www.mikrocontroller.net

Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Bauteilauswahl nach Lastenheft und Analyse


Autor: MichiB (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo,

ich suche nach einer standardisierten Methode zur Auswahl von 
elektronischen Komponenten.

Ich suche ganz konkret nach einer Methode wie man aus dem Lastenheft für 
gängige Komponenten (Controller, passive Bauteile, usw.) zu einer 
begründeten Auswahl eines Bauteils kommt. Die Auswahl sollte an 
objektiven Parameter geschehen (Preis, Leistung, Stromverbrauch, 
Temperatur, usw.).

Kennt jemand ein Verfahren, dass eine Art Ranking/Vergleich 
verschiedener Bauteile ermöglicht?


Danke!

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ja. Sicher. Controller verwendet man die, die man schon immer verwendet 
hat. Dabei schaut man die Lagerhaltung zu minimieren. Also anstelle von 
20 aehnlichen Controllern verwendet man den Groessten in einer Reihe. 
Ich verwend den Mega644 anstelle der baugleichen kleineren zB Mega32. 
Passive Teile wie Caps, Widerstaende hat man eh die wichtigsten Typen ab 
Rolle, auch hier Lagerhaltung und externe Bestueckung beachten. Der 
externe Bestuecker verrechnet jede Rolle, die er einspannen muss. Mit 
einem 100nF macht man schon fast alles was Abblocken betrifft. Dann noch 
einen 1nF fuer EMV und man ist schon fast da. Ich hab noch 22pF fuer die 
Oszillatoren und 2.2uF fuer Spannungsregler. Dasselbe bei Widerstaenden.
Dann koennen sich die Philosophien auftrennen. Ein Kollege findet alle 
Bauteile, die mehr als 20cent kosten eh viel zu teuer, und verwendet 
lieber einzelne Transistoren, sofern die weniger als 0.6 cents kosten. 
Ich hab keine Muehe LP2951 als Spannungsregler zu verbauen, die kosten 
um die 12 cents, bei Hundert. Waehrend man bei den Teilen sparen kann, 
sollte man Servicefaelle unbedingt vermeiden, die sind teuer. 
Servicefaelle zu vermeiden beginnt schon beim Design. Also lieber den 
naechst groesseren Elko verbauen, wenn der dann sicher nicht aussteigt. 
Wenn es unguenstig laeuft, dann bedeutet ein Servicefall wegen eines 
Designfehlers auch ein neues Layout, eine neue Leiterplattenbestellung, 
einen Monat mindestens. Das bedeutet man benoetigt alle Erfahrung, die 
man bekommen kann. Also muss man Designs bolzen. Lieber ein Design mehr 
wie eins weniger.

Zurueck zum Thema. Es gibt also Designs, das kennt man alle Komponenten 
und deren Auslegung. Und dann gibts noch andere bei denen man die Teile 
zu kennen glaubt. Das sind dan die Jugend forscht Designs, die 
ploetzlich drei mal laenger dauern. Und dann gibt es noch die Designs, 
da ist alles neu. Das sind dann die lehrreichen Designs, die Unmengen an 
Zeit fressen. Und nochmals ein Layout ... und nochmals eine EMV Pruefung 
...

Autor: MichiB (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Hacky,

danke für deinen Betrag.

Was ich aber eigentliche Suche ist ein Verfahren, welches nach den im 
Lastenheft definierten Anforderungen die am besten geeignete Komponente, 
unter einer von mir vorgegebenen Auswahl, ermittelt.

Ich hätte eigentlich erwartet, dass es hierzu eine QS-Norm gibt, wie 
eine solches Bauteil/Materialauswahl durchzuführen ist. Habe aber bisher 
leider nichts gefunden.

Autor: Floh (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MichiB schrieb:
> Kennt jemand ein Verfahren, dass eine Art Ranking/Vergleich
> verschiedener Bauteile ermöglicht?

Such dir alle Bauteile zusammen, die die gewünschte Spezifikation haben 
(Spannung, Strom, Temperaturbereich,...).
Nun sucht man sich das aus, was man entweder sowieso schon hat 
(Standardbauteil), das billigste (bei großen Stückzahlen) oder das, was 
man recht einfach beziehen kann (z.b. als Privatperson alles z.b. vom 
einem Versender holen).
:-)

Autor: MichiB (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi,

es geht um die Selektion unter QS-Gesichtspunkten.

Ich suche ein standardisiertes Verfahren, welches das beste Material, 
Bauteil ermittelt.

