www.mikrocontroller.net

Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Warum ein Elko am RR so komische Effekte verursacht?


Autor: Luca Bertoncello (lucabert)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo, Leute!

Ich habe eine Frage, und zwar: ich nutze, für meinen Wecker, einen 
TDA1554Q als Verstärker.
Dieser ist nach dem MP3-Decoder (VS1011e) angeschloßen und funktioniert 
einwandfrei.
Das einzige "Problem" ist, daß wenn die Musik beginnen soll, ist ein 
"Pluck" zu hören.

Mir ist dann gesagt worden, daß ich einen 100µF Elko zwischen den PIN RR 
(Ripple Rejection) und GND anschließen soll.

Nun habe ich es gemacht und tatsächlich die Musik fängt ohne Geräusche 
an.
Das Problem ist, aber, daß es etwas später anfängt, deutlich schneller 
abgespielt wird und 'ne knappe Oktave höher.

Wie könnt ihr euch den Effekt erklären?
Als Anhang den Schaltplan des Weckers.

Ich habe jetzt den C20 entfernt, denn so kann ich das Ding nicht laufen 
lassen.
Sicher ist dieses "Pluck" auch kein Problem, mit dem ich nicht leben 
kann (letzten Endes, auch mein Stereoanlage hat das gleiche Problem, 
sogar etwas stärker), aber mich interessiert warum so ein komisches 
Effekt passiert...

Ich freue mich auf eure Kommentare
Luca Bertoncello

Autor: Thomas S. (thomas_s74)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bei meinem Verstärker höre ich ein solches Geräusch auch beim 
Einsachalten. Ich denke, dass der Kondensator an mute angepasst werden 
muss. So lange, wie der "pluck" andauert ist der Amp. noch auf mute 
geschaltet. Und wenn der Kondensator zu groß ist dauert der Moment im 
mute modus zu lange.

Aber das mit der halben Oktave höher ist irgendwie ein komisches 
Phänomen.

Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> aber mich interessiert warum so ein komisches Effekt passiert...

Das ist der Einschalt-Plopp.

Musik ist eine Wechselspannung, die um eine Nullline wechselt.
Diesr Nulllinie ist NICHT 0V, sondern irgendwas, z.B. 1.7V.

Beim Einschalten liegen jedoch 0V auf den Leitungen. Nun muss
sich in den ersten Sekunden der 220nF KerKo vor dem VS1001
von 0V auf 1.7V aufladen, das verursacht den Plopp.

Der Elko an RR
zwingt auch diese Nullinie erst mal auf 0V und lädt sich
langsam auf. Allerdings verschwindet der Plopp nicht weil
die Nullinien nun übereinstimmen, sondern weil zu Beginn
einfach nichts übertragen wird. Elko an RR ist eine
schlechte Möglichkeit, den Plopp zu muten, also während
des Plopp den Verstärker ausgeschaltet zu lassen.

Normal (ohne Elko) liegt an RR die Nullinie an.
Au VS1001 Seite is an GBUF dessen Nulllinie.
Leider hilf es nun nichts, beide zu verbinden,
man darf das wohl nicht tun.

Du musst das Problem wohl per Software lösen.
Du kannst mit MUTE den TDA1554 ausschalten.
Lass den erst mal ausgeschaltet, übertrage auf
dem VS1001 Stille, lang genug damit sich die 220nF
aufladen können, schalte erst dann Mute aus und
beginne erst dann mit der MP3 Wiedergabe, dann
beginnt sie ohne Plopp.

Warum dein Musikstück allerdings "eine Oktave höher"
abgespielt wird ? Keine Ahnung, klingt als ob du
ein Problem mit Störungen hast. Wohl schlechter Aufbau.

Autor: Luca Bertoncello (lucabert)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Thomas S. schrieb:
> Bei meinem Verstärker höre ich ein solches Geräusch auch beim
> Einsachalten. Ich denke, dass der Kondensator an mute angepasst werden
> muss. So lange, wie der "pluck" andauert ist der Amp. noch auf mute
> geschaltet. Und wenn der Kondensator zu groß ist dauert der Moment im
> mute modus zu lange.

Kondensator an Mute?!? Welcher Kondensator an Mute?

> Aber das mit der halben Oktave höher ist irgendwie ein komisches
> Phänomen.

Ja, ich weiß! Deswegen habe ich gefragt... :D

Grüße
Luca Bertoncello

Autor: Luca Bertoncello (lucabert)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MaWin schrieb:

> Musik ist eine Wechselspannung, die um eine Nullline wechselt.
> Diesr Nulllinie ist NICHT 0V, sondern irgendwas, z.B. 1.7V.

Aha!

