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Forum: Platinen KiCad: Bibliotheken verwalten


Autor: Johannes (Gast)
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Hallo,

ich versuche mich gerade in KiCad einzuarbeiten und möchte dazu auch 
eigene Bibliotheken erstellen. Ich finde jetzt irgendwie kein Werkzeug, 
mit dem man einigermaßen komfortabel Bauteile von einer Bibliothek in 
eine andere kopieren bzw. mehrere Bauteile aus einer Bibliothek löschen 
kann.

Einzelne Bauteile kann man im "Bauteilebibliothekseditor" löschen und 
kopieren, das ist aber ziemlich mühsam.
Ideal wäre eine Art Browser, in dem man z.B. zwei Bibliotheken 
gleichzeitig öffnen kann und dann ähnlich wie im Windows-Explorer 
kopieren, löschen, verschieben, ...

Gibt es so etwas für KiCad, vielleicht auch als externes Tool?

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Johannes.

> ich versuche mich gerade in KiCad einzuarbeiten und möchte dazu auch
> eigene Bibliotheken erstellen.

Gute Idee.


> Ich finde jetzt irgendwie kein Werkzeug,
> mit dem man einigermaßen komfortabel Bauteile von einer Bibliothek in
> eine andere kopieren bzw. mehrere Bauteile aus einer Bibliothek löschen
> kann.

Ich kenne auch keins. Aber ein recht brauchbarer Workaround um relativ 
komfortabel Bibliotheken umzusortieren ist, alle Ausgangsbibliotheken 
die benötigt werden, einzubinden, und dann daraus die Symbole bzw. 
Module einfach ohne irgendwelche Verbindungen oder sonstwas in einen 
neuen leeren Schaltplan oder ein neues leeres Board einzufügen.

Wenn Du den Schaltplan dann in EESchema abspeicherst und schliesst, legt 
KiCAd im Verzeichnis des Schaltplanes eine neue Library mit dem Namen 
"Schaltplanname-cache.lib" an, die alle Symbole aus dem Schaltplan 
enthält.
Die kannst Du jetzt mit einer Dateiverwaltung beliebig umbenennen und 
durch die Gegend schieben.

Mit Modulen aus dem Board geht das ähnlich. Allerdings wird hier die 
Modulbibliothek nicht automatisch angelegt, sondern erst auf 
Anforderung, wenn Du unten aus der Linken Werkzeugleiste in PCBnew 
"Archiviere Footprints" wählst. Aber dann wirst Du sogar nach 
gewünschtem Speicherort und Dateinamen gefragt.


> Einzelne Bauteile kann man im "Bauteilebibliothekseditor" löschen und
> kopieren, das ist aber ziemlich mühsam.
> Ideal wäre eine Art Browser, in dem man z.B. zwei Bibliotheken
> gleichzeitig öffnen kann und dann ähnlich wie im Windows-Explorer
> kopieren, löschen, verschieben, ...

Die oben beschriebene Methode ist zwar irgendwie von hinten durch die 
Brust ins Auge, macht aber bis auf Löschen in den Originalbibliotheken 
eigentlich genau das. Da Du "Referenzen" und "Wert" in
EEschema bzw PCBnew editieren kannst, kanst du auch umbenennen.

>
> Gibt es so etwas für KiCad, vielleicht auch als externes Tool?

Soviel ich weiss nicht. Wenn Du Programmieren kannst, solte es für dich 
aber kein Thema sein, sowas zu schreiben. Wenn Du Dir die .lib und .mod 
Bibliotheken mit einem Editor anschaust, wir Dir der grundsätzliche 
Aufbau schnell klar. Und auch mir als informatikmäßig recht unbedarftem 
ist es schnell gelungen, per Editor und "Copy+paste" eine 
funktionierende neue Bibliothek zusammenzuhauen. Das Verfahren von 
weiter oben kannte ich da noch nicht, das ist ja noch einfacher.....

Jedenfalls funktioniert der Workaround so gut, das eine Verbesserung der 
Editierfunktion in diesem Punkte wohl nicht sehr weit oben auf der 
Todo-Liste der Programmierer steht. Bedenke, die machen das für Spass 
und nicht zum Broterwerb oder um Kunden zufriedenzustellen.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: Johannes (Gast)
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Hallo Bernd,

>> ich versuche mich gerade in KiCad einzuarbeiten und möchte dazu auch
>> eigene Bibliotheken erstellen.
>
>Gute Idee.

