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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Transistor - Kollektor, Emitter


Autor: Jochen J. (Gast)
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Hallo...ich streite mich jetzt schon eine ewigkeit mit ein paar anderen
rum. Es geht um die beschaltung eines Transistors (NPN). Ich habe
behauptet, dass es egal ist, wie rum man den collector und emitter
anschließt. Der Transistor ist ja symetrisch zur horizontalen achse
aufgebeut. Ausser vielleicht, dass die Dotierungen anders sind. Ich
habe beideVarianten getestet und beide haben funktioniert. Aber die
anderen glauben mir trotzdem nicht.

Dazu bitte das hochwissenschaftliche Bild im Anhang anschauen.
Ich sage, dass beide varianten gleichermassen funktionieren.
Sagt mal was ihrr dazu meint.

MfG Jochen

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Es gibt schon erhebliche Unterschiede:

1.
Die Stromverstärkung ist etwa um den Faktor 10 geringer.

2.
Die BE-Strecke kann in Sperrrichtung nur etwa 8V ab.
D.h. ein 50V-Transistor fliegt Dir bei Vertauschung um die Ohren.


Peter

Autor: Jochen J. (Gast)
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@peter dannegger: Danke für deine schnelle antwort.
Es geht hier um die beschaltung an TTL bausteinen mit einem
vorgeschalteten 2,2 K Widerstand an der Basis. Am Transistor hängen 2
Leds in reihe mit einem 100 Ohm Widerstand (auch in reihe).
Da wär es doch in Prinzip egal, wie rum ich meinem Transistor einbaue.
Oder ? Der Transistor ist hier ein schalter, kein Verstärker. Und 8V
fallen bei den 5V an der BE-Strecke ja wohl nicht an ;)

MfG

Autor: Michael (ein anderer) (Gast)
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@Jochen:

In manchen Schaltungen verwendet man einen Transistor tatsächlich
"verkehrt" herum. Ausser den Nachteilen die Peter schon beschrieben
hat, gibt es nämlich auch Vorteile:

Die Emitter-Kollektor-Sättigungsspannung ist geringer als die
Kollektor-Emitter-Sättigungsspannung. Ausserdem ändert sich das
Frequenzverhalten noch.

Man sieht auch öfters, einen Transistor verkehrt herum als Diode
geschaltet. Also Basis mit dem Emitter verbinden um die
Basis-Kollektor-Strecke als Diode zu verwenden. Wenn ich mich recht
erinnere, hat diese Schaltung den Vorteil einer sehr kleinen
Sperrschichtkapazität. Bin mir aber diesbezüglich nicht 100% sicher, ob
es genau dieser Vorteil war.

Vielleicht könntet ihr euch ja in der Mitte treffen:

- Egal ist es nicht, einen Transistor verkehrt herum zu benutzen, da
sich die elektrischen Eigenschaften "ändern".

- In manchen Situation (wenige Spezialfälle) hat der Inversbetrieb (so
heisst der Fachbegriff) aber Vorteile gegenüber dem Normalbetrieb.

Autor: AxelR. (Gast)
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Deine Annahme der Transistor sei Symmetrisch mit der Basis als
Mittelpunkt aufgebaut, trifft heute(eigentlich schon lang) nicht mehr
zu. Die Architektur im Transistor hängt stark von seinem
Verwendungszweck ab. Die BC "Diode" und die BE "Diode" sind also
bei weitem nicht identisch! Wurde aber oben schon angerissen...
Nimm einen OC71 im Glassgehäuse, da kannst Du GLück haben, dass er
symmetrisch aufgebaut ist.

Viele Grüße
AxelR.

Autor: peter dannegger (Gast)
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Bei den ollen Germaniums war die Basis das Substrat (deswegen heißt sie
Basis), die kleine Perle der Emitter und die große Perle der
Kollektor.

Solche OCs im Glasgehäuse hab ich auch noch rumliegen, ideal als
Rauschgenerator oder Temperatursensor.

Bei den Siliziums ist der Kollektor das Substrat (deswegen Gehäuse =
Kollektor).