Ich stelle mir ein solches Verfahren folgendermaßen vor:
Es gibt bewertete Eigenschaften, die unterschiedliche Wichtigkeit für 
das Projekt haben:
   - ROHS                 10
   - Spannungsfestigkeit  10
   - Stromverbrauch        5
   - Verfügbarkeit         8
   - Preis                 1
   - ...

So und nun habe ich z.B. eine Liste von Bauteilen, die diese 
Eigenschaften mehr oder weniger erfüllen.

Die Frage ist, wie man jetzt objektiv und nachvollziehbar unter 
Berücksichtigung aller Anforderungen die bestmöglichste Komponente 
findet.

Autor: Floh (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MichiB schrieb:
> Es gibt bewertete Eigenschaften, die unterschiedliche Wichtigkeit für
> das Projekt haben:
>    - ROHS                 10

wenn du Vorgabe ROHS machst, hat es keinen Sinn, nicht ROHS-konforme 
Bauteile überhaupt in die Auswahl zu nehmen.

>    - Spannungsfestigkeit  10
>    - Stromverbrauch        5

Naja, da schränkt sich die Auswahl ja auch ein?
Ich mein es fliegen alle Bauteile raus, die nicht genügend haben, aber 
grad bei der Spannungsfestigkeit will man ja nicht dramatisch 
übertreiben, da teurer. (Oder nimmst du für alles 400V-Kondensatoren?)

>    - Verfügbarkeit         8

Das ist wiederum natürlich wichtig, wobei das eigentlich auch direkt in 
der Bauteilliste realisiert wird, ich würd z.B. nie Samples oder 
abgekündigte Bauteile in so ne Auswahlliste hauen.

>    - Preis                 1

Jo klar, bei Gleichwertigkeit halt das billigere nehmen.

So ganz ist mir noch nicht klar, was du willst.
Die Anforderungen sollen ja erfüllt werden und nicht nach dem Motto, 
hier kann ich Abstriche machen, hier auch ...
Du wirst ja auch keine 2000 Auswahlmöglichkeiten für ein Bauteil haben 
oder?
Wie hacky schon erwähnte hab ich z.B. auch meine Standardbauteile, bei 
allem anderen ist mir persönlich wichtig, dass ichs als Privatperson gut 
bekomme.
:-)

Autor: H.Joachim Seifert (crazyhorse)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Und gerade dast Thema Verfügbarkeit kannste ziemlich aussen vor lassen. 
Ist zwar eigentlich sehr wichtig, aber die Verfügbarkeit hat die 
dämliche Eigenschaft, sich zu ändern, manchmal dramatisch...

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Aeh. Ja. Das Wichtigste habe ich vergessen. Bevor ich ein Design 
beginne, will ich die Teile vor mir auf dem Tisch haben. Genau die 
Teile. Und will wissen wo ich mehr, wann und zu welchen Bedingungen 
bekomme. Ploetzlich gibt es sie dann nur in einem anderen Gehaeuse als 
im Design usw. Alles schon gehabt. Ja. Muster verwende ich keine, da 
nicht unbedingt nachbeziehbar.

Die Bauteile muessen natuerlich die Bedingungen, alle Bedingungen, 
erfuellen, da gibt es keine weichen Grenzen.

Autor: Erich (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn "alles neu" ist, z.B. bei mir vor etlichen Jahren bei Neu- / 
Nachfolge-Design einer komplexen LP auf SMD Bauteile, da kann die 
Bauteileauswahl und -Recherche länger dauern als das LP-Design incl. 2 
Layoutdurchgängen.
Das waren damals Monate.
Allerdings eine LP mit > 1000 Komponenten, davon > 70 ICs, gemischt 
Analog / Digital, mechan. Abmasse ca. 250 x 160 mm.

Der Hinweis von  (hacky)
>Bevor ich ein Design beginne, will ich die Teile vor mir auf dem Tisch haben.
>Genau die Teile.

Das ist ein sehr wichtiger und wertvoller Tip !

Und ist nur zu ergänzen um das Wort: ALLE Teile, auch Stecker etc.

Falls teils Alternativkomponenten in Frage kommen, kann man die Bauteile 
auch auf einem Blatt Papier platzieren. Nein, nicht lachen hier, das 
geht bestimmt schneller hiermit was auszuschliessen als die nicht 
vorhandenen Libraries für Bauteile zu ergänzen, die letztendlich nicht 
eingesetzt werden.

