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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Wieso 2 Widerstände in Transimpedanzverstärker?


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Autor: whatever (Gast)
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Hallo,

In folgendem Dokument wird die Anode der Photodiode in manchen 
Schaltungen nicht auf Gnd gelegt, sondern mit einem Eingang verbunden 
und über einen sehr hohen Widerstand auf Gnd gelegt. Das sieht man immer 
wieder mal, wenn es um hohe Sensitivität geht. Leider steht keine 
Erklärung dazu. Kann mir wer sagen  was das soll?

 www.ti.com/lit/an/sboa061/sboa061.pdf

Danke

Autor: Falk Brunner (falk)
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Ich tippe mal, dass man die Eingangsströme kompensieren will, so wie in 
alten, klassischen Schaltungen, auch wenn die Eingangsströme hier um 
Dekaden geringer sind.

MFG
Falk

Autor: Claudia (Gast)
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>Ich tippe mal, dass man die Eingangsströme kompensieren will, so wie in
>alten, klassischen Schaltungen, auch wenn die Eingangsströme hier um
>Dekaden geringer sind.

Genau. Lohnt sich immer, wenn die Offsetströme kleiner als die 
Biasströme sind.

Die Anode wird dabei hoch gelegt (figure 2), da nur dadurch das 
Zero-Biasing der Photodiode erhalten bleibt. Macht man es dagegen so, 
wie in figure 3, kann der Spannungsabfall am 400M Widerstand das 
Zero-Biasing verfälschen. Das Resultat wäre eine 
Empfindlichkeitsschwankung der Photodiode.

Bei der Schaltung in figure 2 ensteht zwar auch am 1G Widerstand ein 
Spannungsabfall, aber dieser erscheint an beiden Eingängen als 
Gleichtaktspannung und wird durch die CMRR herausgerechnet.

http://www.ti.com/lit/an/sboa061/sboa061.pdf

Autor: whatever (Gast)
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Was genau meint ihr mit Offsetströmen? Den Strom der durch den 
Eingangsoffset aus dem Ausgang zur Diode fließt?

Autor: Siebzehn oder Fuenfzehn (hacky)
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Der nicht-ideale OpAmp ... hat einen Eingangsstrom, hat Offsetspannung, 
kommt nicht an die Speisung ran, usw.

Autor: whatever (Gast)
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Und was willst Du mir damit sagen? Der zweite Widerstand hat bestimmt 
nix damit zu tun, dass der OPA kein R2R ist.

Autor: Siebzehn oder Fuenfzehn (hacky)
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Das du dir mal die Theorie des Opamps reinziehst. Man beginnt mit einem 
idealen Opamp und geht dann ueber zu den nichtidealen Eigenschaften.

Wenns um den Eingangsstrom geht, kann man einen FetOpAmp nehmen, der 
dann wiederum andere Eigenschaften hat.

Autor: Wilhelm Ferkes (ferkes-willem)
Datum:

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Delta Oschi schrieb:

> Das du dir mal die Theorie des Opamps reinziehst.

Eine der besten Erklärungen und wirklich detaillierte Betrachtungen und 
Berechnungen zu OPs sah ich im Tietze/Schenk. Die Bibel schlechthin.

Aber auch im Internet findet man in Sekundenschnelle was, und wenn es 
nur Wikipedia mit dem Suchbegriff "Operationsverstärker" oder 
"Offsetspannung" ist.

Autor: Michael H. (michael_h45)
Datum:

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whatever schrieb:
> Und was willst Du mir damit sagen? Der zweite Widerstand hat bestimmt
> nix damit zu tun, dass der OPA kein R2R ist.

Nimm einen idealen Opamp und zeichne dir die "Unzulänglichkeiten" einer 
realen Schaltung mit ein.
Das wären hier eine Offsetspannungsquelle und Stromquellen gegen Masse 
an den Eingängen.
Dann rechne die Schaltung nochmal durch. Mit einem Lastenheft kannst du 
dann deinen Opamp auswählen...

