Canadian E-Waste Bestimmungen zu  finden:

http://www.ec.gc.ca/epr/default.asp?lang=En&n=CBBDD979-1

Leiterplatten für Kleinserien lassen wir über eine Firma in Vancouver in
China herstellen. Das geht ganz leicht und machen wir öfters. Die Kosten
sind z.B bei 500 Stück 6-Layer Leiterplatten um 90% niedriger wie direkt
im Land hergestellte.
Autor: Halb Oschi (Firma: zurueck aus der Anonymitaet) (hacky)
Datum:

In Kanada muss jedes Geraet CSA geprueft werden, auch Prototypen, bevor
man's in Verkehr bringt. Die CSA ist zustaendig fuer EMV und Sicherheit.
Da ist nichts mit einer Rolle CE Kleber beim Distributor kaufen. Gut,
wenn man persoehnlich bei der CSA vorbeigeht wird's nicht so teuer. Und
die Pruefung von Prototypen ist erleichtert.
Autor: Klaus (Gast)
Datum:

S. B. schrieb:
> auch bei Ltd. - ich denke die unterliegen englischen Recht ?

Statt ans deutsche Handelsregister muss man deshalb seine Berichte auch
ans englische schicken.
Und auch hier gilt Haftungsgrenze = Gesellschaftsvermögen. Gründe ich
also eine Ltd. mit einem Gründungsvermögen von 1 Pfund, dürfte ich rein
theoretisch nur Geschäfte in genau dieser Höhe tätigen. Alles was
dadrüber hinaus geht müsste ich wieder rum irgendwie absichern. Mache
ich es nicht, wäre die Ltd. praktisch schon bei Gründung insolvent. Da
die Ltd. genau aus diesem Grund einen schlechten Ruf in Deutschland hat,
lassen die meisten Geschäftsleute große Vorsicht bei Geschäften mit
einer Ltd. walten. Also kommen wieder Vorkasse, Anzahlungen und
Bankbürgschaften ins Spiel.

Hinzu kommt dass man einen Steuerberater finden muss, der sich mit
englischen Recht auskennt. Natürlich lassen sich die ihr Spezialwissen
auch ordentlich vergüten. Vergessen sollten man auch nicht, dass die
Angelsachsen relativ schmerzfrei sind bei Fehler und Schlampigkeiten in
der Unternehmensführung aufs Privatvermögen des Unternehmers
durchzugreifen. z.B. bei der Gründung einer praktisch insolventen Ltd.

Zum Thema Selbständigkeit allgemein:
Mein alter Herr ist selbständig (Kategorie: kleiner Krauter - also nix
mit goldenem Löffel und so) und das Thema "Wahl der richtigen
Rechtsform" kommt bei uns relativ periodisch auf den Tisch.
Obwohl mein Bruder Steuerberater mit Schwerpunkt auf
Kapitalgesellschaften ist und somit die höheren Kosten einer "sicheren"
Unternehmensform keine Rolle spielen, fällt die Entscheidung zugunsten
der Einzelunternehmung stets aus dem einzigen Grund der hier nicht
genannt wurde:
Unternehmerische Freiheit, denn es redet einem keiner rein und die
Randbedingungen sind überschaubar.

Kurzfassung: Wer bei Selbständigkeit zu erst an Risiko denkt, sollte es
einfach lassen. Da fehlt charakterlich einfach was.

Wer, wie ich, Sicherheit haben will, muss sich 'ne feste Anstellung
suchen: Jeden Monat kommt das Geld auf's Konto, das unternehmerische
Risiko tragen andere und wenn einem was nicht passt wechselt man den AG.
Wenn's hart auf hart kommt, muss man ein Jahr oder so einfach die Klappe
halten und auf den richtigen Zeitpunkt zum Wechseln warten - oder man
schwängert seine Frau und freut sich über 3 Monate Erziehungsurlaub.
Letzteres kann ich nur empfehlen. Als Selbständiger wäre mir das nicht
möglich gewesen.

Deutschland ist und bleibt immer noch ein sehr Arbeitnehmerfreundliches
Land.
Autor: Hamacher (Gast)
Datum:

Warum ist D-Land eigentlich ein Arbeitnehmer-Land? Was hat dazu geführt?
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

@Klaus
Ich meinte damit nicht das Geschäftsrisiko, das der Kunde vielleicht
nicht zahlt, sondern das Haftungsrisiko bei Fahrlässigkeit, also
wenn dem Kunden ein Vermögensschaden durch das eigene Unternehmen
erleidet.
Autor: Hallo (Gast)
Datum:

Deutschland mag ein vergleichsweise arbeitnehmerfreundliches Land sein,
ich bin beruflich in den USA unterwegs, wenn man die objektiven Zahlen
sieht, dann wollte ich dort nicht arbeiten. Deutlich weniger Urlaub,
deutlich weniger Versorgung und auch deutlich weniger Freiheiten (und
dass im Land der Freiheit). Trotzdem habe ich auch den Eindruck, dass
dort viel weniger Anspruch an den Arbeitnehmer herrscht als hier. Wir
sind deutlich besser ausgebildet, selbständiger und fähiger, aber das
wird in der Unternehmensführung nicht berücksichtigt und auch nicht
honoriert!
Aber aus meiner Sicht gesehen, ist das Umfeld nicht gut. Ich sollte an
Kinder denken, oder daran ein Haus zu bauen, oder was weiß ich. Aber bei
der unsicheren Perspektive, kurz befristete Verträge (und gute Leistung
hat leider mit Arbeitsplatzerhalt nicht mehr viel zu tun), so viel
Erfolgsdruck. Ich habe ja nicht mal mehr ein Hobby, geschweige denn Zeit
Sport zu machen, oder für Freunde. Das Geld reicht gerade zum Leben,
aber bei jeder Nebenkostenabrechnung bekomme ich Probleme, und dabei
verdiene ich ja noch „gut“ (ich bin kein Friseur oder Bauarbeiter,
sondern habe studiert).

Jedenfalls hat die Situation langsam aber sicher auf meine Gesundheit
durch geschlagen, natürlich halte ich das unter der Decke. Erstens
schockt es mich, ich habe mich immer für „unbesiegbar“ gehalten und
zweitens wäre ein Zeichen, dass ich der Belastung nicht mehr standhalte
meiner Karriere nicht gerade dienlich.
Das ist auch der Grund, warum ich wieder mit der Selbständigkeit spiele.
Wenn ich schon meine Gesundheit riskiere, dann wenigsten für mein eigene
Unternehmung.

Und damit zurück zum Selbständigmachen und zum eigentlichen Thema!
Also ich denke die bürokratischen Hürden zum Selbständigmachen sind in
Deutschland (eigene Erfahrungen) nicht sehr hoch und von jedem der das
ernsthaft möchte zu  nehmen. Das Risiko ist dagegen schon enorm und das
versichert auch keiner. Ich habe damals nicht mal eine Berufshaftpflicht
bezahlen können, weil viel zu teuer. Aber selbständig heißt eben auch
selbstverantwortlich! (Das ist einer der wenigen Vorteile, die man als
Arbeitnehmer hat: baut man Mist ist „höchstens“ der Job weg und nicht
gleich das ganze Vermögen.)

Ich würde auch nicht versuchen, eine meiner „genialen“ Ideen aus der
Chemie verwirklichen zu wollen. Das finanzielle Risiko (Laborausstattung
etc. kostet schnell mal ein paar Millionen) ist zu hoch und gerade bei
Forschung und Entwicklung ist die Chance zu scheitern enorm (so finde
ich). Und selbst wenn nicht, dann kommen noch die ganzen Regularien,
Zulassungsdinge und naja die großen Konzerne, die einen dann wirklich
platt machen. Schließlich gibt es für die nichts schlimmeres, als ein
kleines Unternehmen, das etwas entwickelt und ihnen damit die ganze
Geschäftsgrundlage entzieht.

Also solch ein Produkt zu entwickeln ist meiner Meinung nach heute
einfach zu komplex geworden und auch absichtlich so komplex gemacht
worden, denn so schützen sich die etablierten großen Konzerne.
Aber genau da liegt meiner Meinung nach auch ein Vorteil. Ich werde mich
auf die kleinen Dinge spezialisieren. Dieses Feld wird nämlich
zwangsweise von den großen Konzernen vernachlässigt.
Ein Beispiel: Es gibt einen Stoff, nennen wir ihn Substanz Z, den konnte
man früher kaufen, heute gibt es keinen großen Konzern mehr, der ihn
produziert und der Verkauf wurde eingestellt. Es ist schlicht nicht mehr
rentabel genug. Das liegt aber daran, dass die Konzerne z.B. in China
produzieren und ein Transport nach D zu teuer wäre. Es liegt aber auch
daran, dass das Marktvolumen zu klein ist, um eine Auslastung der
Produktion zu gewährleisten und Managern (dank ihrer BWL Kenntnisse),
das dann zu ineffizient ist. Klar, warum einen Stoff produzieren, der
nur 5% Gewinn bringt, wenn man mit gleichem Aufwand auch einen
produzieren kann der 10% oder 20% Gewinn bringt, und wenn man keinen
Stoff mehr findet, der 10% oder 20% bringt, dann lieber gar nicht
produzieren, 5% ist einfach zu wenig Rendite, „BWLer“ denken heute so.

Aber für mich würde das super reichen. Ich wäre gerade ausgelastet genug
und der Gewinn wäre für eine Einzelperson  sehr sehr ordentlich.
Mehrfacher Millionär wird man damit wohl nicht, aber vielleicht
einfacher…
Also ich denke, sich selbständig machen, dass sollte man am besten mit
solchen Dingen, kein großes Risiko der Entwicklung sondern eben mit
einfachen Produkten, die aber für die großen Unternehmen zu unattraktiv
sind. Man sollte sich etwas suchen, das möglichst geringe
Anfangsinvestitionen erfordert (deswegen war Software damals super!),
und am besten was, das man erst einmal neben bei aufziehen und ohne
Existenzdruck pushen kann. Schließlich weiß ich aus eigener Erfahrung,
dass man nie wissen kann, ob es funktioniert.
Autor: Backflow (Gast)
Datum:

@Hallo,

habe ich das richtig verstanden: es gibt einen Stoff Z, der hier in
Europa nicht mehr verfügbar ist, da die Wirtschaftlichkeit nicht mehr
gegeben ist.

>und Managern (dank ihrer BWL Kenntnisse), das dann zu ineffizient ist

Der Markt hier muß sich daher offenbar Alternativen gesucht haben. Und
Du möchtest diese Substanz jetzt auf eigene Rechnung produzieren? Hast
Du jemals schone eine Kostenrechnung aufgestellt?
Autor: Hallo (Gast)
Datum:

@Backflow

>>habe ich das richtig verstanden: es gibt einen Stoff Z, der hier in
Europa nicht mehr verfügbar ist, da die Wirtschaftlichkeit nicht mehr
gegeben ist.

