www.mikrocontroller.net

Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Transformator Schaltungsart


Autor: Jürgen Hems (misteret)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi!
Ich beschäftige mich gerade mit Schaltungsarten von Transformatoren.
Hier habe ich eine interessante Vairante gefunden:
http://www.ruhstrat.com/files/pdf1/pi_1025002_hoch...

Was bedeutet die Schaltungsart II(i0)??

Primärseite ist parallel...und die Sekundärseite in Reihe??!!

Wie kann ich mir den Aufbau des Trafos auf der Primärseite vorstellen?
Das Übersetzungsverhältnis ist 24..?

Ich verstehe nicht, was der Nutzen sein könnte, dass man einen Trafo so 
aufbaut....

Autor: johannes L. (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hast du das PDF ganz glesen?
Da Steht das der Trafo zum Test von Hochstromkabeln ist!

Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@  Jürgen Hems (misteret)

>Was bedeutet die Schaltungsart II(i0)??

Keine Ahnung, davon steht aber auch nix in deinem Link. Falschen Link 
erwischt?

>Primärseite ist parallel...und die Sekundärseite in Reihe??!!

?

>Wie kann ich mir den Aufbau des Trafos auf der Primärseite vorstellen?

Ist ein "normaler" Ringkerntrafo.

>Das Übersetzungsverhältnis ist 24..?

Ja, von 400V auf 16V halt.

>Ich verstehe nicht, was der Nutzen sein könnte, dass man einen Trafo so
>aufbaut....

Steht das nicht dort? Man schieb durch das Loch ein Starkstromkabel und 
kann damit bis zu 4kA durchjagen und einen Lasttest machen.

MFG
Falk

Autor: Peter R. (pnu)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Diese besondere Transformatorenbauform, genannt Durchsteckwandler, meist 
als Ringkerntransformator ausgeführt, hat eben die Eigenschaft, dass 
"einmal durch den Kern" einer Windung entspricht.
Dass dabei 16V entstehen, spricht dafür, dass ein mächtig schwerer Kern 
verwendet wird.
Die Primärwindung hat eben 24 Windungen, die auch um den Kern gewickelt 
sind, in der abgebildeten Form vergossen, und verträgt, dass maximal 
400V angeschlossen werden können ohne den Kern zu überlasten.

Die Form, dass auf der Sekundärseite nur eine Windung verwendet wird, 
ist doch praktisch, wenn man prüfen will, welchen Strom eine Leitung von 
z.B. 100 Quadrat verträgt. Das geht dann ohne großes Verbiegen des 
Leiters: einfach den Trafo über die Leitung schieben und anschließen.

Autor: U. B. (pasewalker)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
s.u.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schaltgruppe

( nach der Tab. / keine Gewähr. )

Autor: Jürgen Hems (misteret)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ja ich habe das PDF gelesen. Und es ist nicht das Falsche.

Ich verstehe das Typenschild nicht, das ja sozusagen mit angegeben ist. 
Ja und wenn es ein Trafo zur Prüfung von Hochstromkabeln ist, ist es 
auch okay.

Mich interessiert trotzdem, weshalb hier steht:
Nenn-Eingangsstrom: 2x83,3A
Nenn-Ausgangsstrom: 4000A

Wie habe ich mir die Primärwicklung vorzustellen? Warum 2x83,3A?

Autor: Jürgen Hems (misteret)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Peter R. schrieb:
> Diese besondere Transformatorenbauform, genannt Durchsteckwandler, meist
> als Ringkerntransformator ausgeführt, hat eben die Eigenschaft, dass
> "einmal durch den Kern" einer Windung entspricht.
> Dass dabei 16V entstehen, spricht dafür, dass ein mächtig schwerer Kern
> verwendet wird.
> Die Primärwindung hat eben 24 Windungen, die auch um den Kern gewickelt
> sind, in der abgebildeten Form vergossen, und verträgt, dass maximal
> 400V angeschlossen werden können ohne den Kern zu überlasten.
>
> Die Form, dass auf der Sekundärseite nur eine Windung verwendet wird,
> ist doch praktisch, wenn man prüfen will, welchen Strom eine Leitung von
> z.B. 100 Quadrat verträgt. Das geht dann ohne großes Verbiegen des
> Leiters: einfach den Trafo über die Leitung schieben und anschließen.


