Gast
#3922227
Ich suche Bücher, Links, Ideen, Ansätze für folgenden Gedanken: Einfach Prozesse können algorithmisch exakt beschrieben und geregelt werden. Eine Drehzahl wird gemessen, ein Motor so geregelt, dass die Drehzahl auf konstantem Wert gehalten wird. Komplexere Prozesse könnten zB sein, ein Uboot mit definierter mittlerer Geschwindigkeit entlang einer vorgegebenen Bahn zu fahren, auch hier können Eingangsgrößen noch klar den Aktoren zugeordnet werden (Abweichung in X-Achse wird auf den Regler der X-Aktoren gegeben usw). Wenn die Aufgaben aber noch größer und die Aufgabenstellung allgemeiner wird, funktioniert das nicht mehr gut. Nehmen wir als etwas doofes Beispiel eine Strasse, die autonom geteert werden muss, ohne sie zu kennen. Die Teermaschine hat eine einstellbare Breite zwischen 4 und 6 Metern. Anfangs passen zB 3 Bahnen a 5m nebeneinander, die Breite der Strasse wächst auf 19m an. Die Teermaschine fährt also die erste Bahn am Rand entlang und erkennt die steigende Breite. Sie kompensiert mit proportional gesteigerter Teerbreite, bis sie am Maximum von 6m ist. Bei 3x6=18m kann die Strasse also nicht komplett gefüllt werden, an dieser Stelle ist es nötig, auf vier Bahnen umzustellen. Da hier schon mit 6m geteert wurde, bleiben 13m Breite über, die mit weiteren 3 Bahnen in den nächsten Durchläufen gefüllt werden müssen. Weiter vorne verengt sich die Straße auf 11m Breite, hier können nur noch 2 Bahnen parallel geteert werden. Vielleicht kommt es auch vor, dass die Straße schmaler als 4m wird, dann soll der Rest davor trotzdem geteert werden, für diese Stelle eine Fehlermeldung ausgegeben werden und nach dem teeren aller teerbaren Abschnitte soll angehalten werden. Oder die Straße wächst auf 25m Breite an, dann soll auch gemeldet werden und bis zur Stelle mit 24m Breite geteert werden. Für diesen Ablauf sollen Start- und Zielkilometermarke definiert werden sowie oben angeschnittene Regeln: -teere mit 1 bis 4 Bahnen -Verstellbereich Teerbreite 4 bis 6 Meter -teere gierig (also bei Fehlern nicht aufhören, sondern alles andere fertigstellen) -gleiche Bahnbreiten an (also bei 10m Breite nicht 6+4, sondern 5+5) Nach dem Auftrag wird ein anderer "Teerkopf" an die Maschine geschraubt, die Parameter werden geändert und die nächste Straße wird geteert... Dieses Beispiel ist noch sehr simpel, aber verdeutlicht doch das Problem. Wie bringt man Maschinen ein solches regelbasiertes Verhalten bei? Wie übersetzt man automatisch von der Sprache des Anwenders in Programmierlogik? Wie kann man Maschinen einen "Expertenblick" beibringen?