Ja, davon kenne ich einige.

>> Der Markt hier muß sich daher offenbar Alternativen gesucht haben. Und
Du möchtest diese Substanz jetzt auf eigene Rechnung produzieren? Hast
Du jemals schone eine Kostenrechnung aufgestellt?

Ich glaube eher nicht, dass ich mich damit selbständig machen werde...
Es war nur als Beispiel/Idee gedacht, weil hier alle immer propagieren,
man muß die patentierfähige Idee haben. Meiner Meinung nach ist soetwas
wahrscheinlich die bessere Möglichkeit, als z.B. zu versuchen eine
"geniale" Idee als Patent anzumelden und das dann durch zu bringen bis
zum Markt.

Ich muß dazu sagen, wir z.B. brauchen diese Substanzen, ich arbeite
damit. Im Moment haben wir noch alte Bestände, was wir machen, wenn die
weg sind, schwer zu sagen. Es gab wohl vor 20 Jahren eine Zeit, da ging
es auch ohne diese Substanz, vielleicht arbeiten wir einfach wieder wie
früher, oder wir produzieren sie selber. Sie erleichter halt nur das
Arbeiten und erhöht unserer Effektivität.

Wir reden hier von Substanzen, die problemlos im Labormaßstab
hergestellt werden können, und auch nicht im größeren Maßstab gebraucht
werden. Sagen wir 10g pro Monat in Deutschland würde ich schätzen... Ich
kenne halt auch einen Großteil der Abnehmer "persönlich", was auch eine
Voraussetzung wäre, bei so einem kleinen Markt. Die Substanzen werden in
der Forschung benötigt, aber in der Großindustrie geht man andere Wege,
da preiswerter etc. was aber im Forschungsmaßstab nicht möglich ist. Die
Substanz ist nicht giftig, kann also einfach per Post verschickt werden.

Ich habe das als Beispiel gedacht, dass solche klein Lösungen sehr
rentable sein können, um sich selbständig zu machen. Vor allem, weil man
sie auch nebenbei erstmal aufziehen kann. Die Konkorrenz schläft
natürlich nicht.
Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
Datum:

Hallo A. L.

>  - warum wagen es nicht die Ings mit sovielen Erfahrung in der
> Entwicklung zum Beispiel?

Ich kann hier nur für mich selber sprechen, denke aber, das es eine
ganze Reihe mehr Leute gibt, die das ähnlich sehen.

a) Du sprichst von Erfahrung. Erfahrung ist nicht nur positiv. Sie kann
auch ein Klotz am Bein sein.

b) Um mich selbstständig zu machen, muss ich mehr als anderswo eine
Reihe von besonderen zusammen passenden Fähigkeiten haben. Das ist bei
mir nicht der Fall.

Speziell:

b1) Fachlich bin ich eher mittelmäßig.
b2) Meine soziale Intelligenz ist eher unterentwickelt.
b3) Meine Organisationsfähigkeit auch.

Das sind alles Angelegenheiten, die sich nicht so ohne weiteres erlernen
lassen. Sicher, ich kann darüber Kurse abschliessen und hervorragend
bestehen, aber wenn mir grundsätzliche "Instinkte" dazu fehlen, wird das
immer ein Krampf bleiben.

Und glaub mir, Erfolg ist eine schale Sache, wenn Ich mich statt mit den
anderen zu feiern zurückziehen muss, weil ich von der Anspannung
zittere, einen nervösen Tick und brüllende Kopfschmerzen bekommen habe.

>  - Ich kenne ein paar Firmen wo die Besitzer nichts können (ausser
> unterschreiben natürlich) und auch nicht von der Elektro Branche sind,
> und trotzdem mehrere Millionen Umsätze jährlich machen, dank den
> Ingenieuren natürlich, die auch unterbezahlt sind!

Ich glaube nicht, das es wirklich Firmen gibt, wo die Besitzer nichts
können, und trozdem dauerhaft Erfolg haben. :-)



Wenn doch, haben sie irgendeine spezielle Fähigkeit, die es ihnen
ermöglicht, erfolgreich zu sein. Und wenn es sich nur darum handelt, die
passenden Leute zu kennen, die ihnen Aufträge geben. Und Du weisst auch
nicht, in welche Abhängigkeiten sie sich dafür begeben, und was es sie
letztlich wirklich kostet und ob sie so dauerhaft erfolgreich sein
können......

In dem Falle ist u.U. auch ein möglicherweise ungerechtfertigtes aber
trozdem hohes und felsenfest betoniertes Selbstwertgefühl eine notwendig
Bedingung.

Was Du als Aussenstehender wahrnimmst, ist letztlich nur eine Art
Momentaufnahme.

Und für unterbezahlt halte ich mich auch nicht. :-)

> Ist es die Angst? Familie?

Natürlich ist es Angst. Ich traue es mir nicht zu, und ich bin mir sehr
sicher, das meine Einschätzung richtig ist.

Familie: Nun, mein Vater war selbstständiger Schlossermeister. Die Firma
existiert meines Wissens z.Z. sogar heute noch. Aber die Einblicke, die
mir das gegeben hat, haben mir eben auch gezeigt, das ich mich für die
Selbstständigkeit nicht eigne.

Ausserdem sind mir auf diesem Wege die Führungsstile und
Organisationsstile der 20er und 30er Jahre sozial vererbt worden. Und
glaub mir halt einfach, damit käme ich heute nicht mehr weit.
Und ich habe diese zusehr verinnerlicht, um nicht bei einer
"Modernisierung" Bauchschmerzen zu bekommen. Das würde immer für mich
ein innerer Stolperpunkt sein.
Daher finde ich doch, das die Unterlassensalternative die bessere Lösung
ist.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de
Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
Datum:

Hallo schrieb:
> Wir reden hier von Substanzen, die problemlos im Labormaßstab
> hergestellt werden können, und auch nicht im größeren Maßstab gebraucht
> werden. Sagen wir 10g pro Monat in Deutschland würde ich schätzen...

Es gibt schon Unternehmen, die sich exakt auf so etwas spezialisiert
haben, z.B. Rare Chemicals, mit denen wir unsere Gebäude teilen. Deren
Kunden sind wiederum die F&E-Abteilungen von Pharma- und
Chemieunternehmen, für die es zu aufwändig wäre, konzernintern für die
Herstellung der Substanzen ein Fass aufzumachen.

http://rarechemicals.de/index.html
Autor: Hallo (Gast)
Datum:

@Andreas Schweigstill:

Das ist eine interessante Information, vielleicht könnten wir mal mit
denen verhandeln. Aber das ist Sache meines Chefs, ich werde es an ihn
weitergeben. Machen die auch biotechnologische Produkte, oder nur
synthetische Chemikalien.

Ich habe mir auch schon gedacht, dass es sowas bestimmt gibt. Aber
immerhin unsere Substanz produzieren sie noch nicht. Ich denke, wenn ich
damit jetzt auf dem Markt käme, würde ich ihn sehr schnell sättigen
können. Ob sie dann in einen direkten Marktkampf einsteigen würden
wüsste ich nicht. Immerhin hätte ich die Erfahrungen und die
Connections, sie müssten das erst einmal aufbauen. Aber das ist auch der
Grund, warum man meiner Meinung nach am besten niemals direkt auf die
Selbständigkeit setzten sollte, sondern das immer aus dem sicheren Hafen
heraus starten sollte.

Ich schreibe absichtlich "hätte, sollte" usw., denn es ist nur
hypothetisch. Ich traue mir das nicht zu. Deutlich gesagt, ich bin ein
zu kleines Licht in der Branche, außerdem liegen meine Fähigkeiten eher
auf anderem Gebiet.
Autor: Hallo (Gast)
Datum:

@Andreas Schweigstill:

Ich habe mir gerade die Geschäftleitung angesehen. Mein Gott da ist ja
die halbe High-Society der Branche vertreten... Ich muß sagen, ich bin
beeindruckt...
Autor: Halb Oschi (Firma: zurueck aus der Anonymitaet) (hacky)
Datum:

mit Regional Foerdermitteln... ergibt natuerlich einen Marktvorsprung.
Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
Datum:

Hallo schrieb:
> Machen die auch biotechnologische Produkte, oder nur
> synthetische Chemikalien.

Viele der Produkte werden erst im Kundenauftrag synthetisiert bzw.
überhaupt erst Recherchen zu den Syntheseverfahren angestellt. Wie es
der Unternehmensname schon sagt, geht es um seltene Substanzen. Das
"selten" bezieht sich weniger auf die natürlichen Vorkommnisse, sondern
auf den Kundenbedarf.

Die Substanzen sind so speziell, dass man als Außenstehender kaum
versteht, um was es sich dabei handelt. Es geht jedoch wohl überwiegend
um biotechnologische bzw. pharmakologische Anwendungen.
Autor: Halb Oschi (Firma: zurueck aus der Anonymitaet) (hacky)
Datum:

Es gibt auch Einiges an trivialen Substanzen, die's nicht mehr gibt. zB
Kupferacetat. Gruenspan. Eine Synthesevorschrift von Anfang letztem
Jahrhundert funktioniert nicht mehr, da die Qualitaet der
Ausgangsstoffe, Fluka puriss, zu hoch ist. Ich kenn Leute, die vertaten
2 Monate auf Kupferacetat und schafften's nicht. Der Bedarf war auch
extrem klein, ein 2mm Roehrchen haette genuegt.
Autor: Klaus (Gast)
Datum:

Hallo schrieb:
> Ich würde auch nicht versuchen, eine meiner „genialen“ Ideen aus der
> Chemie verwirklichen zu wollen. Das finanzielle Risiko (Laborausstattung
> etc. kostet schnell mal ein paar Millionen) ist zu hoch und gerade bei
> Forschung und Entwicklung ist die Chance zu scheitern enorm (so finde
> ich).

Ich persönlich glaube, dass es keiner genialen Ideen bedarf um beruflich
erfolgreich zu sein. Klar, fachliche Kompetenz hilft um sich von der
Konkurrenz abzusetzen zu können. Wirklich entscheidend ist es jedoch ob
man in der Lage ist die vorhandenen Kapazitäten auszulasten. Wir sind
Ingenieure oder Techniker und dementsprechend geht es mit der
Selbständigkeit in der Regel in Richtung Handwerk oder Industrie. Selbst
bei kleinen Unternehmungen braucht man Maschinen und Leute und die
kosten auch was, wenn sie ohne Beschäftigung rumstehen. Das ist ein
fetter Fixkostenblock, der auf die Ausbringungsmenge geschlagen werden
muss. Mit nur einer Idee oder einem Produkt laufen einem die Kosten
davon.