Autor: Christoph Budelmann (Firma: Budelmann Elektronik GmbH) (christophbudelmann) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MichiB schrieb:
> Ich suche ganz konkret nach einer Methode wie man aus dem Lastenheft für
> gängige Komponenten (Controller, passive Bauteile, usw.) zu einer
> begründeten Auswahl eines Bauteils kommt. Die Auswahl sollte an
> objektiven Parameter geschehen (Preis, Leistung, Stromverbrauch,
> Temperatur, usw.).

Zunächst musst du für alle Bauteile oder Baugruppen (geht aber natürlich 
auch für ganze Teilsysteme) entsprechende Bewertungskriterien festlegen, 
die folgende Eigenschaft besitzen sollten:

- entscheidungsrelevant
- tatsächlich beurteilbar
- unabhängig von anderen Bewertungskriterien
- alle wesentlichen Eigenschaften vollständig berücksichtigen
- einheitliche Bewertungsrichtung (nicht manche Kriterien positiv, 
andere negativ formulieren)
- möglichst quantifizierbar
- unterschiedliche Ausprägungen der Kriterien

Diese Kriterien gewinnst du in der Regel aus der Anforderungsliste.

> Kennt jemand ein Verfahren, dass eine Art Ranking/Vergleich
> verschiedener Bauteile ermöglicht?

Wenn die Kriterien stehen, kann man einen Paarvergleich machen. Infos 
dazu unter "vollständiger Paarvergleich" bei Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Paarvergleich

Welche Zahlen du in die Matrix einträgst, ist im Prinzip nicht so 
wichtig, am schnellsten geht 0, 1 und 2 (schlechter, gleich, besser).

Der Rest ist reine Algebra, bei der du die Spaltensummen berechnest.

Natürlich sollte man das Ergebnis danach auf Plausibilität überprüfen.

Wenn du dich tiefer mit der Materie beschäftigen willst oder musst, kann 
ich das Skript "Praktische Entwicklungsmethodik" des Instituts für 
Elektromechanische Konstruktionen (www.institut-emk.de) der TU Darmstadt 
empfehlen, dort wird der gesamte Entwicklungsprozess sehr anschaulich 
dargestellt und auch auf weiterführende Literatur verwiesen. Das Skript 
kostet ein paar Euro und wenn du im Sekretariat bei Frau Reuter oder 
Frau Brei meinen Namen erwähnst, schicken sie dir gegen Vorkasse 
sicherlich ein Exemplar zu.

Aber bevor mein Beitrag von den üblichen Verdächtigen als realitätsfremd 
zerrissen wird: Natürlich wird man nicht jede Entwicklung "nach 
Vorschrift" durchführen. Auch wir versuchen die Lagerhaltung zu 
minimieren und nicht bei jeder Gelegenheit eine neue 
Mikrocontroller-Familie einzuführen, aber diese Dinge kann man in dem 
Prozess durchaus auch berücksichtigen. Natürlich braucht man aber dafür 
Wissen um seine gesamte Kostenstruktur, was meines Erachtens 
insbesondere im Mittelstand nicht immer der Fall ist. Natürlich kann man 
auch viel des Entscheidungs-Prozesses durch Erfahrung kompensieren, was 
gerade auch bei übersichtlichen Projekten legitim ist. Für 
Neu-Einsteiger und komplexe Projekte, für die man aber keine oder wenig 
Erfahrung hat, bietet ein standardisiertes Verfahren viele Vorteile.

Autor: Entwickler (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>ich suche nach einer standardisierten Methode zur Auswahl von
>elektronischen Komponenten.

20 Jahre Erfahrung in Entwicklung und Einkauf sollten sehr hilfreich 
sein. Es wird aber vermutlich eine PC-Programm gesucht, was jemand für 
1€/h bedienen kann.
Ohne Erfahrung und Kopfarbeit wird es nie gehen und die unterliegt 
keinem Standard. So suche ich mir Lieferanten auch danach aus, ob ich 
gut behandelt werde und mich nicht mit Muffköpfen oder Bürokraten 
herumschlagen muß.

Autor: MichiB (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Christoph Budelmann,

danke! Das bringt mich ein ganzes Stück weiter.

Autor: Arc Net (arc)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MichiB schrieb:
> Hi,
>
> es geht um die Selektion unter QS-Gesichtspunkten.
>
> Ich suche ein standardisiertes Verfahren, welches das beste Material,
> Bauteil ermittelt.
>
> Ich stelle mir ein solches Verfahren folgendermaßen vor:
> Es gibt bewertete Eigenschaften, die unterschiedliche Wichtigkeit für
> das Projekt haben:
>    - ROHS                 10
>    - Spannungsfestigkeit  10
>    - Stromverbrauch        5
>    - Verfügbarkeit         8
>    - Preis                 1
>    - ...
>
> So und nun habe ich z.B. eine Liste von Bauteilen, die diese
> Eigenschaften mehr oder weniger erfüllen.
>
> Die Frage ist, wie man jetzt objektiv und nachvollziehbar unter
> Berücksichtigung aller Anforderungen die bestmöglichste Komponente
> findet.