Achso nun habe ich es glaube verstanden.
Die Primärwicklung, das ist einfach nur ein Kabel, was hindurchgesteckt 
wird? Also Durchsteckwandler sagt mir was,der ist zum Prüfen eines hohen 
Stroms.

Dabei wird das zu messende Kabel am besten mehrmals um den Kern 
gewickelt.
Damit habe ich mich schon mal beschäftigt, theoretisch zumindest.

Hier liegt jetzt aber der Fall vor, dass auf der Primärseite steht
2x83.3A. Auf der Primärseite wird doch nichts zweimal durchgesteckt...

Autor: Bürovorsteher (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Hier liegt jetzt aber der Fall vor, dass auf der Primärseite steht
> 2x83.3A. Auf der Primärseite wird doch nichts zweimal durchgesteckt...

Ich erlaube mir mal den Einwurf, dass auf dem Gestell offenbar zwei 
solcher Emesse stehen. Wenn sekundärseitig 6 kA gebraucht werden, stehen 
wahrscheinlich 3 Stück davon auf dem Gestell und dann steht auf dem 
Typenschild eben 3x83 A.

Beitrag #2084686 wurde vom Autor gelöscht.
Autor: Peter R. (pnu)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Damits besser verständlich ist, eine Skizze im Anhang.

Die "Sekundärwicklung" besteht aus dem geraden, durchgesteckten Leiter.
Die Primärwindung ist hier mit N=2 gezeichnet (N=24 wäre mir zu viel 
Zeichenarbeit).
Die Windungszahl ergibt sich eben daraus, wie oft der Draht durch den 
Kern geführt ist.

Bei 88 A kann man einen Leiter ( z.B. Litze mit 20 Quadratmm) durchaus 
noch um den Kern wickeln. Nur sieht man das hier nicht, weil diese 
Wicklung zusammen mit dem Kern vergossen ist.

Die Schaltgruppe "II" sagt mir nichts.

Vielleicht fädelt man den 4kA-Leiter über zwei solcher Trafos. Dann wird 
die treibende Spannung von 32V anstatt von 16V möglich.
da kann man die 88-A Seite beider Trafos parallel schalten.
Das braucht man in den Fällen, in denen das zu prüfende Leiterstäück 
recht lange ist und daher relativ hohen Widerstand hat.

Autor: U. B. (pasewalker)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich versteh's so:

Die Primärspannung wird einfach an zwei Wicklungen parallel angelegt
( aus praktischen Gründen; 83 A ist schon ganz nett, der Wicklungsdraht 
ist also entsprechend "dünner" ).

Die Wicklungen wirken gleichartig, praktisch nur wie doppelter
Querschnitt ( "HF-Litze" mit 2 Adern ).

Autor: Frank Xy (flt)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Peter R. schrieb:
> Die Schaltgruppe "II" sagt mir nichts.

Das sind zwei grosse "i".

i wie independent= unabhängig

Im Klartext:

Wicklungen die nicht miteinander verkettet sind werden so 
gekennzeichnet.
Auch als offene Schaltung bekannt.

Steht in jedem Elektrofachbuch.

mfg

Autor: Peter R. (pnu)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Danke, damit dass das I als independent erklärt wird, ist mir die Sache 
klarer. Verstehe ich das so richtig:

Die Schaltungsbezeichnung hat bezug auf Drehstrom.

Beim typischen Drehstromtrafo sind ja die Magnetischen Kreise des Trafo 
untereinander verkettet. Da gibts dann die Möglichkeit, die Wicklungen 
als D, Y, oder Z zu schalten.

Hier stehen (wie im PDF abgebildet) drei einzelne Trafos mit getrenntem 
Magnetkreis, daher voneinander unabhängig: "I"

Steht das wirklich in jedem Elektrofachbuch?  ;-)

Autor: Frank Xy (flt)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Peter R. schrieb:
> Steht das wirklich in jedem Elektrofachbuch?  ;-)

Ich habe hier ein VDE-Tabellenbuch und diverse Bücher über
Elektrische Maschinen.

Reicht das als Referenz?

mfg

Autor: U. B. (pasewalker)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> i wie independent= unabhängig

> Im Klartext:

> Wicklungen die nicht miteinander verkettet sind werden so
> gekennzeichnet.

Die Wicklungen sind elektrisch unabhängig, magnetisch sehr wohl gut 
verkettet.

