Es gab/gibt sogenannte RAM-Zellen, die einige 10x aufladbar sind.
Mittlerweile sind die aber von der Leistung und vom Preis von Elenoop-
und ähnlichen Zellen mit niedriger Selbstentladung überholt worden.
Ja, diese RAM Zellen lohnen sich finanziell gesehen eigentlich gar
nicht.
Technisch gesehen müsste diesen Zellen ja eine größere Zinkreserve zur
Verfügung stehen, damit das überhaupt funktioniert.
Baulich müssten sie ja den normalen Alkaline Batterien sehr ähnlich
sein, so dass im Prinzip auch diese dann aufgeladen/refreshed werden
könnten.
Entsteht durch das in den Link beschriebene Refreshen auch wieder
metallisches Zink oder werden dadurch lediglich die letzten Reserven
mobilisiert?
Es wird beschrieben, dass es mit stark entladenen Zellen bzw bei langer
Gebrauchsdauer nicht mehr funktionieren soll. (z.B. in Fernbedinung
total ausgelutscht).
Das würde dafür sprechen, dass dann einfach kein Zink mehr zur Verfügung
steht, welches noch mobilisiert werden könnte, und eine Rückumwandlung
in Zink gar nicht statt findet.
Es gibt schon seit Jahrzehnten Untersuchungen ueber die Auffrischung von
Primaerelementen durch Nachladen. Im FUNKAMATEUR war vor wenigen Jahren
ein guter Artikel, der ueber die Suchfunktion auf der Webseite des
Verlages gefunden werden kann.
Allerdings sind die neuen NiMgH-Akkus mit geringer Selbstentladung
wahrscheinlich die bessere Koesung. J.
Das Problem an den NiMh Zellen ist die geringere Spannung von 1,2V, die
in manchen Fällen Probleme machen könnte.
Ich habe beispielsweise Geräte, die bei 2 Stück 1,2V Akkus schon
mindestens eine "Battery Low" Meldung abgeben, und kurz drauf auch schon
abschalten.
Natürlich könnte man nun hingehen, und eine 14500 einbauen. Von der
Baugröße passt das. Den zweiten Platz könnte bzw müsste man für eine
kleine Tiefentladeschutz Schaltung benutzen.
Aber mich interessiert in diesem Beitrag mehr der theroretische
Hintergrund zur "Aufladung" von Alkaline Zellen.
Grundsätzlich kann man Alkalinezellen mit niedrigen, gepulsten Stömen
wieder aufladen. Einziges Problem dabei ist, dass die Zellen dann zu
Undichtigkeiten neigen, insbesondere die von No-Name-Herstellern. Mir
ist es in der Vergangenheit gelungen, einige gute (teure) Alkalinezellen
noch einige Male zu laden, eben auch aus Gründen der echten 1.5V. Aber
die erreichbere Kapazität komme nie und nimmer an die Erstladung heran
und wird mit jedem Zyklus deutlich weniger. An die Sauerei mit den
Billigzellen mag ich gar nicht mehr zurückdenken.
User schrieb:> Ich habe beispielsweise Geräte, die bei 2 Stück 1,2V Akkus schon> mindestens eine "Battery Low" Meldung abgeben, und kurz drauf auch schon> abschalten.
Dann ist das Gerät aber eine Fehlkonstruktion. Bei 1,2V ist eine
Alkalizelle gerade mal zu 1/3 entladen!
Eine ausgelaufene Zelle kann heissen:
Gerät in den Müll.
Willst du das riskieren?
Dann probiers.
na ja auf der anderen Seite, das neue Gerät kannst du dann so kaufen,
daß es mit NiMH oder LiPol Akkus funktioniert :-)
Kommt darauf an, wie groß der Schaden sein könnte,
wenn alte Batterien auslaufen. Mit dem Ladegerät BC700 habe ich schon
einige Alkali-Zellen "Camelion Alkaline" erfolgreich nachgeladen und
benutzt. Für eine Wegwerf-Taschenlampe kann man solche Experimente
machen, für ein wertvolless Gerät würde ich abraten.