Objektiv überhaupt nicht, da die Gewichtung der einzelnen Faktoren 
subjektiv ist.
Beispiel:
Überlegen was wie wichtig für das Projekt ist: Z.B.
ESD unwichtig -> Wichtung 5%, Stromverbrauch sehr wichtig 80%, Kosten 
15%
Dann die einzelnen Faktoren normieren. Also z.B. bei RoHS ja = 1, nein = 
0
Bei der Spannungsfestigkeit wird's schon schwieriger (Kondensatoren, IOs 
von Controllern, ESD, etc.) Angenommen ESD HBM ist wichtig, dann bspw. 
15 kV = 1 und 0 kV = 0 (hier geht's schon los: ist linear sinnvoll)
Stromverbrauch irgendwie sinnvoll auf 0 - 1 normieren (50 MHz 8051 != 50 
MHz Cortex-M3).
Der Rest ist dann eine "einfache" Rechnung...
Teil1:
Stromverbrauch 0.8, ESD 0.5, Kosten: 0.6
(0.8 * 80 + 0.5 * 5 + 0.6 * 15) / 100 = 0.755
Teil2:
Stromverbrauch 0.5, ESD 1, Kosten 0.7
(0.5 * 80 + 1.0 * 5 + 0.7 * 15) / 100 = 0.555

Autor: Christoph Budelmann (Firma: Budelmann Elektronik GmbH) (christophbudelmann) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Arc Net schrieb:
> Objektiv überhaupt nicht, da die Gewichtung der einzelnen Faktoren
> subjektiv ist.

Nein, die Objektivität muss man aus den Anforderungen ableiten. 
Natürlich bleibt dabei ein Spielraum für eigene Erfahrungen oder 
Gefühlswerte.

> Beispiel:
> Überlegen was wie wichtig für das Projekt ist: Z.B.
> ESD unwichtig -> Wichtung 5%, Stromverbrauch sehr wichtig 80%, Kosten
> 15%
> Dann die einzelnen Faktoren normieren. Also z.B. bei RoHS ja = 1, nein =
> 0
> Bei der Spannungsfestigkeit wird's schon schwieriger (Kondensatoren, IOs
> von Controllern, ESD, etc.) Angenommen ESD HBM ist wichtig, dann bspw.
> 15 kV = 1 und 0 kV = 0 (hier geht's schon los: ist linear sinnvoll)
> Stromverbrauch irgendwie sinnvoll auf 0 - 1 normieren (50 MHz 8051 != 50
> MHz Cortex-M3).
> Der Rest ist dann eine "einfache" Rechnung...
> Teil1:
> Stromverbrauch 0.8, ESD 0.5, Kosten: 0.6
> (0.8 * 80 + 0.5 * 5 + 0.6 * 15) / 100 = 0.755
> Teil2:
> Stromverbrauch 0.5, ESD 1, Kosten 0.7
> (0.5 * 80 + 1.0 * 5 + 0.7 * 15) / 100 = 0.555

Stromverbrauch und Kosten kann man machen, ESD macht in der Regel keinen 
Sinn. Man darf sich nicht mit Kleinkram aufhalten und beispielsweise bei 
ESD sollte die Frage eher sein: Hält das Bauteil oder das System das was 
ich brauche oder nicht. Wenn 15kV gefordert sind, fällt alles darunter 
raus, alles darüber bleibt drin. Hier gewinnt man aber nichts, wenn ich 
statt 15kV nun nach viel Rechnerei einen mit 20kV nehmen würde.

Also, eher sinnvolle KO-Kriterien einführen als jedes Detail zu 
bewerten.

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Natürlich braucht man aber dafür Wissen um seine gesamte Kostenstruktur, was 
meines Erachtens insbesondere im Mittelstand nicht immer der Fall ist.

Ein kleiner Seitenhieb gegen den Mittelstand ? Was kostet die 
Einfuehrung eines neuen Controllers mit IDE, Compiler, Debug ? Das ist 
dann eine stark nichtlineare Funktion. Wenn ich den waehle, den der 
beteiligte Mitarbeiter vorschlaegt, ist gut, wenn ich einen Anderen 
waehle dauert alles doppelt so lange.

