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Forum: HF, Funk und Felder Zigbee im vergleich zu Bluetooth


Autor: Gast G. (john_wayne)
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Hallo,
wir benutzen im Moment Bluetooth um Daten mit etwa 60kb/s zu übertragen.
Jetzt kam die Frage auf, ob mann nicht Zigbee statt Bluetooth benutzen 
kann.
Ist es überhaupt sinnvoll Zigbee für eine P2P verbindung zu nutzen? Und 
wie aufwendig im Vergleich zu Bloetooth ist es zu implementieren?

Viele Grüße

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Gast G. schrieb:

> Ist es überhaupt sinnvoll Zigbee für eine P2P verbindung zu nutzen?

ZigBee selbst definiert die Netzwerkschicht und alles obendrüber.
Das ist für P2P möglicherweise deutlich mehr als das, was du willst
(beispielsweise kann auf der Netzwerkschicht auch geroutet werden).

Das darunter liegende IEEE 802.15.4 (PHY- und MAC-Schichten) könnte
dir dafür vollauf genügen.  Große Teile davon sind in den typischen
Transceivern bereits in Hardware implementiert.

> Und
> wie aufwendig im Vergleich zu Bloetooth ist es zu implementieren?

Keine Ahnung, ich kenne Bluetooth nicht.  ZigBee selbst ist ein
rechter Klopper, andererseits wirst du sowas nicht selbst schreiben,
sondern du nutzt einen Stack eines Herstellers dafür.

Bei reinem IEEE 802.15.4 kannst du bereits mit wenigen Kilobyte
eine komplette Applikation aufbauen, die etwas sinnvolles tut.
Ich habe mein tiny230-Board als proof of concept für "small is
beautiful" mit einem ATtiny84 versehen (ein ATtiny44 würde es für
viele Dinge auch noch tun).  Für ein "back to the roots"-Softwarepaket
für Atmel-802.15.4-Transceiver kannst du dir beispielsweise das
µracoli-Projekt ansehen.

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Die Verbindungsaufnahme bei Zigbee ist bedeutend schneller wie bei 
Bluetooth. Wenn das ein Thema wird, geht's auch um den Stromverbrauch. 
Zb bei dauernd neuer Verbindungsaufnahme.

Autor: ..,- (Gast)
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Wenn es wirklich "nur" ein P2P-Link sein soll musste halt überlegen ob 
du das Ding mit ZigBee erschlagen willst oder nicht.
Wie Jörg schon erwähnt hat reicht da sicherlich schon der reine 
15.4-Stack aus.
Atmel bietet da für beide Ansätze recht schöne Lösungen an. Zum einen 
halt den ZigBee-Stack (Bitcloud) und den reinen 15.4-MAC-Stack. Für 
beide gibt es da auch gute Demo-Applications, wie z.B. auch ein 
P2P-Link.

Gehts dir um den Stromverbrauch? Dann ist sicherlich 15.4(+ZigBee) 
effizienter allein schon aufgrund das es nicht über die Frequenzen 
springt.

Autor: Gast G. (john_wayne)
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Hallo,
danke an alle. Ja der Stromverbrauch ist auch wichtig, da der Sender 
batteriebetrieben wird.Dann werde ich mir mal die Atmel Geräte 
anschauen.

Autor: Kai S. (zigzeg)
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Es sollte auch erwaehnt werden, dass Zigbee eine deutlich geringere 
Datenrate hat. So sind es im 2.4GHz Band 250kBit/s rohe Datenrate. D.h. 
schon die Roh-Datenrate ist zu klein fuer die von Dir gewuenschten 60 
kByte/s.

Ausserdem kaeme noch so entlicher Overhead durch das Zigbee Protokoll 
hinzu. Ausserdem kann man nicht von einer stoerungsfreien Uebertragung 
ausgehen, was die effektive Datenrate nochmals reduziert.

Kann man also fuer diesen Anwendungsfall wohl vergessen ...

Autor: ..,- (Gast)
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Ich dachte beim Atmega128RFA1 von deutlich höheren Datenraten gelesen zu 
haben ... ich lass mich aber gern eines besseren belehren =)

Autor: A. W. (uracolix)
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Ja der RFA1 unterstuetzt proprietaere hoehere Datenraten,
laut Datenblatt neben 250 kb/s auch noch 500 kb/s, 1 Mb/s
und 2 Mb/s, wobei sich aber durch die geringere Spreizung
des Signals die Reichweite reduziert.

Beim Lesen der Tabelle 9-23 bitte nicht wundern, die
angegebenen -9dBm sind vermutlich ein Druckfehler und
sollen wahrscheinlich -90dBm heissen, im Zweifelsfalle
mal bei avr@atmel.com nachhaken. Bei -9dBm wuerden sich
zwei nebeneinander stehende Boards ohne Sendeverstaerker
wohl nicht mehr erreichen ;-)

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Kai S. schrieb:
> Es sollte auch erwaehnt werden, dass Zigbee eine deutlich geringere
> Datenrate hat. So sind es im 2.4GHz Band 250kBit/s rohe Datenrate. D.h.
> schon die Roh-Datenrate ist zu klein fuer die von Dir gewuenschten 60
> kByte/s.

Da musst du dich aber schon ziemlich dämlich anstellen, bspw. durch
Nutzung zu kurzer Frames, sodass der Overhead für die Adressierung
die Bandbreite schluckt.  Wenn du eine Payload von 100 Octets pro
Frame nimmst und kurze Adressen auf beiden Seiten, dann ist der
Overhead von MAC und PHY noch 17 Octets oder 15 %.  Da kann man
sich schon fast noch eine bestätigte Übertragung leisten ;-).

..,- schrieb:
> Ich dachte beim Atmega128RFA1 von deutlich höheren Datenraten gelesen zu
> haben

Ja, solange er bei den Atmel-Transceivern bleibt, kann er damit den
Durchsatz noch weiter erhöhen.

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