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Forum: HF, Funk und Felder Hilfe: 1MHz AM Selbstbau Empfänger


Autor: Sebastian Hepp (Gast)
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Hallo,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Theorie der Radiowellen 
und wollte zwecks besseren Verständnisses einen 1MHz AM Empfänger 
aufbauen. Ich wohne im Rhein-Neckar-Gebiet und nicht weit entfernt gibt 
es einen Sender auf 1017KHz. Ich zahle übrigens auch Gebühren, nicht 
dass hier jemand davon anfängt, das sei illegal... Es geht auch nur um 
die Theorie.

Also, ich habe einen Parallelschwingkreis aus Spule und Kondensator. 
Dieser hat bei der Resonanzfrequenz seinen größten Widerstand. Dadurch 
fällt bei dieser Frequenz auch die größte Spannung ab. Als Erdung 
benutze ich die übliche Heizungsleitung und als Antenne habe ich 
entweder etwas Draht (5cm), etwas mehr Draht (30cm) oder 5m BNC-Kabel 
(Mantel als Antenne benutzt).

Der Schwingkreis wird über einen 100nF Kerko auf die Basis einen 
NPN-Transistors in Emitterschaltung gelegt. Kollektorwiderstand ist 470 
Ohm, Stromverstärkung ist etwas mehr als 400, Widerstand zwischen Basis 
und Kollektor 220 Kiloohm. An dem Kollektor wird dann das HF-Signal 
abgegriffen. Erst kommt eine schnelle Schottky-Diode 1N6263, dann 100nF 
als Tiefpass parallel zu einem kleinen Lautsprecher.

Mein Problem: Ich empfange nichts! Ich habe mal mit dem Oszilloskop das 
Signal zwischen Kollektor und Emitter gemessen, aber ich sehe nur die 
übliche Störung des Senders auf dem Königsstuhl. (Etwa 80 MHz bei 100 
Watt)

Ich vermute dass mit dem Schwingkreis etwas nicht stimmt. Aber ich kann 
das nicht prüfen bzw. weis nicht was ich machen soll. Es ist eine 100uH 
Spule, ein 220pF Kerko-Scheibe und ein Trimmerkondensator 5-30pF. Die 
Spule ist bei Reichelt vom Typ "L-07HCP".

Habt Ihr eine kleine Idee in welche Richtung mein Fehler geht? Ich habe 
schon eigene Spulen gewickelt, Bauteile getauscht, hinzugefügt, 
entfernt, ...


Viele Grüße
Sebihepp

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Sebastian Hepp schrieb:

> Als Erdung
> benutze ich die übliche Heizungsleitung

... eine prima Antenne

> und als Antenne habe ich
> entweder etwas Draht (5cm),

gar nichts (wäre für 1500 MHz eine Viertelwellenlänge)

> etwas mehr Draht (30cm)

nicht viel mehr (Viertelwellenlänge für 250 MHz)

> oder 5m BNC-Kabel
> (Mantel als Antenne benutzt).

eine Kurzwellenantenne

> Der Schwingkreis wird über einen 100nF Kerko auf die Basis einen

Das Ding hat nicht viel mit HF zu tun.  Geht vielleicht ja für
Mittelwelle gerade noch so, aber kurz danach ist Schluss.  Nimm lieber
einen mit 1 nF oder wenig mehr.

> NPN-Transistors in Emitterschaltung gelegt. Kollektorwiderstand ist 470
> Ohm,

Besser wäre ein Schwingkreis im Kollektorzweig, wobei man den nicht am
"heißen" Ende auskoppelt für die nächste Stufe, sondern an einer
Anzapfung, damit er nicht so starkt bedämpft wird.  Den muss man dann
allerdings auf die Empfangsfrequenz abgleichen.

> Erst kommt eine schnelle Schottky-Diode 1N6263, dann 100nF
> als Tiefpass parallel zu einem kleinen Lautsprecher.

Auch hier: 4,7 oder 10 nF genügen, keine fetten Vielschicht-
kondensatoren benutzen.  Die haben zu hohe Verluste.