Wichtiger als fachliche Kompetenz ist die Fähigkeit zum kaufmännischen
Denken. Der typische Standesdünkel eines Ingenieurs steht dem häufig im
Wege.

Ein Bekannter Ing. macht z.B. Edelstahlsonderbauten. Dazu braucht er
eine Wasserstrahlschneidemaschine und um die auszulasten macht er auch
als Lohnschnitt Marmor- und Korkplatten für Tischler. Würde er es nicht
machen, wären seine Preise für den Edelstahlbau nicht wettbewerbsfähig.

Das gleiche Spiel bei meinem Vater: Der ist im Baunebengewerbe tätig und
kann es sich nicht leisten sogenannte "Kümmerfunktionen" für die
Bauherren abzulehnen. An dem ganzen Kleinkram verdient man nichts, aber
den AG kostet es auch was wenn er seine AN nach Hause schickt. Und 'ne
schwarze Null hat auch ihren Charme...
Entsprechend häufig gibt es Stress mit den AN: Ich habe xy gelernt und
bin mir für yz zu fein. Ab und an macht sich dann mal einer selbständig
und trotz sehr guter Produkte machen die in der Regel nach kurzer Zeit
wieder dicht. So ein Denken kann man sich als Selbständiger eben nicht
leisten.
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

> Nächste schlaue Idee: Gründen wir einfach eine GmbH oder Limited, dann
> ist die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt und das
> Privatvermögen ist sicher.

Jein.

Es ist schon vernünftig, eine GmbH zu gründen, denn wer
die 25000 nicht hat, sollte noch keine Firma aufmachen,
sondern erst mal Grundkapital erarbeiten.

Aber selbst wenn du so eine haftungsbeschränkte Firma hast,
heisst das nicht, daß du aus der Haftung bist: Nämlich dann
nicht, wenn Vorsatz dahinter steckt, dazu reicht schon die
Insolvenzverschleppung.

Allerdings hat du in Deutschland trotzdem gute Karten, hier
tun Gesetze und Gerichte alles zum Schutz der Unternehmer,
auch bei Firmen wie Bytepro oder GSTW, die ihre Kunden um
hundertausende betrogen haben, wurden die Firmeninhaber
nicht zur Rechnenschaft gezogen.

Denn im Gegensatz zur Privatperson, die nach einer Insolvenz
sich 7 Jahre wohlfeil verhalten muss und alles an die
Schuldner abgeben muss, bist du als Unternehmer fein raus,
du machst den Laden zu und deine geprellte Kundschaft schaut
in die Röhre.

Daher solltest du dich als neu gegründete GmbH auch nicht
wundern, wenn man dir keine Ware liefert ohne Vorkasse
oder eben als GbR nur mit Privathaftung. Privat haftet man
für deutlich mehr als als Firma.
Autor: Halb Oschi (Firma: zurueck aus der Anonymitaet) (hacky)
Datum:

Und sobald man Geld von einer Bank braucht, ist die erste Frage nach
einer Sicherheit. Und schwupp ist das private Haus als Sicherheit fuer
den Kredit an die GmbH hinterlegt.
Autor: High Performer (Gast)
Datum:

>Nächste schlaue Idee: Gründen wir einfach eine GmbH oder Limited, dann
>ist die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt und das
>Privatvermögen ist sicher.

Zumindest bei der GmbH ist das eine urban legend! hast Du eine
Ein-Mann-GmbH und bist geschäftsführender Gesellschafter, haftest Du im
Zweifelsfall ebenfalls mit Deinem Privatvermögen.

Alles AFAIK und IMHO
Autor: High Performer (Gast)
Datum:

>b1) Fachlich bin ich eher mittelmäßig.
>b2) Meine soziale Intelligenz ist eher unterentwickelt.
>b3) Meine Organisationsfähigkeit auch.

Welcher Arbeitgeber war so schlau, Dich einzustellen?
Autor: GmbH (Gast)
Datum:

High Performer schrieb:
> ...haftest Du im
> Zweifelsfall ebenfalls mit Deinem Privatvermögen.

wiki

"Wie schon in der Bezeichnung zu erkennen ist, haftet eine GmbH nur
beschränkt, die Beschränkung besteht darin, dass die GmbH nur mit ihrem
Geschäftsvermögen haftet, die Gesellschafter haften nicht für
Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Eine Haftung der Gesellschafter
besteht nur gegenüber der Gesellschaft durch die geleistete
Kapitaleinlage"
Autor: High Performer (Gast)
Datum:

>Was soll nicht gut sein an einer Einzelunternehmung. Welches Risiko ? Es
>gibt dann eben Dinge, die tut man nicht. zB Medizingeraete, zB etwas mit
>Netz. Software  ? Sicher, aber nur ohne Risiko. Dh. die Software macht
>nur Triviales, keine Steuerung eines Atomkraftwerkes.

Es gibt kaum eine ernsthafte Entwicklung ohne jedes (Haftungs-)Risiko.
Und wenn, dann lässt sich kein Geld damit verdienen, weil andere auch so
denken wie Du. Nenne mir doch bitte mal ein paar Beispiele. Interessant
ist auch, dass Du Medizingeräte als "Risiko" nennst. Es gibt nämlich
durchaus andere, im Ernstfall erheblich "teurere" Risiken.
Autor: High Performer (Gast)
Datum:

>"Wie schon in der Bezeichnung zu erkennen ist, haftet eine GmbH nur
>beschränkt, die Beschränkung besteht darin, dass die GmbH nur mit ihrem
>Geschäftsvermögen haftet, die Gesellschafter haften nicht für
>Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Eine Haftung der Gesellschafter
>besteht nur gegenüber der Gesellschaft durch die geleistete
>Kapitaleinlage"

Er ist aber nicht nur Gesellschafter, sondern auch Geschäftsführer, und
außerdem führt er noch sämtliche Arbeiten eigenverantwortlich aus. Und,
wie gesagt AFAIK, haftet er im Zweifelsfall deshalb auch, wenn er eine
GmbH betreibt.
Autor: High Performer (Gast)
Datum:

>Und sobald man Geld von einer Bank braucht, ist die erste Frage nach
>einer Sicherheit. Und schwupp ist das private Haus als Sicherheit fuer
>den Kredit an die GmbH hinterlegt.

Das ist durchaus üblich. Allerdings halte ich die Finanzierungsrisiken
in einem Ein-Mann-Unternehmen i.A. durchaus für überschaubar. Ganz im
Gegensatz zu Haftungsrisiken, die im Gegensatz zu den
Finanzierungsrisiken in der Höhe kaum überschaubar sind. Das ist sehr
gefährlich. Es empfiehlt sich deshalb, eine sehr gute
Betriebshaftpflicht abzuschließen. Gibt's so ab 2000,- EUR/Jahr. Ohne
eine solche würde niemand mit gesundem Menschenverstand auch nur einen
Auftrag ausführen.
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

>haftest Du im Zweifelsfall ebenfalls mit Deinem Privatvermögen.
Dann würde es ja nicht "mit beschränkter Haftung" heißen.
Wie oben schon gesagt, "Vorsatz" ist hier der Stolperstein.

>Und sobald man Geld von einer Bank braucht, ist die erste Frage nach
>einer Sicherheit. Und schwupp ist das private Haus als Sicherheit fuer
>den Kredit an die GmbH hinterlegt.

Das ist aber ein gewagtes Spiel, mal abgesehen davon das die Bank
das Heim üblicherweise nur zu 50% beleiht, das heißt, Kredite werden
nur zur Hälfte des Gegenstandswerts vergeben, bei vollem Zugriff
auf die Sicherheit. Da kann die Bank schnell auf dumme Gedanken
kommen und den Kredit verkaufen oder kündigen um den schnellen Euro
zu machen. Ich würde es (wenn ich ein Haus hätte) keinesfalls machen
weil die Vorteile ALLE bei der Bank liegen. Was das für Ganoven
sind, hat doch die letzte Krise gezeigt(Einige mögen o.k. sein, aber
finde die mal). Da bedarf es nur neuer Besen auf Führungsebene und das
zittern geht los.
Deshalb wäre es besser im kleinen Rahmen zu starten und sich dann
langsam zu steigern evtl. kann man versuchen es durch den Kunden
finanzieren zu lassen in dem der Vorkasse z.B. f. Material leistet.
Wir kennen übrigens ein Unternehmen der nach eigenen Angaben
noch nie einen Kredit nutze und sich langsam aus eigener Kraft
an die Spitze seiner Branche gearbeitet hat mit Preisen und
Qualität seiner Produkte stets auf höchsten Niveau. -Miele-
Autor: High Performer (Gast)
Datum:

>Dann würde es ja nicht "mit beschränkter Haftung" heißen.
>Wie oben schon gesagt, "Vorsatz" ist hier der Stolperstein.

Die Gesellschafter haften nur mit der Einlage, das ist korrekt. IMHO
kann die Haftung des Geschäftsführers jedoch durchaus weitergehen, und
ich habe schon öfters gehört, dass für den geschäftsführenden
Gesellschafter und einzigen "Angestellten" der GmbH durchaus auch ein
privates Haftungsrisiko besteht. Keine Ahnung, vielleicht wird hier
zwischen "betriebswirtschaftlicher Haftung" und "Tätigkeitshaftung"
unterschieden.
Autor: Micha (Gast)
Datum:

Risiko gehört zu jedem Geschäft, ohne Ausnahme, wenn man nichts
riskieren will dann muss man es lassen, aber auch Arbeitsnehmer haben
ihre Risiko Anteile, haftet nich einen Entwickler selbst für das Produkt
was er entwickelt und freigegeben hat?

Das schwierigste bei einem neu gegründeten Unternehmen ist die
Kundengewinnung und Bindung, besonders wenn man zu wenig oder sogar
keine Referenzen hat.
Autor: slim (Gast)
Datum:

Wie macht ihr eigentlich Werbung für eure neuen Produkten? Info mails?

