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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Ingenieur als Allrounder


Autor: Neuling (Gast)
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Hallo,

habe vor einigen Tagen mein erstes Jobangebot bekommen (Frischer 
Elektroing.), als Ingenieur in einer Fabrik mit ca.2500 Arbeitern.

Der Abteilungsleiter meinter jeder Ingenieur ist bei uns ein Allrounder, 
jeder macht alles. Also Elektroing nicht nur Elektrotechnik.
Ingenieure sorgen einfach dafür, dass Produktion nicht stehen bleibt und 
versuchen vorausschauent Produktion zu optimieren.

Quasi.... Ingenieur=ALLGEMEINER Problemlöser

Ich mach mir jetzt sorgen, dass wenn ich evtl. in der Zukunft meinen Job 
wechseln möchte ich mit keinen Spezialisierungen prahlen kann.

Ich kann ja schlecht sagen, dass ich der Ingenieur für alles bin und 
jedes Problem angehen kann und nirgendswo so richtig spezialisiert bin.

Bezahlung ist 42k, find ich in ordnung.

Was haltet ihr davon?
Finger weg, oder unterschreiben?

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Neuling schrieb:

>Was haltet ihr davon?
>Finger weg, oder unterschreiben?

Hast du nicht mal gefragt, was die unter Allrounder konkret verstehen?

Die Produktion optimieren, kann natürlich auch eine Aufgabe sein, die 
ein Produktionsleiter nicht mehr überschaut, und ein Ing. da ran muß.

Als frischer Absolvent mußt du aber seriöserweise auch mal einige Zeit 
in die Abläufe eingearbeitet werden.

Ansonsten hat man ja im allgemeinen eh nur vielleicht 20% 
Entwicklungstätigkeit und 80% administrative Dinge (z.B. jeglicher 
Papierkram).

Bei 2500MA sollte es aber durchaus sowas wie gescheite Arbeitsteilung 
und Spezialisierung geben. Ich wurde von sehr kleinen Unternehmen schon 
mal nach Allround-Fähigkeiten gefragt. Und zwar, ob ich auch den 
gesamten Gerätebestand (Meßinstrumente, Oszi, Analyser, Netzgeräte, PC) 
selbst warten und instand halten könne. Oder ob ich neben der Elektronik 
auch die Mechanik für ein Gerät beherrsche (z.B. ein vollständiger 
Wetterballon zu Forschungszwecken). Wohl bemerkt, für eine Einzelperson.

Angst haben muß man da wohl grundsätzlich aber nicht. Denn, du hast ja 
auch Probezeit. Die ist dazu da, um heraus zu finden, wie es läuft. Dem 
Inschinör, ist nichts zu schwör. Bloß hat er eben auch nur 
24-Stunden-Tage. Und wenn es nicht gefällt und überwiegend nicht passt: 
Neu suchen.

Die eierlegende Wollmilchsau, scheinen aber heute alle zu suchen.

Autor: name (Gast)
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frag dein herz und bauch.
sagen die ja, sollte dein gehirn das noch absegnen.

ansonsten nö.

wenn ja, freue dich auf viel arbeit, mädchen für alles haben nie 
langeweile und können nach ein paar jahren aber auch richtig mitreden 
oder wurden verheitzt, wenn sie mit ihrem charme niemanden für sich 
gewinnen konnten.

Autor: Artur R. (artur2000)
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ein Allrounder kann sehr gut sein wenn du was gescheites draus machst! 
Wenn du also fleißig bist und hyperaktiv ist das genau das richtige. 
Später hast du ein sehr breites Fachwissen welches du kombinieren 
kannst.

Ich habe vor meinem Studium als erste Generation den Ausbildungsberuf 
Mechatroniker gelernt. Am Anfang wurde ich im Betrieb nur Dumm angemacht 
nach dem Motto, halber Elektriker, halber Mechaniker = gar nichts.
Nach der Ausbildung war ich im Bereich Elektrotechnik den 
Energieanlagenelektroniker ebenwürdig, teilweise sogar besser wie andere 
Neulinge. Dazu konnte ich noch den Mechanischen Teil, sprich diverse 
Maschinen bedienen und den Pneumatik und Hydraulik Teil.