> Es ist eine 100uH
> Spule, ein 220pF Kerko-Scheibe und ein Trimmerkondensator 5-30pF.

Der Abstimmbereich ist zu klein.  Beschaff dir einen alten
Drehkondensator mit 500 pF, wie man ihn früher für Mittelwellenempfang
benutzt hat.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Du bedämpfst deinen Schwingkreis doch komplett mit deiner Antenne und 
dem Eingangswiderstand deines Transistors. Dadurch wird der 
Eingangskreis breit wie ein Scheunentor der alles mögliche durchläst. Du 
must die Antenne und den Transistor bei einer Anzapfung (kapazitiv oder 
induktiv) des Schwingkreises anschliessen. Aber auch dann kannst du 
keine Wunder an Trennschärfe erhoffen. Auch ist die Spannungsverstärkung 
mit nur einem Transistor sehr klein. Auch brauchst du eine 
NF-Verstärkung hinter dem HF-Gleichrichter.

Autor: Wolfgang M. (womai)
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Dein Abstimmbereich ist sehr schmalbandig. Mit der ueblichen Formel

f = 1/(2*PI*sqrt(L*C))

mit L = 100E-6H, Cmin = (220+5) = 225pF, Cmax = (220+30) = 250pF

komme ich auf einen Bereich von

f_min = 1006 kHz bis f_max = 1061 kHz.

as waere ja noch ok. Aber uebliche Spulen haben zumindest 10-20% 
Toleranz, Kondensatoren zumindest 5-10%. Insgesamt also rund +/-30% 
Toleranz fuer das Produkt L*C, und das ergibt ca. +/-15% Unsicherheit in 
der Frequenz. Dazu kommen noch parasitaeren Kapazitaeten der 
Verbindungsleitungen, die auch schnell mal ein paar Prozent von 220pF 
ausmachen koennen. Ist also gar nicht so unwahscheinlich, dass Du gar 
nicht auf 1017 MHz abstimmen kannst.

Hast Du einen Funktionsgenerator zur Verfuegung? Dann koenntest Du mit 
diesem ueber einen Widerstand einmal Deinen Schwingkreis speisen, um 1 
MHz herum abstimmen, und mit dem Oszi die ungefaehre Resonanzfrequenz 
bestimmen (Frequenz bei der das Maximum der abfallenden Spannung liegt). 
Basierend auf den Ergebnissen kannst Du dann den Schwingkreis auf 1017 
kHz trimmen.

Wenn das einmal geht, dann am besten mit einem simplen 
Detektorempfaenger anfangen - Schwingkreis ueber Germanium- oder 
Schottkydiode an einen Tiefpass (100nF-Kondensator Parallel zu ~100 kOhm 
Widerstand und Piezo-Ohrhoehrer oder Oszi-Eingang). Einen nahen, starken 
Sender kann man so auf jeden Fall empfangen. Und wenn das funktioniert, 
kannst Du Dir ueber Transistor-Verstaerkerstufen Gedanken machen.

Wolfgang

Autor: Wolfgang M. (womai)
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Achja, nochwas, Deine Antenne ist auch viel zu kurz fuer so einen 
einfachen Empfaenger. 10 - 20 Meter Draht koennen es schon sein! Dann 
kriegst Du nachts sogar mit dem Detektorempfaenger mehrere Sender rein. 
Ein 500pF-Drehkondensator aus einem aelteren Radio ist uebrigens auch 
viel besser - die Dinger gehen ueblicherweise von 50 - 500 pF, somit 
bekommst Du einen Abstimmbereich von 3x (z.B. 500 - 1500 kHz).

Wolfgang

Autor: Sebastian Hepp (Gast)
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>Antenne zu klein
Okay, mehr als 5m lässt sich in der Wohnung leider nicht machen. =)

>größeren Drehko
Bestelle ich bei der nächsten Lieferung mit. Reichelt hatte nur diese 
winzigen Dinger...

>2. Schwingkreis im Kollektor => Filter 4. Ordnung
Das wollte ich anfangs vermeiden, weil ich dann beide Schwingkreise 
abstimmen müsste. Aber als Verbesserung wenn ich wenigstens mal ein 
Rauschen empfange...

