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Forum: Offtopic [Mythbusting] Warum gehen alte Röhrenmonitore bei falschen Videomodi kaputt?


Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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Hallo Zusammen,
weshalb ist in älteren Büchern zu lesen, dass Röhrenmonitore bei ihnen 
nicht genehmen Videomodi kaputt gehen können? Wird da der Zeilentrafo 
direkt mit der Horizontalfrequenz angesteuert oder weshalb? Oder ist das 
alles nur eine urban legend?

Mfg, Lukas

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> Wird da der Zeilentrafo direkt mit der Horizontalfrequenz angesteuert

ja

Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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Wegstaben Verbuchsler schrieb:
>> Wird da der Zeilentrafo direkt mit der Horizontalfrequenz angesteuert
>
> ja
Au weia, hat das Geld nicht für nen einfachen 15kHz Oszillator gereicht?

Autor: A. K. (prx)
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Luk4s K. schrieb:

> Au weia, hat das Geld nicht für nen einfachen 15kHz Oszillator gereicht?

Diese Monitore wurden mit Festfrequenz betrieben. Weshalb Geld zum 
Fenster rauswerfen?

Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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A. K. schrieb:
> Luk4s K. schrieb:
>
>> Au weia, hat das Geld nicht für nen einfachen 15kHz Oszillator gereicht?
>
> Diese Monitore wurden mit Festfrequenz betrieben. Weshalb Geld zum
> Fenster rauswerfen?
Naja, die Gefahr dass der Bildschirm bei falschem Videomodus kaputt geht 
vs. paar Cent mehr für nen Oszillator...

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Luk4s K. schrieb:
> A. K. schrieb:
>> Luk4s K. schrieb:
>>
>>> Au weia, hat das Geld nicht für nen einfachen 15kHz Oszillator gereicht?
>>
>> Diese Monitore wurden mit Festfrequenz betrieben. Weshalb Geld zum
>> Fenster rauswerfen?
> Naja, die Gefahr dass der Bildschirm bei falschem Videomodus kaputt geht
> vs. paar Cent mehr für nen Oszillator...

In der Masse macht das was aus. Nicht für dich, für den Hersteller.
Und ausserdem: Wer soll die neuen Monitore kaufen, wenn die alten nicht 
kaputt gehen?

Muss man halt ein wenig darauf aufpassen, was man tut. So war das früher 
eben: Rundum-Sorglospakete gabs nur im Reisebüro.

Es soll damals sogar PC-Einsteckkarten gegeben haben, die sofort den 
Löffel abgegeben haben, wenn man sie an der Steckerleiste antatschte und 
sich nicht vorher geerdet hat :-)

Autor: Icke ®. (49636b65)
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Die Problematik betrifft nur sehr alte CRTs. Die neueren, die etwas 
"Intelligenz" enthalten, schalten i.d.R. mit der Meldung "Out of Range" 
einfach ab.

Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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Icke ®. schrieb:
> Die Problematik betrifft nur sehr alte CRTs.

Kannst du ein ungefähres Datum nennen?

Autor: Icke ®. (49636b65)
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Einen Zeitraum zu benennen, ist schwierig. Wenn ich mich recht erinnere, 
kamen Mitte der 90er die ersten Monitore auf, die in der Lage waren, 
Einstellungen für verschiedene Auflösungen zu speichern. Die meisten 
davon erkannten auch auch unzulässige Frequenzen. Nach dem Jahr 2000 
gebaute Monitore müßten das alle können.

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Luk4s K. schrieb:
>>> Wird da der Zeilentrafo direkt mit der Horizontalfrequenz angesteuert
>>
>> ja
> Au weia, hat das Geld nicht für nen einfachen 15kHz Oszillator gereicht?

Nö, am Geld lags nicht.
Die Schaltungen waren noch nicht so hoch integriert, oftmals nur mit 
Transistoren aufgebaut.

Die Ablenkung hat hauptsächlich für die notwendige Grundlast gesorgt.
Ansonsten wäre die Hochspannung bei schwarzem Bild hochgelaufen und es 
hätte im Monitor gefunkt und die Transistoren zerschossen.

Ältere Farbfernsehr hatten sogar ne Ballast-Triode (PD510) zur 
Stabilisierung, die bei Schwarz die Leistung verpulverte.