Autor: Atmi (Gast)
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Neuling schrieb:
> Finger weg, oder unterschreiben?

Das ist wie lesen. Lesen kann man grundsaetzlich alles, aber jeder hat 
seine Lieblingssparte.

Ich würde an deiner Stelle dein Aufgabenfeld ganz genau abklaeren und 
auch vertraglich festlegen lassen. Sonst machst du nacher 
Powerpointpraesentationen und wirst nie Hand anlegen koennen.

Autor: NTIng (Gast)
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Neuling schrieb:
> Bezahlung ist 42k, find ich in ordnung.
>
> Was haltet ihr davon?
> Finger weg, oder unterschreiben?

Nix zu meckern, soviel Kohle bekomme ich in Berlin nach 4 Jahren im 
Beruf (mit 1er Diplom in Nachrichtentechnik bei 400 Mann Firma). Sei 
froh wenn Du breitbandig arbeiten kannst, mir tut das Fachidiotentum in 
meiner Firma schon oft ganz schoen weh.

Autor: yannik (Gast)
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"400 Mann Firma" im Bereich NT in Berlin ist das zufällig AVM?

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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> Ich mach mir jetzt sorgen, dass wenn ich evtl. in der Zukunft meinen Job
> wechseln möchte ich mit keinen Spezialisierungen prahlen kann.

hm, was verstehst du unter "Spezialisierung" und wie weit willst du 
Spezialist werden? Als Ing kann man in den Teilfeldern Planung, 
Konzeption, Umsetzung, Qualitätssicherung oder Vertrieb arbeiten 
(sicherlich noch viele weitere).

DAS empfinde ich als sinnvolle Spezialisierung (auf ein bestimmtes 
Teilfeld mit seinen spezifischen Arbeitsmethodiken) und nicht

"Ich bin Nachrichten-Ingenieur für Hochfrequenztechnik, mein 
Spezialgebiet sind die Frequenzen von 730-869,3 MHz"

"Ich bin Produktions-Ingenieur, und bin Spezialist für Probleme im 
Bereich der Kabelbäume der Fahrzeugklasse xy"


Darüber hinaus: Ich kann mir gut vorstellen, daß viele "Spezialisten" 
deswegen so gut sind, weil sie halt AUCH über den Tellerrand 
rüberschauen können, und etwas mehr kennen als nur ihr Spezialgebiet. 
Sie können halt "das Generelle" gut in ihrem Spezialgebiet anwenden. 
Dazu müssen sie aber erst mal gutes Grundlagenwissen haben. 
Uniausbildung/Abschluss alleine reicht da meistens nicht aus. Ansonsten 
ist man kein Spezialist, sondern Fachidiot.

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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In der Tageszeitung stand ein Artikel worin die Arbeitsagentur
die Wirtschaft öffentlich aufforderte mal von ihrem hohen Ross
runter zu kommen und ihr Anspruchsdenken zu drosseln.
Zitat: Arbeitsagentur fordert mehr Kompromissbereitschaft bei
Anstellung von Fachkräften.
Was die Firmen da nämlich verlangen und praktizieren geht nämlich 
mittlerweile auf keine Kuhhaut mehr.
Und als wenn das noch nicht langt, wird dann noch weiter frech
die Fachkräftemangellüge propagiert.
Einziger Wehrmutstropfen ist, das sich so manche Branche so selbst
ein Bein stellt und dann auf die Fresse fällt.
Nur dann ist es zu spät.

@Neuling
Schwer zu sagen ob du in dem Betrieb glänzen kannst.
Theorie und Praxis können da grundverschieden sein.
Als Neuling wird man es da schwer haben.
Nimm den Job an und hefte dich an die, die dich erst mal unter
ihre Fittiche nehmen, quasi wie ein Lehrling.
Mit ner großen Klappe wirste eher auf die Nase fallen als du
erwartest, daher erst mal tiefstapeln und beobachten wie sich
die Sache da entwickelt.

