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Forum: Platinen Optimierung der Entwicklerkonzentration


Autor: Entwickli (Gast)
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Hallo allerseits,

ich ätze schon seit geraumer Zeit Platinen ( Bungard Basismaterial ) 
mittels Natriumpersulfat. Die Ergebnisse sind gut und reproduzierbar bis 
TQFP mit 0.8mm Pitch ( ATmegas ).

Was mich jedoch wundert ist, dass ich offenbar die doppelte 
Konzentration an NaOH nehme wie die meisten Leute hier, nämlich 10g auf 
500ml.

Meist werden ja 5g auf 500ml empfohlen. Das habe ich bei einem meiner 
letzten Versuche getestet, jedoch hat sich über Minuten nichts an der 
belichteten Fotoschicht getan. Erst nachdem ich die Konzentration 
verdoppelt hatte und die Platine reingelegt habe, hat sich innerhalb von 
Sekunden das typische Bild ergeben: Lila verfärbung und belichteter 
Fotolack geht ab.

Belichten tu ich mit einem Phillips Gesichtsbräuner aus ca. 7-8cm 
Abstand für 2 Minuten ( Vorlagen sind mittels Canon IP4700 gedruckt ). 
Könnte es sein, dass ich an sich zu kurz belichte und daher eine 
stärkere Konzentration brauche ?

Hintergrund ist der, dass ich auch TQFP 0.5mm Pitch-Platinen fertigen 
will, dafür reicht mein jetziger Prozess jedoch nicht ( einige Pads sind 
miteinander verbunden egal wie lange ich ätze ). Daher will ich nun 
alles soweit optimieren wie es geht.

Bevor ich einige Platinen für Tests rausschmeiße wollte ich mir hier von 
euch eine Meinung einholen.

Gruß,
E.

Autor: Stephan (Gast)
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Bungard nimmt 20%tigen Entwickler. Die anderen wie C nehmen 10%igen.
Die Abpackungen von Bungard Entwickler ergeben auch immer 20%.
Also alles im grünen Bereich solange das Basismaterial auch von Bungard 
ist.

Autor: Lukas K. (carrotindustries)
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Entwickli schrieb:
> Hintergrund ist der, dass ich auch TQFP 0.5mm Pitch-Platinen fertigen
> will, dafür reicht mein jetziger Prozess jedoch nicht ( einige Pads sind
> miteinander verbunden egal wie lange ich ätze ). Daher will ich nun
> alles soweit optimieren wie es geht.
>
> Bevor ich einige Platinen für Tests rausschmeiße wollte ich mir hier von
> euch eine Meinung einholen.
0,5mm Sind mit Hausmitteln machbar - bei mir gelingt es mit Bungard 
Basismaterial, Tintenstrahldrucker-Folie, 120sec LED-Belichter, 2g/100mL 
Entwickler und wohltemperiertem FeCl3 nahezu perfekt.

Autor: Stefan Salewski (Gast)
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Ich würde dafür sorgen, dass es am Arbeitsplatz ruhig ist, und nicht zu 
viel Ablenkung da ist. Handy aus. Und vielleicht bringst Du ihn einen 
starken Kaffee.

Autor: Jurij H. (kebabfreund)
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Hallo,

hab auch Bungard Material, Natriumpersulfat und Natriumhydroxid.

Beliche mal länger, habs auch anfangs auch zu knapp Belichtet, blieb 
dann immer etwas Lack drauf.

Nach dem Belichten kann ich die belichteten Teile leicht erkennen, 
einfach mal schräg gegens Licht halten.

Was noch Probleme bei 0.5mm geben könnte, ist der Drucker, da hab ich 
mit meinem ip4500 probleme mit Sprühnebel in horizontaler richtung.

Was ich bei Bungard noch festgestellt hab ist folgendes, beidseitige 
Platinen haben scheinbar eine dickere Lackschicht, ich muss da ca 10% 
länger Belichten als Einsetige.

Gruss Jurij

ps: Entwickler hab ich den Hier,
http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=444;GROUP=C95...

Autor: HabNix (Gast)
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Hallo,
das Wichtigste ist das lichtdichte Layout und nicht so sehr die 
Konzentration des NaOH- Entwicklers. Der Herr Bungard hat mal erzählt, 
dass die Engländer seine Platinen mit einer 3%ige NaOH-Konzentration und 
stärker entwickeln. Mit einem nicht lichtdichten Layout, würden damit 
die Leiterbahnen sofort wieder verschwinden, kaum dass sie zu sehen 
sind.
Die Konzentration des Entwicklers, wie auch die Belichtungszeit, wird 
immer dann problematisch, wenn auch abgedeckte Stellen der Fotoschicht 
mehr oder weniger schwach mitbelichtet werden und nun auch vom 
Entwickler gelöst werden.
Je nach Fotolack funktioniert eine Konzentration von 6-10g pro Liter. 
Bungard-Platinen benötigen eine etwas stärkere Konzentration bis ca. 
15g, aber es geht auch stärker, siehe oben. Die Entwicklertemperatur 
sollte nicht zu kalt sein und bei etwa Zimmertemperatur liegen.
Zum Dosieren eventuell einen Kaffeeportionslöffel umfunktionieren.

Für die ersten Versuche würde ich empfehlen, von einer Druckerei oder 
z.B. Fa. CADGrafik- Bauriedl ein Testlayout auf Lith-Film herstellen zu 
lassen.