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Beitrag #2625289 wurde von einem Moderator gelöscht.
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Autor: Ulrich (Gast)
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Den 2. Widerstand nimmt man meist wegen des Biasstromes. Beim OPA128 
kann das aber kaum die Ursache sein, denn der BIAS Strom ist sehr klein, 
und der Offsetstrom nicht viel kleiner. Interressant wird aber ggf. der 
Biasstrom bei höheren Temperaturen.

Je nach OP kann das Stromrauchen der beiden Eingänge teilweise 
korreliert sein - dann würde bei genügend starker Korrelation der 2. 
Widerstand da auch etwas gegen das Stromrauschen helfen.

Einen so großen Widerstand wie im DB des OPA 128 würde ich normalerweise 
eher nicht noch ein 2. mal einsetzen, wenn er nicht unbedingt benötigt 
wird, denn der Widerstand gibt auch zusätzliches Rauschen, und die 
positiven Effekte halten sich da in Grenzen. Es hängt aber vom 
Einsatzfall ab - bei 120 C und damit relativ viel Bias lohnt der 
Widerstand vielleicht doch.

Autor: whatever (Gast)
Datum:

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Genau das wäre auch meine Meinung, deshalb habe ich mich gewundert. 
Danke für Deinen Beitrag.

Autor: Kai Klaas (klaas)
Datum:

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>In folgendem Dokument wird die Anode der Photodiode in manchen
>Schaltungen nicht auf Gnd gelegt, sondern mit einem Eingang verbunden
>und über einen sehr hohen Widerstand auf Gnd gelegt.

Das hat etwas mit dem kapazitiven Einkoppeln von Störungen zu tun: Denkt 
man sich Störungen gleichmäßig kapazitiv auf die beiden 
Fotodiodenleitungen eingekoppelt, verhält sich die Schaltung 
näherungsweise wie ein Differenzverstärker und kann Störungen in erster 
Näherung herausrechnen. Ist hier erklärt:

http://www.ti.com/lit/an/sboa035/sboa035.pdf

Das macht natürlich nur Sinn, wenn alle beteiligten Widerstände und 
Kapazitäten sorgfältig "gematcht" sind und vor allem die Störung in 
beide Fotodiodenleitungen gleichmäßig einkoppelt. Das ist beispielsweise 
der Fall, wenn die Fotodiode mit einer längeren Leitung angeschlossen 
wird. Das kapazitive Einkoppeln direkt in die Fotodiode passiert dagegen 
in der Regel unsymmetrisch, weil die Kontakte "oben drauf" die Kontakte 
"darunter" ziemlich gut abschirmen.

Nachteilig an der Methode ist natürlich das zusätzliche Rauschen des 
zusätzlichen Widerstands. Hier muß man einen Kompromiß finden.

Es gibt noch andere Gründe, warum man bei OPamps mit JFET-Eingängen 
gerne Cap-Matching oder Impedance-Matching an den Eingängen macht, 
einmal um das Rauschen zu verringern, das andere Mal um die Verzerrungen 
niedrig zu halten. Aber das sind andere "Baustellen":

http://www.analog.com/static/imported-files/data_s...

http://www.analog.com/static/imported-files/semina...

http://www.analog.com/static/imported-files/data_s...

Autor: whatever (Gast)
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Woah super. Danke für die Links! Das erklärt die Sache.

Autor: max98765 (Gast)
Datum:

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Das hat ganz ander Gründe:

vom Ausgang über des Genkopplungswiderstand ist mit der KApazität der 
Fotodiode ein Tiefpass. Eine OP hat 180 Grad Drehung, durch den 
frequenzkompensierten OP (OP ist ein TP) kommen nochmals 90 Grad dazu 
und jetzt noch der Gegekopplugswiderstand mit der Fotodiodenkapazität 
sind es 360 Grad und die schöne Schaltung schwingt.