Wie kommt man an neuen Kunden?

das wäre zumindest das schwierigste für mich
Autor: Klaus (Gast)
Datum:

Der Geschäftsführer einer GmbH haftet bei Pflichtverletzungen.
http://de.wikipedia.org/wiki/GmbH-Geschäftsführer-Haftung

Das ist aber alles schon sehr speziell.
Autor: Halb Oschi (Firma: zurueck aus der Anonymitaet) (hacky)
Datum:

Ich bin schon seit ueber 22 Jahren selbstaendig und hatte noch nie einen
Fall von Haftung. Die Haftung lag immer beim Kunden. Natuerlich muss man
sofort reagieren wenn der Kunde meint etwas gehe nicht, und sich's
anschauen. Die Firmen sind in erster Linie an einer Loesung ihrer
Probleme interessiert und wenn man denen eine Maschine hinstellt so wird
die ausgiebig getestet, ob die Funktionalitaet richtig ist. Ein
Pflichtenheft gibt es oder auch nicht, die Funktionalitaet der Loesung
muss stimmen. Mit dem Rechtsanwalt kommt eine Firma erst wenn sie sich
ueber den Tisch gezogen fuehlt. Als Einzelfirma benoetigt man keine
Betriebshaftpflicht. Ich hatte zeitweise auch eine, bis sie extrem teuer
wurde. Sie kam nie zum Zug. Und der Versicherungsagent gab zu, dass sie
Betriebshaftpflichten nicht gerne haetten, denn sie haetten eigentlich
keine Ahnung was der Kunde mache.
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

> Wie kommt man an neuen Kunden?
> das wäre zumindest das schwierigste für mich

Ist es wohl auch, man kennt jemanden der jemanden kennt...
Daß es dich als Firma gibt, und du für bestimmte Zwecke
gut geeignete Produkte hast, muss sich halt rumsprechen.

Wenn du in einer Nischenbranche anbietest, wo es
sowieso nur ein Handvoll Experten gibt, spricht es sich
schneller rum (was für ein Pfusch dein erstes Produkt ist,
uups) als bei was universellerem.

Wen jemand in China eine Container Motorsägen kauft,
bietet ihm der Verkäufer noch 10000 Teddybären an zum
Lücken stopfen, denn er kennt da jemanden, der die gerade
günstig anbietet...

Aber ich denke, die Zeiten ändern sich durch's Internet,
wenn dein Produkt mit Suchwort gut gefunden wird, die WebSite
einen guten Eindruck macht und ALLE Informationen zu finden
sind, damit der Kunde schnell überprüfen kann ob das Teil
deine Bedürfnisse erfüllt, dann kann man heute Geschäfte
machen, wenn du nicht das x-te "mee too" Produkt anbietest,
welches es bei "seriöseren" Anbietern billiger gibt.

Ich finde sehr viele "Spezialitäten" einfach im Web per
Suchwort und kaufe dann auch. Allerdings gibt es x mal mehr
WebSeiten, die ich finde, und bei deren oberflächlicher
werbefuzziverseuchter Präsentation ich es nicht entscheiden
kann - also kaufe ich dort nicht, denn Nachfragen ist zu
mühsam, wer schon so einen WebAuftritt hat, aus dem ist auch
am Telefon vermutlich nichts sinnvolles rauszuholen, und er
ist teuer weil er seine Werbefuzzis extra bezahlen muss.
Autor: Halb Oschi (Firma: zurueck aus der Anonymitaet) (hacky)
Datum:

Werbung. Ich kann Google Adwords empfehlen. Da kann man einstellen
wieviel man pro click bezahlt, wieviel das Tagesbudget ist, wo das
inserat sichtbar ist, man kann mehrere Stories zum gleichen Produkt
bringen und google selbst optimieren lassen bei welchem es die meisten
clicks gibt. Auswertungen gibt es bis an den Bach runter...

Ich schliesse mich dem Vorredner an. Die Webseite muss einfach, klar und
uebersichtlich sein. Seiten wie ... wir haben's ruft mal an ... koennen
sich nur abgehobene Spezialisten leisten, an denen niemand vorbei kommt.
Autor: Smoerre (Gast)
Datum:

Mal eine neue Variante, ob dies besser als eine Ltd. ist, sei dahin
gestellt:
http://www.prcenter.de/1-Euro-Mini-GmbH-24-Die-neu...

> Ich bin schon seit ueber 22 Jahren selbstaendig und hatte noch nie einen
> Fall von Haftung. Die Haftung lag immer beim Kunden.
Belieferest Du nur Endkunden oder auch Firmen?
Was machste denn, wenn z.B. Deine Software, etc. aufgrund eines Fehlers
einen Produktionsstillstand auslöst?


> Als Einzelfirma benoetigt man keine
> Betriebshaftpflicht. Ich hatte zeitweise auch eine, bis sie extrem teuer
> wurde. Sie kam nie zum Zug.
also wie bei einer Privathaftplicht, die auch nie zum Zug kommt.
Aber wennn's dann doch mal knallt, wird es interessant eine zu haben.
Autor: Halb Oschi (Firma: zurueck aus der Anonymitaet) (hacky)
Datum:

>> Ich bin schon seit ueber 22 Jahren selbstaendig und hatte noch nie einen
>> Fall von Haftung. Die Haftung lag immer beim Kunden.
>Belieferest Du nur Endkunden oder auch Firmen?
>Was machste denn, wenn z.B. Deine Software, etc. aufgrund eines Fehlers
>einen Produktionsstillstand auslöst?


Die Endkunden sind auch wieder Firmen. Private brauchen mein Zeug nicht,
da zu abgehoben. Produktionsstillstand ? Kann passieren wenn es noch
nicht vollstaendig getestet wurde. Die Leute sind froh jemanden zu haben
der Ihre Probleme loest, wenn ich da am naechsten oder uebernaechsten
Tag vorbeigehe und es fixe sind sie nochmals froh.
Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
Datum:

Wow wie Denn schrieb:
> Mal eine neue Variante, ob dies besser als eine Ltd. ist, sei dahin
> gestellt:
> http://www.prcenter.de/1-Euro-Mini-GmbH-24-Die-neu...

Einiges, was in dem Text steht, ist völlig falsch. Ansonsten ist die UG
(haftungsbeschränkt) eine feine Sache, da sie wie eine GmbH mit
herabgesetztem Gründungskapital wirkt. Ich habe gerade eine
Vertriebsgesellschaft für unsere Produkte als UG gegründet. Der Weg zum
Notar bleibt einem übrigens nicht erspart. Aber die Sache ist äußerst
preisgünstig. Bei einem Stammkapital von 100,- EUR betragen die
Notarkosten nur rund 12,- EUR.

Das Stammkapital muss in voller Höhe auf ein Bankkonto nachweislich
zugunsten der UG eingezahlt worden sein, damit die Eintragung erfolgen
kann. Das stellt je nach Bank ein Henne-Ei-Problem dar: ohne UG kein
Nachweis darüber, dass das Konto der UG gehört; also auch kein Nachweis
darüber, dass auf das KOnto der UG eingezahlt wurde. Ohne Nachweis keine
Eintragung.

Den Notar benötigt man schon deswegen, damit dieser die Unterzeichnung
des Gründungsprotokolls beglaubigt, mit dem man das Konto von der
Privatperson des/der Gründer(s) auf die zu gründende UG umschreiben
lassen kann. Gründungsprotokoll und Einzahlungsnachweis gehen dann
zusammen ans Registergericht.

Wie schon in dem Text erwähnt, kann man die UG später zur "richtigen"
GmbH umfirmieren lassen, was jedoch auf Grund des dann erhöhten
Stammkapitals von mind. 25kEUR einen deutlich höheren Streitwert besitzt
und damit höhere Notarkosten verursacht.

Es macht durchaus auch Sinn, die Umfirmierung durchzuführen, da man
ansonsten ewig 25% des UG-Gewinns zwecks Erhöhung des Stammkapitals
zurückstellen muss. Diese Verpflichtung ist nämlich nicht begrenzt auf
die Höhe des GmbH-Stammkapitals! Hat man aber schon mehr zurückgestellt
als man müsste, genügt es aber trotzdem, nur 25kEUR für die Umfirmierung
auf den Tisch zu legen.

Die Konstruktion aus Einzelunternehmen (gewerblich oder freiberuflich)
oder Personengesellschaft (GbR, PartnerschaftsG, OHG, ...) und einer
UG/GmbH als Vertriebsgesellschaft ist durchaus gebräuchlich für
Unternehmen, die ihre eigenen Produkte herstellen oder Projekte mit
erhöhtem Haftungsrisiko durchführen. Die Recht am Produkt verbleiben im
Einzelunternehmen/in der Personengesellschaft, und die
Kapitalgesellschaft erwirbt nur Lizenzrechte basierend auf den
verkauften Stückzahlen. Tritt ein Haftungsfall ein, geht die
Kapitalgesellschaft pleite, aber eine Durchgriffshaftung erfolgt nicht
automatisch. Ggf. verkauft man später das Produkt wieder als
Einzelunternehmer/Personengesellschaft. Man sollte dann auch tunlichst
nicht so bald die nächste Kapitalgesellschaft gründen, da dies ein
Straftatbestand wäre!

Ärgerlich ist bloß, dass die Steuererklärungen mehrfach anzufertigen
sind, was natürlich auch mehr Kosten für den Steuerberater verursacht.
Das Einzelunternehmen muss eine GuV vorlegen, die UG/GmbH eine Bilanz,
und die Einkommensteuererklärung enthält Einkünfte aus selbständiger
Tätigkeit UND angestellter Tätigkeit.

Ein steuerlich heikles Thema ist das Geschäftsführergehalt der UG/GmbH.
Es darf weder zu hoch noch zu niedrig sein. Solange man keine Gewinne
macht, darf man es zwar auf 0,- EUR reduzieren, muss es aber ggf. wieder
anpassen.
Wie bei einem normalen Arbeitnehmer muss man zwar eigentlich das Gehalt
vor Erbringung der Arbeitsleistung festlegen. Dies ist aber nicht
möglich, da man in der Gründungsphase nie weiß, wie viel man wann
verdienen wird. Üblich sind daher rückdatierte Gesellschafterbeschlüsse
über die Höhe des GF-Gehaltes.

Man solle nicht davon ausgehen, dass man es schafft, eine
Unternehmsgründung ohne einen Steuerberater durchführen zu können. Der
StB ist die mit Abstand wichtigste Person eines Unternehmers!

Auch Finanzierungskonzepte, die man bei der Bank einreichen muss,
sollten immer durch den StB bei der Bank vorgelegt werden. Ich war da
auch schon 'reingefallen und hatte dadurch einen unglaublichen Tabubruch
begangen. Das ganze hat nämlich haftungsrechtliche Gründe; reicht der
Unternehmer die Unterlagen ein, haftet ggf. der Bankbetreuer, falls das
Konzept formale Fehler aufweist. Reicht es der StB ein, hat er den
Schwarzen Peter.

Dies gilt wohlgemerkt nur für rein formale Rechenfehler, nicht etwa für
unternehmerische Fehlentscheidungen und Planungsfehler!