>Keine großen Vielschicht
Gut, ich habe noch 1nF Folienkondensatoren von Wima. Die kann ich auch 
gleich mal testen.

>Zu Starke Bedämpfung durch direkten Anschluss der Antenne und die Basis-
>Emitter-Strecke
Super, das könnte es sein. Also muss ich mir selber eine Spule 
wickeln... Kann ich auch um eine Spule eine zweite Spule mit 1/10 der 
Windungszahl wickeln anstatt den Draht anzuzapfen?

>NF-Verstärker, Tiefpass, etc.
Stimmt es, dass ich erst Gleichtrichten und dann Tiefpassen muss? Der 
Tiefpass kann auch im NF-Verstärker sein, richtig? Wie realisiere ich so 
einen Tiefpass am besten? 100 Ohm in Reihe und danach 100nF Parallel 
hätten eine Grenzfrequenz von 15KHz?

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Sebastian Hepp schrieb:

>>größeren Drehko
> Bestelle ich bei der nächsten Lieferung mit. Reichelt hatte nur diese
> winzigen Dinger...

http://www.oppermann-electronic.de/html/drehkos.html

> Super, das könnte es sein. Also muss ich mir selber eine Spule
> wickeln... Kann ich auch um eine Spule eine zweite Spule mit 1/10 der
> Windungszahl wickeln anstatt den Draht anzuzapfen?+

Geht auch.

>>NF-Verstärker, Tiefpass, etc.
> Stimmt es, dass ich erst Gleichtrichten und dann Tiefpassen muss? Der
> Tiefpass kann auch im NF-Verstärker sein, richtig?

Ja.  Beim Detektor hat man als Tiefpass einfach nur einen 10-nF-
Kondensator parallel geschaltet.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Sebastian Hepp schrieb:
> Kann ich auch um eine Spule eine zweite Spule mit 1/10 der
> Windungszahl wickeln anstatt den Draht anzuzapfen?

Man kann.

Sebastian Hepp schrieb:
> 100 Ohm in Reihe und danach 100nF Parallel
> hätten eine Grenzfrequenz von 15KHz?

Viel zu niederohmig. 15KHz brauchst du auch nicht 5Khz reichen, mehr hat 
Mittelwelle nicht.

Vorsicht mit Schwingkreis an der Basis und einen Schwingkreis im 
Kollektor.
Das kann schon mal selber schwingen über die Kollktor-Basis Kapazität.

Autor: Sebastian Hepp (Gast)
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Okay, mit dem Funktionsgenerator konnte ich die Resonanzfrequenz auf 
4,1MHz bestimmen. Dabei scheint alleine der Kerko dafür ausschalggebend 
zu sein. Wenn ich die Spule entferne ist dort immernoch das Maximum, 
aber etwas geringer. Mit der Spule erhöht es sich um etwa 20%?

Ich glaube der Kerko ist mist für den Schwingkreis...

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

komisch, als ich das angefangen habe zu probieren, hatte ich weder 
Funktionsgenerator noch Oszi noch hätte ich gewußt, was ich da rechnen 
soll. ;-)

Im Ernst: mach es wie ganz früher: erstmal einen halbwegs hochohmigen 
(2k - 4kOhm) Kopfhörer organisieren. Gibt es kaum noch, also kleinen 
Netztrafo um 6V, Ohr-/Kopfhörer dran (mein Sennheiser macht das ganz 
brauchbar, einige Billigohrhörer waren auch ganz gut.

Dann eben eine der klassischen Detektorschaltungen aufbauen und 
probieren.

Nimm sowas also Ansatz:
http://www.b-kainka.de/bastel23.htm

Als Antenne reicht oft die Heizung alleine, ein halbwegs starker 
Mittelwellensender in relativer Nähe ist für erste Experimente ohnehin 
nötig.

Andererseits habt man am Anfang ja schließlich auch mit einem normalen 
passiven Detektor Funkverbindungen um den halben Erdball realisiert...