Zuverlässige Schaltnetzteile und die entsprechenden ICs mußten ja auch 
erstmal entwickelt werden.


Peter

Autor: Frank K. (fchk)
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Luk4s K. schrieb:
> Icke ®. schrieb:
>> Die Problematik betrifft nur sehr alte CRTs.
>
> Kannst du ein ungefähres Datum nennen?

Nimm das Erscheinungsdatum von Windows 95 als Richtwert. Win95 verlangte 
VGA, Win31 mochte kein Hercules mehr, nur noch EGA/VGA.

Anfällig waren im Allgemeinen nur die Hercules Monochrom sowie einige 
CGA/Video-Monitore.

fchk

Autor: Icke ®. (49636b65)
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Frank K. schrieb:

> Win31 mochte kein Hercules mehr, nur noch EGA/VGA.

Windows 3.1 lief problemlos mit Hercules. Ich habe um 1994 herum noch 
einige Gebrauchtrechner so verkauft. Natürlich kein Augenschmaus, da nur 
drei "Farben" darstellbar waren (schwarz, weiß, hellweiß). Aber es ging.

> Anfällig waren im Allgemeinen nur die Hercules Monochrom sowie einige
> CGA/Video-Monitore.

Anfällig waren auf jeden Fall auch die VGA-Monitore der prädigitalen 
Ära, also bei denen die Signalaufbereitung noch rein analog erfolgte. 
Mir hats auch einen zerschossen.

Autor: Ben ___ (burning_silicon)
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naja das problem ist die verlustleistung der bauteile, die bei hohen 
frequenzen ansteigt. also nicht nur der zeilentrafo, sondern auch die 
ablenkeinheiten und bildröhrentreiber. besonders die horizontale 
ablenkung ist da kritisch. das braucht dann alles mehr strom und wird 
entsprechend wärmer, wenn die teile dafür nicht ausgelegt sind 
überhitzen sie mehr oder weniger schnell und rauchen schließlich ab.

Autor: Johnny B. (johnnyb)
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Luk4s K. schrieb:
> Wegstaben Verbuchsler schrieb:
>>> Wird da der Zeilentrafo direkt mit der Horizontalfrequenz angesteuert
>>
>> ja
> Au weia, hat das Geld nicht für nen einfachen 15kHz Oszillator gereicht?

Auch schon damals konnte man die Auflösung, Bildwiederholfrequenz und 
interlaced / non-interlaced einstellen bzw. war je nach System 
verschieden. Dadurch geht es natürlich nicht mit einem fixen 15kHz 
Oszillator. Die besseren Monitore von damals die das konnten, nannten 
sich multisync fähig und stellten sich in gewissen Grenzen automatisch 
auf das eingespiesene Bild ein.
http://en.wikipedia.org/wiki/Multisync_monitor

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Peter Dannegger schrieb:
> Ältere Farbfernsehr hatten sogar ne Ballast-Triode (PD510) zur
> Stabilisierung, die bei Schwarz die Leistung verpulverte.

... und die eine nicht zu verachtende Quelle von Röntgenstrahlung
(hinter dem Fernseher!) war.  Interessant, dass der Color 20 schon
1969 ohne sowas auskam, während andere Gerätekonzepte noch recht
lange an diesem Teil festgehalten haben.

(Deutet das "D" in PD510 nicht auf eine Tetrode hin?)

Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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Johnny B. schrieb:
> Luk4s K. schrieb:
>> Wegstaben Verbuchsler schrieb:
>>>> Wird da der Zeilentrafo direkt mit der Horizontalfrequenz angesteuert
>>>
>>> ja
>> Au weia, hat das Geld nicht für nen einfachen 15kHz Oszillator gereicht?
>
> Auch schon damals konnte man die Auflösung, Bildwiederholfrequenz und
> interlaced / non-interlaced einstellen bzw. war je nach System
> verschieden. Dadurch geht es natürlich nicht mit einem fixen 15kHz
> Oszillator. Die besseren Monitore von damals die das konnten, nannten
> sich multisync fähig und stellten sich in gewissen Grenzen automatisch
> auf das eingespiesene Bild ein.
> http://en.wikipedia.org/wiki/Multisync_monitor

Man sieht dass, ich erst in der Flachbildschirm-Ära sozialisiert wurde;)

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