Peter

Autor: AxelR. (Gast)
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BEi TTL Schaltkreisen wird der Transistor ABSICHTLICH im Inversbetrieb
gefahren. Aus:

http://www.uni-koblenz.de/~dmschmidt/vordiplom/tech/digi.doc

<Zitat>
TTL-Grundglieder:
  TTL-Grundglieder basieren auf verschiedenen schaltungstechnischen
Konzepten:
    - Multi-Emitter-Transistor
Sie haben mehrere Emittereingänge und bewirken eine UND-Verknüpfung der
Ein-gangssignale. Wenn ein oder mehrere dieser Eingänge auf L-Pegel (0V
< x < +0,8V) liegen, dann fließt ein eventueller Basisstrom über diese
Eingänge ab und die Kollek-tor-Emitterstrecke ist niederohmig. Dies
nennt  man den Normalzustand.
Liegen alle Emittereingänge auf H-Pegel schaltet der Transistor in den
Inversbetrieb. Das bedeutet, daß sich Emitter und Kollektor
vertauschen, so daß ein eventueller Ba-sisstrom zum voherigen Kollektor
abfließt. Die Stromverstärkung beträgt ca. 2%, so daß vorhergehende
Verknüpfungsglieder weniger belastet werden.
</Zitat>

Kannst ja mal
transistor inversbetrieb
im google eintippen...

AxelR.

Autor: Pink Shell (pinkshell)
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peter dannegger schrieb:
> Solche OCs im Glasgehäuse hab ich auch noch rumliegen, ideal als
> Rauschgenerator oder Temperatursensor.

Wenn du die schwarze Farbe abkratzt, funktionieren sie auch als 
Lichtsensor.

Autor: Jonas F. (wuschelkuchen)
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> Datum: 16.02.2005 10:52

hust

Autor: U. B. (pasewalker)
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@peter dannegger:

> Bei den Siliziums ist der Kollektor das Substrat
> (deswegen Gehäuse = Kollektor).

"Kollektor" kommt wohl von lat. colligere = „sammeln“.

In der Kirche gibt es sowas auch ...

Autor: Harald Wilhelms (wilhelms)
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U. B. schrieb:
> @peter dannegger:
>
>> Bei den Siliziums ist der Kollektor das Substrat
>> (deswegen Gehäuse = Kollektor).
>
> "Kollektor" kommt wohl von lat. colligere = „sammeln“.

Genau, und "Pink Shell" sammelt anscheinend alte Beiträge...
Gruss
Harald

Autor: Axel R. (axelr) Flattr this
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mich wundert hier garnichts mehr, ploppte gerade die Mail Benachrichtung 
auf.
Neuer Beitrag....

Ähhh, dachte ich : "neuer Beitrag, janee, klar"

Sollte man automatisch sperren, solche alten Beiträge. Wenns denn doch 
hyperwichtig ist, kann man drauf verlinken.

Axel R.

Autor: Bob (Gast)
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Wenn schon jemand den alten Beitrag herauszieht und dann
auch noch Latein bemüht:
"Transistor" kommt von
"transire" = "hinübergehen"

Je nach Beschaltung kann das dann schon doppeldeutig sein.

Schönen Sonntag noch.

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Transistor ist ein Kunstwort und setzt sich aus 2 Wörtern zusammen.
Transfer und Resistor

Ralph Berres

Autor: Flow (Gast)
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> Transfer
zu meiner Zeit ein "transform"
weil der Widerstand des Bauteils transformiert wird.

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Ich zitiere aus KFZ-Tech.de

Namensgebung
Der Begriff "Transistor" ist als Kunstwort aus "transfer resistor" 
entstanden, was auf Übertragung von Widerstandsänderungen von einer 
Grenzschicht zur anderen hindeutet.



Ralph Berres

Autor: sanctus (Gast)
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> "Kollektor" kommt wohl von lat. colligere = „sammeln“.

Ich kenne auch noch eine Kollekte in der Kirche ....

Autor: Udo Schmitt (urschmitt)
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sanctus schrieb:
>> "Kollektor" kommt wohl von lat. colligere = „sammeln“.
>
> Ich kenne auch noch eine Kollekte in der Kirche ....
Da werden aber keine Löcher gesammelt.

Autor: hinz (Gast)
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Udo Schmitt schrieb:
> sanctus schrieb:
>>> "Kollektor" kommt wohl von lat. colligere = „sammeln“.
>>
>> Ich kenne auch noch eine Kollekte in der Kirche ....
> Da werden aber keine Löcher gesammelt.

Knöpfe haben Löcher, und landen in der Kollekte.

Beitrag #3763621 wurde von einem Moderator gelöscht.

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