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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Mechanik an einer Armbanduhr


Autor: Maddin (Gast)
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Hi,

ich weiß das passt nicht ganz hier her, aber ich bleibe dem Forum hier 
treu.

Ihr werdet es nicht glauben was ich gerade vom Uhrenmacher abgeholt habe 
(siehe Bilder) mit der Aussage - nicht zu machen - neues Uhrengehäuse.

Meine bessere hälfte hatte es dort abegegeben ohne mich zu fragen :-) 
Naja, wie man sieht ist es kein durchgängiger Bolzen sondern es sind 
zwei kleine Schrauben, jeweils von jeder Seite. Leider ist der Schacht 
nicht verbunden und in dem einen steckt nun der Gewinderest der 
abgebrochenen Schraube.

Wir machen ja alle auch viel Mechanik hier, bohren, drehen und sogar 
fräsen.

Hat jemand eine Idee wie ich den ca 1,5mm langen Gewinderest da wieder 
raus bekomme ohne das Gewinde im Gehäuse zu verletzen. Mein erster 
Gedanke war Ausbohren, aber ich schätze um diesen Schraubenrest sicher 
mittig zu treffen braucht man mehr als nur können...

Dennoch will ich mich damit zun diesem Zeitpunkt noch nicht abfinden, 
der Erhgeiz ist geweckt.

Für konstruktive Vorschläge wäre ich sehr dankbar.

M.

Autor: David ... (volatile)
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Die Schraube wird wohl haerter als das Gehaeuse sein, freihand Bohren 
faellt flach. Mit einer Fraese etc koennte es gehen, wenn es so kleine 
passende Fraeser/so steife Bohrer gibt.

Autor: Horst (Gast)
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Evtl. eine kleinere Schraube mit Sekundenkleber aufkleben. Nur 
aufpassen, dass sie nicht am Gehäuse klebt

Autor: bastler (Gast)
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hi,
Ich hatte schon mal ein ähnliches Prob.
Meine lösung war ...
nen Schraubendreher (diese billigen Minniteile) mit nem Schleifstein 
"scharf machen" (er muss auch ein wenig kleiner sein als das Gewinde).
Dann mit einem leichten!!! Hammerschlag mittels des geschärften 
Schraubendrehers versuchen auf den "Schraubenrest" eine kleine Nut 
einzuschlagen (zumindest so lange bis das Teil mit etwas Druck greift).
dann vorsichtig rausdrehen.
evtl. klappts....

Autor: Maddin (Gast)
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...das mit dem Schraubendreher ist ein guter Ansatz, kleben kann ich 
leider nicht, das Material ist sauhart...

..dennoch ist es mir gelungen eine kleine Zentrierung freihand 
einzubohren...

Autor: Klaus De lisson (kolisson)
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nun... es sieht ja so aus, als würde der Stift noch etwas
nach aussen rausstehen. Wenn ja, würde ich den mit einem
feinen Seitenschneider quer zur Gewinderichtung greifen
und vorsichtig drehen.

Gruss Klaus

Autor: Bernd Funk (metallfunk)
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Klaus De lisson schrieb:
> nun... es sieht ja so aus, als würde der Stift noch etwas
> nach aussen rausstehen. Wenn ja, würde ich den mit einem
> feinen Seitenschneider quer zur Gewinderichtung greifen
> und vorsichtig drehen.
>
> Gruss Klaus

Schwierig bis unmöglich den Schraubenrest rauszubekommen.
Ich sammle Taschenuhren und schlag mich manchmal mit ähnlichen
Problemen rum. ( www. lucrum. ch )

Also bevor man Stunden in ein fast aussichstloses Unter-
fangen investiert, gibt es noch ein Ersatzgehäuse und was
kostet das?

Autor: MaWin (Gast)
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Falls Schraube und Gehäuse aus unterschiedlichen Materialien sind, 
findet sich vielleicht ein Mittel welches nur die Schraube rausätzt, 
aber nicht das Gehäuse anätzt, ich sag mal bei Eisen/Stahl und Messing 
geht das schon.

Autor: Michael_ (Gast)
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Versuche mal den Rest mit einer Reißnadel zurückzudrehen.
Ein Tropfen Spiritus und maßvolles erhitzen kann helfen.