PS: gerade kurz gegoogelt: müßte wohl der SWR-Sender in Wolfsheim sein, 
der sendet wohl mit 100kW, das sollte also schon gehen.

Gut, RBI mit über 1000kW in wenigen Kilometer Entfernung damals war 
einfach zu empfangen...

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: Sebastian Hepp (Gast)
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Jipie, es funktioniert!

Ich habe eine Luftspule selber gewickelt, mit Anzapfung und noch einen 
Drehko (Kenne den Wert nicht, geht aber^^) gefunden. Heizung plus 5m 
Kabel und ich empfange zwar nicht SWR, dafür aber einen amerikanischen 
Sender (Anscheinend hier aus Heidelberg).

Wenn ich am Drehko drehe, wird der lauter bzw. leiser. Also scheint der 
Schwingkreis noch sehr gedämpft zu sein. Das versuche ich später zu 
optimieren. Hauptsache es geht erst mal.

Ich frage mich nur, warum der Scheiben-Kerko nicht ging?

Bei der nächsten Bestellung kommen noch Spulenkerne und HF-Litze 
hinzu.^^

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Wenn du es ganz klassisch machen willst dann nimm statt einer Diode
 ein Stueck Pyrit. Das ist ein natuerlicher Halbleiter. Gibts es im 
Mineraliengeschaeft. Wenn du da mit einer spitzen Nadel an einer 
bestimmten Stelle kommst hast du einen Gleichrichter aufgebaut und 
solltest etwas hoeren.


http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrit

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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Schön daß es funktioniert. Jetzt kannst du mit der Antennenankopplung 
spielen. Lose gekoppelt gibt zwar weniger Pegel, dafür steigt die 
Selektivität. Mit Pyrit würde ich mich nicht herumschlagen, AA118 gibts 
noch oft genug.

Autor: Sebastian Hepp (Gast)
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Ich könnte ja gleich noch den Kondensator selber herstellen. :P

Ich probiere jetzt einfach etwas herum. Den Kondensator vom Schwingkreis 
zur Basis... 100nF Kerko sind irgendwie am besten. 1nF Folie oder 220pF 
Kerko geben alle einen viel leiseren Empfang.

>Lose Gekoppelt
Meinst du 2 getrennte Spulen? Eine für Antenne und eine für 
Basis-Emitter? Dann könnte man auch die Rückkopplung versuchen.

Autor: Peter (Gast)
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Schaue auch mal hier... http://en.wikipedia.org/wiki/ZN414

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Sebastian Hepp schrieb:
> Ich könnte ja gleich noch den Kondensator selber herstellen. :P
>

Dann kannst du dich wie der alte Marconi fuehlen :=)

> Ich probiere jetzt einfach etwas herum. Den Kondensator vom Schwingkreis
> zur Basis... 100nF Kerko sind irgendwie am besten. 1nF Folie oder 220pF
> Kerko geben alle einen viel leiseren Empfang.

Wie gesagt damit machst du den Schwingkreis platt.

Wenn schon dan so:


Antenne --C1-+----+
             |    |
             C2   La
             |    |
            GND   +---C--- Basis
                  |
                  |
                  Lb
                  |
                  GND

C1 Einkoppelkondensator (10 .. 100pF) / oder weitere Wicklung
C2 Drehkondensator
La +Lb angezapfte Spule
C  Koppel C zum Transistor.

Autor: Sebastian Hepp (Gast)
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C1 habe ich gar keinen... Welche Werte sind da angemessen?

Und für C habe ich beste Erfahrungen mit 100nF gemacht. Hey, ich könnte 
das ja erhöhen und schauen was passiert (200nF). =)

Autor: Harald Wilhelms (Gast)
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Sebastian Hepp schrieb:

> ich wollte zwecks besseren Verständnisses einen 1MHz AM Empfänger
> aufbauen und als Antenne habe ich etwas Draht (5cm),

Das man fürs Radiohören eine vernüftige Antenne braucht, wusste man
schon in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts:
Youtube-Video "Godwin/Kuttner: Die schöne Adrienne hat eine Hochantenne"
Gruss
Harald

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Sebastian Hepp schrieb:
> Und für C habe ich beste Erfahrungen mit 100nF gemacht. Hey, ich könnte
> das ja erhöhen und schauen was passiert (200nF). =)

Das bringt nix. Wie Joerg dir schon mal schrieb ist der viel zu gross.