Suchbegriff: "asymmetrische Wechselstromladung". Damit haben wir in der
DDR Primärzellen aufgeladen. Das Prinzip ist simpel und mit nur einer
Diode und zwei Widerständen realisierbar. Während der positiven
Halbwelle fließt der Ladestrom über die Diode und einen Vorwiderstand in
die Zelle. In der negativen Halbwelle wird die Zelle über einen die
Diode brückenden Widerstand mit einem wesentlich kleineren Strom
entladen (ca. 1/10 des Ladestroms). Das funktioniert durchaus, die
Zellen machen es aber nicht ewig mit und neigen gen Lebensdauerende zum
Auslaufen. Schaltbild und Erklärungen siehe u.a. hier:
http://home.intergga.ch/hb9tmi/Reverse-Charging2.pdf
Sogenannte Reflexlader arbeiten nach dem gleichen Verfahren.
User schrieb:> Technisch gesehen müsste diesen Zellen ja eine größere Zinkreserve zur> Verfügung stehen, damit das überhaupt funktioniert.
(...)
> Entsteht durch das in den Link beschriebene Refreshen auch wieder> metallisches Zink oder werden dadurch lediglich die letzten Reserven> mobilisiert?
Das Problem ist, dass das Zink nicht weiss wo es hingehört. Dann bilden
sich Nadeln (Dendriten), die einen Kurzschluss verursachen. Im
worst-case platzt dann die Batterie. Daher die vielen Warnhinweise.
Damit man Alkalis aufladen kann, muss der Becher noch intakt sein. Nur
dann lagert sich das Metall an der richtigen Stelle an. Daher lassen
sich normale Alkalis nur sinnvoll refreshen, solange sie nicht mehr als
30-50% entladen sind. Die Batterien aus der Fernbedienung alle paar
Monate ins Ladegerät, dann halten die ewig (bei mir seit 1997).
"Aufladbare" Zellen haben einen dickeren Becher, damit verschiebt sich
die Grenze weiter nach unten. Trotzdem gilt, die Dinger halten umso
länger, je eher nachgeladen wird.
User schrieb:> Ich habe beispielsweise Geräte, die bei 2 Stück 1,2V Akkus schon> mindestens eine "Battery Low" Meldung abgeben, und kurz drauf auch schon> abschalten.
Das heisst natürlich, das Du aus den normalen Primärzellen auch nur
vielleicht die halbe gespeicherte Energie rausholst. Dein Gerät ist
sozusagen Schrott ab Werk. Aber vielleicht wären Nickel-Zink-Akkus
für Dich eine Alternative.
Gruss
Harald
Das mit den Nickel-Zink Zellen ist interessant.
Welche Zahl von Ladezyklen schaffern die etwa?
Vor allem bei kleiner und mittlerer Entladestromstärke?
Die wären wirklich praktisch als Alkaline-Replacement.
User schrieb:> Das mit den Nickel-Zink Zellen ist interessant.> Welche Zahl von Ladezyklen schaffern die etwa?
Laut Hersteller 500. Du brauchst ein spezielles Ladegerät -
NiMh/NiCd-Geräte funktionieren da nicht.
User schrieb:> Ich habe beispielsweise Geräte, die bei 2 Stück 1,2V Akkus schon> mindestens eine "Battery Low" Meldung abgeben, und kurz drauf auch schon> abschalten.
Wie schon die Vorredner sagten:
Wenn die 'Geräte' so dämlich designed sind, dass sie bei Spannungen
< 1,3V oder ähnlich bereits 'Battery low' signalisieren, hilft
eigentlich nur eine Zelle mit wesentlich höherer Spannungslage:
http://www2.ife.ee.ethz.ch/~rolfz/batak/ideal/
Kostet dann eben rd. 1,50 EUR pro Stück hilft aber.
Bernd K. schrieb:> Wenn die 'Geräte' so dämlich designed sind, dass sie bei Spannungen> < 1,3V oder ähnlich bereits 'Battery low' signalisieren, hilft> eigentlich nur eine Zelle mit wesentlich höherer Spannungslage:>> http://www2.ife.ee.ethz.ch/~rolfz/batak/ideal/>> Kostet dann eben rd. 1,50 EUR pro Stück hilft aber.
Der Autor dieseer Seite(n) schreibt ja auch einiges über die
Regeneration von Alkali-Zellen. Es lohnt sich, diese Seiten
einmal nachzulesen.
Gruss
Harald