Autor: Thomas Forster (igel)
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Da du ja schon ein Loch hast, kannst du versuchen, einen minimal 
größeren Uhrmacherschraubendrehen in dieses Loch einzuklopfen und so die 
schraube rauszudrehen.
Dieses Verfahren habe ich bereits öfters bei größeren Schrauben 
angewendet (M6, M8), dort jedoch mit Torx und es hat gut geklappt.

Autor: Maddin (Gast)
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Hi,

nein, der Stift schaute leider nicht mehr raus. Das Ersatzgehäuse hätte 
90€ gekostet, die Uhr rund 110. Aber:

Leute ich glaube es nicht, jetzt nach rund 2 1/2 Stunden habe ich die 
Uhr wieder hin.

Ich habe die Schraube mit einem dünneren Bohrer im Schraubstock gespannt 
ausgebohrt. Dann wollte ich mit einem feinen Proxxon Schlitzdreher den 
rest rausprökeln, da nahm das Unheil seinen Lauf. Mir ist der 
Schraubendreher in dem fast komplett ausgebohrten Bohrloch bündig 
abgebrochen. Der ließ sich nicht ausbohren, mir sind 2 Bohrer 
abgebrochen. Dann habe ich zu neuen Stahlbohrern gegriffen, das hat 
anfangs geklappt, dann ist mir der Stahlboherer am Schraubendreherrest 
abgebrochen, da war das Loch wieder ganz zu.

Dann ist mir aufgefallen das ich noch Dentalbesteck mit einem feinen 
aber extrem harten Nadelspitzen Stiel habe. Es ließ sich trotzdem nicht 
mehr lösen. Nach einigem gefrickel mit Propanol unter der 
Mikroskopkamera wollte ich aufgeben und legte die Uhr bei seite um es 
hier zu posten, als ich mich wieder dem Werktisch zuwandte lag der 
Bohrerest neben der Uhr.

Also noch mal ran mit dem Dentalbesteck, half aber nichts mehr. Der 
Schraubendreherrest wollte da nicht raus.

Dann habe ich mit einem 1mm Bohrer von der anderen Seite mit einem 
Akkuschrauber quer durch den Rahmen der Uhr gebohrt - so habe ich noch 
nie geschwitzt, das ging tatsächlich obwohl das Material sehr hart ist. 
Der Bohrer war knapp einen mm zu kurz, also musste ich den letzen mm mit 
einem anderen bohren. Und endlich konnte ich durchgucken. Ich musste 
aufpassen beim Durchstoßen das ich mit dem Bohrer nicht an den 
Schraubendreherrest komme ansonsten wäre der mir warscheinlich wieder 
abgebrochen, es klappte aber.

Nun habe ich mit einem abgebrochenen Bohrerstiel den abgebrochenen 
Schraubendreher von hinten rausgehämmert und mir dabei den Bohrer mit 
der abgebrochenen Seite in die Fingerkuppe gehauen. Zu allem Überfluss 
ist das Blut auf meine Jeans getropft.

Nach einigem geracke gab der total verhakte Schraubendreherrest nach. 
Ich habe das Loch beim Durchbohren fast genau getroffen und das mit 
einem Akkuschrauber und einer wagemutigen Klemmkonstruktion im 
Schraubstock.

Zu guter letzt konnte ich den Bohrerstiel als Stift nutzen, der klemmte 
von allein ausreichend. Nu ist die Uhr wieder fertig, der Finger blutet 
nicht mehr, die Hose ließ sich noch retten und meine bessere Hälfte ist 
sehr glücklich.

Man Man Man.

Danke für die Tips und Infos :-)

Ich wünsche ein schönes WE.
M.

Autor: Maddin (Gast)
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das "Einklopfen" des Schraubendrehers hatte nicht geklappt. Das Loch ist 
1mm im Durchmesser...und sehr hart - keine Chance!

Autor: DerAlbi (Gast)
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Wenn du schon ne Zentrierbohrung drin hast, bohr doch eifnach mal 
weiter. am Ende haste nen Loch in der Schrabe.. dort kannste dann etwas 
reinkleben was von außen dann die Kraft zum drehen überträgt. Sollte 
eigentlich gehen.