Mal angenommen du hast 5mA Kollektorstrom B des Transistors liegt bei ca 
100 bei 1MHz.

re = UT/IC = 25mV / 5mA = 5 Ohm
rbe = re * B = 5 Ohm * 100 = 500 Ohm

f = 1MHz

C = 1/(2*pi*f*rbe)  = 318pF

Wenn du denn jetzt zu 1nF .. 3nF waehlst ist der gross genug fuer 1MHz.

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Helmut Lenzen schrieb:
> Wenn du es ganz klassisch machen willst dann nimm statt einer Diode
>
>  ein Stueck Pyrit. Das ist ein natuerlicher Halbleiter. Gibts es im
>
> Mineraliengeschaeft. Wenn du da mit einer spitzen Nadel an einer
>
> bestimmten Stelle kommst hast du einen Gleichrichter aufgebaut und
>
> solltest etwas hoeren.

Es geht noch klassiger. Nimm einen Fritter auch Kohärer genannt.
Da hat Marconi noch seine Freude dran gehabt.

Ralph Berres

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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@Ralph

Und hast du schon mal einen Kohärer gebaut?
Das mit dem Pyrit hatte ich schon vor Jahren mal ausprobiert. Hatte so 
ein Teil mal im Urlaub an einem Mineralienstand gekauft.

Ueber Marconi gab es letztens noch eine Sendung im Fernsehen. Der Kanll 
seines Funkensenders war bald weiter zu hoeren als die HF-Abstrahlung.

PS: Mit Germanium oder Schottky Diode kann jeder :=)

Hier der Link zum Video:

http://terra-x.zdf.de/ZDFde/inhalt/5/0,1872,8211237,00.html

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Hallo Helmut

Selbst gebaut habe ich noch keines. Aber ich habe ein uraltes 
Bastelbuch.
Radiobasteln für Jungen oder so ähnlich aus dem Jahre 1914 . Noch in 
altdeutscher Schrift. Da ist das Teil als Bauanleitung beschrieben.

Ralph Berres

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Hallo Ralph

wäre mal vielleicht eine interessante Idee eine Funkstrecke ala Marconi 
aufzubauen. Halt ohne moderne Teile. Frei nach dem Motto "Back to the 
roots"

Und als Sender so eine schöne Funkenstrecke.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Helmut Lenzen schrieb:

> Und als Sender so eine schöne Funkenstrecke.

Wie bekommst du den denn auf eine Afu-Frequenz abgestimmt? ;-)

Das ist doch kein Sender, sondern ein Frequenzbesen ...

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

naja, die Afu-Bänder liegen ja nicht umsonst bei 160-80-40-20-10m.
Auf 160m funken und Empfangsbestätigungen für alle Bänder bekommen. :-)

Ansonten hat ja keiner gesagt, daß der Knallfunkensender nicht auf einen 
Schwingkreis arbeiten darf...

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Hallo Jörg

so wie es halt der alte Marconi gemacht hat. Die Antenne wirds schon 
richten.
Eine genaue Frequenz wusste der auch nicht :=)

Autor: Basti (Gast)
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Also ich habe hier auch nen Sender um die Ecke, bei 801khz.
Wenn ich meine 70cmx70cm Rahmenantenne darauf abstimme reicht eine Diode 
dann ist die Ausgangsspannung genügend hoch.

Autor: Hanna P. (hanna_p)
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OOch, ein Knallfunkensender ist doch altmodisch
und schwer aus dem QRM herauszuhören, da macht sich
ein mit 800 Hz tönender Löschfunkensender bedeutend besser. :--)

Autor: Hanna P. (hanna_p)
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Achja, @Sebastian

Wenn du wirklich vom HF-Bazillus befallen sein solltest,
muss deine erste Anschaffung nach dem Multimeter ein
Dip - Meter sein!  (einfach mal bei Ebay schauen ...)