Autor: Kai Klaas (klaas)
Datum:

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>vom Ausgang über des Genkopplungswiderstand ist mit der KApazität der
>Fotodiode ein Tiefpass. Eine OP hat 180 Grad Drehung, durch den
>frequenzkompensierten OP (OP ist ein TP) kommen nochmals 90 Grad dazu
>und jetzt noch der Gegekopplugswiderstand mit der Fotodiodenkapazität
>sind es 360 Grad und die schöne Schaltung schwingt.

Dagegen hilft der 5p "phase lead" Cap, der dem Gegenkopplungswiderstand 
parallel geschaltet ist und die von dir angesprochene "phase lag" 
rückgängig macht.

Autor: max9876 (Gast)
Datum:

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Bitte probiere einmal eine BPW34, 1MOhm und ein 1 MHz 
Verstäkungbandbreite.
OPV.
Du wist mit pF nicht auskommen. Da wirst Du die Bandbreite mit dem 
Kondensator vom Ausgang auf U- in den KHz Bereich reduzieren müssen, 
damit das nicht schwingt.
Die einfache Schaltung (OPV Gegnekopplungs-R, Fotodioade an U-) ist 
plausibel, aber sehr tückisch.

Autor: Michael Köhler (sylaina)
Datum:

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max98765 schrieb:
> sind es 360 Grad

Und man ist wieder bei 0, prima. Sieht man nicht 180° als kritischer an 
(und welchen Gain man da erreicht hat)?

Autor: Kai Klaas (klaas)
Datum:
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>Bitte probiere einmal eine BPW34, 1MOhm und ein 1 MHz
>Verstäkungbandbreite OPV.
>Du wist mit pF nicht auskommen. Da wirst Du die Bandbreite mit dem
>Kondensator vom Ausgang auf U- in den KHz Bereich reduzieren müssen,
>damit das nicht schwingt.

Das ist richtig. 22p sollte der Gegenkopplungscap dann schon haben, 
damit die "phase margin" nicht zu stark aufgezehrt wird.

Aber hier haben wir es mit der HP5082-4204 zu tun, die nur rund 5p 
Sperrschichtkapazität hat und nicht mit der BPW34 mit immerhin rund 70p. 
Das ändert die Situation ziemlich gründlich, wie eine Phasenganganalyse 
zeigt. Außerdem spielt noch die Größe des Gegenkopplungswiderstands eine 
gewisse Rolle.

Autor: j. c. (jesuschristus)
Datum:

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Um es mal auf ein einfaches Level runterzubrechen: Der Widerstand dient 
dazu, Offsetfehler durch die Biasströme zu reduzieren. Das dabei 
auftretende Rauschen wird partiell durch den Kondensator parallel 
kompensiert. Diese Technik verbessert die Genauigkeit des Verstärkers, 
hat aber dafür andere Probleme, wie, dass das Aufladen des Kondensators 
eine Weile dauert.

Autor: Michael H. (michael_h45)
Datum:

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j. c. schrieb:
> Diese Technik verbessert die Genauigkeit des Verstärkers
Die Aussage ist etwas ungenau. Es geht bei so einer Auslegung nicht 
primär um Genauigkeit, sondern um Geschwindigkeit. Daher die hochohmigen 
Widerstände. Weil diese dann die sonst vernachlässigbar kleinen 
Biasströme "bemerkbar" machen, muss gegengewirkt werden.

Autor: j. c. (jesuschristus)
Datum:

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Diese Aussage wiederrum ist etwas wirr.Der zweite Widerstand dient dazu 
den Fehler, der durch den Biasstrom am Feedback-Widerstand abfällt zu 
kompensieren. Bei kleinen Widerständen: kein Problem. Um Geschwindigkeit 
geht es eigentlich nicht, denn die hängt von den Kapazitäten und dem 
Feedbackwiderstand ab, nicht vom Impedanz-Matching-Widerstand.

Autor: Michael H. (michael_h45)
Datum:

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j. c. schrieb:
> die hängt von den Kapazitäten und dem
> Feedbackwiderstand ab
Eben. Und den musst du groß machen, wenn du schnelle Dioden bei wenig 
Intensität nutzen willst.

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