Es gibt keine, wirklich KEINE Versicherung gegen eigenes Versagen als
Unternehmer! Und das ist auch gut so.
Autor: Klaus (Gast)
Datum:

Andreas Schweigstill schrieb:
> Die Konstruktion aus Einzelunternehmen (gewerblich oder freiberuflich)
> oder Personengesellschaft (GbR, PartnerschaftsG, OHG, ...) und einer
> UG/GmbH als Vertriebsgesellschaft ist durchaus gebräuchlich für
> Unternehmen, die ihre eigenen Produkte herstellen oder Projekte mit
> erhöhtem Haftungsrisiko durchführen. Die Recht am Produkt verbleiben im
> Einzelunternehmen/in der Personengesellschaft, und die
> Kapitalgesellschaft erwirbt nur Lizenzrechte basierend auf den
> verkauften Stückzahlen. Tritt ein Haftungsfall ein, geht die
> Kapitalgesellschaft pleite, aber eine Durchgriffshaftung erfolgt nicht
> automatisch.

Wie ich oben schon geschrieben habe ist es durchaus üblich von
Lieferanten eine Bürgschaften für Haftungs-, Gewährleistungs- und
Garantiefälle zu verlangen. Von meinem aktuellen Arbeitgeber weiß ich
definitiv, dass Rahmenverträge nur bei Vorliegen einer Bürgschaft
geschlossen werden und auch bei den anderen beiden dürfte es nicht
anders gewesen sein. In Europa gilt schließlich Vertragsfreiheit, das
sollte man in solchen Fällen auch nutzen.

Was mich bei dieser Diskussion über die Wahl der richtigen
Unternehmensform stört ist, dass dabei der Eindruck entsteht es ginge in
erster Linie darum den Kunden im Regen stehen zu lassen, wenn man aus
juristischer Sicht Bockmist gebaut hat und es teuer wird. Ich persönlich
finde die Kombination von Einzelunternehmung plus vorgeschaltete
Vertriebsgesellschaft nicht sonderlich seriös.
Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
Datum:

Klaus schrieb:
> Ich persönlich
> finde die Kombination von Einzelunternehmung plus vorgeschaltete
> Vertriebsgesellschaft nicht sonderlich seriös.

Der Meinung bin/war ich früher prinzipiell auch. Jedoch entspricht dies
der Realität. In manchen Fällen erfährt man als Kunde davon, aber in den
meisten Fällen dürfte dies nicht der Fall sein. Die o.a. Trennung ist
fast immer der Fall, und zwar sowohl bei kleinen als auch großen
Unternehmen. Wenn nur ein Unternehmen nach außen erkennbar ist, bedeutet
das überhaupt nichts. Der einzige kleine Hinweis, den man finden kann,
ist die Befreiung des Geschäftsführer von den Beschränkungen durch HGB
§181, die auch im Handelsregisterauszug zu finden ist.

Selbst Gerichte haben ggf. sogar Probleme damit, zu erkennen, gegen wen
sich eine Klage richten soll. Vor einigen Jahren gab es einen
langwierigen zivilrechtlichen Prozess gegen ein Unternehmen. Wie sich am
Tag der geplanten Urteilsverkündung herausstellte, hatten weder der
Kläger noch das Gericht festgestellt, dass das falsche Unternehmen
angeklagt war. Mittlerweile waren jedoch schon alle Fristen verstrichen,
um die Klage - nun jedoch gegen das richtige Unternehmen - zu
wiederholen. Für den Beklagten bestand auch keine Verpflichtung, darauf
hinzuweisen, dass die Klage gegen den Falschen gerichtet war.
Autor: Gästchen (Gast)
Datum:

1.Fehlende Freizeit: selbstständig arbeiten heisst arbeiten "selbst" und
"ständig". Nix mit 8 Stunden, nix mit Pausen.
2.Das Risiko ist zu hoch entlassen zu werden: finanzielles Ruin.
3.Viel Lärm um nichts: viele haben es versucht und keine deutlichen
Vorteile gehabt, nur Selstausbeutung war gegeben.
4.Der Marktsegment ist bereits mit Dienstleistern (nicht Zeitarbeit)
belegt. Hier kann man nur konkurrieren wenn man wirklich besser ist als
alle Anderen.
5.Solidargemeinschaft funktioniert nicht wenn jeder nur für sich selbst
sorgt (FDP-Träumerei). So mancher wird Pech haben das nicht mehr machen
zu können.(Gesundheit, Unfall etc.) Dadurch hat man es nicht
automatsisch verdient im Pappkarton zu leben.
Autor: oszi40 (Gast)
Datum:

Ergänzug:
-Man braucht auch zahlende Kunden.
-Ein super Entwicker muß noch lange kein guter Verkäufer sein.
Autor: Gost (Gast)
Datum:

Fazit:
bloß nichts versuchen und schön auf Monatsende warten.
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

>und schön auf Monatsende warten.
Ne, manchmal muss man sogar die Schulden selbst eintreiben.
Autor: TomTom (Gast)
Datum:

und welche Art ist jetzt für den ersten Start zu empfehlen? eine GmbH
bestimmt nicht, eine Gewerbe anmelden und den Markt abtasten?

Was ist eigentlich ein "Ingenieurbüro"? was freiberufliches?

Hoffentlich Antworten von den Erfahrenen!
Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

> eine Gewerbe anmelden und den Markt abtasten?

Wenn du kein Ziel und keine Aufträge in der Tasche hast, wird das
nichts.
Du musst genau wissen, was du willst, Durchhaltevermögen besitzen und
ein gewisses Selbstvertrauen. Geld auch, das ist für den Start ungemein
hilfreich.

> Was ist eigentlich ein "Ingenieurbüro"? was freiberufliches?

Ein Ingbüro ist eine grobe Klassifizierung deiner typischen Tätigkeit
(allerdings nur, wenn du tatsächlich ein Ing bist).

Ich betreibe mein Ingbüro als GmbH. Die Rechtsform ist Geschmackssache,
das sieht jeder Krauter anders. Ich empfand die GmbH als passend für
mich.

Im übrigen sprechen mehr Tatbestände gegen die Selbständigkeit als
dafür.
Alles hier auszubreiten bringt nichts, da das, was der eine als Plus
empfindet, für den anderen absolut unakzeptabel ist.

Existenzgründerseminare zu besuchen, bringt nichts, da sie von Leuten
abgehalten werden, die selbst nicht selbständig sind und also nicht
wissen, wovon sie reden.

Ich bin seit 19 Jahren selbständig.
Autor: Paul (Gast)
Datum:

> Was ist eigentlich ein "Ingenieurbüro"? was freiberufliches?

Das hat nichts damit zu tun. WIe schon geschrieben, wählt man die
Rechtsform nach Vorteilen, Sicherheiten, Geldvermögen (Einlage bei der
GmbH, Anzahl der Gesellschafter, Absicherung des Privatvermögens im
Insolvenzfall).

Bei der Steuer hatte man bisher Vorteil vom freien Beruf (kein Gewerbe
-> Gewerbesteuer). Das wird immer mal versucht zu kippen.

Ein Hauptproblem einer kleinen Ing.-/Architektenbüro-klitzsche ist die
geringe Einlage. Große Firmen checken erst die Firmeneinlage vor
Erteilung eines Auftrages. Ein Einmannbüro geht da schnell unter, weil
man ihm die Lösung des Großproblems (finanziell) nicht zutraut. Auch
braucht eine Firma ein "kritische Mitarbeiterzahl" für ein Projekt. Es
kann mal jemand krank werden (Termin) oder die Arbeit ist falsch
verteilt (Betriebswirstschaft/Kundenaquise vs. Technische Umsetzung).
Autor: Horst (Gast)
Datum:

A. L. schrieb:
> Ich kenne ein paar Firmen wo die Besitzer nichts können (ausser
> unterschreiben natürlich)

Auch delegieren muß man können.
Selbst wenn die Fehler offensichtlich sind, irgendwas muß ja wohl
richtig gelaufen sein.
Und ja, manchmal spielt Glück eine entscheidende Rolle. Aber Glück hält
nicht dauerhaft.
Autor: Franz (Gast)
Datum:

Paul , du verstehst was vom Geschäftemachen?
Und dann auch noch von Betriebsführung u. MA-Planung, Risikobwertung,
Aquise!
Aber mit dem Insolvenzfall da liegt wohl etwas schief, bei der Steuer
hängt auch ein wenig.
Mit großen Firmen kann man sich schnell die Finger verbrennen, da ist es
egal was die vorher von dir wollen.
Man sollte immer wissen in welcher Liga man selbst spielt, und was man
sich zutraut.
Und eigene MA braucht keine Firma, man braucht gute Konnektion und
Beziehungen und bischen Geld und Verhandlungsgeschick, das Ohr am Markt.

Die Firma welche durch kranke MA in die Knie geht, das ist keine Firma,
das ist der falsche Wohlstandsladen.
Autor: Franz (Gast)
Datum:

Horst, ein Chef der nicht delegieren kann, was ist der - Chef?

TomTom ,
suchst du Arbeit oder willst du sowas aufziehen?
> Was ist eigentlich ein "Ingenieurbüro"? was freiberufliches?
Kannst du mit Googel nicht umgehen, oder denkst du gleich um 3 Ecken?
Ing.-Büros sind die neuen Sklaventreiber im gewerbl.-techn. Bereich -
soll ich dir mal ein großes aus Bayern buchstabieren?
Autor: Gästchen (Gast)
Datum:

Franz schrieb:
> Und eigene MA braucht keine Firma, man braucht gute Konnektion und
> Beziehungen und bischen Geld und Verhandlungsgeschick, das Ohr am Markt.

Meine Erfahrung mit den ganzen Strukturen ist die, dass es NUR die
Beziehungen sind die Geschäfte zwischen zwei Firmen ermöglichen. Die
Vetternwirtschaft ist in Deutschland besonders stark ausgeprägt, stärker
als in anderen europäischen Ländern (es sei denn wir wollen uns mit
Griechenland vergleichen). Das liegt vor allem an der Narrenfreiheit der
BWL-ler die schon durch ein Geschäftsessen käuflich sind. Da kannst du
mit so einem tollen Produkt ankommen dass viel konkurrenfähiger ist,
günstiger usw. Es wird abgewiesen weil die Firma die
Geschäftsbeziehungen nicht ändern will. (Connections, eine Hand wäscht
die Andere).
Wenn du jemanden kennst, kommst du viel schneller an die Aufträge, da
brauchste nicht mal mit irgendwelchen Fähigkeiten zu überzeugen.
Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

@ Gästchen

> Meine Erfahrung mit den ganzen Strukturen ist die, dass es NUR die
> Beziehungen sind die Geschäfte zwischen zwei Firmen ermöglichen. Die
> Vetternwirtschaft ist in Deutschland besonders stark ausgeprägt,

Da muss ich widersprechen. Ich hatte keine Vettern etc, aber ein gutes
Produkt.