Worauf bezieht sich denn dein Kommentar? Ich habe den Eindruck, dass die 
meisten KiCad-Anwender nur Bauteile aus den mitgelieferten Bibliotheken 
verwenden und deshalb keine eigene Bibliothek pflegen möchten.

Ich war mir irgendwie nicht so sicher, ob es wirklich eine gute Idee 
ist, mit eigenen Bibliotheken zu arbeiten.

Oder meinst Du, dass es eine gute Idee ist sich überhaupt mit KiCad zu 
beschäftigen.

Auf jeden Fall vielen Dank für den Tip, der Workaround hört sich gut an. 
Da wäre ich von alleine nicht so schnell drauf gekommen.

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Johannes.


> Worauf bezieht sich denn dein Kommentar? Ich habe den Eindruck, dass die
> meisten KiCad-Anwender nur Bauteile aus den mitgelieferten Bibliotheken
> verwenden und deshalb keine eigene Bibliothek pflegen möchten.

Den Eindruck habe ich zwar auch, aber aus meiner Erfahrung mit Orcad, 
Eagle und jetzt KiCAD weiss ich, daß Bibliotheken zwar gut sein können, 
aber nie so gut, das wirklich alles abgedeckt wird. Mag sein, daß das 
der Fall ist, wenn man sich auf Microkontroller und deren engste 
Peripherie beschränkt. Aber sobald es etwas weiter geht, kommen doch 
Wünsche auf.....

Jedenfalls sind die Orginal Bibliotheken von KiCAD relativ wenig 
umfangreich. Das fängt schon damit an, das Du im Original keine 
EN60617/DIN617 Symbole hat, sondern nur Amikram. Das ist wie ein 
schlecht sitzender Anzug: Er bedeckt zwar die Blöße, kneift aber 
überall. :-)

Mit einer Vollkasko Mentalität, die alles gut vorgekaut erwartet, ist 
dann schnell das Ende des Möglichen erreicht.

Das ist ja auch der Grund, warum ich hier Bibliotheken einstelle. Immer 
wenn ich was bastle, fehlt mir für irgendein Teil ein Footprint oder ein 
Symbol. Nun, dann mache ich es halt und stelle es hier ein. Oft fallen 
mir auch noch irgendwelche "Wenns und abers" ein.....darum für das 
gleiche Teil unterschiedliche Footprints. z.B. besonders große Pads für 
robuste, rustikale Designs, die sich unter jeder Brücke in einer alten 
Kloschüssel ätzen lassen. ;-)

Desweiteren findet man beim Ausschlachten oft Bauteile die hierzulande 
ungängig sind. z.B. Kühlkörper aus alten Computernetzteilen. Oder ich 
hätte gerne Universalfootprints, weil ich bei Ausschlachtmaterial nie 
genau sagen kann, welche Bauform ich denn nun für ein bestimmtes Teil 
zur Verfügung habe.
Ok, das bedeutet auch oft Abstriche bei anderen Eigenschaften, aber es 
bleiben genug sinnvolle Anwendungsfälle über. Zumindest für mich.

Es ist sowohl eine gute Idee, sich in KiCAD einzuarbeiten, als auch 
Bibliotheken selber zu erstellen. Besonders, weil es in KiCAd auch 
zimlich einfach ist.


> Ich war mir irgendwie nicht so sicher, ob es wirklich eine gute Idee
> ist, mit eigenen Bibliotheken zu arbeiten.

Oh doch. Selbst wenn Du die ideale Bibliothek nach IPC hast, ist diese 
ein Kompromiss nach verschiedenen Randbedingungen. Das heisst nicht, das 
dieser Kompromiss nicht unter anderen Randbedingungen anders ausfallen 
kann.

Das viele Leute so auf Normen pochen, hat mehr mit Verwaltungs- und 
Vertragsrechtgründen zu tun, als mit technischen Gründen. Diese Gründe 
sind zwar ernstzunehmen, aber auch permanent zu hinterfragen.

> Oder meinst Du, dass es eine gute Idee ist sich überhaupt mit KiCad zu
> beschäftigen.

Ja. Selbst wenn Du damit nicht dienstlich arbeiten willst, ist es eine 
gute Idee, mal über den Tellerand zu schauen, und zu sehen, daß es noch 
andere Methoden gibt, eine gegebene Aufgabe zu erledigen. :-)


> Auf jeden Fall vielen Dank für den Tip, der Workaround hört sich gut an.
> Da wäre ich von alleine nicht so schnell drauf gekommen.

