Gast
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Seid gegrüßt! Vorletzte Woche stellte Rigol auf einer Pressekonferenz[1] im Rahmen der Elektronica Messe in München - natürlich in englischer Sprache - die neue Produktreihe vor, die beim Besuch deren Homepage www.rigol.com neuerdings direkt ins Auge springt. [1] Page 66: http://download.messe-muenchen.de/media_pub/mediacenter/evdb2/exports/electronica2010/events_en.pdf?r=952873037 Hier im Forum wurde schon mehrfach diskutiert, dass die Preise für Rigol Geräte in Deutschland im Vergleich zur USA und China unverhältnismässig hoch sind. Ich habe die Einladung zu der Pressekonferenz auch als Gelegenheit genutzt, um diesem Umstand auf den Grund gehen und die Sitution exemplarisch am Rigol DS1052E festgemacht. Das Gerät scheint sich - auch hier im Forum - zu einem beliebten Oszilloskop für Semi-Professionelle und Bastler zu entwickeln. Viele würden sich - insbesondere nach der vom Dave Jones Review im EEVBlog angestoßenen Diskussion - dieses Oszilloskop zulegen, wenn in Deutschland ein ähnliches Preisniveau herrschte, wie in den USA oder China. Die weltweit hohe Verfügbarkeit prädestiniert es gleichzeitig für einen exemplarischen internationalen Preisvergleich. Das DS1052E kostet in US $399 inklusive weltweitem Versand, was etwa 290 Euro entspricht. Einen ordnungsgemäßen Versand mit aufgeklebter CN22 Zollinhaltserklärung auf der Verpackung vorausgesetzt, fällt an zusätzlichen Kosten lediglich 19% Umsatzsteuer entsprechend 55 Euro an, so dass sich ein mit einem deutschen Angebot vergleichbarer Endpreis von etwa 345 Euro ergibt. Man bekommt die Ware dann auch zum Zielort zugestellt und muss kein Zollamt aufsuchen. Die Umsatzsteuer und möglicherweise eine Service Pauschale von wenigen Euro (bei der Deutschen Post kostenlos) ist bei Empfang nachzuentrichten. Zoll fällt für Oszilloskope nicht an. Diesen Preis von 345 Euro habe ich den Vertriebsverantwortlichen von Rigol vorgerechnet. Zudem habe ich die Frage gestellt, warum bis dato keine Distributoren in Europa auf deren Homepage genannt seien. Bei diesem Punkt nahm man mir gleich den Wind aus den Segeln: Mit Beginn der Electronica sei die Rigol Homepage völlig neu gestaltet und diese aufgelistet. Da ich mein Notebook nicht quer über die Electronica geschleppt habe, wollte ich den deutschen Distributor wissen und sie nannten mir erst auf Nachdruck schließlich ... Conrad. Einige aus dem Auditorium reagierten darauf mit einem "Haha" und "Oje" oder ließen abfällige Kommentare fallen. Ein Blick auf die Hopepage bestätigt im Nachhinein dann auch, dass der aktuelle Conrad Preis 589,05 Euro beträgt - ganze 240 Euro mehr, als bei einem legalen Eigenimport aus den USA. Nun schaltete sich der dort vertriebsverantwortliche Chris Armstrong aus den USA ein. Er betonte, dass die derzeitigen US-Preise eine Sonderaktion seien, und der tatsächliche US-Preis beispielsweise für das DS1052E bei $500 und ein paar Gequetschten läge. Auf meine Nachfrage an die Chinesen, ob solche Sonderaktionen nicht mit Conrad zu machen seinen und warum dieser als offizieller Distributor in Deutschland bei einer Pressekonferenz in Deutschland nicht anwesend sei, erntete ich nur Schulterzucken bzw Schweigen. Die vertriebsverantwortlichen Chinesen waren offensichtlich mit der Situation vollkommen überfordert. Zudem beiligten sich neben mir lediglich drei weitere Personen an der technischen Diskussion über die Features der neuen Geräte, die sich die Chinesen offensichtlich erhofft hatten. Der notwendige Sachverstand schien einer Vielzahl von Pressevertretern erstaunlicherweise zu fehlen, wie sich an den vielen leeren Blicken ablesen ließ. Als dann noch die o.g. Preisdiskussion mit nun wieder zunehmendem Interesse des Auditoriums in den Mittelpunkt geriet, war dann offensichtlich jegliche Erwartungshaltung enttäuscht worden. Der Focus auf die Electronica mit neuer Homepage und als großartige Eröffnungsveranstaltung der neuen Produktreihe schien nicht so funktionieren, wie man es sich vorgestellt hatte. Hoffentlich wirkt dies nach und Rigol bemüht sich zukünftig auch in Europa und Deutschland um ein ähnliches Preisniveau wie anderswo, damit sich die Kunden zukünftig nicht mehr mit Selbstimporten herum schlagen müssen. Grüße Spatz