MfG

Autor: Bernhard R. (barnyhh)
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Entwickli schrieb:
> Bevor ich einige Platinen für Tests rausschmeiße wollte ich mir hier von
> euch eine Meinung einholen.

Mach Dich bitte nicht verrückt! Dein Fertigungsprozeß "steht". Er 
liefert Dir gute und reproduzierbare Ergebnisse. Was willst Du mehr?

Ich kenne diese Entwicklerdiskussion aus alter Zeit von der 
S/W-Fotogrfie her. Das Endergebnis aller derartigen Diskussionen lautete 
immer: "Schieß Dich auf ein Verfahren - Kamera, Film, 
Entwickler-Fabrikat, E-Verdünnung, E-Temperatur, Bewegungsrhythmus, ..., 
Vergrößerungsgerät, Papiersorte, Positiv-Entwickler -Temperatur 
-Konzentration -Zeit, ... - ein und arbeite nach diesem Verfahren!"

Bei der Platinenherstellung reagiert das Material im Übrigen wesentlich 
unempfindlicher auf die Prozeßparameter als das Fotomaterial.

Bernhard

Autor: Entwickli (Gast)
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Danke schonmal für die ersten Hinweise.

Stephan schrieb:
> Bungard nimmt 20%tigen Entwickler.
Gut, dann ist das also nicht das Problem.

Stefan Salewski schrieb:
> Ich würde dafür sorgen, dass es am Arbeitsplatz ruhig ist, und nicht zu
> viel Ablenkung da ist.
Ablenkung gibt es ohnehin schon nicht. Wenn ich ätzen will, dann nehm 
ich mir ne Stunde Zeit dafür und mache auch nur das.

Jurij H. schrieb:
> Beliche mal länger, habs auch anfangs auch zu knapp Belichtet, blieb
> dann immer etwas Lack drauf.
[...]
> Was noch Probleme bei 0.5mm geben könnte, ist der Drucker, da hab ich
> mit meinem ip4500 probleme mit Sprühnebel in horizontaler richtung.
Momentan ist es bei mir so: es bleiben nur zwischen einigen Pins kleine 
Stege über, die meisten Pins sind gut. Das habe ich aber sowohl vertikal 
als auch horizontal beobachten können, daher denke ich nicht, dass der 
Drucker da so schlimm ist.
Das mit dem zu knapp belichtet könnte stimmen. Das Problem bei dem 
Gesichtsbräuner ist, dass der Timer nur ganze Minuten kann, also ich 
kann nicht mal 140 Sekunden beleuchten, sondern nur 120 oder 180. 
Vielleicht liegt hier das Problem.

HabNix schrieb:
> Die Konzentration des Entwicklers, wie auch die Belichtungszeit, wird
> immer dann problematisch, wenn auch abgedeckte Stellen der Fotoschicht
> mehr oder weniger schwach mitbelichtet werden und nun auch vom
> Entwickler gelöst werden.
Mein Problem liegt im moment eher in dem Bereich, dass nicht abgedeckte 
Stellen der Fotoschicht nicht richtig mitbelichtet werden ( zwischen 2 
Pads beim 0.5mm Pitch ).

Bernhard R. schrieb:
> Mach Dich bitte nicht verrückt! Dein Fertigungsprozeß "steht". Er
> liefert Dir gute und reproduzierbare Ergebnisse. Was willst Du mehr?
Das stimmt, und da bin ich auch froh drüber, dass es schon soweit 
Problemlos geht.
Aber man will natürlich immer mehr ;)

Gruß,
E.

Autor: U.R. Schmitt (Gast)
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Stephan schrieb:
> Bungard nimmt 20%tigen Entwickler. Die anderen wie C nehmen 10%igen.
> Die Abpackungen von Bungard Entwickler ergeben auch immer 20%.

20% wären 200gNaOH und 800ml Wasser. Würde bestimmt gut entwickeln.

Autor: Hauspapa (Gast)
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>Das Problem bei dem Gesichtsbräuner ist, dass der Timer
>nur ganze Minuten kann, also ich kann nicht mal 140 Sekunden
>beleuchten, sondern nur 120 oder 180.

Aber den Stecker ziehen kannst Du doch oder? Evtl. hilft dann auch ein 
Treppenlichtautomat wenn Du es automatisiert haben willst.

Mein erster Gedanke bei der Überschrift war aber auch: Grossraumbüro, 
Traubenzucker, Kopfhörer.

Autor: Entwickli (Gast)
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Hauspapa schrieb:
> Aber den Stecker ziehen kannst Du doch oder? Evtl. hilft dann auch ein
> Treppenlichtautomat wenn Du es automatisiert haben willst.
Ziehen könnte ich ihn, aber ich will mich nicht länger als nötig im 
selben Raum aufhalten wie die UV-Quelle ( meine Augen sind auch so schon 
schlecht genug ). Daher habe ich bisher auf den integrierten Timer 
gesetzt.
Aber notfalls lässt sich etwas kleines dafür Basteln oder halt kaufen.

Autor: Exil-Ing (Gast)
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Hm, offenbar bin ich der Einzige, der die Ueberschrift eher aus 
unternehmerischer Sichtweise aufgefasst hat. Meine Antwort waere 
gewesen:

Keinesfalls mehr als 0,3 Entwickler pro Quadratmeter (Vorausgesetzt, es 
sind entsprechend Notausgaenge etc. vorhanden), besser eher 0,26...

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