Ein großer Teil der Freiheiten, die KiCAD bietet, ist, das Du vieles 
zweckentfremden kannst, und mehrfach oder rückwärz anwenden kannst. Ist 
mir auch nicht sofort aufgefallen. ;-)

Aber schaumal hier: 
http://www.mikrocontroller.net/wikifiles/4/41/Buil...
Ist Leider nicht fertig.

Letztens habe ich auch gesehen, das man fertig geroutete Boards in 
PCBnew einfügen kann, und damit herumexperimentiert. Das erweitert die 
Möglichkeiten von KiCAD enorm. Allerdings muss die komplette Annotation 
dabei von Hand geändert werden. Das ist etwas mühsam und leider auch 
fehleranfällig.....aber immerhin. So kannst Du ein Design aus Modulen 
zusammnezimmern, die Du nur noch geringfügig anpasst. Und dort wäre ein 
Tool deutlich wichtiger, aber auch sehr viel schwerer umzusetzten.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Johannes schrieb:

> Worauf bezieht sich denn dein Kommentar? Ich habe den Eindruck, dass die
> meisten KiCad-Anwender nur Bauteile aus den mitgelieferten Bibliotheken
> verwenden und deshalb keine eigene Bibliothek pflegen möchten.

Das kann ich für uns hier nicht unterschreiben. Wir haben alle 
verwendeten Bauteile selbst entworfen - teils, weil die 
Originalbibliotheken fehler enthielten, teils, weil die Bauteilgrößen 
überhaupt nicht zusammenpassten (Pinabstand, Textgröße, Länge, 
Bezeichnungen, Bauteilgröße) und die entstehenden Schaltpläne besch.... 
aussahen.

Das Erstellen von Bauteilen/Bibliotheken ist wirklich einfach. Dadurch, 
dass wir die Bauteilwerte nicht mit hineinschreiben, hält sich die Menge 
der eigenen Bauteile wirklich sehr im Rahmen. Unsere transistor.lib 
enthält z.B. nur allgemein gehaltene Symbole "Bipolar-NPN-EBC" (= 
bipolarer NPN-Transistor mit EBC-Pinbelegung). Erst bei Verwendung trägt 
man dann BC817 etc. ein. So hat man dann mit 30 Bauteilen sämtliche 
Transistoren abgedeckt. Ähnliches gilt für die resistor.lib
Sollte man wirklich Bauteile haben, die man immer einsetzt, kann man ja 
noch einen Alias setzen.

> Ich war mir irgendwie nicht so sicher, ob es wirklich eine gute Idee
> ist, mit eigenen Bibliotheken zu arbeiten.

Doch, das ist sogar eine sehr gute Idee, wenn man einen einheitlichen 
"Look" der Bauteile erzielen möchte und Fehler in Bauteilen richtig Geld 
kosten ;-)

> Oder meinst Du, dass es eine gute Idee ist sich überhaupt mit KiCad zu
> beschäftigen.

Mittlerweile hat KiCAD wirklich einen Status erreicht, der die Anwendung 
in kommerziellen Projekten erlaubt (wir arbeiten schon seit Jahren 
damit). Und warum solltest Du als Einsteiger Geld ausgeben oder Dich 
einschränken? KiCAD hat gegenüber kommerziellen Lösungen keine Nachteile 
(mehr).

Chris D.

Autor: Strubi (Gast)
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Hi Johannes,

Johannes schrieb:
> Einzelne Bauteile kann man im "Bauteilebibliothekseditor" löschen und
> kopieren, das ist aber ziemlich mühsam.
> Ideal wäre eine Art Browser, in dem man z.B. zwei Bibliotheken
> gleichzeitig öffnen kann und dann ähnlich wie im Windows-Explorer
> kopieren, löschen, verschieben, ...

Ich bin an einer Web-Version von sowas, momentan kann man 
kicad-libraries hochladen, die werden dann als einzelne Bauteile in 
einem XML-Format in die Datenbank eingespiesen. Die User-Verwaltung und 
Versionskontrolle ist noch nicht fertig, es ist aber soweit 
implementiert, dass man sich als User einzelne Bauteile quasi abonniert, 
die dann in eine kicad-lib compiliert und heruntergeladen werden 
koennen.
Solltest hier einen weiteren Thread dazu finden, allerdings wurde es 
nach anfaenglichen Enthusiasmus wieder sehr still, deshalb bin ich 
momentan nur alleine in freien Minuten daran. Wird also vor Maerz 2011 
nicht fertig sein.

Das Framework kannst du im Prinzip unter dclib.stationX.ch/parts/ 
anschauen (ersetze X durch 5). Habe aber lange nichts mehr geupdated 
dort.

Gruesse,

- Strubi

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