> Du musst das Problem wohl per Software lösen.
> Du kannst mit MUTE den TDA1554 ausschalten.
> Lass den erst mal ausgeschaltet, übertrage auf
> dem VS1001 Stille, lang genug damit sich die 220nF
> aufladen können, schalte erst dann Mute aus und
> beginne erst dann mit der MP3 Wiedergabe, dann
> beginnt sie ohne Plopp.

Mmmm... Das ist genau was ich mache...
Hier mein Code:
// Laut Doku, soll man den vor dem Abspielen immer setzen!
  vsSetClock();
// Dazu setze ich die Lautstärke, denn ansonsten (bei Knopfbetätigen) wird nicht gesetzt!
  vsSetVolume(currentVolume);
// Und nun ein bißchen stumme Daten als Init...
  for(i = 0; i < 2048;)
  {
    if(bit_is_set(VS_PIN, VS_DREQ_PIN))
    {
      vsSendData(0);
      i++;
    }
    displayCurrentTime();
  }

  tdaLoud();

> Warum dein Musikstück allerdings "eine Oktave höher"
> abgespielt wird ? Keine Ahnung, klingt als ob du
> ein Problem mit Störungen hast. Wohl schlechter Aufbau.

Wie soll ich denn ansonsten machen?
Andere Störungen habe ich nicht.

Danke
Luca Bertoncello

Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> vsSendData(0);

Kann es sein, daß das nicht der Nulllinie ist ?

Vielleicht müsste man vsSendData(32677 sagen?

Kein Ahnung, wie da der Wertebereich ist, und wie links
und rechts abgebildet werden.

Autor: Nico Sch. (nico22)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
32767 vielleicht?

Autor: Luca Bertoncello (lucabert)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MaWin schrieb:
>> vsSendData(0);
>
> Kann es sein, daß das nicht der Nulllinie ist ?

Alles kann sein... :)

> Vielleicht müsste man vsSendData(32677 sagen?
>
> Kein Ahnung, wie da der Wertebereich ist, und wie links
> und rechts abgebildet werden.

Naja, vergiß bitte nicht, daß der VS1011e ein MP3-Decoder ist...
Also, die Daten, die er kriegt, werden als MP3 behandelt und 
interpretiert...
0 senden ist, so wie ich von der Dokumentation verstanden habe, die 
einzige Möglichkeit, "Stille abzuspielen".

Grüße
Luca Bertoncello

Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Soweit ich weiß kann der VS1011E auch WAVE abspielen. AFAIK brauchst du 
dafür am Anfang aber einen WAVE Header.

Autor: Luca Bertoncello (lucabert)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Simon K. schrieb:
> Soweit ich weiß kann der VS1011E auch WAVE abspielen. AFAIK brauchst du
> dafür am Anfang aber einen WAVE Header.

Mmm... Ich schreibe jetzt eine E-Mail den Leuten von VLSI...
Sie antworten immer sehr schnell und kompetent. Vielleicht können sie 
mir helfen...

Ich habe es vorher nicht gemacht, da ich sicher war, daß es ein Problem 
des Verstärkers ist.

Grüße
Luca Bertoncello

Autor: AS (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Luca Bertoncello schrieb:
> Das Problem ist, aber, daß es etwas später anfängt, deutlich schneller
> abgespielt wird und 'ne knappe Oktave höher.

Im Stream Modus (SM_STREAM) ist das ein normales feature des
VS1011e und tritt immer dann auf, wenn Du den Puffer zu
schnell oder zu langsam füllst.

Allerdings varriert die Abspielrate nur bis +-5%, womit bei
weitem kein Oktavversatz hinzubekommen ist.

SM_STREAM immer abschalten!

Und check mal Deine komplettes Protokoll und Deine Puffer-Füll-Methode.
Ein VS1011e hat keine nennenswerte Verzögerung zwischen erstem Füllen
des Puffers und Audiostart.
Den "es klingt höher" Effekt erreicht man auch duch Pufferüberläufe.

Und ja, Du benutzt doch hoffentlioch den "VS1002 Native Mode"
("New Mode"), oder?

Autor: Michael K-punkt (charles_b)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MaWin schrieb:

> Musik ist eine Wechselspannung, die um eine Nullline wechselt.
> Diesr Nulllinie ist NICHT 0V, sondern irgendwas, z.B. 1.7V.
>
> Beim Einschalten liegen jedoch 0V auf den Leitungen. Nun muss
> sich in den ersten Sekunden der 220nF KerKo vor dem VS1001
> von 0V auf 1.7V aufladen, das verursacht den Plopp.

Das mit der Nullinie ungleich 0V will mir nicht so recht einleuchten. 
Müssten da nicht die Lautsprechermembranen nach dem Einschalten ein 
Stück nach vorne wandern? In eine neue "Ruhelage"?