Respekt,
hanna.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Michael U. schrieb:

> naja, die Afu-Bänder liegen ja nicht umsonst bei 160-80-40-20-10m.
> Auf 160m funken und Empfangsbestätigungen für alle Bänder bekommen. :-)

Die Legende besagt, dass man genau deshalb ja auch nicht nur einfach
"CQ" gerufen hat, sondern "CQ 80". ;-)

Autor: Sebastian Hepp (Gast)
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>Achja, @Sebastian
>
>Wenn du wirklich vom HF-Bazillus befallen sein solltest,
>muss deine erste Anschaffung nach dem Multimeter ein
>Dip - Meter sein!  (einfach mal bei Ebay schauen ...)
>
>Respekt,
>hanna.

Ich kann es kaum glauben. Da gibt es Geräte zur Messung der 
Resonanzfrequenz und ich habe noch nie was davon gehört. :D
Vielen Dank, ich werde mich diesbezüglich (Dipmeter) informieren.

>100nF zu groß => Eher 1nF

Bei 1nF wird zwar die Bandbreite kleiner, aber dafür auch der Empfang 
leiser. Ich könnte noch einen NF-Transistor-Verstärker hinten dran 
schalten und schauen ob das hilft.^^


Ach herrje, da fällt mir ein: Der Kopplungskondensator vom Schwingkreis 
zur Basis liegt, in Reihe mit der Basis-Emitter-Strecke, ja parallel zum 
Schwingkreis! Warum ändert sich die Resonanzfrequenz nicht (oder nicht 
stark)? Schließlich sind 300pF parallel zu 100nF!

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Sebastian Hepp schrieb:
> Ach herrje, da fällt mir ein: Der Kopplungskondensator vom Schwingkreis
> zur Basis liegt, in Reihe mit der Basis-Emitter-Strecke, ja parallel zum
> Schwingkreis! Warum ändert sich die Resonanzfrequenz nicht (oder nicht
> stark)? Schließlich sind 300pF parallel zu 100nF!

Naja nicht ganz. Liegt immer noch die Basis-Emitter Strecke dazwischen.
Hast du schon mal gemessen wie breit dein Kreis ist?

Spendier mal dem Transistor im Emitter einen Widerstand das erhoeht 
deinen Eingangswiderstand. Das kostet zwar Verstaerkung aber die kannst 
du dir mit einem 2. Transistor wieder reinholen. Das erhoeht dann deine 
Selektion. Du hast ja erstmal nur einen Kreis.

In den Anfangszeiten als Transistoren noch teuer waren hat man sie 
praktisch 2 mal ausgenutzt. Einmal als HF-Verstaerker und dann nochmal 
als NF- Verstaerker.  Google mal nach "Reflex Empfaenger , Geradeaus 
Empfaenger"

Autor: Chris (Gast)
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Eine OT Frage. Bei 20mA TX Leistung bei 1Mhz sowie 2Mhz und AM 
Modulation. Wie lang sollte die Antenne sein (Platinenantenne) sowie 
welche Reichweite ist zu erwarten, was wäre ein konkreter Vorschlag ? 
Maximal sollte die
Antenne 3mt betragen. Auch würde mich interessieren, welche Reichweite
bei 3cm bzw 15cm möglich wäre und wie es rechtlich ausieht.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Chris schrieb:
> Auch würde mich interessieren, welche Reichweite
> bei 3cm bzw 15cm möglich wäre und wie es rechtlich ausieht.

1 MHz oder 2 MHz mit 3cm oder 15 cm Antenne? Da strahlst du nur 
Spurenelemente ab.

1 MHz hat 300m Wellenlaenge. Da sollte die Antennenlaenge schon in der 
Groessenordnung sein.

Die 3cm waere eine Optimale Laenge fuer einen Sender mit rund 2.5Ghz.

Man kann zwar das ganze ausrechnen wie weit das gehen koennte.
Du hast aber einige Faktoren die du nicht bestimmen kannst.

Wieviel strahlst du wirklich ab.
Empfindlichkeit deines Empfaengers.
Antennengewinne (Sende , Empfangsseite)
Daemfungen , Reflexionen deiner Umgebung.