> Wenn du jemanden kennst, kommst du viel schneller an die Aufträge, da
> brauchste nicht mal mit irgendwelchen Fähigkeiten zu überzeugen.

Der erste Teil des Satzes stimmt, der zweite Teil nicht.
Sollte das der Neid dessen sein, der nicht zum Zuge gekommen ist und
jetzt Gott und die Welt für seine Unfähigkeit anklagt?

@ Franz

> Ing.-Büros sind die neuen Sklaventreiber im gewerbl.-techn. Bereich

Das stimmt nicht. Wenn sich ein Personaldienstleister Ingbüro nennt,
dann ist das schlicht und ergreifend eine irreführende Bezeichnung des
Unternehmens.

Bevor jetzt jemand auf mich einschlägt, ich kann nur meine eigenen
Erfahrungen darstellen
Autor: Gästchen (Gast)
Datum:

Bürovorsteher schrieb:
> Da muss ich widersprechen. Ich hatte keine Vettern etc, aber ein gutes
> Produkt.

Klar gibt es immer einen der es mal ohne Vettern geschafft hat, doch
wenn es um komplexe Produkte geht und nicht um Blecheimern, sieht die
Sache anders aus. Außerdem beschränkt sich deine Erfahrung auf ein
Produkt was nicht gerade ein Aushängeschild der Kenntnis der
Geschäftsbeziehungen dienen kann.

> Der erste Teil des Satzes stimmt, der zweite Teil nicht.
> Sollte das der Neid dessen sein, der nicht zum Zuge gekommen ist und
> jetzt Gott und die Welt für seine Unfähigkeit anklagt?

Das denkt gewöhnlich jemand der selbst diese Erfahrung gemacht hat.
Ein Denkfehler ist es von sich aus auf andere zu schliessen: nicht alle
sind so unfähig wie Manche gerne möchten. Bessere Strategie ist es zu
denken dass Andere bessere Alternativen gefunden haben.
Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

> Außerdem beschränkt sich deine Erfahrung auf ein
> Produkt was nicht gerade ein Aushängeschild der Kenntnis der
> Geschäftsbeziehungen dienen kann.

Die Aussage dieses Satzes entzieht sich meiner Auffassungsgabe.
Autor: Gästchen (Gast)
Datum:

Beispiele gibt es da genug.
Z.B. habe ich erst vor 2 Monaten mitbekommen dass bestimmte Projekte an
ehemalige Kumpels vergeben werden und dadurch Haufen Kohle
rausgeschmissen wird. Da wird man schon mit dem Budget großzügiger wenn
es um "eigene" Leute geht. Andere Selbstständige haben viel bessere
Angebote gemacht und haben die Aufträge nicht bekommen.
Hab in verschiedenen Branchen gearbeitet und ziemlich das Gleiche
mitgekriegt. Jeder muss selbst wissen was er machen will, und genau da
scheitern schon die Meisten. Ein Fehler ist es zu denken dass alle die
Selbstständigkeit ablehnen irgendwas falsch gemacht haben. Es kann
nämlich auch Gegenteil sein.
Autor: Klaus (Gast)
Datum:

Gästchen schrieb:
> Meine Erfahrung mit den ganzen Strukturen ist die, dass es NUR die
> Beziehungen sind die Geschäfte zwischen zwei Firmen ermöglichen. [...]
> Das liegt vor allem an der Narrenfreiheit der
> BWL-ler die schon durch ein Geschäftsessen käuflich sind. Da kannst du
> mit so einem tollen Produkt ankommen dass viel konkurrenfähiger ist,
> günstiger usw. Es wird abgewiesen weil die Firma die
> Geschäftsbeziehungen nicht ändern will. (Connections, eine Hand wäscht
> die Andere).

Bist Du schon mal auf die Idee gekommen, dass der Einkaufsprozess an
sich Kosten generiert und der Rechnungspreis nicht das ausschlaggebende
Kriterium ist? Je nach Firma und Branche kostet eine Bestellposition
(Position, nicht Bestellung) 100-200€. Das sind Literaturwerte und man
kann sicherlich über die Berechnungsart streiten, aber wenn man mal kurz
dadrüber nachdenkt wer selbst in mittleren Unternehmen zwischen
Bestellanforderung und Bezahlung involviert ist, dürfte man auf ähnliche
Werte kommen. Hinzu kommen noch innerbetriebliche Logistikkosten.

Um diese Kosten zu senken, streben produzierende Unternehmen ab einer
bestimmten Größe eine möglich geringe Zahl an Lieferanten an mit denen
sie die Bestell- und Lieferprozesse optimieren. So werden z.B.
Rahmenverträge mit Abrufoptionen über's Internet oder geschlossen,
Lieferung bis ans Band/den Schreibtisch oder eine Niedrigstpreisgarantie
vereinbart. Verständlich dass so etwas nur mit einer geringen Anzahl von
Lieferanten handhabbar bleibt. Um also A-Lieferant zu werden, müssen die
Produkte entweder kritisch für die Firma sein oder das Produktspektrum
so groß, dass sie andere Lieferanten raus werfen können.
Weil die Prozesskosten häufig höher sind als der Kaufpreis macht es in
vielen Fällen sogar Sinn Lieferanten eine "Kümmererfunktion" aufs Auge
zu drücken. Die beschaffen dann ein bestimmtes Produkt, das sie selber
eigentlich nicht anbieten am Markt, schlagen 3-4% drauf und liefern
dann. Bestes Beispiel: Warum sollte man mit dem Putzlappen-Onkel einen
Rahmenvertrag abschließen? Die kann auch der Schraubenmann mitbringen.
Weniger Rechnungen zum Kontrollieren und weniger Fremde Menschen in der
Firma und nur einen statt zwei Ansprechpartner. Das klappt auch
wunderbar mit komplexeren Produkten oder Entwicklungsaufträgen.
Das ist das was Du als "Connections" bezeichnest.

Wegen Geschäftsessen:
Ich bin nach ein paar Jahren in der Konstruktion/Entwicklung in die
Produktionsplanung gewechselt und arbeite entsprechend eng mit dem
Einkauf zusammen. Ich habe es noch nicht erlebt, dass Einkäufer
bestochen wurden. Macht ja auch keinen Sinn, da die Jungs nach den
Einsparungen, die sie erzielen beurteilt werden. Fällt z.B. das
Weihnachtsgeschenk zu groß aus (>10€) oder fährt der Vertreter mit einem
BMW vor, drehen die in der Regel hoch und verhandeln nach bevor der Chef
auf die Idee kommt sie hätten nicht alles gegeben.
Wenn jemand bestochen wird, dann die Leute, die die Bestellanforderungen
ausstellen: Meister/Techniker in der Produktion/Fertigung, operative
Einkäufer (keine BWL'er, sondern "gelernte") oder wir Planer. Steht
"bevorzugt Fa. XY" auf der BANF, dann wird die Firma auch bevorzugt
behandelt. Also kann es schon mal passieren, dass da auf einmal ein
Kicker im Pausenraum steht oder ein Vertreter anbietet die
Weihnachtsfeier seiner und unserer Abteilung am gleichen Ort abzuhalten,
um "Synergieeffekte" zu erzielen. Klar, dass seine Abteilung nur aus ihm
und seinem Chef besteht.

Dieses BWL-Bashing bringt doch nichts. Vor allem weil voll an der
Realität vorbei geht und ein echt armseliges Licht auf uns Ings. wirft:
Ing. bekommt irgendwas nicht auf die Kette oder in seinen Kopf rein,
heult rum und gibt dem BWL'er die Schuld.
Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

> Das klappt auch wunderbar mit komplexeren Produkten oder
> Entwicklungsaufträgen.
> Das ist das was Du als "Connections" bezeichnest.

So ist es. Wenn man erst mal für ein Produkt bzw. eine Produktlinie als
Langzeitlieferant drin ist, dann ist man bei jeder geplanten oder
angedachten Neuentwicklung mit dabei. Bei Erweiterungen in der
gelieferten Produktlinie sowieso.
Weshalb sollte der Kunde auch jedesmal jemanden neu suchen, wenn er mit
dir und deinem Produkt zufrieden ist?
Autor: Martin Borner (martin1987)
Datum:

Ich gebe euch mal einen Tipp:

Ein Professor gründet ein Unternehmen mit wenig Geld ohne großes Wissen
über das Unternehmensgebiet und hat außerordentlich großen Erfolg.


https://www.teekampagne.de/

http://www.projektwerkstatt.com/
Autor: Paul (Gast)
Datum:

Franz, mir ist schon klar, daß Du jetzt jeden Thread jenseits "Techniker
oder Meister" absuchst, um Deinen "Gegenspielern" eine reinzuhauen. Es
macht mir nichts aus. Aber bitte. Ein Handwerksbetrieb, den Du kennst,
unterscheidet sich etwas von einem Ingenieurbüro (teilweise
Einmannfimren) oder eine Arztpraxis, Steuerkanzlei oder RA-Kanzlei, die
sicherlich nicht als Gewerbe auftreten, sondern als Freiberufler. Also
wende Deine Kenntnisse auf die Dir bekannten Strukturen an und nicht auf
Dinge wie die freien Berufe, zu denen der Meister eben nicht zählt.

Mein Vater hat über 6 Jahre freiberuflich als Planungsingenieur für
schienengebundene Infrastruktur u. a. für die Deutsche Bahn und andere
Verkehrsbetriebe gearbeitet und es auch als Freiberufler abgerechnet. Es
geht, aber natürlich nicht im Meisterhandwerksbetrieb.
Autor: Gästchen (Gast)
Datum:

Klaus schrieb:
> Bist Du schon mal auf die Idee gekommen, dass der Einkaufsprozess an
> sich Kosten generiert und der Rechnungspreis nicht das ausschlaggebende
> Kriterium ist? Je nach Firma und Branche kostet eine Bestellposition
> (Position, nicht Bestellung) 100-200€. Das sind Literaturwerte und man
> kann sicherlich über die Berechnungsart streiten, aber wenn man mal kurz
> dadrüber nachdenkt wer selbst in mittleren Unternehmen zwischen
> Bestellanforderung und Bezahlung involviert ist, dürfte man auf ähnliche
> Werte kommen. Hinzu kommen noch innerbetriebliche Logistikkosten.

Die Riesentirade könntest du dir sparen wenn du den Thread genauer
gelesen hättest: du hast völlig am Thema vorbeigeschrieben. Was für
Einkaufskosten denn? Hier geht es darum dass BWL-ler sich persönlich
kennen und sich gegenseitige Aufträge schieben. Ob man jemanden
persönlich kennt oder es ein anderer selbständiger Bearbeiter ist, es
sind gleiche Einkaufskosten.