Man kann die Polarität von Basslautsprechern herausfinden, indem man 
eine 1,5-V-Zelle an die beiden Zuleitungen anschließt. Dann kommt die 
Membran auch ein ganzes Stück nach vorne oder nach hinten - je nach 
Polung der Batterie.

Wenn bei den LS ein DC-Offset wäre, dann würden diese nicht um ihre 
mechanische Nulllage schwingen was mir sehr seltsam vorkäme.

Aber vielleicht sehe ich da grade ne ganz andere Baustelle...?

Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Müssten da nicht die Lautsprechermembranen nach
> dem Einschalten ein Stück nach vorne wandern?

Nein, weil dazu die Differenzspannung der beiden
Lautsprecheranschlüsse relevant wäre, und die sind
im Brückenbetrieb.

Meke: Nicht jede Spannung(sdifferenz) bezieht sich auf Masse.

Autor: Luca Bertoncello (lucabert)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
AS schrieb:
> Luca Bertoncello schrieb:
>> Das Problem ist, aber, daß es etwas später anfängt, deutlich schneller
>> abgespielt wird und 'ne knappe Oktave höher.
>
> Im Stream Modus (SM_STREAM) ist das ein normales feature des
> VS1011e und tritt immer dann auf, wenn Du den Puffer zu
> schnell oder zu langsam füllst.
>
> Allerdings varriert die Abspielrate nur bis +-5%, womit bei
> weitem kein Oktavversatz hinzubekommen ist.
>
> SM_STREAM immer abschalten!
>
> Und check mal Deine komplettes Protokoll und Deine Puffer-Füll-Methode.
> Ein VS1011e hat keine nennenswerte Verzögerung zwischen erstem Füllen
> des Puffers und Audiostart.
> Den "es klingt höher" Effekt erreicht man auch duch Pufferüberläufe.
>
> Und ja, Du benutzt doch hoffentlioch den "VS1002 Native Mode"
> ("New Mode"), oder?

Ja, ich benutze den "Native Mode".
Aber, wie gesagt, OHNE Programmänderung, nur Kondensator raus, spielt 
das Ding normal.

Es kann kein Programmfehler sein, denke ich, oder?

Grüße
Luca Bertoncello

Autor: Thomas S. (thomas_s74)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Luca Bertoncello schrieb:
> Kondensator an Mute?!? Welcher Kondensator an Mute?

Sig. Mute-----R------IC
                 │
                 C
                 │
Masse----------------IC

Ich meine, dass wenn der Kondensator richtig angepasst sind verschwindet 
das Plop, weil er die Zeit, in der das Plop kommt, auf Mute geschaltet 
ist.

Autor: Luca Bertoncello (lucabert)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Thomas S. schrieb:
> Luca Bertoncello schrieb:
>> Kondensator an Mute?!? Welcher Kondensator an Mute?
>
> Sig. Mute-----R------IC
>                  │
>                  C
>                  │
> Masse----------------IC
>
> Ich meine, dass wenn der Kondensator richtig angepasst sind verschwindet
> das Plop, weil er die Zeit, in der das Plop kommt, auf Mute geschaltet
> ist.

Du meinst, ich soll einen Kondensator nach R11 (47K zwischen 12V und 
Mute) und zur Masse verbinden?
Interessant! Was für einen Kondensator? Wie kann ich es rechnen?

Danke
Luca Bertoncello

Autor: Luca Bertoncello (lucabert)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
MaWin schrieb:

> Musik ist eine Wechselspannung, die um eine Nullline wechselt.
> Diesr Nulllinie ist NICHT 0V, sondern irgendwas, z.B. 1.7V.
>
> Beim Einschalten liegen jedoch 0V auf den Leitungen. Nun muss
> sich in den ersten Sekunden der 220nF KerKo vor dem VS1001
> von 0V auf 1.7V aufladen, das verursacht den Plopp.

Also, definitiv ist es kein Problem, das man per Software korrigieren 
kann...

Ich habe alles mögliches experimentiert, inklusive das Abspielen einer 
Testdatei (gültige MP3!!) mit Mute, dann sofort auf Laut wechseln und 
wieder abspielen.
Immer Einschaltplopp...

Ich glaube, ohne den Verstärker zu wechseln (der eigentlich in der Doku 
deutlich geschrieben hat "No switch-on/switch-off plop") gibt es 
wirklich nichts anderes als mit dem Plopp zu überleben.

Ich danke euch trotzdem für alle Hinweise! Der Wecker funktioniert 
inzwischen sehr gut und störungsfrei.

Grüße
Luca Bertoncello

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.