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Forum: Platinen Schutzlack für Platinen


Autor: black friday (Gast)
Datum:

Hallo zusammen,

gestern habe ich einen GPS - Empfänger für ein BMW - Navigationssystem
zerlegt, um ihn mit einer seriellen Schnittstelle zu versehen (hat auch
geklappt).
Die Platine des Empfängers wurde nach dem bestücken mit einem
Schutzlack bepinselt oder getaucht, wahrscheinlich um sie vor
Feuchtigkeit zu schützen und um das ablösen von Bauteilen durch
Erschütterungen zu verhindern.
Trotzdem ließ sich relativ gut hindurchlöten.
Nun meine Frage: Weiß zufällig jemand von euch, um was für eine Art von
Lack es sich hierbei handelt und wo man ihn herbekommt? Ich hätte
nämlich schon öfters etwas in der Art gebraucht (als Alternative zum
kompletten vergießen.)Die Lackschicht war relativ dick, die Lacken die
ich kenne hätte man dafür in mehreren Schichten auftragen müssen. Der
Lack war transparent, mit einem leichten gelb-braunen Stich.
Autor: Michael S. (Gast)
Datum:

Hallo,
die Beschreibung hört sich sehr nach "Plastic 70" von Kontakt Chemie
an. Gibts in Sprühdosen bei Conrad und Reichelt.
Der Lack ist Glasklar und bleibt etwas flexibel.
Deine Vermutung mit dem Feuchtigkeitsschutz ist schon richtig. Das Zeug
ist auch oft auf Platinen von Küchengeräten drauf.

Das vergießen wirds aber ehr nicht ersetzen, zumal es nicht ganz billig
ist.

Gruß
Micha
Autor: Freak5 (Gast)
Datum:

Wie vergießt du die denn?
Machst du das richtig mit Epoxy? Wenn ja, dann sind die Platinen danach
ja gar nicht mehr kaputt zu bekommen. Wofür machst du das?
Autor: black friday (Gast)
Datum:

@Freak5:
Meistens nehme ich so eine Zwei-Komponenten Vergussmasse auf
Silikonbasis (leider relativ teuer). Die kann man ziemlich gut wieder
entfernen, falls es einmal nötig sein sollte.
Der Grund zum vergiessen ist ganz einfach: Die Platinen werden
unempfindlich gegen Feuchtigkeit oder Erschütterungen (z.B. beim
Einsatz im Auto). Zudem spart man sich den Gehäuseeinbau (für faule
Leute).
Autor: Thorsten (Gast)
Datum:

Plastik 70 ist nicht lötbar. Er meint einen anderen Lack, den kenne ich
auch nur komme ich nicht auf den Namen.
Autor: Michael S. (Gast)
Datum:

Ich hab bisher nur einmal ne Platine komplett eingegossen.
War eigentlich mehr als versuch gedacht, hat aber super funktioniert.
Verwendet hab ich dafür Vergußmasse für Kabelmuffen. Die ist vom Preis
erträglich. Leider ist das Zeug aber undurchsichtig braun, ersetz aber
auch gut ein zusätzliches Gehäuse auchfaulbin ;-)
Autor: Michael S. (Gast)
Datum:

Ups, zu spät ;-)
Du hast recht, in der Beschreibung zu Plastic 70 steht "bedingt
durchlötbar". Kommt drauf an, was man darunter versteht. Das durchöten
hätten die auch als verkokeln beschreiben können.
Autor: JoeFire (Gast)
Datum:

Ich verwende dazu einen Polyurethan-Lackspray. Ist wie beschrieben
leicht gelblich und Transparent. Trocknet ca. innert 6 Stunden. Das
Zeug heisst "Urethan" und irgend ne Nummer. Wird beim "Durchlöten
etwas braun. Die verbrannten Stellen lassen sich aber leicht
wegkratzen.
Autor: Ansgar (Gast)
Datum:

Hallo,
weiß inzwischen jemand womit die Automobilhersteller ihre Platinen
lackieren um sie wasserdicht zu bekommen?

Danke
Ansgar
Autor: Platinenbauer (Gast)
Datum:

@ Ansager

da ist nix mit billigen Plasticspray oder sonstigen Hobbylacken.
Im Automobilbau, speziell in der Elektronik herrschen strenge
Bestimmungen, EMV, Zuverlässigkeit und Klimafestigkeit.
Dafür werden idR 2 komponentige oder speziell entwickelte Lacke
genommen.

Lackwerk Peters stellt zB sowas her.

Gruß
Platinenbauer
Autor: Henry (Gast)
Datum:

Ja und was verwenden sie nun?
Ich bestreiche meine platinen immer mit Baumharz in Spiritus aufgeloest,
man kann auch Kolophonium nehmen das man ebenfalls aufgeloest hat.
Riecht gut und schuetzt
Autor: Platinenbauer (Gast)
Datum:

zum Beispiel:
Schutz und Überzugslack SL 1304 FLZ.
stinkt heftig, trocknet bei höheren Temperaturen schneller und
fluoreziert Violett bei UV-Licht. (Ideal zur Qualitätskontrolle  auf
gleichmäßige Beschichtung)
Platinen werden meist darin komplett getaucht.

Ist dieser Lack einmal fest, dann ist er auch sehr beständig gegen die
meisten Umwelteinflüsse und auch gegen Temperaturen wie sie im Auto
herrschen.

@ Henry

Kolophonium /Baumharz -Spiritusgemische werden im laufe der zeit durch
feuchtigkeit zerstört. Das ist besonders an älteren Platinen zu sehen,
welche dann weiß / grau- fleckig aussehen.


Gruß
Platinenbauer
Autor: Winfried (Gast)
Datum:

Hab sowas gestern im Farnell-Katalog gesehen, schaut mal da. Bin
jedenfalls mehrfach über das Wort "durchlötbar" gestolpert.
Autor: F. Kriewitz (freddy436)
Datum:

Ich habe mir bei Pollin eine Dose Universal Plastik Spray
(http://www.pollin.de/shop/detail.php?pg=NQ==&a=MzY... ) besorgt.

Das ist Durchlötbar. Nach kurzem "wegbrennen" der Plastik Schicht kann
mans problemlos löten (wenn vorher auf dem Pad schon Lötzin war gehts
sogar direkt sehr gut). Alternativ lässt es sich aber auch einfach mit
Universalverdünung problemlos entfernen.
Es isoliert angeblich auch sehr gut, 22kV bei nur 25µm, da glaube ich
aber nicht dran. Aber 230V isoliert es problemlos bereits nach
einmaliger Anwendung.

7,10 Euro für 400ml ist ein guter Preis.

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