LOL, so viele Getippe am Thema vorbei.
Autor: Klaus (Gast)
Datum:

Gästchen schrieb:
> Hier geht es darum dass BWL-ler sich persönlich
> kennen und sich gegenseitige Aufträge schieben. Ob man jemanden
> persönlich kennt oder es ein anderer selbständiger Bearbeiter ist, es
> sind gleiche Einkaufskosten.

2008 gab es laut statistischem Bundesamt ca. 150.000 BWL-Studenten und
die kennen sich alle persönlich und schieben sich später gegenseitig die
Aufträge zu? Tipp doch mal Einkäufer oder Procurement bei stepstone oder
monster.de ein und filtere die Handelsunternehmen raus: Es werden
überwiegend Ingenieure gesucht. Hier hapert es ja schon ganz gewaltig
mit Deiner These. Das mit dem Kreislauf klappt eben nicht, wenn eine
Seite nicht mitspielt.

Mit den Einkaufskosten wollte ich darstellen, warum man es als
Selbständiger mit einer übersichtlichen Produktpalette schwer hat an die
dicken Fischen ranzukommen. Und das hat eben nichts mit
BWL'er-Freundschaften zu tun. Einkauf ist kein wertschöpfender Prozess
und steht unter enormen Kostendruck.

Andererseits: Keine Ahnung in welchen Klitschen du bisher tätig warst.
Autor: Hary (Gast)
Datum:

Wenn man eine NEBENBERUFLICHE Gewerbe anmeldet, muss man sich dann
sofort bei EAR und Co anmelden und erst wenn man was verkauft?
Autor: Gästchen (Gast)
Datum:

Klaus schrieb:
> 2008 gab es laut statistischem Bundesamt ca. 150.000 BWL-Studenten und
> die kennen sich alle persönlich und schieben sich später gegenseitig die
> Aufträge zu?

Warum verzweifelst du daran es zu verstehen? Es geht hier darum dass
leitende Angestellte oder auch die Chefs sich gegenseitig die Aufträge
zuschieben weil sie sich eben kennen. Nicht anders verhält es sich wenn
ein externer Selbstständiger gesucht wird. Selbst wenn ein anderer
Selbstständiger günstiger ist, wird nur der Eine bevorzugt weil die
Geschäftsleitung es so will. Das nennt sich Vitamin B, oder muss ich dir
das auch erklären? Was hat das Bitte mit irgendwelchen BWL-Studenten zu
tun?

> Mit den Einkaufskosten wollte ich darstellen, warum man es als
> Selbständiger mit einer übersichtlichen Produktpalette schwer hat an die
> dicken Fischen ranzukommen. Und das hat eben nichts mit
> BWL'er-Freundschaften zu tun. Einkauf ist kein wertschöpfender Prozess
> und steht unter enormen Kostendruck.

Wogegen ich dir andererseits gesagt habe dass ein selbstständiger
Mitarbeiter den man nicht kennt das Gleiche im Einkauf kostet wie der
den irgendjemand persönlich kennt. Das senkt nicht die Kosten.

> Andererseits: Keine Ahnung in welchen Klitschen du bisher tätig warst.

Die Einsicht ist der beste Weg zur Selbstentwicklung.
Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

> Das nennt sich Vitamin B, oder muss ich dir das auch erklären?

Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat :-))
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

> Meine Erfahrung mit den ganzen Strukturen ist die, dass es NUR die
> Beziehungen sind die Geschäfte zwischen zwei Firmen ermöglichen.

Nicht NUR aber schon zu einem wichtigen Teil.

> Die Vetternwirtschaft ist in Deutschland besonders stark ausgeprägt,
> stärker als in anderen europäischen Ländern

Nein.

Woanders ist es mindestens genau so schlimm. Skandinavien soll etwas
besser sein, aber der Rest ist eher mehr verfilzt.

Es ist auch logisch, wenn du was kaufen willst, wen fragst du, wo suchst
du ? Bei den dir Bekannten. Die anderen kennst du ja gar nicht, kannst
also gar nicht nachfragen. Und bei Bekannten bekommst du zwar nicht das
allerbilligste, kannst aber vermuten auch nicht gnadenlos über'n Tisch
gezogen zu werden.

Und wenn die Bekanntheit die Geschäfte ermöglicht, ist es nur logisch,
daß du als Verkäufer dich bekannt machen willst. Also in die Vereine,
Privatfeiern, Standesgesellschaften gehst, in denen du (potentiell)
Kunden triffst. Und wer nur Verkäufer ist und nicht noch für sein
Produkt arbeiten muss (also BWL statt Ing), der hat dafür natürlich mehr
Zeit.

Wenn Bekanntheit Geschäfte fördert, dann sollte man auch Bekanntschaften
fördern, dem Anbieter mal das leerstehende Ferienhaus auf Malle
andienen, zu Weihnachten mal eine Flasche Sekt verschicken. Und schon
ist man bei Bestechungen weil man Bekanntschaften sucht die man braucht
um bekannt zu sein bei denen mit denen man Geschäfte machen könnte, die
man also zum überleben braucht.

Bestechung ist also direkt verbunden mit Geschäften. Jedes Geschäft,
welches ohne sie auskommt, ist ein Wunder. Aber dank Internet kommt es
zu immer mehr solchen Wundern. Man braucht nicht unbedingt mehr
Bekanntschaften pflegen, wenn einen die Leute auch so finden. Und man
muß nicht Zuverlässigkeit herbeiwünschen, wenn es Bewertungsportale gibt
auf denen man gut dasteht.

Das Internet wird Geschäftsbeziehungen also vereinfachen, Vitamin-B und
Bestechungen unwichtiger machen. Aber dazu muss man im Internet
natürlich auch präsent sein, mit vollständigen Informationen und Preisen
und dem seriösen Eindruck, und andere müssen es auch, weil erst dann die
potentiellen Kunden dort suchen werden.

Während ich früher nur im lokalen Umfeld kaufen konnte "du brauchst eine
Schraube, also geh zu ..., weil der der einzige ist den man kannte als
Schraubenquelle" und bekam dort oft nicht was ich brauchte und selbst
das unpassende nur zu gigantischen Preisen. Heute beziehe ich sicher
mehr als 50% aus Quellen die ich über's Web finde. Bekannt? Egal.
Autor: Hary (Gast)
Datum:

>Wenn man eine NEBENBERUFLICHE Gewerbe anmeldet, muss man sich dann
>sofort bei EAR und Co anmelden und erst wenn man was produziert/verkauft?

weiss es jemand vielleicht?
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Erst wenn man es in Verkehr bringt (jemand anderem also übergibt).

Hat übrigend mit Nebenberuflich nichts zu tun.
Autor: Hary (Gast)
Datum:

ok danke, das heisst ich kann schon meine Gewerbe anmelden, solange ich
in der Entwicklungsphase bin oder noch nichts verkauft habe, muss ich
mich nicht anmelden.
Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
Datum:

Hary schrieb:
> Wenn man eine NEBENBERUFLICHE Gewerbe anmeldet, muss man sich dann
> sofort bei EAR und Co anmelden und erst wenn man was verkauft?

Nebenberuflich ist in der Hinsicht so etwas wie "ein bisschen
schwanger".

Die Gewerbeanmeldung hat auch nichts mit einer Registrierungspflicht zu
tun.
Nur dann, wenn man als Inverkehrbringer auftritt (Hersteller oder
Importeur für Produkte, die noch nicht angemeldet sind), muss man sich
zum einen als Unternehmen anmelden und zusätzlich die Produkte
registrieren.

Für kleinere Unternehmen ist dies nicht sinnvoll machbar, da es einen
gigantischen Aufwand und ein massives Risiko bedeutet, weil die
Elektroschrott-Abholanweisungen in der Praxis nicht nach in den
Verkehr gebrachten Mengen richten, sondern willkürlich durch die EAR,
wobei die Interessen von deren Beiratsmitgliedern in besonderem Maße
gewahrt bleiben.
Klartext: Siemens und Konsorten müssen viel, viel weniger abholen als
sie in den Umlauf bringen. Es gibt Kleinunternehmen, die pro Jahr
mehrere Abholaufträge mit Kosten von bis zu 10kEUR erfüllen müssen und
eigentlich keine Möglichkeiten haben, dagegen juristisch vorgehen zu
können.

Der einzig sinnvolle Weg besteht darin, sich einem Entsorgungsverbund
anzuschließen, z.B. take-e-way und dem zugehörigen Verein vere e.V..
Dann ist das Kostenrisiko gedeckelt, und die Leute beraten einen
kostenlos über das Prozedere der Anmeldung. Direkt beim EAR kostet
jedoch eine einfache Verwaltungs- oder Auskunftsleistung schon 160,- EUR
PRO STUNDE.

Für eine Registrierung muss man aber auf jeden Fall etwa drei Monate
veranschlagen, so dass man schon frühzeitig zumindest die
Unternehmensregistrierung veranlasst haben sollte und "nur noch" die
Produktanmeldung nachschieben muss.
Autor: Hary (Gast)
Datum:

ohh, das klingt wie wirwar im Kopf!
jetzt aber:

Ich kann meine Gewerbe anmelden aber solange ich nichts verkauft habe
oder noch in der Etwicklung bin, muss ich mich NICHT ber EAR&Co
anmelden.

endlich
Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
Datum:

Du musst Dich auch dann nicht anmelden, wenn Du Produkte verkaufst, die
nicht aus entsorgungspflichtigen Stoffen hergestellt sind.

Für rein elektronisch vertriebene Software benötigt man keine
Registrierung.

Für Produkte, die im reinen B2B vertrieben werden, kann die
Entsorgungsverpflichtung auf den Auftraggeber übertragen werden. Damit
wird er aber nur dann einverstanden sein, wenn es für ihn nur Kleinkram
für den Eigenbedarf ist oder wenn er letztendlich als Hersteller
gegenüber Endverbrauchern auftritt.

Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn man Bauteile oder Module
herstellt, die nicht alleine verkauft werden können.

Oder wenn man nur Prototypen übergibt.