( Der o.a. Transformator soll uk= 12% haben. )

Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@  Peter R. (pnu)

>Hier stehen (wie im PDF abgebildet) drei einzelne Trafos mit getrenntem
>Magnetkreis, daher voneinander unabhängig: "I"

NEIN! Dort stehen drei Einzelgeräte, aber nur aus esthätischen Gründen.
Der Einzeltrafo/Einzelgerät hat ZWEI vergossene Blöcke, ist mir gerade 
erst aufgefallen. Und dort sind die beiden Einzelwicklungen drin! Und 
wenn man jede mit 400V/83A GLEICHPHASIG speist (also nix Drehstrom), 
dann hat man am "Ausgang" 4kA@17V. Klingt logisch.

2x400V*83A = 66,64kVA
16,7V*4kA = 66,8kVA

Naja, grob, der Wirkungsgrad ist sicher kleiner 1 ;-)

MFG
Falk

Autor: Frank Xy (flt)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
U. B. schrieb:
>> i wie independent= unabhängig
>
>> Im Klartext:
>
>> Wicklungen die nicht miteinander verkettet sind werden so
>> gekennzeichnet.
>
> Die Wicklungen sind elektrisch unabhängig, magnetisch sehr wohl gut
> verkettet.
>
> ( Der o.a. Transformator soll uk= 12% haben. )

Klugscheisser oder was?

Wir reden hier von der elektrischen Schaltung.

Autor: Capriheizer (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn ich mich mal einschalten darf, auch wenn der Beitrag schon älter 
ist:

II heißt sowie soviel wie, dass die Primärwicklung auf 2 Wicklungsteile 
aufgeteilt ist, die jeweils für den halben primärseitig auftretenden 
Nennstrom dimensioniert sind. (Kann man anhand des Typenschilds auch 
einfach Nachrechnen: 2 x Primärstrom multipliziert mit Spannung = 
Nennleistung, abzgl. Verluste natürlich).

Hintergrund ist, dass dieser Hochstromtrafo primäseitig durch einen 
Säulenstelltransformator in Gegeneinanderschaltung gespeist wird (d. h. 
mit gegenläufigen Stromabnehmern, dadurch wird der Stelltrafo 
bauleistungsmäßig kleinerm, nämlich genau halb so groß wie bei einer 
Wicklung).

Das (i0) bezieht sich tatsächlich auf die Sekundärseite. Wenn das Kabel 
durchgezogen wird, ist das genau eine Windung, verschaltet in i0.

Vorteil ist, dass man den Stromfluss und damit die Temperatur im 
durchgezogenen Kabel durch die Spannungseinstellung am Stelltrafo 
geregelt werden kann.

Woher ich das weiß? Weil ich selbst Projektleiter bei Ruhstrat war und 
derart Trafo-Kombinationen designed habe.

Autor: HC-Freund (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Weil's gut zum Thema passt: im Anhang mein kleiner 72kVA (6V 
12kA)-Trafo.

Kupferschienen: 2 St. 12mm x 50mm parallel = 1200 qmm, 4m lang, 40kg
RKTs 9 Stück je 4000VA = 36000 VA Dauerleistung
Gesamt-Gewicht etwa 250 kg

Eingang 9* 230V * 35A = 72450 VA  (201% der Nenn-Dauerlast)
War beim Test mit 9 C32-Automaten abgesichert.
Ein auf die Enden gelegter 25 qmm-Alu-Stab schmilzt in 300 ms mit hellem 
Blitz (Lichtbogen) und Funkenflug durch.

high current transformer, thousand amperes, thousands of amperes, 
Hochstromtrafo, Hochstromtransformator, kiloAmpere, kiloAmpere, 
kilo-Ampere, tausend Ampere

Autor: Blablubb (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Schön, dann wissen wir jetzt wenigstens, wer den Größten hat :-)

Autor: Harald Wilhelms (wilhelms)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
HC-Freund schrieb:

> Ein auf die Enden gelegter 25 qmm-Alu-Stab schmilzt in 300 ms mit hellem
> Blitz (Lichtbogen) und Funkenflug durch.

Was macht man mit einer solchen Konstruktion eigentlich normalerweise,
wenn man nicht gerade Alustäbe schmelzen will?

Autor: Udo Schmitt (urschmitt)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Harald Wilhelms schrieb:
> Was macht man mit einer solchen Konstruktion eigentlich normalerweise,
> wenn man nicht gerade Alustäbe schmelzen will?

Angeben?

Zumindest lässt die ganze Tagsammlung darauf schliessen :-(

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.