Autor: doppeling (Gast)
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Ich zB hab für meinen Teil genug gelernt. Hab 2 Diplome. Ich brauch mir 
von einem dahergelaufenem Chef der keine Ahnung über Theorie hat, nichts 
sagen zu lassen - dafür bin ich mir zu schade. Wenn ich schon arbeiten 
geh, will ich ein Top Betriebsklima, und top Gehalt kombiniert mit 
Freizeit die ich nehmen kann, wenn ich Lust habe.

Autor: Panzer H. (panzer1)
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doppeling schrieb:
> Ich zB hab für meinen Teil genug gelernt. Hab 2 Diplome. Ich brauch mir
> von einem dahergelaufenem Chef der keine Ahnung über Theorie hat, nichts
> sagen zu lassen - dafür bin ich mir zu schade. Wenn ich schon arbeiten
> geh, will ich ein Top Betriebsklima, und top Gehalt kombiniert mit
> Freizeit die ich nehmen kann, wenn ich Lust habe.

Soso, die Firma soll sich nach Dir richten...
Du möchtest natürlich nur das tun, worauf Du Lust hast.
Ob damit Geld verdient wird, ist Dir egal.
Viel Glück bis zum Rauswurf; oder Du wirst Chef.
Immer so'n Troll.

Autor: Thomas1 (Gast)
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Leo ... schrieb:
> In der Tageszeitung stand ein Artikel worin die Arbeitsagentur
> die Wirtschaft öffentlich aufforderte mal von ihrem hohen Ross
> runter zu kommen und ihr Anspruchsdenken zu drosseln.
> Zitat: Arbeitsagentur fordert mehr Kompromissbereitschaft bei
> Anstellung von Fachkräften.


Das wird ja Zeit. Die verlangen echt viel und bieten Nichts. Gute 
Fachkräfte mit Know How muß man an die Firma binden und nicht 
abschrecken.

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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>Das wird ja Zeit. Die verlangen echt viel und bieten Nichts. Gute
>Fachkräfte mit Know How muß man an die Firma binden und nicht
>abschrecken.
Ich befürchte nur, das das nicht so schnell bei den Betonköpfe
in der Wirtschaft ankommt.
Andere Gesetze müssten her, die Unternehmer in die Verantwortung
nehmen und nicht abschrecken(AGG).

Autor: einfachmalwechseln (Gast)
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>Ich mach mir jetzt sorgen, dass wenn ich evtl. in der Zukunft meinen Job
>wechseln möchte ich mit keinen Spezialisierungen prahlen kann.

Super klasse. Ich meine du wirst schon irgendeine Berufsbezeichnung im 
Vertrag stehen haben z.b. Projektingenieur etc.. und du wirst viel 
kennenlernen gerade das was man in Firmen benötigt. Nicht nur seine 
Abteilung nicht nur ein Gebiet.

Ich sehe das Problem gerade bei Leuten die sich nur spezialisieren auf 
eine Sprache auf einen Controller auf ein Produkt etc..
Gibt es dies nach 10 Jahren nicht mehr steht man blöd da. Unterschreib 
den Vertrag und sehe es als Traineestelle in der man 2 Jahre alles 
durchläuft. Ich finde es wichtig sich immer breit aufzustellen..

Autor: Neuling (Gast)
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Dankeschön für die tollen Antworten, werde dann wohl mit ruhigem 
Gewissen den Job annehmen.

Autor: GegenZeitarbeit (Gast)
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Diese Denken ist typisch deutsch, spezialisiert man sich zu sehr ist man 
versaut, war man zu lange in der Forschung ist man auch versaut, ÖD 
entwertet das Diplom quasi usw. .

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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Wo man hinschaut, nur Sauereien?

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