Der einfachste Weg ist so was auszuprobieren.

Zur Rechtliche Seite sage ich hier nix. Das ist eher Joerg gefragt.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Hier ist noch eine schoene Schaltung fuer einen Reflexempfaenger

http://ee.old.no/library/EE1003-de.pdf

Seite 113

Die hatte ich damals in meiner Jugend nachgebaut.

Autor: Chris (Gast)
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Schon klar daß die Antenne nicht optimal ist. Mir würde es bei der 
Anwendung um Messdaten/Debugdaten gehen, welche dann durch ein Gehäuse 
extern ausgelesen werden können. Als Beispiel könnte man das Auslesen 
eines Loggers einer S0 Schnittstelle nennen, auch wenn ich das für sowas 
nicht nutzen würde. Klar werde ich es testen. Ziel ist eine Übertragung 
zu 30 cm Entfernung. Ich wollte eigentlich nur eine oder mehrere 
konkrete Ansätze
sowie Erwartungen, was da bie 3 sowie 15cm rauskommen sollte um das dann
mit den Resultaten zu vergleichen.
Als Empfänger würde ich gerne den   ZN414 Radio IC  MK484 einsetzen,
habe aber auch keine Problem wes empfindlicheres zu verwenden.
Ansonsten -93dbm für die Empfängerempfindlichkeit.
mfg Chris

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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@Chris

Die bevorzugte Antenne bei 1 MHz (MW) ist die Ferritantenne.
Das kaeme deinen Abmessungen entgegegen.

Bei 30cm kann man abe rauch komplett auf das Induktive Feld setzen.
Quasi 2 Spulen die sich sehen.

Oder auch einfach IR nehmen.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Chris schrieb:

> Mir würde es bei der
> Anwendung um Messdaten/Debugdaten gehen, welche dann durch ein Gehäuse
> extern ausgelesen werden können.

Sowas ist eine typische Anwendung, bei der man rein mit der
magnetischen Feldkomponente arbeitet.  Neben der schon genannten
Ferritantenne käme dafür auch eine Rahmenantenne in Frage.

Rechtliches:
Allgemeinzuteilung: Induktive Funkanwendungen

Autor: Chris (Gast)
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Ich glaube zumindest, die Rahmenantenne verstehe ich für den Empfang, 
aber
nicht für das Senden. Mein derzeitiges Verständnis: Der Schwingkreis 
welcher eine 90° Phasenverschiebung hat verstärkt die Amplitude der 
eigentlichen Sendeantenne und generiert dabei eine virtuelle Masse, 
welche entgegengesetzt dem Sendesignal ist. Das obige Schaltbild 
angewand auf eine
Rahmenantenne würde laut meinem derzeitigen Wissensstand folgendes 
erreichen.
Der äusere Antenne wird Moduliert direkt mit 1Mhz aus Pin3.
Pin 2 geht auf den LC Schwungkreis (ca 15 cm Länge sowie 0.1uF 
Kondensator)
und wird als OC beschaltet. Gleichzeitig könnte/müsste es möglich sein,
mittels ADC was zu empfangen, zumendest ein OOK Signal.
Müsste dazu dar TX Teil an stelle von GND auf VCC/2 gelegt werden ?
Bin ich mit meiner speziellen Rahmenantenne soweit richtig oder ist das
totaler Schwachsinn ?

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Chris schrieb:
> Ich glaube zumindest, die Rahmenantenne verstehe ich für den Empfang,
> aber
> nicht für das Senden.

Warum?

Du wirst mit deinem Antennenstummel kein nennenswertes E-Feld abstrahlen
können, dafür ist der elektrisch einfach viel zu kurz.  Dementsprechend
entsteht auch nichts, was sich als EM-Feld danach in einem H-Feld-
Sensor (Rahmenantenne) wiederfinden würde.

> Das obige Schaltbild

Welches denn?

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Jörg Wunsch schrieb:
>> Das obige Schaltbild
>
> Welches denn?

Er meint das lustige Foto mit dem IC drauf.

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