Beachte: Endverbraucher != Privatkunden
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

>Ich kann meine Gewerbe anmelden aber solange ich nichts verkauft habe
>oder noch in der Etwicklung bin, muss ich mich NICHT ber EAR&Co
>anmelden.
Ich bin nicht sicher, aber mit der Anmeldung geht die Info schon
direkt an die EAR wenn das Gewerbeamt der Meinung ist, das die das
wissen müssten. Details würden die dann bei dir hinterfragen.
Daher würde ich mich noch nicht gänzlich festlegen, sondern eine
Betriebsform wählen die nicht so offensichtlich ist.
"Consultings" oder "...Büro" bietet sich da an und ist so was
wie eine beratende Tätigkeit. Im begrenztem Umfang wird man da
auch was verkaufen können ohne das es gleich Ärger gibt.
Später firmiert man das dann um, wenn man Absatz und Gewinn besser
abschätzen kann.
Weitere Auskünfte holt man sich besser bei der örtlichen IHK.
Autor: Mike Hammer (-scotty-)
Datum:

@slim
>Wie macht ihr eigentlich Werbung für eure neuen Produkten? Info mails?
Kommt auf das Produkt an. Zunächst mal eine ordentliche professionelle
Webseite wo das Produkt erklärt wird. Auf speziellen Messen kann man
sein Produkt (wurde früher mal gefördert) vorstellen. Evtl. ergeben sich
auch potenzielle Kontakte die man beim Kunden vertiefen kann. Dann kann
man Produkte Distributoren anbieten die die dann vermarkten. Muss
natürlich auch passen. Man kann sein Produkt bei Ebay oder den anderen
Auktionshäusern anbieten und es so bekannt machen. Ansonsten fallen
mir noch Fachzeitschriften ein wo man einen Fachartikel über den
Artikel veröffentlicht und so das Produkt öffentlich macht.

>Wie kommt man an neuen Kunden?
Durch Werbung, Mundpropaganda etc.

>das wäre zumindest das schwierigste für mich
Das ist nicht schwer, einfach bei anderen abgucken und nachmachen.
Kaltakquise geht zwar auch, muss aber mühsam erlernt und sollte
mit Vorsicht gehandhabt werden. Da kann man sich viel verderben.
Callcenter kann man mit Outbounding beauftragen, was aber auch einen
schlechten Ruf einbringen kann, aber nicht muss.

Es spricht eigentlich auch nichts dagegen ein Produkt in Foren(Markt)
bekannt zu machen, oder?
Über Verriss muss man sich dann aber nicht wundern weil es IMMER
jemanden gibt der besseres gewohnt ist, falls es das überhaupt gibt.
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

> Klartext: Siemens und Konsorten müssen viel, viel weniger abholen als
> sie in den Umlauf bringen. Es gibt Kleinunternehmen, die pro Jahr
> mehrere Abholaufträge mit Kosten von bis zu 10kEUR erfüllen müssen und
> eigentlich keine Möglichkeiten haben, dagegen juristisch vorgehen zu
> können.


FUD.


Maximal 1 Container, wenn man nur wenige Kilogramm herstellt. Sonst war
man wahrlich kein Kleiunternehmer, wenn man mehrere Tonnen pro Jahr
produziert.


Desweiteren bringt Elektronikschrott derzeit eher Geld als dass es was
kostet, man muss halt vorher schon mal rumtelefoniert haben und die
Preise und Regionen kennen, damit man im Bedarfsfall unverzüglich
anrufen kann.
Autor: Hary (Gast)
Datum:

@Mike Hammer
>Daher würde ich mich noch nicht gänzlich festlegen, sondern eine
>Betriebsform wählen die nicht so offensichtlich ist.
>"Consultings" oder "...Büro" bietet sich da an und ist so was
>wie eine beratende Tätigkeit

vielen Dank für die Info, das wusste ich nicht
Autor: rmk (Gast)
Datum:

Hallo Bürovorsteher,

da ich ebenfalls schon (gezwungener Weise) selbständig war, habe ich
eine Frage zu deiner Feststellung (die ich teile...) "man solle bereits
vor Gründung der Selbständigkeit Aufträge fest in der Tasche haben...".
WIE macht man das denn?

Bei mir war es ein gleitender Übergang zwischen Aquise, Werbung und
tatsächlich einen Auftrag zu bekommen. Alles Werben für viel Geld hat
nicht einen Penni eingebracht. Letztendlich hatte ich Firmen kontaktiert
die freiberufliche Annoncen geschaltet hatten. Ich kann euch sagen das
ist mühsam und letztendlich Glücksspiel. Vom Hören-Sagen kam last but
not least dann doch noch der eine oder andere Auftrag. Als Dienstleister
in der E-Entwicklung bekommst Du bestenfalls in Spitzenzeiten etwas vom
Kuchen ab, dann nämlich wenn die Firmen gerade nicht genug "man power"
haben.

Später hatte ich es mal mit Modellbauelektronik versucht. Wurde
allgemein als tolles System angesehen, aber alle hielten nur die Hand
auf. Beispiel: Fachzeitschriften, die mein Produkt(e) vorstellen
wollten, aber nur gegen harte Währung, nicht gerade wenig..., und
Annoncen schalten in den entsprechenden Zeitschriften natürlich. Macht
man da nicht mit, wird man am Markt völlig ignoriert und das Internet
ist auch nur dann hilfreich, wenn man entsprechend investiert.
Autor: Loonix (Gast)
Datum:

Axel Laufenberg schrieb:
> Das Vertriebsproblem.
>
> Man muss eben an Aufträge kommen.

Vertrieb != Aquise

Das ist auch ein Grund, warum viele scheitern: Keine Ahnung und trotzdem
mitreden wollen...
Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

> da ich ebenfalls schon (gezwungener Weise) selbständig war, habe ich
> eine Frage zu deiner Feststellung (die ich teile...) "man solle bereits
> vor Gründung der Selbständigkeit Aufträge fest in der Tasche haben...".
> WIE macht man das denn?

Genau das ist das Problem, ich hätte es anderherum sagen müssen: wenn du
keine Aufträge in der Tasche hast, solltest du das Ding mit der
Selbständigkeit erst mal sein lassen. An dieser Stelle lässt sich der
Bulle auch mit Gewalt nicht melken.

> Alles Werben für viel Geld hat nicht einen Penni eingebracht.

Das deckt sich exakt mit meinen Wahrnehmungen. Vllt hilft das inverse
Verfahren, indem du du Messen abtingelst und den Verkäufern etwas
verkaufst.

> Als Dienstleister in der E-Entwicklung bekommst Du bestenfalls in
> Spitzenzeiten etwas vom Kuchen ab, dann nämlich wenn die Firmen gerade
> nicht genug "man power" haben.

So ist es. Und auch dann noch wird der Preis deiner Arbeit solange
gedrückt, dass es am Ende für den Arsch ist. Deshalb übernehme ich keine
Entwicklungsarbeiten mehr, wenn diese nicht adäquat bezahlt werden bzw.
keine nachfolgende Fertigung (durch mich) dran hängt.

Möglicherweise habe ich mehr Glück als Verstand gehabt, allerdings
musste ich 15 Jahre durchhalten, bevor die Geldquelle richtig zu
sprudeln anfing.
Autor: rmk (Gast)
Datum:

Nun bei mir waren es gerademal 4 Jahre. Und du hast recht, durchhalten.
Wäre damals nicht mein Frauchen gewesen ("...mach was mit stetem
Gehalt..."), ich hätt's nicht aufgegeben. Es war halt ein 3/4 Jahr ohne
Neuauftrag und dann kommt man halt ins Grübeln wenn man andererseits bei
einem großen Konzern eine neue Chance bekommt. Nach einem Jahr habe ich
dann erfahren, daß einer meiner Kunden (Bosch) nicht erfreut war, daß
ich aufgehört hatte. Da AUDI mich als selbständig Gewerbetreibenden
akzeptiert hatte.
Die wollen normalerweise keine Selbständigen. Meine wirtschaftliche
Zukunft wäre wohl ziemlich abgesichert gewesen soweit ich das heute
beurteilen kann. Leider hatte sich deshalb Bosch ein anderes Büro
gesucht und gefunden. Na ja kein Wunder, die waren recht zufrieden mit
mir. Samstag/Sonntagarbeit selbstverständlich, kurz mal vorbeikommen und
"...können Sie das mal bis Montag fertig machen...". Hat mich auch nicht
sonderlich gewundert, weil der Bosch ist wie die Autofirmen. Nur
Projektleiter, nischt selber entwickeln, nur zukaufen...
Fairerweise muß ich sagen, daß die Bezahlung ok war. Liegt aber auch
daran, daß ich grundsätzlich Fixpreise gemacht habe.
Autor: Sagen wir mal NoName (Gast)
Datum:

Stefen schrieb:
> Es gibt auf dem et markt soviele nicht optimale Produkte, wieso nicht
> das eine oder andere verbessern und mit auf dem Markt? man muss halt die
> Kunden von dem neuen Produkt überzeugen!

Richtig! nur:

musst du an die Kunden rankommen, die meisten die das suboptimale
Produkt haben, haben sich damit abgefunden und kaufen kein neues

{
(wer bringt eine Artikel zurueck der nicht 100% sonder zb. nur 90%
dem entspricht was man sich vorstellt, hatte zb. vor einiger zeit
ein 'Türmelder' f. 1.99€ gekauft der defekt war, mein Kumpel war
entsetzt als ich sagte das ich ihn (den Türmelder ;) ) beim
naechsten Einkauf zurueckbringe,sine Worte: "der ist doch Kaputt,
schmeiss Ihn weg"
}

und wenn du es wirklich schaffst da mitzumischen verklagt dich der
Produzent des suboptimalen Produktes wg. irgendwelcher dubioser
Sachen (Patentverletzung, Gebrauchsmusterschutz, oder wasweissichwas)
und dann stehen schon mal direkt zehntausende von Euro im Raum an
Anwaltsgebuehren und eine Einstweilige Verfuegung und wenn du es
wirklich durchziehen kannst dauert es bei den deutschen Gerichten
Jahre, als einmann Firma haellst du das nicht durch (ausser 'Papa'
hat genug Geld oder so...)
HAB ICH SELBER ERLEBT, mein Glück war das ich Zeugen hatte das
der angebliche Erfinder nur das Patent angemeldet hatte, alles
andere hat er 'geklaut' ; und mein Produkt im Hobbybereich Anwendung
fand, sein Patent fuer Professionelle Anwendungen angemeldet war.
Auch war der von Ihm angegeben Streitwert mindestens um Fator 100
zu hoch, ich wollte mich bei seinem zustaendigen Finanzamt
erkundigen ob fuer den angegeben Umsatz Steuern bezahlt wurden und
die Fachpresse ueber sein vorgehen Informieren darauf wollte er es
nicht ankommen lassen und hat seinen Anwalt zurueckgepfiffen und
alles Abgeblasen, aber soviel Glueck haben die wenigsten.

Das Klagen & Abmahnen wegenwasweissichwas ist mitlerweile zum
Volkssport geworden, der doofe Deutsche laesst es sich ja
gefallen.....


So Stefen, i hoffe i hab dir und event. auch anderen
etwas die 'Augen geoeffnet', Theoretisch ist sooo viel
machbar....


 

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