Autor: Maddin (Gast)
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...so habe ich da durch gebohrt...

Autor: Wegstaben Verbuchsler (wegstabenverbuchsler)
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Gratulation zur erfolgreichen Uhr-Rettung!

Autor: Maddin (Gast)
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danke danke :-) ich sags Euch, wat'n Akt...

Autor: Bernd Funk (metallfunk)
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Glückwunsch!

Die blutigen Finger gehören manchmal dazu.
( Und die bessere Hälfte ist wichtig! )

Grüße Bernd

Autor: Trööt (Gast)
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Hmm ... lass uns mal rechnen. :-D

90 Euro hätte das Gehäuse gekostet. Du hast Werkzeug kaputt gemacht und 
Pflaster gebraucht im Wert von ... vorsichtig geschätzt: 5 Euro, bleiben 
noch 85 Euro. Dividiert durch 2 1/2 Stunden Arbeitszeit, ergibt einen 
Stundenlohn von 34 Euro.

Ich kenne Deinen Job nicht, aber Du arbeitest wohl im 
Elektronik-Bereich. Also wohl nicht für ein Putzfrauensalär, nehme ich 
mal an.

Ob sich das jetzt wirklich gelohnt hat, so rein rechnerisch? ;-)

Gruß

Trööt.

Autor: Johannes (Gast)
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> Dividiert durch 2 1/2 Stunden Arbeitszeit, ergibt einen Stundenlohn von
> 34 Euro.
> Ob sich das jetzt wirklich gelohnt hat, so rein rechnerisch? ;-)

Das ist aber immerhin steuerfrei. Und man muss auch überlegen, was man 
in dieser Zeit sonst gemacht hätte.

Ich denke, besser in 2 1/2 Stunden eine Uhr repariert und dabei 80 Euro 
gespart als 2 1/2 vor dem Fernseher/Playstation/...

Autor: 900ss D. (900ss)
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Trööt schrieb:
> Ob sich das jetzt wirklich gelohnt hat

Das gute Gefühl und der Stolz sagen zu können, ich hab es selber 
repariert ist mit Geld nicht zu bezahlen.

Autor: Maddin (Gast)
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Leute, ich hätte auch 5 Stunden da gesessen - da es meine HOBBY ist und 
SPASS macht - die Leute hier die das aus Leidenschaft machen wissen das 
mein beim Basteln meistens ausgleicht,entspannt und auf andere Gedanken 
kommt - das ist doch mti Geld nie zu Bezahlen, die Frage stellt sich 
doch garnicht :-)

Na klar, rein rechnerrisch - aber es ist wie 900ss sagt und ich würde es 
immer wieder so machen. :-)


M.

Autor: Maddin (Gast)
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übrigens, Werkzeug ist da um es zu benutzen und ich musste folgendes 
feststellen: die Proxxon Feinmechaniker Schraubendreher

http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=444;GROUP=D31...

sind meiner Meinung nach zu porös/brüchig/hart. Die 
Uhrenmacherschraubendreher die ich auch hier habe von Pollin

http://www.pollin.de/shop/dt/Mzc4OTk0OTk-/Werkstat...

mit dem silbernen Griff sind wesentlich besser und brechen lange nicht 
so schnell ab.

Ich werde jetzt mal welche von Wera nachkaufen.

Gruß,
M.

Autor: Paul Baumann (Gast)
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Du hast das Zeug zum UHROLOGEN!
;-)
MfG Paul

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
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Paul Baumann schrieb:
> Du hast das Zeug zum UHROLOGEN!
> ;-)
> MfG Paul

Ja genau, und wenn die Uhr wieder geht ist es wie ein Uhrgasmus!

Autor: Henrik V. (henrik_v)
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Als Nachtrag:
Auch der härteste Bohrer/Schneider, egal wie verkanntet und gespalten 
läßt sich mit erodieren entfernen.
Wer das gurgeln will : DIY EDM

Supersimpel
  Youtube-Video "Electrical Discharge Machining with old Doorbell Parts"

Gruß Henrik

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