Autor: Christoph Budelmann (Firma: Budelmann Elektronik GmbH) (christophbudelmann) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
O.. oha Jetzt ! schrieb:
> Ein kleiner Seitenhieb gegen den Mittelstand ?

Das ist nicht böse gemeint, wir sind ja auch "nur" ein KMU. Meine 
Erfahrung ist nur, dass in sehr vielen Unternehmen Kosten nur grob 
geschätzt werden oder alleine an den Kosten für Bauteile, Platine und 
Bestückung teilweise fest gemacht werden.

> Was kostet die
> Einfuehrung eines neuen Controllers mit IDE, Compiler, Debug ? Das ist
> dann eine stark nichtlineare Funktion. Wenn ich den waehle, den der
> beteiligte Mitarbeiter vorschlaegt, ist gut, wenn ich einen Anderen
> waehle dauert alles doppelt so lange.

Ohne Erfahrungen kann man die Kosten hierfür nur schätzen. Was man aber 
spätestens am Jahresende machen sollte, ist solche Sachen nochmal 
nachzukalkulieren und zu analysieren. Wenn ich dabei merke, dass ich 
mich beim ersten Mal verschätzt habe, weiß man es aber zumindest für die 
Zukunft. Große Unternehmen haben hierfür in der Regel ihre eigenen 
Abteilungen, bei KMU ist dies nach meinen Erfahrungen aber leider nicht 
immer der Fall.

Soviel zum Thema, wozu BWLer gut zu gebrauchen sind (kommt hier ja immer 
wieder die Frage auf), und genug des Offtopics.

Autor: Johnny B. (johnnyb)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Für die Bauteileauswahl liesse sich bestimmt ein genau definierter 
Prozess definieren. Die Materie ist aber so komplex, dass in dieser Zeit 
bereits 10 Produkte komplett entwickelt werden können...
Das ganze müsste auch ständig nachgeführt werden, weil ja die 
Anforderungen ständig wechseln, Normen ändern etc. etc.
Von mir her gesehen ein Fass ohne Boden; dann lieber bei der Auswahl den 
gesunden Menschenverstand und Erfahrungen walten lassen.

Autor: Hauspapa (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Das Lastenheft beschreibt meist eine Funktion. Diese wird nur selten von 
genau einem Bauteil bestimmt sondern von einer Anordnung voneinander 
abhängiger Bauteile. Diese lassen sich nur begrenzt einzeln optimieren.

Ein Beispiel: Gerade kürzlich bin ich darauf gekommen das in einer 
Anwendung die geplantenten 12A Rippelstrom auf den geplanten 250V Elkos 
viel mehr Kapazität mitbringen als ursprünlich geplant, weil Elkos mit 
so hohen Rippelströmen bei kleiner Kapazität nicht zu kaufen sind. 
Deutlich mehr Kapazität bedeutet neben Regelungsproblemen auch deutlich 
mehr Kosten. Für Folienkondensatoren ist die Kapazität zu gross, das 
wird weder mit Platz noch mit Kosten was. Letzlich habe ich inzwischen 4 
grundsätzlich verschiedene Konzepte erarbeitet. Hauptsächlich Kosten und 
Lebensdauer als Optimierungskriterien. Einzelbauteiloptimierung versagt 
an dieser Stelle.

Anderes Beispiel: Vor 2 Jahren habe ich 10 Mosfet mit teils sehr 
unterschiedlichen Datenblattwerten verglichen. Designziel: minimale 
Verlustleistung für kleinen Kühler und kleinen Bauraum. Das Ergebnis war 
überraschend: 8 hatten +/- 10% dieselbe Verlustleistung. Nach Datenblatt 
hätten 2 davon wesentlich schlechter sein müssen. 2 waren wesentlich 
besser. Von den 2 wesentlich besseren war einer das auch nach 
Datenblatt, der andere eher nicht.

Ich behaupte genug Erfahrung zu haben um Anhand von Schaltzeiten usw. 
ein Datenblatt beurteilen zu können.

Fazit: Du kommst an einer Fachperson welche Dir ein gescheites Konzept 
macht (bereits hiermit ist der Grossteil der späteren Kosten festgelegt) 
und entweder die Bauteile auswählt oder die Kriterien für die Auswahl 
festlegt nicht vorbei. Mit Bauteile vergleichen und das geeignetere 
Auswählen kann man in der Produktion z.T. kleinere Probleme lösen, z.B. 
Kosten senken, Lebensdauer erhöhen, Störfestigkeit verbessern. 
Grundsätzliche Wunder sind dort aber kaum noch zu schaffen.

Grüssle
Hauspapa

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.